Ausgabe 
28.4.1914
 
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Nr. 98

Der Siletzener Anzeiger

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich riibeyerZamiliendlätler:

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Erster Blatt

*64. Jahrgang

Dienstag, 28. April *9*4

General-Anzeiger für Oberhessen

Notationrüruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- und Steindrnckerei R. Lange. RedaMon. Lrpeditiou und Druckerei: Zchnlstratze 7.

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monatlich75Pi., viertel­jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Ziveigstelleir nwnatlich 65 Pf.; durch diePosl D!k.2. uicvtel- jdfnl. ausschl. Bettellg. Zeilenpreis: loknllöPs^ auswärts 20 Bseuuiq. 0' hefvedakteur: A. Goey. Verantwortlich für den polit. Teil: 2lua. Goei;: sür ^^euilleiou", ^Ver- inischleL'" uudl^erlchts- jaal": Karl lAcuratK; !ür ^Stadl uird Land": Kurt Bendt; iur oen Auzeiqe>Ueil: H. Beck.

Die Vermittlung der A. B. E. Staaten. ^

Die militärische Promenade nach Mexiko . läßt sich ganz anders a», als die Pankees cs sich in ihrem >. durch die gelbe Presse geschürten Chauvinismus gedacht hatten, und der große moralische Kater, der sich bereits in ^ der Union geltend macht, wird am deutlichsten erläutert .- durch die ticsgehende» Meinungsverschiedenheiten im Ka- : binctt, wo der Staatssekretär Br van gegenüber der Mili- £ tärpartei den Friedensstandpunkt vertritt, ivährend der Prä- ; sident Wilson haltlos hin- und herschwantt und noch ^ imnrer von einer friedlichen Intervention redet, obwohl , die Kanonen bereits eine durchäus unfricdlichc Sprache , gesprochen habe», Wilsons Rechnung ivar eben ohne den ( Wirt, nämlich ohne die Rebellengeneräle gemacht worden, , die keineswegs, wie man sich in Washington einredctc, den | amerikanischenBefreiern" mit offenen Armen cntgegrn- kamcn, sonder» nach den bösen Erfahrungen, die mau aus . Kuba und den Philippinen mit der Befreiung gemacht hatte, vielmehr zur energischen (Gegenwehr rüsten, Bon einem 1 regelrechten Feldzug gegen Mexiko will aber in der Union ' kein vernünftiger Mensch etwas wissen, denn das; ein ! etwaiger Marsch ins Innere des Landes angesichts der 1 schlechten Wege und des Wassermangels für die Jnvasions- 1 armee eine recht gesährlichc Ausgabe wäre, das wissen die ! Amerikaner ja noch von dem erbitterten, blutigen Kriege ' her, den sie in den Jahren lSl'i 47 gegen Mexiko geführt haben.

Unter diesen Umständen hätte es den verantwortlichen , Männern im Weißen HKnse zu Washington eigentlich ganz , willkommen sein müssen, daß die Regierungen der drei . Staaten Argentinien, Brasilien und Chile der - Union und Mexiko das Angebot einer Verinittlung gemacht haben, wenn nicht die begleitenden Umstände hierbei recht fatal für Uncle Sam wäre», der sich bisher nicht nur als den Beherrscher des anicrikanischcu Kontinentes, sondern auch als Schiedsrichter zwischen den anderen amerikanischen Staatstoesen und Curopa ausspicltc. Schon daß an den , Beratungen der Botschafter Argentiniens, Brasiliens und Chiles auch die (Gesandten von Peru, Bolivien, Costa Rica, Honduras und Panama sowie der kubanische Geschäfts­träger teilnahmen, läßt erkennen, daß es sich hier um einen Schritt der einigen Staaten oon Süd­amerika gegenüber den Vereinigten Staaten von R o r d a m e r i ka handelt. Wenn ferner auch das An­erbieten der drei südamerikanischen Republiken in den sreundschastlichsten Tonen gehalten ist, so bilden doch die Auslassungen der sndamcritanischen Presse dazu einen Kom­mentar, den man sich in Washington nicht hinter den Spiegel stecken wird So spricht dieArgciktina" von einer Aktion der Bankecranbgiec. TicNewton" betont, daß durch das Vorgehen Wilsons das lateinischc Rass e gesü h l verletzt sei und das unverhohlene Mißtrauen der süd- amerikanischen Staaten nur mit Mühe in seinem Ausdruck gemäßigt wäre. Die chilenischeManana" versichert, daß die unangemessenen Forderungen Wilsons den Bankerott des Panameritänismus herbcigcftihrt hätten, und die Presse der anderen südamerikaNischcn Staaten äußert sich in ähn­licher Weise, während in Montevideo sogar stürmische Pro- testkuiidgebungeu gegen die Mexikopotitik der Union statt, gefunden haben.

