Ausgabe 
4.4.1914
 
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nt. 80 sanftes Blatt

Erlchaint tlkalich mit Ausnahme de« Sonntag«.

Die«hfttaet Sanflienblättet" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da« Krcisblatt für beit Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Diekandwirtschaftlichen Seit­frage»" erscheinen monatlich zweimal.

Jahrgang

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhesjen

Samstag, 4. April

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'scheit

Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: Kebaftiome^US. Tel.-Adr.:Anze>gerBießen>

Der Tag von Düppel.

Los. Tausende wackerer preußischer Krieger, Westfalen, Bran­denburger und «Garden, lagen am Morgen des 18. April 1864 iröftrlnd in den schlammigen Laufgräben vor den Tüppeler Schan­zen, in aten,loser Spannung des Signals zum dervorbrechcn gr- ioärttg- Jeder einzelne >mißte, daß nun «mdlich die ersehnte Stunde der Entscheidung nach langen mühsamen Vorarbeiten gekommen sei. Indessen schien der Däne mit Blindheit geschlagen. Auch mit den schärfsten Fernrohren ließen sich keine außergewöbnilichen Bewegungen bei ihm wahrnehmen, sa aut dem gefürchteten Panzer schissRols Krake", das der Sckianze 1 gegenüber lag, hatte man anscheinend sogar die Feuer gelöscht, und die Mannschaft trocknete in aller Gemütsruhe ihre im irischen Frirhlingswiird flatternde Wäsche. Qssenbai rechnete der Feind gar nicht mit eineni offenen -rrturruangriss ani Hellen, lichten Tage, sondern Ivar inehr aus nächtliche Ileberrnmve.tungSversuche gefaßt

Die Le-tung des eigentlichen Sturnies lag, wie dieZeiten und Kölker" Stuttgart! schreiben, in ^den beiväbrten .Händen deS tapferen Generals v. Manstein. Für jede der sechs Schanzen des linken dänischen Flügels, denen der Hauvtangriis galt, war eine besondere Sturmkolonne gebildet worden. Tie Gesamtzisser der zun, Sturm bejiimniten Truppen betrug 46 Infanterie und 5, Pionierkompaqnien, nebst 7 Qssizieren und 144 Äiann FestuugS- attillerie. Die Kompagnien waren jede etwa WO Mann stark. An der Spitze jeder Kolonne stürmte eine in Schützenlinien ansgelöste !-rourvagn,e, die die Aufgabe batte, so schnell wie irgend möglich .gegen die Schanzen vor.ingeben und sich an ihrem Grabenrande emzunisleii, um das feindliche Feuer niederzukämpfen. Tie nächst folgende Jnfauteriekompagnie tvar mit einer ganzen oder halben Kompagnie Pioniere permischt, sollte die Hindernisse (Gräben, Palisaden, Diabtzäune, WolsSgruben usw.) beseitigen, und führte zu diesem Zweck Öen- und Strohsäcke, Sprengpulver, Faschinen, hacken, Aerte, Brechstangen, Leitern, Laufbretter und dergleichen mit sich. Daun folgten in einem Zwischenräume von 80>00 m die eigcntlidK» Sturnikolonnen. Den bei ihnen eingeteillen Artille risten ivar vorgeschrieben, die eroberten dänischen Geschütze sosort umziudrehen und gegen den Feind spielen zu lassen. Jeder Umweg sollte vermieden, das Ziel auf deni geradesten Wege erreicht werden, und jede Abweichung Ivar verboten. Tornister, Helme und Mäntel bliebetr zurück, um die Mannschaften möglichst beweglich zu machen. 10 Bataillone und einige Batterien Feldartillerie folgten den Sturmkolonnen als geschlossene Reserve- Gegen die Schanzen des rechten dänischen Flügels sollte eine Brigade lediglich ein hinhaltendes Feuergefecht führen, bis - sie »ach Eroberung der Schanzen 1- 6 von der Seite her gepackt werden könnten.

