weshalb beim gegen den Fälscher nicht gerichtlich vor- gegangen werde. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung bat über diesen Punkt allerdings geschwiegen. Ich habe aber Grund zur Annahme, das; man an den Stellen, die es angeht, zwar aus Rücksicht ans den Frieden zwischen den Bekenntnissen die Erörterungen in der Presse nicht zu verbreitern wünscht, iedoch darum keineswegs gewillt ist. die in die Sessentlichkeit gebrachten Fälschungen des kaiser- lichen Schreibens ans sich beruhen zu lassen. Die „Gewährsmänner" der gesälschten. richtiger der ersundenen Stellen werden mit der ihnen von interessierter Seite anempsohle- »en Taktik des Stillschweigens aus die Tauer schwerlich auskonnncn,"
Vir Auflösung Scr nationaUideralcn Zondcrllruppcn.
Ter dem Reichstagsabgeordncten Bassermann nahestehende „Mannheimer Generalanzeiger" schreib! in seinem Abendblatt vom Samstag z» de» Auseinandersetzungen über den Beschluß des Zcn- tralborstaudes der nationalliberalcn Partei unter anderem !
lieber den Antrag des Zentralvorstondes aui Auslösung dernationalliberalenSondergruvV e» habe sich tinv breite Erörterung in der Presse entspannen, obschon alle, die es gut meinten mit der Partei, von vornherein dringend davon abgeraten und erwartet hätten. Parteüreue nnd Parteidiszivlin würden dazu führen, daß ivenigstens der Versuch mit PerKandlungen gemacht, nicht aber soläie von vornherein abqelehiit würden. Tie Verhandlungen würden immer aussichtsloser, die Erörterungen in der Presse immer breiter. Noch wahrten die Prasseerirterungen die Form und hielten sich in den Grenzen. Werde es aber so bleiben? Das Blatt rät, Schluß ,u machen mit der öffentlichen Diskussion. Es sei ja wohl kaum noch etwas Neues zu sagen und was »och zu sagen toäre, könne leicht Trübungen hervorruien, die hinterher alle bedauern müßten. Ter Antrag des Zentralvorstandes solle ,wischen dem geschäitsiührenden Ausschuß einerseits und dem Reichsverband der nationalliberalen Jugend wie dem^altnational- liberalen Verband andererseits in varteiirenndlichem Sinne dnrch- gesprochen werden, damit eine Verständigung über ihn in irgend einer Weise erzielt nnd in einem Kompromiß verschmolzen würde, was brauchbar in dem Antrag erscheine.
Das Blatt meint schließlich, es gelte zu beweisen, daß das Vertrauen zu den.bewährten Führern urizerstört und unzerstörbar sei.
Sccr «uv Flstts.
Stapellauf eines russischen Kreuzers. Aus Danzig, II, April, wird gemeldet: In OKgcnwart von Vertretern der Russischen Regierung und der Marine lies heute auf der hiesige» Schichauwerft ein für die russische Marine erbauter kleiner Kreuzer vom Stapel, namens „Murawiew Amurski". Ein Schwester sch iss nainens „Admiral Newelsloj" wird in einigen Wochen ebenda vom Stapel lausen,
Belgrad, 13, April. Der perstorbene Belgrader Millionär Liuba Krsmano witsch hat dem Kricgsministcr zur Verwendung für die Armee vier Millionen Francs vermacht. Krsmanowitich wurde unter großen militärischen Ehre» bestattet, Ter König ließ sich hierbei durch die Prinzen Alexander und Georg vertreten.
Arbeiterbervegung.
Saloniki, 11. April, Tie hiesigen Tabakarbeiter sind in den Ausstand getreten. In P r a w i s ch t e, Kawalla und Saloniki befinden sich gegenwärtig 2ö 000 Arbeiter im Ausstand, Sie fordern eine Lohnerhöhung,
Aus Stadt «ud Land.
