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M. 1(4

Dritter Blatt

Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSießener LainlllendlStter" werden dem .Anzeiger' viernral wöchentlich beigelegt, das Krcisblatt fSr den Kreis Stehen" jroeimol wöchentlich. Tierandwittjchaftlichen Scit- iragen" erscheinen monallich zweimal.

Jahrgang

Gichemr Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhejfen

Samstag, lb. Mai l 9 l 4

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts - Blich- und Steind^uckereu R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- siraße 7. Expedition und Verlag: e-^Kbl. Redaktion: 112. Tel.-Adr.:AnzergerGleßen.

Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus.

Berlin, 15. Mai.

Die gestern zurückgestellte endgültige Gesamtabstimmrrng über den Gesetzcnnvurs betr. die Dienstvergehen der Beamte» der Orts-, Land- und Jnnungskrankenkasien heute nachgeholt worden. Sie ergab Annahme des Entwurfs. CZ sollte die Vorlage über den Berliner Opcrnhausneubau die, wie vorauszusehcn war, eine lange und lebhafte -tussprach- entfesselte, in deren Mittelpunkt der Hosfmannschc Entwurf stand, für den die Regierung eintritt und den. wie der ?lbg. Freiherr v. Malhahn (Könsft aussührte, die Konservativen ausgefühn wissen wollen, obgleich auch sie nicht alle davon begeistert sind Scharfe Kritik erfuhr dieser Entwurf indessen durch den Abg Fritsch (Natl.), der beantragt, die zum Neubau des Opern- Hauses als erste Rate angesorderten 500000M1 obzusetzen und aufs neue die Königl. Mademie des Bauwesens zu hören, während ein Antrag.des Budget-Ausschusses einen Kompromiß darstcllt, dahin- lgchend, daß die Akademie lediglich über Einzelheiten gehört wer­den soll. Gegen diesen Antrag des Ausschusses ist auch der Abg. Linz (Ztr.), dem der Hoffmannsche Entwurf ebenfalls nicht be- hagt. Dagegen tritt Minister v. Breitend ach für ihn ein. während er das Daus säst beschwört, den Antrag Fritsch abzu­lehnen. Die Frcikonservativcn sind sich in dieser Frage nicht einig, wie der Abg. Dr. Rcwoldt zugibt, und auch in der Bolkspartei ist man recht verschiedener Meinung, trotz der Nach­drücklichkeit. mit der der Abg. Rosenvw sür die Ausführung des Entwurfs eintritt. Auch der Geheimrat Saat«» bemühte sich, dem Hause den Entwurf noch einmal in den schönsten Farben zu schildern. Aber es war vergebens. Der Antrag Fritsch wurde mit den Stimmen der Nationalliberalen, des größten Teils des Zentrums, der Polen, eines Teils der Freikonservativen und eines Teils der Fortschrittler angenommen. Damit sind die 500000 Mark als erste Rate abgesetzt und die Beschlüsse des Budget- Ausschusses hinfällig geworden. Herrn v. Breitenbach dürfte dieses Ergebnis sehr unangenehm sein, zumal der Hosfmannsche Ent­wurf den Beifall Sr. Majestät hatte.

Beim Nachtragsetat betr. den Neubau des Finanzmini­steriums handelt es sich um die bekannte Grundstücksgeschichte, die auch den Reichstag schon wiederholt beschäftigt hat. Mit der Vorlage soll zunächst ein Wunsch des Abgeordnetenhauses erfüllt werden. Der Abg. Adolf H o f fm a n n (Soz.) spricht wieder des langen und breiten über die Grundstücksspekulationen des Herrn von Winterfeldt, findet damit aber weder bei dem Finanzminister Dr. L e n tz e noch beim Hause Anklang. Dev Nachtragsetat wird genehmigt. Nachdeni dann auch noch das Etatsgefetz für 1914 genehmigt war, war der Voranschlag in zweiter Lesung erledigt.