Tie Besorgnisse, welche in dieser Erbitterung der kleine­ren amerikanischen Staaten gegen dengroßen Binder" zum

Die Schwierigke ien am panamakaual.

New Bort, 27, April, Am P a n a m a k a n a l hat ein Erdrutsch bei Eucharacha Die Arbeiten der letzten Monate vernichtet. Rach sachverständigem Urteil droht jedoch dem Kanal leine Gefahr Ter Panamakanal, den man nach der Sprengung des Gamboa- Tammcs am tO. Oktober 1913 vollendet glaubte und der am 17, November bereüs von dem lleinen DamvierLouise" in seiner ganzen Länge durchfahren wurde, bereitet immer neue Schwierig­keiten. und die Aussichten aut ein glücküches miß dauerndes Ge­lingen des großartigen Werkes waren kaum je zuvor so uner­freulich wie gcgciiwärtig. Zu diesem Ergebnis gelangt eine ein­gehende iliiicriuchung der jüngst bekannt gewordenen Tatsache», die im nächste» Heft der Juieriiaiwnalen Monatsschrift für Wissen­schaft, Kunst und Technik veröjfcntlicht ivird, Tic Hauptjchwie- rigkcilcn liegen in den 'Abruischungcn i» den Böschungen^ des Culcbra-Einschniiis und in der Wasserfüllung des Gaiun-Stau- secS, Der Cutcbra-Einschniit, der Turchdruch des Kanals durch das miltelamkrüairijchc Gebirge, in dem die Ameriianer^daS Erdreich in eine zwilchen 83 und 156 Mir wechselnde liefe oujwühtcn mußten, hat eine Erdbewegung von beijpielloscm llm- song erforderlich getnachi, Iniolgc feiner sehr großen Tiesc an diescr Siclle, des gewaltige» seitlichen Druckes der Berge, die bis zu 1600 Mir, aufrageu, des Vorhandenseins von mehrfachen Glciisläche» und der raschen Verwitterung des Felsgcsteins sind lncr Döschuiigsruischuugen und abstürze !N einem Umiange vor- gekommen, wie sie bisher bei keinem ander» Ticiba »unternehmen ider Erde beobachie! wurden. Seit der ersten im Falzrc 190,7 ivarcn cs 31 Abstürze, dariinicc 11 mäßig große mrd 20 sehr große: einige glichen schau mehr Bergstürzen, Durch diese Ab­stürze sind von Jahr zu Jahr umfangreichere Erdarbaitcn er- Eiorderlich geworden, 1909 10 bereits 14,83 Pro;,, 1910/11 26,30 Pro», und 1911/12 34,50 Pro», der gesamten Erdarbeite» des Jahres. Anfang J913 gab cs 18 von Gleitungen und Ab- stürzungeii bedrohte stellen im Kanalbeit, und 2122 Mil­lionen Pards Erdarbeiten waren bis dahn, allein durch Rut­schungen bedingt worden, gegen die kein Abhilssnrittcl bisher verlangen Ijat. Die Ictzren Absturznmffen l»at man offenbar ab- sichltich im Kanalbrtt liegen lassen, weil man Iwsstc, sie »ach Vollendung des übrigen Kanals mit Sxüic von Baggern leichter entfernen zu können als cs die Tamoischaufeln aus dem noch trockenen Boden vorher gestatteten. Man Hot auch bereits durch Bagger wenigstens vrovfforisch eine Wasscrrinne durch die im Culebra Einschnitt lagernden Absttirzmasscn geschaffen und da- durch die Fahrt derLouise" ermöglich!. Daß aber die Rut­schungen >n Zuiunst nicht ganz ausbletben werden, ist so gut wie sicher: man rechnet in Panama selbst rau der Möglichkeit neuer

