RatSolifcit ober über das Verhältnis « r. M aic ft ät zu den Katholiken ouftert. Tie Ausführungen der „Nordd, ülllg, Zig find IN jedem Punkte zniresscnd. Um so ent schirdener muh das Treiben gekennzeichnet werden. das sich an diesen Briei geknüpft hat lehr ricknigi, uxii' in an diesen Privat briet Sr, Maiestät des Kaisers und Königs, eine Angelegenheit seines Königlichen Hauses, an dre Oessentlichkeit gezogen und sich nicht davor gescheut bat, den Brief zu falsche II und damit beizutragen, daß Mißtrauen in die katbolische Bevölkerung gegen ihren Landesherr» getragen ioird, gegen ihren Landesherrn, von dem sie so viele Beweise seines Wohlwollens erfahre», von dem sie so viele Zeichen seiner Gunst erbalren und bei dem! sie Verständnis sür ihre Wunsche und Bedürfnisse gesunden hat. Man kann in der Tat ein solches Berfahre» nicht scharf geimg kenn zeichnen. Es ist Brunnen Vergiftung der aller- schlimmsten Art (sehr richtig. Ich meine, alle anständigen Leute im deutschen Reiche sollten sich dagegen wenden und von diesen Fälschern und Brnnnenvergistern adrucken, (Lebhafter Bei fall,' Zu meiner Freude bat das soeben auch mit aller Gnli* schiedenheit der Abg. Tr Porsch getan. Ich glaube, dah nun die Akten darüber geschlossen werden sollten, und dal; wir uns alle dagegen wehren sollten, wenn noch einlmal versucht werden sollte, aus diesem Boden im Trüben zu fischen, (Lebh, Beifall,) Im R e i ch s t a g fand am gestrigen Dienstag eine Besvrechung der Fraktionssübrer mit Vertretern der Regierung über die Pesol dungsnovelle Han, Entgegen einer Nachricht, die das Scheitern der Vorlage sür diese Session voraussagte, zeiglen sich die Parteien entschlossen, wenn irgend möglich, das Gesetz noch vor Himmel- sahrt zustande zu bringen.
Der Reichstag und eine Einladung der Ham b u r g - A in e r i f a Linie, Im Aeltestenrat des Reichstages wurde die Einladung der.Hamburg-Amerika-Linie zur Besichtigung des T a m p s e r s „V a t e r l a n b" vom Zentrum, der Fortschrittlichen Bolksvartei und den Nationalliberale» angenommen, Tie So zialdenwkraten lehnten die Einladung aus grundsätzlichen Bedenken ab, Ter Vertreter der Konservativen behielt seiner Partei, der er die Einladung mittrilen wollte, die Entscheidung vor, Ter Präsident des Reichstages ordnete daraus an, dah die Einladungen verschickt werden, und erklärte gleichzeitig, er werde Gelegenheit nehmen, in, Namen des Reichstages der .Hamburg-Amerika-Liirie dessen Tank anszusvrechen, Ter Bniidesrat, der gleichsalls eine Einladung erhielt, nahm diese an. Wahrscheinlich wird der Staatssekretär Tr, Telbrüik in Vertretung des Reicltskanzlers an der Fahrt teilnebnien.