Es folgen die Anträge, die sich Mit dem durch die Sturm­fluten der Ostsee verursachten Notstand und den entsprechen­den Abhilfemaßnahmen beschäftigen. Die Regierung gedenkt sich in mir verhältnismäßig bescheidenem Umfange an der Hilfsaktion zu beteiligen. Ihre einschlägigen Erklärungen befriedigen daher das Haus nur mäßig. Dem gibt namens der Nationalliberalen der .Abg. Dr. L e v v Ausdruck, und auch die Rechte findet cs nach einigem Schwanken richtiger, für den Ausschußantrag einzutrctcn, den die Regierung für unannehmbar erklärt hat. Präsident Grats p. Schwerin-Löwitz kann alsdann feststcllen, daß das Haus einstimmig dem Ausschußantrag zustimmt.

Der Präsident wollte mit der dritten Lefmig des Voranschlags bereits Morgen .beginnen. Tos paßt aber den Fortschrittlern, Sozialdemokraten, Polen und 'Dänen nicht, und so mutz sich das Haus bis zum Montag gedulden.

Die Rede des Staatssekretärs v. Iaqow.

Wien, 15. Mai. Die Blätter besprechen die Rede des Staatssekretärs v. Jagow- Das'Neue Wiener Tage­blatt" schreibt:

Eine kräftigere und entschiedenere Manifestation des Drei­bundes kann man sich nicht vorstellen. Nach den Besuchen des deutschen Kaisers in Wien und Venedig, nach der Entrcvue in Mazz-ia und nach dem letzten Expos« des Grafen Berchlold iu den Delegationen ist die Rede Jagows gewissermaßen der letzte starke Pinsclstrich an dem nun sertiggcstellten Bildnis der inter­nationalen Situation, däs als Aufschrift und Titel die Worte trägt, die Gras Berchtold und v. Jagow, die vollständige Ilebcr- einstimmung ihrer Anschauungen auch darin bezeugend, gebrauchen: Allgemeine Entspannung. Das Blatt heißt sodann den ener» grschen Ton Jagows gegen die pa n sla wisti s ch en HetzerinRußland gut uüd hebt hervor, daß diese Worte nicht dem offiziellen Rußland und der russischen Regierung gelten. Das Blatt schließt: v. Jagow hatte Recht, als er stolz im Be­wußtsein der Anfrichtiqkei! der Politik Deutschlands sprach.

DieNeue Freie Presse" betont, daß Jagow eine offene Sprache gegen den hetzenden Panslawismus führte und konstatiert erfreut, daß der Staatssekretär die Gemeinschaft der Dreibundmüchle in einer Form betonte, die wieder einen starken Beweis für die Nnigkeit zwischen den drei Staaten bilden.

Auch die ungarischen Blätter besprechen die Rede des Staats­sekretärs von Jagow rn überwiegend günstigem Sinne.

Paris, 15. Mai. TerPetit P a r i s i e n" schreibt: Die Erklärungen des Herrn von Jagow bekräftigen zunächst das jüngste Expose des Grafen Berchthold. Sie .zeigen, daß der allgemeine Zustand Europas sich gebeisert hat, daß die Fricdcns- elcmcnte stärker sind als die kriegerischen Faktoren und daß die beiden großen diplomatischen Kombinationen Europas sich be­mühen, den Krieg fcrnzuhallen. Der Staatssekretär hat sodann von hoher Courtoisie gegen Frankreich, Rußland und England erfüllte Worte gesprochen. Die ironischen Watte, die er bezüglich der benissmäßigen Alldeutschen gesagt hat, werden vielleicht deren Eiter etwas mäßigen. Jedenfalls stellt diefc Aeußerung eine Miß­billigung der alldeutschen Propaganda dar. Die Antwort des Unterstoatssekretärs Zimmermann bezüglich der Fremdenlegion erscheint als eine Zurücklvcisung der von den chauvinistischen deutschen Vereinigungen gegen die französische Regierung gerich­teten Angriffe und ist unleugbar in korrekten Ausdrücken abgcfatzt. DieR«publique f r an c a if e" schreibt:

Die Kundgebung des Staatssekretärs ist in ihrer Gesamtheit durchaus befriedigend, wenn auch wenig sensationell. Damit sie ihren ganzen Wert hat, ist es notwendig, daß die deutsche Presse sich die sehr weisen Worte zunutze macht, die Herr v. Jagow über die Franzosen gesagt hat.

DerR a d i c o t" schreibt:

Die Bemerkung des Staatssekretärs über die Offiziere des Ruhestandes, die.von Zeit zu Zeit mit dem Säbel rasseln, scheint uns noch dein Tag der Verurteilung des General Keim besonders bemerkenswert- Mag sie von allen Zeitungen jenseits des Rheins gehört werden.

