Einzelbild herunterladen

'Sie Stadtverordneten Versammlung erklärt, fmfi der Stadt ©iesen der Lau der Dahn unmöglich ist, insolange diese die Ent­schließung der Stadt Gießen hinsichtlich der Ausgestaltung ihres «trastenbahnnetzeS hemmenden Bedingungen aufrecht erhalten bleiben.

Vorstehender Beschlust soll dem Regierungspräsidenten in Koblenz und dem Btlrgermeister in Krofdors zur Kenntnisnahme übermittelt werden.

Stadtb W i n n meint, die Forderung bedeute einen Eingriff des preußischen Regierungspräsidenten in die Rechte der Stadt und emvsiehlt eine Beschwerde bei der hessischen Regierung Stadtverordneter ll r st a d t bedauert, hast dadurch auch die Aus­führung der Wiesecher Bahn gehemmt fei; Oberbürgermeister Me- cunr habe stets aus die Notwendigkeit hingewiesen, dast beide Bah­nen, die Wiesecher lind die Krofdiirser, zu gleicher Zeit gebaut wer- den müstten, da man dadurch große Ersparnisse machen nnirde, Oberbürgermeister Keller bezweiielt es, dast durch den gleich­zeitigen Ban erhebliche Ersparnisse zu machen sein würden.

Der Beschluß der Betricbsdeputatiou und des Berkehrsaus­schusses wird genehmigt.

Fahrpreis der Straßenbahn,

In der Stadiverorductensihnng vom 16. März^stellte Stadtv, Ebel den Antrag, es möchte eine Prüfung der Frage erfolgen, wie eine stärkere Freauenz der städtischen Strastenbahu zu erzielen sei. Betriebsdeputatiou ünd Derkehrsansschust haben sich eingehend nri! der Frage beschästigt und besünvorten nicht die Einfüh­rung von Abonnements, beantrage» dagegen eine Verbilligung der Fahrmarken, indem anstelle der bis­herigen 11 Marken 14 Fahrmarkea, für eine Mark ansgegeben wer­den sollen. Tue Ausschüsse meinen, dast gerade durch diese Ver­billigung der gesamte Verkehr gehoben würde, denn 1912 betrug der Gewinn durch Fayrmarken nur 12,9 Pro,, der Gesamtfahr- einnahnie, 1913 nur 11,6 Proz. Der Vertrieb der H-ahrmarkcn soll auch in Geschäften stattsinden. Mit der Einführung der Abonnements habe man in verschiedenen Städten schlechte Ersah- rungen gemacht.

Stadtv. Ebel hätte gewünscht, dast man mit Abonnements den Versuch mache, angesichts der vorgeschlagenen Verbilligung der Fahrmarken will er icdoch seinen Antrag sollen lassen. Er meinte, dast der Preis von ll) Psennigen für ein Gepäckstück zu teuer sei, man solle nur dann 10 Pfg. dafür nehmen, wenn das Gepäck den Raum einer Person in Anspruch nehnie,

Stadtv. Heichelheim ist gegen die Einführung von Abon­nement? ; aber auch von einer Erhöhung der Fahrkartenzahl aus 14 für 1 Mark verspricht er sich keinen Eriolg, es erscheint ilmr völlig ausreichend zu sein, wenn man sich zu der Ausgabe von 12 Fahr­karten entschließt.

Oberbürgermeister Keller widerspricht dem Vorredner, er erwartet eine erhebliche Steigerung des Verkehrs und empiiehtt den Antrag anzunehmen, zumal eS sich vorerst nur um einen Ver­such handele. Stadtv. Vetters rät, kein Mittel unversucht zu lassen, um den Verkehr zu steigern. Beigeordneter G r_ii n c io a I h meint, es müsse eine Gewölmung der Leute an die Fahrmarken Eintreten, dadurch würde man das Ziel erreichen. Er besiirchtet, dast mit den Marken ein Nebenhandel betrieben wird und emvsiehlt die Aufstellung von Automaten. Dem Stadtv. S ch a i s st ä d t erscheint auch die Einsührunq von zwölf Marken für ausreichend: den schlechten Verkehr sucht er nur darin, daß Gießen eben noch -ii klein ist.

Stadtv. Urstadt hält es für ausgeschlossen, daß man ge­gebenenfalls sväler von 14 Marken aus 11 Marken wieder zurückgeht, da dann das Publikum ein gewaltiges Geschrei erheben würde. Von diesem GesichtSvunkte ans sei er für 12 Marken. Er gibt den Rat, doch zugleich versuchsweise Abonnements einzu- sührcn. Die könne man leicht wieder aulfteben, da sie nur einen kleineren Kreis beträfen.

