Fjjfai gegrüßt. Der Adjutant Ekrcm Bcy Libohova dankte den Teilnehmern an der Kundgebung namens des Fürsten lur die angebvtcne Hilfe. Nach Erwiderung der Ansprache brachte der Fürst auf Kruja und Albanien ein Hoch aus, worauf die Menge ruhig die ihnen zugelvicsenen Quartiere bezog^ Es herrscht vollkommene Ruhe.
Tic Aufständischen Durazzo, 22. Mai. Die A n , st ä n d i s chc n haben Tirana besetzt. — Auf Veranlassung des Fürsten wer den die von Essad Pascha bei seiner Abreise dein Kapitän Armstrong, dein Privatsekrctär des Fürsten, übergebenen Briese Gegenstand einer Untersuchung bilden.
veutscbe» Ncich.
DerDankderReichstagsfraktionenandcn
Präsidenten Dr. Kaemps ist am Mittwoch in der Schlußsitzung leider unterblieben. In der Presse ist dieser Zufall — denn um einen solchen handelt es sich — verschieden kommentiert worden. Dazu wird uns aus Berlin geschrieben! Es handelt silh selbslversdiudlich^um seine Demonstratio». Soweit uns bekannt, ist der Tatbestand folgender: Nach der Schlußansprach« des Präsidenten sollte Abg. Beck-Heidelberg im Namen der Fraktionen dem Präsidenten den Dant sür seine Geschäftsführung ausiprechen. Infolge der unerwarteten Beschlußunfäbigt'eit war das Bureau nervös geworden, so daß die Wortmeldung des Abg Berk zur Geschäftsordnung übersehen wurde und der Präsident sofort nach seiner Ansprache dem Staatssekretär Dr. Delbrück das Wort erteilte. Nachdem dieser den Reichstag geschlossen, wurde der Irrtum bemerkt, Präsident Tr. Kaemps hatte aber Bedenken, nunmehr noch das Wort zur Geschäftsordnung zu erteilen. Die erreg e Stimmung durch das Sitzenbleiben der Sozialdemokraten beim Kaiserhoch hatte ebenfalls dazu beigetragen, dieses Vorhaben zu v-w- eitclu. Den Fraktionen kann keine Schuld an diesem bedauerlichen Vorfälle zugcschoben werden.
Der Bundcsrat überwies den Entwurf einer Bestimmung betr Ausnahine» von dem Verbote der Sonn tagsarboit im Gewerbebetriebe dem zuständigen Ausschuß. Zur Annahme gelangten die Vortage betr. Beschränkung des Frcimcngcnvcrkehrs für die Grcnzstrecke des Kreises Aschendorf im Hauptzollamtsbezirk Leer, die Vorlage betr. Gestattung des Umlaufs von Scheidemünzen österreichisch- ungarischer Währung auf den preußischen Eisenbahnstationen.
Von, sächsischen M i n i st e r i u m. Aus Dresden wird gemeldet! Freiherr v. Hausen, Generaloberst, Staats- und Kriegsminister, ist mit Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt worden unter Ernennung zum Gencraladsutanten des Königs und unter Belastung in seinem Verhältnis als Ehcf des Infanterie-Regiments Nr. 182 und a la suite des Jäger bataillons Nr. 12. Generalleutnant, Gcueraladjutant von C a r l o w i tz wurde zuin K r i e g s in i n i st c r ernannt und deni Kultusminister Beck wurde der, Vorsitz im Gc- jamtmiuisterium übertragen.
Die Denkschrift über die Ursachen des Geburtenrückgangs in Preußen ist von der Medizinalabteilung des Ministeriums des Innern sertiggestellt worden Lb die Denkschrift dem Landtage noch vor der Vertagung zugehen wird, ist noch unbestimmt. Die Denkschrift macht verschiedene Vorschläge zur Bekämpfung des Geburtenrückgangs, die deshalb besonders interessant sind, weil der Reickfstag den Entwurf über die Erschwerung des Verkaufs empfängnisverhütender Mittel nicht erledigt hat und weil der Landtag kurz vor der Beratung der Beamten- bcsoldungsnovelle steht. Neben Belehrung über die Folgen deS Geburtenrückgang- im volkswirtschafclichen und hygienischen Interesse, Bctämpfung der Kindersterblichkeit usw., wird vorgcschlagen, kinderreichen Beamten — auch in der Privatiudustrie — Beihilfen und Gehaltszulagen zu gewähren, evcnt. sogar S tc u er n a ch laß bei großem .Kinderreichtum in erweitertem Umfang als bisher einzuführen. Es wäre interessant, diese Fragen in den Erörterungen über die Bcsoldungsresorni anzuschnciden und sest- zuftellen, ob der Finanzminister tatsächlich geneigt ist. die ärztlichen Wünsche der Medizinalabtcilung durch Gewährung finanzieller Vorteile zu unterstützen.
