A Flensungen, 13. Mai. Sein 25jährigcs Jubiläum feierte der hiesige K r i c g c r v e r c i n und mit ihm sein Vorsitzender Schumann. Dem Verein wurde durch Kreisamt- mnnn B l u me rs - Alsfeld die Großherzogs-Fahncnschlcise, dem Boriitzenden Schumann eine Ehrentafel der tzassia überreicht (II Frankenberg, 12. Mai. Im „Hessischen Los" hielt letzte Woche der hiesige Sportverein feine Jahresversammlung ab Die Zahl der Mitglieder ist im vorigen VereinSjahre von 40 aus 54 Mitglieder gestiegen. — Der Jahresumsatz betrug 590,68 Mk. Als Spielabende sind Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend festgesetzt. In den Vorstand wurden neu gewählt: Kusus 1., Ludwig 2. V o rsi tz cn de r , Junk, Ochristsührer, Martin, Küssen- führrr, Mever I., Zeugwart, Meyer II., Spielführer.
wandern und Reisen, Räder und 5 ommerfrischen.
- Führer deutscher Nordscebädcr 1914. Dieser zuverlässige Ratgeber bei Auswahl eines Bade- oder Erholungs- Aufenthaltes am deutschen Nordseestrandc ist soeben in neuer Auflage und hübscher Ausstattung erschienen. Interessante Abhandlungen über die Heilkraft der Nordsee, über Winterkureu sowie nützliche Reisewinke bilden eine wertvolle Ergänzung zu den ausführlichen Mitteilungen der einzelnen Schifisgefellschaiten und Badeverwaltungen über die Beförderung-Möglichkeiten, Badceinriche tungen, Kurtaxe usw. Ein besonderer Anhang mit empfehlenswerten Hotels, Pensionen und Prival-Logierhäuscrn vervollständigt da- beliebte Auskunftsbuch. Der reich illustrierte Führer, welchem auch eine vrakttsche Routen-UebersichtSkarte beigcfügt ist, ist gegen Einsendung von 20 Psg. sin Briefmarken durch das Internationale öffentliche BerkehrSbureou in Berlin, Unter den Linden ll, erhältlich.
Universitäts-Nachrichten.
— Tic 1. sächsisch cStandekainmer entschied sich gegen die Stimmen der beiden Oberbürgermeister Tr. Beutler- Dresden und Tr. Dehne-Plauen (Vogtlands für die Vcr- legung der tierärztlichen Hochschule von Dresden n ach Ae i p z i g.
— Der ordentliche Professor der semitischen Philologie an der Universität Güttingen. Geh. Regierungsra, Dr.'theol., jur. et phil. Julius Dell Haufen begeht um 1 l 7. Mai seinen 70. Geburtstag. Von 1885 bis 1892 wirkte W als ordentlicher Professor in Marburg. Im Herbst 1913 wurde Professor Sellhausen von der Ausübung seiner Lehrtätigkeit entbunden.
C«ftjcbi|ral)rt.
Jo hannisthol. 14. Mm Heute nachmittag 3,23 Uhr startete hier der OnizierSstieger Oberleutnant Kolbe mit Leutnant Roder »iS Beobachter zum Ferniluge nach Darmstadt.
Paris, 14. Mai. Auf dem Flugfelde von Reims stürzte der Fliegerleutnaut Hugeure mit seinem Eindecker ab und erlitt lebensgefährliche Verletzungen.
Die Gräfin Tiepolo vor Gericht.
1 4 Sun Semo, 13. Mai.
Die weitere Bcwersaufnahine in dem Prozeß gegen die Gräfin X levvlv wird fortgesetzt. Verschiedene Gerüchte über die Angeklagte stellen sich bei den Zeugenaussagen als .Klatsch und Tratsch heraus. Sv wollte efti Zeuge wissen, ein Gewährsmann habe ihm erzählt, Polimanti habe die Gewohnheit gehabt, die Gräfin durch Pfiffe zu ihrem Fenster hinauf auf.die Strafte zu bestellen, um dann mit ihr längere Spaziergänge zu machen. Der als Zeuge geladen« Gewävrswmin versagte in seiner Aussage aber vollkommen. Auch die berühmte Badeszene wird von mehreren Zeugen als durchaus erfunden hingestellt. Einem Zeugen hat Polimanti einmal das vielbesprochene Medaillon mit Haaren gezeigt. Poli- mantl soll dabei bestritten liaben, daft das Medaillon ein Bild der Gräfin enthalte. Es handle sich um das Bild der Frau eines Advokaten, die in ihn verliebt sei. — Ta erst ungefähr die Hälfte der Zeugen vernommen sind, dürfte die Verhandlung noch längere Zeft in Einspruch nehmen.
vermischte».
