Kr. 95 Zweites Blatt
Erschein! täglich mit Ausnahme des Sonntag?. 9
T>e „Sießener .familienWötltr" werden dem
»Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da?
„XreirdlaN für den Kreis Siehe»" giueiutctl wöchentlich. Die „randtoirtschastllchm Seit- sragen" erscheine!', monatlich zweimal.
Jahrgang
zrenag, 2^. Apm
RotalionSdruck und Verlag der Brüll loschen Universität? - Buch- und Sieindruckcrei.
R. Lange, Gießen.
Anzeiger für Gberheffen
Redaktion, Expedition und Druckerei! Schulstraße 7. Ervedition »nd Verlag: s-^öl- Rcdaklion:eEtt2. Tcl.-Zldi.:AnzeigerGießen.
Sitzung -cr Stadtverordneten.
-> ... . Gießen, 23. April
Zur Iieutigen Sitzung der Stadtverordneten, die als erste Sitzung vom Oberbürgermeistee Keller geleitet wurde und dank teurer raschen, energischen Leitung schon kurz nach 6 lllrr zu Ende war, waren soegendc Herren e.schienen: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordne, en Ein melius und Grünem ild und die Stadtverordneten Aimm naner, Friedbcrg.'r, Habenicht. Jmn, Petri, Urstadt, Krumm. Faber, Hclirich, Timon, Peilers, Ainm Ebel, Eichenaucr, Lrbig, Tommer, Blank, Heichelheim, Huhn, Helm und Löber.
Lberbnrgrrineister Keller erössncic die Sitzung um 4'i llhr und schlug als UrkundSpersonen die Stadtv. H e l in und Urstadt vor. Tic Versammlung ivar mit dicem Vorschläge einvcrstandcil.
Daraus inachlc der Vorsitzende einige
Mitteilungen.
Er verlas zunächst ein Schreiben des früheren Ober- b ür g c r me ist e r s Mecum aus Godc.bcrg, worin dieser für die herzlichen Abicknedsworte dankte, ine der Ttadtv. Petri im Aufträge der Stadtverordnetenversammlung an ihn und an seine Gattin gerichtet l>atte.
_ Das Katholische Psarramt Gießen dinktc in einem
Schreiben für den von der Versammlung bewilligten jälkrlichcn 'Zuschuß von 200 Mk. für seine Klcinlindcrschule.
Auch der Bürgcr-Kindergartcnvcreiit dankte für den bewilligten Betrag von t000 Mk.
Tann kam Oberbürg-rmeistcr Keller auf die an, 28. März 1914 Dom Krcrsausschuh
für ungültig erklärte Stadt- verordn etenlvahl Vom 18. November 1013 zu sprechen. Das Urteil des KreiSaus schusscs wird am Sonntag r c ch t s I r ä s I i g. Da, ime der Oberbürgermeister aus Nachsrage crsuhr, eine rechtliche Anfechtung des Urteils nicht Vor.iegt, so ist zu erhossen, daß das Urteil rechtskrästig wird und daß binnen kurzem eine Neuwahl erfolgen kann. Der Borjitzcndc schlägt deshalb vor. daß sich die Stadtverordnetenversammlung, wenn das Urteil recht-kräftig ge- tvooden ist, aus Einladung vom nächsten Montag am Donnerstag nächster Lüocl>e zu einer außerordentlichen Sitzung zusammensindet, damit die Neuwahl keinen Sluischnb erleidet. Die außerordentliche Sitzung wird sich mit der Festsetzung der Wahltages und mit der Wahl weiterer z u v e r l ä i - itgcr Beisitzer zu beschästigen haben. Unter großem Beifall teilte der Vorsitzende noch mit, daß cr eine Vermehrung der Wahlbezirke vornehmen wolle, NM die schnellere Feststellung des Ergebnisses zu ermöglichen. Die Versammlung ist mit diesen Vorschlägen einverstanden.
Gesuche.
