Einzelbild herunterladen

ffngffcrnndj ,st Feilt Fortschritt, sogar leilmctfc ein« Verschsrchtrning * tilgen Zu>wndes. Derartige- muß durch Gesetz ge- e g e 1 t werden. Die Kommandogewalt hat damit garnichts zu lun. Gegen ein P r c , s 7 o u re a u ,m K r i e g s m i n i st c r i u m. <a« lediglich Zeitungen liest und Informationen erteilt, hat nie­mand etwas cinzuwenden. Aber dieses Bureau hat P a m p h l 1 1 c 0cgen alle Parteien des Reichstages, ausgenom­men die Konservativen, verschickt AIS Muster scheint dem Kriege- minister die ..Marinerundschau" vorzuschweben, die in ganz ge­waltiger Weise sehr geschickt die öffentliche Meinung beeinflußt. Derartiges wollen wir nach den gemachten Erfahrungen aber iiicht. ^us dem Auskunftsburcau würde wieder eine offiziöse M e i n u ii g s f a b r i k werden.

Das kaufmännische Leben kann verabschiedete Offiziere doch nut rn beschränktem Matze verluenden. Neuerdings melden sie sich sogar bei den Gewerkschaften. Soll die Gewerkschaft den ^'odschiodeten Offizier etwa zu Streikposten verwenden? (Gro^e Heiterkeit.) Aus den nichtigsten Gründen wird die g r o tz e S ä g e der Pensionierung in Bewegung gesetzt. B>ir habeii über 900 pensionierte Generale. Sie könnten einen eigenen Kricgerverein gründen. (Heiterkeit.) Anstatt dessen machen sie sich nachher unangenehm bemerkbar, die Herren Kenn, Wrochem, Kracht, der nachher ausgcrissen ist. Ein General ist ve-ch keine militärische Autorität an sich. Es gibt auch Hof- generale. Wir haben einen General, der es im aktiven Dienst bis zum Leutnant gebracht hat Herrn von Bethmann Hollweg. (Gcotze Heiterkeit.) Jetzt sollen die Gardeosfiziere einen besonderen wissenschaftlichen Drang haben. Damit wird wieder ein neuer Unterschied zlvischcn Garde- und Pcovinz- oftizicren geschaffen. Mit dem interessanten General Deimling müssen wir uiis jedes Jahr beschäftigen. Er hält Angriftsreden gegen unseren französischen Nachbar und wohnt an der Spitze seiner Oftiziere einer Hetzrede im Stratzbnrger Wehrverein bei. Das ist Politik in der Armee. Ueber den Fall des Redakteurs Stoecker ist der Kriegsminister ebenfalls falsch unterrichtet. Datz man die Betätigung für unsere Partei als unmoralisch bezeichnet, diese Beschimpfung verbitten wir uns. (Lebhaftes Sehr richtig! bei den Soz.)

Ties Wort wird dem Kriegsminister keine guten Früchte bringen? Sind etwa die republikanischen Offiziere Frankreichs und der Schweiz unmoralisch? In der Schweiz hat ja sogar ein sozialdemokratischer Offizier bei Ihrem obersten Kriegsherrn Wache gestanden. Die heutigen Massenheere werden sich im Kriege nicht mehr ernähren lassen. Das haben die letzten Kriege schon bewiesen. Es entstand eine förmliche Anarchie, weil die Truppen nichts zu essen hatten. Die Gneisenau und Scharnhorst waren Antimilitaristen, waren Re­former wie wir. Das Heer von 1818 war ein Volksheer. Die schlesischen Leineweber haben die Schlachten geschlagen, nachher bei der Parade waren sie dem König zu schäbig angezogen. Die Völker wollen den Frieden gegen die bramarbasierenden General, und chauvinistischen Zeitungen. Es ist eine furchtbar leichte Sache, im warmen Zimmer am Schreibtisch zu sitzen und für da- Vaterland zu sterben. (Heiterkeit.) Sollen wir die Gewehre be­willigen, mit denen möglicherweise aus uns geschossen werden soll? Die Angriffe des Kriegsministers berühren uns nicht. Die Soz i a l d e m o k r a t i e steht viel zu hoch, als datz der Kriegsminister sie beleidigen könnte. (Vizepräsident Dove rügt den Ausdruck.) Wir werden den Kamps gegen den Kriegsminister und seine Veftvaltung mit aller Schärfe weitersühren. Und Sieger bleiben wir. (Beifall der Sozd., Lachen rechts.)

