tto' nicht entspricht, so richten wir die Anfrage an den ReichS- lidil' ’ hÄI CUU: ^ etar,| 3 c Interpretation des Gesell es sür die
- * * ® e M(41 i 9 u it s des Turbinenschnclldamp- Tcrö ..Vaterland" durch Mitglieder des Reichs- t?gs und Bundesrats, Am gestrigen Sonntag besichtigten die Mitglieder des Bundesrats und des Reichstags den sich bei leichtem «üdwest aus der Altenbrncher Reede wiegenden gigan tilchcn Dampfer „B a t e r l a n d" nnter sachkundiger Führung in allen Teilen und enipsingen überall den besten Eindruck noii den ebenso begnemen wie praktischen Einrichtungen, die nanicntlich in den EeieUschaftsränmen eine eindrucksvolle Pracht »eigen. Vorher hatre die „Eobra" die Teilnehmer zur Besichtigungssahrt nach Eup- haven gebracht, wo ein evangelischer und ein katholischer Gottes- tnenst itattsand, Biele Abgeordnete besuchten auch die in, Hasen liegenden Torpedoboote und besichtigten auch deren Einrichtungen. Bei dem Frühstück aus dem „Vaterland". das in dem reich deko rierten tapeiiesaal eingenommen wurde, hielt Staatssekretär Tr. Delbrück eine Ansprache,
. Der deutsche Verband Kaufmännischer Vereine taßte ans seinem Verbandstag in H e i l b r o » n ein stimmig folgende Entschließungen: „Nachdem der Verband Kauf» männiichcr Vereine in Gememschasl mit den Verbände» der so- zialev Arbeitsgemeinschaft vom Reichsjustliamt in einer ein- gehenden Rücksprache die entschiedene Erklärung erltalten hat, das; die verbündete!. Regierungen das Kompromist über die K v II - k u r r c n z k l a us c l unter keinen Umstünden zu Gunsten der Angcstclltcnschast noch weiter verbessern wollen, gchubt der Vcr band lanstnämiischer Vereine den Beschlüssen der Regierung seine Zustimmung geben zu müssen, da er die Verantwortung eines Schciierns der Vorlage angesichts der verschiedenen Verbesserungen nicht übernehmen kann, Ter Verband crivartet jeooch, daß die Regierung Rcsornicn, die bei der Anwendung des neuen Gesetzes notwendig werden könnten, mit möglichster Beschleunigung durchführen wird," Tic zweite Entschließung Hai folgenden Wortlaut: „Die G e sc tzes v o r l a g e zur Sonntagsruhe, welche die verbündeten Regierungen dem Reichstag: ?,n- gehen liehen, bedarf nach Ansicht des Vrrbandes Sauimäumichcr Vereine einer gründlichen Umwandlung, um den Wünschen der beteiligten Kreis? Rechnung trag?» zu können, Jnsbe sondere must es vermieden werden, dast durch das ncuc Gelen cine Unübersichtlichkeit IN den Bestimmungen herbcigesührt wird, welche sogar zu einer Verschlechterung des jetzigen Zustandes führe» must Ter Verband hält im Prinzip an der Forderung der vollstän d i g c n Sonntagsruhe fest und kann seine Zustimmung nur solchen Uebergangsbcstimmungcn erteilen, die diese endgültige Regelung der Frage der Sonntagsruhe zum Ziele haben,"
Die sozialdemokratischen Jugendorganisationen in Württemberg, De Polizeidirektion in Stuttgart hat, ivie bas „Neue Tagblatt" meldet, ans eine Anfrage der sozialdemokraiischen Parteileitung die für den Sonntag geplante große Maifeier der Jugendorgaiwaticmeil in Wangen-Stuttgart verboten und die Begründung beigesügt, dast die sozialdemokratischen Jugendorgoniialionen einen polnischen Charakter tragen, Tie Konscciuenz dieser Auffassung wird die Auslösung vcr sozial- demokratischen Jugendorganisationen auch in Württemberg sein.
2s«sla„8.
Eine Duellforderung Eaillaur, Aus Paris kommt wieder einmal eine Sensation. C a i 11 a u x hat an d ' A i l l i IM e, seinem Gegenkandidaten im Wahlkreise Mamers, den General Talstein und den Abgeordneten Eecaldi als Zeugen geschickt, Eai!- laux wirst d'Ailliere vor, ihn in seinen! Ausruf an die Wähler von Mamers durch die Behauptung beschimvii zu haben, dast seine eigenen Wähler sich weigerten, sich zu Mitschuldigen eines Verbrechens zu machen und sich mit einem Minister für solidarisch zu erklären, der sich mit einem Betrüger blostgestel^t habe.
