V C ,’ u vla - ue " 6ftr '" 1 ' SetanTafiuttii brc Kaiserin 'Xugufta 4uio ver fiuifr von Baden schon sei! deni Teutsck-
vrraii^ouU^en .'.triegc inj, auf allen möglichen Oiebielen der Wohl- layrtspslege betätigten -
, , r •jjwifli' Wochen fpätfr, am 10. Dezember 1895, eben TnU3 IM Reichskanzler-Palais unter dem Borsin der Fürstin -lane zu Hohenlvh- Zchi ling-sürii begründeten Dolkshcilstält^n verein-Uom jlioien Kreuz wurde die Ausgabe zugetcilt, vom Stand- ^nn der : ubrrkuIose-Betampsuna aus die vorhandenen Kräfte !deb holen Kreuzes zu sammeln und seinerseits durch Begründung eines Shslrms mustergültiger Tuberkulose (üiurichtungen dem Ro- ten Kreuz auf diesem wichtigen Gebiet eine führende Rolle zu sichern.
Dementsprechend war das Grundvrogramm des Vereins ein Hecht ünifassendes und weitscliaucrches. Wenn man auch, der sozia len Gesetzeslage und den therapeutischen Anschauungen entsprechend, die Errichtung von Heilstätten in den Vordergrund rückte, so wurden bo di von vornherein, schon i in Jahre 1906, eine Ar- DcitZvcrnmteluiigS- und eine Fürsorgestelle für die aus der'Heil- gtätlc Entlassenen, die erste ihrer Art in Deutschland, i» Betrieb orsetzt. 'Als erste Anstalt erstand die für viele andere vorbildlich tiewordene Volksheilstätte vom ssloten Kreuz Grabowsce bei Oranienburg: sie dient 200 tuberkulösen Männern zu Ausnahme.
In Ausführung seiner oben skizzierten Ausgaben ln>t der (Bolksheilstätienverein auch scriierlnu aus ledern neuen Arbcits- gebiet der Tuberkulose-Bekämpfung jeweils die ersten Einrichtungen begründe,. Ms auf dem Tuberkulose-Kongreß 1890 die Gerliner Aerzte Becher und Lcnnhosf die Anregung zur Begründung von Waiderlivlungsstätieu gaben, war es der Volkshcil- lltättenverein, der di? ersten Einrichtungen dieser Art in der Jung fericherde schul. Als dann im Jahre 100.') die Kaiserin Auguste (Siftoria das Bedürfnis von besonderen .Heilstätten für tubcrkulosc- gesährdcic Kinder betonte, ivar cs wiederum das Rote Kreuz, welches die ersten Heilstätten dieser Art in Hohenlpchcn ins Leben ries. Uich als wciterbiü die Arbeitergärtc», Ferienkolonien, See- -heime und schließlich auch die Berussschulen sür. gesundeste Knaben lund Mädchen in den Kreis der Tuberlulose-Einrichtungeu cinzu- fügen waren, trat immer ivieder das Rota Kreuz mit feine» Ver- fuchscinrichiunaen in die Front. Mit iveschem Erfolg, das ist gerade in Hohenluchen ersichtlich, uw aut einem klimatisch bcvorzuglen, fandschaftlich . reizvollen Walbgelände m Lauleder Fahre eine ganze WokiliahrtSkolonie entstanden ist. T'c dortigen Heilanstalten und lBeruisschulen vom Roten Kreuz lühren den Besuchern praktisch vor Auge», wie iuberkulose-bedrolue, früher meist mit dem Sam- tmelnamen „skrofulös" bezeichuele Kinder in ihrer Gesundheit gefestigt und für eincn ihre» körperlichen und geistigen Anlagen möglichst angepaßicn Berus vorgedildet werde». Au die Heilanstalten ist vor Jahresfrist ein Mittelüandssanaiorium sür tuberkulöse Flauen und in allerjüngstcc Feil ein eigenes Krankenhaus mit Schwesternschule angcichlosscu worden.
Ollsc diese Abteilungen und Gruppen des Volkshcilstättcn- pcreins wirken an dem großen Endziel, der Bekämviung der Tuberkulose, ciiic jebc sür lief) nach ihrer Sonderausgabe, und doch olle in organischem Zusammenhang und vereint unter dem werbenden, siegenden Banner des Roten Kreuzes.