Tie b a n e r i s ch e Ä a ni in e r der Abgeordneten bat die von der Regierung eingebrachte» Vorlagen bete, die Elcktri - »i t ä t s v e r s o r g u » q Des Landes mit groher Mehrheit ange- no,innen. Nach diesen Vorlagen werden in das ordentliche Budget 20000 Mk, sür die Herstellung eines allgemeinen Planes über die Elektrizitätsversorgung Baherns rechts des Rheines, in das nuher- ordentliche Budget als erste Rate 6 Millionen für den Bau des Walchensee-Kraftwerkes eingestellt,
Nachspiele zu den Z aber» er Vorgänge», Tie ,,Eorrelvvndenz Piper" meldet; In der bei dem Landgericht anhängigen Entschädig ungsklage der Eltern eines in i n dersährigen M ndchens, das Leutnant v, F o r st n e r seinerzeit verführt haben sollte, hat heute das Gericht beschlossen, dah die Akten der inzwischen vom Militärgericht eingestellten Strafsache beizuzieben seien, Ter neue Verhandlungslermin ist aus den 30. Juni ds, Fs, anberanmt worden. — Bon den gegen den Militärsiskus seinerzeit seitens -der in dem Pandnrenkeller in basftert Gewesenen angestrengten Entschädigungsklagen ist jetzt nur noch eine einzig- anhängig, nachdem alle erhobenen Ansprüche bis aus diesen einen durch Abfindungen erledigt sind. Eine s o z i a 1 b e nt o f r aj i i di o Anfrage über M a s - s e n e r k r a n k n n g e n von zr o l d a t e n im Reichslande, Sozialdemokratische Abgeo.dnele haben im Reichstage angesragt, ob dem Reichskanzler bekannt sei, dah beim 1-13, Fnsanterie Regiment in S t r a h b u r g i. Elsah während anstrengender fünftägiger Felddienstübungen sw Winter bei ungünstiger Wit terung Massenerlrankungen vorgekommen seien, dah Mannschaften an Ueberanstrengimg gestorben, andere aus Berziorislung Sclbst- liiord verübt hätten, — Dir Anfrage kann den Anschein erwecken, als hätten im Winter im Elsah besonders anstrengende Uebun- gen statlgeiunden. Wie uns mit Anträge an zuständiger stelle initgeteilt wird, ist dies sedoct, nicht dei^Fall, In Grenztanden sind anstrengende llebnngen nichts Außergewöhnliches, Unter dem alte» Häieler waren sie früher in Lothringen an der Tagesorü nung. Von Massenerkrankiingen ist in dem angezogenen Falle nichts betanni geworden.
Aus Stadt und Land.
Eiehe», 29, April 1914,
Die Mordtat i« Crainfeld.
Crainfeld, 29, April, Wie wir bereits gestern kurz Mitteilen kvnnten, spielte sich in der '.Vacfit zu in Dienstag in dem Hanse des Händlers Abraham Stein in Crainseld ein furchtbares Berbrecheil ab. dein Stein zum Loser f*rl, lvährcnd seine Frau und seine vier Kinder schwer verletzt wurden. Nach volsbrachter Tat züiidetcderMörderdasHaus an, wahrscheinlich um die Folgen der Mordtat zu verbergen.
diesen Sachen eine vollständige Zusammenstellung von Meeres rügen aus der Nordsee und dem Mittelmeer, Auch die Übrigei, Krnvtoganien sind reichlich v-rtrc'ten Von besondekm Ivissen schalliichen Werl auch zum Verständnis der heutigen Botanik sind endlich Goethes schöne Aguarelle zur Metamorphose der Pilanzen, die vo» Anschauniigen ausgehen, die noch heute die Grundlage der Morphologie, sowohl iür die Darstellung wie sür den Unlerrichl, bilden, lleberhauvt ist zu sagen, das; das ganze »mnrwiiienichastliche Muienni Goelhes »ich! nur IN Bezug aui die Persönlich teil des Sqpimlcrs, sondern auch rein wissenschaftlich und obielliv von hohem Werl ist. Das gilt auch iür die zoologische Abteilung, aus der besonders eine interessante Sammlung von Schädciknochen hervor,»hebe» ist, die die Goeihesche Entdeckung des Zwischeakiejcrs mit allen einschlägigen Beobachtungen zur Darstellung bringt. Ferner sind hier vollständige Skelette von Sängelieren und Vögsln z» sehen, historisch merkwürdige Stücke zur Fllustriernng der Gcillschcn ^ckwdellehre und in einem besonder» Schrank eine kostbare Sanimliing von Revlilien, Krokodilen, Schildkröten, Meeresiieren usw.
In dem angrenzenden Zimmer endlich ist die bedeutende pe- Irogravhliclie und mineralogische Sammlung Goethes in her Ord nnng, wie sie den Anichaunngen der Gocltzezeit entspricht von Pros Tr, Mar Semper aus Aachen, imtergevracht. Tie Zahl der Gesteine, die hier in schiebladenreichen Kästen nnlergebracht ist, mag in die Tausende gehen. Dem Laien sind besonders ant sgslend die zahlreichen Marmorplättche», die di,rch ein unendlich verschiedenartiges Farbenspiel entzücken
lieberblickt man. wenn auch nur mit laienhaitem Verstand alles, was die Verwalter des Goelheichen Erbes spät zivar aber «doch iil einer übersichilichen und sachlich-schönen Anordnung hier vor den Blicken der Welt ausgebreitet haben, so will di- Ehrfurcht vor dem einzigartigen Menschen, dessen Geist, ahnungsvoll tastend und aus sicherem emvirischen Weg zugleich bewußt vorwärtsschrei- tend, in die Geheimnisse der Natur so lies eindrang wie in die Geheimnisse der Menschenseele, sich zu erhabenen Schauern verdichten Hier spricht ein Geist zur nachgeborenen Welt, der wie Äolsgang von Dettingen, der Direktor des Goethehauses, in einer Geden'- schriit sehr sckstin sagt, „vom tlrgestein bis zum Wolkengebilde, vom Samenkorn und Moose bis zum Schädel des Mensche» mit hellsichtigen, Blick dnrchsorschte, was ihm zur Erkenntnis des Schöviungswunders verhelsen konnte", und der, so darf man hinzusetzcn, wie ini Borübergehen Früchte von Erkenntnissen vilückle, die der Menschheit erst heute zw reisen beginnen. So wird, was in diesem Museum Goethes aufgebmit ist, die Bewunderung und den nachforschenden Geist der Menschheit noch lange wach erhalten.