Ausdruck komineu, sind keineswegs neueren Datums, Seit dem nn Lande der unbegrenzten Möglichkeiten der Impe­rialismus bedenklich erstarkt ist und Haird tu Hand damit jene Erweiterung der Monro c-D o k t r i n erst durch den Senator Lodgc und neuerdings durch den Präsidenten Wilson beklebt wurde, wonach die Union sich eine Kontrolle über die auswärtigen Beziehungen der anderen amerilani sck>cn Staaten anmaßt, hegt man in den südanverikanischen Staaten ernste Besorgnisse gegen die Expansionsbcstrebungcii der Union, wie sic zuerst im Kriege gegen Spanien und dann bei dem P a n a m a ka n a,l hervorgclrelen sind, Währeird von Washington ans eine panamerikanische Bewegung in Szene gesetzt wurde, welche denZusammenschluß ^aller amerikanischer Staaten unter Bornnlndschaft Uncle Sams anstrcbt, sind die südamerikanische» Staaten im Gegensatz hierzu seit längeren Zeiten bestrebt, einen Zusammenschluß als Gegengewicht gegen die Union herbeizuführcn.

Das ist die tiefere Bedeutung des Bermittlungsangc- botes der drei A, B, C,-Staaten, hinter-denen das ganze andere Amerika steht. Solle es sich bestätigen, daß die cnrv- p-üischcn Mächte diese Vermittlung unterstützen, so wäre daS um io interessanter, als Präsident Wilson in seiner Bot­schaft vom Dezember 1913 an den Kongreßdie Konzessions- jägeret der europäischen Staaten in Süd- und Mitteh- amerika" für eineernste Gefahr" erNärte, Man sicht, daß diese Staaten die Gefahr auf einer ganz^nacren Seite sehen. Ob die Vermittlung jetzt noch von Ersolg begleitet sein wird, mag angesichts der neuen mexikanischen Geivalttaten zwei- selhaft sein. Aber daß das Angebot überhaupt gemacht wurde, und daß die Union es mit beträchtlich vcrtegeneir und verlogenen Phrasen grundsätzlich annahm, annehmen nkußtc, zeigt den bedeutsmneu Wandel, der sich in der neuen Welt vollzogen hat, läßt erkennen, daß die anderen ameri­kanische»: Staaten entschlossen sind, das Joch der ameri- kanifchrn Vormundschaft abzuschüttclii. Und wenn Wilson in seiner Antivort versichert, daß dieser Bermittlungsvor- schlageine neue Zeit gegenseitigen vcrtrauensvoilen Zu­sammenwirkens in Amerika" verheiße, so ist diescr Scherz selbst für amerikanische Verhältnisse zu grotesk, denn in Wahrheit verheißt er eine neue Zeit mißtrauischen Gcgrn- einandernrbeitens,

TicKölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Nachdem die Bereinigten Staaten das Angebot der drei südamerikanischen Republiken für eine friedliche Beilegung des Streites zwischen ihnen und Mexiko angenommen habe», werden die Vertreter der europäischen Mächte in Mexiko jedenlalls daraut hinzu- wirkcn such:», daß das Angebot auch seitens Mexikos angenom­men wird,

Washington, 27, April, Rach einer Konferenz Niit Präsi­dent Wilson kündigte Staatssekretär Bryan an, daß die Verhand­lungen abgeschlossen seien, um allen Amerikanern zu gestatten, Mexiko zu verlassen, 7 00 Amerikaner mit ihren Frauen, die noch in der Stadt Mexiko weilen, haben mit ihren Reisevorbereitungcn begonnen,

Ein demütigender Zwiichensall für die Älmerikaner.