Aus ?l(u't «nS funä«
Gießen, 22. Mai 1914.
** Offene Schulstellen. Erledigt sind: die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zn M o - marl, Kreis Erbach. Das Präsentationsrecht steht dem Herrn Grafen zn Erbach-Fürstenau zu. Die mit einem cvang. Lehrer zu besehende fünfte Lehrerstelle zu Beerfelden, Kreis Erbach. Das Präsentalionsrecht steht dem Herrn Grasen zu Erbach Fürstenau zu.
** Belohnung. Wie erinnerlich, wurde am 12. Oktober v. I. ein U e b e r s a l l aus das Automobil eines Gtestoncr Herrn ans der R c h e n r li cf e bei Marburg verübt. Den Bemühungen des Gendarmeriewachknieisters Hesse gelang es, die Uebeltäter sestzuftellen, so daß sie gerichtlich hestrast werden konnten. Daraufhin gelangte dieser Tage nach Eingang der Genehmigung von der oorgesehten Behörde an den genannten Beamte» die von dem 0 b e r Hess i sch en A u I o m o b i l k l u b zu Gießen sür die Ermittlung der Täter ausgesetzte Belohnung von 100 Mk. zur Auszahlung.
** E i n D o p p c l j u b i I ä » in. Heute begeht die Firnia Ludwig D ö l l, Marktstraße, ihr 25jäbriges (st e s ä> ä s t s l >1 b i l ü u m. Gleichzeitig sciert das Ehepaar Ludwig Toll und Frau Meta geb. Schröder das Fest der silbernen Hochzeit.
** Hunde a n die Leine! Wir sind in der Zeit, in der die Tiere im Wald und Feld Nester bauen, Eier legen und Junge zur Welt bringen. Ta kommi der Menich am meisten in diese Reviere und liiit ihm fein Hausgenosse und Begleiter: der Hund, deni man iievevoll einmal gönnen will, sich in der freien Natur auszuloben, ohne Ahnung, welch maßloser Schaden durch dieses unvernünstige Tun ungerichtet wird. Mehr als ein Dutzend im Wald hermnstreistnder Junaeu richtet ein einziger frei hcrumsireiscuder Hund Schaden an, da er das Wild, Nester und Jungen aufspürt, die Jungen hetzt, sängt und zerreißt, das lBrutgeschäst stört und so die ganzen Gelege vernichtet. Bei lltänsigen Störungen sieht sich das Wild aus derartig beunruhigten Gegenden völlig zurück. Wer je einmal gesehen hat, in welch guälende Angst die Muttertiere versetzt werden, wenn sHiinde den Jungen zu nahe kommen oder sie gar hetzen, wird diese Zeilen verstehen und alle» tun, die Fälle zu verhüten. 'Xannn ist cs schon ein Gebot der Menschlichkeit, alles zu ver- »ueiben, was die Tiere stören oder beunruhigen könnte und vor allen« die Hunde an der Leine zu sühren. Man wende nicht ein. daß gewisse Rassen nicht sagen, sie tun es alle, wenn sie Wild, besonders Junge, erblicken. Andererseits gib! es Hunde, die sich zu zweie» und dreien vereinige» und geradezu Treib- sagden aut Wild veranstalten. Sie können binnen kurzem den Wildstand einer ganzen Gegend ruinieren Ein Hund, der sich an das Jagen gewöhnt, gehorcht fefjr bald stillem Herrn überhaupt niäst mehr und ist eine Quelle steten Aergcrs. Vor allem aber macht der Hunoebesitzer sich strafbar, wenn er außer in hundert Schritten Entsernung von Verbindungswegen zweier Ortschaften seinen .Hund fret herum laust» läßt, auch iveiin er niäst jagt. Tie Schneisen und Spazierwege unserer Wälder sind aber mit wenig Ausnahmen — keine solchen Verbindungswege. Ter Hund ist also dort i in m e r anzuleinen. Noch viel unan« 'genehmer kann die zivilrechtliche Schadenersatzklage des Jagd- Pächters werden, zu der dieser berechtigt wird, wenn ein Stück Wild über die Grenze gesagt oder zerrissen wird. Tie Gerichte haben neuerdings erst mit dem steigenden Wert der Jagd und der Jagdpachi immer höhere Schadcncrsatzbeiröge zugcbilligt. Für eine kräslige Rehgeiß wurde z. B. kürzlich der Betrag von 100 Mark noch als zu gering angesehen. Schließlich besteht nach der in den letzten Jahren anerkannten Rechtsprechung kein Zweitel mehr, daß in den Fällen der Gefahr, die dem Wildstande durch hexende oder auch nur gewohnheilSmästig stöbernde Hunde droht, der Jagdpächter zur Selbsthilfe nach $ 225 des bürgerlichen Gesetzbuches berechtigt ist, und die Hunde abschießcn dart. Wer sich also vor Schade» und Aergcr schützen will, leine seine Hunde an, wenn er ez nicht schon aus Mltgesühl mit den Tieren im Wald und Feld lut.
