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Ter ffilefomr Anzeiger
«Weint täglich, außer Sonntags. — Beilagen: viermal wöchentlich Kietzenerjamilienblätter:
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i Tienstng und Freitag): zweimal monatl. Land-
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Feruivrech - Anschlüsie: iür die Redaktion N2, Verlag >t. Expedition 51 Adresse iiir Tepeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen >ur die TageSnuinuier bis vormittags 9 Uhr.
J64. Jahrgang
Mittwoch. Z. Zuni
General-Anzeiger für Oberhessen
Botations>in(f und Verlag der Vrühl'schcn Unio.-Buch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstraße 7.
Vc;n gsoreist
nwnatllch75Pf.. vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mt.2.— viertel-- jährl. ausschl. Beslellq. Zeileuvreis: lokalloP^ auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich für dcu polit. Teil: Aug. Goey; fü^ „Feuilleton", „Ver- mifchteZE uud^Gerichls- saal": Karl Neurath: für „Stadt und Land": Kurt Bendt; für den Anzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umfafft 10 Seiten.
Tagcskalcndcr aus »cm Jahre 1814.
3. Juni: König Friedrich Wilhelm M von Preußen dankt von Paris aus seinem Volk und Hccr für dir gebrachten Opier znr Betretung des Vaterlandes. —> Blücher und Hardenberg werden in den Fürstenstand, Porck, Bulow, Tauentzren und Gneisenau in den Grafenstand erhoben.
Doumerguer Glück und Ende.
Als der Ausfall der französischen .Kctinmcrwahlen bekannt wurde, ließ, das Kabinett Tvumergue durch die Offiziösen feinen glänzenden Lieg verkünden, ivährend wir von einem Pyrrhussieg der Regierung sprachen und belonten, daß das Kabinett diesen „Steg", der in Wahrheit einer der Sozialisten war, nicht lange überleben werde. Unsere Auffassung hat sich schnell als zutressend erwiesen. ToumergneS Glück und Ende'sielen enger zusammen, als er und die Seinen erwartet hatten. Zu derselben Zeit, wo die fran- zösischc Kammer in ihrer Eröffnungssitzung Herrn T ? S- chanel mit 102 Stimmen zum provisorischen Präsiden ten wählte, aljo von der angekündigten Wahl eines noch weiter linke stehenden Präsidenten Abstand nahm, überreichte der „Sieger" Ton m : rguc dem Präsidenten der Republik seinen Rücktritt. Tiefer Rücktritt und seine politische Bedeutung werden wiederum durch drei gleichzeitige Ereignisse gekennzeichnet: während die republikanisch-sozialistische Gruppe einen Bcschlußanlrag annahm, daß sie nur eine solche Regierung unterstützen wolle, die in ihr Programm Maßnahmen für eine möglichst baldige Rückkehr zum Zweijahrsgesetz ansnehme, und die geeinigten Sozialisten noch entschiedener betonten, daß sie nur ein Ministerium unterstützen werden, welches die zweijährige Tienstzeit als Maximum ansieht, hielt der Präsident P o i n e a r ö bei einem Bankett der vereinigten Turnvereine eine Rede, aus der man eine entschiedene Verlcrdi- gnng der dreijährigen Tienstzeit heraushörte, da er die Notwendigkeit einer Armee betonte, „die sich ans großen Effektivstärken zusaimnensetzt und rasch mobiltsierungs- sähig ist". '
Wenn die republikanische Presse Frankreichs so tut, als ob es sich bei deni Rücktritt ToumergneS nur um eine Personenfrage handele, so ist das eitel Flunkerei. Ter Ministerpräsident geht vielmehr, weil der Sieg der Regierung lediglich ans dent Gewinn der Sozialisten beruht, und )veil diese Partei neben der energischen Durchführung der Einkommensteuer vor allem einen Abbau des Dreijahrsgesetzes verlangt. Ter neue Block der Linken, von dem die Pariser Offiziösen gefabelt hatten, kam nur in Betracht, so lange mau die Frage, der Militärdienstzeit in Ruhe ließ, während die vorhin erwähnten Beschlüsse der Sozialisten und der republikanisch.' sozialistischen Gruppen für das Gegenteil sprachen. Mit den Sozialisten konnte Toumergue nicht regieren, weil für diese Partei wenigstens die Rückkehr zur zweijährigen Tienstzeit keine politische Phrase ist. Um gegen die Sozialisten zu negieren, hätte Toumergue sich mit den Briandistcn verbinden nrüsscn. Tann Hallen sich aber wieder die Links- radikalen abgesplittert, so daß Toumergue weit nach rechts hätte gehen müssen, um seine Mehrheit zu ergänzen. Auch das wäre ein Pyrrhussieg gewesen, denn selbst wenn er
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Rechte ihn doch nur unterstützt, um die Sozialisten zu schlagen und den isolierten Toumergue nachher um so sicherer zu stürzen.