Gießen, 14. April 1914,
•• Veränderungen im Schuldienste, lieber- tragen wurde dem Lehrer Karl D iefenth äler zu Hcrchen- hain, Kreis Schotten, die erledigte Lehrerstelle an der Volks- schule z„ Bechenheim, Kreis Alzey: dem Schulamtsaspiranten Heinrich Hof mann an? Ulfa, Kreis Schotten, eine Lehrerstelle an der Dolkssehulc zu Mainz: dem Schnlamts-
aspiranten Karl He derer an? Dietzenbach, Kreis Offenbach, eine Lehrerstelle an der Seminarübimgsschttle zu Friedberg, niit Wirkung vom 20. April 1914 an »nter Belassnng in der Kategorie der Volksschullehrer. — Bestätigt ivurde der von denr Herrn Fürsten zu Menbiirg und Büdingen aus die .erledigte zweite Lehrerstelle an der Volksschule zu Büdingen ongebotene .Lehrer Adolf Petri z» Haingründan, Kreis Büdingen. — In den Ruhestand versetzt wurde der
eine Quittung verlangen und zugleich eine schriftliche Erklärung, in der er verspricht, nicht mein in meine Overn zu gehen, sich Ausgaben zu ersparen und mir den Svaß, ihm noch eine Reise zu bezahlen." Rieordi handelte nach Verdis Wunsch und empfing von dem Unzufriedenen eine ausführliche Quittung mit der Erklärung, er vervslichte pch, nicht mehr neue Opern des Maestro anzuhören, es sei denn^daß dieser für alle Kosten auskäme, wie auch sein, Ber- tanis, Urteil über das Werk aussallen möge.
Kf. Wie man in der Sternennacht sieht. Man weiß seit langem, daß die eigentlichen sehenden Bestandteile der Netzhaut des Auges die sogenannten Stäbchen und Zäpfchen sind, die >n großer Anzahl vorhanden find. Die Stäbchen, von denen ganze Grurven an einem Nervenstränge sitzen, sind über die Netzhaut verteilt, mir Ausnahme der Netzhantgrube, wo keine Stäbchen iondern nur rund 4000 Zäpfckyn vorhanden' sind. Diese Netz- hautgrube spielt beim Seben eind beson>-ere Rolle, da das Bild eines ins Auge gefaßten Gegenstandes gerade dorthin fällt. Während nun der Bau der Netzhaut längst bekannt war, haben erst die neueren Untersuchungen über die verschiedene Tätigkeit von Zavichen und Stäbchen beim Sehorgane Auft'ckluß gegeben An- knüpiend an die vhsiologiich-ovtischen Untersuchungen Lummers über das netzen bei Sternenlicht, macht F, Linke im Weltall" hierüber fesselnde Mitteilungen. In erster Linie nehmen die -ehelemente der Netzhautgrube das vom ovtiichen Apparate des Auges entworfene Plid genau aus, und man betrachtet daher einen fixierten Gegenstand hauptsächlich mit den dort vorherrschenden Zävschen. Im dunklen Dämmerlichte arbeiten aber die Zäpjchen schlecht, und das Auge verlegt deshalb im Dunkeln das Bild unwillkürlich außerhalb der Netzbautgrube, wo die Stäbchen liegen, die im Dunkeln besser seilen können, als die Zävschen Nach den Lummerschen Versuchen sehen die Stäbchen zwar im Dunkeln besser, aber es fehlt ihnen in hohem Grade an Farben- unterlcheidung. Im allgemeinen kann man danach sagen, dag die Zäpfchen den iarbentüchtigen Hellavvorat und die Stäbchen den sehlüchtigen Tunkelavvaral >m menschlichen Auge darftellen Diese interessante Schlußfolgerung ist. wie die „Naturwissenschaften" in einer kurzen Zusammensassung bemerken, von Pro- seiior Lmnmer während einer nächtlichen Ballonfahrt und beim Anblick 6es Sternenhimmels aui ihre Richtigkeit geprüft worden. Es ergab sich, daß nur die >>ellen Sterne au, Stäbchen nnd Zävschen Eindruck macken, toährend die sck>wächeren Sterne nnS hauptsächlich durch die Stäbchen zum Bewußtsein gebracht werden.
