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3ohm, eine bei Pcdromigücl und eine bei Miraflores statio- "kcrt worden, um den Panamakanal mährend der ge­genwärtigen Lage in Mexiko zu schützen. Nach Meldungen, bic die britische Botschaft erhalten l>at, verweigerten die Mexikaner in Tampico englische» und amerikanischen L e l w e r kS b e s i tz e r » die Erlaubnis zur Rückkehr an Land, bis afle Kriegsschiffe zurückgezogen sind.

Auf Ersuchen des Kontreadmirals Badger hat sich der Vertreter des Roten Kreuzes, Eharles Ken ko ns, in Veraeruz einaeschisft, um in den verschiedenen kleinen Häsen längs des Golfes von Mexiko für die Abreise der Nordamerikaner nach den Vereinigten Staaten zu sor­gen, da die amerikanischen Autoritäten der Meinung sind, daß die Rücksichten auf den Gesundheitszustand während deS Sommer? diese Massnahme angebracht erscheinen las­sen. Vorher telegraphierte Jenkinfon, daß in Veraeruz ei­nige Pockenfälle vorgekommen, aber sonst die Voraus­setzungen fiir die Gesundheitspflege gut seien. Der allge- nieine Gesundheitszustand der Stadt sei befriedigend.

Ein Erfolg der Rebellen?

Los Angelos, 7. Mai, Der hiesige Vertreter Car- r a n z a s hat eine Depesche erhalten, daß die Rebellen M a - z a t l a n eingenommen haben.

Wünsche des Papstes.

Rom, 7. Mai. Ter chilenische Gesandte beim päpst­lichen Stuhl hatte mit dem Kardinal Merry del Val eine Unterredung über die Lage Mexikos und die Vermitt­lung zugunsten des Friedens. Ter Kardinal sandte an den ErzbifchofvonMexikoeinTelegramiii folgenden Inhalts:

Ter Pabst gibt seinen lebhaften Wünschen für das hochherzige Eintreten der drei südamerikanischen Republiken zu Gunsten des Friedens Ausdruck, Ivelches eine tvirksame Förderung für die Bemühungen -ur Wiederlunsteflung der Ruhe und den Wohlstand Mexikos darstellt. Ter Papst würde sich sehr treuen, ioenn diese Wünsche »nd Gefühle den Präsidenten und den einflußreichen Persönlichkeiten in Mexiko mitgeteilt würden.

vcntiche» Reich.

Die Tauffeierlichkeiten in Braunschtveig. Zur Teilnahme an den bevorstehenden Tansfeierlichkeiten sind am Donnerstag nachmittag die Herzogin Thyra von Cumberland und die Prinzessin Olga in Braunschweig ein- getrosfen. Das Herzogspaar war zum Empfang auf dem Bahnhof erschienen. Tie Stadt Braunschweig wird über 20 Fürstlichkeiten und Vertreter der sürstlichen Taufpaten zu Gast sehen. Zur Begrüßung der Gäste hat die Stadt be­reits reichen Flaggenschmuck angelegt. Ta§ Kaiser­paar ist am Donnerstag nachmittag in Karlsruhe eingetroffen und, voni Großherzogspaar empfangen, trotz Regens im offenen Wagen durch ei» Spalier von Vereinen und Schulkindern nach dem Residenzschloß gefahren. Abends wohnte das Großherzogspaar mit dem deutschen Kaiser­paar im Hostheater der Vorstellung von Richard Wagners Fliegender Holländer' bei. Die Titelrolle sang der schwe­dische Kammersänger John Forsell.

DerDankdes Kronprinzen. Der Reichsanzeiger veröffentlicht folgende Bekanntmachung des Hosmarschall- amts des Kronprinzen: Auch in diesem Jahre sind deni Kronprinzen zu seinem Geburtstage wieder aus aflen Teilen des Reiches und auch vielfach ans dem Aus­lande so überaus zahlreiche Glücktvünsche zugegangen, daß es kchchstdemselhen leider nicht möglich ist, jeden einzelnen zu beantnwrten. Der Kronprinz hat daher das uilterzeich- snete Hofmarschaflamt beauftragt, allen denen, die seiner am 6. Mai so freundlich gedacht haben, hierdurch hüchst- seinen besten Dank zu übermitteln.