2Iu»land.
Kaiser Franz Josef unternahm am Freitag vormittag den ersten halbstündigen Spaziergang im Kammcr- garten zu Schönbrunn. Ter Spaziergang übte aus das Befinden des Kaisers die allerbeste Wirkung aus.
Das dänische Königspaar ist am Freitag vormittag von Brüisel nach Holland abgereist. König Albert und Königin Elisabeth begleiteten ihre Gäste zum Bahnhof und verabschiedeten sich sehr herzlich von ihnen.
Nu» Stadt und Cond.
Gießen, 23. Mai 1914.
** Tageskalcnder!ür Sametaq, den 23., und Sonntag, den Ls. Man 61 e w e r b e <I u » st e t l n n g : Eoiintag nachmittag 4—7 Ubr, abends 8—11 Uhr Konzert der Reginienisknvelle.
Obst» »n d 6i ar l en b a u-Ver e i n : San,-lag abend 9 Uhr dauvtoersainmlnng Franlsurter Strohe 83, Lokal Krast.
N » i o » - T l> ea t er: Täglich Vorstellung.
L i ch t i p i e 1 h n u S: Täglich PorÜelllNig
C b e r b e 1( i | rt) e t fl ii n fl» e r e i li. Neinälde-AiiSitellnng »ft täglich von 11—1 Ubr, Mittwochs von 3 bis 5 Ul)t, „nd a» Sonntnoen von 11—3 Ubr geöiiiiet.
Ob erb« Isis che» 31»f c u in » nd Gail' sche Sammlungen. Geössnet Sonntag vorniittags II—l Ubr unentgeltlich,
31 ui eu in für Völkerkunde. Cäeöffiiet an Sonniggen vormittag» von II—1 Ubr unentgeltlich.
Ciniguiigsnmter zwischen Mieter und Hausbesitzer.
Zu der von uns kürzlich gebrachten Notiz erhalten wir von Herrn Rechtsanwalt Raab folgende Mitteilung!
„Ich habe aus der letzten Tagung des Landesverbandes der Hess. Hau sbesitzervc reine die Frage der Errichtung von SchiedSämlern für Mietstreiligtiüten an- geschnitlcn. Tie Zeit war jedoch sür die Besprechung dieser Angelegenheit zu kurz; ich habe deshalb in einer Eingabe dem Landesverband „zur Erwägung anheimgegebcn, ob es sich nicht empfehlen möchte, die dem Landesverband an- qeschlostenen Vereine zu verpflichten, für ihre Mitglieder m Mietsstreitigkeiten das schiedsrichterliche Verfahren cinzuführen und in den Mietverträgen demnach solches vorzusehen."
Es ist zu erwarten, daß der Landesverband, dieser Anregung folgend, in seinen nächsten Tagungen sich mit der Frage des schiedsrichterlichen Verfahrens befassen wird. Sollte im Laichesverband die Einführirng nicht beschlossen werden, dann wird der Verein in Gießen für seinen Bezirk die Angelegenheit im Auge behalten und voraussichtlich noch im Laufe dieses Jahres der Regelung näl-ertreren.
' Aus dem Schuldienste. Ueberlragen wurde dem Schi<laintSaspicaiiien Georg Ganb aus Fischbach, Kr. Alsfeld, eine LchrersteÜc an der Volksschule zu Ulrichstein, Kreis
Schotten. .