— Kurz e Nachrichten ausi Kunst und Wissenschaft, Tie belgische Regierung hat einen namhaften Betrag zur Beteiligung Belgiens an der Leipziger Weltausstellung für das Buchgewerbe und die Graphischen Künste bewilligt. — In P a s i n g starb INI Älter von 82 Jahren der Prof. Lauten Hammer, Gründer des Deutschen Stcnoyraphenbundes Gabelsberger nnd ehemaliger Vorsteher des Königlichen stenographischen Landesamts in München.
Lehrer cm der Volksschule zu Heucheiheiin, Kreis Gießen, Konrad Böckner, fluf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, init Wirkung vom l. Mai an. — Erledigt ist die Stelle des Direktors der Eleonorenschnle zu Darmstadt. Meldungen sind spätesten? am 18. April bei der Ministerialabteilimg für Schulangelegeuheiteu ein- znreichen.
** Personalnachrichten der Ober-Po std i re k- t i o n i n T a i m sta d t. Verliehen aus Anlaß des <ocheidens aus dem Dienste: der Rote Adlerorden vierter Klasse und die Krone zuin Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütige» dem Postmeister, Rechnungsrnt Wiegand in Heppenheim: dos Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen den Postsekretären Heinrichs in Rüsselsheim und Jochim in Birkenau; das Hessische Allgemeine Ehrenzeichen mit her Jn- schrist „Für langjährige treue Dienste" dem Briefträger a T. und Hilfsstelleninhaber Schaai in Ober-Gleen und dem Briefträger Mensdor» in Lauterbach: das Preußische Allgemeine Ehrenzeichen (in Silber' dem .Ober-Briefträger Kasienberger in Mainz. — Ferner wurde verliehen: der Charakter als „Postsekretär" dem Postverwalter Appel in Lollar und donZOber Post- asfistenten A ß m n ß in Nidda, Eigenbrodt, Lein und Schönberger in Tarmstadt, Gabel in Oppenheim, Kramer und Simon in Mainz und Wilhelm in Mainz-Kastel: der Eharakter als „Telegraphen- sekretär" de» Ober-Telcgraphenaffistenten Dörmer^in Nidda, Pabst in Gießen und Stroinberger in Osienbach: der Titel „Ober- Postasiistenl" den Poftassistenten Bönsel in Lauterbach, Glaub, Lies, Petrti, und Weil in Tarmstadt, Keller i« Mainz, Krämer und Müßig in Worms, Ploch in Alsfeld. Schäfer in Gießen, Scharmann in Grnnberg und Valentin in Michelstadt: der Titel „Ober Telegraphenassistent" den Telegraphenassistenten Aval, Bender, Demhard, Hartenburg, kühler, Kraft und Lösch in Mainz, Baider, Frietz, Heger, Kratz, Krichbaum, Pich nnd Rumps in Darmstadt. — Versetzt: Regierunasbaumeister Lohoss von Friedberg nach Saarburg, die Ober-Postinipeltoren Müller und Völker von Darmstadt nach Leipzig und Trier unter llebertraanng von Postrotstellen, Bentler von Berlin nach Darmstndt: die Ober- Postpraktikanten Eckel und Herdt von Tarmstadt nach Bremen und Hamburg „nter llebertragnng von Stellen sür Hilfsreferenten bei den dortigen Ober-Postdirektionen, sckflottner von Tarmstadt nach Kiel unter Uebertragung einer Postinspektorstelle: Postmeister Freisens von Wissen nach Hevvenheim. Poftsekretär Beck von Ottenbach nach Kreuznach, die Tclegraphensekrrtäre Haber von Frankfurt Main) noch Tarmstadt und Hecküer von Mainz nach Oppeln, dieser unter llebertraanng einer Burcaubeamtenitelle l, Klasse bei der dortigen Ober-Postdirektion: die Ober-Postassistenten Knöll von Worms nnd Schulz von Dieburg nach Darmstadt; Fre» von Worms »ach Mainz, H e in st ad t von Groß-Steinhcim nachGießen und Weber von Ottenbach nach Groß-Steinheim: die Postassistenten Drechsler von Hungen nach Curbave», Emmelius von