Der Bundesrat überwies den tzlesetzentwurf über die Haftpflicht der Eisenbahnen den zuständigen Ausschüs­sen; der Vorlage betreffend die Verlängerung des Handels- nnd SckiffahrtsvertrageS mit der Türkei wurde zugestimmt. Beschluß gefaßt wurde über die Vorlage betreffend den Voll­zug des Paragraphen Gl des Versicherungsgesepes für An­gestellte, die Vorlage betreffend die Ausführung des Para­graphen 518 Absatz? der Reichsversicheningsordnung, die Vorlage betreffend die Verlvendung von Ueberschüsseu aus dem Sondervermögen der Landesversicherungsanstatt in Posen gemäß Paragraph 1400 Abs. l der Reichsversiche- rungsordnung, sowie über das deutsch-japanische Abkommen zum gegenseitigen Schutze des gewerblichen und geistigen Eigentums in China.

DieSchiffbar in achnngdes Oberrheins. Der in Mannheim tagende Badische Handelstag nahnc am gestri­chen Donnerstag nach einem Bortrage von Geheimen Ober­baurat Tr. Svmpher-Berlin zu dem Projekt der Schiff­barmachung des Oberrheins eine Entschließung an, in der es a. heißt:In dem Vertrag ist sowohl die technische Durchführbarkeit des großzügigen Planes als auch feine Wirtschaftlichkeit einwandfrei nachgewiesen. Die Ver­sammlung befürwortet einmütig die baldige Verwirk­lichung des Planes, den wirtschaftlich bedeutendsten Strom Europas bis zum Bodensee der Großschiffahrt zu erschlie­ßen. Sie erwartet hiervon und von der damit verbundenen Ausnutzung der gewaltigen Wasserkräfte eine mächtige För­derung der wirtschaftlichen Entwickelung des gesamten Oberrheingebietes.

In der Badischen Zweiten Kammer erllärte am Donnerstag am Schluß der Dolksfchul-Besprechung Kul­tusminister Dr. Böhm : Ich habe mich gefreut, daß eine Klärung der Schulpolitik eingetreten ist. Die über- wiegende Mehrheit des Hauses hat sich für das Volksschul- gesetz und den obligatorischen Religionsunter­richt ausgesprochen Sie haben der Regierung gezeigt, baß die Handhabung des Gesetzes eine liberale ist. Ich habe nun Kraft und Freude, weiter zu bauen. Jede Ein­mischung von rechts oder links werde ich zurückweisen. Ich will keine politische Bewegung ausheben, aber ich will ver­hindern, daß die Politik Einstich in die Schule hält. Und da­für werde ich meine Kraft einsetzen.

SuilattS.

, lieber das Befinden des Kaisers Franz 'Joses wird amtlich gemeldet: Die Nachtruhe (zum Don­nerstag) war im letzten Teile durch .Hustenreiz gestört. Der Katarrh rechts ist noch vorhanden. Das Allgemeinbefinden ist ganz zusriedenstellknd.

Das dänische Königspaar fuhr am Donnerstag vormittag im Sonderzug von Kopenhagen nach Esbjern, wo es an Bord der KonigsjachtDanebrosk" geht und be­gleitet von dem KreuzerGruendal" nach Eng land fährt, um am englischen Hofe seinen Antrittsbesuch zu machen. Das Köuigspaar reist mit dem großen Ge­folge, in welchem sich auch der Minister des Aeußern von Scavenius befindet. Bon London begibt sich das Königspaar ngch Paris, dem Haag und Brüssel, um seine An­trittsbesuche abzustatten.

Französische Flottenmanöver im Mittel­meer.Excelswr" berichtet, daß dem bevorstehenden Ma­növer der französischen Mittelmeerslotte zwei Themen zu Grunde lägen. Das eine Thema bestehe darin, eine feind­liche Flotte, welche Marseille, Toulon, Biserta und Philipps- ville bedrohen könnte, zu zerstören. Das andere Thema be­stehe in der Aufgabe, eine Bereinigung der italienischen und der österreichischen Flotte zu verhindern, um eine dieser Flot­ten mit überlegenen Streitkrästen angreisen und vernichten zu können.

