Ausgabe 
1.5.1914
 
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Ver«i«soachrichtev.

-m. Großen-Buseck, 29. April. Tie am vergangenen Sonntag hier abgebaltene Bundeshauptversammlung des^ Radfahrerbundes Ober Hessen war sehr gut besucht. Präsident Io ke l-Hungen leitete die Tagung. Bei der Wahl des Vorstandes wurden für die nächsten 3Jahre gewählt^Zement- Waren fa brisant Jäkel-Hungen zum Präsidenten, Ir. Roth 1 7-- Steinbach zu dessen Stellvertreter, Gercnd Hungen al^Schrist- sührcr, Gg. Abendrot h -Münster als Rechner, als Jahrwart Schreiber - Treis-Horloff, als Stellvertreter W c b er Londorf, 3 t c n l-Bcttenhausen, Alba ch-Hattenrod, B er l in II.-Großen- Buseck zu Beisitzern. U. a. wurde beschlossen, in Oberhesfen an allen gefährlichen Stellen der Verkehrswege W a r n u n g sta - fel n aufzustellen, was von allen Radfahrern wohl mit Jrcudrn begrüßt werden dürste. Ferner wurde für sämtliche Vereine des Bundes die Anschaffung eines einheitlichen Abzeichens beschlossen. Ter Bund soll gerichtlich eingetragen werden._

Lansrvirtschcrst.

U c 6 e t bie Bekämpfung b e 3 G r b r I o h c 3. Ten meinen Acrqer beim Gartenbau bereiten lins wohl bie Erbilöhe burrt) das Abfressen ber mrien GemLseoslänzchcn. Eine Menge Mittel werben nun gegen dieses Ungeziefer angepriesen. Sie kosten in der Regel viel Geld und dabei ist ihre Wirkung meistens frag, lidt. Deshalb fei nächstel>cnd ein Mittel angegeben, lote man diese Gesellen billig und sicher »ertilgen kaum Man nehme sich ein Brellckien von der Breite der Beete und bestreiche es aut einer Leite mit Raupenleim oder Wagenschmiere, Damit fahre man in einer Volte von 30 ;!tm , mit der bestrichenen Leite nach unten, rasch über das von Erdflöhen befallene Beet bi». Diese werden dadurch erschreck! und suchen sich durch Springen der Gefahr zu entziehen. Dabei Hüpfen sie gegen das bestristtrne Brett, woran sie natürlich hängen bleiben. Wiederholt man dies mehrmals am Tage, so wird man das Ungeziefer bald weggcsaitgen haben,

D Ans dem Bogelsberg, 20, April, So reichlich ber Tisch für bic Bienen brausten gedeckt ist, sie ziehen nicht den gewohnten Nutzen daraus. Die Rächte lind zu kalt. Dadurch honigen die Blüten schlecht. Auch vermögen die Bienen durch die Morgen- kalte den Ausslug nicht auszusühren. Zur Hauptsache sind die Bienen dieses Jahr in ihrer Entwickelung zur Volksstärke durch das späte Frühjahr sehr zurück. Statt volllräftig in der Zahl, sitzen die Völker aus der jungen Brut, um hier die nötige Stock­wärme zu erhalten. Und brausten blüht alles aus einmal, Ta steht noch die Tumvsbotterblume in Blüte, die sonst in, März erschien, und schon prangt der Raps in vollem Blütenschmnck, Ta blühen »och die Kirschen und schon öffnen Birn- und Apfelbäume ihre Blüten- sträuste. Zu viel aus einmal in der Blüte, und die Bienen könnens nicht ausnützen. Ja, die guten Jmkcrjahrc sind selten.

Aniveil'ritäts-Nacdricbtsnl.

Geh, Reg,-Rat Prof, Tr. Hergescll, der bisherige Direktor der Meteorologischen Lande sonstalt für Elsast-Loth- ringen, wird in den nächsten Tagen nach Lin den borg bei Berlin übersiedeln, um als Nachfolger des nach Gießen verzogene» Geh. Rats mann die Leitung des tönig- lichen aeronautischen Observatoriums und eine Professur an der Berliner Universität zu übernehmen.

