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DieSietzrvki Zamillcnblätter" morden dein .Anzeiger' viermal rvöchenttich beigclegt, das «reirblatt fSr den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Tierandwlrtschastlichen Seit- srnzen" erscheine» monatlich zweimal.

General-Anzeiger für Gberheffen

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Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Unwersitäts - Brich- und Steindruckerci. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuld straße 7. Expedition und Verlag: e=3©51. Redaktion:e^A112. TeL-Adr.: AnzeigerGießen.

Verständigung in der BeTolöungsfragc ?

Die Abendblätter bringen die Meldung, daß in der Be­soldungsfrage neue Verhandlungen mit dem Ziel einer Ver­ständigung im Gange sind. Wir können nach einer Mitteilung aus Berlin diese Meldung bestätigen. Der Umschwung ist dadurch eingetreten, daß die Regierung in einem wichtigen stück entgegcnkommen will, nämlich bezüglich der ge­hobenen Unte rbeamten. Allerdings soll die Gehalts­erhöhung für diese Kategorie erst zu einem späteren Termin, etwa 1. April 1916, eintreten. Wenn nun die Regie­rung bereit ist, aus diesen Boden zu treten, so ivärc es von den Parteien nicht mehr zu verantworten, wenn der Ent­wurf nicht zustande käme. Wie wir hören, sind Nationallibe­rale, Konservative und Fortschrittler, vorbehaltlich natürlich aller weiteren Einzelheiten, bereit, in Verhandlungen auj dieser Grundlage cinzutrctcn. Das Zentrum hat zwar vor­läufig keine Bereitwilligkeit dazu zu erkennen gegeben; cs darf aber erwartet werden, daß es sich dem Vorgehen der anderen Parteien noch anschließt. Denn so viel ist klar, daß durch das Schcitcrnlasscn des Entwurfs für keine der in Frage kommenden Beamtenkaiegorien eine günstigere Chance erzielt wird; im Gegenteil würden, da bei einer im nächsten Jahr einzubringenden Vorlage eine Rückwirkung aus keinen Fall zu erreichen sein wird, die Beamten, die jetzt ihre Aus­besserung bekommen können, ganz erheblich geschädigt werden. Es dars im übrigen damit gerechnet werden, daß auch für die anderen Klassen ,sür deren Berücksichtigung der Reichstag sich eingesetzt hat, eine befriedigende Zusage für spätere Zeit gegeben wird. Unter diesen mNständen darf erwartet werden, daß sich eine Mehrheit für die in ihren Einzelheiten freilich erst noch festzulcgcnde Einigung zusammensindet.

Die Mon oelchre in dcr prarir.

Nach einer Erklärung des früheren Präsidenten Roose- velt vom l l. August 1905 haben die mittel- und süöamcrika- nischen Staaten auf Grund der Alonroclehre keinen Schutz zu erwarten, falls sie sich dcr Bezahlung rechtsverbindlicher Schulden entziehen wollten. Versuchen sie es, so bleibt den europäischen Mächten das Recht, nötigenfalls ihre Ansprüche zu erzwingen. Doch soll die Union die Vorkehrungen der betreffenden europäischen Macht zur Wahrung ihrer Inter­essen überwachen, um zu verhindern, daß bei etwaigen Voll­streckungen amerikanisches Land auch nur vorübergehend von fremden Truppen besetzt wird. In diesem Sinne hat die Unionsrcgierung den neuesten Konflikt zwischen England und Haiti erledigt. England hatte von Haiti die Zahlung von 62000 Dollars als Entschädigung für einen seiner Staatsangehörigen verlangt, dessen Sagemühle bei der letzten Revolution zerstört worden war. Als .Haiti daraus nicht eingehen tvollte, erließ die englische Regierung ein Ultimatum. Darüber war man in Washington be­fremdet, beeilte sich cinzuschreiten und veranlaßte die Ncger- republik, die verlangte Entschädigung alsbald zu zahlen. So wurde dcr Möglichkeit, daß England ein Schiss nach Haiti senden, mit Wasfengcwalt die Zahlung betreiben und die Monroelehre verletzen könnte, vorgebeugt.