Die T r i n ke r f ü r so r g c st el l c bitte! um die Gewährung eines Beitrages von der Stadt. Der Finanzausschuß schlägt einen jährlichen Beitrag von 70 Mk. der Stadtverordnetenversammlung vor, die sich mit dem Vorschläge einverstanden erklärt.
Ter Verein „H u II d e s v o rt" bittet die Stadtverordneten, zu seiner Hunde-Ausstcllung am Sonntag, zu der er die Stadtverordneten einlodet, einen Ehrenpreis zu statten. Es wird bc schlossen, 30 Mk. iür Ehrenpreise zu bewilligen.
Auch die Leitung der Gcivcrbeausstcllung ersucht um die Stillung eine- Ehrenpreises der Stadt, da ihr be reitS die Provinzialvcrwaitung und das KrciSann Gießen im gleichen Sinne cmgegengelommen ist. Der Finanzausschuß bringt einen Kredit von 200 Mark sür Ehrenpreise in Vorschlag, wahr, iedvch der Stadtvorstand über dlc Art dieser Ehrenpreise selbst zu entscheiden hat. Stadt". Sommer äußert den Wunsch, daß, die Ausführung dieser Preist in künstlerischer Form erfolgen mögd, Sladlv. Eichenau er nieint, daß doch tvohl nur Me daitlcn in Frage kämen Der Vorätzende crflärt. dafür Sorge trogen zu wollen, daß die Medaillen künstlerisch ousgesührt wür den. Die Versammlung stimmt dem Anträge des Finanzausschusses zu.
Ein Gesuch um Ermäßigung drr Billettstener hatte die L I'ch t bübncgescllschast (Lichtspielhaus Bahnhosstroßk' ei» gereicht mit dem Hinweis, das, die bisherige Steuer von fünf Pscnnig für jedes Billet zu hoch sei Tic Geiellschast bittet um eine Pauschalsteuer von 150 Mk. Da eine Pauschalste»»: nach der Orlssatzung nur iür lleinc Veranstaltungen zulässig ist, tritt ‘pn Finanzausschuß für Ablehnung des Gesuches ein. Tic Versammlung lehnt das Gesuch ab.
Bei den Beratungen der
Straßenbahn Gießen — Wieseck.
sühne Oberbürgermeister Keller folgendes aus:
Nach meinen, Amtsantritt habe ich mich unverzüglich besaßt mit den Projekten, die mein Amtsvorqängcr in Angriff genommen hat. und bei dieser Tätigkeit mit in erster Linie meine Auimcrksam- keir gelenkt ans ein Proieki, das Gegenstand bereits mehr als vierjähriger Verhandlungen gewesen ist, nämlich aus das P r o i c k t einer elektrischcnStraßen bahn Gießen — Wieseck In einer gemeinsamen Sitzung der Bctriebsdevutatio» und Baudeputation, sowie dcü Verkehrs- und Finanzausschusses am 21. d. M., an der 16 Mitglieder tcilnahmen, habe ich ausiührlichen Vor trog über den Stand der Angelegenheit gehalten, loic cr sich auS dem amtlichen Aktcnmaterial ergibt. Tic Ausschüsse sind aus Grund dieser aklenmäßigen Tarstcllung zunächst ,» der Feststellung gelangt, daß ein Einverständnis zwischen der T I a d t Gießen »n d der Gemeinde Wieseck in der Bahnsrage nicht v o r h a n d e n ist. Tie seit Januar 1010 gevilogcnen Verhandlungen haben weder zu einer Berpslichtung der Stadt, die Bahn zu bauen, noch zu einer solchen der Gemeinde Wieseck, einen bestimmten Beitrag zu leisten, gesührt, die Liuiensührung steht nicht seft und die Tarissragc ist noch gar nicht behandelt worden Zuerst ist dw Frage des von Wieseck zu leistenden Beitrags und später die Frage der § i n i e n s ü b r u n g Gegenstand der Verhandlungen^ gewesen, und _ gerade der Umstand, daß zuerst die Beitragsleistung und daraus erst die Linienführung zur Erörterung gelangten, mag es mitoerursacht lmben, daß greifbare Ergebnisse noch nickt gewonnen worden sind. Tenn es empsiehlt tick dock dringend, sich zunächst über die Linienführung klar zu werden, da erst nach deren Festlegung die Anlagelosten der Bahn berechnet tverden können. Sodann muß die Tarissragc gelöst werden, weil sie dre Grundlage sür die Berechnung der mutmaßlichen Fahrgelde,nnahme bildet. Erst nach Feststellung des Anlage- kavilals und de, mutmanttchen Betriebseinnabmc läßt sich eine einigermaßen zuverlässige Rentabilitätsbcrcchnung vornehmen welche die Grundlage zu bilden hat sür die Frage der Beitrags