Neue scrbischeEinverleibungs w u n s ch e. Wie das „Echo de Paris" meldet, hat die serbische Regierung g n d i cG r o ß- m ächte das Ersuchen gerichtet, ihr zwei Grenzbe- richtigungcn zu bewilligen, ivelchc sür die serbisch-albanischen Beziehungen von Vorteil wären. Durch die eine Grcnzbcrichtigung würde ein nach Prizrend rührender Engrast als serbisches Gebiet erklärt, durch die andere würde ein grösseres nördlich von Tibra gelegenes Dort mit vollständig serbischer Ein- wvhnerschait Serbien zngewicsen werben, Rußland und Frankreich seien dem serbischen Ersuchen günstig.
Die Schnldübernahme der Balkan st aatcn für ihren Gebietszuwachs, Die Pforte hat der französischen Regierung Tabellen übermittelt, in denen angegeben wird, welcher Betrag der össentlichcn Schuld und anderen Schulden der Türkei einschließlich der schwebende» Schuld ans jeden einzelnen der Balkanstaaten zu cnlsallen lstitte, Nach diesen Tabellen, die an die srcmdländischen Delegierten des internationalen Ausschusses sür die finanziellen Balkaniragen zu verteilen sind, hätten Griechenland 14 310 400 türkische Pfund, Bulgarien 4 073 590, Serbien 4 451 473, Albanien 1090 685 und Moiilcncgro 151040 türkische Pfund zu iibcrnebmen, Ter Ausschust soll am 15, Juni seine Ar beiten wieder ausnehmen. Die otlomanischen Delegierten haben auch cine Liste der Forderungen ottomanisch?r Privatpersonen sür die ihnen während des Krieges seitens der Balkanstaaten verursach tcn Schoden vorbereitet.
Aus StaSt «nd £<*«&.
Gießen, 4. Mai 1914.
Geh. Jafiijrat Dr. §gid Guifleisch -j-.
In der Nacht zum Sonntag ist hier der Ehrenbürger unserer Stadt Geh, Justizrat Dr, Gnt - slcisch im 70, Lebensjahr gestorben
Gutslessch ist am 23, Juli 1844 zu Lorsch geboren, besuchte die Gnmngsien zu Bcnshcim und Darmstadt, die Universität?» zu .Heidelberg und Osjcsten und unterzog sich im Herbst 1865 der juristische» Faknltätsprüfung, Im Frühjahr 1863 bestand er jein juristisches Staatseramen und iie>! sich am l, Februar 1871 als Rechtsanwalt in Giestcn nieder, 1876 wurde er zum Mitglied des Aussicktsrates der Gießener Gewerbebank gewählt, 1879 wurde er Mitglied des .Koeisausichustes, Provinziolausschniies, Kreistags »nd Provinzialtags zu Giesten und im selben Jahre Vor standsmitglicd der hessischcn Anwaltskammer, In, Jahre 1883 wurde er zum Stadtocrordncten gewählt, wo seine Stimme ein bedeutendes Gewicht batte. Als er diese Tätigkeit nach 27 Jahren ansgab, ernannte ihn die Sradt zu ihrem Ehrenbürger, In den Jahren 1881 —1884 vertrat er den Wahlkreis Giessen im Reichs tag: iür die Jahre 1890 bis >893 wurde er sowohl in Gießen, als auch in Friedberg wiederum in den
Rcichslog gewählt, und er entschied sich damals sür die Vertretung des Wahlkreises Friedberg, Hier cntsaltetc er in der Gesetzgebung über die Kranken- und Ünsallvcrsicherung sowie den Arbeitcrschntz eine eifrige Tätigkeit, Am 2, August >887 tra! er in die Zweite Kammer ein, der er dann vom 13. Tezember 1899 ununterbrochen bis zum 13, Mai 1911 anqchörte, Seil Anfang 1903 war er auch Aussichtsratsmitglied der Hessischen Landeshppo- thekenbank. Alle diese Acmtcr legte er ans Gesundheitsrücksichten im Jahre 1911 nieder.