Tarmstadt, Fe u du er von Gießen und Schön von Nieder-Jngelhnm nach Frankfurt (Main), Krombach von Friedberg nach Wetzlar, Wagner von Leivrii-Borna und Böller von Seligenstadt »ach Tarmstadt. Willenbücher von Lujhaven nach Dieburg wid Zeitler von Michelstadt nach Leipzig-Tbonberg; Telegravlynaffistent Wüst von Mainz nach Frankfurt (Main): Telegravhengehilfin Lnrem von Frankfurt (Main! wach Worms. — II ebertragen: Eine Stelle sür Bezirksauliichtsbegmte bei der Kaiserlichen Obrr-Post- direktion dem Postinspektor Hagenow aus Königsberg (Preußen): eine Bize-Postdirektionsstelle in Osienbach (Main! dem Postinirektar Anschütz; Bureaubcamlenstellcn l. Klaffe bei der Ober Postdirektion den Ober-Telegravbensekretären Herbert aus Tarmstadt »nh Schneider aus Worms sowie den Postsekretären Keller aus Mainz und Röder aus Tarmstadt: eine Postmeisterstelle dem Postsekretär Bauer aus Frankfurt (Main) in Rüsselsheim, Ober-Teleqravheniekretär- stellen den Telegraphcnselretären Ackermann aus Emden (Ostsries- land) in Worms und (Hermann in Darmstadt: etatsmäßige Post- sekretärstelle»: den Postsekretären Böhm und Weigelt in Mainz, K l u g aus Mannheim in Friedberg, Seeger aus Mainz in Alsfeld, Volk in Osienbach; etatsmäßige Tetegravheniekrrlärftrllen; den Telegrapheniekretären Ohln in Tarmstadt nnd Wolf in Worms, — E t a ! s m ä ß i g a n g e st e l l t' die Postassistenten: Becht in Tarmstadt, Becker in Lauterbach, Best aus Groß Umstadt und Scbweiß- guth in Rüsselsheim, Ehrtzard aus Alzey in Worms, Gebhard ans Klein Auheim und Koch aus Duisburg in.Gießen, Heckmann in Ostbofen, Kirsch aus Mainz Mombach in Mainz, Sahm aus Gustavsburg in Seligenstadt, Schmitt in .Heppenbeim, Svdekum in Friedberg, Vogt ans Darmstadt in Osienbach, Weitzel »nd W i e ß m a n n in .Nidda; die Telegraphenaiiistenten Widde in Mainz, Fenchel in Gießen, Fischer in Osienbach und Tchlapv in Tarmstadt; die Telegravhenqebilsinnen Tietz in Mainz, Hilden- brand, Kunz und Philivvi in Worms, Reitz in Bensheim, Lotter in Butzbach. Sch aas in Gießen, Walter pnd Weidner in Offen* Darf'. — Bestanden die Postsekretärprüsunq; Postassistent chälter in Büdingen; die Postasnstentenvrüfting: die Postanwärter Heckmann in Ostbofen und Wießmann in Nidda; die Telearavbenassistentenvrüsuna: die Teleg.avhenanwärter Fenchel in Osienbach und Fischer in Gießen. — Angenommen zu Postgnwärtern: die Bizeieldwcbrl Fuchs in Eberstadt, Göll »er in Lanterbach.^hotz in Seligenstadt, Kern in Gießen, Leuthner in Rüsselsheim, Schneider in Ottenbach und Vizewachtmeister Gries- beimer in Tarmstadt; zu Telegraphenanwärtern: Bizrieldwebel ckachtler in Mainz, Äardesergeant Keller in Gießen und Bezirksfeldwebel Wolter in Worms. — Wieder angenommen Telegravhengehilfin Übrig in Osienbach. — Freiwillig aus - geschieden: Postaebilfe Keil in Oifenbgch (Maint-Bürgel und Teleqrapbengehiliin Klietzich in Oiienbach. — Gestorben: Postdirektor Becker in Friedberg nnd Tslegraphensekretär a. D, Hechler in Lanbach.
** Unfall beim Rangieren, Auf dem Lolla- rerBahnhos stieß eine R a n g i e r m as ch i n e au s d cn Packlvagen eines Zuges, wobei der Bahnbedienstete Ludwig S t e i n m ü l l e r aus Klein-Lindeit aus dem Packwagen geschleudert wurde. Er stürzte mit ddm . Kopfe aus eine Weiche und blieb benrußtlos liegen. Stciumüller hatte au Kopf und hals erhebliche Verletzungen erlitten und mußte der Gießene r Klinik überwiesen werden.