bisherigen Verhandlungen ermöglichen es, die Frage der Linienführung setzt zunächst in Behandlung zu nehmen. Tenn in dem 'lande »polizeilichen PrüiungStermin am 30. Januar ist laut dem darüber^ erwachsenen Protokoll die Ab spräche getroffen worden, daß die Stadt Gießen ein P r a i e k I über die Lini.iisühruiig durch das Gelände zwischen Marburgei Straße und Wieiecker Weg ausarbeitet und vorlegt. Tie Vorlage dicicS Projekts ist von der Direktion der Elektrizitätswerke am
15. April d. I. criolgt, und am 2t. April haben die vereinigten Ausschüsse über die Liuiensührung beraten.
Tue vereinigte» Ausschüsse sind bei objckiivee Prüfung zunächst zu der Feststellung gelangt, daß, wenn das von der Marburger. ~traf;t im Norden imb dem Wieiecker Weg »ud der Gießener Straße in Wieseck im Süden begrenzte ©cbift sowohl im Gießener als im Wieseckei GemarkungStril vollständig aue-gebaut wäre, die obere am FriedhosSweg an der Marburger Straße nach Osten abzweigcnde und durch die K a r n b I u m k n st r a ß e in Wieseck zu,» Linden platz daielbst iübrcnde Linie von, Bcrkehrsstaudpunlt aus die allein richtige wäre. Ta der Ausbau in dem vorbezeichnctc» Gebietsteil aber sehr ungleichmäßig ist. io haben die Ausschüsse die Sachlage getrennt, also im Gießener und sodann im Wieiecker GemarkungS teil gcpritit.
Der Ausbau ist im Gießener G c in a r k u n g S t^e i l ziemlich gering. Nur für eine Teilstrecke der Marburger Straße ist ein OrtSbaupian, iür den Wieiecker Weg ein solcher überhaupt noch nicht sestgestellt, ES läßt sich auch nicht abielzeu, ob der Anbau mehr in der Gegend der Marburger Straße oder mehr in der Gegend des Wieiecker Wegs sich vollziehen wird. Dieser Gesichtspunkt kann daher als z„ unsicher ivenigcr in Betracht kommen. Für di: Linicnührung im Gießener GcmarkungSieil sind vietm-hr nach der Auffassung der Ausschüsse folgende zwei tlmständc vorwiegend zu beachten. Tie obere Linie — sogenannte Feldbahn — würde die Grundstücke zahlreicher GrundstückSeigcn- tümcr durchgniren, die eine Ucbcrsahrt zur Belvirtichaitting ihrer Grundstücke fordern würden. TieS würde aber eine Beivitatleruug der Schienen notwendig machen. Am besten wäre dann schon gleich eine Straße anzulcgen, aus welcher die Balm ;>i lausen hätte. Das letzieee aber würde Geländeerwerbs- und H e r st e l l u n g s k o st c n bedinge», die wahrscheinlich nicht gering sein tverden. '
Der Fußgängerverkehr zwischen Gießen und Wie'eck vollzieht sich nach Ansicht der Ausschüsse in den nächsten Jahren zw i'elloS aus hrni Wiesccker Weg. Dieser Verkehr ist iür die Rentabilität der Bahn wichtig. ES must den uß.güngcrn. die von Gießen nach Wieseck und in umgekehrter Richtung sich bewegen, die Gelegenheit und Begucmlichkeit geboten tverden, an einzelnen Punkten in die Bahn ein:,»steigen. ES ist namentlich an Ausflügler, an ältere Personen und .Kinder zu denken. Diese Fußgänger aber bekommt die Bahn im Gieße- ncr Gemarknngsteis nur. wenn die Bahn im Gießener Gemar- kungSicil aui den Wieiecker Weg zu liegen kommt.