Der Tod des hervorragenden Menschen und Politikers Gutslcisch findet bei allen, denen er bekannt ivar, ein rühmendes und herzliches Gedenken, Die Jüngeren haben ihn nicht mehr in seiner hervorragenden politischen Tätigkeit als Reichs- und Landtag-xrbgevvdnetrr kennen gelernt, aber wir hatten ihn noch vor nxnngen Jahren als einen der Besten und Würdigsten in unserem Stadtparlament, tvo er den größten Einfluß ausübte. In der letzten Zeit, als er zu kränkeln ansing, war er freilich auch sttller geworden, aber auch noch in der Amtszeit des Oberbürgerniiisters Mccnm konnte man den erfahrenen, in seinen Zielen sicheren und selbstlosen Mann oftmals in jener ruhigen und eindringlichen Weise sprechen hören, die in ihrer Sachlich
keit vorbildlich lvar. Seine hervorragendste Tätigkeit entfaltete er bei dem juristischen. sozialpolitischen und im Vorschlags-Ausschuß, ganz ähnlich wie in seiner übrigen parlamentarischen Diligkeit, wo er ja auch durch sein Wissen und seine erprobte Taktik sein hohes Ansel>rn begründete. So dehnte sich seine stillere Wirksamkeit noch bis ins Jahr 1911 hinein, wo er seine ösfentlickzen Aemtcr nieder- legte, Blicken >vir etwas weiter zurück, so Huben wir ilpi noch in lebhalier Erinnerung, als er 190ß in öffentlicher Rede für die Dahl Heyligenstaedts als ReichStag-abgeord- neter eintrat. Er unterstützte den nationalliberal-?» Kandidaten, weil er die Einigkeit des Liberalismus gerade in unserem Gießener Wahlkreise für unbedingt crjorderltch hielt. Als Redner erstrebte er keinerlei Agitationsersolg?, auch war er kein Schönredner, der sein liebes Selbstgefühl leucvtcn ließ. Er war eben immer, wo er sich vernehmen ließ, von der Sache dnrcbdrnngcn und dieses sichtzharc Streben nach guten sachlichen Zwecken, von der Gewalt einer bedeutenden Persönlichkeit getragen, zog die Hörer in seinen Bann, Ruch in seinen jüngeren und bestrn Jahren war er von edler Mäßigung beljerrscht,
und als er 1881 zum ersten Male als Reichstags- Kandidat vor seine Mitbürger trat, verriet er ein großzügiges und verantwortungsvolles Denken, In seiner Wahlrede erklärte er damals, der Entschluß, die Reichstagskandidatur zu übernehmen, sei ihm nicht leicht gefallen, „er habe indessen geglaubt, die in seiner Person ei ngetretencDc reinig ungdcrliberalenPar- t c i c ii nicht vereiteln zu dürfe n", Gutsteisch erschien als RcichstagSabgevrdnctcr in einer Zeit, die voller Konflikte war und zu einer agitationSmäßtgcn Tätigkeit herausforderte. Nach dem „Kulturkampf" war ein Systemwechsel ciiigetreten, der liberale Herzen wohl im tiefsten besorgt machen konnte. Diesen Befürchtungen gab auch Gutslcisch in seinen Aeußerungen Raum, Aber man lese seine damalige Wahlrede und« seine progrrrmnmtischc Veröffentlichung im Gießener Anzeiger! Er hielt sich fe-rn von aller Auspeitschung der Massen und imrktc stiller, aber durchdringender, In seiner klugen Ar! bedauerte er die Schars cn des Kulturkampfes, die bloß dem Zentrum genützt haben, so daß man jetzt in kritischer Zeit inchr nach Rom als nach Berlin blicke. Welche Fülle von
Wissen entwickelte er vor seinen Wählern bei der Besprechung gesetzgeherstcher Stoffe, bei drntti er nittzuwirkcn versprach! Er begnügtt sich nicht mit ein paar Redensarten, sondern führte ei» Programm vor, das beinahe eine Ministerrede hätte abgeben können, wenn nicht eben doch auch der kritische Standpunkt des Redners nachhaltig zum Ausdruck gekommen iväre. Damals gab Gutfleisch seinen ersten Befähigungsnachweis mit größtem Gelingen, Gerade heute ist es vielleicht gut, mit allem Nachdruck daran zu erinnern, wie Entfleisch von einseitiger Jnteressen-Politik abrücktc. In einer öffentlichen Erklärung sagte er:
„Ich bedaucr?, daß die Versprechungen, welche die Regierung den einzelnen Erwerdszweigcn in Ueberiülle geleistet hat. das Ansehen des Staates, der diese Versprechungen nicht einlösen kann, schädigen, und daß sic die gegenseitig? Mißgunst der Bevölkerung und den Klass-nhaß nähren. Ich verschließe mich nicht der That- sache, daß die Landwirtdschast, die Industrie, das Handwerk vieliach darniederliegen, Tic Abhilfe hicrsür sind? ich aber nicht in der Aue sachung des Interesscnkainpses, und des längst erloschen?» Krieges zwischen Stadi und Land, Ich mißbillige die Aussordernng an einzelne Bevölkernngsllasscn, Vertreter ihrer Interessen in den Reichstag ?,» senden. Ich halte es für Ehren- pslicht und 'Ausgabe des Volksvertreters, nicht t h e i l z u n c h »he n a m Streite der I n t er c s s e n , s o n - d c r n d i c s e n 2 t r c i t z u s ch l i ch t e n d n r ch g l c i ch in L ß i g c Wahrung der Interessen A l l c r, g l c i ch ferne von grundsätzlicher Oppositzion gegen die Pläne des R c i ch s k a n.z k e r s , wie von blinder Befolgung seiner Wege, Mögen die Dahlen uns den inneren Frieden schenken, uns wieder lenken in dic Dahnen ruhiger kreiheitlichcr Entwickelung und uns inrnicr n«her bringen dem Jedealc jedes Patrioten: dem freien und einigen Deutschland!"