Mitten in der Nacht, kurz nach-1 Uhr, lvurden dlc Cm- lvohner des Dorfes durch:
Feueralarm
aus dem Schlase flriucrft. Das Wohnhaus des Handels- inannes Abralnnn Stein ilnd ei» angrenzendes anderes Wohnltaus standen in Hellen Flammen, Aus dem Hanse ertönten gellende Hilferufe, Nachdem die Feuerwehr an dein Brandherd eingctrofscn war und mit den Löscharbeiten begonnen hatte, drangen inehrerc Män- ncr in das Haus ein. Hier bot sich ihnen ein schrccUlcher Anblick, In dem Schlaszinuner lagen der Ehemann und die Ehesran Stein, aus} ch ioerc n K o P l v c r l e N u n g e n blu tend. Man schaffte die Schwerverletzten sofort ins ^l-reie und rief ärztliche Hilfe herbei. Als man in das obere Stock lvcrk kam, fand mail auch die vier Kinder des Ehepaares Stein im Mer von l? bis 23 Jahren mit schweren Koosverletzungen ans dem Boden liegen. Sämtliche Verletzten waren unbekleidet, mikssen also im Schlafe überfall e » worden sein.
Man benachrichiigie sofort die Gendarmericstation in Lautcrbach, die noch im Lause der Nacht mit lneyrerci, Beamten an dein Tatorte cintraf, Tie Staatsauwalt-» schast in Gießen, darunter .Oberstaatsanwalt Hof m a n n und der Untersuchungsrichter, sind mit mehreren Be- anlicu mit Polizeihunden nach dein Tatorte abgegangen. Auch der Gerichtschemiker Dr, Popp aus Iranksnrt ivnrde zu den Untersuchungen hinzugezogen. Bon den Tätern hat man bis jetzt noch keine Spur,
Wie wir dazu erfahren, ist der verletzte Handelsmann Stein am Dienstag morgen um 1 77 Uhr im Lauterbachrr Krankenhause, wohin man alle Verletzten gebracht hatte, gestorben, Bon den beiden Töchtern wurde der jüngsten, einem 17 jährigen Mädchen, der linke Z c i g c s i n - g c r abgehaucn; sic erwies sich allein als vernehmungsfähig. Nach den
Aussagen der Tochter
hat sich der schauerliche Vorfall folgendermaßen abgespielt: „Kurz nach t Uhr wachte ich aus, Bor meinem Bette stand ei» sehr großer Mann, der eine schwarze M a s I c vor dem Gesicht hatte. In der linken Hand hielt er eine brennende Stallakcrnc, in der rechten ein Beil. Ich zog ans Furcht die Bettdecke über meinen Kops, woraus sic der Mann herunterriß und mit dem Beil aus mich einschlug, Ich wurde am Kopse verletzt und der Zeigesinger von meiner linken Hand abgeschlagen. Ich schrie vor Schmerz laut auf. Der Mann verließ die Kammer, ich wagte niich nicht ans dem Bett, Kurze Zeit darauf st a u d unser Haus und unsere S ch c in: r in Flammen, Auch das Nachbarhaus stand in Flammen, Ich lies um Hilsc und wurde aus dem brennenden Hause getragen und in einem benachbarten Hanse nnlergebracht und verbunden. Später brachte man mich ins Lauterbachcr Krankenhaus,
Die Nachforschungen der Staatsanwaltschaft haben:, soweit bis jetzt bekannt ist, noch kein sicheres Ergebnis -gezeitigt, doch sind immerhin genügend Spuren vorhanden, so daß der Verbrecher sich nicht inlehr allzu lange seiner Freiheit erfreuen dürste,
Tie ersten Untersuchungen stellte der Gendarmerie- Wachtmeister Seng ap-s Schlüchtern ntü seinem Polizeihunde an. Die Arbeiten erwiesen sich als außerordentlich schwierig. Der Hund nahm eine Spur auf und folgte ihr zum Dorfe hinaus. Vor dem Dorfe fand man einen Bogen Zeitungspapier, in dem der Täter, wie man genau feststellen konnte, das Beil eingewickelt hatte.
