Ausgabe 
18.5.1914
 
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tpegen des in Nieder-Jngellieim neuerdings fcftgcfteHten iyaile§ von Mnul- und Klauenseuche über die biesiqen Märkte verhängt.

Hessen-Nassau.

ff Marburg, 16, Mai. Der Abdeckereibcsitzcr Gary beabsichtigt bekanntlich auf Drängen der Stadt Marburg, seine» Geschäftsbetrieb nach einem.Gelände bei dein Torfe Güttingen zu verlegen. Gegen Kiesen Plan haben die dortige Gemeinde und sonstige Interessenten Einspruch erhoben. In einer gestern hier abgehaltenen Kreisaus- schustsitzung wurhe dieser für berechtigt erklärt.

X. Hanau, 1& Mai. Zwei - tödliche Unglücks- sälle haben sich in Hanau und in der Nähe zugctragcn. In den deutschen Klinker- und Ziegelwerken zu Meeryolz lain^ beim Brechen von Steinen der Italiener Angela zu Fall und stieg sich dabei den Stiel seiner Hacke in den Unterleib. Im Landkrankcnhause zu Hanau ist er an den erhaltenen schweren inneren Verletzungen gestorben. In der Lagerhalle des Hofbrauhauses Hanau wurde der 55jährige Fahrbursche Eichhorn von seinen eigenen un­ruhig gewordenen Pferden durch einen Huischlag in das Gesicht und in die Schläscgegend getroffen. Er war sofort tot. Die Sammlung für das Rote Kreuz hat in Hanau durch den Verlaus entsprechender Abzeichen etwa 6800 Mk. ergeben.

X Gelnhausen, 16. Mai. In der heutigen Stadt- verordnctensitzung wurde vom Bürgermeister Tr. Schmidt Kenntnis gegeben von den der Stadt Gelnhausen zugesallenen Stifunaen der in Hanau verstorbenen Rentnerin Frl. Marie L i n d e n b au e r. Tie Stadt Geln­hausen hat 18000 Mk. als Stiftung zur llnterstüpung in Olelnhuscan wohnhafter hilfsbedürftiger Personen, auster­halb der Armenpflege, erhalten, ferner ein Zwanzigstel des Nachlasses zur Errichtung einer Unterstützungskasse für Arme. Die Höhe des Nachlasses der Verstorbenen ist auf 1800 000 Mark zu schätzen, so daß die letztgenannte Stiftung etwa 90000 Mark betragen wird.

-s-Eschwege a. d. Werra, 17. Mai. In dem benach- barten Großalmerode kam gestern nachmittag ein lOjähriger Junge mit dem infolge einer Reparatur am Boden liegenden Leitungsdraht einer Starkstromleitung in Berührung und wurde sofort getötet.

Landwirtschaft.

F. Schotten, 15. Mai. Gestern fand unter dem Vorsitz des Krcisrats Tr. Merck die diesjährige Hauptversammlung dcS land wirtschaftlichen Bezirksvercins Schotten statt, die sich zahlreichen Besuches erfreute. Der Verein hatte im Jahre 1913 einen Umsatz von 31 796 Mk. für den gcmemschast- lichcn Tüngcrbczug, an dem sich die meisten Gemeinden beteilig­ten, wurden 15 019 Mk. verausgabt. Der Voranschlag sür 1914 ist in Einnahme und Ausgabe auf 1239 Mk. festgesetzt. Für die Kreisschau in Schotten am 23. und 24. Mai l. Js. wurde ein Ehrenpreis von 100 Mk. bewilligt. Dem Kreisrindcrzncht- vercin Schotten für Vogelsbergcr wurde für Jungviehaufzucht- prämicn ein Beitrag von 100 Mk. gewährt. Für die Kreis- haushaltungSschule wurden 400 Mk., für Prämiierung von Dienst­boten 30 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Arbeiten, die zur Turch- sührung des Düngerbezugs erforderlich tvarcn, wurden von Herrn Gutsbesitzer Theodor C c l l a r i u s - Schotten, dem stellvertreten­den Direktor des Vereins, übernommen, wofür ihm der Vorsitzende den Dank der Vercinsmitglieder aussprach. Mit Ende dieses Mo­nats scheidet der bisherige Vereinsrechner S t e n l wegen Weg­zugs aus dem Verein aus. Für seine gewissenhafte Geschästs- sührung drückte ihm der Vorsitzende, Kreisrat Dr. Merck, seine Anerkennung und dm Tank des Vereins aus. Der Vorstand wurde ermächtigt, die Stelle des Rechners selbst zu besetzen. Hieraus hielt Sekretär Schwarz vom Landwirtschaftskammerausschust Lbcrhcssen einen Vortrag über Hutwcidcn Meliorationen

