Nr. 79 Dritter Blatt J64. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme de? Sonntags.
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wöchentlich. Die „Landwirtichastlichen 5til- lragen" erichemen monatlich zweimal.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhefjen
5reitag. 3.
Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen UnwersilätZ - Buch- und Strindruckerci. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Vertag: Redaktion: e-EIIS. Tel.-Wr.:AnzeigerG>etzen.
Amerikanische Zugenderzichuna-
Eine anerkannte 'Illitorilät aut dem Okbiete der Körperschulung in den Bereinigten Staaten, Prosessor sargent lder Direktor für „vbvsieal edueation" an der Harvard-Universität und am Hemenway-Gyninasium in Cambridge', äußert sich i» der „Mo- »alsschrisl »ür da-5 Turnwesen" aus Anregung des Herausgebers sehr lehrreich über die anicrilanischc Körpererziehung und die Möglichkeit ihrer Einwirkung aus die deutsche. Seine Lln- sichlcn dürste auch in sportlichen Kreisen aut ungeteilte Justim- inmrg rechne». Prosesfor Sargcnt schreibt u. a.: „Sicherlich soll der Gedanke an Sieg nicht der einzige Beweggrund m der körperliche» Ausbildung sein. Wenn icdoch Sport, Spiel und llebun- gen so ausgeübt werden, daß sic einen Wettbewerb darstellen, jo isl es nur natürlich, daß icder einzelne oder jede Mannschatt
dal,ach strebt, ihr Bestes zu tun, um zu gewinnen Wenn sic
das nicht täten, so würden sic bald die Achtung ihrer Gegner sowohl wie ihrer Kameraden verlieren. Gerade das Gesühl der Kameradschaft und der Geist der Treue, die sich aus diesem
Strebe» nach cineut gemeinsamen Ziel entioickeln, geben dem
Sport und spiel in der Art des Wettbewerbes ihren Haupt- wert." Professor Sargent kommt dann aut die Bedeutung des „Rekordes" zu sprechen und verurteilt in Uebcreinstimmung mit der deutschen Aussassung die llebertrcibung eines an sich unentbehrlichen und segensreiche» Prinzips. Daß man altch in Amerika zu dieser Einsicht gekommen ist, lehrt der Satz: „Damit der einzelne Student nicht zuviel Zeit der- Ausübung eines einzelnen Sports widmet, mit der Absicht, sich darin auszuzeichnen, richtet sich jetzt die Aufmerksamkeit in den Porbereitungsschulcn mehr und mehr daraus. Weltkämpse in mehreren, verschiedenen Sportarten vorzuschrciben." Der Autor behandelt dann die schwierige Frage der Spezialisierung im Sport, über deren Berechtigung il»n kein Zweisel besteht. Mit den deutschen Sachverständigen aut dicsein Gebiete stimmt Professor Sargent lviedcrum überein, wenn er meint, daß zur Entwicklung von vielseitigen Könnern die einseitige Heranbildung auf einem bestimmten Gebiet der körperlichen llebungcn verfehlt wäre. Daß die Absichten der leitenden Ilni- versitätsbchörden in der Durchführung ihrer anck' von der deutschen Studienkommission betonten energischen Maßnahmen im Sinne einer allgeineincn, umfassenden Körpererziehung der amerikanischen Studenten noch aus mancherlei Widerstand stoßen, ist für uns nichts Neues, da auch wir sehen, daß die besten Vorschläge oft iwch unausgeführt bleiben oder doch nur zögernd Ausnahme finden. Dennoch ist kein Zweifel, daß auch die amerikanischen Studenten, die sich sehr oit mit etwas einseitiger Leidenschaft ihrem Lieblingssport ergeben mögen 'damit aber immer »och unendlich viel mehr tun als die Mehrzahl unserer Studenten», die guten Wirkungen eines vielseitigen Könnens cinsehcn lernen, soweit ein solches überhaupt denkbar und wünschenswert ist.
