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den Reichskanzler eine iif den wärmsten Ausdrücken ge­haltene Beileidsdcpesche.

Die Trauerseier findet am Mittwoch um 12 Uhr im Kanzlerpalais, die Beerdigung am Donnerstag um 23/» Udr von der Kirche in Hohcnftnow aus in engstem Kreise statt. Der Kai se r will sich bei der Trauerfeier durch den Prinzen Eitel Friedrich vertreten lassen.

Eiu Telegramm des Grafen tzertling

München. 11. Mai. Der Vorsitzende des bayrischen Ministerrats Graf v. .tzertling sandte an den Reichs­kanzler folgendes Telegramme Tie sttachricht von dem tzinscheiden Ihrer hochverelwten Gattin orschütlerte meine Frau und mich aufs tiefste. Wir bitten Euer Exzellenz, den Ausdruck unserer innigsten und herzlichsten Anteilnahme entgegenznnehmen. Möge der allmächtige Gott Ihnen und den Ihren in der schweren Zeit mit seinem Tröste nahe sein und Ihnen Kraft und Starke geben, das furchtbare Schicksal zu tragen. In aufrichtiger' Verehrung und Mitgefühl: Hertling.

Die Kaiserin

sprach am gestrigen Montag im Reichskanzlervalais vor, um dem Reichskanzler ihr Beileid auszudnicken. Tie Kaiserin veriveilte einige Zeit im Sterbezimmer und legte dort Blumen nieder.

In derNorddeutschen Allgemeinen Zeitung" schreibt Pro- scssor Dr. Ernst Franckc: Auch wir Sozialpolitiken buben wahrlich Grund, beim öinfefteiben der Frau b. Bethmann Hollwcg zu trauern. Sie Ivar nicht nur von regem Miigesühl «mH innigem Verständnis für die Not und das Ringen der Schwa- chen und Bedürstigcn enütlt, sondern hat onrfV mit ihrer Persön­lichkeit sich in dci, Dienst sozialpolitischer Arbeit gestellt. So lat Frau v. Bethmann Hollweg der deutschen Heimarbeitsaus- stellung 1906 in Berlin ihre aufrichtige Teilnahme zitgewendet. Als aus dieser Ausstellung dann >als eine ilner Folgen der deutsche Käuferbund im Jalzre 1907 entstand, übernahm Frau b. Betlmiann .tzollwcg. deren Gemahl damals Minister des Inner» war, das Amt der erften Vorsitzen den, das sie auch beibehiclt, als sie kurz daraus in die Wilh.lm'straße iRejchsamt des Innern' über siedelte. Auch als Gattin des Reichskanzlers hat sie diesen und verwandte» Bestrebungen die wärmste Teilnahme stets bewahrt, immer mit Rat und Tat zur Hilje bereit. Wer, wie der Unter­zeichnete, einige Jahre mit dieser edlen, warmherzigen Frau IN gemeinsamer Arbeit der sozialpolitischen Fürsorge gestanden ist, weiß, wie ernst und treu sie ihre Ausgaben und Pflichten in der Führung der Geschäfte genommen hat. Es war ihr gar^nicht um die äußere Repräsentantin zu tun, sondern nur um die Förderung der Sache, um die Milderung von Mißständen, lim die tzilse der Bedrängten. Das Andenken an diese edle Fra» wird auch von Uns Eozialrcsormcrn in Dankbarkeit hochgchalten werden.

Der Uaiser in Metz.

Metz, 11. Mai. Heute vormittag 10.10 Uhr trafen mit dem fahrplanmäßigen Zuge mit einiger Verspätung der neue Statthalter v. Dallwitz und der Staatssekretär Graf v. Rödern ein, wo sie von dem Bezirkspräsidenten, dem Polizeipräsidenten und dem Kommandierenden General be­grüßt wurden. Tann fuhren die Herren im Automobil des Bezirkspräsidenteil zum Bezirkspräsidium. Um 11.50 Uhr wird der Kaiser, von Braunschweig kommend, hier ein- tresfen.