— Veränderungen i m 1 8. ArmeekorPs-Weiz, Oberstlt. g. D., zuletzt Mai. b. Nabe d. Jm.-Reats. Markgraf Karl ,7. Braudc-ib. Nr. 60. unter Verleihung eines Patentes seines Dienstgrabcs vom 22. April 1914 als Vats.-Kom. ,m Jm.-Leib- Reg. Großberzogin,3. Großherzogl, 9h. 111 lieber
— Zum Oberstleutnant befördert! der M-ior und Batailtons. kommandeur: Stempel im 5. Großh, Hess. Ins.-Regt. 1!r. 168,
— 3t ah er. K. W. Hauptm. im Gen. -labe des,18. A.-K , von dieser Stellung bcliuss Verwendung als Komv.-Ehei im ^ini. .ncgl. König Wilhelm I. ,6. Württ.) Nr. 124 enth. Salm, Hauptm. im Gr. Gen.-Stabe, in den Gen.-Stcko d. 18. A.-K. oeri. Unter Besöcherung zu Majoren versetzt! die Hauptleute und Konivagiiie- cbess: Schüler im 6. Rbein. Ins.-Regt Nr. 68, z cstabe b. 3. Oberelsäss. Jns.-Regts. Nr. 172, v .P a v c im 2. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 88, zum «nabe de» ^,nlantcrie-^cib-Re- giments Großherzogin (3, Großherzoglich -vesspches) Ja. 1 w. Versetzt der Leutnant Eellarius im Jns,-Lnb-Regt,, Groß- herzagin (3. Großh. Hess,! Nr, 117, in d, Metzer >iNf,-Rcgt, Nr. 98: der Hguplniaun und Batteriechef v. Moren ho Neu „» Groß!,. Art-Korps, I. Großb. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 2b als Mitglied zur Art-Prüf.-Komm.: .Hauptmann v. Tümpling im 2. Großh. Hess. Fcloart -Regt. Nr. 61, zum Stabe d. Grotzh. Art-Korps, 1. Großb. .Hess. Felbart-Rcgts. Nr .25. — Aus sein Gesuch zu d. Res-Ossisieren d. betr. Tr.-Tecle übergepibrt! der Leiitn. v. S yd ow c. Leibg.-Jns.-Rgt. (1. Gr. Hess.) Nr. 115.
— Zn Leutnants mit Patent vom 24. Mai 1912 befördert: die Fähnriche! v. Frankenberg u. Ludwigsdori, Gras von Rechteren Liinpurq im Leibg.-Jns.-Regt. <1. Großherzogl. Hess.) Nr. 115. Walter im Ins.-biegt. Kaiser-Wildelm ,2. Großherzogl. .Hess. Nr. 116, Tcllcnbach im Jns -Leib-Regt. Großherzogin 3 Großherzogl. Hess.) Nr. 117, Licht im Garde-Trag.-Regt. l>. Großlierzogl. Hess.) Nr. 23, dieser unter Versetzung in das Man.-Regt, von Kahler lSchlcs.f Nr. 2, Bodcnbendcr tm 2. i9roßherzogl. Hess. Feldart.-Regt Nr. 61. — Z» Fälmrichen befördert! die Unterossi.üere! Schmidt im 5. Großherzogl. Hess. Ins.-Regt. Nr. 168, Henn in der Großherzogl. Hess. Tram-Abt. Nr. 18,
** Lbcrhessischer Kunstvcrein. Die seit acht Tagen neue Ausstellung der Sammlungen der Professoren R. Kaiser-München, Luticroih-Hamburg und der Einzcl- werke von E. Paul »nd H. May-Düsseldorf ersreut sich täglich eines sehr guten Besuches. Einig»' dieser Bilder bleiben nur noch kurze'Zeit ausgestellt. Aus der Sammlung Pros. Kaisers wurde auch das Gemälde „Pappeln", Motiv bei München, verkauft und geht nach Frankfurt in Privatbcsitz über.
** D i e Wahlen z u ni B c r s i ch e r n n g s a m t der Stadt Gießen finden am 2t). Juni statt. Es sind zu wählen 12 Beisitzer und zwar 6 Arbeitgeber und 6 Arbeitnehmer Gewählt wird nach dem System der Verhältniswahl. Die Vorschlagslisten sind bis zum 6. Juni ds. Js. beim Vcrsichcrungsamt cinzurcichen. Die Beisitzer zu den Vcrsicherunasämtcrii werden gcwäblt durch die Vorstands- mitgliedcr der Krankenkassen. Außer der Ortskrankenlässe für die Stadt Gießen nehmen die Betriebstrankenkassen, die Bäcker- und Metzgcrinmingskrankeniässc, sowie verschiedene kaufmännische Krankenkassen an der Wahl teil.