Ter Bibliothekar au der Königlichen und Univer­sitätsbibliothek in Breslau Tr, phil, Heinrich Berger ist vom 1. Mai ab in gleicher Eigenschaft an die Universi­tätsbibliothek in Bonn versetzt worden.

Aus Saarbrücken schreibt man uns: Ter Chemiker am Staatlichen Hygienischen Institut in .Hamburg Tr. Ferdinand G u t h wurde zum Abteilnngsvorsteher am Kgl. Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten in Saar­brücken ernannt.

des Sanitätsrats Tr. Willim, früheren Herzogin Paulnie von Württemberg, wirb uns geschrieben: Tie Zahl der Prinzessinnen, welche die Frauen von Bürgerlichen geivorden sind, ist äusterst

»ein, viel kleiner als die Zahl der Prinzen, die bürgerliche Frauen ehelichten. Frauen setzen sich eben nicht so leicht wie Männer in bewustlen Gegensatz zu Ueberliesernngen und zu Vorurteilen. Eine Vaterschwcster der deutschen Kaiserin, die Prinzessin Henriette zu Schleswig-Holstein, »mnv am 2S. Februar 1872 zu Primkenau bie Gemahlin des Tr, Hieb. Friedrich ESmarch, der Wittver unt Vater van drei Kindern war. Er erhielt am l, Juni 1887 dev preußischen Adel und ist, ein Wohltäter der leidenden Mensch heit, ani 23, Februar 1008 in v el als Professor der Ehirurgie an der dortigen Universität. Wirklicher Geheimer Rat und Ge­neralarzt gestorben, Tann iinden Ivir noch im Hause Bourbon jene Prinzessin Alieia, jüngste Tochter des Jnfanten Ton Carlos, Herzogs von Madrid, die sich »ach Aushebung ihrer ersten Ehe mit dem Prinzen Friedrich von Täiönburg-Waldenburg mit dem ilalienischeir Leutnant a, T, Lino Tel Prele verheiratete. Auch die vor einigen Jahren verstorbene Jnsanttn Josepha von Tva- nieii, Großtante des Königs Alvhons XIII., die eines Herrn Jojs Güell y Rente Gemahlin >oar, gehört hierher. Und aus älterer Zeit wäre die Prinzessin Karoline von Hessen-Philipps­thal zu nennen, die sich als Hofdame des Königs Jeröme mit dem westfälischen Oberst Grasen de la Bille jur Ilion vermählte, sich jedoch schon 1814 von ihm trennte und später einen, bürger­liche» Fabrikanten heiratete. Sie starb am 4. August 1872 in einem römischen Kloster, wo sie freiwillig 'Aufenthalt genom­men hatte.

* T i e verschleierten Gefangenen, Ter bekannte belgische Schriftsteller Carton de Wiart, der zurzeit das Amt des belgischen JiistjznnnisterS bekleidet, hat nach einer Meldung des Brüsseler Soir ein gutes Werk getan, das hossentlich bald in an­deren Kulturstaaten Nachahmung findet. In einem Erlaß an die Polizeibeamten sowie an das Gerichts - und Gefängnispersonal legt der Minister den Beamten die Pflicht aut. Gefangene und Unlersiichungsgeiangene unter allen Umständen nach Kräften gegen die Neugier der Menge zu silnitzen. Tie Polizei- und die GerichtS- beamlen sind angewiesen, ber der Begleitung oder lleberiührnng von Geiangenen aus den Bahnhöfen, in den Straßen und auch IN den Gängen und Korridoren der Gerichtsgebäude dafür zu sor­gen, daß den Verhafteten die Temütignng erspart bleibe, vom Publikum angestarrt zu werden, Tie Verhältnisse im Brüsseler .iustizpalast stellen der Erfüllung dieies Erlasses große Schwierig- leiem entgegen: die Verhafteten müssen hier, um vor ihren Rich­ter zu gelangen, die War-erännre der Zeugen bnrchguecen. Darauf­hin hat der Minister verfügt, daß die Gefangenen das Recht Kaden sollen, bis z» dem Augenblicke, da sie deni »nlersuchimgs- richter gegenüberstehe», ihre Gefichtszüge unter einem Schleie, zu verbergen.