" Sonkursc i» Hesse». Ueber das Aerniögen des Bäcker- nieistrrs Adalbert Lt » d » u g von N o ck e u b e r g ist am 16. Bla, das Konkursversahren eröffnet ivorde . Rechtsanwalt Ohnacker in Butzbach ist zinn Konkursverwalter ernawit worden. Konlurs- lorderuugeu lind bis zum 2. Im 1 1914 bei dein Gerichte anzumelden. Es wird zur Beschlußsassmig > der die Beibehaltung des eriianvlkii oder dtcfWahl eines anderc» Verivalters usw. aul Dienstag, 8. Juni 1814, vormittags II Uhr, vor deu> AmiSgerscht Butzbach Termin an' craiiint. - TaS KonkurSverlahren über den Nachlab des in Jugenheim verlebten LandwiitS Ioban» Heinrich Schäler II. ist nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins aulgehobei, worden. — In dem KonkurSverlahren über daS Vermögen der offenen Handelsgesellschaft Ad, Ehr. Engelbrecht in Mainz ist ,»-
solge eines von den Gemeinschuldnern gemachten Vorschlags zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin aus Touncrstag, 4. Juni 1814, vormittags 3' Uhr, vor dem Amtsgericht in Mainz « n- veramnt. — Das Konkursveriahren über das Vermögen des Metzger-
meilieis Johann Schwarz II. in M a l u z ist, nachdem der im Bergleichsternii» vom 23, April angenommene Zivangsvergleich durch rechtskrä'tigen Beschluß vom 28. April 1314 bestoii.it ist, aid- aehobeu Ivorden. — Ueber das Vermögen der Firma Eduard Danibach & Sie. Alleininliaber Eduard D a n, b a ch, in Ossenbach a, M., ist am 16. Mai das Konkursveriahren eröffnet worden. Der Gerichtiiaralor Johannes N i c d e r b o l zu Lssen- bach ist zum Koiikiirsverwalter ernannt. Konkurssorderlmgen sind bis zinn 30. Juni >914 bei dem Gerichte anzinilelde». Es wird zur Beschliißlafsiinq über die Beibehaltmig des ernamite» oder die Wahl eines anderen Verivalieis nsiv. ans Dannersing, 11. Juni 1814, vormiilaas 10 Uhr, und zurPrülnng der angenieideten Fordernngen aut DonneiSiag, 23. Juli 1814, vormiltags 10 Uhr, vor dem Amtsgericht Lffenbach Termin anberauint.
LanSkrcis Gietzen. r M u s ch e n h e i m . 20. Mai. Ans der hiesigen Bolks- bibliothek wurden im Lause des Winters nahezu 1000 Bande ausgeliehen. Die Höchstzahl an einem Tage betrug 06, die kleinste Zahl ZK Bande: die Gesamtzahl der Bücher beträgt 550. Zur Unterhaltung der Bibliothek tragen bei_bie Gemeinde Mnschenheim, die hiesigen Vereine und die Sparkasse Gießen. Auch von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung wurden eine Anzahl Bände überwiesen.
Kreis Alsfeld.