Ter Vorsitzende erklärt, daß ein Rückgriff auf 11 Marken, wenn er sich als nötig erweist, durchaus kein Wagnis sein tverde, da andere Städte noch viel höhere Wechsel hätten eintreten lassen. Stadtv. Friedberger ist für den Antrag, hätt jeovch die finanzielle Seite des Unternehmens für bedenklich. Seiner Rech­nung nach müßten bei den neuen Preisen 1000 Personen mehr als bisher die Bahn benutzen, wenn dieselbe Ertrag erzielt Iverden soll, wie bisher.

Stadtv. Sommer stellt sich auf den Boden des Antrages und äußert technische Bedenken gegen die Einführung von Abonlic- MeritS. Stadtv. Ebel und Wimmenauer treten für vier- zehn Marken ein. Auch Stadtv. Heichelheim hält seinen Vorschlag nicht aufrecht, sondern befürwortet die Lieferung von 14 Marken für.1 Mk. ' I

Die Abstimmnng der beiden vorliegenden Anträge der Ausschüsse ergab:

1. N i ch t einführung von Abonnements: gegen eine Stimme angenommen;

2. Ausgabe von 14 Fahrmärken für 1 Mk.: gegen eine Stimme angenommen.

Diese neue Regelung wird voraussichtlich am> 1. Juni in Kraft treten. '

Beförderung von Sunden auf der Straßenbahn.

Die Betriehsdcvutation und der Vcrkchrsausschust empfehlen einen Antrag, wonach widerruflich die Mitnahme von Hunden in die Straßenbahn zu genehmigen sei. Tie Ausschüsse haben dazu eine Reihe von Sonderbestimniungen ausgestellt. Für die Hunde, die aus der vorderen Plattform Platz finden sotten, muß der volle Fahr­preis eines Erlvachsencn entrichtet werden.

Beigeordneter Grüncwald stimmt dem Anträge zu, weil cs eine Tiergnälerei sei, Hunde hinter dem Wagen nachlausen lassen, wie das vielfach geschehe. Es werden sicher Unannehmlich­keiten eintreten, aber einen Versuch sollte man anstetten. Stadtv. Heichelheim befürchtet große Unrnlänglichk.iten, er stimmt gegen den Antrag.

Oberbürgermeister Keller teilt mit, daß eine Umfrage er­geben habe, daß in den meisten hessischen .Städten Hunde In der Straßenbahn zulässig seien. Stadtv. Llöbcr spricht mr den Antrag. Stadtv. Vetters ist nur dafür, daß man solche Hunde mit in den Wagen nehmen darf, die getragen werden können. Eine Tierquälerei bei Nachläufen erscheine ihm nicht erwiesen zu sein. l

Stadtv. Urstadt hegt Bedenken dagegen, daß Hunde aus der vorderen Plattform untergebracht werden, da sie den Vrekechr behindern. Der Vorsitzende hält ihm entgegen, daß es noch be­denklicher wäre, wenn die Hunde durch den Wagen aus die hintere Plattform geführt würden

Stadtv. Sommer stellt solgendcn Antrag zur Ergänzung des Antrages der Ausschüsse:

Große Hunde sind ans Weisung des Wagensührers aus die hintere Plattform zu bringen, über die Größe des Hundes entscheidet der Wagenführer."

In der Abstimmung wird der Antrag der Ausschüsse gegen drei Stimmen angenommen: auch der Antrag Sommer wird angenommen.

Baugesuche.

Die Hoch- und Tiefbangesellschast vorm. Winn u. Co. bcabssch- tigt einen Bebau ungsplanfürdieobereMarburger Straße anfzusühren. Es handelt sich dabei um Einfamilienhäuser. Das Gesuch war schon einmal gestellt und abgeschlagen worden. Heute wird es von der Baudeputatron he- sürwortet wenn sich die Unternehmer verpflichten, die Straße dort anzülegen und die Men für Gas- und Wasserleitung und Kanalbau zu tragen. Die Kosten sollen von der Stadt zurnckver- aütet werden wenn sich die Häuser erwiesenermaßen rentieren. Die Ausgaben für den Kanalbau werden nicht zurückgezahlt. Ter

Antrag der Baudeputatron wird gegen zwei «Slinmirck ange­nommen.

