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Der Sletzener Anzeiger
erscheint täglich, außer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich Kietzener.familiendläller; zweimal wöchentlKreir- blatt für den l!r«ir Sietzen (Dienstag »ndFrciiagj: zweimal monall. Lrnd- «nrtichastliche Zeitstagen Ferniprech - Anichlniie: iür die Redaktion 112, Verlaq 11 . Expedition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger «icßen. Annahme van Anzeigen iür die Tagesnimimer bis vormittags 9 Uhr.
Jahrgang
Donnerstag. 23. April 19V$
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General-Anzeiger für Oberhessen
Rotationsdrnck und Verlag der vrühl'schen Uuiv.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vrulkerei: Lchiilfirahc 7.
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monatlich75Vf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.: durch die Post Mk.2.— viertel- jährl. ausschl. Beslellq. Zeilenpreis: lokal 15Pf., allskvärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goeiz. Verantwortlich für beit polit. Teil: Aug. Goet;: für „Feuilleton", „Vermischtes" und.GerichtS- faal"': Karl Neurath; für ^Stadt tind Land": Kurt Bendt; für beit dlnzeigenteil: H. Beck.
Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
Der Zwischenfall des Dampfers ypiranga.
2er Krieg, auch wenn er angeblich keiner ist, bringt immer Sorgen und Gefahren auch für die neutralen Mächte mit sicj^, die er eigentlich nichts angeht. In Mcriko muszte leider ein deutscher Dampfer zuerst dran glauben. Die „Ppi ranga" der.hamburg-Amerika-Linie, beladen mit Munition einer sranzösischen Wasscnsabrik (Schneider Canct) an Huertas Adresse, geriet in Konflikt mit der Blockade des amerikanischen Kontreadmirals Fletchcr, und zum Trost inag uns nur dienen, daß kurz daraus ein englischer Dampfer >n dieselbe Lage geriet: das Pctroleumschfff „Nvrra", von Tri nidad unterwegs, sollte eine Ladung Massen und Munition in Tampico landen, aber der britische Admiral bot seinen Ginsluß auf und überredete den Kapitän, die Ladung auf ein anderes Schiss abznsühren und nach Trinidad zurückgelangcn zu lassen Ebenso wird jetzt durch den Kreuzer „Denver" in Salinacruz die Landung einer Waffcnscndung verhindert, die von einer japanischen Firma ausgcht.
Ganz eigenartig und zunächst säst unverständlich war die Behandlung des Hapag-Schisses „Bpiranga" durch die Amerikaner. Anfänglich verbot Admiral Fletcher dem Kapitän des Dampsers (der mittlerweile zur Ausnahme deutscher Flüchtlinge requiriert worden ist), den Hafen mit der sran- zösischen Munition an Bord zu verlassen. Vom grünen Tisch in Washington wurde aber Admiral Fletcher plötzlich desavouiert uud der Standpunkt der amerikanischen Regierung dahin fcstgclegt, daß sic kein Recht habe, die Abfahrt des Dampfers zu verwehren oder über die Wassensendung vor ihrer Abladung eine Kontrolle auszuübcn, weil ein Kriegszustand nicht bestehe! Um diese Washingtoner Direktive zu begreifen, muß man sich erinnern, daß die Vereinigten Staaten im Jahre 1002 die Wirksamkeit der Blockade der Küsten von Venezuela für Schiffe der nicht- beteiligten Mächte bestritten, weil jene Maßnahme damals zunächst als „Fricdensblockade" angesagt war. Den Amerikanern zuliebe wurde dann auch am 20. Dezember 1002 die friedliche Blockierung in eine „kriegerische" verwandelt.