Metz, 11. Mai. Der kaiserliche Hofzug lief Punkt 11.50 Uhr auf dem Hauptbahnhof ein. während von den Forts die Kanonen den Begrüßunqssalut niederdonnerten und die Kirchenglocken in der Stadt läuteten. Der Kaiser entstieg dem Hoszug und begrüßte zunächst den Statthalter und darauf den Kommandierende» General, der Meldung erstattete, alsdann den Polizeipräsidenten. Sodann begab sich der Kaiser durch die EnrpsangShalle auf den Bahnhofs­vorplatz, von wo er sich sogleich mit den zuui Empfanfl erschienenen Herren sowie dem Gefolge in den bereitstehenden Automobilen zur Kaserne des KvnigS-Jnfanterie-Regiments Nr. 145 in Montigny begab, mv das Regiment auf dem Kasernenhose Parade-Aufstellung genommen hatte. Nach Abnahme der Parade nahm der Kaiser im Osfizicrskasino des Regiments das Frühstück ein, worauf im Automobil die Abfahrt zur Besichtigung der Befestigungswerke der ivestlichen und nordwestlichen Front von Metz erfolgte. Das Wetter war regnerisch, klärte sich aber später auf.

Die Vermittlunasversriche in Mexiko.

Washington, 10. Mai. Es wird gemeldet, daß die Vermittler noch immer versuchen, Earranza zur Teilnahme an den vorläufigen Vermittlungsverhand­lungen zu bewegen. Earranza sott in veränderter Form eine neue Einladung zur Entsendung von Vertretern nach Niagara Falls erhalten.

Eine Beschwerde über amerikanische Truppenlandungen.

Mexiko, 11. Mai. Der Minister des Aeußeren Ruiz protestierte bei den Friedensvennittlern in Washington, daß einige amerikanische Torpedoboote und ein Transportschiff in der Höhe von Lobo Island zwischen Tampico und Bcracruz erschienen seien und Truppen gelandet hät- t c n, welche den Lcuchtturmwächter verhafteten, aber.nachher wieder sreilicßcn. Ruiz ersuchte um Vorstellungen bei den United States.

Washington, 11. Mai, Der Doven der Fricdensvcrmitt- ler Tegama hatte gestern im Weißen Hauke eine Besprechung mit Wilson: man glaubt über den.Zwischenfall von Lobo Island. Es wird erklärt, daß Huerta außer dem Befehl, die Leuchtfeuer an der vacisischcn Küste auSzulöschcn, ähnliche Anordnungen auch für die atlantische Küste gegeben habe. Die Besetzung von Lobo Island dürste eine Vorsichtmaßrcgel zwecks Schutzes der gesamten Schiss- sahrt darstellcn. Demgemäß wird eine Beschwerde Huertas über die Verletzung des Waffen st ill st andes für ungerechtfertigt angesehen. Bon zuständiger Seite wird erklärt, daß der Richter am obersten BundeSgcricht Lamar und ein bekannter Rechtsanwalt namens Lckhmann, die Vereinigten Staaten in der Friedensvermitlclungs - Konserenz in Niagara Falls vertreten werden.

Die Schlacht bei Tampico.

I u a r e z , 11. Mai. Nach hier eingegangencn Meldungen tobt bei Tampico die wilde st- Schlacht der ganzen Re­volution. Eine Anzahl von Oeltanks und ein Teil der Stadt brennt. Ter brrtische PanzerkreuzerEssex" ist eiligst nach Tampico abgegangcn,

Flüchtlinge.

Bcracruz, 11. Mai. Gestern traf aus der Hauptstadt ein Zug mit einigen amerikanischen und etwa 100 deut­sch e n u n d französischen Flüchtlingen hier ein. Die Engländer und die Deutschen in der Stadt Mexiko haben sich zur Verteidigung bereit gemacht. Wie gemeldet wird, ist von 4000 Mann Truppen, die Huerta bei Saltille stehen hatte, der größte Teil zu den Insurgenten übergcgangcn.

Die tage in Albanien.

Durazzo, 1l. Mai. Die Milizbildung schreitet erfolgreich rn Koritza fort. Bereits 400 Mann sind aus Dibra, 1000 ans Elbassan, 200 aus Starowa eingetrofsen. Tausend Freiwillige aus Tirana unter Abdiresiki und Mn- rad Bey Toptani sind aus dem Marsche nach Koritza, Die Regierung hofft, dort in werrtgen Tagen über 5000 Bewaff­

nete zu verfügen. Die Zahl dürste noch erheblich wachsen; auch 12 Maschinengewehre sind unterwegs dorthin.