Die türkische Thronrede

die wir zum Teil schon mitgeteilt haben, führt zum Schluß noch folgendes aus:

Int zweiten Kriege zeigten unsere Truppen durch ihre Bravour und Widerstandskraft der Welt, daß unsere Nation die von den Vorfahren ererbten männlichen Tugenden sich erhalten hat. Mahmud Schellet Pascha richtete mit der ihn charakteri­sierenden Energie seine ganze Tätigkeit darauf, die Armee cin-

ruüben und auszubilden und die Ausrüstung und Derpslegung -er Armee in dein notwendigen Maße zu ergänzen, als er einem attischen Attentat zum Opfer fiel. Die Thronrede erwähnt dann -er, Krieg zwischen den Balkan verbündeten und rhrt sott: Unsere Truppen rückten vonvätts, vertrieben den veind von den Ufern des Marinara-Meeres und konnten tzldria ropel wieder erobern. Die moralischen Konseguenzen dieser Er- ügnisse übcrtrasen an Wichligkeii die materiellen. Das Innere unseres Reiches sühli ein Wiederausleben und ist; voller Hoswung iiiid Begeisterung- Die UeberraschlMg des ?lus andes ist einem vollständigen Derttauen gewicktz-». Die Thronrede widmet sodann den im Kriege gefallenen Soldaten ein ehrendes Gedenken und 'ährt fort: Durch das Londoner Protokoll ist das Schicksal der Inseln des Archipels der Entscheidung der Großmächte gemätz ihrem Wunsche unter dem Vorbcluilte überlassen worden, dal! der gesichette sriedlichc Besitz Anatoliens berücksickstigt bleibt, über der Jnhall der späterhiii von den Großmächten der Psorte ubcrrcichten Note ließ uns mit Bedauern seststcllen, daß man Griechenland die Inseln überließ, deren Besitz uns am notwendigsten ist, um die Ruhe und Sicherheit zu genießen, deren Fr zur Entwicklung Anatoliens bcdürscn. In Antwort aus diese .4oie Hot meine Regierung die Gründe auseinandergesktzt, die es unmöglich machen, diese Entscheidung a»zunelm>eu. Sie hat bekannt gegeben, daß, obwohl sie den Wert der Aufrechterhaltung! des Friedens sür unser Reich anerkenne, sie keinerlei Anstren­gungen unterlassen werde, um zu ihren Rechten zu gelangen. Ich hoffe, daß es gelingen wird, die Frage in friedlicher Weise, ent- ivrechend unserem Standpunkt und unicrcn wesentlichen Interessen zu lösen. Es ist nicht zu zweifeln, daß Italien demnächst die Inseln zurückstcllen wird, deren Räumung und llebergabe an uns der Lausanncr Bcttrag ihm auserlegt.