AuS diesen Gründen sind die vereinigten Ausschüsse zu der Ansicht gelangt, daß i in Gießener GemarkungStcil die Bahn entlang dem Wieseckcr Weg zu führen sei.
Im WieseckerGemarkungStcil liegt die Sache anders. In dem den Stadtverordneten vorliegenden Plan ist der bis jetzt festgestcllte OrlSbauvlan von Wieseck entballen. Es ergibt sich danach, daß drr Ausbau von Wieseck sich in nördlicher Richtung vollzieht. Gegenwärtig wäre die Liniensührung durch die Alirestraße in Wieseck vom Bcrlchrsstandvunkt aus die richtige, da sic in der Mitte liegt. Künftig, wenn Wieseck sich noch weiter nach Norden ausgebaut Hai, — und der Ausbau geht in dieser Richtung ziemlich rasch vor sich — ist die Linie mindestens durch bei Korn- blumenstraße nach der Meinung der Ausschüsse die zweckmäßigste. Tic östlick, des Linden-PlatzcS nach Norden abzweigende Straße ist bereits fast vollständig ausgebani. Eine Liniensührung^durch die Gießener Straße wäre unziveckmäßtig, weist die Gießener Straße nach Süden zu fast gar kein Hintergcländc besitzt.
Tie vereinigten Ausschüsse vertreten daher die Auslassung, daß m Wieseckcr GemarkungStcil die Bahn durch die Kornblumen st raste noch dem Linden-Platz in Wieseck z« führen sei, von Ivo aus die Weiter- sübrung nach Alten-Duscck in Zulunil aus die beste Art möglich sein wird.
Wenn aber die Bahn im Gießener Gemarknngstcil von Gießen ans erst entlang des Wieiecker Wegs und in Wieseck daun,durch die Kornblumcnstraße zu sühren ist, io mußten die Ausschüsse sich nun sragcn, an welcher Stelle die Balm sich von der Kheisstraße auS „ach Norden zu wenden hätte. Als geeigneten Punkt erkannten die Ausschüsse die Stelle, wo in Wieseck die G r a b c n st r a ß e von der Gießener Straße aus nach Norden riil,rt. Tic Grubenstraße ist eine breite, mir beiderseitigem Fußsteig versehene Straße und ur Liniensührung recht geeignet.
Alle diese Erwägungen ließen Atz, die Bctticbsdevulation und Baudeputatton, sowie den Finanz- und Verkehrsausschuß in der gemeinsame» Sitzung vom 21. Avril d. Js. einmütig zu folgendem Antrag koinmen:
Es wird einstimmig empfohlen, die Stadtvcrordnetcn-Ber- sammlung wolle folgendes beschließen:
Gemäß dem Inhalt des Protokolls über den landesvolizei- lichcn Prüiungsternrin der Strecke Gießen—Wieseck vom 30. Januar 1914 übersendet die Stadt Gießen dein Gcmeinderat von Wieseck ein Protest über die Liniensühning durch das Gelände zwischen Marburger Straße und Wicscckcr Weg zur Kenntnisnahme. '
Nach Ansicht der Stadtverorlmcten-Bir,am,nluiig kann als Liniensührung nur diejenige in Betracht kommen, die entlang der Kreis st raste Wieseck durch die Graben st ratze und Kornblumcnstraße nach dem Lin- dcnvlatz in Wieseck führt.