Ein Antrag der Stadtv. Sommer, Simon umd Winn zur Anlage eines neuen Fußweges vom Wartweg zur Ebel­straße, der einen Kredit von 550 Mark erfordert, wurde an­genommen.

Ein zweiter Antrag der Stadtv, Sommer, Simon und Winn zur Verbesserung des A u l w e g c s wurde zurüikgestellt.

Die Daudepntation beantragt, eine vorschriftsmäßige Ein- sriedigung des Grundstückes Bahnhosstraße 23/25 (Steinberger) zu erwirken. Ter Antrag wird angenommen.

Ern Gesuch des F. Schmidt um Bclassung eines owiiben- ausbanes am vaus Settersweg Nr. 83 und ein Baugesuch der Rudergesellschast für Rodheimer Straße 24 wurden ge- Iiehmiet. Abgelehnt wurde das Baugesuch des K. lind L. W e h - r u m für Ecke Wetzlarcr Weg und Friedrichstrahe. Das Baugesiich des Paul Eim für Friedrichstraste 10 und 12, das einen Disvens von 8 47 der Allgemeinen Bauordnung erforderte, wurde geneh­migt. Beim Baugesuch Franz Schmidt für Seltersweg wurde die Errichtung einer Giebelwand genehmigt, die Errichtung einer Betonwand im Treppenhause jedoch verboten. Zu dem Baiigeiuch Kart Schlüter für Südanlage wurde die Genehmrgung nrcht er eilt- Das Geluch I H e i I D r o ii n e t wagen Anbringung von Schaukasten am Hans Markistraße 17 wurde zum dritten Male abgeschlagen, weil man eine Störung des Verkehrs besnrchtet. Ein Baugesuch W. Horn für den Krcnzplatz wurde bewilligt. Ein Dangeslich Sack u. Jughardt für Süd-Anlage 20 wurde bewilligt, ebenso die Anlage der Scheuer des landwirtsch-astlichen Instituts,

Gesuche.

Das Gesuch des Joses Kemper zu Hagen i. W. um Erlaub- nis zum Schau kwlrtschastSbetrrebe i.t der Gewerbe- ausstellung wurde bewilligt. Ebenso das Gesuch des Franz Go von für Neuenweg 31. Verneint wurde die Bedürfnisfraaci beim Schankwlrtschaftsgesuche des Adolf G e ß n e r, Alleestraße 20. Das Gesuch ivurde abgelehnt.

Schluß der Sitzung 6'/» Uhr.

Lanowirtscbaft.

Die Z ii g t > e v e an Soi> »- und F e st t a g e II. Jetzt in der schönen Jahreszeit eUen viele hinaus in die Felder, Wälder lind Berge, sei es zu Fuß, z» Rad oder z,i Wage». Möchten aber alte diejenigen, die ihren Ausflug z>i Wagen unternehme», auch daran denken, ihre Fährte» deii Zugtieren iiicht ziir Oval werden zii lassen. Gerade bei folehen Landpartien, wo die Rückkehr ae- Ivöhiilich erst spät in de. Nacht eiiolgt, müsse» Vierde, die wochen- tags »>ir a» langsameii Schritt gewöhnt sind, stiiiidenlana traben, oder es muß ei» einzelnes, oit noch ficincS oder Ichwnches Pserd ein Fnhi werk ziehen, das mit 6 bis 8 Personei, besetzt ist. Ferner achte mmi daraus, ob die Wege weich oder ansteigend sind. Müssen sich die Tiere sehr aiistrenge», so sollten an schlechte» Stellen oder bergan die rüstigeil Leuie aussleigcn und nebenher gehn.

Sport-,

Internationale Wintersport-Aus st ellung Salzburg 1914. In der Zeit vom 1. August bis einschl. 15. Sevtember wird in der Stadt Salzburg und zwar in den Räu­men des Gcwerbc-Förderungs-Jnstilutes für das Herzogtum Salz­burg eine internationale Wintersport-Ausstellung stattfinden, nach längerer Pause wieder die erste grobe Unternehmung dieser Art. Ter Zweck der Ausstellung ist: Vorführung aller Sportgeräte und Gebrauchsgegenstände, die bei uns zur Ausübung aller Zweige des Wintersportes verwendet werden, lind zwar in histo­risch-sportlicher, wie auch in gewerblich-technischer Richtung, einschtießlich der Herstellung solcher Gegenstände. Dann Vor­führung aller jener Einrichtungen, welche zur Hebung des Wintersportes und des Fremdcnvcrlehrs im weiteren dienen. Lande durch Bilder, Dioramen usw. Gegenstände der Aus­stellung bilden: 1) Die historische und sportliche Entwicklung des Wintersportes. 2) Gewerbliche und industrielle Erzeugnisse aller Art, soweit sie aus den Wintersport Bezug haben. 3) M uster - werkstätten nrit Kraft- und Arbeits-Maschinen, Werkzeugen, Materialien II. dergl., zur Herstellung von Winter­sport-Geräten und Wintersport-Artikeln. 4) Einrichtungen für Unterkunst, ,Verpflegung und Reise,