Ans fjcftcn.

rb. Darmstadt, 12. Mai. Angesichts der voraussichtlich gleich »ach den Piingstfcicrtagen wieder beginnenden Plenarbcratun- gen dcr Zweiten Kammer regt sich auch in der nächsten Zeit das parlamentarische Leben wieder stärker: Am nächsten Tonner -lau vormittag hält dcr p i e r t e A u s s ch u ß eine Sitzung ab, am FrM tag treten vormittags die Nationallchcralen und nachmittags die Fraktion der Baucrnbündler zur Abhaltung von Fraktions- sitzungcn zusammen - Für Tienstag nächster Woche iit alsdann der G c s c tz g e b u n g s a u s s ch u ß z u r V o r b e r a t u n g dcrRe- gierungsvorlagc über die Abänderung dcr O r d e n s g e s e tz g e- bung einberuien und am Mittwoch setzt auch der Finanzaus­schuß seine Beratungen weiter fort.__

vcrbandrtaa Deutscher kaufmännischer Genossenschaften.

~ Dortmund, 11. Mai.

Unter zahlreicher Beteiligung von Vertretern der angeschlos- sencn Organisationen trat heute hier der Verband deutscher kaut- männischcr Genossenschaften zu seinem diesjährigen ordentlichen Pcrbandstage zusammen. An erster Stelle behandelte der Ver- handsdirektor Tr. Biller (Berlin) die kaufmännischen Emkauss- genosfenschatten. Tie kaufmännischen Genossenschaften nehmen nach dem 'Redner im deutschen Genossenschaftswesen noch immer eine überaus bescheidene Stellung ein. Nach den Berössentlichungcn des Preußischen Statistischen Ländcsamtes zählte man in Deutschland am 1. Januar 1913 nur 259 kaufmännische ttzenosscnschaften von int ganzen 33 313 Genossenschaften, 1911 nur 295 von im ganzen 31 591 Gcnosscnschastcn. Tic Zahl hat sich mithin nur unerheblich vergrößert. Tas Interesse und das Verständnis tür drc kaut- männische Geuossenschaftsbewcgung nimmt bei weitem nicht in dem Maße z», wie man cS in (-Anbetracht dcr immer ungünstiger werdenden Verhältnisse int Dctaillistenstande annchmen sollte. ,a.as Verhalten der .Handelskammern zur kaufmännitchcn Genoucn- schastSbcwequng hängt im wesentlichen davon ab, ob in der bc- tresscnden Kammer Frcuiide dcr Genossenschaften sitzen oder Gegner. Wo das elftere dcr Fall ist, da bringen die Handelskammern der Bewegung Wohlwollen entgegen, zunt mindesten nehmen sie eine neutrale Haltuna ein. Wo Gegner vorhanden lind, da linden wir bei den Handelskammern 'Ablehnung. Auch in anderen, Bran-ix-n nimmt die Einkaussheweauug zu. Auch die großen Geschäfte, die bisher glaubten, für sich selbst den größten Vorteil zu haben, wenn sie allein sind, schließen sich zu genos,en,chattlichcn Einkäufen

^ Uebre die Entwicklung, welche unsere Bewegung in den außer­deutschen Staaten genomuicn Hai, wird voraus,ichtlrch der in diesem Jahre in Hannover stattftndende, vierte internationale Mittel- standskonqrcß Klarheit vertchaften. Die Bewegung geht IN dem Verbände nicht stürinisch, aber stetig vor sich, Im Bcftchts- jahr haben sich angeschlossen neue Genostcnlchastcn ,n Kas,el, Bonn, Emden. Fürth, Köslin, Laurahntte, Lrebenwerda, Mulhan;en % El,., München Wanne, Rosenhain und Zabrze. DieTcutsche Handels- rundickmu" weist nur einen geringen Geunnn aus. Die Gesamt­zahl der zur 'Ausgabe gelangten Eexmplarc betrug etwa 300000. Zahlreiche Neuversicberungcn kamen durch Vermittlung dcr Ver­sicherungsabteilung bei den Vcrtragsgescllschaftcn zum Mschluß. Alle den Kleinhandel angehenden Fragen finden naturgemäß auch unser Jnterihsc, obwohl wir als Zcntralverband davon absehcn, dieserhall' in die Lcffcntlichkeit zu treten. Die Beratungen über das Petroleum-Monovol scheinen leider an einem toten Punkte angelangt zu sein, oblnohl die Regierung angeblich den größten Wert aus die Verabschiedung des Gesetzes legt, hat man im Reichs