^ f° ging Toumergue, um nicht gegangen zu werden.
r Herrn Poinears aber ist die Sachlage deshalb besonders schwierig, weil kein Kammerbeschluß vorlicgt, auf den hin das Kabinett gestürzt wurde, und somit keine Mehrheit ge- 0*’ au f die sich ein neues Kabinett ausbauen könnte. Wahrend die radikale Presse dem Präsidenten klar zu machen sucht, das; die politische Orientierung durch den Sieg der Otiitcn bei den Wahlen gegeben sei, richtet die Presse der Rechten an Poincctrö die Mahnung, nunmehr energisch ein zugrciscn und durch Ernennung eines „zuverlässigen" Ministerpräsidenten die dreijährige Tienstzeit zu sichern. Aber ist der Präsident der Republit einerseits kein Mann der sühnen Entschlüsse und kein Politiker der starken Faust, so braucht inan andererseits die geharnischten Entschließungen der Sozialisten und radikal-sozialistischen Gruppen nicht allzu tragisch zu nehmen. Es sind denn auch bereits die sogenannten Silberschmiede am Werke, das heißt jene Parla- inentarier, die es als ihren Berus erkoreit haben, die wider- strebendeu Elemente durch vielsagende und zit ivenig verpflichtende Kompromisse nach Möglichkeit unter einen Hut zu bringen. Die ,xorntel dürste darin gesunden werden, daß man die Rückkehr zur zweijährigen Dienstzeit in Aussicht nimmt, sobald die Umstände das gestatten werden, wobei man einigermaßen entschlossen sein wird, diese Umstände nicht an sich herantommen zu lassen. Mit einer solchen Formel gedenkt man die geeinigten Radikalen, die sozialistischen Republikaner, einen Teil der Briandschen Radikalen und auch die geeinigten Sozialisten unter eine Fahne zu sammeiu, und als den Mann, der dieses Kunststück fertig bringen soll, hat man den derzeitigen Unterrichtsminister B i o i a n i auserseheu, der seinerzeit selbst gegen das Treisahrsgesetz gestimmt hat, aber sowohl ein Freund des Präsidenten Poincare wie des Führers der Rechtsrcpubliiäner Briand ist, wa>S ihn freilich wiederum den Sozialisten verdächtig macht.
Ob diese Kombination gelingen wird, steht dahin. Aber svelches auch der Nachfolger ToumergueS sein wird, so steht doch schon jetzt fest, daß man trotz aller Entschließungen in praxi an der dreijährigen Dienstzeit sesthalten wird. Tics steht ebenso sest wie die Tatsache, daß, welche Firma auch das neue Kabinett führen sollt:, cs doch wie seine Vor gänger den Chauvinismus, die mehr oder weniger diplomatisch abgetönte Deutschfeindlichkeil, als wirksamste .Handhabe zur „Sammlung aller guten Franzosen" benutzen wird.