** Gewerbcausstellung. Wie man aus dem Besuche der Ausstellung ersehen kann, ist das Interesse der Bevölkerung in stetem Wachsen begriffen. Aus aller- Munde hört man die gleiche Befriedigung. Wie gut der Gedanke war, jetzt eine solche Veranstaltung zu treffen, beweisen die zur Schau gestellten Arbeiten und die Teilnahme des Besuches selbst schon aus entfernten Gegenden. Alle Volksschichten steht man unter den Besuchern vertreten, Handwerksmeister, Landwirte, Lehrer mit ihren Schulklassen, Eiewerbevereine, Industrielle und Schriftsteller von nah und fern. Ganz abgesehen von dem eigentlichen Inhalte der Ausstellung darf man wohl ruhig sagen, es gab in Gießen kaum ein passenderes Ausstcllungsaeländc, als das zur Benutzung gewonnene. Es überrascht allgemein, im an- genchmsten Sinne des Wortes, wie die Ausnutzung der Freiflächen und der Gebäude vorgenommcn worden ist. Die gan.ze Ausstellung ist mit Glück in das Bestehende hineingcbaut und zeigt ein einheitliches geschlossenes Bild von nicht geringer Schönheit. Selbst die „alte Klinik" hat wohl noch nie ein solch freundliches Gesicht gezeigt wie jetzt, da ein frisches gewerbliches Leben seinen Einzug in ihr gehalten hat. Schön heute lassen sich Wahrnehmungen machen, wie belebend diese Ausstellung auf die Gewcrbc- tätigkcit einzuwirken vermag. Die Kauflust ist rege geworden und zeigt sich in allen Abteilungen fast gleichmäßig vertreten. Man sicht daran wieder, sür wirklich gute, schöne und preiswerte Meisterarbciten sind stets, bei geschickter Darbietung, Käufer vorhanden. Das Handwcrt und Kunstgewerbe zeigen Arbeiten von hohem charakteristischem Werte, leine Alltagslösungen und keine Kopien, Arbeiten, welche von der Liebe zur Heimat und deren Eigenart durchdrungen sind und alles und jedes von selbständigen Gc- danlen getragen, erscheint im Sinne moderner künstlerischer Tätigkeit. Auch die Industrie zeugt von derselben Auffassung. Man betrachte nur die ausgestellten Arbeitsmaschinen, die Werkzeuge, die Heizkessel und die Radiatoren: ferner die chemische Industrie, die Töpferkunst, die Glasbläserei, die mechanischen Werkstätten, die Wall- und Lein 'n- wcberei, die Zinngießerei. Sodann das liebliche Idyll „Die Fricdhosslunst", die ttzartenkunst, die Musterbäckerei und bic Wirtschaftsbetriebe wie in „Alt-Hessen" und in der Festhalle. Ja, wenn man dann zu einer kleinen Stärkung sich in den letzteren niedergelassen hat und empfängt die köstlichen Darbietungen eines Vortragskllnstlers, wie Herr Pesch-Mario einer ist, mit seinem schier unerschöpflichen und wirklich reinem Humor, dürfte einem jeden nahe liegen, heute ist es in der Heimat schön und möge es doch immer so bleiben.
" Sonderzngc für die landwirtschaftliche Kreis schau in Schotten. Für die landwirtschaftliche Kreisschau sind zum Sonntag die sonst i»> Winter üblichen Sonderzüge 4184 und 4183 nach Schotten eingestellt worden.
** I m Akademischen Dü rerbund sprach vergangenen Mittwoch Herr Ferdinand Eckhardt vor einem in Anbetracht des Themas bedauerlich geringen Zuhörerkreis über „Aufgaben des Akademischen Dürer- bnndes". Ausgehend von dem Kernsatze des großen deutschen Türerbundes, gemäß dem eine Hebung unserer Kultur vor allem durch künstlerische Bestrebungen zu gewinnen fec, rn welchem Zusammenhänge von Dr. Avenarius der Begriff „Ausdruckslultur" geprägt wurde, kam der Redner aus die ersten Jahre des Akademischen Dürerbundes hier zu fprechen, der vor allem die soziale Seite, die Pflege deck Volksbildung im Sinne der Ausdruckskultur verfolgte. Er zeigte, wie mit dem Abnehmen der ersten großen Begeisterung zum Fortbestand der Bewegung des Akadcmisclfen Bundes die lose, intercorporative Vereinigung aufgegeben werden mußte, und sich somit ein kleiner Kreis von Freunden enger zusammenschloß. Auch verschob sick, das Tätigkeitsgebiet; vor allem wirkte hier mit, daß allmählich auch
junge Leute, 1. und 2. Semester, hinzukamen, so daß die Betätigung im