tage die Angelegenheit hinausgezögert. Die Forderungen des Detailhandels in Bezug aus des Zugabeunwcseu.-dre auch wir untcr- stützcn, lausen aus ein gesetzliches Verbot hinaus. Die Aussprache einer Anzahl von Tetaillittenvcrbändcn über das Kousnmvercins wcsen hat bisher noch zu keinem Ergebnis geführt. Zwecks Bor- gcheizS gegen den heimlichen Warcnhandel hat dcr Verband, die kleinen Handelsorganisationen veranlaßt, sich zusaminenzuichlicßcn. Mit einer großen Anzahl befreundeter Organisationen wird ein freundlicher Vrrlehr unterhalten, (Bciiall.t

Dcr Vorsitzende B o r r m a n n (Berlin' berichtet dann über die Tätigkeit des Ausschusses und ging ebenfalls aut das Petroleum monopol ein, das bedauerlicherweise wohl nicht zustande kommen werde. Ter Bcrbandsrcvisor Schwaiger (Berlin) erstattete Hier­aul scincu Bericht, der sich als ein fachmännisches Gutackstcn über dir von den Emkauisgeuosseuschastcn praktisch zu verwertende Buchführung charakterisierte.

In dcr Aussprache über die bisherigen Vorträge führte P s a n n k u ch (Barmen) aus, daß er seinen Bezirk von den all­gemeinen Vorwürfen über das Zuaabeunweien ausnelgnen müsse; sein Bezirk habe in Bezug aus die Selbsthilfe nicht versagt, Aller­dings sei gesetzliche Hilfe das wirksamste Mittel. Daher strebe auch er cs an. Wenn wir uns nicht immer gegenseitig in den Rücken fallen, so würden wir auf dem Wege dcr Selbstbilsc mehr erreichen. Bedauerlich ist, daß dcr Reichstag an der Frage des heimlichen Warenhandels vorübcrge^angcu ist. Das ist eine Nicht­achtung des Kleinl)andels. Wir nrüslen »ns hei den nächsten Wahlen die Kandidaten darauf ansehen, wie sie sich dazu stellen.

Dr. Biller (Berlin) behandelte dann die Zusammen s chlußbc st rcb un gen der Lieferanten in der Lebcnsmittelbranche.

In unserer Zeit, in der sich alles organisiert, organisieren sich natürlich auch die Fabrikanten. Sic haben sich zusammcn- geschlossen, um die Frage des Verkaufs ilzrer Produkte zu regeln. Die Arten des Zusammenschlusses sind mannigfaltig. In erster Linie sind cs Kartelle sind Syndikate. Sie haben einen großen Umfang angenommen, so daß 75 Prozent aller Waren dcr Tctail- listen von kartellierten Firmen summen. Weit gefährlicher ist noch dcr Trust, durch den die Konkurrenz ein für allemal ansgcschlachtct wird. Wir können den Fabrikanten selbstverständlich nicht ver­wehren. sich znsammcnznschließen, aber Voraussetzung ist, daß nicht die ganze Wirtschaftsordnung über den Haufen geworfen wird. Wenn ein Syndikat gegründet wird, so heißt es, man will Miß- ständc beseitigen. Aber diese Mißständc waren für uns günstig, da wir von den konkurrierenden Firmen Preisnachlässe erhielten. Gegen derartige Bestrebungen gibt es zwar Mittel, aber sie stellen nur eineu Notbehelf dar.