V. Alsfeld, 20. Mai. In der gestrige» Sitzung des Ttadrvorstandcs lvurde über das K a n o l l s a i t o n s p r o- j c f t beraten, das nach dein Voranschlag der Großh. Kultnr- inspektion Gießen mit 120 000 Mark veram'chlagi ist. Tic Herstellung soll in 3 Losen, jöhrliäi l Los, zur Aussührung koin- änen. Tas von der Knlturinspekiion entworfene Projekt sowie der Kostcnvoransäilag wurden genchiligt und hierbei die Z w a n g s o n s ch l i c ß u n g aller Grundstücke an die Entwane- rung beschlossen, init der Ausnahme jedoch, daß die Abgänge landwirtschastücher Betriebe dem Anjchlußzwange nicht unterliegen sollen. ,
ff M ücke, 20. Mai. Zurzeit wird auj dem hiesigen Bahnbofedie T reppe zum Uehergange über das Schtenen- gleis verlegt, um Raum zu schassen sür die vorgesehene Vergrößerung des Bahnhofes. Diese Vergrößerung schließt sich aus der Ostseile an den bisherigen Wartesaal 3. und 4. Klasse an und wird in nächster Zeit in Angriff genommen.
Kreis Schotten.
H Schotten, 20. Mai. Bürgermeistereisekretär und Kreiskasserechner Sie ul übernimmt am 1. Juni d. I. die Stelle eines Rechners und Geschäslsiührers der Landkrankenkasse sür den .Kreis Heppenheim. An seine Stelle wurde vom Stadtvorstand der Rechnungsgehilse bei der Kreis- und Provinzialkasse in Gießen Wilh. Wiesner angenommen.
Starkenburg und Nheinbessen,
- Bingen, 20. Mai. Am Sonntag tagte der Bezirkstag des Verbau des der unteren Postbeamten (Bezirks- Verein Tarmstabil in Bingen, zu dem sämtliche Ortsgruppen ihre Vertreter entsandt batten, und der auch von Kollegen aus nah und lern zahlreich oesuäit war. Besonders wurde den Fragen, welche sür die wirtschastssche Lage von einschneidender Natur sind, Aus- mertiamfeu geschenkt. Auch die vor der Entscheidung stehende B e s o l d u n g s n o v e l l e sür 1914 gab Anlaß zu einer rege» und lebhasten Aussprache, es wurde allgeniein bedauert, daß die zum Teil schon vor 1909 gestellten und vom Parlament anerkannten Wünsche bis jetzt von der Regierung immer noch nick» angenommen wurden. Es gelangte eine Ent sch liest » n n zur Annahme, in welcher gebeten wird, daß vom Verbände bei allen maßgebenden Jnstanzeii sür die schon bisher geiaßien Forderungen taikrästig mit aller Energie eingetreten wird.
Lanvwirtichaf-,
Gründung des Oberhessischen Schafzüchtervereins.
--- Gießen, 20. Mar. Der LnndwirtschastSkamnier-Ausschuß sür Lberhessen hatte sür Sonntag, den 17. Mai d. Js., im Lenzschcn Fclsenkellcr zu Gießen eine Persainmtung von «chaszüchiern, Schäfern, Jnier- essenien und Freunden der Schafzucht cinöeriisen. Die außerordentlich zahlreiche Beteiligung legte Zeugnis ab sür das lebhafte Interesse, das in vielen Kreisen der landwirisckiasilichcn Bevölkerung nach wie vor der Schashaltung entgegengebracht wird.
Ter Vorsitzende des Landwirischastskainmer-Ausschusses, Herr V reibe II bach, erössnete die Versammlung, begrüßte die zahlreich Erschienenen und hieß insbesondere auch den Verbandsvor- sitzcnden für das Großherzogtilm Hessen, Herrn Joh. Pei. H a r i - m a n n - Michclstadi, willkommen. Der Sekretär des Landwirt- schaitskammer-Ausschusses, Herr Schwarz, wies daraus hin, daß bei den heutigen Konjilnkturen aus dem Fleisch- und Woltmarkte, bei de» wachsenden Ansorderungen, die hsnsichilich der Fleischoersorgung unseres Volkes im Kriege lind Frieden an die Landwirtschaft ge-i stellt werden, der Landwirtschastskammer-Ausschnß die Förderung der Schal,ucht und Haltung in größerem Umiange als bisher in sein Arbeitsprogramm auigenommen habe, daß die Vorurteile über die Schgshasiung, die darin gipfelten, daß die Schafhaltung mit dem intensioen Betriebe nicht mehr vereinbar wäre, fallen müssten, und daß der Staat größere Mittel sür die Ausdehnung der Schas- baltung flüssig machen müsse. Wohl sei auch bisher schon aus dem Gebiete der Schafzucht und -Haltung durch Abhaltung von Versammlungen. Errichtung von Stammschäsereien, Umzüchtuilg des alten Landschases in das „veredelte Oberhessische Landschaf", durch Zuschußgewähriing beim Ankäufe guter Böcke, durch Prämiierung von Schafherden, durch Zulassung von Schasen zu Prämiierungen aus Kreisschauen und dergl. gearbeitet worden. Da aber jetzt 3000 Mk. fttatt bisher 800 Mg. für Förderungszwecke zur Verfügung ständen, sei auch eine Erweiterung des Programms vorgesehen. Zu diesem Zwecke hätten umfassende Vorarbeiten stattgefunden und unter anderem seien zunächst 3 Fragebogen in die Provinz gegangen, die mit wenig Ausnahmen gewissenhaft beantwortet worden seien.