Krieasminister v. Falkenljassn:

Nur einige tatsächliche Feststellungen: Ich habe nicht die Sozialdemokratie unmoralisch genannt, sondern alle die Bestrebungen, das Heer, den Schutz unseres Vaterlandes, zu desorganisieren. Der Abgeordnete hat mich gefragt, ob ich denn die Reden des hier vielgenannten Stöcker gelesen hätte. Der Herr Abgeordnete ist vielleicht nicht darüber orientiert, datz der­artige Angelegenheiten von den Zivilersatzbchörden in Gemein­schaft mit den Militärersatzbehörden von unten herauf bis zum obersten untersucht werden. Herr Stücklen hat dann gesagt, es hinge von dem Chef des Militärkabinetts ab, wann die nächste Militärvorlage komme. Der Chef der Militärverwaltung hat mit den Militärvorlagen in seinem Arbeitsgebiet nichts zu tun. (Lachen der Soz.) Es wurde dann erklärt, es wäre er­staunlich, daß wir 38 000 Taugliche übig behalten hätten. Wahr­

scheinlich hätten wir die tauglichen von drei Jahren zusammen­gezählt. Das trifft nicht zu. Im vorigen Jichre blieben 38 000 Taugliche übrig. Und zwar ist das der Fall, tveil früher ent­sprechend dem Bedarf ausgehobcn wurde. Durch eine Verfügung meines Vorgängers im Jahre 1905 wurden die Er» sahbehörden erst angewiesen, daß sie alle Tauglichen auf drc Tauglichkeitslisten zu setzen hätten.

Dann hat der Abgeordnete, um die schrecklichen Zustände in der Armee zu schildern, darauf hingewiesen, datz seit 1870 über 50 000 Jahre Zuchthaus und Gefängnis verteilt worden wären. ES ist schade, daß er nicht bis zum Jahre 1763 zurückgegangcn ist. dann wäre die Zahl noch größer. (Heiterkeit rechts.) Im übrigen entbehren die Zahlen jeder Unterlage, denn die Kriminalstatistik über die militärischen und diejenige über die bürgerlichen Delikte enthält keinerlei Angabe über die Höhe der wegen einzelner Straf­taten erkannten Strafen. In der Tabelle der Kriminalstatistik für das Heer sind nur gewisse Grenzen bei den einzelnen Frei­heitsstrafen angegeben, nicht aber die Höhe der einzelnen Strafen.

Herr Stücklen hat dann darauf hingewiesen, datz d i c Selbstmorde in der Armee durch die schrecklichen Miß- Handlungen gesteigert werden. Die Sclbstmordziffer in der Armec beträgt für die letzten 10 Jahre 0.34 Proz. und für die Zivilbe­völkerung beträgt sie 0.36 Proz. (Hört, hört! rechts. Unruhe der Soz. und Zurufe: Beim Militär handelt es sich nur um junge Leute!) Auch bei der Zivilstatistik sind nur Leute im Lebens­alter von 20 bis 25 Jahren berücksichtigt. Es wurde dann bin- gewiesen auf die Verabschiedung eines Offiziers, der eine Zeit, lang geisteskrank geivescn wäre. Eine einmal überstandene geistige Krankheit macht seid- und garnisondienstunfähig. Ter Redner hat ferner hier darauf Bezug genommen, datz gestern von einem Redner neue Kavallerieregimenter verlangt wurden, um dann an ihre S» itze Kavalleriedivisionsstäbe zu stellen. Ich mache darauf aufmerksam, datz diese Kavallerieregimenter ja be­reits vorhanden sind.

Karriere der Offiziere der Bekleidungsämter nuM ebenfalls km Auge behalten werden. Die Beförderungsverhält­nisse find heute sehr wenig aussichtsvoll trotz des schwierigen Examecrs, dem sich die Herren unterziehen müssen.

Kriegs mini st er d. Falkenha.m:

Die sehr dankenswerten Anregungen des Vorredners werden von der Heeresverwaltung in der eingehendsten Weise geprüft werden.

Ein Vertagungsantrag wird angenommen.

Abg. Dr. Liebknecht (Soz.) versucht in einer persönlichen Bemerkung in längeren Ausftihrungen über die Stuttgarter sozialdemokratische Jugendkonserenz zu sprechen.

Präsident Dr. Kaempf:

Infolge der zahlreichen längeren persönlichen Bemerkungen der letzten Tage, habe ich festgestellt, was seit Beginn des Reichstags als persönliche Bemerkung bezeichnet wurde. Sie soll eine Abwehr gegen einen Ang.iff sein, aber nicht neue Angriffe bringen. (Sehr richtig!)

Abg. Dr. Liebknecht:

Woher stammte die Notiz 'des Kriegsministers? (Ein Kom­missar überreicht dem Redner eine Zeitung. Große Heiterkeit.) Sie stand also in der ..Täglichen Rundschau", im Fe- bruar dieses Jahres. (Als der Redner weiter ausführlich über die Jugendkonfercnz spricht, erklärt Präsident Tr. Kaempf: Ich kann Ihnen das Wort hierzu nicht lucitcr lassen! Lebh. Beifall.)

Dr. Liebknecht wirft dem Kriegsminister Verständ­nislosigkeit hör und erhält einen Ordnungsruf.