Wenn eine Marke beim Publikum cingesührt ist, so kommt es vor, daß der Detaillist völlig ausgeschaltet werden kann, wie wir daS beim Petroleum und beim amerikanischen T a b a k t r n st acschen haben. Beim Tabaktrust kam es so weit, daß dcr bisher selbständige Zigarrcnhändler zum Angestellten des Trusts herab­sank, der jederzeit entlassen weiden kann. In der M argarinc- Branchc scheint sich jetzt ein großer Trust zu bilden. Zwei Ge­schälte haben die 15 größten Fabriken der Branche aufgekauft, die allein 60 Prozent alier Margarine fabrizieren. Die vorhandenen Schwierigkeiten sind aber nicht so schlimm, als man allgemein ge­glaubt hat. Eine Beunruhigung ist erst durch die Flugblätter der Konkurrcnzsabriken bei den Detaillisteu entstanden. Bis jetzt sind noch keine Klagen über die Trustfabrikcn eingelaufen. Es fragt sich, ob wir Abhilscbcstrebungen zu unternehmen haben und welche. Eine eigene Margarincsabrik zu gründen ist nicht verlockend. Man müßte Nein anfangen und hätte dann nicht genügend Produkte, die den Bedarf Deutschlands zu decken erklären, sic licscrten nicht an die würden dann auch'ganz einfach erklären, sie lieferten nicht an die Kleinhändler, die von der eigenen Fabrik des Verbandes beziehen. Wir müssen daher andere Mittel und Wege suchen, um den jetzigen Zustand »ü erhalten. Wir müssen uns von den Fabriken, die uns heute noch versichern, daß sie nicht die Absicht hätten, den Tetnil- handcl durch Gründung von Filialen und eigenen Geschäften aus­zuschalten, dafür langjährige Garantien gehen lassen. Wenn wir alle Detaillisteu zusammcuschließcn wollen, so können wir auch den Bestrebungen dcr Margarinefabrikantcn nicht die Berechtigung ahsprechen. Wir müssen auch! zugcben, daß die Margarincfabvikantcn dem Handel stets cntgegenkomnicn, so daß ein Anlaß zur Be­unruhigung nicht vorliegv. Es ist also nicht nötig, in einen Kamps mit den Fabrikanten cinzutreten. Wir wollen die freundschaftlich angcbotenc Hand ergrciscn. Es soll das aber nicht heißen, daß wir die trustsreien Fabriken nicht auch unterstützen wollen, wir wollen sie genau so behandeln wie die Trustfabriken, wenn sie uns die­selben Garantien geben. Ucbrigens bestehen dieselben Verhältnisse z. B. bei den Malzkasscesabrikcn.

Aut Vorschlag des Redners wurde ohne Aussprache folgende Entschließung einstimmig angenommen:

Der Verbandstag erkennt sür die Fabriken das gleiche Recht des. Zusammenschlusses an, das er sür die Detaillisten beansprucht. Voraussetzung ist, daß der Zusammenschluß nicht zu einer voll­ständigen Abänderung dcr Wirtschaftsordnung führt. Ter Vcr- bandstag sicht jedoch in dem zunehmenden Zusammenschluß der Lieferanten die Möglichkeit sür eine Gefahr sür den Detaillisteu- stand ftir vorliegend an und beauftragt den Verbandsvorstand dahin zu wirken, daß ein Wkmmnen gctrosscn werde, wonach die Ein- kaussgcnossenschaftcn die Firmen unterstützen, die ihrerseits aus­reichende Garantien dafür Ineten, daß sie die Interessen dcr Dc- taillisten auch für die Zukunft wahren werden."

~ Dortmund, 12. Mai.

Schlußsitzung.

Zu Beginn der heutigen zweiten und letzten Hauptversammlung des Vcrbandstagcs deutscher kansmännischer Genossenschaften über­brachte ein Gast aus Wien die Einladung zu einem Internationalen Wiener Kausmannstagc.