X Rücksichtslose A ii l v m o b i l s a h r e r. Fortgesetzte Klagen über rücksichtsloses Fahren von Kraftfahrzeugführern veranlassen den Allg. Deutschen Automobilklub c. V. wiederholt, sich an seine Mitglieder zu wenden. Zum Beginn der Fahrsaison hatte er schon in einem Aufrufe gebeten, sich selbst immer zu kon­trollieren, ob auch die Beschränkungen, die nun einmal durch das Gesetz aufcrlcgt sind, nicht überschritten werden, da sonst Gcsahr sei, daß bei einer bevorstehenden Gesetzesrevision die Beschrän­kungen nicht herabgesetzt, sondern sogar noch verschärst würden! Damals schloß er mit der Bitte: Vorgeschriebene Geschwindig­keitsbeschränkung respektieren und bci unübersichtlichen Paslagen besonders langsam fahren! Wo Rücksicht aus Menschen und Pserde es erfordert, Auspussklappe nicht 'öffnen und eventuell Motor abstcllen! Bei Staubplage und bei nassem Wetter langsamer fahren! Für Fuhrwerk. Fahrräder und Motorräder frühzeitig zur Durchfahrt freie Bahn. lassen. Das wird heute wiederholt, in dem er schreibt:Es laufen speziell aus Badeorten und Sommer­frischen lebhafte Klagen darüber ein, daß die reisenden Automo­bilisten vor den Dotelsrnstern nachts bei Ankunft und früh bar Abfahrt mit ganz Unnützem Geräusch den Motor laufen lassen Und dm andern Gästen die Ruhe rauben. Weiter empfindet man es unangenehm (besonders IN Kurorten', daß ans den Ortsstraßen und benachbarten Landstraßen, auf weiche die Erholungsuchenden auch angewiesm sind, andauernd mit aflener Ausvussklavve gerast werde. Wir lassen an dieser Stelle die Frage ganz unberührt, inwieweit überhaupt von Mitgliedern unseres Clubs Anlaß zu all den Klagen gegeben wird: wir bitten nur darum, andauernd nach obigen Gesichtspunkten selbst zu verfahren und den A. D. A. C. im Kampse gegen alle Elemente zu unterstützen, die uns die Existenz erschweren. Das A. D. A. C.-Schild ist das Kmnzeichen eines anständigm rücksichtsvollen Fahrers, das bleibe unser Ziel!"

Leipzig,?. Mai. Heute vormittag 9 Uhr begann vor dem vereinigten zweiten und dritten Strafsenat des Reichsgerichts der Spionageprozeß gegen dm früheren Volksschullehrer Stroh, geboren am 1. Dezember 1880 zu Rcichsteet, Kreis Straß­burg, wegen versuchten Verrats militärischer Geheimnisse. Der Angeklagte, der seinerzeit wegen Sittlichleitsverbrechens aus dem Schuldienst entlassen und bestraft worden ist, ist noch mehrfach wegen Urku'ide-ifälschung, Betrug und versuchter Erpressung vor­bestraft Stroh wird beschuldigt, im Jahre 1913 versucht zu haben, sich Besestigungspläne von Straßburg zu verschaffen in der Absicht, sw einer sreinden Macht zu verraten. Die Verhandlung, zu der 12 Zeugen geladen sind, findet unter Ausschluß der Oesfontlichkeit statt.