Washington, 27, April, Der amerikanische Generalkon­sul Ö a n n a in M o n t e r e y berichtet von einer ih:n durch die Föderalisten nndersal>rcnen Demütigung folgendes: Ein Haupimann der Bundesirupven kam am 24, April, van dem Pöbcl begleitet, vor das Konsulat, erbrach die Tür und forderte die Einziehung der Flagge der Vereinigten Staaten, andernfalls würde er ihn er­schießen, Inzwischen holten andere Bundcssoldatcn die Flagge hernieder und traten darauf herum. In das Gcnc- ralkonsulat wurde eine Wache gelegt und alle Insassen gcsangcn genommen. Am 22, Avril durchsuchte die Polizei das Gebäude,

Abstürzc noch aus Jahre hinaus und jcdcnsakks bis n a ch der Beiriebsübergabe des Kanals, ,

Schon die bloße Möglichkeit einer auf diec Weist gclegeullich erhöhten StrandungSgesahr und eine: Unterbrechung der Durch­fahrt wird aber eine Erhöhung der Versicherungsgebühren für die Schisse zur Folge haben und so dem Kanal voraussichtlich bedeutende» Abbruch tun. Durch die Wnssersüllung sürchiet man auch in Panama selbst einen ungünstigen Einfluß, indem die uiivcrineidlichcn Auswaschungen am Fuße der Böschungen durch Wkllcnsckilag »iw, die Einstürze fördern müssen. Ein neuer be­drohlicher Umstand aber ist die Tatsache, daß man im Laufe des nächsten Jahres kaum wird übersehen könne», ob der Stausee von Gatun dauernd aus dem geplanten Rilreoultand von 87 Futz über dem AleercSipiegel zu halten ist Die letzten Monate des Jahres 1913 haben hier eine schmerzliche Eniläuschung gebrach!, deren Tragweite sich noch nicht absehen läßt. Dem Voranschlag ge­mäß sollte der Spiegel bis zum l, Oktober aus 74, bis zum 1. Dezember aui 87 Fuß, den endgültigsten Stand, gehoben sein. Während die Füllung bis Anfang Oktober ungefähr programm­mäßig verlies, sank aber, nachdem die letzte Sverrniauer des vollständigen Kanalbcttes am 10. Oktober durch den Knopfdruck des Präsidenten Wilson im Weißen Hause gefallen war, der Seespiegel nicht unbeträchtlich. Im Oktober bewirkten dann sehr bedeutende Regengüsse eine rasche lociicre Füllung, so da» am 27, Dezember der Seespiegcl 84 Fuß Hölze überschritt und fast seinen vollen Inhalt erreicht hatte. Die vom 21. Januar da ' (irrte Mitteilung des Oberst Goethnls, daß im Culebra-Ein- schnitt das Wasser 30 Fuß hoch stehe, zeigte dann^aber dem, der die Zahlen zu lesen weiß, daß die Ursache des Schweigens sehr unerfreulicher Art war: am 21. Januar stand das Wasser iitt Stausee erst 1 Fuß höher als am 2. Oktober und 14 Fuß

, tiefet alz am 27. Dezember Ter Stausee hat 13 Mal so viel Wasser verloren als theoretisch beanschlagt ivar! Ein Ivciterez Steigen ist nun mindestens bis zur nächsten Regenzeit aus- / geschlossen, und die gewünschte Stauhöhe von 87 Fuß kann IN Z vielen Monaten nicht mehr erreicht werden. Die Dossnung auf ' eine Füllung des Stausees ist also einstweilen fehlgeschlagen,

und vian kann zurzeit in keiner Weise übersehen, ivelche Bedeu-

. tung dieser Tatsache zukomnit. In jede!» Fall ist damit zu reck,

ne», daß regelmäßig am Ende der Trockenzeit, also etwa im

, April, infolge des stark gesunkenen MveauS des Stausees eine ^ vollständige Füllung d's Kanals nicht mehr möglich sein wird: ^ die Wasseniese müßte tann reduziert werden, und mir Schisse mit geringere!» Tiefgang könnten lindurchsahren.