Was den Beitrag betrifft, der der Gemeinde Wieseck rorzuichlagen ist, io ist eine Bemessung erst dann niöglich, wenn durch die Verhandlungen zwischen dem Kreis Gießen und der Stadt sestgestellt ist, welche Anlagekostcn endgültig der Stadt Gießen auieriegr werden.
Die Stadtrerordneten-Versammlung hat gclegenlttch der Beratung vorstehender Beschlüsse aui Grund der seither ge- lviloqenen Verhandlungen sestgestellt, daß eine Berpslichtung der Stadt die Dabn zu bauen, oder eine solche der Gemeinde Wieseck, einen bestimmten Beitrag zu Irrsten, oder eine Festlegung der "mim nicht vorhanden ist, so daß beiden Teilen in den aus Gnind obiger Beschlüsse nunmehr weiter ,11 leitenden Verhandlungen srcic Entschließung ,»steht.
ter
In der sotgcndcn Aussprache nahm als erster Stadt. Lei- s das Don. Er hob hervor, dast jetzt 4 Jahre mit Erörterungen Angebracht seien, ohne daß bisher ein Ergebnis erzielt worden sei. Man habe das Ge'üh!, daß der srühcrc Oberbürgermeister die Frage nicht mit dem notigen Ern,! und mit geringer^Energic be- iandclt habe. Einstimmig sei man dafür, datz die «traßcnbahn eui der Krcisstraße liegen müsse, worüber srubcr auch teil! Streit geherrscht habe, und auch die meisten Wieiecker seien damit ein- oerstandcn Nun könne man aber Nicht danach gehen, nach welcher ^eite i'ch Wieseck in gewisser Zeit ausbauen werde: mehr Rücksicht müsse man daraus nehmen, wo jetzt die meisten Wiesccker wohnen und welche Straße die SonntagSaur,luglcr aus Gießen am meisten beuntzcn — das sei in beiden Fällen die Gictzener «traue, und mit die K-rnblumcnftraßc. Ter ctnz.ge «eweggrund, der rbn -u diesen Feststellungen treibe, ,ci nur der Wunjch, den Verkehr
,m bcbew^ ^ ^ adt rät, nicht zu viel Gewicht auf die Linien- iühruna in Wieseck zu legen, wenn die Gießener «trabe eben die Hauptverkehrsstraße sei, so sei es gleichgültig, wen» ne. auch Nicht in der Mitte liege Was allein >n Betracht komme, ,e, der Umstand, säst die Bahn gegebenenialls später nach Alten- Bu seck weitcracführt werde. Wenn Wie,eck die Garantie übernehme, daß Gießen dann bei der Wcstcrsührung der Bahn keine großen
Ooier bringe» müsse 'wenn ein Haus enteignet werden müsse oder dergleichen!, dann sei cs gleich, ob die Bahn dlirch die Gießener Straße oder Otrabciistraße gelegt werde.
Stadtv. Locvcr ist sür die Legung der Bahn durch die Arabenstraßc.
Stadtv. Tr. Ebel führt aus, daß cS unbedingt nötig ,ei, daß die Vororte an das Straßenbahnncy von Gießen angeichloiicn würden, selbst ioenn kein Vorteil für die Stadt daraus entspringe: schon aus dem Grundi-, tveil nian den Ausslüglern entgegenkommc» müsse. Notwendig sei es aber auch, dast man aus den zukünstigen Ausbau DieseckS Rücksicht nehme. Man inöge dem Anträge der Ausschüsse bcistimnien und hören, ob die Wieiecker daraus cingingrn. Für dir angeregte Forderung der Garantie trete auch cr cm.
Stadtv. Sommer tritt cbenjalls sür den Antrag der Ausschüsse ein.
Stadtv. K r u in m meint, man könne Wieseck keine Linien- sührung auizwingcn, die eS nicht wolle. Wirseck müsse doch selbst entscheiden können, welche Liiiiensiihrung in Wieseck am besten sei.