Um also nicht inkonsequent zu erscheinen, hat sich die amerikanische Regierung jetzt so besonders zuvorkommend Deutschland gegenüber gezeigt, obivohl sie sich sagen muß, daß ihre Friedensblockabe Mexikos keinen durchschlagenden Erfolg baden wird, wenn sie die Küsten nicht von dem ge- fainten Handel qbschneidct, wenn sie die Friedensblockabe nicht unter denselben Bedingungen wie eine echte Kriegs- blockade durchführt. Tatsächlich ist es die überwiegende Meinung der diplomatischen Welt, daß Voraussetzungen und Wirkungen der Friedensblockade dieselben sind wie die der kriegerischen Blockade. Das Gewaltmittel der Friedensblockade wurde zuletzt noch im Baltänkriege vor Antivari angcwendet, uin die Montenegriner an der Einnahme Sku- taris zu hindern. Die Blockierung eines Teiles der osscnen See sowie einer osscnen Meerenge ist ausgeschlossen, mag man nun den Zustand als friedliche oder kriegerische Blockade ansehcn: ebenso ausgeschlossen ist die Blockierung solcher Land- und Wasscrgcbietc, die durch allgemeine oder besondere Vereinbarungen neutralisiert sind: die Aktion der Vereinigten Staaten dürste sich also in diesem Falle wie in allen künftigen Füllen niemals aus de» Panamakanal erstrecken. Tie Blockade muß den verschiedenen Flaggen gegenüber unparteiisch gchandhabt werden. Doch kann neutralen Kriegsschiffen, also auch unseren deutschen Kreuzern die Durchfahrt gestattet werden. Die Blockade muß, um rcchtswirksam zu sein, erklärt und bekanntgegeben werden. Die Erklärung hat zu eutl>olten: I. den Tag des Beginns der Blockade; 2. die geographischen Grenzen der blockterten Küstcnstreckc; 3. die Frist, die den neutralen Schiffen zum
Die Tagespresse.
Von Heino Bollingcr, Leipzig.
Im Fahre 1794 taucht zum crstcnmale eilt Wort auf, das heute eine gewaltige Rolle spielt: der Weltrcisendc Förster schreibt aas Paris, in Deutschland srhlc noch emc als Agens bienende össcniliche Meinung. Dies erste Auikommen eines bedeutsamen Wortes. dem Lobt, „Kultur und Presse" nachgcgangen ist, gibt einen sicheren Hinweis aus die Entwicklung und die Existenz desjenigen Organs, das in nahester Beziehung zur üffenilichen Meinung steht: der Presse, in erster Linie der Tagespreise in Ixt Form der politischen Zeitung. Ihre geschichtliche Linie beginnt niit dem römischen und chinesischen Staatsanzeigrr, verlaust Uber periodisch erscheinende geschriebene Zeitungen (für einzelne Personen» und gedruckte Einblattzeitungeu (für das Votki, zu periodisch gedruckten Zeitungen, die in Fristen von einem Fahre, einem halben Jahre, schließlich einer Woche crscknenen Als^ die äiteite Wochcnzeitung galt bisher eine Straßburger aus dem Jahre 1609, die jedoch neuerdings einem Kölner Exemplar von 1594, das sich im Britiichcu Museum befindet, den zeitlichen Vorrang hat cin- räumen müssen. Die Entwicklung der Zeitung macht Halt mit den, Jahre 1660, dem Erscheinen der ersten Tageszeitung, der Leipziger Zeitung", um. allerdings zunächst stockend und all- mohUdi, durch den Einstich der erstarkenden englischen Tagespreise >>n t8. Jahrhundert, auch an» dem Kontinent in immer breiterem Strome und reicheren Veräsielungen dahinzufließrn. Sowohl die Zobl der Zeitungen (heute im Deutschen Reiche etwa 4000> wie der Stoffbercich der Presic als auch ihr Leserkreis vervicliältigtcn sich und in dem Maße, in dem der einzelne Leser von den geschilderten Vorgänge» des politischen, so,inten, wirtschastlichen Lebens ergriffen wurde, trug jeder einzelne dazu bei, die öffcni- tichc Meinung zu bilden. Zwar erzeugt die Zeitung oder die Presse diese öfsentlichc Meinung nicht, wohl aber kann sie ihr Ausdrucksmittel, ihr Förderungsorgan wie ihre Dekämpserin sein, indem die Zeitung jedes kleinste Ereignis in sich aufnimmt, in sich die Arbeit einer Uniünrmc von einzelnen Individuen anhnmtt und den Leser zwingt, seine Gedanken aut das Das und das Wie des Inhaltes cinzustcllen und. je nach Temperament des Echriststellcrs und Lesers, mit Begeisterung, Interesse oder Gleichgültigkeit zu überdenken. Den» die Presse ist, im weitesten und ursprünglichsten Sinne, eine Organisation aus demokratischer Grundlage ebenso wie eine moralische .Anstalt, deren Streben auf
Auslaufen gewährt werden muß. Fehlt eine dieser Angaben, so ist die Erklärung in ihrem ganzen Umfange nichtig. Tic Erklärung muß den neutralen Mächten gegenüber durch die kriegsührcndc Macht selbst bekanirtgegeben werden, den Ortsbchürdcn gegenüber durch den Befehlshaber der blockierenden Streitmacht. Das gleiche gilt von der Ausdehnung, der Wiederaufnahme und der Aushebung der Blockade.