Seit 0 Ilhr hielt Prinz Friedrich Karl mit einem glänzenden Gefolge auf dem Spitzberge, und gespannt harrte alles dem zehnten Glockenschlage entgegen. Aut die Minute schwiegen die preußisckten Batterien, und gleichzeitig schmetterten in der zweiten Parallele vier .Regimentskapellen unter demgroßen Pieske" vom Leib- grenadierregiment den berühmten Vorckschen Marsch und den feurigen, nachher so volkstümlich gewordenen Düpprlmarsch. Mit donnerndemHurra!" brechen die Sturmkolonnen aus den Laus­gräben hervor, rasen mit wahnsinniger Eile aus die Schanzen zu, tote schwarzes Ameisengewimmel knbbelts plötzlich allenthalben im Blachseld. Stolt slatteru die schwarz weißen Fahnen, dumpf wirbeln die Trommeln das Sturmsignal. Einen Llugenblick sind . die Dänen verblüfft, wie erstarrt, aber bald flackert knatternd ihr Gewehrseuer auf, und ihre Kartätschenlagen fegen zwischen, die Reiben der Stürmenden. Aber schon sind die preußischen (pchützensckwärme am Grabenrande, und aus die kurze Entfer­nung treffen ihre Kugeln mit tödlicher Sicherheit. Und wieder tvimmelts mit der io berühmt gewordenenajsenartigen Geschwin digkeit" heran. Eine weiße Masse strömt mit fabelhafter Schnei ligkeit aus die Schanzen zu. Das sind die Infanteristen mit den Stroh- Und die Pioniere mit den Pulversäcken. Mancher Sack und Mann sollt, um nimmer lvieder aufzusiehen, aber die an­dern lassen sich dadurch nicht anshalten. Schon sind sie heran: scharfe Scheren durchschneiden die Drahtgitter, dicke Kissen werden aus die Fußangeln geworfen, Wolisgruben mit Strohsäcken aus- gesüllt, Gräben mit Laufbrettern ribecbrückt. Leitern an die Schan­zen gelehnt. Das alles nimmt nur Sekunden in Anspruch, geht schneller fast, als sichs niederschreihen läßt. Pionier Klinke, ein mit Spreervasser gelauster Berliner Junge, ist init fernem Pulversack der erste au - der Palisadenwand der Schanze 2. Mer heim eiligen Lausen Hot er die Zündschnur verloren. Kurz ent­schlossen rnst er seinem Hauptmann noch zu:Sorgen Sie für meine Familie!" und bringt dann mit einem einfachen.Streich­holz die 30 Pfund Sprengpulver zur Entzündung. Eine sürchter- liche Explosiv» folgt, gräßlich zerrissen und verbrannt liegt der lvackere Pionier am Boden, auch die Nächststehenden wirsts nieder, aber die Polisademvand ist verschwnnden, eine breite Bresche ge­brochen, und durch sie stllrnit siegestrunken die unmittelbar fol­gende Sturmkolonne. Eine besondere Ehrentafel am Krieger­denkmal des 3. Pionierbataillons in Spandau erinnert noch heute an Klinkes brave, -ausopsernde Tat. Innerhalb der Schanzen koinmt's nun zu kurzem, ober erbitterteui .Handgemenge. Gewehr­schüsse, Revolvergelnoll, Wutgeheul, Kumpsgeschrei, Geklirr sich kreuzender Basonetle, Geknirsch ans Menschenschädel niederlchmet- ternder Kolbenschläge, Jammern, Todesächzen. Lange können die Dänen der von Minute zu Minute wachsenden csahl der Gegner nicht Widerstand zu leisten. Ein Teil wird niedergernocht, ein Teil ergreift die Flucht, esu Teil gibt sich gefangen. Zuerst kaum ft Minuten nach 10 Uhr! war die Schanze 6 genommen.

und weitere ft Minuten später wehten die preußischen Fabnen oon sämtlichen 6 angegrissenen Schanzen.

Nach Eroberung der Schanzen 16 riß es die Preußen unauihaltfam weiter. Tie gingen der Führung durch, aber nach vorwärts, und stürmten nun die Verbindungsgräben und die noch nicht völlig ausgebauten Lünetten. Um keine Lücke in die «chlachtlrnie emreißen zu lassen und einen gefährlichen Rück­schlag zu verhüten, zog General von Manstein schleunigst die Re- servebrigaden Eanstein und Raven heran. Sie kamen gerade im rechten Augenblick, denn soeben war der dänische Generalmaior du Plat mit zwei frischen Brigaden auf dem Äesechtsselü erschienen. Durste er auch kaum noch bossen, das Schicksal des Tages zu wen­den, so lonnte er doch daraus rechnen, durch seinen Angriff der durch dos rasche Vordringen der Preußen aus dem linke» dänischen Flügel bereits nahezu abgeschnitlenen Besatzung der Schanzen 7 10 einen geordneten Rückzug nach dem Brückenköpfe zu er­