* Eisenbahnunglück. AuS Hannover, 14. Mai, lvird gemeldet: Heute morgen gegen 10 Uhr ist auf der UmgehungS- bahn an der Leinebrücke der Güterzug 5009 mit Maschine und einer ganzen Reihe Wagen entgleist. Der Zugführer und der Schaffner wurden getötet. Der Lokomotivführer und der Heizer konMen sich durch Abspringen retten. — AuS Schönholz-Reinickew- dorf, 14. Mai, wird amtlich gemeldet: Heute nacht 2,13 Uhr überfuhr der Lokomotivführer des GütcrzugeS 9401 von Pankow- Verschiebebahnhof das aus Halt stehende Einfahrtssignal des Bahnhofs Schönholz-Rcinickendori und stich mit einem aus dem Bahn- Hot auSiahrenden Güterzug 8606 zusammen. Dabei wurde der Schaffner Tefch aus Pankow getötet. Beide Lokomotiven sowie fünf Wagen wurden beschädigt, fünf andere Wagen entgleisten und wurden ebenfalls beschädigt. Die Betriebsstörung ivar um 8 Uhr vormittags beseitigt. Untersuchung ist eingcleitet.
* Verlobung eines Ghmnafiastcn mit einer Gräfin. AuS Budapest meldet ein Privatielegramm: Eine interessante Verlobung erregt in hiesigen G-fcllfchaitskrcisen lebhaftes Auffehen. Ter Graf Theodor von Battenberg, welcher «chülcr der achten Klasse des Gymnasiums ist, hat sich mit der Gräftn von Potozka verlobt. Ter junge Bräutigam ist ein Sohn des Budapcster Obervostrats Grafen von Battenberg, eines Verwandten des ehemaligen Fürsten von Bulgarien.
* K on f HI t i n einem Pariser Krankenhaus. Aus Paris, 14. Mai, wird gemeldet: Zwischen der Verwaltung der Pariser Spitäler und den Kranlenwärtern und Krankcnwärterinnen ist ein seltsamer Konflikt ausgcbrock>en. Tic Krankcnwärterinnen weigern sich nämlich trotz der von der Spitalverwaltung wiederholt erlassenen Verfügung, sich mit dem Antityphus-Serum impsen zu lassen, da nach ihrer Ansicht dieses Serum zwei Todesfälle und mehrere schwere Erkrankungen verursacht habe. Das Shn- dikat fiir Krankenwärter beschloß, die Frage dem Syndikat der Pariser Aerzte vorzulegen.
* Ein anarchistischer Racheakt? AuS Paris, 14. Matz, wird gemeldet: Heute nacht wurde aus der Nordbahn- Iinie bei'k t. Dennis der Signalwärtcr P o u l l a I n , während er feinen Dienst versah, meuchlings von bisher unbckanitten Verbrechern erschösse n. Tic Polizei varntütet, daft Poullain, der vor zwei Jahren einen Sabotageoersach der Autobanditen verhindert datte, einem anarchistischen Racheakt znm O p - scr^esallen ist. Die Frau Poullauis besah die Selbswerleugnnng, au Stelle ihres getöteten Gatten den Signaldienst während der ganzen Nacht zu versehen.
* Eine rührende Geschichte. Ein Kritiker besuchte eines Tages einen Freund, der sich seine ersten lftcrarischcn Sporen verdiente. „Lies das!" sagte der junge Dichter und gab seinem! Gast ein Manuskript in die Hand. „Es ist meine neueste kurze Geschichte, und du sollst mir offen und chrlichcheine Meinung sagen, was du davon hältst." Der Kritiker setzte sich hin und begann zu lesen. Ein paar Minuten später sah der Dichter zu seiner Ueberrafchung, wie sich die Augen feines Gastes Mit Dränen jüllten. „Mein lieber Junge," sagte der Freund, „das ist idie rührendste Geschichte, die ich sc von dir gelesen habe.":— „Wie?" antwortete der Dichter und rang nach Ätllm, „ich habe doch eine Humoreske geschrieben, in die ich all meinen Witz hincinlegen »wollte!" Da fielen seine Augen auf das Manuskript. „Ach, jetzt verstehe ich. Das ist ja gar nicht das richtige Manuskript Das ist ja — mein Brief an den Vorsitzenden der Einkommenftcucrveranlagungs-Kom- mission: ich wollte ein paar Stufen herunterkommen..."