Hierauf sprach Kleinhandclsbeamter T ö v k e n (Oldenburg) über die Warcnaiisstellungcn der Konsumvereine, wobei er aussührte: Tie Konsumvereine bezeichnen sich selbst als die Preis- regulotoren, als diejeniaen, welche das Publikum vor Uebervortci- lung schützen wollen. Wie es dainit aussicht, ist uns bekannt. In dcr konsumgenossenschastlichen Rundschau, dem Zentralorgan der Konsumvereine, wird den einzelnen Konsumvereinen empfohlen, ja keine Preise in den Anzeigen bekannt zu geben, denndurch die Wareninserate mit Preisangaben können die Konsumvereine geschä­digt und in einen widerlichen Konkurrenzkampf gezogen werden". Die Konsumvereine fürchten also den Konkurrenzkampf. Vom all­gemeinen Wettbewerb ausschließen kann sich heute aber nur der, der ein Monopol oder einen festen Kundenkreis hat. Wenn das Wareninserat mit Preisangaben sür den Konsumverein nicht an­gebracht ist, so wird das Agitationsinserat den Vereinen warm empfohlen, durch welches das Publikum mit markigen Redewendun­gen über den wahren Sachverhalt getäuscht und der Kaufmann herabgcwürdigt wird. Doch die Wirkung dieses Suggestionsmittels scheint nicht befriedigend gewesen zu sein. Jetzt haben die Konsum­vereine zu einer anderen Reklame ihre Zuflucht genommen, zu den sogenannten Barenausstcllungen. Diese, eine Gegenüberstellung von Waren der Konsumvereine und der ortsansässigen Detaillisteu, sollen dem Publikum die Leistungsfähigkeit der Konsumvereine und die geschäftliche Minderwertigkeit der selbständigen Kausleute zeigen. Da aber die Verhältnisse nicht dazu angetan sind, eine besondere Preiswürdigkeit der Konsumvereine darzntun, wird zu unlauteren Mitteln gegriffen. Es werden die Preise der Kausleute wissent­

lich erhöht und die der Konsumvereine herabgesetzt, um eine günsftgc Statistik zu erzielen, man scheut sich auch nick«, Additionssehlcv zu Gunsten der Äousumvcreiue zu machen. Dieses Gebahre» der Konsumvereine, das Publikum irrezuführen und den Dctaillisten- stanü zu schädigen, ruft naturgemäß einen Sturm der Entrüstung in unseren Kreisen wach.

Ter Redner schlug folgende Entschließung vor:Tie Per« saimulung protestiert gegen die sogenannten Warenausstellungeir dcr Konsumvereine, die den Zweck haben, dem kaufenden Publi­kum die Billigkeit der Waren der Konsumvereine vor Augen zu führen, und zu zeigen, daß eS beim Kiausmann übervortcilt wird. Es ist in vielen Fällen jcstgestellt, daß bei Gegenüberstellung der Preise und Vergleichung der Ware unwahre Angaben gemacht wor­den sind, wodurch das kaufende Publikum zweifellos absichtlich ge­täuscht werden sollte. Der Verbandstag fordert die Detaillisteu aus, ihr ickzarses Augenmerk aus diese lllusstellungen zu richten und jede Unlauterkeit zu vcröfsentlichen. Der VcrbandStag ersucht die Gerichtsbehörden, gegen die Warcnausstcllungen din Konsum- vercüie, sobald eine Unlauterkeit nachgewüesen ist, die össentlichc Klage zu erheben, da bei diesen Ausstellungen dock) ein sehr großes öfscniliches Interesse vorlicgt".

Die Entschließung wurde nach kurzer Aussprache einstimmig angenommen.

Sodann svrach dcr Vorsitzende Borrmann (Berlin) über die Geschäftsbedingungen dcr Konscrvcnbranche im In - laudsverkehr.

Das nächste Thema dcr Tagesordniing betraf den E i n k a u s S- vcrcinsrevers des Markenschutzverbandes. Dcr- bandsdirckror Tr. Biller (Berlin) führte hierzu aus, daß der Verband der Fabrikanten von Markenschntzartikeln in Berlin einen Revers- ausgearbeitet habe, wonach er nur solche Einkaussvercini- gungcn anerkeiiilt, welche Rechtssähigkeit erlangt haben. Ferner müsien sich die Eiukaufsverelne vcrpilichtcii, die vom Fabrikanten scstgcsetztcn Preise innezuhaltcii. Ein vom Verbaiid verhängtes Bcrkaussvcrbot besage, daß an Klein- und Großhändler nicht ge­liefert werden dürfe, die diese Bedingungen nicht einhaltcn. Im Zuwiderbandlungssall soll eine Strasc von 300 Mark sür den Einzeltall sällig sein. Der Redner hält cs ftir unmöglich, daß auch nur ein Ekltkaufsverciu diesen Revers unterschreiben könne, da die Konseaucnzen ganz unübersehbare wären. Er empsschlt daher eine entsprechende Entschließung.