im Kreise Schotten, der mit grobem Interesse ausgenommen wurde. Zuni Schluß verbreitete sich der Vorsitzende, Kreisrat Dr. Merck, über die Frage der Feldbereinigungen im Kreise Schotten, woran sich eine lebhafte Aussprache ansckstost. Nack der Versammlung fand ein gemeinsckmitliches Eisen der Versammlungs­teilnehmer im GasthausZum PosthäusrMn" statt.

ver prinz-HcinriH-Zlug.

h. Bon 41 Fliegern, die sich sür den Prinz-Heinrich-Flug 1914 gemeldet hatten, starteten heute srüh in Darmstadt, dem Ausgangspunkt des Fluges, 25 Flieger für die erste Etappe DarmstadtStraßburg-Frankfurt, 19 Flieger legten dir 400 Kilo­meter lange Strecke glatt ohne jeden Unfall zurück und landeten im Lause des Vormittags auf dem Frankfurter Flugplätze. Leider forderte der erste Etapvenilug ein Opfer. Bei Herren alb im Schwarztvald stürzte das Flugzeug 19 ab. Während der Führer, Leuwant W a l tz , unverletzt blieb, fand der Beobachter Leutnant Müller den Tod durch Verbrennung. Notlandungen mußten vollziehen Flugzeug 14 (Oberleutnant Emrich und Ober­leutnant Leonhard» bei Bruchsal, Flugzeug 28 iPaschcn imd Leulnant Eren dt) be, Olernhcim a. Rh. Außerdem stürzte das Flugzeug 16 bei Gernsheim im Schwarzwald ab und ging in Trümmer. Tie Flieger, der bekannte Leutnant »an Hidesten und Leutnant Müller blieben wie durch ein Wmider unverletzt. Flugzeug 25 ging bei Mannheim infolge Notlandung nieder.

Die Landung der übrigen Flieger vollzog sich in Frankfurt glatt. Nur Nr. 29 (Führer Schlegel) machte mit seiner Mer­cedes-Taube einen Kopssturz und zerbrach dabei de» Propeller. Es landeten und starteten hier sür die zweite Etappe Franksurt KölnFrankfurt folgende Flieger:

Sir. Flieaer Beobachter Landung in Fraoksurl

3.

Obrl, Haipelmann Obrl.Zinnner-Vorhans 9 Uhr 22 Min, öS Sek.

4.

Obrl. Ioly

Obrl Feleity

9

23

. 42 .

Cbrl. Kaüner

Obrl. Niemöller

9

32

. 17 .

6.

Obrl. Kolbe

2t. Rohde

9

1"

. 04 .

7.

Ctnl. Ladewig

2t, Trenkumnn

9

9

. 56 ,

8.

2t. Pfeiler

Obrl. v. d. Hagen

9

. 09 .

9.

Bretzel!

2t. Meifcher

9

7

. 05 .

10.

Cttl. o. Beanlie» bptm Kocrdk

8

18

11.

2t. Boude

2t. Aiüller

9

29

. 53

12.

2t. i). Buttlar

» v. Schröder

9

14

. 41 .

15.