""Das M u s c u m sollte gestern am zweiten Feiertag geschlossen bleiben. Es fanden sich aber gegen 11 Uhr soviel Auswärtige vor dem Gebäude ein, daß der Museumsdirektor Tr. Kramer selbst die Besucher durch die Sammlungen führte und die nötigen Erklärungen gab.
,D e r Hessische La n d e s v e r ein für Innere Mission gedenkt seine diesjährige Lau Vesper s am m- I un g, mit der die Feier seines 50jährigen Jubiläums verbunden werden wird, am 6. und 7. September in Tarmstadt abzuhalten.
^ Ter Osteruri anb der 116 er war nur aus vier Lage bewilligt. Tic Mannschaften mußten gestern wieder tu der Garnifon zurück sein, weil die bevorstehend« Besichti- Iigung eine längere Freiheit der Soldaten nicht zuließ.
- ■ ”J®' f b rc- Kriegsveteran gestorben. Ter Kriegsveteran Eyenbahnicka,,„er Kons wurde am Sonntag unter starker Beteiligung in K lein-Linden beerdigt. Dem'Sarge voraus fchritt eine Musikkopelle, es folgten der Veteranenveresn "c. Kr'/aerverein und der Fahrbeamtenverein Gießen. Pfarrer B r o ck e l », a n n fprach die Grabrede. Die Schieß, abteilnng des Krtegervereins gab drei Ehrensaloen über das Grab ab. K aus IN 1842 IN Weickartshain bei Griiliberq geboren Ten .reldzuq 1866 machte er als Gardist beim I. Hessischen Insanterie- remment m„ ,1870 71 kämpfte er in Frankreich als Ädat im uncBeiter Regiment.
"Er wollte auch Ostern feiern. Am Samstag abend wurde aus dem Seltcrsweg viel über einen schwer bezechten Arbeiter gelacht, der vor dem Hause der- Firn« Hirz tonende Reden hielt. Plötzlich brach der Man» seinen Vortrag ab, wankte stolpernd über die Fahrbahn direkt in das Schausenster der Firma Ernst Blödner hinein, in dem die
Preise sür den Ravsahrecklub „Germania" ausgestellt loaren. Tic große Spiegelscheibe ging in lausend Stücke, während der Betrunkene unverletzt blieb. Ein Schutzniaiiti nahm sich seiner au und führte ihn zur Feststellung der Pcrsonalieiz
zur Wache.
** Jungdcntschland unterwegs. An den Oster» tagen unternahm die Jungdeutschland-Grnvpe Lauterbach unter Führung von Hauptlehre, Kinkel einen mehrtägigen Marsch bei zahlreick^r Beteiligung. Tie jungen Leute in ihrer ichniucken einheitlichen Kleidung wandelten am l, Feiertage von Grünberg ans ans der hohen Straße nach Lich, das unter „klingendem Spiel" passiert wurde, und von da weiter im Wektertal nach Arnsburg, Nach eingehender Besichtigung des Klosters ging es aus dem Jägerpsad weiter nach Garbenteich nnd von dort über den Tchiijenberg nach Gießen, Hier wurde in der Kaserne der lltzer N a ch t g na r t i c r bezogen, , Am, zweiten Feiertag wurde der Marsch weiter an der Lahn fortgesetzt,
T i e a n f g e s ch o b e n e „S a l a t" - H o ch z e i t. Zu eineim Gießener Gärtner kam vor drei Wockzen ei» junger Bauersmann aus der .lhngegend und verlangte 66—70 Kövie grünen Salat, Tcr .Gärtner bedauerte, daß seine Pslauzung im Mistbeet noch nicht soweit sei nnd erst in 14 Tagen verkaussfähige Salat- köpie geben würden. Na, Julei,«e der Kunde, ich wollte Hochzeit machen, aber da warten ivir noeh solange, bis Sie Salat haben. Der Gärtner hielt die Rede für Scherz, staunte aber nicht wenig, als acht Tage vor Ostern der angehende Ehemann wiederkam, den Salat holte und beruhigt erklärte: Nun kann die Helraterei losgehen,
**DerTrägerdererstcndentschenFahnebeim P a r i ,‘c r Einzug (1870) gestorben. Unter reichen Ehrenbezeugungen militärischer und privater Art wurde heute der 71jähr. (tzärtncreibesitzer Lorenz Tornaus in K ö n i g st e i n i, T. zu Grabe getragen. An den Namen Tornaus knüpft sich eine der denk- ivürdigsten Evisoden ans dem großen Kriege von 1870 71. Beim Ausbruch des Feldzuges wurde Tornaus in das erste Bataillon des zweiten Nassauischen Ins.-Regts. Nr. 88 lieht in Mainz) berufen und nahm an zahlreichen Gefechten Anteil. Als Fahnenträger des Bataillons trug er dann am 1, März die e r st e d e u t s ch c F a h n e seit 1815m die bezwungene Hauptstadt Frankreichs hinein. Vom deutschen Kaiser wurde Lorenz Tornaus hierfür mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.