Auf diesem Wege Hut er im Reichstag positiv gearbeitet nnd uns dem Felde der Kranken- und Nnfaklversiche- rung, des Arbciterschupes nnd der sozialen Arbeiterver- sicherung verdienstvolle Leisttingen aufzuweisen gehabt.
In der hessischen Politik hat der Verstorbene bis zu seinem Rücktritt eine ganz hervorragende Rolle gespielt, Rachdeni er im Jahre 1887 als Nachfolger des Fabrikanten Haustein in Gießen für Gießen-Land und 1889 für Gießen-Stadt in den Landtag gewählt worden war, wurde er sofort in den Sonderausschglß zur Berichterstattung über die Hebung der Lage der Landwirischaft und 1890 in den gesetzgebenden Ausschuß, gewählt, später eutsallete er auch als Mitglied des Finanzausschusses eine hervorrageudeTätig- keit, indem er längere Ja'wc hindurch besonders den Justiz- Voranschlag bearbeitete. Aber auch in Sonderausschüssen, na- incntlich für die Verwaltuirgk.gesetzc und für die Gemcinde- stcucrgesctzgebnng wirkte er in hervorragendem Maße. Auf dem Gebiet des Lypothekenwcsens und der LandcSkreditbank, sowie in sozialpolitischen Dingen cntsaltctc er eine dnrch- grei,cnde und ersprießliche Tätigkeit, Das allgemeine Der trauen seiner Parteigenossen machte ihn bald'zuni führenden Mitglied der Freisinnigen Partei und zum tonangebenden Führer, Solange er an der Spitze stand, kam es zu keilet parteipolitischen Schwierigkeiten in der Kammer, Er verstand es, alles Persönlich« und Gereizte was d«ni Streit der Meinungen anszuschalten und lediglich sachlich« Gesichtspunkte zu betone» und gelten zu lassen,
Gutslcisch war infolge seiner außerordentlichen sinanz- juristtschen Kenntnisse der Verwalter bedeutender Vermögen und der Rechtsbcistand einer ganzen Reihe von hochstehenden Personen, vor allem der oberhessischen Standes- herren, wie ihm denn Allgemein das grösste Bertraircn cntgegengebracht wurde,
**Taaeskalcnder sür Montag, de» 4, M«i: Zirkus A l u Ni e II t c l d, abends 8)4 Uhr. /
Landes» nivcrsität. Auf sein Nachsuchen wurde am Samstag der ordentlickz« Professor für semitische Sprackicu in der philosophischen Fakultät Lic, Tr, Friedrich Schwallu zu Gießen mit Wirkung vom 1. April aus dem Staatsdienst entlassen,
, ** Personalnachrichten der O berpostdirek- tio» ui Darmstadt, Versetzt: die Postmeister Kisscl von Laulerbach nach Langen und Schirm an» von Erbach nach Lanlerbach, Ucberlraqen: eine Ober-Postsekrc- tärstcste beim Postamt in Ofsenbach dem Dostsekretär Hoffman,! aus Bad-Nauheim: eine Postmeistersteltc dem Post- sckretär Will aus Franlsurt lMain) in Erbach: eine etatmäßige Postsekretärstelle dem Postsekretär M ü l l e r in Bad Nauheim, -- Etatsmäßig an gestellt: die Postassi- stenlcn H c u n in vicßen, Klein in Butzbach und S ch n a -
b c l in Bad-Nauheim, — Angenommen: zu PostgehlAen dic Realschüler B e ch! o l d und M ä t t n e r in Groß Gerau
und Butzbach: als Tclegrnphengchilsin Klingler in Olicßen, — I n den R n b c st a nd treten: Postmeister
Rcchnungsrat Grass i» Langen, — ©e ft erben: Postmeister a, D, Hill in Gießen,
** Gesellenprüsnng 2!m Sonntag fand in der
Turnhalle der städt, Mädchenschule die Ausstellung der Gesellenstücke und die Verteilung der Gesellenbrief« statt, wozu sich Handwerksmeister und Freunde des Hwidwerts in statt- lickzer Zahl eingefnnden hatten. Der Vorsitzende des Gesellen-