DieAlbanische Korrespondenz" meldet aus Val 0 na, daß auf Befehl des Fürsten vom 7, Tstai ab die Feindseligkeiten auf der ganzen Linie ein­gestellt worden sind.

Deutsches Aeich-

JnderFragederVerständigungwegender Besoldnngsnovelle hängt die irntscheidnng vom Zentrum ab, bas über die endgültige Stellungnahme erst in einer Fraktionssitzung am Mittwoch vormittag be­schließen wird.

Skrrslanv.

Die Franzosen in Marokko. Aus R a b a t_ vom 11. Mai wird gemeldet: Tie Kolonne Gouraud beschloß, sich in den Besitz des Bergrückens von Taza zu setzen, um die Verbindung mit den aus Ostmarokko kommenden Kolonnen zu gewinnen, Ter Bergrücken von Zul wurde besetzt. Gouraud teilte seine Truppen in drei Kolonnen und schickte Flieger gegen den Feind, deren Bombenwürie eriolgrcich waren. Tic Zul setzten den von der Ar­tillerie gut unterstützten Franzosen nur geringen Widerstand ent­gegen. Um 8 Uhr morgens beiand sich Gouraud aus der Mitte des Bergrückens und lagerte abends bei Ucd Amilid, wo er eine Lebens­mittel-Niederlage errichten wird, die letzte auf dem Wege Fez Taza. General Lvauteh stellte die Verbindung mit Ostmarokko her.

Aus Stadt und LanS.

Gießen, 12. Mai 1914.

Rückgang des Fleischbkdarss.

st Uns liegt eine amtliche Statistik über die Schlach­tungen im Gießener Schlachthos vor, welche die Jahre 19001913 umfaßt und die weit treffender den Beweis liefert, daß der Fleischverbrauch in unserer Stadt erheb­lich, und zwar nicht nur in der Menge, sondern auch in der Qualität, abgenommen hat, als dies bisher bei den ver­gleichenden Mitteilungen über die Schlachtungen in Gießen, die nur immer kürze Zeiträume umfassen, möglich war.

Vorausgeschickt mag werden, daß die Einwohnerzahl unserer Stadt im Jahre 1900 nach der Volkszählung rund 25 500 Seelen betrug und heute sicher nicht weniger als 32 M0 umfaßt. Sie hat also eine Vermeh-rung von 6500 Men­schen erfahren, welche Zunahme etwa Vs der Einwohuerzahl von 1900 beträgt.

Nach der Stattstik des Schlachthofes wurden im Jahre l9M im ganzen 2888 Stück Großvieh für Gießen geschlachtet. Hätte der Bedarf in Rindfleisch während der 14 Jahre, die wir zum Vergleich heranziehen, mit der Vermehrung der Bevölkerung gleichen Schritt gehalten, so wäre im Jahre 1913 eine Schlachtung von 3610 Stück Großvieh erforderlich gewesen. Tatsächlich wurden aber im letzten Jahre nur 3250 Stück geschlachtet, oder 362 Stück mehr als vor 14 Fahren, so daß danach ein Weniger von 360 Ochsen, Butten, Rindern und Kühen zu verzeichnen ist. Der Wenigerverbrauch an Fleisch von diesen Tieren erhöht sich aber noch, wenn man bei dem Vergleich die Buttenschlach­tungen außer der Betrachtting läßt, welche sich in den Ver­gleichsjahren von IM Stück auf 250 vermehrt haben. Das Fleisch der Bullen kommt aber, nne jede Hausfrau bestätigen wird, als Fleisch für Kochzwecke nicht in Betracht. Bullen- fleisch wird in der Hauptsache zur Wurstfabrilätion ver­wendet. Wenn inan nun, entsprechend der Vermehrung der Bevölkerung, die Zunahme der Bullenschlachtungen für den in Frage kommenden Zeitraum in Abzug bringt, dann bleiben immer noch 125 Stück übrig, die dem Mrndcrver- brauch von 360 Stück Großvieh in unserer Stadt hinzuzu- zühlen sind, weil diese vermehrte Schlachtung von 125 Butten als Wurst verarbeitet nach außerhalb zum Versand kommt, woraus wir später noch zurückiommen werden. Hiernach haben wir festgestellt, daß in unserer Stadt jährlich eiu Ausfall von rund 475 Stück Großvieh für das Jahr 1913, aber auch für 1912 zu verzeichnen ist, ein Ausfall, dem kein Ersatz in anderen Viehgattungen entgegengestettt werden kann.