Wir erhalten folgende Meldungen:
Washington, 22. April. (Abends.) Ter zur Auf- nahnie deutscher Flüchtlinge requirierte Hapagdampfcr ,,S) p t r a n g a" mit einem für die mexikanische Regierung bestimmten Waffen- und Münitions- transport ist vor Vcracruz cingctrosfen. Der amerikanische Admiral Fletcher verbot anfänglich dem Kapitän, den Hasen mit Waffen an Bord zu verlassen. Die amerikanische Regierung präzisierte inzwischen ihren Standpunkt dahin, daß sic zwar hofft, die Wassensendung tverdc in dem von den amerikanischen Truppen besetzten Zollamte von Vcracruz gelandet, um dort amcrikanischerscits verwahrt zu werden. Da indessen ein Kriegszustand nicht bestehe, beanspruche sie nicht bas Recht, die Abiahrt des Dampfers zu verwehren oder über die Wassensendung eine Kontrolle, auszuübcn, es sei denn, daß sie in den von den amerikanischen Streitkrästcn besetzten Zollamte gelandet werde. Flet- chcc hat sich auf Weisung seiner Regierung bcidem deutschen Kapitän entschuldigt.
Wie hier verlautet, ist eine Vereinbarung dahin getroffen tvordcn, daß der Dampfer „Hpiranga" seine Wassenladung wieder an die früheren Eigentümer in Deutschland zurückgebcn soll und daß diese die Transportkosten für die beiden Wege tragen.
Die Besetzung von Veracruz.
Vcracruz, 22. April. Das Feuern in der Stadt dauerte gestern bis Mitternacht fort. Die amerikamschen Streitkräste an Land betragen 1200 Mann.
W a s h i n g t o n, 21. April. Ter Marinesckretär hat folgendes Telegramm des Vizeadmirals Fletcher veröffentlicht: Am Dienstag, um 6 Uhr abends, landete ich Scesoldaten und Matrosen von den Schlachtschiffen „Utah" und „Florida" und von dem Transportschiffe „Prärie" lind beschlagnahmte das Zollamt. Die Mexikaner leisteten der Landung feinen Widerstand, erössneten aber nach der Beschlagnahme des Zollamts ein Gewehr- uud Artillcriefeucr. Die „Prärie" vertrieb durch Gcschützfcuer die Mexikaner aus ihren Stellungen. VondcnHausdächernundinden Straßen wurden zer st reute Schüsse abgegeben. Wir halten das Zollamt und den Teil der Stadt in der Nähe der Werften und Konsulate besetzt. Unsere Verluste betragen vier Tote und 20 Verwundete. Nach dem Gefecht begab sich der amcrikanischc Konsul zu General Maaß und Tenor Antonio Villavonto, dem Jcsc Politico, um sie zur Unterstützung der Amerikaner bei der Wiederherstellung der Ordnung aufziifordcrn. General Maaß lehnte dies ab.
Veracruz, 21. April. Kontrcadmiral Badgcr ist mit fünf Schlachtschiffen hier angekommen.
Wie der Pariser „Newyork Herald" meldet^ ist die Eröffnung der Feindseligkeiten und die Besetzung von Vcracruz dadurch beschleunigt worden, daß der Dampfer „Bvi- ranga", welcher von einer ausländischen Firma gelieferte Maschinengewehre uud Kriegsmunition für Huerta an Bord hatte, sich Vcracruz näherte. Die Maschiuengewchre werden beschlagnahmt werden, falls bewiesen ist, daß Huerta sic bezahlt hat. Im anderen Falle werden sie, um intcruationale Verwickelungen zu vermeiden, an den Absender zurückgcsandt werden. Der Kreuzer „Denver" erhielt den Befehl, nach Salinacruz abzugehcn, um die Ausschissung einer von einer
das Ganze gerichtet ist, die den Einzelnen einzureihrn und zum dienenden Glieds zu wackren sucht. Obgleich die Schattenseite dieser oft segensreichen und den, allgemeinen Fortschritt der Kultur in die Breite dienenden Presse nicht verkannt werde» daff, kann man sich die tatsächliche Macht dieser selben Presse nickn lcbhfft genug vergegenwärtigen. Sie zeigt sich weniger in Gestalt einer direkt sichtbaren tzerrschait als in einer indirekten Bedeutsamkeit. Je häufiger aber die Untersuchungen der Wissenschaft über das Zeitungswesen iverden, desto klarer werden sich die Dvicinsbe- dingnnqen, die Existcnzverhältnisse und die Einffüsse der Presse überblicken lassen.