Morgen sindct noch die Haupiversaminluiig dcr Zentral- einkaufsgcnosscnschast statt, die nur Fragen geschäftlicher Art zu behandeln hat.

Airche und Schule.

Pater Bouaventura, einer der bekanntesten katholi­schen Geistlichen Berlins und der bedeutendste Kanzelredncr des Dominikanerordens, ist Dienstag srüh im Alter von 51 Jahren in Berlin gestorben. Pater Bonaventura, der mit seinem bürger­lichen Namen Friede. Jul. Kratz hieß, war am 20. Dez. 1862 als Sohn eines Schuhmachcrnicistcrs in Karlsruhe geboren. Im Jahre 1892 trat er zu Düsseldorf in den Dominikanerorden: seit 1911 war er Seelsorger sür die kath. Studentenschast in der St. Maria-Viktoria-Kapclle zu Berlin.

riniuersitätS'Nachkkchten.

Ter ordentliche Professor der historischen Geographie an der Berliner Universität Tr. Wilhelm Sie gl in hat um feine Em,. ritierung.nachgesncht.

Lanvwirtschaft.

Landcsversammlung des hcssiichen Eefliigelzuchtvcrband-s.

ch. Bingen, 10. Mai.

In der heutigen Landesversanimlung jührte der Vorsitzende, Müller - Bingen, aus, daß die 6. Landcsgcflügclausstellung in Ofsenbach a. M. einen sehr guten Verlauf genommen hätte. Leider habe sich das Verhältnis des rhcinhcssischcn Provinzialoereins zur Landwirtschaftskammcr noch immer nicht besser gestaltet. Auch das des Provinzialvereins Starkenburg ließe manches zu wünschcil übrig. Dcr Jahresbericht schloß mit einem Vcrmüg.msbestande von rund 500 Mark ab. Bon dem Starkcnburger Provinzialoerbande war der Antrag gestellt worden, den Ve^r bandsbeitrag von 10 Big. sür Mitglied und Jahr um die^Hälste zu ermäßigen. Begründet wurde diese: Antrag damit, daß die Provinzialocreine die Hälfte ihrer Mittel dem Landesverband absührcn müssen.Der Provinzialverband O b e r h c s s e n sprach sich für die Beibehaltung der jetzigen Beiträge aus, da der Landesverband unbedingt ein größeres Vermögen haben müsse. Nach längerer Aussprache wurde der Antrag abgelcbnt. Dem Mainzer Verein wurde ein Ehrenpreis von 25 Mark gestiftet. Tic 7. Landesausstellung im Jahre 1915 wird in Bingen in der Fcsthalle abgehalten werden.

Den wichtigsten Punkt der Tagesordwung bildete die Frage der Taubcnsperrc während dcr Saatzeit. Nach dem Feld- und Wcildgesetz vom 13. Juli 190 t müssen alle Tauben während der Saatzeit cingesperrt werden. Dem Taubenzüchtcr entstehen hier­durch bei der Zucht große Nachteile, besonders bei den sogenannten Liebhabertauben, die ja überhaupt nicht auss Feld sliegcu würden. Aus diesem Grunde beaustragie die Versammlung den Vorstand bei den maßgebenden Stellen auf eine Aenderung dieser Bestim­mung hinznwirken. Es wtirde ein Ausschuß gewählt, der sich mit der weiteren Bearbeitung dieser Frage beschäftigen soll.

Meteoro logische veobachtunge n der Station Sieben.

Mai

1911

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Niederschlag: 2,0 mm.

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