Gegen die unbedingte Garantieleistung Aicsecks richtet sich der Stadtv. Vetters, da sich in ettva 30 Jabren. wenn die Frage der Weitersührnng aiisgcworsen werde, die Verhältnisse sehr geändert haben würden.
Stadtv. Wiun spricht gcgc» die Ansicht, die Liniensührung den Wieiecker» zu überlassen. Wohl aber müsse der dritte Absatz des Antrages geändert werden: iür die Worte: „dilrch die Graben- straßc und Kornblummstraße" müsse „Offeßener Straße" eingesetzt werden, da die Legung der Bahn durch die Grabrnstrnßc etwa 15 000 Mark mehr kosten loerde.
Beigeordneter Grünewald bebt lrervor, daß man nun endlich znm Ziel kommen müsse, die. allen uniruchlbare» Verhandlungen feien anSzuicknilten, jetzt solle man rasche und klare Entschlüsse iaiien. Die Linienführung müsse man so Vorschlägen, wie sie. ztoeck- iuäßi .1 sei, man solle sie nicht den Wiescckern überlassen, da da-; iür die gan»e Bahn nachteilig sei» könnte. Tann fügte cr bie Erklärung hinzu, es sei nicht zu verkennen, daß die Straßenbahn! durch die Vorortbahn ihre Rentabilität verlieren werde. Es ,e: den Wieiecker» also der Glaube zu nehmen, daß Gießen sich selbst einen Gesallen tue. Der Redner trat sür oc» Antrag dcs AusschnsicS ein.
Stadtv. Loeber gab de» Rat. ma» möge »nt Wieseck ein Ablommcn treffen, indem man .es den Wieiecker» überließe, entweder die LudwigSstraßc oder die Turnstraße zu wählen.
Oberbürgermeister Keller l nt nochmals für de» Antrag ein. Man könne den Wieieckern die Linieniübninq nicht überlassen.
Stadtv. Krumm stellte seit, daß er mit seinen Worten nur gemeint habe, daß man mit den Wieiecker» verhandeln solle, ebc man ihnen das iertige Projekt ausnötige. Er erwähnte, daß der Grundbesitz der Stadt eine gewisse Entwertung crsahrc, Gießen habe also lein siuanzielles Interesse an der Bahn.
Stadtv. Heichelheim: Ich beantrage, das; über dm Antrag bcschlofsm wird, und bitte, für den Antrag zu stimmen.
Stadtv. E i d) c n a vtc r stellt dm Antrag aus Schluß der Aussprache. Ter Antrag wird gegen eine Stimme angenommen;
Stadtv. Urstadt stellt solgcndcn Antrag:
Ter Absatz 3 dcs Antrages soll lauten:
Nach der Ansicht der Stadtverordnetenversammlung kann als Liniensührung nur diejenige >» Betracht kommen, die entlang der Kreisstraße bis Wieseck führt. Innerhalb des TorseS schlagen wir vor: durch Grabenstraße, Kornbluinenftrastc nach dem Lindenplatz. Wenn der Gcmcindcrat Wieseck die Hauptstraße wählt, inuß Wieseck Garantien geben für die ivälerc Fortführung nach A l t c » - B u s c ck.
Ein gleichlautender Antrag dcS Stadtv. Kninif wurde von dem ?lntragstellcr selbst zu Gunsten des Antrages Urstadt zurückgezogen.
Beigeordneter ttirüncuiald sucht den Antragsteller zu übrn- zcngeu, dast sein Antrag mit dem der Ausschüsse übcrcinstimmt- ebenio der Vorsitzende. Stadtv. Ebel tritt sür den Lintrag der
Ausschüsse ein.
Tee Vorsitzende ersucht, zunächst über den Antrag der A u s s ch ü i s e abzustimmen: Ter Antrag wird ge gen v i er Stimmen angenommen. Ter Llntrag Urstadt ist damit erledigt.
Bersch irdenes.