Neue Angriffe desFigaro" gegen Cail­laux. DerFigaro" greift heute abermals Caillaux in hef­tiger Weise an und behauptet u. a., daß dieser sich bemühe, einer ihm ergebenen Persönlichkeit den durch den Tod P u - jalets erledigten Posten des Direktors der Staatspolizei zu verschaffen. Das Blatt spricht die Hoffnung aus, daß der Präsident der Republik, über dessen Sicherheit der Direktor der Staatspolizei zu wachen habe, die Bemühungen Caillaux' vereiteln werde.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, 8. Mai 1914.

Aus der Sitzung der Stadtverordneten.

Zogen sich früher die Stadtverordnetensitzungen selbst bei bedeutungslosen Tagesordnungen endlos in die Länge, so ist jetzt bei allen Verhandlungen eine erfreuliche Knapp­heit und Kürze eingetreten, so daß jetzt in wesentlich kür­zerer Zeit bedeutend mehr geleistet wird. Zwar ist es dem neuen Oberbürgermeister noch nicht vollständig gelungen, die privaten Unterhandlungen gänzlich zu unterdrücken, er mußte auch diesmal wieder mehrsach um Ruhe bitten, aber es ist doch schon vieles erheblich besser geworden^ und wenn demnächst, wie OberbürgermeisterKeller gestern ankündigte, die Tische erst anders gestellt werden, weil sie in der bisherigen Anordnung zur Unterhaltung ver­leiteten, dann wird auch darin ein rascher Wandel zu ver­zeichnen sein. Die heutige Tagesordnung war trotz man­cher wichtiger Auseinandersetzungen in drei Stunden er­ledigt. Mit großem Beifall wurde die Ankündigung einer Denkschrift über den Stadterweiterungs­fonds entgegengenommen, fiir den eine Nachsorderung von 100000 Ml. notwendig geworden ist, weil der frühere Oberbürgermeister es verstanden hatte, sich diese 100 000 Mark vom Stadterweiternngsfonds für andere Zwecke be­willigen zu lassen. Da das nachträgliche Staunen über diese Schiebung nichts mehr nutzte, wurde die Nachsorderung nach einer kurzen Anssprache genehmigt. Eine längere Aus- einandersetzung rief die geplante elektrische Bahrt nach Krofdorf hervor, für die Preußen nun seine Zu­stimmung gegeben hat, aber unter Bedingungen, auf die sich die Stadt Gießen unmöglich einlnssen kann. Der An­trag der Betriebsdeputation und des Verkehrsausschusses, der in einem besonderen Schriftsatz vorgeleg! wurde und die geforderten Bedingungen ablehnt, wurde einsttmmig angenommen. Einen sehr bedeutsamen imd zweifellos auch sehr zweckdienlichen Beschluß faßte die Versammlung über den Fahrpreis der elektrischen Straßen­bahn, indem sie dem Antrag der Betriebsdeputation und des Verkehrsausschusses zustimmte, die beantragt hatten, anstelle der vorgesehenen Abonnements 14 Fahrmarken für eine Mark abzugeben und in verschiedenen Geschäf­ten Verkaufsstellen dafür einzurichten. Ferner wurde die Mitnahme von Hunden in die elektrische Bahn ge­stattet und zwar zunächst versuchsweise. Damit Waren die wichtigeren Gegenstände der Tagesordnung erledigt und die übrigen wurden ohne lvesentkiche Auseinandersetzungen ab- gewickett.

Eine Rheinfahrt des GroßherzogSpaareS. Am Mittwoch abend 7 Uhr begaben sich die Grobherzoglichen Herrschaften im Auto nach Franksntt und nahmen daselbst im Englischen Hos" an dem Festessen der Deutschen Standesherren teil. Im Anschluß an die Zusammen­kunft unternahm gestern eine große Anzahl der Teilnehmer vormittags 11 Uhr mit dem DampferGroßheczog Ernst Ludwig" eine Festfahrt auf dem Rhein. Kurz vor Abfahrt de? Festdampsers tras das GroßherzogSpaar, von Darmstadt kommend, im Automobil an der Landungsstelle der Köln Düsseldorfer Dampsschiffahrt in Mainz ein. Unter den Hoch­rufen der zahlreich an dem User versammelten Menschen­mengen und unter dem Krachen der Böllerschüsse setzte sich dann der Damvser in Bewegung, der bis zur Loreley, bezw. St. Goar fuhr, dort ivendeie, um später in Bingen anzulegen. Bon dort an? begab sich da? GroßherzogSpaar im Automobil wieder nach Darmstadt zurück.