Die Tagespreise dient bestimmten menschsich-gesellschasilickzen Zwecken und ist gemäß diesen in ihrer Struktur und Farbe bis ins kleinste zersplittert, sowohl ivns politische Gesinnung als auch ioas die große Farbcnreihe kultureller Strömungen und Tendenzen angcht.
Ter weitesten Oeffentlichkei! ein ungesährcs Bild dieser Großmacht zu vermitteln, wird ein hohes Verdienst der „Internationalen Ausstellung sür Buchgewerbe und Graphik" in Leipzig sein. Svivohl in der kulwrhistorischcn Abteilung, wie in einer besonderen Gruppe „TageszeiMngcn" wird der Gang der Entwicklung des Zeitungswcsens war Augen gerührt. Anschaulich und brtehrend, zugleich in sessclnder Form wird gezeigt, löse im Lause dcr Zeiten sich das Nachrichtenwesen vom Botendienst bis zur drahtlosen Telegraphie, dem Telegraphen, Frrndruckcr und Eick tropiwn gewandelt hat, nicht unähnlich der wachsenden Bedeutung des JnseratenwesenS, das aus gesonderten Jntelligcnzblättcrn allmählich in die politische Tageszeitung einmündcnd deren si- nanziellc Grundlage und für das Wirtschastsleben die wichtigste Vermittlerin von Angebot und Nachfrage geworden ist. Sowohl die Zeitung der Vergangenheit nls die Dresse der Gegenwart wird die „Internationale Buchgewerbe-Aussiellung" in den Bereich anschaulicher Betrachtung ziehen zum Beweise dafür, daß der zeitliche Unterschied zwischen Ereignis und Inhalt der Zeitung seit den Ansängen bis Ijcute immer kleiner geworben ist.
— Das Londoner Museum sür Medizi». Aus London ivird berichtet: Noch im Lause des Mai wird die britische Hauptstadt um ein eigenartiges und interessantes Museum bereichert sein: das große von Henry S. Wellcome begründete heilgeschrchtliche Museum, das Historieal Mcdicil-Museum wird dem Publikum seine
japanischen Firma abgesandtcn Warenladung zu verhindern. Ursprünglich habe die Absicht bestanden, die Blockade zu verkünden, um die Landung jeglichen Kriegsmaterials zu vereiteln. doch hätte cs hierzu einer regelrechten Erklärung bedurft. Admiral Fletchcr habe deshalb den Bcjehl gegeben, den Hasen und das Zollamt zu besetzen.
Washington, 22. April. In später Nachtstunde hat gestern dcr Senat die Entschließung der Oiegierung itngc - nommcn, in dcr erklärt wird: „Der Präsident ist berechtigt, die Streitkräste des Landes zu benutzen, um seine Genug tuungssordcrungcn sür die Beleidigungen und Bcschimpsnn- gen der Vereinigten Staaten durch Mexiko durchzusctzen."
200 Mexikaner getötet?
Galveston , 22, April. Wie gemeldet wird, sind bei dcr Besetzung von Veracruz 200 Mexikaner getötet worden.
Washington, 22. April. Nach Mitteilungen des Marinedepartcments sind von der Flotte des Kontreadmirals Badgcr heute Verstärkungen in Vlwacruz gelandet tvordcn. um bei dcr Einnahme der ganzen Stadt zu hclicu. Badgcr beorderte auch die Torpcdobootsslottillc nach Tanipico, um den Kreuzer „Desmoincs" zu unterstützen, dcr dort allein zurückgeblieben ist, als die übrigen amerikanischen Schisse nach Veracruz gingen.
Nach einer Depesche a»S Vcracruz wurden zwei Eisen- b a h n z ü g c v o l l a m e r i k a n i s ch e r F l ü ch t l i n g e irgendwo zwischen Mexiko und Beracruz angehaltc», wie inan glaubt, a»i Anordnung des Generals Maaß. Tie telegraphische Verbindung mit dcr Hauptstadt ist abgcschnitlen.
Der amerikanische Konsul in Verncruz »amcnS W. W. Eanado meldet, daß die amerikanischen Truppen Mittwoch vormittag um 8 Uhr unter dem Schuß der Geschüße dcr Kriegsschiffs ausrückten, um die gesamtcStadt zubcseßen. Dem Bericht des Konsuls zufolge wurden bei den gestrigen Kämpfen 150 Mexikaner getötet oder verwundet.
Ein Erlaß an die Einwohner von Beracruz.