Der Verein sür L u s t s a h r t sucht darum nach, den Preis iür Ballongas von neun au> ffini Psennig sür den Kubikmeter zu erniäßigen, da der Verein für den gcpkanten Kauf eines eigenen Ballons 7000 Mark aufzuioendcu habe. Tee Verein ist bereit, in dm Monaten Notwnrber bis Februar cinschl. den alten Preis von neun Psennigen zu zahlen, weil in diesen Monaten das Gaswerk ,'chr in Anspruch genommen wird. Ferner bittet der Verein sür Lustsabrt um Ucbcrlassnng eines Raumes lttiaS- schuvvensl für Ilnterbrinaung eines Ballons, und endlich sucht der Verein um die Erlaubnis nach, daß der städttichc Gasmeiiter Lüisert aus Kosten des Vereins als Ballonmeister aurgebiidet werde. Ter Betriebsansschust empsiehlt eine Herabsetzung dcS GaS- vreiies aus sechs Pfennig für dm Kubikmeter, schlägt vor. dem Verein den GaSschnppcn kosteiüos zu überlassen und erllärt sich mit der Ausbildung dcs GaSmeistcrS Löiicrt zun, Ballonmcistcr einverstanden. Tie Versammlung stimmt dem Vorschläge des BetriebSauSichusscs zu.
Als R a ch t r a g s k r e d i t iür die Herstellung von ö auS - nnfdjf üffen durch das Elektrizitätswerk werden 4000 Mark bewilligt.
Der Mililärvertvaltung wird Oieländc hinter dem N> ländc der Maichinengewchrabteilung zum Preise von drei Mark sür den Onadratmcter, ausschl. der Straßenbaukosteii, verlaust.
Ein Gelände zwilchen Philosopheuwald und Wiesccker Chaussee wird an das l a n dw i rt s ch a st l i che I n st i I » t s» acht Pscnnig für drn Quadratmeter in Erbpacht gegeben. TaS landwietschaitttche Jnftittit beabsichtigt, dort eine Scheuer zu UntcrrichtSzweckcn zu errichten. Aul die Anregung des Ttadtv. Sommer, man möge veranlassen, daß diese Scheuer gefällig ousgesührt werde, eiklärte Beigeordneter Grüncwald, die Scheuer würde nach innen wie außen eine Musterschcuer werden. Tann erinnerte cr daran, daß im hcssischm Landtage Stimmen gegen das landwirtschait- Achc Institut zu Gießen laut gewordm seien, »nd bat die Versammlung, die grundsätzkichc Erklärung abzugeben, daß die Stadt immer der Universitär entgegmkommen werde, besonders durch Geländestellung. Tie Stadtvcrordnetmvcrsammlung war damit cinvcrstandm.
Für Bauarbeitcn im ftäbtifdren Anwesen Marburger Straße 60 gewährte die Versammlung einen Kredit von 1800 Mk., beschloß ober, dm Mietzins um 100 Mark zu erhöhen.
In der höheren Mädchenschule sind die KlasienVItz Und VII a überfüllt. Tie Via hat 51, die VII a 62 Schülerinnen. Es ist daher eine Teilung der Klassen notwendig und wird an- grnommm. Ein Kredit für eine neue Lehrkraft wird ebenfalls zugcbillrgt.
Ter Voranschlag des R c a l g » m n a s i u m s und der O b e r - realschule erfordert durch die vorzeitige Inanspruchnahme dcS neuen Schulgebäudes an Ausgaben für Heizung, Beleuchtung und Reinigung ein Mehr von 2750 Mark. Tic Vcriammiung gibt dazu ihre Zustimmung. l
Wie in jedem Jahre, io soll auch dieses Jahr ein Gießener Schutzmann zur hessischen S ch u tz m a II n i ch u l e in Tarm- sladt geschickt worden, die Reisekosten vergütet und ein Tagegeld von '2,50 Mark erhallen. Aus Antrag des Ftnauzausschusscs ftiiimt