" AuS d e m Schuldienste. Uebertragen ivurde dem SchillanitSaspiranten Georg Sander aus Nieder-Saulheim, Kreis Oppenheim, die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule z» Fisch b ach, Kreis Alsfeld; dem SchulamtSaspiranten Adani Setzer an? Langstadt, Kreis Dieburg, eine Lehrer­stelle an der Volksschule zu Garbenteich, KreiS Gießen.

** Gewerbeausstellung Gießen 1914. Zur Auszeichnung der aus der Gewerbeausstellung Gießen 1914 wetteifernden Aussteller hat die Ausstellungsleittmg eine Plakette ansertiaeu lassen, deren Entwurf von unserem einheimischen Bildhauer Johs. Ködding herrührt. Sie zeigt den auf einem Knie ruhenden oberhessischen Riesen und trägt das von Alfred Bock verfaßte Distichon: Harter Scholle entsprossen, erhebst du die Augen zum Lichte, Tatfroh, stählern und stet zwingst du das Glück und den Steg.

""'Der Verkehrsverein hielt am Mittwoch abend im Hotel Klroßherzog seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Stadtv. Helm, erstattete den Jahres­bericht, aus dem zu entnehmen ist, daß zwar der Verein noch immer über mangelndes Interesse der Bürger zu lla- gcn hat, daß es aber dennoch nunmehr vorwärts geht, denn man hat, wie es in dem Bericht wörtlich heißt,ein- lehen gelernt, daß eine gesunde kommunale Wirtschaftspoli­tik nicht verfolgt werden kann, ohne dabei der Frage des Fremdenverkehrs erhöhte Ailfmerksamkeit zuzuwenden". Ende 1913 zahlte der Verein 181 Mitglieder. Weiter ist dem Bericht über den Stand der Finanzen folgendes zu entneh­men:Durch unsere gesteigerte Propaganda ist allerdings auch unsere Kasse sehr stark iu Anspruch genommen wor­den, so daß der finanzielle Stand unseres Vereins im neuen Vereinsjahr keineswegs glänzend erscheint. Vor allen Dingen ist es nötig, eine n och stärkere Reklametä­tigkeit als bisher zu entfalten, zumal alljährlich auch die künstlerischen Ansprüche, die man an derartige Propagandv- schristen zu stellen pflegt, und darnit auch die Anforderungen a» die Vereinskasse wachsen." Einnahmen und Ausgaben betrugen 2299,49 SRI. Das Ve r ke hr sbure a u ent­faltete während des Berichtsjahres eine rege, vielseitige

Tätigkeit. Es wurde stark in Anspruch genommen, ganz be­sonders von Personen, die R e is e au s kün fte verlangten oder in ansliegenden Adreßbüchern Einsicht nahmen. Von den vorhaiideiien Führern und Prospekten von iveit über 500 Orten sind 1045 kostenlos verausgabt worden. Abge­sandt wurden 285 Briefschaften und 188 Pakete. Der Ver­sand der vom Verein herausgegebenen Drucksachen stellte sich folgendermaßen: Führer von Gießen 3087, Führer im Automat verausgabt 1186, Prospekte GOOO, Brieseinlagcn 5000. Der übliche Wettbewerb zur Schmückung der Fenster, Ballone und Vorgärten hatte auch in diesem Jahre ein recht zufriedenstellendes Ergebnis. ES war nach den bekannten Auseinandersetzungen vom vorigen Jahre eine Klärung erforderlich und dabei hat sich u. a., was wir gern seststelleii wollen, ergeben, daß die aus Vorstands­kreisen uns mitgeteilte Behauptung, manches, was int Verein vorgehe, so die Vergebung von Drucksachen, sei nur verkapptes Geschäftsunternehmen einzelner Herren" und die Aufträge würde» dem Vorsitzenden manchmalaus der Hand gerissen", mit den tvirllichen Vorgängen sich nicht deckte. Die Wahl des Vereinsausschusses hatte folgendes Ergebnis: Geh. Baurat Roth, Stadtv. Petri II., Prof. Dr. Mittermaier, Garteninspektor Rehnelt, Kauffuann Röhr, Lehrer Val. Müller, Stadtv. Helm, Buchdruckereibesitzer Kindt, Prokurist Will, Stadtbaumcister Braubach, Fabri­kant Hornberger und Stadtv. Winu; es sind also zum Teil neue Herren hinzugetreteu. An den Bürgern unserer Stadl wird cs nun liegen, dem Verlehrsvereiu, auf dessen viel­seitige Aufgaben wir wiederholt hingewiesen haben, zahl­reich beizutreten, um ihm die Erreichung seiner Ausgaben zu erleichtern. Gerade weil unsere Nachbarstädte einen aus­fallenden Aufschwung nehmen, ,nüssen wir hier in Gießen alles daran setzen, um dem Wettbewerb standzuhalten.