Im Frühling muß also der Kanal für die großen e Ozeanricscn wahrscheinlich immer gesperrt blei- r b c n! Aber das gilt nur, wrmi die vollständige Füllung des Ttau-

Der Generalkonsul wurde unter dem Cleleite der Menge iider die Straße geschleppt und in das Z u ch t h au s ge- sahrcn und sodami in dem (tzerichtsgebäude unter scharfer Be­wachung gehalten, Abends wurde er vor een Kriegsgericht gestellt. Er wurde beschuldigt, er halte es mit den Rebellen, Erst am 24, April wurde er s r c t g e l a s s e n, als die Rebellen Mon tere» eingenommen lzaiten, die sich sehr entgegenkommend zeigicu. Wilson und Bryan sind sehr aufgebracht über die Föderalisten,

Deutsches Eingrciscn zuKUiisten

der i» Tampico cingcschlossenen Amerikaner.

TicKöln. Jtq," meldet aus Rew Pork: Aus 05-al* vcsto ii wird gemeldet: Flüchtlinge ans Tampico er­zählen, am Dienstag hätten Hausen von Mexikaner» an» gcsangcn, umherzuzichen und Schimpsworte gegen die 'Ame­rikaner aiiszustoßen, die sich in die Heiden größteil Hotels zurückzogcn lim Mitternacht habe die Menge begonnen, Steine gegen das Hotel zu werfen. Ein Mexikaner schoß in ein Hotelscnstrr, ohne jemand zu vcrivundcn. Der Kom­mandant des deutschen KreuzersD r e s d c n" habe Offiziere an Land geschickt, die der Menge mitteilten, wenn sic sich nicht binnen l.iWiiuitenjcr- strcue, würden deutsche Matrosen gelandet werden. Daraus zog sich die Menge zurück Deutsche Ma­trosen geleiteten dann die amerikanischen Frauen aus den bcidell Hotels auf Booten an die Schisse im Hase»,

New-?>ork. 27. April, TicTimes" meldet aus Gal­pest on: Tic hier aus Tampico cingetroffcnen Flüchtlinge sandten an den Deutschen Kaiser eine längere Depesche, in der sie sür das vramptc Eingreifen des Kapitäns Kühler, des Kommandanten des KreuzersDresden" danken, welcher sic vor dem Pöbel in Tambico gerettet l>abe.

Ein »euer Kampf zwischen den Amerikanern und den mexikanischen Bundcstruppeu?

Lareda lTexasl, 27, April, Tie mrrikanischen Bundes- l r n p p c n , die am Freitag RuevoLaredo geräumt haben und scitden, versuchten, 20 Meilen nördlich einen Raubzug ins Land zu machen, sollen von den Amerikanern zurückgeschlagen worden sein. Die Mexikaner hätten 10 Tote und 20 Verwun­dete gehabt. Aus mnerikanischer Seite seien keine Verluste zu verzeichnen gewesen.

Das Borrüiken der mexikanischen Aufständischen.

Eagle Paß lTexas), 27, April, Tie Aufständischen rücken aut Piedras Regras vor, um die Stadt zu besetzen. Sie befinden sich etwa zwei Meilen von der Stodt ^entferm. Tausende von Einwohnern sind aus die amerikanische Seite ge­flüchtet.

Der Eisenbahnbetrieb in Mexiko.