Die Thronrede erwähnt sodann die E r r i ch t u n g v o n s e ch s Jnspektionszonen, die Gewährung von Eisenbahn- und Hafenbaukonzessionen uud sährt dann sort: Es ist notwendig, in möglichst kurzer Frist die Verluste gut zu machen, die unsere militärischen Kräfte durch die Unglückssolle des Krieges erlitten haben. Dieser Krieg hat auch gezeigt, von welcher Not­wendigkeit und Wichtigkeit für unser Reich der Besitz einer mäch­tigen F [ o 11 e ist. Ich wünsche, daß die Nation die Opserwillig- keil und die Bemühungen des Kriegs- und des Marineministcrä unterstützt. Um den Fortschritt unserer ?krmec und unserer Flotte n, nck-ern, haben wir fremdländische Offiziere berufen. Fachmänner, die wir für andere staatliche Zweige erbeten haben, treffen nach und nach ein. Die finanzielle Ldgc des Reiches ist durch die sich über zwei Jahre erstreckenden Feindseligkeiten hark in Mitleidenschaft gezogen worden. Nichtsdestoweniger rechtfertigen die in Den staatlichen Einnahmen sogar während der .Kriegsveriode erzielten Uebcrschüsie die besten Hoffnungen sür die Zukunst. Mit der freundschaftlichen Unterstützung der sranzösischen Regierung ist eine bedeutende Anleihe in Paris abgeschlossen worden, um! die während des Krieges aufgenominene Schuld zu liauidiercn. Damit das Reich die Einnahmequellen genießen kann, die cs bis­her entbehren muhte, sind Verahndlungen mit einigen Großmächten ongcknüpst worden. Diese Verhandlungen, die mit Frantreich zu einem Abschluß führten und mit England einem befriedigten Ab­schluß nahe sind, werden, wie man hoffen darf, demnächst mit Deutschland und Rußland zum Ziele führen. Infolge dieses Abkommens wird cs uns möglich sein, das Budget vom nächsten Jahre ab ins Gleichgewicht zu bringen und es zu konsolidieren. Die politischen Beziehungen des Reiches iverden, wie ich hoffe, dazu beitragen, den Fortschritt und die wirtschaftliche Entwicke­lung in Ruhe und Frieden zu sichern. Unsere auswättige Politik basiert auf dem Grundsatz der vollständigen Aufrechterhaltung un­serer Rechte und der Beachtung der Rechte anderer, sie gestattet wie in der Vergangenheit herzliche Beziebunqen Mit den befreun­deten Mächten. Da sich die gegenseitigen Gefühle der Eintracht und des Friedens auf allen Seiten bemerkbar machen, so stellt sich die Lage vom auswärtigen Standpunkte friedlich und befriedigend dar. Da der Kriegszustand beendigt ist, sind die diplomatischen Bezieh­ungen mit den benachbarten Mächten wieder ausgenommen worden. Die Thronrede schließt mit dem Wuirsche, daß die Kammer vor allem die Abänderung der Verfassung erledigen möge, um ein vollkommenes Gleichgewicht zwischen der gesetzgebenden und der exekutiven Gewalt zu sichern, daß sie das Budget annehme, daß sie Verträge, provisorische Gesetze und andere zur Unterbrcp- tung gelangende Gesetzentwürfe ratifiziere, (

Zrugnisverweigerung.

Die Frage, ob der Angestellte einer Hastpflichtversichcrnngs- gesellschast, die gegen Ansprüche aus Tötung oder Beschädigung von Menschen Versicherungsschutz gewährt, in dem Prozesse des Verletzten gegen den versicherten Haftpflichtigen das Zeugnis ver­weigern kann, hat das Obcrlandesgericht in einem Utt-ile am 30. Dezember 1913 eingehend erörtert.

Der Kläger A. hatte gegen den Beklagten B. eine Schadcn- ersatzsordcrung wegen eines Unfalls geltend gemacht, den er im Hose des B. aus Glatteis ausgleitend erlitten habe. Der Be­klagte hat den Anspruch nach Grund und Höhe bestritten und er­klärt, es sei ilM unbekannt, ob, wo und durch welche Ursache der Kläger zu Fall gekommen sei. Der Kläger hat , Beweis ange- tretcn und sich dabei auf das Zugeständnis des Beklagten be­rufen, das in einem Schreiben enthalten sei, das ider Beklagte an die Gesellschaft geachtet Haffe, bei der er sgegen Haftpffscht versichert sei. Darin soll der Beklagte selbst überden Unfall berichtet und mitgeteilt haben, der Verletzte sei in geschäftlickien Angelegenheiten bei ihm gewesen und sei beim Weggehen -vor der Haustüre auf Glatteis ausgcglittcn, das durch Spülwasser entstanden sei, und habe sich dadurch eine Verletzung:deS Fuß­gelenks zugezogen. Als Zeugen hat der Kläger den Prokuristen der Versicherungsgesellschaft benannt. Dieser hat unter Hinweis auf 8 383 Nr. 5 und 8 384 Nr. 3 Z.P.O. das Zeugnis ver­weigert. i