Kontrcadmiral Fletcher richtete cm die Einwohner von Beracruz einen Erlaß, in welchem diese ausgesordcrt werden, im Interesse der Menschlichkeit mit ibm an der Wiederherstellung der Ordnung zu arbeiten. Sie könnten die städtische Regierung beibehalten wie zuvor, die Vereinigten Staaten würden nur das Zollhaus besetzt halten und Patrouillen durch die Stadt schicken.
Vcracruz, 22. Avril. Das Fcuern in dcr Stadt dauerte gestern bis Mitternacht fort. Die amerikanischen Streitkräste an Land betragen 1200 Mann. Als heute weitere amerikanische Marinesoldatcu gelandet lvurdeu, wurden sie von mexikanischen Scharfschützen von Haus- dächerndcsStadtzcntrumsbcschossen.
Der merikanischk Geschäftsträger verlangt seine Pässe.
Washington, 22. April. Der mexikanische Geschäftsträger Älgara ist von Huerta angewiesen worden, von dem Staatssekretär Br hau seine Pässe zu verlangen.
Ter Widerstand Huertas.
Eagle Paß (Texas), 22. April. Sämtliche Bundes- truppc» im Norden Mexikos erhielten Befehl, sich auf Saltillo zu konzentrieren, um einen amcrita- nischen Einfall z u r ü ck z u >v c i s c n. Piedras Negras, das gegenüber von Eagle Paß liegt, ist infolgedessen heute frühmorgens geräumt worden. In der Nacht herrschte dort die größte Aufregung. An mehrere eiligst gebildete Fret- willigcn-Kompagnien waren Waffen verteilt worden.
Paris, 22. April. Ter hiesige mexikanische Gesandte de la B arr a hat vom Präsidenten Huerta folgendes Telegramm erhalten: Wir käinpfen in diesem Augenblick in Veracruz gegen die Landung dcr amerikanischen
Psorteu öffnen. Es ist hervorgegangcn auS dcr heilgeschichtlichen Ausstellung, die im vergangenen Jahre in London im Zusammenhang mit dem Internationalen Kongreß iür Medizin slaltiaiid und in der Acrztcwclt so lebhaftes Interesse und Aufsehen erregte, daß beschlossen wurde, die Ausstellung ausznbaucn und zu einem ständigen Museum zu erweitern. Tic zusammengcbrnchten, nnßer- ordcntlich interessanten Sammlungen »msassen last alle Gebiete der Heilkunst und füllen Räume von insgesamt 40000 Onadrat- snß Flächeninhalt. Man sieht hier Rcliguien berühmter Heilsorscher der Vergangenheit, daneben genaue Nachbildungen alter Laboratorien, Acrzteslubcn und Apotheken, Modelle mittelalterlicher und späterer Krankenhäuser, Krankenzimmer au» dcr Renaissance, kurz, in seiner Ostsamtheit vermittelt das Museun, einen anschaulichen Uebcrblick über das Werden und die Enlwicklung dcr Heilkunde von den frühesten Anfängen der Zivilisation bis zur Gegenwart. Das Museum soll nicht unbedingt der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden, sondern in erster Linie nur Acrzien, Forschern und Studenten dcr Medizin Zutritt gewähren.
-4 130 Kubikmeter Holz für ein Schiss. Welch ungeheure Mengen Holz sür ein einziges unserer neueren Riescn- schiffc gebraucht werden, zeigt die Holzwclt an einem schlagenden Beispiel. Sic zieht nicht die Kolosse dcr Jntpcrator-Klassc heran, sondern berechnet nur die Holzmenge, die bei dem jetzt seiner Vollendung cntgcgcngchendcn „Kolumbus" des.„Norddeutschen Lloyd" gebraucht worden ist. Bei dem Schisst das eine Länge von 236,20 Metern, eine Breite von 25,30 Metern und einen Bruttoraumgehalt von 35 000 Registertonnen hat, betrug das zur Ver- weirdung gelangte Holz rund 800 Kubikmeter Teak, 650 Kubikmeter Orgeon und Pitchvine, 2000 Kubikmeter Kiefer, 600 Kubikmeter Steinholz und etwa 80 Kubikmeter Eiche und Moaholz. Ein Wald von der Ausdehnung eines unserer größten Rittergüter wäre notwendig, um den Bedarf für dieses eine Schäl zu decken: wären es lauter Stämme von 30 Zentimetern Ticke und 10 Metern Höhr, dann hätten 6000 solcher Bäume sür diesen Bau gk- sällt -werden müssen.
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