Inzwischen ivaren zwei Gerichtschemiker aus Frankstirt uacki Crainseld gekommen und hatten den Tatort sorgfältig abgesucht. Man fand zahlreiche Fi n ge ra b d rii tf c und machte photographische Aufnahmen von dem Tatort,
Der Schutzmann K l ö s aus Gießen t onntc erst am Dienstag abend mit seinem Hunde eine Spur ausnehmen. Das Tier folgte zunächst derselben Spur, die auch der erste Hund verfolgt hatte, daun lief die Spur weiter einen Feldweg entlang durch den Wald und endete in Riede r-M o o s. Hier wurde von Bewohnern die Mitteilung gemacht, daß gegen ' «3 Uhr nachts ein großer Marin mit einer Laterne gesehen worden sei.
Die Spur ftihrte daun nach Freiensteinau weiter, Tort machten sich m c h r e r e L c u t e, die vernommen wurden, verdächtig. Der Hund verbellte sie bei Gegenüberstellung jedoch nicht, sie kommen also sür die Täterschaft nicht in Frage, Einen
verdächtigen Fund machte man jedoch auf einem Grundstück des Nachbardürs- chcus Salz, In einem Eimer wurde ein blutiges H e m d gesunden, das cingeweicht war, ES war offenbar versucht worden, das Blut auszuwaschen. Auch eine Gamasche m i t B l u t s p u r c n wurde gefunden,
Tie Groß herzogliche Staatsanwaltschaft Gießen hat folgende Beta n n t m a ch u u g erlassen:
600 Mark Belohnung,
Mord, Mordversuch und B r a n b ft i 11 u » g.
IN der Nacht vom 27,/28, April 1914 zwischen 1 und 2 Uhr wurden in CrainfeW (Oberhessen) der Warcnhändlcr Abraham Stein und seine aus Frau und je zwei crlvachscnen Söhnen und Töchtern bestehende Familie im Schlafe überfaUen und durch scharfe Beilhiebe aus den Kops schwer verletzt, daß Stein seinen Verletzungen schon nach wenigen Stunden erlag, während die übrigen sämtlich in Lebensgefahr schweben; außerdem hat der Täter in der an das Wohnhaus anstoßenden Sckwucr des Stein Feuer angelegt, durch das die Scheuer, das Stallgebäude und der Dachstock des Wohnhauses von Stein, sowie die ganze Nackstiarhofreile eingc- äscherl wurden,
Wertgegenstände hat der Täter, soviel bis jetzt ermittelt, nickst mftgenommen: cs fehll aber der Schlüsselbund, a» dem sich auch der Schlüssel zum Sekretär befand, in dem das Geld und die son stigen Wertsachen aufbcwahrt waren,
Bon dem Täter ist bisher nur so viel bekannt, daß es ein großer Mann Ivar, der einen langen dunkeln Mantel trug und entweder das Gesicht geschwärzt oder eine Larve davor butte. Bei Verübung der Tat soll er eine viereckige Stallaterne in der linken Hand getragen haben.
Wir ersuchen um eifrigste Nachforschung und telegraphische oder telephonische. Mitleilnng aller Wahrnehmungen und sichern denjenigen Personen, durch deren sachdienliche Mitteilung die Ermittelung des Täters gelingt, eine B c l o h n u n g von 600 M ar k z u,
Gießen, den 28, illpril 1914,
Großh, Staatsanwaltschaft,
Hofmann,
Eraiitseld uild die »inliegenden Ortschaften besinden sich begreiflicherweise in einer großen Aufregung, Es herrscht überall die Meinung, daß es sich nur um einen Racheakt handeln könne,
Aufwandsentschädigungen für Militärpersonen.