Bedenklich aber ist die Feststettung, daß die Schlach­tung der qualitätsreichen Ochsen in den Vergleichsjahren von rund 13M im Jahre 1900 auf rund 1100 Stück 1913 zurückging. Dagegen haben sich die Schlachtungen von Rin­dern, die in der ©iite als Nahrungsmittel den Ochsen gleich­zurechnen sind, mit rund 1200 in 19M aus demselben Stand erhalten. Der Bedarf der um 1/5 vermehrten Gießener Be­völkerung wurde teilweise gedeckt durch Kuhfleisch, welches nicht einmal in bester. Qualität bei uns geschlachtet wird. Der Verbrauch an Kühen hat sich von 266 Stück im Jahre 1900 innerhalb der letzten 14 Jahre beinahe verdreifacht. Ihre Zahl betrug 1913 732 Stück,

Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß unsere Bevölkerung zu ihrer Ernährung von dem als kräftiges Nah­rungsmittel vorzuziehenden Genuß des Ochsen- und Rind­fleisches teilweise absehen mußte und zum Genuß von dem minder qnalitätsreichen Kuhsleisch übergegangen ist.

Ein stark begehrtes Nahrungsmittel ist Fleisch Pom Kalbe, wenn es zu einigermaßen angemessenem Preise an- geboten wird, was übrigens auch aus der uns vorliegenden Statistik ersichtlich ist. Tatsache aber ist, daß in Gießen in den beiden letzten Jahren der höchste Tiefstand in Kälber­schlachtungen innerhalb der letzten 14 Jahre erreicht wurde. Während nämlich 19M 25 500 Einwohner das Fleisch von ipmd 65M Kälbern verzehrten, stellt sich der Verbrauch für 1912 und 1913 bei 32 000 Einwohnern, die in unserer Stadt leben, auf nur durchschnittlich 58M Kälber im Jahre. Das bedeutet einen Ausfall von 2350 Kälbern, Genau so steht es mit dem Genuß von .Hammelfleisch. Trotz der Vermeh­rung der Bevölkerung um r/z und trotz des Mankos im Verbrauch von Rind- und Kalbfleisch haben die Schlach­tungen von Schafen innerhalb der 14 Jahre, die wir im Auge haben, in Gießen nicht zu-, sondern um 1/5 ab ge nom­men und zwar von 1250 Tieren im Jahre 1900 auf 1000 Tiere 1913. Das ist ein Weniger von rund 550 Sttick ent­sprechend der Vermehrung der Bevölkerung.

Die Schlachtungen von Schweinen haben sich von 10678 des Jahres 19M aus rund 12 5M für 1913 vermehrt. Dar­nach scheint es, daß der Genuß von Schweinefleisch und Wurstwaren in unserer Stadt mit der Bevölkerungszunahme wenigstens annähernd gleichen Schritt gehalten hat, doch' ist dies nur scheinbar der Fatt.

Mehrere unserer Metzgermeister haben seit dem Jahre 19M große Kapitalaufwendungen für Maschinen gemacht, mit denen man rationeller arbeiten kann, als wenn man die Schweinemetzgerei nur handwerksmäßig betreibt. Das in den Maschinen angelegte Kapital ist aber nur gewinn­bringend, wenn der Betrieb sich groß gestaltet. Da der Wurstbedarf sich in Gießen nicht der Leistungsfähigkeit der Betriebe entsprechend vermehrt hat, woran auch die hohen Ladenpreise für Wurst und Wurstwaren die Schuld tragen, so ist man vereinzelt dazu übergegangen, die hergestellte Wurst nach außerhalb an Wrederverkäuser