” A u s dem Leben des hessischen H o l z k ö n i g s. Ans dem Lebensroman des verstorbenen Milliardärs Weherhäuser bringen^jetzt immer neue Einzelheiten in die Oeiient- lickikeit. Anf^der Suche »ach Verdienst wurde er nach Rock Js- land^im Staate Illinois verschlagen, tvo er Arbeiter in einer Sagemühle wurde. Es dauerte kaum ein halbes Jahr, da, hatte man ihm am Grund seiner Zuvcrläjligkeit und seines geschäftlichen ^Weitblickes bereits die Leitung der Sagemühle übertragen. Später konnte er sic käuflich erwerben: er bezahlte sie mit seinen geringen Erf'varnissen nnd mit Schuldscheinen, Cs war damals, vor 50 bis 60 Jahren, die Zslt der skrnpel- losesien Waldverwüstung im Osten der Bereinigten Staaten. Weyer- häuser hatte in seiner hessischen Heimat den Segen einer rationellen Forstknltur kennen gelernt, von der übrigens die Amerikaner selbst heute noch weit entfernt sind, und es war ihm angesichts der rapiden Entwicklung des Landes nicht zweifelhaft, daß es nicht lange dauern könnte, bis im Osten der Union Holzmangel eintreten würde. Deshalb begann er, gemeinsam mit leinene Freunde und Sozius Deukmann, unter der Hand Waldland anznlausen, das damals im entlegenen mittleren Westen io gut wie gar nichts kostete. Für 2—3 Dollar konnte man um die Mitte des vorigen Jahrhunderts einen Hektar Urwald haben, und Weyerhäuser lauste zu solchen und ähnlichen Preisen im Lause her Jahre Millionen von Hektaren. Als dann in den achtzigey Jahren durch den einsetzenden Holzmangel die Waldpreiie ge- loaltig kn die Höhe schnellten, begann filr ihn die Zeit der Ernte. Er erzielte für sein Holz den sünszigiacken Wert desjen, was er ursbrünglick in seine Wälder hineingesteckt hatte, und seine, Sägewerke erstreckten sich über die ganze fpestliche Hälfte der Union von Wiseoniin bis nach Kalifornien, Mit unvergleichlicher Gefchicklichknt knüvste Weyerhänser seine geschäftlichen Fähen überall an: allenthalben begründete cr Zlveiggeieitseliaften, die anscheinend alle von einander unabhängig waren, deren Leitung der Holzkönig aber fest in der Hand hielt. So kontrvllierte er schließlich an die tausend Unternehmungen, deren Leiter voneinander nichts wußten, während Weyerhänser seineriekls alle die vielverschlungenen Fäden der Riesenorganisation in der Hand lyelt. Es gelang ihm. für sein Unternehmen ein Monovol für hie Holzilößerei auf dem gefamten Stromwstem des Missisippl zu enverben; er wußte sich in den Besitz der .Holzhäfen, der Schien-. fen und Stapelplätze zu setzen und wurde aus diese Weise in ziel- bewußter Berfolgung seiner grandiosen Pläne schließlich zum unumschränkten Herrscher auf 'dem amerikanischen Holzmarkt, der nach nnd nach jede Konkurrenz unterjochte nnd sich dienstbar machte. Er diktierte die Preise imd regelte den Schlag, der dem BcdürsniS genau angepaßt wurde. So hiuterläßt der Krösus, der dank seiner einfachen Lebensweise achtzig Jahr alt geioorden ist, seinen Erben ein Vermögen, das aui ein bis zwei Milliarden Mark geichätz! wird, und das, wie das Mainzer Tagebl, müteilt, durch natürlichen Wertzuwachs immer weiter ins Ungemeisene steigen wird,