Sinuc der Ausdruckskultur sich mehr auf ben eigenen Kreis beschränkte. Dort fanden fährlich, wie allgemein bekannt, einige össentlichc Veranstaltungen und ge- fchlossene in weiterem Kreise auch weiterhin noch statt. In- zwischen war nun eine mächttge Bewegung aus der dcutschen Jugend hervorgcwachsen, der F-reischar. dre schließlich letzten Eudes zu dem bekannten Zusammenschluß der „Frcideut- schcu Jugend" im Vorjahre aus dem Hohen Meißner führte. Es ist überraschend, wie verwandt sich diese Betvegung der des Alädemisck>en Dürerbundes erweist. Nur ein Unterschied ist von größerer Bedeutung, er liegt darin, daß der Aka- tcmische Dürerbund sich aus dem Besbreben ausbcrut, die Ausdruckslultur zu sördcru, jene andere Bereinigungen aber ausdrücklich immer ihre ÄbsichtSlosigkeit betonen. Dieser seiner besonderen Aufgabe niuß sich aber der Dürerbund durchaus bewußt bleiben, aus der sich für ihn dann seine Einzelausgaben wieder herausentwickeln. In cstner anschließenden Aussprache wurde die jetzige Organijation des Akademischen Dürerbundes hier, der nicht mehr interkorpo- rativ sei, sondern die Studenten von anderen Bereinigungen nur als Gastmitglieder aufnehme, angegriffen, ferner von zwei Herren der Abstand der Freischar bezw. Freideutschen Jugend vom Akademischen Dürerbund betont und schließlich von einem Mitglied des Berliner Alademischen Dürerbundes der dortige Standpunkt charakterisiert, der zu einem Anschluß an die Freidcutsche Jugend geführt habe. Dieser Anschluß wird auch vom hiesigen Akademischen Dürerbund erstrebt, doch schloß die Aussprache nach der Gegenüberstellung der verschiedenen Standpunkte, ohne sich mitsiolchen Zukunftsfragen beschäftigt zu haben.
T c ch ii i k c r t a g n ii g. Anläßlich der Technikertagung wird auch Dr. H ö s l e - Berlin über „Techniker und Bolksivirischast" in der össcntlichcn Versammlung sprechen.
** D i c Gießencr Sektion VI der Hess. «Nafs. B a u g e w c r k s - B e r n s s g e n o s s« n s ch a f t hält^am Sonntag öonmttag in der Wirtschaft Kobel ihre diesjährige Sektions- b c r i a m m l u n g ab, nachdem bereits am Samstag nachmittag eine Sitzung des Sektionsvorstandcs stattgcfundcn hat.
**KleineMittcilungcn. Im Zorn n>ars ein Schlosscr- meister in O b c r l a h n st ei n seinem Lehrling ein Stück glühenden Eisens an den Kops. Die Verletzungen waren so schwe'!, daß der junge Mann nach kurzer Zeit verstarb. — Auf der Höchster Landstraße bei Soden platzte gestern an einem mit fünf Personen besetzten Automobil ein Reisen. Der Wagen geriet dadurch aus der Fahrtrichtung und fuhr mit voller Gewalt gegen einen Baum, an dem er zerschellte. Von den Insassen ivurdc ein Herr Oken aus Essen getütet. Tie übrigen Fahrgäste erlitten leichtere Verletzungen: sic fanden im Höchster Äranken- hansc Aufnahme. Der Führer kam mit dem Schrecken davon.
Landkreis Gießen.
Elektrische Straßenbahn Gießen—Wieseck.
— Wieseck, 23. Mai. Wie nicht anders zu erwarten, gibt sich die übergroße Mehrheit der Wiesecker Einwohnerschaft ke in esw eg s m it dem Beschluß der letzten Ge m ein dcrat ssi tznn g zufrieden. Bereits heute abend 9 Uhr findet im Ziegler'schcn Saale eine ösfentliche Bü r ger v e rsam in lnng statt, um darüber schlüssig zu werden, wie der Ban der elektrischen Straßenbahn doch noch zustande gebracht werden kann.
— Trais-Horloff, 22. Mai Wir werden gebeten,
mätzutcilen, daß die Arbeit in der Tiesbau- u. Baggergesellschaft m. b. H., nur zeitweilig wegen Differenzen mit der Gewerkschaft Friedrich ruht.
— Billingen, 22. Mai Gestern wurde, wie alljährlich, das Waldscst im nahen Borgclbcrg gefeiert. Turner, Sänger und Schüler trugen abwechselnd zur Verschönerung des Festes bei. Pfarrer Köhler wies in einer Ansprache aus die Bedeutung des Voten Kreuzes hin, da bei dieser Gelegenheit die Rotc-Kreuz-Karten und Slb.zcichcn vertäust werden sollten. — Bei der in voriger Woche veranstaltctcn Notc-Kreuz-Sammlung sind 100 Bkk. cingcgangcn.