Das O.L.G. hat die Zeugnisverweigerung aus 8 383 Nr. 5 Z.P.O. für berechtigt erklärt, da der Zeuge im vorliegenden Falle den Personen beizurcchnen sei, denen krait ihres Amtes, Standes oder Gewerbes Tatsachen anvcrtraut sind, deren Geheimhaltung durch die-Natur derselben geboten sei. Das O.L.G. sagt: So­bald Haftvslichtsansprüche erhoben weiden, dars der Versicherte nach den Vertragsbedingungen keine selbständigen Entschließungen treffen. Er mutz deren Behandlung der Gcsellschast überlassen und deren Anweisungen Folge leisten, die damit nicht nur die Wahrung eigener Interessen, sondern auch derjenigen des Ver­sicherten übernimmt. Ein Hastvslichtvrozeß wird durch den von der Gesellschaft bezeichneten Rechtsanwalt geführt, dem der Ver­sicherte Vollmacht zu etteilen Itztt- Es vereinigt sich die Ver­tretung der Gesellschaft und des Versicherungsnehmers in der Person eines und desselben Rechtsbcistandes, Darin tritt die völlige Interessengemeinschaft des Versicherten und der Gesell­schaft gegenüber Ansprüchen Dritter zutage.. Mitteilungen, di« der Versicherte der Gesellschaft macht, dienen zugleich zair :Jn- struktion des Rechlsbeistandes des Versicherten selbst. Die aus den Men der Gesellschaft entnommenen Mitteilungen des Ver­sicherten muß der anwaltliche Vertreter als ihm anvertraut an- schen. Sie sind keineswegs dazu bestimmt, Material gegen die Interessen des Bersicherlcu und der Gesellschaft zu bilden. Nach der Vcrkehrssitte werden sic in diesem Sinne als vertrauliche Mitteilungen aufgcsaßt, einerlei, ob der Anwalt von der Ge­sellschaft bereits bestellt ist oder nicht. Nach den Berstcherungs-

bcdingungcn lxtt der Versicherte stets eine wahrheitsgemäße An­zeige über den Tchadenfall zu erstatten. Bei Verletzung dieser Wicht setzt er sich der Gefahr aus. seine Rechte cinzubüßen, wäh. rend bei einer strafbaren Verfehlung er bejürchten muß, daß seine wahrheitsgemäße Angabe die Einleitung eines Strasver- jahrens hcrbeisührt, wenn ein Vertreter der Gesellschaft sie im Prozesse bekannt geben müßte. Sic kann daher regelmäßig nur alz eine vertrauliche angesehen werden. Auch in den Vorschriften des Rcichsversicherungsgesetzes tritt die gesetzliche Anerkennung der Jnteressengeineinschaft und des Vertrauensverhältnisses zwi­schen dem Versicherten und der Gesellschaft für Haftvilichlver- sichcrunq. soweit Ansprüche Dritter in Betracht kommen, llar in die Erscheinung. Jett vorliegenden Falle läßt die zu be­weisende Mitteilung des Versicherten einen Schluß aus sein zivil- rcchtlichcs und möglicherweise strafrechtliches Verschulden zu. Von diesen Mitteilungen durfte er nach Treu und Glauben rm Ver­kehr und nach der Vcrlchrssitte anuelmrcn, daß sie nirltt^bekannt gegeben und vielleicht gegen ihn und die Versichettingofftsellschast verwendet werden. Es sind Tatsachen, auf deren Geheimhaltung er ihrer Natur nach reckinen dars. Die Zeugnisverweigerung des Prokuristen ist somit nach § 383 Nr. 5 Z.P.G. berechtigt. (SB. 378/13.) i r.

Universitätr-Nachricbte«».

Zum Lektor der französischen Sprache an der G ö t t i n g c r Universftät ist als Nachfolger des ausgeschiedenen Lektors Joseph Claverie der bisherige Lektor an der llniversität Grcisswald Reu« P I c s s i s ernannt.

Ernannt wurde der Privatdozent an der Berliner Universität und Landesassessor der Provinz Brandenburg Dr. zur. Karl Kormann vom 1. Oktober 1914 ab zum ctatsmäßigcn a. o. Professor sür Verwaltungsrecht (mit besonderer Berücksichtt- gung der Vcrivaltung im Köuigrnch Sachsen) in der Leipziger Juristensakultät.

Ter Königl. Sächsische Geh. Medizinalrat Prof. Dr. mrd. Rudols Bochm, Direktor des Plmrmakologischen Instituts au der Universität Leipzig begeht am 19. d. M. seinen 70. Gebutts- tag. Boehm lehrte von 1881 bis 1884 in Marburg.