möglichen. Die vordersten preußischen Abteilungen wurden zu­nächst auch zurückgedrängt, aber bald brach sich der dänische An­griff, und als Generalmasor v. Eanstein mit seinen frischen Bataillonen die dänische Brigade auch noch in der rechten Flanke anliel, war ihre völlige Niederlage entschieden. Bei diesem Kampfe trat endlich auch der PanzerRoll Krake" in Tätigkeit. Wohl gaben die kolossalen Geschütze einen unheimlich dröhnenden Grund­baß ab zu dem betäubenden Schlachtenlärm, aber ihre Zucker­hüte taten nur wenig Schaden, da sie schlecht gezielt Ivaren.

Inzwischen hatte sich Generalmajor von Raven, überzeugt, daß die Brigade Eanstein allein mit den Truppen du Plats fertig werden würde, aus eigenem Antriebe nach links gewandt, um die Dänen in den Schanze!! 79 von der Seite her aiis- znrvllen. Der von seinen Truppen schneidig durchgesührte Sturm anl die Schanzen 710 (Schanze 10 ergab sich kampflos, als auch noch von vorn Brigade Schmid gegen sie anlses) ist vielleicht die schönste Wasfentat des an Auslegungen überreichen Tages, denn hier mußten die Preußen in Helm und Tornister gegen fast noch imerichütterte Befestigungen anstürmen, ohne rechte artilleristische Vorbereitung und ohne Unterstützung durch Pioniere. Trotzdem gelang der Sturm. Freilich gab's schwere Verluste. General v. Raven selbst wurde durch einen von Alsen herübersansenden Gra­natsplitter tödlich getroffen, loährend auf dänisckier Seite säst gleichzeitig General du Plat in deni Kampsgetümmel un> die Lünetten den Schlachtentvd fand. Um > 2 1 Uhr waren sämtliche Schanzen in den Händen der Preußen.

Deren Feldbatterien jagten nun durch die Lücken zwischen den genommenen Schanzen, protzten jenseits ab und lämpften mit 71 Feuerschlünden die annähernd gleich starke dänische Artil­lerie nieder, die bei Sonderburg auigefahren war. Dadurch wurde es.den preußischen Sckützenschwörmen möglich, sich immer näher an den Brückenkops heranzuarbeiten. Da gaben die Dänen ihren Widerstand aus und das schwerste Tagwerk des Krieges war zu erfolgreichem linde geführt.

Gictzcncr Strafkammer.

Gießen, 3. April. Wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch war der Gemüsehändler W. Kr. aus Gießen vom Schöisengericht zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Er liatle ein Zimmer seiner Mietwohnung an den Arbeiter K. W. in Aftermiete gegeben, der sein Heim mit einem großen Vorhängeschloß abschloß. Er war viel auswärts und ließ sein Zimmer sehr verschmutzen. Kurz vor Weilmachten drang der Angeklagte in Abwesenheit des Aslermieterü in dessen Zimmer ein, nachdem er das Borhängesehlot; aufgebrvchen hatte; er wollte das Zimmer vor dem Feste iänbern Ter Ange- ttagte gab an, er habe sich zu diesem Vorgehen iür berechtigt ge­halten, da W. schon mehrere Monate INI! dem Mietzins im Rück­stand gewesen sei und er ihm deshalb gekündigt gehabt habe. Das Gericht schenkte dieser Angabe keinen Glauben, setzte aber die Geld­strafe auf 6 Mark herab.

Wegen V e r s ü h r u 11 g wurde der I8jäbrige Landwirt K. W. aus Vadenrod mit 4 Mo­naten Gefängnis bestraft. Er hatte sich die unbescholtene, damals erst 15 Jahre alte A. 28., die als ein bis dahin braves und or­dentliches Mädchen geschildert wird, aber etwas beschränkt zu sein scheint, niehrsacki seinem Dillen gefügig zu machen gewußt: der Umgang blieb nicht ohne Folgen, so das; die Sache ans Tageslicht kam.

Freigesprochen wurde der Schweinehäiidler K. D. III. aus Freiensteinau; ihm war zur Last gelegt, 26 Ferkel, die sein Sohn in Hünseld in Preußen gekauft hatte, in Hessen ausgeladen zu haben, ohne sie vorher vom Tierarzt untersuchen zu lassen oder bei dessen Verhinderung die behördliche Erlaiibms zum 'Ausladen eingeholt zu haben. ES wurde sestgestellt, daß die Tiere, die in Kisten verpackt mit einem Perionen- zug befördert wurden, von Bahnbeamten am Bestimmungsort in 'Abwesenheit des Angeklagten ausgeladen worden waren. Hiermit entfiel die Täterschaft des Angeklagten, weshalb Freisvrechung er­folgen musste.