abzusetzen, natürlich mit einem erheblichen Preis­nachlaß gegenüber deni Gießener Ladenpreis. Dieser Absatz, der sich besonders nach dem Industriegebiete wendet, hat einen sehr bedeutenden Umfang angenommen und bildet bei einigen unserer Metzger, die ihren Betrieb auch selbst als Fabriken bezeichnen, einen ivirtschasllichen Faktor. Es läßt sich nun nicht Nachweisen, wieviel Schioeine, die im Schlachthos jährlich geschlachiet loerden, als Fleischnochrung für Gießen nicht in Betracht kommen. Ein Metzger selbst schätzte diese Zahl auf 2M0. Trifft dies zu, jo habe» auch die Schweiueschlachrungen in unserer >-tadt entsprechend' der Vermehrung unserer Bevölkerung von 19M bis 1913 nicht gleichen Schritt gehalten, sondern sind ebenfalls um rund 2000 zurückgeblieben.

Wenn man diesen Rückgang der Schlachtungen in ollen Viehgaklungen, der zahlenmäßig sestfteht, sürGießen be- trachiet, dann niuß man zugeben, daß der Fleischlgenuß unserer durchschnitrlich wohlhabenden städtischen Bevölke­rung erheblich zurückgegangen ist.

** Sie Gr 0 ßherz 0 gin empfing am Sonntag vor­mittag 11V- Uhr im Neuen Palais den Direktor des Großh, Realgymnasiums zu Gießen Tr. Saut.

** Offene Stellen. Erledigt ist die Stelle eines Steueraussehers bei dem Großh. Hauptsteueraint Darm- stadt und die Stelle eines Zuckersteueraufsehers bei dem Großh. .Hauptsteueraint Worms, ^

** Tagung Evangel, Arbeitervereine in Gießen. Tie Evang. Arbeiter-, Gesellen- und Männer- vereine Lutzbach, Gießen, Homburg v. d. H, Marbüpg, Salzböden und Wetzlar hielten am letzten Sonntag im Vereinslolal des Evang, Arbeitervereins Gießen eine Ta- gntig ab, zu der auch der Vorsitzende des Mittelrheinischen Verbands Evang. Arbeitervereine, Pfarrer Schmitt- Höchst, sowie Sekretär Wilhelm-Höchst erschienen waren. Nach einer Begrüßungsansprache durch Oberbibliothekar Dr. Heuser-Gießen und Erstattung des Jahresberichts wurde Gießen auch für die nächsten 3 Jahre als Vorort be­stimmt. Als Vorsitzender wurde Oberbibliothekar Dr. Heuser-Gießen wiedergewühlt, während der zweite Vorsitzende von Butzbach, der Schriftführer von Gießen gestellt werden soll. Besonderes Interesse fand ein Vortrag von, Sekretär Wilhelm-Höchst über dieVolksver- sicherung der Evang, Arbeitervereine", Wäh­rend der Redner insbesondere die Zwecke und Ziele, sowie die Leistungen der VollsvWicherung behandelte, wurde iu der anschließenden A u s s s^ a ch e, an der sich die Herren Pfarrer Schmitt- Höchst, E t t l i u g e r - Homburg, S ch e U lenberger- Wetzlar, sowie Dr. .Heuser, Kirchner und Loh-Gießen beteiligten, die Art der Agitation erörterst Nach dem Vortrage von K. Weller-Gießen über das B e r t r a u e n s m ä n n e r s y st e m war man sich grund­sätzlich darüber einig, daß eine derartige Einrichtung nur für größere Vereine in Frage kommt, daß in diesen aber bei intensivem Arbeiten der Vertrauensmänner wesent­liches geleistet werden lann. Bei der Beratung über die Rechtsauskunftsstellen erläuterte H, Kirchner- Gießen die Bedeutung, ivelche die Rechtsausknnsts- stellen für die Vereine selbst, wie auch für die Ratsuchenden haben. Es herrschte Uebereinstimmung darin, daß auch für die Folge im Interesse der Ratsuck-enden dieser Einrichtung allseitiges Interesse entgegengebracht werden muß. Ms nächster Ort der Tagung wurde Homburg v, d, H, vor­gesehen und gleichfalls ein Familienausflng nach dort in Aussicht genommen.