"VorträgefürdieevangelischenLehrerOber- Hessens. Trotz des imgünftinm Wetters waren die Vorträge! für die evangelischen Religionslehrer Oberhessens am Donnerstag loieder sehr zahlreich beincht. Pfarrer Dr. W a i tz - Tarinstadt zeigte wie die Kirchengeschichte und das Kirchenlied, die bisher vielfach stiesmütlerlich beliandell worden seien, so recht geeignet wären, den Religionsimterricht zu beleben. Er verbreitete sich insbesondere über Stossauswahl, methodische Behandlung und die Verteilung aus die einzelnen Klassen, wie dies der neue Lehrplan vorschreibt. In der Äirchengeschichte sind sowohl Lebensbilder der bedeutendsten Persönlichkeiten der Kirche als auch kullurgeschicht- liche Bilder vorzusiihren. Tie Zahl der Kirchenlieder ist zwar um einige erhöht, die Gesamtzahl der einzelnen Strophen aber gegen früher geringer geworden. Ter nachsolgeude Redner sprach über den Katechismusunterrichl. Er betonte, wie die Gegner des Reli­gionsunterrichts ihre Angriffe in echter Linie gegen den Katechis- musunterricht richteten, wie es aber notwendig sei, die religiösen Wahrheiten in der Form' der Belehrung niederzulegen, so daß der Schüler sieh daran emporarbeilen kann. Der von Luther ver­faßte Katechismus in seiner durchaus kindlichen Sprache sei bis heute noch nicht überirasie» worden. Bezüglich der Behandlung ist zu bemerke», daß die Glaubenssätze sich an die Geschichte anlehnen sollen. Das Memorieren der religiösen Stoffe ist aus das Mindest­maß beschränkt worden. Tie Mitwirkung der Lehrcrscitzift ist notwendig. Hinter dem Wort muß aber die Persönlichkeit stehen, weniger Drill und mehr Herz und Leben ergreifende Einwirkung muß das Ziel der religiösen Unterweisung sein. Tie Ausführungen beider Redner wurden beifällig aufgenommen. Kreisschulinspektor Professor Alles dankte im Namen der Zuhörer ftir die An­regungen, die den Religionslehrern Oberhelsens durch, die Vor­tragenden geworden sind. Superintendent Petcrsen gab in einem Schlußwort seiner besonderen, Freude Sljusvruck über das von der Lehrerschaft gezeigte große Interesse, das sich in der großen Zahl der Zuhörer und in der gespannten Aufmerksamkeit gezeigt habe, womit sie den Vorträgen gefolgt seien. Mit Worten des Dankes an alle, die sich beteiligt, besonders aber auch an die Vor­tragenden schloß er die heutige und letzte dieser Versammlungen,