Veracruz, 27, April, Mit Ausnahme der panamerikani­schen Eisenbahn, die von Guatemala die Westküste entlang führt,- erhält Huerta den Betrieb sämtlicher mexikanischer Eisenbahnen mit eigenen Leuten ausrecht. Er hat alle Fremden davon­gejagt. Tie letzte von ihn übernommene Eisenbahn ist die Te» huantepec National Eisenbahn, die quer durch den Isthmus von Tehuantepec führt und gemeinsames Eigentum der Regierung und eines Lord Cowiray ist, Tie Veracruz» und Jsthmus-Eiseichahn zwischen Ticrra Bianca und Veracruz ist Nicht in Betrieb, da die Brücke bei Boca del Rio, acht Meilen von Veracruz, mit Dyna­mit in die Lust gesprengt worden ist.

Aus Hessen.

Frankfurt a. M 27. April, Der Verband hessischer ttz c r i ch t s a s s c s s o r e n hielt am Samstag in Frankfurt seine diesjährige Hauptversammlung ab. Im Mittelpunkt der Vcrhaiidlungen stand die Frage der künf-

sees doch noch gelingt und alljährlich auss neue erzielt werden kami: sollte diese Hoffnung nicht in Erfüllung gehen, io reicht der Wasserrwrrat bei gleicher Beanspruchung nur erheb­lich kürzere Zeit freilich wird dann der notgebrungene dau­ernde Fortsall des Verkehrs der größten Schisse im Kanal von vornherein die Beanspruchung der Wasservorrats erheblich min­dern.

Als dritter bcunrnhigender Faktor gesellen sich zu diesen Sorgen die Erdbeben, die durch daS Vorkmnmen mäßig träi- tigrr Erdstöße am 1. Oktober, 23, Oktober Und 13, November 1913 wieder stärker in den Bereich der Möglichkeit gerückt sind, als man vordem annahm. Der Isthmus ist, wie neuere Untersuchungen sest- gesiellt haben, in einer unverhältnismäßig raschen Hebung be­griffen, lind damit ist die Gesahr gelegentlicher stärkerer Beben nicht eben verringert. Das UnternelMen des Panamakanals ist nach alle­dem lechnisch so iocnig wie wirtschastlich abgeschlossen, Und die Sachlage inag noch mancherlei überraschende Wendungen erfahren. *

Max Reger tritt endgültig von der Leitung der Meininger Hofkapelle zurück, 'Aus Meiningen wird ge­meldet: Max Reger hat aus Gesundheitsrücksichten um Lösung seines Vertrages als Gen-eralmusildircktor der Meininger Hoskapellc ersucht. Der Herzog genehmigte das Gesuch Regers, der einen lebenslänglichen Vertrag ab­geschlossen hatte. Der Rücktritt des Künstlers erfolgt bereits am 1, Juli, (Gerüchte über den Rücktritt Max Regelst waren bereits vor einigen Rjonaten in Umlauf, Damals jedoch wurden die Meldungen dementiert, die nunmehr als endgültige bckanntgegeben werden,)

Darmstädtcr Fr ü h l rn g s s e 1 t sPiel e. Aus Tarm- stadt, 26, ?lpril wird gemeldet: Tie Frühlingsfc st spiele am Tarmstädter Hostheater haben »ach Wagner'sMeistersingern" am heutigen Zivcitcil Abend eine vollständig neuinszenierte Aus­führung von MozartsDon Juan" gebracht, die wohl den Glanzpunkt der diesmaligen Festtpiele bilden ivird, Generalmusik­direktor Leo Blech (Berlin, der auch die Wagneroper dirigierte, ist als einer der^ ersten Mozartinterpreten bekannt und hat seit acht Tagen das Werk mit den hiesigen Bühnenkrästen in unermüd­licher Weise einstudiert. Die HauptanziehrmgSkrast deS Abends bildete der Kaminersänger John F o r s e 1 [ von, Königlichen Opernhaus in Stockholm, der die Titelrolle mit so hinreißender Meisterschaft sang und spielte, daß das ausverkaufte Haus i» stür­mischer Begeisterung den berüchnlen Gast mit langandaucriiden Beisallssalvcn übcrschütteie. Die stimmlichen Mittel Forsclls sind in dcr Tat bewundernswert und Inder italienisch gesungenen Partie entzückten besonders auch die Parlandi der Seccorezitativc, wie