Tem „Temps" zufolge habe der General Jo ff re zu einem vertrauten Freunde geäußert, er würde unverzüglich seine Temission als Generälstabsches geben, falls die neue Kammer die Absicht bekunden sollte, zu dem Z w e t s a ft r S - ge setz zurückzukehren. Aus den Ministerpräsidenten T ou - mcrgue habe dieser Beschluß des Generals großen Ein druck gemacht.
Eine neue Wendung in Mexiko.
Tie Lage in Mexiko verändert sich mehr und mehr zuungunsten Huertas. Die BundeStruppeli haben wieder mehrere Niederlagen erlitten, und nun heißt es. daß Ear- ranza, der sich offenbar der heimlichen Unterstlitzung aus
Washingto» erfreut, sich zum „provisorischen" Präsidenten gemacht habe.
Wir erhalten solgende Meldungen:
London, 2. Juni. Tie Zeitungen melden aus New- Hort, daß General Cttrtanja sich als provisorischen Präsidenten von M extfo proklamiert habe.
In einer für die amerikanische Presse bestimmten Erklärung drückt General Earranza sein Erstaunen über den anscheinendeu Mangel an Verständnis sür die Lage in Mexiko und die Haltung der Rebellen aus, welche er bei den Bermiltleru in Niagara Falls beobachtet habe tjttb sagt, die Vermittler schienen Earranza als ejiie Quantils nögli- gcabic und verpflichtet anjuschen, jede beliebige von den Vermittlern gefundene Lösung anzunehmen. Er betonte, die Rebellen hätten die Revolution durchaus erfolgreich durchgc- sührt. Fhre Vollendung würde ihnen dcu Anspruch auf die sor. ineile Anerkennung seitens der übrigen Welt geben. Nur die Zerstörung der Eisenbahnen hindere sie, binnen einer Woche m die Hauptstadt einzurücken. Earranza fügte hinzu, die Rebellen würden die mexikauische Frage binnen weniger M ouate l ösen, da sie bereits z w e i T r i t t e l des Landes besetzt hielten. Ter Führer der Rebcllcnarmee müsse bis zum Ausgang der Wahlen provisorischer Präsident sein.
Washington, 2. Juni. Kriegssekretär Garrison hat über dieLandungvonKriegsmalertaldurch deutsche Schiffe in Puerto Mexiko eine Erklärung erlassen. Tie Zoll- und .Hafenbehörden haben den Tampfcr „B a v a r i n" der Hamburg Amerika-Linie mit einer Geldbuße von 118685 Pesos belegt, weil er einen großen Teil der für Beracruz bestimniten Ladung in einem anderen » Hajen vor seiner Ankunft in Beracruz ausgcladen und nach seiner Ankunft ini Hafen von Beracruz das Ladungsmanifest ausgebessert hatte. Eine ähnliche Geldstrafe in Höhe von 894 950 Pesos wurde dem Tampfer p i r a n g a" auser- lcgt wegen nicht entsprechender richtiger Ladnngsverzeich- nisse und ivegcn Löschens der Ladung in einem anderen Hasen als dem, lvohin sie konsigniert war. General Fun- st o n ertiärt, daß die betreffenden Beamten nach dem meris-- tauischen Gesetz keine andere Wahl hatten und Geldstrafen in Höhe der genannten Snmnten scftsctzen mußten. Eine Berufung für die Schiffe ist nicht eingelegt ^vordem Man nimmt an, daß, wenn das Verfahren weiter leinen Lauf nimmt, in ünscrem Staatsdepartement Vorstellungen erhoben werden dürften.
Neue Niederlage der Buiibcstriippe«.
Du r an g o, 2. Juni. Oberst Fernando Rehes hat mit 600 Mann die Streitkräftc der Bunüestruppcn bei Salinas gef ch lagen und danach auch die ihnen von San Luis Potosi gesandten Verstärkungen. Tie Bundestruppen verloren 46 Mann und 4 Offiziere. 14 Bundesoffiz i« re wurden gefangen gcnomincu und hin gerichtet Unter ihnen befand sich auch der Oberst Eharles Cha- ' ves. Bei Ptnes nahm Oberst C a t o c a eine Abteilung Bundestruppen gefangen, wobei auf deren Seite 60 Mann getötet wurden. :
Aus Albanien.