Zu einem Jahr Zuchthaus wurde das Tiensniiädckien I. R. aus Kloppenheim wegen Dieb­stahls tut Rücksalle verurteilt. Sie war bei einem Wirt kurze Zeit in Stellung und stahl nacheinander elwa 120 Mk., 11 Messer, 11 Gabeln, 1 Psirnd Kasfee, Taschentücher, Strünipse, Zigarren und anderes mehr. Sie hatte von vornherein nicht vvr, länger in der Stellung zu bleiben, sondern wollte bald heiraten und sorgte aus die angegebene Weise für ihre Ausstattung, eie war keineswegs in Not und vollfiihrte die Diebstähle unmittelbar nach

Verbüßung einer wegen Diebstahls verbmiaien Strafe Das Ge­richt konnte deshalb der Gkwohnheitsdiebin keine mildernden Ilm- stände ziibilligcn.

itiiit>crtUät5«2?admcbtcti.

' Ter Privatdozent Tr jur. Hans Peters in Leipzig ist zum ordentlichen Professor für römisches und deutsches bürger­liches Rechl an der Universität Franks II rt beruien worden.

Der Professor für deutsche Sprache und Literatur au der Hui - versität Liverpool Tr. Robert P et sch bat einen Ruf an die Kgl. 'Akademie zu Pose n als Nachivlger von Pros. W. Brecht erhalten.

B 0 in Ursprung der Radioaktivität der Quellen. Unser medizinischer Mitarbeiter schreib! uns: Seit der Eiildeckniig der radioaktiven Erscheinungen iühren zablrerche Äeilguellen ihre Wirkung aui die im Wasser betiirdticheir radiogt- live» Substanzen zurück. Ja, man begann das, was mau irüher als das individuell wirksame Prinzip >eder Quelle airsab und was mau alsBrunnengeist" etwas imistisch bezrichiiete, mit der Radioattivität zu identifizieren- Wiewohl es zweifellos Quellen gibt, die durch ihre Radioaktivität geeignet sind, .ärantiieils- Prozesse zu beeiiislussen hierher gehören vorzugsweise die hei­ßen Wildbäder-Akrato-tHermen in Gastein und Wildbad, die bei rheumatischen Krankheiten gern angewandt werden so steht doch keineswegs überall der Gehalt an radioaktiven Stoffen int ,Verhältnis zu der Heilkraft. Tenn schließlich ist die Radioaktivität überall verbreitet, und die Wasserleitungen ntait- cher Städte wie z. B. Müblhaiisen zeigen eine Rodioaklivität, welche die vieler Heilguellen übertrisst, vbiie daß man gehört hätte, daß dem Mühlbausener Trinkwasser besondere Eigenschaften r»ne- wohnen. Und andererseits ist bei vielen anertairiit loirkiame» Wassern die Radioaktivität so gering, daß sie kaum für de» therapeutischen Eisekt bestimiiieiid ist. Die Messung der Menge der Radioaktivität beruht aus dem Prinzip, daß die atmosphä­rische Lust,' die ein schlechter Leiter ist, bei 'Aniveienheit mini malster Menge» radioaktiver Körper gut leitend wirkt, indem sie in elektrisch geladene Atome, die Jonen zerfällt. Elektrisch geladene Körper loie z. B. ein Elektroskop werden dann von der Luit entladen. Tie Quantität drückt inan nach dem ersten Be­rechner dieser Beziehungen Pros. Mache inMache-Einheiten" aus. Zur Prüfung der Quellen bedient mau sich eines ans ähnlichen Grundsätzen von Prof. Engler in Karlsruhe konstruierteil Fontaktoskopes. Ihre Radioaktivität aber erholten die Wasser aus dem Gestein, über das sie hiiiwegsließen, und das sic auslaugen. Die 'Ausnahme geschsehi aber erst in den «bereit Schichten. Besonders grob ist die Radioaktivität von Quellen, die aus veewitteltem Granit, nahe von Porphlirbrücken und aus der 'Anlagerunflssläehe des Lberrotliegenden aut Granit ausireieu.