** Kleine Mitteilungen. In Lick spielten am ersten Ostertag mehrere Kinder an einer 120 bis 1,50 Ctm. tiefen Wasser- grnbe, wobei ein Kind ins Wasser stürzte. Nur mit Mühe konnte das Kind von zwei des Weges kommenden iungen Leuten gerettet werden. — In der Rächt ans Samstag wurde zu Mainzlar in der Fabrik feuerfester Produkte von Scheidhauer u. Gieiiing der 60 Zentimeter breite wertvolle Treibriemen von ruchloser Hand durckischnilten. Bon dem Täter hot maw noch keine Spur, — Am Samstag abend geriet die Ehefrau des Arbeiters H. Z i m m e r zu Darmstadt mit ihrem etwa 20 Jahre alten angetrunkenen Sohn in Strcft. Als der Sohn tätlich wurde und die Mutter und die Schwester mit einem Revolver bedrohte, ries die Frau den in der Nähe besindlichen Schutzmann Feit zu Hilfe. Der junge Zimmer gab mit den, Revolver von der Treppe aus mehrere Schüsse aus den Schutzmann ab und verletzte ihn schwer. Eine Kugel drang ihm in die Stbädeldecke. Ter Revolverheld wurde iestgenommen, wobei er einen Wutaniall bekam und verletzte sich an einer Erker-, scheibe derart, daß er in das Krankenhaus gebracht werden mußte, j — Aus dem Hühnerrnarkt zu Frankfurt wurde in der »ergangenen Nacht ein junger Mann von mehreren Personen Überfällen und durch Messerstiche in die Brust mrd den Rücken schloer verletzt. Dir Täter konnten bisher nicht erniittelt Iverden, — Am alten Lokomotivschuppen zu Bingerbrück wurde der Heizer Engel ans Stratzburg beim Oelen einer O-Zuglokomotive vom Trittbrett der Maschine erläßt und gegen die Wand geklemmt. Ec erlitt so schwere innere Verletzungen, daß er innerhalb einer Stunde starb. Er hinlerläßt Fra,l und Kinder. — Die evangelische Gemeinde Heusenstamm hat die Abiicht, eine neue Kirche zu bauen. Ter Kirckymbauberein hat sich selwu gegründet. Präsident ist Sekretär Roth. Ein Fonds zum Bau ist bereits vorhanden. Landkreis Gießen.
? Lang-GänS, 10, April. Dein Selilossermcister Hckf. Böller IV. gelang cs, einen znsaminenlegbare» Ans- ite lI »n gSkäfig z» konstruieren, welcher bei Transport und Aufbcivaliren durch einen Verschluß in seinem llnterboden bleibt. Beim Aufstellen ersetzt der Verschluß di« Streben sür die Ansstellnngsständer. Die Erfindnnq wurde vom Kaiserl. Patentamt unter D. R, G.M. Nr. 597 049 eingetragen.
kl, Lollar, 12, April. Heute morgen gegen 7 Uhr mußte ein Flugzeug (Eindecker), das' aus der Richtung von Kassel nach Gießen kam, auf den Auimcsen hinter dem Friedhöfe wegen 'Versagens des Motors aus Wassermangel eine Notlandung vornehmen. Bei dmn Niedergänge im rasckzen Glciisluge stellte sich dar Apparat ans die Spitze und bohrt« sich in den durch den in letzter Zeit so häusig nroderg'gangcneu Regen aufgowcichten Boden, Hierbei stürzte der Beobachter aus der Maschine, ohne jedoch Verletzungen davonzutragen, während sick) der Führer