«erichtssaai--

Leipzig, 15, Mai, Das Landgericht Beuthen hatte im Februar den Agenten L u b a l c k i wegen Mädchenhandels, Kup­pelei und Beamtcubestechung zu einer Gesamtstrafe von neun Jahren Zuchthaus und Rcbenstrascu verurteilt. Aus die Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das Urteil auf, soweit cs wegen Mädchenhandels und Kuppelei erfolgt war, und verwies - ans die Gesamtsttase der Vorinstanz zurück, weil cs unerwiesen sei, daß Lübaleki das Mädchen aus den angenom­menen Gründen nach Bueiws Aires verschickt habe. Dagegen bleibt die Verurteilung wegen Beamtenbestechung und SScrgchen gegen das Auswandcrergcsetz bestehen.

5pie!ylan des Grotzlz. Kart^catcrs Sad-Nauheim.

Sonntag, den 17. Mai:Tie spanische fliege/ Montag, den 18. Mai:Eine Frau ohne Bedeutung." Mittwoch, den 20. Mai: Die Zarin/ Donnerstag, den 21. Mai:Im weißen Röß'l/ Freitag, den 22. Mai:Kammermusik/ Sonntag, den 24. Mai : Ter üuttenbesitzer/ _

Spielplan der vereinigten Zrantsurter Stadttheater.

Gpernhaus.

Sonntag, den 17. Mai, nachmittags 4 Uhr:Parfifal/ Montag, den 18. Mat, abends X8 Uhr:Cavalleria msticana. Hierauf: Der Bajazzo/ Dienstag, den 19. Mai, abends '/,8Uhr:AmSlia oder Ein Maskenball/ Mittwoch, den 20. Mai, abends X8 Uhr : Polenblut/ Donnerstag, den 21. Mai, abends 7 Uhr: Der Ring des Nibelttksgen. Vorabend, ^Das Rheingold." Freitag, 22. Mai, abends 7*8 Uhr:Martha/ Samstag, den 23. Mai, abends x Al Uhr: Ter Ring des Ribeltingen. 1. Tag.Die Walküre/ Sonntag, den 24. Mai, abends 7 Uhr:A'ido/ Montag, den

25. Dlai, abends 7.8 Uhr:Endlich allein/ Dienstag, den 28. Mar, abends 6 Uhr: Der Ring des Nibelungen. 2. Tag.Siegfried." Mittwoch, den 27. Mai, abends 7,8 Uhr:Don Juan/

Schauspielhaus.

Sonntag, den 17. Diät, nachmittag? 7,4 Uhr:Ernilia

Galotti/ Abends -48 Uhr:Wie einst im Mai/ Montag, den 18. 'Mai, abends 7,8 Uhr:Hamlet/ Dienstag, den 19. Mai, abends 8 Uhr:Androklus und der Löwe/ Mittwoch, den 20 Mai, abends 8 Uhr:Seite 105/ Donnerstag, den 21. Mai, abends -48 Uhr: Tie Tangoprinzessin." Freitag, den 22. Dtai, abends 8 Uhr: Ge­schlossene Vorstellung der Frankmrter Kainnrerspiele:Tie Hochzeit der Sobeide." Dramaiisches Gedicht in 3 Bildern von Hugo voir Hosnrannsthal. Hieraul:Ter Abenteurer und die Sängerin/ Dramatisches Gedicht in 1 Aufzug von Hugo von Hosinannsthal. Sainstag, den 23. Mai, abends 8 Uhr:Das europäische Konzert/ Sonntag, den 24. Mai, nachmittags 7,4 Uhr-Dre Tangoprinzessin/ ^Abends 7,8 Uhr:Ter Pfarrer von Kirchfeld/ Montag, den

95. Mai, abends 8 Uhr:Das europäische Konzert/ Dienstag, den

26. Mai, abends 7,8 Uhr:Die Kronprätendenten/ Mittwoch, der 2?. Mai, abends 8 Uhr:Androktlis und der Löwe/

Fnhrrad-Vertreter: Adam Klreher. [5582ss

§f Magen- und varmleiöenöe Z verspüren Linderung

wenn sie nur leicht verdauliche Nahrungs­mittel genießen und zum Beispiel regel­mäßig morgens und abends

W Uasseler hafer-^akao W

trinken, der bei Magen- und Darm­störungen vorzüglicheDlenste leistet,sehr -----

nahrhaft und dabei leicht verdaulich ist,

(Nur in blauen Kartons für I Mark) -

il!