Cbil. (Äeyer

, Kühn

9

20

07 .

12.

2t. Schlemmer

Obrl.- König

9

86

. 25 .

18.

u. Thima

2t, v Kleist

8

32

20.

. Deutscher

Obrlt. Bogel v. Falkeustein

9

3)

' 20

27.

Kruutsiek

2t. Blaaeiuann

9

22

29.

Schlegel

0 Svaug

9

40

34.

Schauenburg

r H»lg

9

03

38. Viktor Stoeffler

r Kraule d'Bvis

8

g

25

39.

T Helen

öauvtinaiin Gheibel

11

03

25.

Friedrich

Oblt. Beters

8

1 0

. abds.

Auch die zweite Etappe, die von Frankfurt über Wiesbaden, Koblenz nach Köln und zurück über den Westerwald nach Frank­furt führte, verlies nicht ohne Unfälle. Bei Mainz stllrzie das Flugzeug 6 ab und verbrannte. Der Führer, Oberleutnant Kolbe, blieb unverletzt, dagegen erlitt sein Begleiter, Leutnant Roh de vom Fustarr.-Rcg. 7, sehr schwere Verletzungen. Leut­nant Pfeifer wurde aus der Hinfahrt bei Georgenborn (Taunus) mit dem Flugzeug 8 flügellahm. Sodann zwang ein Benzinrohr­bruch den bekannten Flieger S t o e s s l e r bei Eschenrod im Taunus zu einer Notlandung. Den aus Köln zurückkchrcndcn Fliegern wurde aus dem Flugplatz Franksttrl von der großen Zuschauer- mcnge ein stürmischer Willkommcngruß zuteil. Prinz Heinrich von Preußen weilte nachmittags kurze Zeit aus dem Platze, NM dann wieder nach Darmstadt zurückzukehren, Leutnant Waltz, der bei Herrcnalb abstürztc, wobei sein Begleiter den Flammentod fand, traf hier ein und erstattete sofort dem Prinzen Bericht. So­dann begab er fich in das Krankenhaus.

Die Organisation für rasche Hilfeleistungen bei etwaigen Un­fällen hat während des Fluges ein ganzes Netz »an Kraftfahrzeugen und Motorrädern über den Bezirk ausgespannt, die in wenigen Augenblicken an jeder Unglticksslelle erscheinen können. In Frank­furt standen allein 30 Automobile mit Acrzten und Sanitäts- mannschastcn zur augenblicklichen Ausfahrt bereit. Nur die Presse­

vertreter konnten sich einer besrncheren Fürsorge nicht erfreuen. Sie dursten den Startplatz nicht betreten, während dies. zahlreichen anderen Personen, besonders Damen, die dienstlich. dort gar nichts zu tun hatten, ohne weiteres gestattet Ivurdc. Im erfreulichen tffegcnsatz hierzu wird aus Darmstadt berichtet, daß man dotck, wie im vorigen Jahre ;. B. auch in Gießen, dm Journalistm den Zutritt zu allen Plätzen bereitwilligst gestattete. Ebenso war der Frankfurter teleplwnischc Nachrichtendienst sür die Presse sehr mangelhaft eingerichtet. Es stand nur cm Fernsprecher zur Verfügung, und dieser stinktioniertc meistms nicht.

Frankfurt a. M, 17. Mai. Oberleutnant Kolbe, der um 10.18 Uhr von Frankfurt nach Köln wcitergeflogen war, ist auf dein Rückfluge nach,Frankfurt bei Hechlsheim bei Mainz abgcskürzt. Der Führer blieb unversehrt, der Beob­achter Leutnant Rohdc erlitt schwere Verletzungen. Der Apparat geriet in Brand.