— Der Blitzableiter, von Radium. Bon vielversprechenden Versuchen über eine Verbesserung des Blitzableiters wissen die „Naturwissenschaften" (Verlag von Julius Springer, Berlin) zu berichten. Bei dem -gewöhnlichen Blitzableiter durchströmt die Elektrizität des Blitzes die für sic»angelegte L'cituitgl nur dann, wenn sic vom Blitze erreicht imrd, und damit dies geschieht, bringt man zahlreich!-: sehr feine Spitzen an. Bedingung ist dabei, daft die Potentialdifferenz zwischen dem Blitzableiter und der Luftschicht darüber größer ist, als gegenüber irgend einem 1 in der Nähe befindlichen Leiter. Durch die Anwendung von Radium kann nun diese Bedingung künstlich geschaffen werden.
wir B. Smlard durch Versuche nachgewiescn hat: durch Radium wftch die Luftschicht über dem Blitzableiter leitend gemacht, und so mild ine Entladung an dieser Stelle erzwungen, dat>as Entlodnngs- potcntiol hier herabgedrückt wird. Es wurde ein VersuchSblitz- ablcfter hcrgcstellt, in dem auf ein 3,5 Meter hohes Mcssingrohr- gcstänge ein Ring von kleinen Spitzen und darunter eine Kupfer- scheibc von 250 Millimeter Durchmesser angebracht wurde. Die Kupferschcibe trug einen 28 Millimeter breiten Krcisring, der von 2 Milligramm Radiumbromid gebildet war. Damit dieser dem Regen und dem Temveratnrwcchicl widerstehen kann, muh er entweder elektrolyfiich niedergeschlagen oder mittels einer Email aus- getragen werden. Dieser Versuchsblitzableiter zeigte sich sowohl >m Laboratorium wie auch im Freien bei verhältnismäßig ruhiger Luft wirksam. Wetin in 4 bis 5 Metern Abstand eine kleine elektrostatische Mascknne von 5 Zentimeter Fnnkenlänge in Tätigkeit gefetzt Ivurdc, so zeigte ein an das,Gestänge des Blitzableiters angelegtes Elektrometer Ausschläge von 350 Volt.
"In der Schule. Eine junge Schullehrcrin, fo wird im Windsor Magazine erzählt, übte mit ihrer Klasse Sätze ein, indem sie immer das letzte Wort ergänzen ließ. „Die Sphinx," so las sie vor, „hat Augen, aber kann nicht . . ." „Sehen!" schrien die Kinder. „Hat Ohren, aber kann nicht. ." „Hören!" antworteten sic. „Hat einen Mund, aber kann nicht . . . ." „Essen!" kam der Chor. „Hat eine Rase, aber kann nicht, . „Sie putzen!" donnerte die Klasse.
* Cin Pfiffikus. Ein kleiner Bankier erhält, während sein Sohn dabei steht, eine Zahlung von 10 000 Lire in zehn Scheinen. Er zählt nach, indmi er jedm Schein leicht mit dem Daumen anhebt: „Eins, zwei, drei ..." usw. bis zum neunten: beim neunten hält er an und flüstert seinem Sohn zu: „Paft aus, wie ich z mache! Den letzten Schein hebt man niemals hoch: cs könnte ia noch ein anderer drunter sein!"
vüchertisch.
— Hygiene des M agcnS,des DarmS,der Leber und der Niere von Geh. Mcd. -Rat Prof. Tr. C. Ä. Ewald. Tritte, erweiterte und verbesserte Auslage. Mit vier Tafeln und 14 Textabbildungen. Broich. 2 Mark, gcb. 2,50 Mark. Verlag von Ernst Heinrich Moritz, Stuttgart. — Von der bekannten Stuttgarter „Bücherei der Gesundheitspflege" erschien soeben der 10. Band, der die Hygiene der Verdauungsorganc behandelt, in neuer, erweiterter Auflage. Magen, Darm. Leber und Niere sind so überaus wichtige Organe des inenschlickten KörverS, daß jeder die Psttcht hat, sich mit ihrem Bau, ihren Ausgaben und Leistungen vertraut zu mache». Das vorliegende Werk bietet eine vortreffliche Handhabe hierzu. In klarer, anschaulicher Weise behandelt das Werk des hervorragenden Mediziners ferner die Ursachen und die Verhütung von Krankheiten der Vcrdauungsorgane: cs bespricht die Behandlung und die
wichtigsten Verhaltungsmaßregeln bei derartigen Erkrankungen usw. Eine sehr wichtige Beigabe des Buches sind die Kostvor- schristcn, die allen Magen und ■ Darmleidenden sehr willkommen sein werden. Das Buch gibt alles in allem treffliche Auskunft auf die Fragen: wie schütze ich mich vor Krankheiten der Ver- damtngsorgane, wie sollen Magen- und Darmlkidende leben? Wir empfehlen die Anschaffung des Buches allen Lesern bestens.
Apotheker Rich. Brandts EchlvcizerpUIcn
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