Professor Sargent befindet sich wiederum in Uebereinstimmung mit allen deutsche» Anhängern des deutschen Turnens und «Ports, ivenii er zum Schluß den Grundgedanke» des Jähnschen Turnens als wertvoll preist: „Nach meiner Auffassung war Jahns Haupt- bestrebet!, Sport, Spiel und Turnen volkstümlich zu machen und diese Uebungen zu benutzen für die körperliche und sittliche Wiedergeburt seines Volkes . . . Nach den,, lvas ich vom deutschen Bolle weiß, scheint cs mir, daß dieses Ziel in einem bemerkenswerten Grade erreicht worden ist. Niemand kann einer der großen r, - . ivkaiicnübungen der deutschen Turner beiwohnen, an denen gleichzeitig 10—15 000 Mann teilnchmen, ohne einen tiefen Eindruck von der nationalen Einheit und der Kernhaftigkeit des deutschen Volkes zu bekommen."
Professor Sargcnt liefert in seinem Gutachten von neuem den Bclvcis, daß auch ein Ausländer wohl imstande ist, richtige Urteile über fremde Einrichtungen abzugeben, wenn er mit Sachkunde und vorurtcilssrer an sie herantritt.
Sin Meisterwerk des deutschen Humanismus.
Auf ein hervorragendes Denkmal des deutschen Schrifttums daS bisher einer unverdienten Vergessenheit anheim gefallen ist, macht Pros. Konrad Bur dach in dem Scklußanssatz seiner «rosten Abhandlung über den Ursprung dös Hiimanisinus aufmerksam, den die neueste Nummer der Deutschen Rundschau enthält. Es handelt fick, um das altdeutsche Prosawerk von, „Ackermann a u s B ö h m c n", das in einer demnächst erscheineirden neuen Ausgabe „endlich die verdiente Bewunderung und Liebe erwerben" soll. Burdach sieht in diesem „einzigartige» deutschen Meisterwerk", das trotz der Hinweise gelehrter Lileratursorschcr noch immer wenig gelaunt und in seinem Sinn durchaus nicht verstanden ist, „die erste künstlerische Leistung des deutschen Humanismus^ das hervor ragendste Denkmal der werdenden neuhochdeutschen Schristsprackw."
Die Dichtung ist ein Prosadialog, her in der freie» Form eines Prozesses den Street darstcllt zwischen „Jol«»n dem Ackermann" und dem Tod. Im August des Jubiläumsjahrcs 1400 war dem Verfasser Johann von Taaz seine junge Frau im Kindbett gestorben und aus dicsein persönlichen Unglück erwuchs ihni ein gewal- tiges Kunstwerk. Vor Gott und der Welt erhebt der Witwer mit furchtbarem Zctcrruf Mordklage gegen den sinnlosen, blinden, ungerechte» Wüterich Tod, und mit überlegener Weltberachtung und kalter Grauiamleit rechtscrtigt sich der Angeklagte. Ter Ackermann aber ist eriüllt von dem lebensfreudigen, lebensbejalienden Geist des Humanismus: ec hojit und vertrant und ringt mit dem Mysterium 'von Leben und Tod, nrit der Frage eines neuen Lebens und einer Wiedergeburt der Erstorbenen. Den körperlichen Tod und er geistig überwinden im beständigen Gedächtnis an seine Frau: „Ist sic mir leibltä, tot. in meinem Gcdäckstnis lebet sic mir doch imnier." Im Verlaut seiner gewaltigen, in eine»! ganz persönlichen Bekenntnis durchhrcck>cnden Anklage gibt er auch einen naiven, unbcholsc- nen, aber in seiner tiefen Erfindung ergreifenden Hymnus aus die Herrlichkeit und Zwecknläßigkcit des menschlichen Körpers. So ist der Dialog durchitrömt von einem ganz neuen, dem Mittelalter ab- geivandtcn Geiste, „die erste und zugleich die köstlichste literarische Frucht des deutschen Hunianlsmns", ganz modern in den, rein menschlichen Geholt, aus dem die innere Gefühlswelt eines einzigen Individuums, des klagende» Witwers, in unendlicher Fülle hervorkeuchtet. Dies Bekenntnis eines genialen Geistes ist zugleich ein einzigartiges Beispiel deutscher Sprachkunst: die drei «rosten Bahn- brechcr der Renaissance, Tante, Petrarca und Ricnzo, haben daraus cingewirkl. .