Ter erste Fragebogen erstreckte sich:
1 . aus die G rst nd u n g e i n es Ob er h essi s ch e n S ch a s- züchtervereins: 44 Schäfereien erNärten schon im Frage- bogen ihren Beitritt als korvorative Mitglieder, 22 stellten ihren Beitritt in Aussicht: auch zahlreiche Meldungen von Einzelmit- gliedern gingen ein.
2. auj die Abhalinng eines S ch ä s e r k u r s u s in L i ch im Jahre 1915. Auch hier liefen 60 'Anmeldungen ein, so daß der Kursus als gesichert zn betrachten ist.
3. ans die Anschaiiung von S ch ä f e r w a g e n als Ersatz der bisherigen Schäserhütien. 14 Schäfereien haben mit Unterstützuna des Landwirtschastskammer - Ausschusses derartige Wagen ange- schasst, in 9Schäsereien steht die 'Anschaffung bevor.
Ter zweite Fragebogen gibt Auskunst über die Tienstbe- züge der Schäfer. Hier herrscht eine außerordentliche Mannia- faltigfeit und Verschiedenheit der Entlöhnunq. Bei der Wichtigkeit eines zuverlässigen, berufssreudigen Schäserstandes mahnt der Fragebogen daran, nicht nur zur Erhaltung des jetzigen Schäserstandes beizniragen, sondern neben Unierrichtskursen und dergl vor allem auch durch angemessene Entlöhnung sür eine materielle Hebung des Standes und damit wsieder sür die Heranbildung und Erziehung eines guten Nachwuchses Sorge zu tragen, denn der heutige «chäsermangel, der an vielen Orten die Hauptursache sür den Rückgang oder die geringe Wiederaufnahme der Schashaltung ist, ist — bei der langen Lehre, die ein Schäfer „I seiner Schulung und Ersahrnng durchmachen und bei der Verantwortung, die er für das ihm anveriraute Material und Kapital tragen muß — vorwiegend in der schlechten Bezahlung begründet. Dabei soll die häufig bestehende Schwierigkeit einer Lohnausbesserung infolge der zu schwachen Herden und des geringen Pfercherlöses durchaus nicht verkamst werden.
Mer nicht nur die materielle, sondern auch eine moralisch«» Hebung des Standes soll stattsinden durch Berlekhung von
Dstenstauszeichnungen, Prämien und dergl. Der darauf bezügliche dritte Fragebogen ergab eine große 'Anzahl von Schäfern,
die 15 bis 24, 24 bi-l 35 und über 35 Jahre im Dienste ein und derselben Schäferei stehen. Von dem Landwirischasiskammer-Aueschusse sollen bei der Regierung und dem Landwirischaiilichen Provin- zialvercin Vorschläge sür die Verleihung von Dicnstauszeichnungcii erfolgen.
An diese Aussührunge» des Sekretärs Schwarz schloß sich eine lebhasie Aussprache, linier anderem wurde von Naumann von Bindsachsen angesragt, ob nicht die Einsührung einer rein rassigen Zucht möglich sei. Sekretär Schwarz erläuterte „UN das anzustrebende Zuchtziel und wies daraus hin, baß das einheimische Landschai in Wiiäisigkeit, Frühreife und Fleischleistung verbessert werden solle, daß damit aber eine geringere Wollgnalitäl nicht zu vermeiden sei. Diese Ausführungen landen die lebhasie llnterstüvunq des Kreisvetcrinärarztes Tr. K n e l l - Gießen, der daraus auimerk sam machte, das; gerade das einheimische, bodenständige, gegen Krankbeilen Ividerstondssähige, anspruchslose, ans Klima und Futter gewöhnte Schaf die besten Anssichücn und die sicherste Grundlage sür eine gesunde Schashaltung biete.