Köln, 17. Mai. Die K ontrollsta tion aus der Werkbundausstellung haben bis 2 Uhr nachmittags vierzehn Flieger überflogen,.die dort ihre Meldetaschen abgewvrsen haben. Fünf von ihnen landeten dann auf dem Kölner Flugplatz Butzweilcrhos, während die übrigen ohne Landung sofort nach Frankfurt a. M. zurückkehrten. Im Laufe des Nachmittags haben die fünf hier gelandeten Flieger ihren Weiterflug nach Frankfurt a. M. fortgesetzt.

Sport.

Kiel, 16. Mai. Bei der Zweiten Berbandswcttfahrt des Kaiserlichen Jachtklubs aus der Kieler Föhrdc siegte in der A l-Klaffe der neueMeteor" des Kaisers vorHam­burg" undGerniania". In der Klasse der alten Jachtm erhielt Kaum" den erste»,Aar" den zwcitm Preis. In der 19 Meter-Klasse erhieltWcndula", in der l5-Mctcr-KlasseJsa- bella Alexandra", in der 10-Mctcr-KlassePcsa", in der 8- Metcr- KlasseUltra" (ging allein über die Bahn) und in der 5 Meter-KlasseMaja" den ersten Preis.

vermischte».

* Zedernsch Windel. In den achtziger Jahren des vorigen Jalnhunderts hat Rustchm Pascha als Gouverneur im Libanon z»nr ersten Mal in der alten Welt die Idee der Naturschutzpark - bcwegung zur Tat gemacht, indem er dmZedcrnhainSolomons" als unantastbares Naturdenkmal erklärte. 'Andachtsvoll und ver­ständnisinnig lächelt über diese Großtat, wer in der Geschichte des Orients beschlagen ist. Der Tianatempcl in Ephesus und Salomons Bauten, das berühmte Zcdcrnöl, der Bücherschrcin der Römer, die wohlriechenden Zedernharzc: mit wenigen Schlag- Worten leuchtet die Herrlichkeit dieses Baumes auf. DerGcgen- wartSmcnsch denkt zunächst an seine Zigarrenkiste und an dm Bleistift, Da ist es nun nicht unintcressaitt, zu erfahren, daß dar Zedcrnhal, sehr weich und leicht ist, sich zu Bauzwecken kaumi verwenden läßt und keinerlei schätzenswerte Eigenschaften besitzt. Salonron hat seinen Temvcl mit irgend einem Konifcrenbolz ge­baut, das Zedernöl gcwaim man aus dem abessinischcn Lebens­baum. wohlriechende Harze stammten vvn einem Wacholder. Das Gravbit des Bleistifts umschließt eine HüNe aus Holz vom virgi« Nischen Sadebaum und die edlen Havannaimporten sind in Äist- chen aus lZedrclaholz verpackt, das gar von einem Laubbaum stammt. Die Zedern des Libanon wiegen sich im Wind; sie sind es nicht, die die Menschheit belogen haben. : >_

Amtlicher Wetterbericht.

Ocsfentlicher Wetterdienst» Gießen. Wetterausfichte» in Hessen am Dienstag, den 19. Mai 1914 : Wechselnde Bewölkung, vielst trocken, warm, zeitweilig auffrischende ordöüliche bis östliche Wliide.

von Mk. 1.35 an per Meter, in allen Karben. Franko und »cbon ver­zollt inß Haus geliefert. Reiche MusterauSwahl unigehend. 241V

G. Henneberg, vofl. I. M. d. deutschen Kaiserin, Zürich.

Bekanntmachung.

In unser Handelsregister Abt. A wurde heute bezüglich der Firma Guido Günther in Wieseck ein­getragen: Die Firma ist erloschen. 6224 0

Gießen, den 14. Mai 1914.

Grostherzogliches Amtsgericht.

Danksagung-,

Alle die noch Ansprüche an den Nachlaß des verstorbenen Fräulein Susanne Weidig,

Gießen, Neustadl haben, ersuche ich, dieselben innerhalb 14 Tagen bei mir geltend zu machen. Später einlaufcnde Forderungen können nicht niehr berücksichtigt werden.

«x. Apotheker Müller, Gelnhausen.

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