Den bisher unbekannten, anscheinend adligen und gelehrten Verfasser glaubt Burdach aut Grund des Wortspieles, mit den, er, feinen Namen andeutend, sich als ciucn Ackermann vorstellt, dessen Pflug die Feder ist, in einem Johann Pflug von Raben- st c > ii zu erkennen, der in den ersten Jahren des 15. Jahrhunderts i,i 2aoä nachzuwciscn ist. „Welcher Name diesen. Dichter und Denker auch zukomme, welche Stellung er cinimhm. er lebte von seiner Feder als Notar, als Schriftsteller, uich er verdien! den Kranz der Unsterblichkeit. Bis ans Luther iahen die Jahrbnndertc des Humanismus keinen Schriftsteller, der die deutsche Sprache mit glei cher .Kraft, Leideiijcktztsi. Fülle meistert."
wandern und Reisen, väder und Sommersrischen.
. Bad Salzhousen, l. April. Unser herrlich gelegener und weithin bekannter Badeort hat seit einigen Tagen sein Früh- linaslleid angelegt. Alles rüstet sich zum Empfang der Kurgäste, Der schöne Naturpark ist mit einem bunten Teppich belegt. Veilchen Gänseblümchen, Primeln und Buschröschcn blühen um die Wcttcl
iie haben endlich den langersehnten Frühling gebracht. Heute kommt schon eine größere Anzahl Kurgäste in dos Ernst-Ludwlg-Heim und auch in den Hotels und Pensionen haben sich schon ziemlich Kurgäste für die Osterferien angcmeldct. Seit diesem Jahre sind sämtlickze Privathäuscr und Villen a» Taucrmieter vergeben. Tic Steuern betragen hier nur etwa 50 Proz., die Mieten sind nickt hockt und die Lebensmittel nicht teurer als sonst aus dem Lande. Obwohl alle Annehmlichkeiten und neuzeitliche Einrichtungen vorhanden sind, läßt es sich hier reck» billig ivohncn.
Sport.
— D i c G i c ß c ii e r R u d c r - G c se l l s ch a s t 18 7 7, c. V., beschloß mit einem gilt besuchten und unter Mitwirkung des Orcke- ck.efterrcreins gut verlanscnen Herrenabend am vergangenen Samstag die Winterfaiso». — Tic B o o r s ha u s e r ö s s n n n g-findet am kommenden Samstag statt. Der für den Sommer verpflichtete Trainer wird im Lansc dieses Monats eintresien, ihm stehen eine große Anzahl aktiver Ruderer zur Bersügnng.
Cuftidiiifalfrt.
Deutsche Stürzflüge.
Flugplatz Bork i. d. Mark, 2 . April. (Priv.-Tcl.) Tcr Flugprüfcr Vogler meldet: Ter Osnabrücker Flugzeugführer Gustav Tlveer machte gestern nachmittag auf einem öOpferdigen Gradeeindecker einen Sturz- und Rücken sing. Nach dem Ausstieg erreichte er in kurzer Zeit 800 m, kam dann tu einem senkrechten Sturzftug nieder und über- schlug sich hierbei zweimal, indem er ein doppeltes 8 be schrieb. Er iiäherle sich der Erde bis auf 20 m und richtete den Apparat erst daun wieder in die normale Lam- Der Flieger beabsichtigt. diesen Flug i» verschiedenen «tädlen vorziiführen. Er gebt zunächst nach L e i p z i g. Der Apparat ist sür Sturzfliige besonders konstruiert und weist z. B. ein doppeltes Fahrgestell aus.
Univeriitäts-Nacbrichten.
— Der Universitätsamtmann der Universität Jena, Jnstizrat Edward B u s l e b , ist nach nahezu öOsähriger Staatsdienstzeit und 20jähriger Tätigkeit im Dienste der Universität am 1. April in den Ruhestand getreten Aus' diesem Anlaß erhielt er vom .Herzog von Koburg-Gotha den Titel Geheimer Justizrat.