I unjjo, 2. Juni Achthundert Malissoren und Miriditen, Katholiken, sind mit einigen Mohammedanern aus Alessis angc- tnmmcit. Ter Fürst emvitng sie und beauftragte den Ftiranzmtntster
Eröffnung de; neuen Agl. Aurcheaters in Vad-Lms.
Ems, 2. Juni.
TaS neue Kgl. Kurthaatcr. das durch die Regrerungsbaunieister Birk und Jakobi) von der preußischen Regierung für die Emier Kurkommtslion erbaut wurde, ist heute abend festlich rr- öifnet worden. Erst Anfang Oktober v. I. begonnen, ist der Bau nebst »wer neuen Lesezimmern, einem Schreibzimmer und zwei Spielsälen dennoch rechtzeitig fertig geworden. Ter neue Mnsen- icmvel ist an den alten Kursaal angebaul. dessen pompeianischem Stil er angeoaßt wurde, und wenn auch die äußeren »rchilektomichen Formeil dieser ganzeir Baulichkeiten der geschlossenen Einheitlichkeit entbehren mögen, so ist doch der praktische Gedanke äußern glücklich und einleuchtend» der Theatersaal kann beim Ausräumen des Gestühls INI! den vorhandenen Räumen zu größeren aci, Veranstaltungen mitbenutn werden. Tas Theater hat 520 cottz- vlätze, von denen sämtlich in glücklichster Lösung das gelamte Bühnenbild überleiten werden kann, und es gibt wenige Kurtlteater. die io prachtvoll und zweckmäßig ausgestattet lind wie der Neubau in Ems. Direktor Hermann Tteingoettcr, der das Emier Kurtbealer mm schon im 6. Jahre leitet und denen Rat bei der Bearbeitung der Pläne mil herangezogen worden ist, dar) aus das neue Haus, in dem er* ferne Wirksamkeit fortselzen ünrd, ltolz sein, denn dte guten Leistungen seiner Bühne haben den Gedanken des Neubaues erst erweckt. Wirb Bad Nauheem dem Emier Ber- fpiel nicht delnnätbst folgen wollen'? Nur Bad Kreuznach hat heute noch solche diiritige Theatcrräume wie der wnlt doch tn ,o glanzendem Ansschivnng begriffene Weltbadeort Nanheini.
Tic Einser Eröffnungsvorstellung hatte bei ausverkauttem Haufe einen vollen Erfolg. Zuerst ein y-eMPlel rn.einem .ut, da-.- Ttrektor Steinqoeuer zum Verfasser hat: aut der Buhne ent
rollte sich die Szenerie der hekanMen Emier ,.Bader.en , lener imvosanlen Felsengchänge, vor denen der Badeort am ^.abnnier lieblick, gelaaert ist Wichtelmämrchen und Nymphen beleben alsbald da-> Bild der F-rnbdanimeriinq. und aus euicm oboutain schon Reigen lösen ficki die Gestalten, denen der Vertaner des «Viels feine Feitgedanken initgegeben bat: dre A)6ino und die --uell- nompbe. beide tätig für die Heiterkeit der.-seele und das Gedeihen des Körpers. Tie Hauptrollen wurden gelvrelt von Anna L^tett- ner Alice Tagny und Ludwig Grosser.. Annen. : irellor Sterngoeiier. der auch die Regie rührte, iowte dem Kapell- meist« W e i ii a ck . der die Mußt dem Text mitgcgebcn hatte, wurde reicher Beifall gespendet.