Der Rote-Krenz-Tag wurde in allen Gemeinden de? GroßherzogtumS durch FestgotteSdienste, Blumcnverkaus und vaterländische Veranstaltungen gefeiert und hat manche bedeutende Summe für das Rote Kreuz erbracht. So ergab die Rote - Kreuz - Saninilung in Weickartshain, einem 435 Seelen zählenden Dörfchen im Kreise Gießen, 45,70 MkV gewiß ein grobes Opfer der nicht einmal wohlhabenden Be­völkerung. Von ähnlichen Erfolgen erzählt uns eine statt­liche Zahl von Berichten aus der Nähe und Ferne, so daß es uns unmöglich ist, alle diese Berichte wiederzugeben.

**DerRechnerverbanddesKreises Gießen hält am nächsten Donnerstag im Fe-lsenketter zu Gießen seine Hauptversammlung ab.

** Von der Ge Werbeausstellung Gießen. Die Bewachung der Ansstellungsgebände hat das Gießener Wach- und Schließinstttut (Heinrich Schmidt) für die Dag- nnd Nachtzeit während der ganzen Tauer der Ausstellung übernommen.

** Kleine Mitteilungen. Aus Frankfurt wird gemeldet: Im Biegwald beim Sladtteil Bockenheim fuhr am Mon­tag früh eine Abteilung Artillerie über den Bahn­übergang der Strecke HomburgFrankfurt, als plötzlich ein Eilzug heranbrauste. Der Lokomotivftihrer erkannte sofort die drohende Gefahr und brackne den Zug wenige Meter vor dem Ueber- gang, der sehr unübersichtlich ist, zum Halten. In der Nacht aus Montag wurden die Wirtschaftsgebäude des Landwirts Adam Greif in N r e b e 111 r f e 1 durch ein Groß jener eingeäschert. Der Feuerwehr war es in vielstündigcr^Arbeit möglich, die an­stoßenden Wohnhäuser und eine gefüllte Scheune vor der Vernich­tung zu bewahren. Ein in dem abgebrannten Pserdestall schlafender Knecht konnte im letzten Augenblick aus den Flammen geholt wer­den. Der Schaden ist bedeittend.> InWahlen wurde der Bahn-» agent Fischer zum Beigeordneten gewählt und bestätigt.

Kreis Lauterbach.

Die Krainfcldcr Mordtat.

Crainfeld, 12. Mai. DieKleine Presse" in Frank­furt verbreitet eine Nachricht, wonach sich der Verdacht, die Tat begangen zu haben, in den letzten Tagen auf eine der Familie Stein nahestehende Persönlich­keit aus Crainfeld gerichtet habe. Die Ermittlungen sollen sich jetzt nach dieser Seite richten. Wir können dazu melden, daß der Staatsanwaltschaft von dieser Nachricht nicht das geringste bekannt ist. Tie Meldung ist also voll­kommen aus der Luft gegriffen.

Kreis Schotten.

Ä Wetterfeld. 11. Mai. Nach Beschluß des Ge- meinderats sott hier ein S ch n l h a u s mit Lehrerwohnung erbaut werden.

Kreis Friedbcrg.

25. Verbandstag hessischer Vorschuß, und Kreditverelne.

QButzbach, 1l. Mai, Der 25. Verbandstag hessischer Vorschuß- und Kreditvereine hat heute seinen Anfang ge­nommen mit dein g oldnen In helfe st edes hiesigen Vorschußvereins. Bereits heute mittag und nach­mittag trafen aus den drei Provinzen weit über IM Ver­treter der Brudervereine ein. Auch der Verbandsanwalt des deutschen Verbands, Professor Dr. Krüger aus Ehar- lottenburg und der Vorsitzende des Unterverbands, Justizrat Dr. Harnier ans Kassel sind eingetrofsen. Reicher Flag- aenschmuck begrüßte die Gäste. Heute abend fand Fest- k 0 m m e r s statt, verbunden mit dem 50jührigeu Stiftungs­feste des hiesigen Borschnßvereins, Bon den 70 Herren, die