— Der ordentliche Professor der alttestamentlichrn Theologie in der Tübinger evangelisch-theologischen Fakultät D.r. theol. Alfred Bertholet hat einen Ruf an die Universität Göttingen erhalten.
Professor Dr. j»r. Hans Planitz, Ordinarius fiir deutsches Privatrecht und deutsche Rechtsgeschichte in Basel, hat den Ruf an die Universität Frankfurt a. M. angenommen.
— Der Mathematiker Professor Dr. Heinrich Jung in Kiel hat den an ihn ergangenen Ruf au die Universität Jena abgelehnt; er sollte dort Geh. Rat Prof. Joh. Thomae ersetzen.
— Professor Tr. Hendrik Enno Bocke, Vertreter der Mineralogie und Petrographie in H a l l e a. S„ hot den Ruf an die Universität Frankfurt a. M. angenommen.
— InLcipzigist Hoftat Dr. med. Julius Alb. L o ch n e r Direktor der Heilanstalt Thonberg, gestorben.
— Ter Historiker Geheimer Rat Professor Dr. Alfred D o v c in Freibu rg i. Br. begeht am 4. April seinen 70. Geburtstag.
vermischte».
* Ter Po straub in Freuden thal hat sich bei den Erhebungen durch die Staatsanwaltschaft als Erfindung des Po frage nten herausigestellt, der den ganzen Ueberfall erfunden hatte, um einen größeren Fehlbetrag zu verdecken. Tie Schußverletznngen hat er sich selbst beigebracht.
* Stiftung. Aus Mannheim, 2. April, wird gemeldet: Ter vor kurzem verstorbeue Kaufmann Ernst Hirschhorn, Teilhaber der bekannten Rohtabaksirnia Julius Hirsch l.orn, hat eine Stiftung von 27,0000 Mk. zur Unterstützung befähigter Kinder sür den Besuch höherer Schulen gemacht.
* Ein Kapitän ohne Patent. Ter Kapitän Boß des holländischen Schleppbootes „Teivet", der durch leichtfertiges Fahren den vier Menschenleben fordernden Untergang eines Schleppdampfers im Ruhrorter Hafen verschuldet haben soll .ist nach beendigtem Verhör verhaftet worden. Es hat sich herausgestellt, daß er kein Schiffs- fützrerpatent besitzt.
* Das alte Le td. Ans Luxemburg wird gemeldet : In 'Abwesenheit der Eheleute K a y s e r in Rolli,,ge» spielten deren Kinder init einer Petroleumlampe. Tie Lampe fiel um und das Petroleum entzündete sich. Ein Kind ist an den Brandwunden gestorben, die beiden anderen wurden leicht verletzt.
* I m N e t> c f. Aus London wird unterm 2. April gemeldet: .Heute nacht sind im Nebel zwischen Dover und R a m S g a t e der spanische Dampfer Jos öde Aram- b n r o und ein unbekannter fra„zösisck>er Dampfer kollidiert. Dieser ist g e f u it t c n.
* Die P o st nach Spitzbergen für die Ueberwin- terungsmannschaft des deutschen Observatoriums muß bis Mitte April von istraßburg abgesandt werden. Bei dieser Gelege,iheil können auch die Sendungen nachgeholt werden, die im vorigen Herbst fiir die letzte Post vor Einbruch der Winternacht zu spät kamen.
* Ein Zug in einen Fluß gestürzt. Ans Batavia, 2, 'April, wird gemeldet: Heute morgen ist ein Eisenbahiizug aus der Brücke nal>e bei Tanivngprick entgleist. Tie Lokomotive und fünf Wagen stürzten in den Fluß. Zwanzig Eingeborene sind getötet und fünfzig verletzt worden. Die europäischen Passagiere, die sich in dem Hinteren Teile des Zuges befanden, blieben nnverleyl.
Kleine Tagerchronif.