Eine flotte Aiit'ilhrung der „Fledermaus", dte sich an,chlost, erfüllte alle guten Erwartungen: unter des Oberregisseurs S chrl-> l e r iber auch dcu famosen Gefängniswärter Frosch spielte) geschickter Leitting wurde die alte, immer wieder entzückende Operette zur besten Wirkung gebracht, und es zeigte sich, daß die Direktion mit gedieaenen Kränen in dem neuen Haufe weilerar beiten wird Ter Eroifnuiigsabend hat auch dargetan. daß Tirckwr Stcinsoctter mir der Beschattung der Dekorrmoncn, drc non bcrt
bekannten Finnen Lütkemeyer - Koburg und Gruber - Hamburg ge- licicrt wurden, sehr sorgfältig zu Werke gegangen war.
- Sarmftäbter F- r ü h l i i, g S - F e ft s pr e l e. Aus
Tarmstadt, 1. Juni, wird uns geschrieben: Als letzte Feltaui iuhrunq der Tarmstadt er F r ü h l r n g s t e st f p i e l e kam heute Abend Verdis „Aida" zur Aufführung. Sie erregte namentlich durch den Umstand für jeden Knnfltreilnd cm ganz bc fondereS Interesse, daß dieselbe Oper bei den vorjährigen Festspielen von dem berühmten ttalientichen Meister Arturo Vigna zur Hauptprobe seines Könnens am Tirigentenvulr auSeriehen war, während heute einer der ersten deutschen Interpreten, A r thiir Nt st sch. teil Stab führte. Tazu hatte die Theaterleitung auch zwei ganz gnserlesenr Bühnengrößen, den berühmten sranzös: scheu Tenoristen. Charles Talmaizes als Rhadantes und Frau Ottrlie M e tzg er - L a t t e rma n n vom .Hamburger Stadltheater Amnvris als Gälte gewonnen, die der eigenartigen, großzügigen, dabei metr auf äußere Etfekte und prunthafte Ani- machnng hinztelenden Ausführung. — die damtt in etnent gewissen Gegensatz zu dem mehr idealtstisch gerichteten und in sich geschlossenen, einheitlichen Charakter der !ängsten Earmen-Aussüh tung stand — die beste Basis gaben. Charles Talmorös, der seine Partie rtaltentsch sang, war rein stiiiimlich ein ausgezeichneter Interpret der Heldenrolle des Rhadames, gab aber in der gcsang licheit Kultur sür unfern deutschen Geschmack zu erheblichen Einwendungen Veranlassung. Frau Metzger-Lattermann schirn anfangs erheblich indisponiert, entwickelte sich nament lich in den Schlußszenen eine höchst bemerkenswerte Krall und Tra malik und gab damit ihrer Partie ein sehr bemerkenswertes Re- lici. Sie wurde ebenso, wie der Pariser Gast, mit stürmischen Beisallsialven 'ausgezeichnet. Bon den heimischen Kräiten bat vor allem Frau Callwey, die vlötzlich sür Frl. Geyersbach in der Titelrolle eingeiprungen war, eine ausgezeichnete Leistung bntd aucki die übrigen Tarstellcr schlossen sich den vargenannten bestens an. Allgemeinen Bestall und Entzücken erregte die voll ständig neue dekoraüve Ausstattung, die von Curl K e m p t n höchst stimmungS- und eitektvoll geschasien worden war. und die sehr wirkungsvolle Spielleitung des Oberregsticurs Otto N owack verdient ebenfalls volle Anerkennung. Mit dieser tresslichcn. schwungvollen Wiedergabe der „Aida" haben die dies,ahrigen Früh lingsseftspicle einen glänzenden, wie künstlerisch bedeutiameit und erfolgreichen Abschluß geßiuden. tr. b.