Tann folgte die Beschlußfassung über die Gründung des Ober- hessischen Schaszüchiervercins, Anschluß des Vereins an den Verband süddeutscher Schäsereibcsitzcr, Wahl des Vorstandes. Ausschusses und der Bertrauensniänner und Beratung der Satzungen. Nachdem Sekretär Schwär z und Landwirtickiaitslehrkr Tamm auch zu diesen Punlktun über die Organisation des Zweigvcreins, Stellung zu deni Verband süddeutscher Schäsereibesitzer die notigen Erläuterungen gegeben hatten, wurde cinstiininig die Gründung des Lberhessischen Schaszüchtervercins mit dem Anschluß an den Verband süddeutscherSchäfcrci- besitzcr beschlossen. Es ivurden in den Vorstand ge- ivählt: Oberverwalter Blick senffchütz Lich als Vorsitzender, Landwirtschastslehrer T ajit NI - Lick; als stellvertretender Vorsitzender und Gcschäslssüdrer, Schäfer Kl a us - Villingen als Beisitzer. Karl F i s ch e r - Bettenhausen als Rechner Als 'Anssckwßmitglie der: Für den Kreis Als selb: Heinrich Geiß II., Windtzausen. Heinrich Henkel, Angenrod: für de» Kreis Büdingen: Beigevrd netcr Schick, Diebach, Georg Theiß, Ober-Widdersheim : für den Kreis Gießen: Philipp Seiber I II., Hungen, Bürgermeister Fendt, Hungen: sür den Kreis Friedbcrg: (Kutspachter Leipold, Mnnzcnbcrg, Jost Viehs, Fauerbach v. d. H.; sür den Kreis La u- i c l b a d): Bürgermeister Jost, Bermuthshain, Johannes Weber, Heblos: tür den Kreis Schotten: Wilhelm Hahn I., Stum vertcnrod, Fritz Ziinmermann, Götzen und Krcisvcierinärarzt Di.
K n e l l, Gießen.
Die Wahl der Bertrauensm,inner soll durch die Ortsgruppe^ alsbald vorgenommen Iverdcn. Nach Wabl des Vorstandes übergab Herr B r e i d e n b a ch Uilit den besten Wünschen sür die weitere Entwickelung des neuen Vereins den Vorsitz an Herrn Büchsen- schütz- Lich, der fiir sich und die gewählten Herren der Vcriamm IiiNg den Danik sür das bewiesene Verirauen aussprach Die durch einen Ausschuß vorbereitete und von dom Verband iüddeutscher Schäsereibesitzer guigeheißene Satzung wurde verlkseu und mii einigen Zusätzen einstimmig angenommen. Der Anschluß an den Verband Iüddeutscher Schäjercibcisitzer mit dkm Sitz in Stuttgart, der 3000 Mitglicoer aus Baden. Wüstemberg, Bauern, Elsaß-Lothringen, Hohenzollern, Hessen nsw. umfaßt, wurde gutgeheiße», ui» eine nadtdrücklichere Vertretung und Förderung der gesamten Schashalterci zu gewährleisten, und um den Mitgliedern eine wöchentlich erscheinende Fachzeitschrift zur Versüguna zu stellen. Es sotgie mm die AninaHme der schon anqemetdeken korporativen und Eiilzeluritglieder, neue Anmeldungen wurdcn ent- gcgengenommen und die Ausnalmie beschlossen.