Das Vorrecht der Rastenberger Rekruten. Aus Thüringen wird uns geschrieben: Eine hübsche, in Deutsch­land irobl einzig dastehende Sitte wird IN dem kleinen lhüriugi - scheu Städtchen Rastenberg geübt. 'Alljährlich, loeu», Ivie überall in diesen FrüWngswochen, die suiigen Paterlandsverteidiger zum Heeresdienst ausgehoben werden, winkt dem angemusterten Bur scheu des glücklichen Rostenberg ein goldener Tag. Da beknnni- lich für mancheli der heerespslichtigen jungen Leute dee Gcdautc IN die ihm bevorsteheiideir ersten saueeu Dienstivochen alles and^tz" als verlockend ist, sa sucht die fürsorgliche Gemeinde ihren Re­kruten die nötige Berussbegeisterriiig dadurch zu entilanuueu, da:; sie einem jeden von ihnen aus der wohllöblichen Stadtkaiie ein ansehnliches Geldgeschenk überreichen läßt. So erhielt kürzlich ;ede> Rastenberger Soldat am Gestellungslage den Betrag von etwa eit Mark ausbezahlt. Der merkwürdigen Gepflogenheit lieg! alte Tradition zugrunde. In frittieren Zeiten war die Gemeinde Rastenberg Besitzerin einer Bierbrauerei, die seit aliershcr ve> pilichter war, den Rekruteu des Orts alljährlich ein größeres Quai, tum ihres Gerstensaftes unentgeltlich zur Verfügung zu stellen Im Jahre 1860 ging die Brauerei durch Kaut in private Hände über, und so kam es, daß die Bierlieserung an die Rekruten durch einen eutsprechendeii Barbetrag abgelöst wurde. Tie Soldaten von Rastenberg sind's auch so zufrieden. Ja, sie haben-es sogar zu einer besonderen Fälligkeit darin gebracht, das zu barten Silber­lingen erstarrte Biergiiantum srüherer Tage wieder in seinen Ile floss zu verwandeln.

-- Ter Verräter. Einige Monate bevor in Mailand die Revolution von 48 ausbrach, io erzäbtt der Corriere della Sera, wurde der Marchese Filivvo 'Villani verhaftet, und der berüchtigte Bolza versprach ihm die Freiheit, meint er ihm die Namen der liberalen Verschivvreneu nenne» würde.Ich will Eueh alles sagen!" erklärte Villani.Nun, also . . ."Ja. aber nur, nachdem wir aus'den Glvckenturm des Dviiies gestiegen sind." Aut den Glvckenturm? Warum das?"Weil da oben die Be weismittel sind." Bolza ivar zwar verwundert, aber er stieg dock, am nächsten Morgen mit dem Gefangenen hinani giil den Turm des Domes.Immer noch höher," drängte dieser werter, wenn Bolza Halt machen wollte. 'A>s sic endlich aus der äußersten Spitze angelaiigi waren, wies Villani mit einer großen Handln ioegung aus da-s ganze untenliegeiide Mailand: Seht, da lind die Geschworenen ganz Mailand ist es!" In höchster Wut über den Reiniall mußte fick» Bolza anschicken, wieder hinunier- zukleitern: aber der Marchese Villai» mußte noch sehr aut seine Befreiung warten . . .

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Gesundheit, Kraft und Schönheit

bis ins hoho Alter hinein zu erhalten, ist nur denkbar bei vernünftiger Lebensführung, zweckmäßiger Ernährung und viel Bewegung in reiner Luft. Ganz besonders kommt es auf die Ernährung an,Der volle Segen der Gesundheit kann nicht

durch y

Heilmittel und Wunderkünstc, sondern nur durch eine richtige Ernährung gewonnen werden, die den Körper erholt und täglich verjüngt?" Das find die Worte eines bekannten deutschen Arztes und Professors, Zu einer zweck­mäßigen Ernährung gehört das allbekannte 845c:

Biomalz.

Das ist ein wohlschmeckendes, billiges Nährmittel, weit und breit geschäht mt£> beliebt- Es kräftigt den Körper ungemein- Schlaffe, welke Züge verschwinden, die Gesichtsfarbe wird frischer und rosiger, der Teint reiner- Bei blutarmen, blassen, mageren, in der Ernährung heruntergekommenen Personen macht sich eine Hebung des Appetits, des Gewichts und eine mäßige Rundung der Formen bemerkbar, ohne daß lästiger Fettansatz die Schönheit der Formen beeinträchtigt.

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