— Verbands tag der St n n ft freund e r n den Ländern amJRbein. Aus Stuttgart wird noch berichtet: Am Sams tag ünd Sonntag, den 30. und 31. Mat, fand hier die dtesjährrge Tagung des Verbandes der Katnstirellitde in den Ländern am Rhein statt, verbunden mit der Eröisnung der Ausstellung des Verbandes in der neuen Könrg-Wrlhelm-Halle. In der Mitglreder- verjammlung wurde an Stelle des ausgeschrebenen Vroiesjors St ein hausen der Frankfurter Maler Jakob Nuß bäum als
Beisitzer der Frankfurter Kunfttemmiffüm gewählt. Tie Fusion mit der Vereinigung zur Förderung der Künste i n SH e s s e n u n d i m R h e i n - u n d Al a r n g e b r e t wurde gr- : Itehmtgt und die .henen Professor Hugo E bcrha rdt Liten- bach and Truckereibesitzer Georg Schlosser- Frankfurt a. M. in ten Vorstand ausgenommen. Itc Herren des Vorstands folgten am Nachmittag einer Einladung des Slöntgs zum Frühstück im Rest- denzschloß. .»
— Aus dem i t a l t c n t sch e n U n t v e r s i I ä t s l e b e n. Aus Rom wird uns grschrteben: Eine interessante Staiistt! des italienischen llniversttöisbesuchs verüncntlicht der Abgeordnete Prof. Carlo Francesco Ferraris tm Austrage der Gcneraldircktion h»- söntgttchen statistischen Amtes. Tie.Statistik unstaßt den Zeitraum -wischen den Jahren 1893 und 1912. Ta,tack) betrug die Zahl der Jmmattilulierten während des alrdemstchcn Jahres 1 ft 11 12 in sämtlichen Fakultäten 26119. Bei einem Vergleich der Zahl der Jmmatritulierten mit der Gesamtzisser der Bevölkerung von 34 813 975 Personen ergibt sich ein Prozentsatz von 75 ans ie 10000 Personen. Dom Jahre 1893 94 bis zum Jahre 1897 98 ist die Zahl der Jmmatrikutrerten dauernd gestiegen. Im Jabre >898 99 trat ein Rückschlag ein. Tas nächste Jahr 1899 >900 zeigt dann .wieder eine Zunahme, und das Jahr >901 02 verzeichnet die absolut und proportional höchsten Zalsteo. Von 1902 bis 19(t> erfolgte eine merkbare Verminderung, namentlich in den Fächern der Medizin und Ehirurgi'. der Naturwis'enschasten, e-er Literatur und der Philosophie.^ Es tilgte dann 1905 OB eine Zunahme der Juristen und 1906 07 auch der Literatur und Philosophie Slndie- rcnden. Seit 1907 08 macht iich in der Zahl der Studierenden rin Rückgang bemrrkoar. Tic Jmmatrtlulieiungen ergeben iiia -neo Zahlen sür den Zeitraum non 190» bis 1912: In der iurtstiichen Fatnstät 9648, d h. 45,1 Prozent aller Jmmttrikuli'rlcn, in d-r mediZnischcn Fakultät 4535, d h. 21,2 Pi iz-vt. in den na ,-r- niisenschattlichen Fächern Mathematil, Pbnitk, Eh-mie unv e-n- ichließlich der ersten zwei Jahre der Jngenieurmissenichaite» 199.7. d. h. 9,3 Prozent, in Literatur und Philosoph:- Illl». d. h. 7.5 Prozent. Aus diesen Zahlen reiultiert eine Zunahme der Jmma, trilulierungen sür die Fächer der Jurisprudenz, der Natur- und Jngenieurwisfenschasten und eine Al»,ahm - derselben 'iiT die Piärfrr her Medizin. Literatur und Philosophie Tas erklärt sich zwanglos in der Zunahme des nationalen Reichtums und in der Notw-ndig- leit. dem Aufschwung der Industrie, des Handels und der Landwirtschatt entsprechend, die praktischen Berns: drr Pflege der eigentlichen Geisteswy'senschaiten vorzitziehc».
— Kurze Nachrichten an s K „ n st und Wissenschaft. ^Tie schwedische Akadenne wählte die Schriststellerin Tr. phil. Selma L a g e r l ö s zum Mitglied — Ter 61. M i 1 1 e [ « r h c in tsche Aer , tetag tmbet am 7. Juni 1911 im Kur - Hause z u Wiesbaden statt.