Die Arbeitsgebiete und Ziele, die vom Verein zunächst an<tk- strebt werden sollen, werden folgende sein: 1. Engste 2lrbeitsgemein- schast mit dem Landwirtschostskaminer-Ausschuß. 2. Abhaltung von Versammlungen und Borträgen. 3. Aufklärung und Beseitigung bestehender Vorurteile gegen bie Schashaltung. 4. Verbreitung des Berbandsblattes lEuddeutsche Schäsereizeitunql. 5. Wahrung aller Standesinteressen. 6 Erhaltung und Verbesserung von Tchasweiben lOedland. Waldweiden, Straßenweiden, Ausscheidung von Weidegelände im Feldbereinigungsoersabre,,!. 7, Mitwirkung bei der Durchführung des^abgeänderien Körgesetzcs. 8. Vermittelung bes Austausches von^ Schafböckcn. 9. Umwandlung von Gesellschaften in Goineindeschäsereien, wo ein Bedürfnis vorliegi. 10. Einsübrung von Journalen zur Nachiversung der Rentabilität der Schafzucht durch die Schäfer zu führen-. 11. Verbrestung der Preis- Notierungen des Franksurter Marktes unter den Interessenten.. 12. Beick-ickung. von Ausstellungen. 13. Verbesserung des 'Absatzes: Hebung des Fleischkonsums. 14. Weitgehendere Berücksichstgung der Schafzucht im landwirtschaftlichen Unterricht usw. 15. Whal- tung von Preishüien. Bei der Verfolgung dieser Ziele wird es nicht zu umgehen sein, daß alle diese Maßnahmen den an den Verein angeid-lossenen Schälereien und Mitgliedern zugute kommt.
— Znchtviehauktion zu Alsfeld. Die 6. Ober- hessische Z u ch t vie h a u ktiv n , die am 29. Mai in Alsfeld abgehalten wird, wird mit 138 Simmentaler Bullen, 12 Ksihen lind Kalbinne», 14 Edellchwein- und 2 Landschweinebern beschickt. Während früher das Beschickungsgebiet räumlich begrenzt war, erstreckt es sich jetzt aus die ganze Provinz Oberhessen. Die 138 Bullen verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Äveije: Alsfels 77, Lauterbach 29, Gießen 14, Sdiotten 7, Friedberg 6 uno Büdingen 5 vliick. Das wechliche Zuchtmaterial stammt aus dem Kreis Alsfeld, die Eber gehören Oberhessische» Schweinezud-lvereinen an. Von den Bullen besitzen 97 Tiere das körfähige Alter: sie werden nur zur 'Auktion zugelassen, wenn sie den Anforderungen des Äd:eiskörausschusscs genügt haben bczw. vorher gekört worden sind. Auch die Zulassung der jungen Bullen und sonstigen Zuchttiere hängt von einer vorherigen Begniachtting dc§ .Kreiskörausschusses ab. Alte Tiere find gekennzeidinei und in die Herdbücher des Landwirtschafts kammer. Ausschusses in Gießen eingetragen. Kataloge und Ab- staminungsnachweise sind vom Landwirtschastskammer-Ailsschuß erhältlich.
kirchliche Nachrichten«
Israelitische kkeligionsgemeindc. Sottesdieiist in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag, den 23 Mai 1811: Vorab enb 7.45 Uhr.
Morgens: 8.38 Uhr.
Slachmittags: 3,30 Uhr. JngenbgottcSdienst. Sabbatausgang: 9.49 Uhr.
Israelitische Keiigionsgesellschaft.
Gottesdienst.
Sabbatteter am 23 Mai ISI4: Freitaa abend 7.55 Uhr.
Samstag vormittag 8,98 Uhr.
Samstag nachmittag 4.88 Uhr.
Eabbat-AuSgang 9.18 Uhr,
Wochengottesdienst: Morgens 8.88, abends 8.19 Uhr.
Bon Bielefeld in alle Welt gehen täglich hundert- tausende von Päckchen von Tr. O c t k c r ' s F a b r l'k a t c n Sie sind nicht nur in Deutschland, Schweiz, Oesterreich Rußland, Italien und anderen europäischen Staaten vertreten sondern auch in weltentlegenen einsamen Farmen des brasilianischen Urwaldes und den afrikanisd-cn Sicpven sind Dr. Lctker'S Fa- brikatc und Dr. Octker's Rezepte ständig in Gebrauch Für die Qualität der Marke „Oetker's Hellkops" ist dieser Weltruf der beste Beweis. Mlc Bäckereien, die mit Dr. Oetker's Back in". Backpulver hergestrllt werden, gelingen vorzüglich. "'Nahrstofsc, wohlschmeckende Puddmgs bereitet man aus Tr. Oetker's Pud- dingpulvcr, und Dr. Oetker's V a n i I l i n zu ck e r gebraucht Kran zum Du.rzen von Süßspeisen aller Art anstelle der teuren Panille. Dr. Oetker's Fabrikate sind überall, das Päckchen zu 10 Psg., zu haben. Rezeptbücher werden in den Geschäsicn gratis verabfolgt. hv”/s.