A Grüriingen, 22. Mai. Einen Verlust von 235 Mark zeigt die Spar- und Lcihkasse im abgeschlossenen Geschäftsjahr: die Einnahmen betragen 216 250 Mk., die Ausgaben 216 485 Mk., der Mitgliederstand besteht ans 75 Genossen.
KrciS Friedbc.g.
A Aus dem Kreis F r i c d b c r g , 22. Mai. Die R c ch - n u n g dcc K r e i s k a s s e zeigt eine ölcsamteiniiahme von 609 496 Mark und eine Ausgabe von 590 862 Mk., so daß ein Kasscnvorrat von 18 633 Mk. verbleibt. Tic Gemcinden hatten einen Beitrag von 307 000 Mk. zu leisten. Ausgegeben wurden: Krankenpilege 42 502 Mark, an Kriegsveteranen 25 625 Mk, für Straßenbauten und ihre Unterhaltung 226 780 Mk., an die Provinzialkasse 139 870 Mk.
m. R o ck en b e r g, 22. Mai. Heute mittag brach in der früheren Klösschcn Wirtschaft hier ein Brand aus. Als das Feuer nach vieler Mühe gelöscht war, fand man bei den Ansräumnngsarbeitcn die Leichen von verbrannten K i n d c r n. Man nimmt an, daß die Kinder in W- wesenheit der Eltern mit Feuer spielten und dadurch den Brand verursachten,
§ Bingenheim, 22. Mai, Die erledigte Lehrer- stclle wurde'dem Lehrer Hugo Maurer, der bisher in Nicder-Seemen war, übertragen. Es waren 16 Bewerbungen cingclausen, — Mannschaften des Telcgraphcnbataillons aus Koblenz übten am Mittwoch in der Richtung Friedberg- Ranstadt und wurden gestern in Reichelsheim und Ranstadt einquartiert,
Kreis Alsfeld,
§ Elpenrod, 22 Mai. Das siebenjährige Töchterchen des hiesigen Lehrers Sch. befand sich bei seiner Großnrut- tcr hier 'in der Küche. Während bie Frau sich zum Keller begab, machte sich das Mud am Herd« zu tun. Seine Kleider fingen Feuer und das Kind rief um H>ilfc. Tic Groß- mutter kam zu spät, da das Kind schon lichterloh brannte. Das Mädchen erlag bald seinen Brandwunden.
Starkenburg und Rheinhessen.
— Darin stadt, 23. Mai. Die Landwirtschafts- kammer Tarmstadt erüsfnci am 1. Juli 1914 den zweiten sünsmonatlichen Hallshaltungskursus sür das Jahr 1914 an ihren Haushaltungsschulen zu Langen und Lindheim. Der praktische und theoretische Haushaltungsunterricht erstreckt sich aus die Anleitung im selbständigen Kochen mit Rücksicht aus die Bedürfnisse des ländlichen und bürgerlichen Tisches, Zube- reilung und Aufbewahrung der Speisen, in der Käsebereitung, Fcdrrviehvslegc, Gartcnwirtsckiast, im Waschen und Bügeln, Rcin- halten des .Hauses, Buchführung. Da in diesem Kurse auch ein sehr gründlicher Handarbeitsunterricht, in welchem das Stricken, Wäsche - Schnittzcichnen, Wäschezuschneiden, Hand- und Ma- schinennähcn. Ausbessern erlernt wird, da seiner auch allgemein bildende Fächer wie Aussatz. Rechnen, Singen, Ge- lundhcitslhere und Krankenpslegc gelehrt werden, ist die Teilnahme an dem Unterricht nicht nur sür Töchter von Landwirten, sondern auch denen des Mittelstandes zu emp- schlen. binzuweisen ist noch auf die gründliche Ausbildung in den lausenden Arbeiten im Obst- und Gemüsebau, besonders auf die Konservierung, das Einmachen des Obstes und der Gemüse. Ebenso werden^ der Ernte und Winteraufbcwahrung des Obstes und der Gemüse große Beachtung geschenkt. Daß zur Erlernung eines so großen Lehrplanes wie des oben angesührten ein mehrmonatiger Lehrkursus notivendig ist, ist als selbstverständlich zu betrachten. Wenn auch in letzter Zeit vielfach kurze Wandcr»