Metz,?. Mai. Das Kriegsgericht der 34. Division verhan­delte heute gegen den Musketier Stoffels vom hiesigen Königs- intantericregiment Nr. 145 wegen versuchter Spionage und verurteilte den Angeklagten unter Zubilligung mildernder Um­stande wegen Verabredung zur Spionage und Fahnenflucht im ersten Rucktalle zu fünf I a hr t» Gefängnis und erneuter Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Aus der Ver- handlung, die ein Helles Licht verbreitete über den Betrieb des französischen Spionageburcaus ging hervor, daß Stossels nach prantreich deseriierte, in eincm Grenzorie, wo er sich anihielt.

von einem als Berrraumsmann nnttmrlenden Schreinermeister mr, dem Spionagekommissar in Conslans zusammengchracht wurde und von diesem gegen das Versprechen von 5000 Franks Beloh­nung dm Auftrag erhielt, sich nach Metz zurückzubegeben, um dort ein deutsches Maschinengewehr oder wenigstens Teile davon zu stehlen und dmi sranzvsischen Spionagebureau auszuliescrn. Der Spionagekommissar gab Stosfegls zu diesem Zwecke beson dcre Werkzeuge mit, die ihm bei der Tat behilflich sein sollten und auch 20 Franks bar. Stossels war auch gewillt, den Auftrag aus- zusührcn und begab sich nach seiner Ankunft in Metz nach Mon- tignh, um in den dortigen Maschinengcwehrschupven einzubrechen. Dabei überfiel Um' aber die Angsttz und cr ließ augenblicklich von dmi Vorhaben ab. Ter Kriminalkommissar, der ihn festgenommcn hatte, äußerte sich als Zeuge über daS Verfahren der französischen Spionage-Agenten und erklärte dabei, diese Fälle seien ihm nichts Neues: sie kämen sehr häufig vor und es geschehe sogar, daß die Agmten dm Lmten lebensgefährliche oder gesundheitsschädliche Werkzmge zur Ausführung ihrer Aufträge mitgäben.

Koblenz, 7, Mai. In dem gestern vor dem hiesigen Schwur­gericht begonnenen Prozeß gegen den Ackerer Helm aus Win­ningen, der beschuldigt wird, am 2. Avril den Förster Bauer bei dem Forsthause Remstccken mißhandelt zu haben, so daß cr ein Auge verlor, ferner den Staatsanwaltschaftsrat Großmann belei­digt zu habm unld in die! Wohnung oes Landgcrichtsdircktors Manger eingedrungen zu sein, wurde heute das Urteil gefällt. Helm wurde zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr 5 Monaten Ge­fängnis verurteilt, ohne Anrechnung der Untersuchungshaft,

SanLel »ui verkehr.

Der Jahresbericht der Großh. Handels­kammer Gießen für das Jahr 1913 ist im Druck er­schienen. Darin werden die Aussichten für 1914 günstig beurteilt: Es darf gehofft werden, daß eine Zeit der Beruhigung in poli­tischer Hinsicht eintreten wird, welche zweifellos wieder einen sicheren und lebhaften Gang des gesamten Erwerbslebens IM Ge­folge haben wird. Dafür sprechen auch noch andere Zeichen. So dürfte zunächst der am 3. Oktober des Berichtsjahres 1913 be­schlossene und sofort in Kraft getretene neue Zolltarif der Bereinigten Staaten von Amerika dem deutschm Außen­handel, da er Zollermäßsgungen auch sür viele Erzeugnisse der deutschen Industrie bringt, eine wenn auch keineswegs zu über­schätzende Förderung gewährm. Ein noch weit günstigeres Zeichen für die künftige Gestaltung der Wirtschaftslage ist doch die Tat­sache, -daß die deutsche Landwirtschaft auch lin Berichts­jahre eine recht gute Ernte erzielt hat. Und nach den bis letzt vorliegenden Berichten Sachverständiger ist auch sür das Jahr 1914 auf eine gute Emte zu hoffenBei alledem," so heißt es in dem Bericht werter,muß allerdings vorausgesetzt werden, daß die deutsche Volkswirtschast in der kommenden Zeit von neuen Lasten sozialpolitischer Natur jeglicher Art verschont bleibt. Denn es darf nicht verschmegen werden, daß man schon jetzt in cinzelnm Kreisen auch aus eine Arbeitslosenversicherung, sür welche bisher jede brauchbare Grundlage fehlt, hiichrängt. Es muß daher mit um so größerer Genugtuung begrüßt toerden, und auch beruhigend wirken, wenn der Staatssekretär Dr. Del­brück in seiner großen programmatischen Rede in der Sitzung des Reichstages vom 20. Januar ». a. sagte, daß eine verständige Sozialpolitik in den Grenzm des wirtschaftlich Möglichen und int Einklang mit der allgemeinen Wirtschastspolitik blcibm muß. ES darf wohl daraus gefolgert werden, daß das geivaltige Werk der deutschen Sozialpolitik Mit der Reichsversicherungsordnung und der Angcstelltenversichcrung als abgeschlossen zu betrachten und daß jeder weitere Fortschritt auf diesem Gebiete nur unter dem Gesichtspunkte der Erhaltung unserer imrtsck>astlichen Welt- stellung anznstreben ist."