Märkte.

ke. Wiesbaden, 30. April. Ben- und Strohmarkt.

Angeiahre» waren: !5 Wage» mit He» und Stroh. Man

»eherne: £>eu höchster Preis 5,90 niedrigster Preis 3,20 Alk., TnrchschnittsoreiS 3,53 SPIarf. Stroh (RichtÜrohs höchster Preis 2,70 Mt., tiiedrigster Preis 2,50 OJlf.; Durchschnittspreis 2,57 Mt, Krnnimslroh Höcht er Preis 0,01 Alk., niedrigster Preis 0,00 Alk,; Dnrchschnittsvreis 0,00 Alk. Fruchtmarkt. Haler höchster Prers 9,0;, Alk,, niedrigster Preis 8,60 Alk,; Durchschnittspreis 8,36 Mk. Alles per 50 Kilo.

Herbor», 30. April. Aus dem heute abgehaltene» 4. dies- jährigen Markte waren anigelricben 131 Stuck Rindvieh und 641 Schtveitie. Es wurde bezahlt siir Feltvieh >t»d zwar Ochsen t. Qualität 0194 Alk., 2. Qualität 88-00 Mark, Kühe »iid blinder I. Qualität 8888 Mk., 2. Qualität 8085 Mk. für 50 Kilo Schlachtgewicht. Aus dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 4060 Alk.. Läuter 6580 Alk. und Emlegschrvelne 80120 Alk. das Paar. Der nächste Markt findet am 18. Mai 1014 statt.

Gine Etzrs<häftsord,tunqsdebatte.

Abg. Scherdcmaun (Soz.):

Ich -beantrage, die Sitzung morgen ausfallen zu laßen. (Zu-

rechts z Der 1. Mai!) Jawohl, wegen des 1. Mai. Auf Wünsche großer Parteien dc<> Hauses wird immer Rücksicht gc-

nonnnen, wenn sie aus einem besonderen Grund Vorschlägen, einen Tag frei zu lassen. Nun bitten wir darum. Zahlreiche Politiker dieses Hauses haben morgen gewisse Verpflichtungen übernommen und wünschen am 1. Mai frei zu haben. Darum es gerechtfertigt, wenn dieser Wunsch erfüllt wird. (Lachen rechts.) Wir verlangen nicht, daß Sie, wenn Sie die Sitzung auchallen lassen, sich mit uns in bezug auf die Feier des 1. Mai. solidarisch erklären. (Große Heiterkeit bei den bürgerlichen Par­teien.) Es handelt sich lediglich darum, daß Sie den Wunsch der größten Partei des Hauses berücksichtigen. Wir sind selbftver- ständlich eifrig bemüvi. die Geschäfte des Hauses zu fördern. (Lachen rechts.) Es ;oU daher feine Minute verloren gehen. Wir schlagen daher vor, anstelle des morgigen Sitzungstages ein oder zwei Abendsihungen abzuhalten. (Lachen rechts.)

Abg. Graf Westarp (Kons.):

Der Antrag i,t wohl geeignet, im höchsten Maße Erstaunen hervorzu ru f e n. . Sehr richtig! rechts.) Er hangt zusammen mit den sozialdcmokranschen Maifeiern. Diese Veranstaltungen baben den Zweck, durch Arbeitsniederlegung und Arbeitseinstellung für die republikanischen Ziele der sozialdemokratischen Partei zu demonstrieren. (Sehr richtig! rechts.) Man wünscht nun, daß der Reichstag auch morgen die Arbeit cinstcllt und sich an dieser De- nronstration beteiligt. (Sehr richtig! rechts, Lachen der Soz.) Wenn die sozialdemokratischen Abgeordneten das Bedürfnis haben, den 1. Mai zu feiern, so wird sie kein Mensch daran hindern, den Sitzrrngen fernzubleiben. Ich glaube, die Verhandlungen werden ganz gut verlaufen, denn die sozialdemokratische För­derung der Geschäfte kennen wir. (Sehr richtig! rechts.) Die Maifeier ist eine Einrichtung, die lveder leben noch sterben kann. Wenn den bürgerlichen Parteien anacsonnen wird, dieser Veranstaltung durch ibre Beteiligung neues Leben einzuflöhen, so ist das e i n e ft a r ü c Zumutung, die wir mit aller Entschieden­heit zurückwciscn. (Lebhafter Beifall.)