Freitag 10 Uhr: Anfrage, Antrag Speck, Militäretat.

Schluß 1% UHL

Abg. Astor (Zentr.):

Die zweite Brandrede, die wir heute gehört haben, hat keinen Eindruck gemacht und wird auf das deutsche Volk keinen Eindruck machen. (Lebh. Beifall von rechts und in der Mitte, Un­ruhe b. d Soz.) Unser Volk wird sich seine Freude und sei­nen Stolz an der Armee nicht verkümmern lassen. (Un­ruhe und Lärm b. d. Soz., Lebh. Beifall auf den übrigen Bänken.) Wir sind auch gegen Mißhandlungen. Wir vertrauen aber darauf, daß es gelingen werde, sie cinzudämmen. Es lebt ein guter Geist in der Armee, und so lange er besteht, können wir auf lange Jahre hinaus sagen: Lieb Vaterland, magst ruhig sein. (Lachen und ironische Hurrarufe.) Die Wahl von 1907 hat konfessionelle Zwistigkeiten in die Kriegervereine getragen. Viele brave deutsche Krieger sind damals durch die Agitation in ihrem Innersten ver- >etzt worden und deshalb aus dem Kriegerbund ausgetreten. Wir haben Vertrauen zum Kriegsminister und bitten ihn, diese Spaltungen zu beseitigen. Eine äußere Einigung, die der inneren folgen mutz.

Abg. Dr. Goetting (Natl.):

Die sozialdemokratischen Reden werden höchstens jenseits der Grenzen bei den Franzosen Freude Hervorrufen. Die Zaberner Ereignisse sind doch nur eine Episode, die durch schnelles Ein­greifen bald geschlossen werden konnte. Die Nachwirkungen wer­den wir hoffentlich bald überwinden. Die Einigung der Krieger­vereine und die Belebung der Jugendbewegung können dazu dienen. Die Regelung des Wasfengebrauchs ist angemessen. Den alten Offizieren sind wir Tank schuldig und müssen deshalb alle Fürsorge für sie haben. Die Einrichtung der Bezirkskom­mandos könnte in dieser Richtung reformiert werden. So ist z. B. nicht einzusehen, weshalb die Bezirksoftiziere nicht aktive Offiziere bleiben sollen. Zu begrüßen ist, daß der Kriegsminister sich der Sanitätsoftiziere annehmen will.

Wir wollen jetzt aber auch der Veterinäroffiziere gedenken. Die Bedeutung ihrer Tätigkeit hat sich bedeutend gehoben. Das mutz auch Ausdruck in ihrer Stellung, den Rangverhältnissen usw. fan­den. An die Spitze des Veterinärwesens sollte, wie beim Sanitäts­dienst, ein Fachmann gesetzt werden. Hoffentlich gelingt es. die auch hier bestehenden Lücken rasch auszufüllen. Die neue

Märkte.

(In einem Teil der Auslage imederholt.) ke. Frankfurt a. M. V i e h b o f in a r k t b e r i ch t vorn 7. Mai. Austrieb: Rinder 152, Ochsen 56, Bullen 1, Kühe und Färsen 65, Kälber 842, Schale 103, Schweine 948.

Tendenz: Kälber und Schafe ruhig, Schwei.,e rege, wird geräumt. Preis für 100 Psd.

Lebend- Schlacht­gewicht

Kälber. Mk. Mk.

Reinste Mastkälber ... ...... 60-66 100110

Mittlere Mast- und beste Sauikälbrr. . . . 55-58 98-98 Geringere Mast» und gute Saugkälber ... 5053 8592

Geringere Saugkälber......... 4443 75-81

Schweine.

Vollsleischiqe Schweine von 80100 'c»

Lebendgewicht....... 46.0)49.00 60.0062.00

Vollfleischige Schwein; unter 30 k*

Lebendgewicht........ 46 0)48.00 60.0062.0-0

Dollflelschige Schweine von 100120 k;

Lebendgewicht . ....... 46.0049.00 60 . 00 62.00

Vollsleischige Schweine von 120150 c;

Lebendgewicht ....... 46.00-49.00 60 00-62.00

Sckte Soäever lllioewl-postllleo sind seit fast

I F Q y 5

Faijs

Fays

3 Gahrzehnlen bemährt bei Buslen, Beiserkeit,

Katarrh der buflmege elc.

ächte 5odener (Dineial-PasliHeit und nur

diese I raerden aus denbdrannlen, Don alters her zur hur uerordnelen Gemeinde - Beilquellcn Ho. Zu. IS des Bades Soden a.Taunus gewonnen, ächte Sodener (Dlneral-Pastiflen müssen Sie uetlangen, wenn Sie die wirksamen Salze der genannten Beilquellen haben wollen.

^ Uebercn zum Preise oon 85 Pfg. pro Schockte! zu babeu.

s

I

i

!

i

cs

N-

J