Märkte.

ob. Biiige», 7. Mai. Ter Zutrieb zum heutig«» Vieh- »i.arkt war recht zutriedenstelleiid. Insgesamt ivarc» 450 Tiere auigesahreu. Ter Handel coar bei reger Nachsrage sehr flott. Die Preise waren sür Schlachtvieh lest, für Zuchtvieh stark gestteaen. Bezahlt winden iür das Paar erstklassige Fahrochsen 1199-13-9 Mk., geringere 9501059 Mk., für das Stück Fahrknhe 480550 Mk., trächtige Kühe 520600 Mk., trischmelkende Kühe mit Kalb 550 bis 580 Mk, desgleichen ohne Kalb 400b30 Mk., trächtige Rinder 480550 Mk., halbjährige Rinder 120150'Mk., sährtge 200 bis 230 Mk. Schlachtvieh erbrachte im Zentner Schlachtgewicht: Fette anSgemästele Ochsen 9496 Mk., fleischige, nicht ganz ausgeniästete 9092 Mk., geringere 8638 Mk,, fette ausgeniästete Rinder 8183 Mk., fleischige, nicht ganz ausgeniästete 78-82 Mk., geringere 7075 Mk., seile ansgeinästele Kühe 7580 Mk., fleischige, nicht ganz aiiSgemästete 7075 Mk., geringere 6870 Mk,, Masikälber 108110 Alk., Mastkätber geringeren Schlachtiverles 96100 Mk., feite Kälber 9092 sfltk., seile Schweine 6265 Mk., fleischige 5860 Mk. Ter nächste Viehmarkt wird am Dienstag, den 19, Mai, abgehalten.

Io. Wiesbaden, 7. Mai. ben- und S trotz >na rkt. Angeiahre» waren: 13 Wagen mit Heu, 5 Wagen mit Stroh. Man notierie: Heu höchster Preis 4,00 Pik., niedrigster Preis 3,00 Mk., Turchschnittspreis 3,47 Mark. Strotz IRichtstroh) höchster Preis 2,40 Pik., niedrigster Preis 2,00 Pik,; Turchschnittspreis 2,20 Alk. Krummstroh höchster Preis 2,00 P!k., »iedrigister Preis 0,00 Mk.; DurchschnittSvrei- 0.00 Ptk, Frucht markt, Hafer h-chster Preis 9,20 Mk., niedrigster Preis 9,00 Mk; Durchschnittspreis 9,15 Mk. Alles ver 50 Kilo.

Meteorologische vcobachtungen der Station Stehen.

Mai

1914

li| ||

r 1 w

S 1

HO

if

Wecker

7.

2 76

740,1 ' 12,9

9,0

81

s

2

7

1

7.

5

740,6 11,8

9,5

92

SSW

2

10

| Regen

8.

7"

739,9 12,4

8,9

63

SSE

2

10

Höchste Temperatur am 6.-7. Mai 1911 = 13,0' 0. Niedrigste . . 6.-7. 1314= 78".

Niederschlag: 6,7 mm.

W Sleichsucht unö 8 Hlutarmut verfchwinöen W

!H sobald Sie zur Förderung Ihrer Blut- ES- bildung täglich morgens und abends == den weit und breit bekannten, tau- ==£ sendfach ärztlicherseits empfohlenen

W Koffeler hafrr-Nakao jj

trinken. (Nur echt in blauen Kar- ==§ tons für 1 Mark niemals lose!)

Dr.Weinreichs

Um nicht minderwertige Nachahmnngen zn erhalten, achte iaau stets anf den NamenDl\ WöinTGicH^.

Seit Jahren laut Attest des Oberhofmarschallamtes von den Hof-

a Sr. KJajestät des Kaisers

zahlreichen anderen Hofhaltungen, militärischen Bekleidungskammern u. viel.! rivathanshaltnngen ständig verwendetes, zuverlässig wirken­des Mottenschutzmittel. Zu beziehen d alle Drogerien, Apotheken,

Pharmakon-Gesellschaft Chemische Fabrik,

Frankfurt a. M. [5I59hv