Dbg. Basscrmanu (Natl.):

Ich muß auch meinerseits bitten, es bei dem Vorschläge des Präsidenten zu belassen. Wir haben uns über diese Frage bereits im (^cniorcnkonveut eingehend unterhalten. Die bürgerlichen Parteien haben sich einmütig dagegen ausgesprochen. Ein Ver­gleich mit der Fahrt nach Hamburg kann gar nicht anyeücllt wer­den. Denn in diesem Falle handelt es sich um eine Einladung, die an den gesamten Reichstag zur Besichtigung des größten deut­schen Schiffes gerichtet wurde. Ick möchte grundsätzlich Wider­spruch dagegen erheben, daß aus Anlaß eines Parteifestes ein Sitzungstag des Reichsrags ansfällt. Das ist nicht angängig. Das würde Konsequenzen haben. Andere Parteien könnten ähnliches verlangen. Aus diesen Gründen lehnen wir den Antrag ab. (Be.ifiall.)

' Dbg. Dr. Haase (Soz.):

Die Veranstalter der Maifeier richten ihre Einladungen an das ganze deutsche Volk. (Große Heiterkeit rechts.) Wenn die Konservativen dieser Einladung folgen würden, dann würden sie von ihren irrigen Anschauungen, soweit sie belehrungssähig sind, befreit werden.

Präsident Dr. Kacmpf:

Sic dürfen einer Partei nicht vorwerfe», daß sic nicht be­lehrringsfähig ist. (Heiterkeit.)

Abg. Hanse (Soz.):

Am 1. Mai wird uuch für den Bolksfrieden demonstriert. Das sollte das ganze Volk mit machen. (Lachen rechts.) Die Maifeier lebt und marschiert. Wenn Graf Westarp den Mut hatte ich will mich parlamentarisch ausdrücken und sagte, die Geschäfte könnten auch ohne uns gefordert werden, so erinnere ich daran, daß das deutsche Volk bei den letzten Wahlen bewiesen bat, wer seine Geschäfte fördert. Das find die Sozialdemokraten mit 111 Mandaten. Und wir werden weiter wachsen. (Lachen jb. d. bürgerl. Parteien.)

Der Antrag, morgen die Sitzung ausfallen zu lasten, wird darauf gegen die Stimmen der Soz. abgelehnt.

Auf Antrag Scheidemann wird aber beschlossen, die Sitzung jschon um 1 Uhr zu beginnen.

Schluß 6% Uhr.

Des?!jsifdjte*.

* Automobilunfall. Bus Liebenwalbc wirb ge- melbet: Alls ber Chaussee zwischen Liebenwalbc und Hammer stürzte gestern bas Automobil eines Ziegeleibesitzers beim Aus­biegen in be» Chausseegraben, wobei der Chauffeur getötet wurde.

* Vergiftungen. Aus Wilmersdorf wird gemeldet: Gestern abend erckraukten der Bäckermeister Struck, seine Frau, zwei Gesellen und eine Nichte des Bäckermeisters unter Vergis - tungserscheinungen vermutlich nach dem Genuß von Schabefleisch.

* Prinzessinnen als bürgerliche Ehefrauen. Zu dem in diesen Tagen in Breslau erfolgten Tod der Witwe

Die Patienten finden im Kaffee Hag, dem coffeinfreien Bohnenkaffee, den gleichen Geschmack des Kaffees, ohne eine Erregung des Herzens zu verspüren.

Gehetmrat Exzellenz v. Lerchen tBortrag ,sHerzneuroie und deren Behandlung").

Kursblatt 6cs Eichener Anzeiger-

_voirr 30. April__

mitgeteill

von ber

Bau! für Handel und Industrie

Niederlassung Siegen

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4 Reue Boden r. 102 .

Ser. 10......

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47, Ung. Lotalbahn S-ri- I r. 10o' ,

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4% do. do. Serie II r. 102 .

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3 Hamburger v. 1864 .... Tlr. 50 3 ^oüanvi,che Komm. 0 . 1871 *. b.fi *100

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