prüfungsausschusses Herr Stadtverordneter Huhn begrüßte die Erschienenen und richtete warme Worte an die Gesellinnen nnd Gesellen Er schloß mit einem Hoch aus den Färdcicr unseres hessischen .Handwerk? Seine Königliche Hobest den Großherzog, Herr Stadtverordneter P e tri über- brachte in Verhinderung des Vorsitzenden der Handwerkskammer die Glückwünsche derselben, Herr Pros, Dr, Kraus- müllcr beglückwünschte die Jungg^scllimnm und -Gesellen im Auftrag der Großh, Zentralsterle für dic Gewerbe und des hiesigen Lrtsgewerbevereins: er gab seiner Freude Ausdruck über die zahlreich erschienenen Handwerksmeister bei der einfachen Feier, forderte die Gesellen zu rastloser Weiterarbeit aus nnd dankte den Herren des Prüfungsausschnsses, sowie den Meisterinnen und Meistern sür die Durchführung der Prüsung, Dann verteilte Herr Architekt Garnon an 149 Junggesellen die GcseUenbricse: darunter waren 34 Schneiderinnen und 7 Putzmacherinnen, Dic Ausstellung der Olesellenstückc zeugte von tüchtigen Leistungen und fand allgemeinen Beifall,
** Der Gesellschafts Verein veranstaltete gestern nnter zahlreicher Beteiligung einen „Bunten Abend", bei dem Herr Oberrcgisseur Bakof und Fräulein Else Brandenburg in hervorragendem Maße beteiligt waren, .Herr Bakof zeigte a»ss neue, daß er nicht nur für ernste, dramatische Gedichte, wie Snlmnith usw ein feines, ansgcreiftes Wiedergabe- und dlcstaltungsvermögen besitzt, sondern daß ihm auch die leichte, frohe Art und heitert? Dialektdichtungen außerordentlich liegen. Seine Leistungen bildeten entschieden die Höhe des Abend? und wurden überaus ;rrubiß ausgenommen, Fräulein Este Brandenburg trug einige Lieder vor, die ebenfalls lebhaften Beifall ernteten. Das 1, Konzert für tzleige von Bcreot wurde sehr schöln wicdergcben, ebenso dic Variationen über den Faustwalzer für Flöte und zlvei skylophonvorträge. Ein Ball schloß den 'Abend,
Von seinem Fuhrwerk überfahren. In dic Gießener Klinik wurde am Sainstag der Kausnianu Georg G r o t h III, aus Wenings eingeli'efert. Er war am Freitag auf einer Geschäftsfahrt begriffen und geriet in dem Torte Wolferborn, als sein Fahrzeug beim Um- lvenden kippte, unter dic Räder, Die Pferde wurden scheu und schleiften ibn ein StLck Wegs, bis ihn herbci- eilsen,de Dcpicrii ans seiner mißlichen Lage befreiten. Außer schweren Verletzungen gn den Beinen trug er Hautabschür- fungen am ganzen Körper davon,
** Stadtbriefkasten, Augenblicklich werden die Brieflasten in der Stadt frisch gestrichen, Vorsicht bei ihrer Benutzung nnd beim Dorübergchen ist daher angczeigt,
** Das Großhcrzoglicki Hessische Regierunas- b l a t t Nr, 11 vom 30. Avril hat solpenden Inhalt: 1, Verordnung, die Enteignung von Gelände zur Anlage eines Militärlnstschiss- hasens in der Gemarkung Weiterstadt betrestend, — 2. Verordnung, dic Tagegelder, Reisekosten und Gebühren der Krcisvcterinärärzte bei aintlicheir Geschäften bclrcsscnb, — 3. Bekanntmachung, dic Befugnisse des Salzsteueramts Bad-Nauheim betrestend, — 4, Bekanntmachung, AmtStitcl der F-inanzamtsgchilfen betreffend,
Landkreis Gießen.