In Remscheid wird eine Gartenstadt errichtet werden. Es ist ein bewaldetes Gelände von 92 Morgen vorhanden, das der Kommerzienrat Hasenclever gestiftet hat. Der Kaufmann Einil Spenueinann schenkte iveitere 46 Morgen angrenzende Grundstücke Mit einer früheren Schenkung stehen insgesamt 147 Morgen Land zur Verfügung. Mit der Bearbeitung der Pläne tvurden Professor Metzendorf in Essen und Gartenbaudirettor Encke in Köln
betraut. Tie Anlage wird eine Terrassensorm erhalten. Die Umgebung wird ausgedebnte Parkanlagen aufweißen.
In Eßlingen ist der frittiere Professor der Theologie und Vorsteher der evangelischen Predigeranstalt Hermann Friedrich Adolf von Weiß im 'Alter von 80 Jahren ge « st orbe n. .
Märkte.
lt Lauterbach, 2. April. Der gestrige Ostermarkt (Vieh- unb Krämermarkls war iniolge des herrlichen FruvjeiHrSwelters und der >,» Vogelsberg noch nicht begonnene» Feldarbeiten Verhältnis- mäßig gut besucht. Wenn auch der Kränierniarkt seinen eigentliche» Wert verloren bat und von Jabr zu Jahr zuriickgebt, so zieht er doch die Landbevölkerung an dielen, Tage »ach der Kreisstadt. u», sich ihre liiartensäuicreien und sonstigen landwirtichaülichen Artikel lür die Frühjahrsbestellungen i» hiesigen Geschälten zn holen. Der L ch w c i n e n, a r k t war mit sungen Ferkel» gut bciavren, namentlich aus Lanzcnhai». Doch ging der Handel lehr schlevvend. da die Tiere trotz der gesunkenen Preise sür Schlachtschwcuie sehr teuer bezabll wurden. Siebe» bis acht Wochen alte Ferkel wurden mit 60 — 7n Mk. verkauft. Es kamen deshalb nicht alle Tiere znm Absatz und -in großer Teil mußte von den Züchtern wieder mit „ach Hanse genomnien werde». Rindvieh kam nicht zum Austrieb.
, — Herboru, 2. April. Aus de,» heute abgehaltcnen 3. diesjährige,, Markte waren auigetricbe» 218 Stück Rindvieh und 508 Schweine. Es wurde bezahlt kür Fettvieb und zwar Ochsen l. Onalität 90-98 Alk., 2. Qualität 87-90 Mark, Kühe und Rn,der I. Qualität 88-88 Alk.. 2. Qualität 80-85 Mk. sür 50 Kilo Schlachtgewicht. — 2lus de,» Schwcinemarkt kosteten Ferkel 40—60 Alk., Läuter 70—80 Alk. »nd Einlcgjchweine 90—120 Alt. das Paar. Ter nächste Markt findet an, 80. 'April 1914 statt.
te. Wiesbaden» 2.April. Heu- n n d S tr o h ,n a r k t. Dian notier, c: Heu höchster Preis 8,80 Mk.. niedrigster Preis 3,20 Alt.. Durchschnittspreis 3,51 Mark. Stroh <Richtstroh) höchster Preis 2,20 Alt., niedrigster Preis 2,00 Alt.; Durchschnittspreis 2,10 Ml. Krnnunstrol, höchlier Preis 1,80 Mt., ni-drigster Preis 1,80 Mk. - Durchschnittspreis 0,09 Mk. — Frnchtmarkt. Hafer höchster Preis 9,00 Alk., niedrigster Preis 8,75 Mk.: Durchschnittspreis 8,88 Mk. Alles per 00 Kilo.
wöcyentl. Uedersicht der Todesfälle i. d. Stadt Gießen.
10. Woche. Bon, I. bis 7. März-1911. Linwohnerzahl: angenommen z» 32 gOOlinkl. 1800 Mann Militär). Sterblichkeitszisser: 28,70
nach Abzug von 7
Ortsire.»de
W 12,65 %„• Kinder
Es starben an: Znsainmcn:
Erwachsene
: int
vl>Nl
angeborener Lcbens-
1.