** Konzertabend im Lichtspielhaus. Der gestrige Konzcrtabend im Lichtspielhaus hatte sich eines so guten Besuches zu erfreuen, daß das Haus schon vor Be­ginn der Vorstellungen vollständig ausverkaust war. Der Abend, fiir de» eine sehr hübsche Spielfolge aufgestellt war, wurde mit dem Florentiner-Marsch von Fueik eingebettet^ dem Rossinis Vorspiel zu Wilhelm Teil folgte, die beide ausgezeichnet wiedergegeben würden. Die Kapelle, die von Herrn Kapellmeister Jos. Herrmann geleitet wurde, ent­ledigte sich ihrer Aufgaben aufs beste und erzielte nament­lich mit Haydns 6. Symphonie einen starken Erfolg. Auch die Lichtbilder, die viel Nettes brachten, übten eine starke Wirkung aus, vor allem das letzte Stück, Die Dämon in, daS mit rücksichtsloser Offenheit auf die Schäden einer nachgiebigen Erziehung hinweist, wenn es auch etwas sen­sationell zurechtgemacht ist.

** Das Groß herzoglich Hessische Regier» r.'flrS» Blatt, Beilage Nr. 5, hat folgenden Inhalt: 1. Ocffentlrche Anerkennung. 2. Bekanntmachung, die Ersatzwahl eines Lpnd- tagsabgeordneten im 2. Wahlkreis (Metz) der Provinz Rhein-. Hessen betreffend. 3. Vermessungen und Vorarbeiten für eine elektrische Bahn von Benstzeim nach Lindenfels betreffend. 4. Ueber- sicht über die in der Stadt Gießen zu erhebenden Gemeinde- Umlagen für das RechilimMahr 1914. 5. Nachweis der Be­fähigung zur llebernahme eines Kirchenamts. 6. Namensverände­rungens 7. Erhebung in den Adelsstand. 8. Ordensverleihungen. 9. Verleihung der Staatsmedaille für Ausstelluiigen. 10. Er­mächtigung zur Annahme und. zum Tragen fremder Orden., ll. Eharaktcrerteilungen. 12. Zulassungen zur Rechtsanwaltschaft.

13. Zulassung und Ausgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

14. Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft.

** Biehmarkt in Gießen. Bei dem am 5. und 6. Mai abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 149 2 Stück Rindvieh und 411 Schweine. Der nächste Viehmarkt findet am 19. und 20. Mai 1914 statt; am letzten Tage auch Krämermärkt (Himmelfahrtsmarkt).

** Eine Aenderung der Wegebezeichnung. Der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Höhenklubs teilt uns mit, daß die bisherige Wegebezeichnung grüner Punkt durch das Fohnbachtal (Krofdors-Waldhaus) aus technischen Gründen, die sich bei der Herstellung der demnächst erscheinenden Markierungskarte von Gießen und Umgegend ergaben, in einen blauen Strich umgeändert werden mußte. Der Verein hat diese, im übrigen recht hübsche Wanderstrecke noch über das Waldhaus hinausgesührt, um sie mil der bereits bestehenden Wegebezeichnung Kirchvers- Lohra (ebenfalls blauer Strich) zu verbinden.

** Zahlungen an oft taffen durch Schecks. Zur Förderung der bargeldlosen Zahlungen werden bei den an Reichs- bankdlätzen besindlichen Kassen der Reichs-Postdcrwaltung außer Postschecks und Reichsbankschecks auch Schecks aus Banken, An­stalten. Genossenschaften und Sparkassen in Zahlung genommen, wenn .die im Scheck als Bezogene genannte Bank usw. ihre Geschäfts­stelle im Orte hat und ein Girokonto bei der Rcichsbankstelle des Ortes unterhält. Derartiqe Schecks können u. a. in Zahlung ge­geben werden bei Einzahlungen ans Postanweisungen und Zahl­karten, beim Einkäufe von Wertzeichen im Betrage von mindestens 20 Mark, bei Entttchtung von Fernsprechgebühren, gestundeten Porwbeträgcn, Telcgrammgebühren, Zeitungsgeld, Schlicßsachge- bühren. Tic mit Scheck cingelicscrten Postamveisungennd Zahl­karten werden von den Posianstalten abgesandt,' sobald die Reichs­bank den Betrag der Postkasse gnlgcschrieben hat; Es ist dafür ge­sorgt, daß die Gutschrift möglichst rasch erfolgen kann. Eine vor­zeitige Absenkung der Postanweisungen und Zalflkarten vor der Gutschrift tritt jedoch ein, iocnn die (Teilnehmer au dem Ver-