,.As?,d^stoninunge» über die Auszahlung von Aufwands- entschadtgungen an Familien für im Rerchsheere, in der Marine oder in den Schutztruppen eingestellte Söhne, ha<» ben unter dem Publikum zuin Teil ganz falsche Auffassung gesunden und sortgesetzi lausen Gesuche bei den Behörden um Auszahlung der Entschädigung ein, die aber zum gro- ßen Teil als unbegründet zurückgewiesen werden müssen.
Gemäß § i oer Bestimmungen sollen unter den dort naheH bezeichiielen Voraussetzungen die Familien, deren Söhn« eine Gesamtdienstzeit von 6 Jahren znrückgclcgt haben, eine Auswandscntschädigung von 240 Mk, jährlich für jedes weitere Dienstjahr eines seiner gesetzlichen zwei- oder dreijährigen Tienstoslichi genügenden Sohnes erhalten, Znr Erläuterung dieser Bestimmung mögen folgende Beispicii dienen:
1, Drei Söhne treten zu dem gleiehen Terniinc zur Er» füllung ihrer gesetzlichen dreijährigen Dicnstpslicht ins Heer ein. Die Aufwandsentschädigung ist zu gewähren vom Be- gin» des dritten Tienstsahres ab und zivar in Höhr von je 240 Mk, für jeden Sohn,
2. Ter Sohn A. hat bereits drei Jahre gedient. Die Söhne B, und E, treten später gleichzeitig zur Ersüllung ihrer gesetzlichen zweijährigen Tieiistoslichl ins Heer ein. Nach Ablauf von l 1 /, Jahren ihrer Tinstzeit haben die drei Söhne eine Olesamtdienstzeit von sechs Jahren znrückgelegt. Mit diesem Zeitpunkt ist der Anspruch ans Anfwandscnt-j schädigiing begründet, deren Auszahlung mit je 120 Mk. für die Söhne B, und C, zu erfolgen hat,
,3, Der Sohn A, hat zwei Jahre, der Sohn B, als Trainsoldat ein Jahr, der Sohn E. .zlvei Jahre gedient. Der Sohn T, hat eine dreijährige Dienstzeit zu ersüllcn. Nach Ablans eines Jahres seiner Dienstzeit ist der Anspruch auf Auswandsentschädlgung begründet,
l, Ter Sohn Ä, hat drei Jahre gedieirt; der Sohn B. ist nach einer aktiven Dienstzeit von einem halben Jahre als dienstnubrauchbar entlassen lvorden; der Sohn C. hat zwei Jahre gedient Nach Ablans einer Dienstzeit von einem halben Jahre durch den vierten Sohn D, ist der Anspruch begründet,
u, Haben mehrere Söhne, deren Gesamtdienstzeit mehr als 0 Jahre beträgt, bei dem Militär gedient imö sind bereits vor Jnlrasttreten des Gesetzes zur Entlassung gekommen, so wird sür diese keine Entschädigung gewährt. Sie kann nur dann geltend gemacht werden, ivenn ein weiterer Sohn zum Militär einlritt, Tie Auszahlung der Entschädigung erstreckt sich aber nur aus dessen Dienstzeit, nicht aber aus die der früher bereits entlassenen Söhne,
Tr i n kc r- F ü r s o r ge st e l l e sür Stadl und LandkrelSGießen, ffliefeen Afterweg 9. Sprechstunde jeden Donnerstag abend K bis 7V- Uhr,
** Ter Fahrplan des Gieße „er Anzeigers für die Zeit vom l, Mai bis 30, September 1914 liegt der heutigen Stadtauslage bei,
** Landcsuniversität, Dem Forstassessor Dr. Phil, Gustav Baader lvnrde die venia legendi bei der philosophischen Fakultät für da? Fach der Forstwissenschaft erteilt, Seine Häbilitation-sschrist lautet: „Das Fachwerk und seine Beziehungen zum Waldbau",
** Eciic» nn ngcn. Ter Groß Herzog hat den Geometer 1. Klasse Hans Erich Foltz zu Alsfeld mit Wirkung vom 1. April 193 4 an zum FeldbereinigungSgeomcter, den Geometer 2, Klasse Friedrich Kaiser von Storndorf zum Gehilfen bei dem Revisionsgeometer der ?lbtei!ung sür Landwirtschaft, Handel und Gewerbe des Ministeriums des Innern mit Wirkung vom l. Llpril 1914 nnd den Geometer 2. Klasse Wilh. Acker von Bnrgbcacht znm Feldbereinigungsgeometer- gehilsen mit Wirkung vom 1. April 1914 ernannt.