ck. R c i s k i r ch e n , 3, Mai, Auf ein 30jähriges Bestehen kann die hiesige P o st a gen tu r in diesem Jahre zurückblicken, Tic alte Posthil'sstelle änderte man nach kann, vierjährigem Bestehen im Jahre 1884 in eine Postagentur um. Als Agenten gewann man den (ßastwirt Ferdinankrl Gundrnin, welcher bis zu seinem Tode im Jahre 1900 das Amt verwaltete, darauf fr'ihrte sein Sohn die bereits stark entwickelte Agentur lveiler. Zu Posthilfsbotcn bestellte man die heute noch üitigen Briefträger Schäfer und Peter, welch« im Jahre 1892 rückwirkend bis 1884 als Briefträger angestellt wurden, Waren die Postsendungen des Bezirks, tvclcher vier Posthilssstcllen, Lkattenrod, Lin- dcnstruth, Saasen mit Veitsberg uind Bollnbach und Bersrod mit Winnerod und Zicgelhütle umfaßt, im Anfang gering, jo brachte der Aufschwung der letzten Jahrzehnte auch eine 'bedeutende Vermcyrnng der Postsendungen, Einen tleinen Neberblick wie das Mehr der Postsendungen gestiegen ist, sieht man ans der Statisttk der Postanweisungen, In den ersten Jahren waren es 70-^80 im Monat, heute sind es 400, Eine Entlastung der hiesigen Agentur wäre somit am Platze, und die vor acht Jahren von der Posthilfs- stellc Saasen angeregte Umwandlung in cine Postagentur mit eignem Bezirk, würde wohl jetzt eher die Zustimmung de^ Lberpostdirc. ion Tarmstabt finden,
Kreis Büdingen.
Orte» berq, 8, Mai. Goldene Hochzeit fetcvf nächsten DienSlna das Ehepaar Karl Pie iller I, in voller körperlicher n»d aciwncr Frische. P eisscr ist 7g Jahre all und gchürl dem Gemeinderat »nd Kirchenvorsiond an.
h Glaub erg, 3. Mai, Eine gehörige Tracht Prügel vcr- absolgie dieser Tage ein hiesiger Bürger ans dem Wege nach Ober- Mockstadt einem Stromer, der- den ahnungslosen Mann in dem Walddistrikt „Holstsachse" in ziemlich derber Weise um Geld an- hiclt und den Mann, als der Bitte nicht nüllsahrt wurde, bedrohte. Diese Selbsthilse ist ein vorzügliches Rezept sür dic sich mehrenden llrbcrsällc,
Kreis Lautcrbach,
A Lanlerbach, t, Mai, Sein öOsälirigeS Arbeitsjnbichbmi f e i c rte gestern der in Riedejelschen Diensten stehender Arbeiter ims grjegSveterau Job. Dickel auS Angersbach,
Kreis Friedberg.
Ii Friedberg, 3. Mai, Jnsolgc falscher Weiche liste Ilung entgleisten hier zwei Güterwagen, die mit Pferden beladen ivaren. Sämtliche Tiere wurden verletzt, z»m Teil sehr schwer. Erst nach drei Stunden war eS möglich, die armen Tiere ans ihrer Lage z» befreien.
L. Friedberg, 3, Mai, Hier plant man eine kleine aber dauernde Gemälde-Ausstellung anzulcgcn. Der Anfang ist jetit gemacht worden, — Gestern nacht sank das Thermometer unter Nullj auch beute nacht erreichte cs denselben Tiefstand,
M, Friedberg, 3. Mai, Heute fand eine größere G c
l ä u d e ü b u n g der Ottsgruppc I u n g d e u t s ch l a n d zwischen Hos Hasselhcck und Löwcnhos statt. Die Leitung übernalM Haupt maun .Hupe des hiesigen 3, 'Bataillons 168, welches aucki seine Tt'iellcutc zur Verfügung gestellt hatte. Um 3 Uhr erfolgte der Abmarsch von der Turnhalle aus. Es nahmen auch foldjc jungen Leute teil, ivelchc noch keine!» Verein angehörtcn, nnd zwar beteiligten sich hauptsächlich dic Augustiner sRealschnlc, Gymnasium-, Lehrerseminar, sowie viele Bolksschstler, nebst Direktoren, und Lehrer.