Lebensjahr: 2.-
—15. Jahr.
Ichnntche 1
1
Diphtherie 1 ( 1 )
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Blutvergiftung 1 (1)
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Lungentuberkulose 1
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Lungenentjündung 1
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Brustiellcntzündnng 1 (1) Krankheiten der Sei*
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Krebs 2 (1>
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Summa: 15 (7)
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.gnm : $te in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der -podeSsälle in der betresscuden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
Meteorologische Seobochtungen der Station Gießen.
April
1014
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.= ■= g iSg-E.g
^ 5 3;
J§ |5|
Wetter
2. 2"
745.6
18,9
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Sonnenschein
2. 9“
743,5
11,3
0,1
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SSK 2 9
Bew. Hiinttrel
3. "t u
744,7
8,8
8.3
93
W 2 8
Eonncnschei»
Nebel
.Höchste Temoeratnr am I. bis 2. Zlpril 1914 = 4- 19,1 0 <\ Niedrigste , . I. . 2. . 19,4 -- -s- 7.0 ° .
Niederschlag: 6,5 mm.
Die Frucht der Oase. Bur lange,l Jahren wandertc ein Zug der Pilger durch die Wüste, deren Ziel ein Wallfahrtsort tvar. Endlos und öde dehnte sich die Sandwüste vor de» Blicken der Pilger aus, oft erst nach tagelang,'r 'lvanderung trafen sie ein Tor, an, das ihnen kurze Zeit der Erholung und Ruhe bot Tie Wanderung der Pilger durch die Wüste wurde immer beschwer- sicher, «chon eine Reihe von Tagen batten sie die Sandwüste durch- aucrt, ohne ein Torf anzulresscn. Ter Führer hatte den rechten Weg verloren, io das, jie nunmehr in der Irre gingen. Große Er- Ichöpinng bemächtigte sich der Pilger, dazu ein quäle,thcr Durst und keine Aussicht aus eine Quelle, an der man seinen Durst stillen konnte, nur ein Sandnieer, soweit das 2lngc reichte. Tic Sonnenhitze und der glühende Sand n,achten ihre Qualen „och gräster. Tie Pilglw zwangen sich kann, weiter, und die Kräfte erlahmten mehr und mehr. Endlich am Mittag des achten Tages wurden sic in der Ferne einige Bäume gewahr, deren dichtbelaubte Baumkronen sich dunkel von dcni ticsblancn Himmel ab- zcichnctcn. Mit ncncr Hoffnung mackste sich die Pilgerschar ans den Weg, dem Ziele entgegen. Ta sie den, Orte näher tarne, bot sich ihren Blicken eine herrliche Oase dar. Sie mar mit ihren schattcnspcndendcn Bäumen so rrevl ein Ort sür die erntatlet-n Pilger, denen sie eine Ruhestätte bol. Doch so weit man auch die Lase abinchle, es war keine Wasierauellc zu etttdeckcn. Ta ermächtigte sich wiederum Verzwcitlnng der crnlattktrn Pilger „nd sic wünschten sehillichst, cttoas zu linden, das ihre Qual verminderte. Ta sielen die Blicke einiger Pilger auf einen Baum, drr reich mit seltenen Früchten überladen in der Nähe stand. Sie pflückten einige der Früchte, kosteten sic und fanden ihren Geschmack tust „nd cr- sftschend. Neubelebt pftückten sie die wundervolle Frucht, die ihnen eine so köstliche Erftischunq bot. Froh darüber, daß ihre Leiden nun ein Ende hatten, richten sic im Scktzitten der Bäume „nd ließen sich den köstlichen Saft der Früchte, die ihnen zur Rettung in ihrer Not geivordm,. vortreftlich munden. Diese köstliche Frucht, die den Pilgern nach den ansgestaildcncn Gefahren zur Erfnschung diente, tinden wir heute zur Bereitung eines ausgezeichneten Produktes verwendet — der Dortrefftidjeu Sanella Mandclmilch-Pstan- zcnbutter-Margarine. ss.i/ t