"Das Kaiserliche Hanptgiiartier beiniKaiser- ni n n ö v e r. Es steht nunmehr lest, daß sieh während des diesjährigen KaisernianöverS das Kaiserliche Haiwtgnartier inr Bad H o in b n r g e r Schlosse befinden wird. Amtliche Kreise haben die trüber bereits gebrachte Meldung nunmehr bestätigt. Die Bor- bereitiingen Iür den Railerlichen Auienthall werden im Schloß mit dem grchlen Eifer bctrieben,
" Die Generalinspektion der Klavallerie, die seit Sonntag in Oiießen weilte, ist heute, Mittwoch früh um 8 Uhr über Henchelhcim nach Weilburg abgerückt.
** .hessisch« Landeskonferenz dos Interna t i o n a l e n Be r e r n s der Freundinnen junger M ä d ch e », Unter Vorsitz der F ü r st i n M a ri e von E r - b a ch wurde am Dienstag im Kurhaus zu Bad- Nauh e i m die hessische Landeskonferenz des Internationalen Vereins der Freundinnen junger Mädchen abgehaltcn. An der Da- gung nahmen unter anderem teil die Fürstin von Hohen- solms-Lich nnd die Gräii» von Solms-Laubach. Ter Verein umschließt 15 200 Mitglieder, davon entfallen auf Deutschland 8565 Mitglieder, die sich auf 33 Verbände verteilen. Der hessische Verband hatte im abgelausenen Ge- sckstiftsjahr 1500 Mk, Einnahmen und 1670 Mk, Ausgaben, lieber die Tätigleit der Ortsgruppen berichteten die zahlreich aittvesenden Vertreterinnen, Für Gießen war Frau Provinzialdircktvr vleheimerai U sin ge r erschienen, — An der Nachmittagssitziing nahm die G r o ß h e r z o g i n, die Protektorin des Landesverbandes, leil. Fräulein A, Semm, die Schriftführerin des Vereins, sprach über Zwecke und Ziele des Vereins und Fräulein Gr o n o-Mert ins verbreitete sich über die Gründung nnd Errichtung eines Bcäd» chenheims in Hon,barg, sttach Schluß der Tagung inachte die Großherzogin in Begleitiing des KnrdirektorS Oberst von Frankenber,g einen längeren Spaziergang durch unseren Kurpark und trahm init den Damen des Bad-Nän- hein,er Ortsvorstandes und einigen anderen Gästen den Tee am Teichhau-s ein,
**2ie Ergänzungs-M ei sterprüfung an der Gewerbeschule hat ihren Abschluß gefftnden^ Es war dies die letzte erleichterte Prüsnng, bei der Prüflinge ohne Gesellenbrief zugelassen wurden, Aju 49 Jungmeister, darunter 17 Frauerr und 32 Männer, lvurden die Meisterbriefe nnsgegeben,
** Au f der Straße übers allen. Der Kellner G,; der gestern vormittag verurieilt worden Ivar, weil er die Ge- schäsissührerin E, mehrfach bedroht nnd mißliandelt hatte, stel nach denl Verlassen des Gerichisgebäudes trotz der kurz vorher erfolgten cindringlichcit Verwariilmg durch den Vorsitzenden des Gerichtes die Dame wiederum an und mißhandelte sie durch Faustschlägc Und Fußtritte so schwer, daß sic ärziliche Hftse in Anspruch nehmen mußte. Unwillen erregte cs, wie uns mit- gcteilt wird, daß ein des Weges kommender Schutzmann die mißhandelte Dame nicht energisch in Schutz nahm und auch keine Miene machte, den aus einem Rad absahrcnden Angreifer zu verhaften, Ern anwesender ülmtsgerichtsrat machte dem Schutzmann entsprechende Vorhaltungen, nnd erklärte, daß die Schuli- leute nicht-nur dazu da seien, um Vergehungen der Sühne entgegen zu führen, sondern auch um gesetzwidrigen Vorkommnissen nach Möglichkeit vorzubcugen, Dcni Kellner G,, der demnächst eine eigene Wirtschaft in der Alicestraße eröffnen will, dürste diese Ausschrcitung recht teuer zu stehen kommen,
" S ch ü i t c - L a n z ü b c r G i c ß c n. Das LnftschisfSchütte- Lanz, das gestern abend um 9,15 Uhr in Mannheim zu einer 20süitchigcn Tauersahrt nach Norddeuischlaick ausgestiegcn Ivar,


