Ausgabe 
1.4.1914
 
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Nr. U Zweites

Erschein! Isglich mit Ausnahme der Sonntags.

DieEietzener ZainIIienbtäNee" werden dem

.Anzeiger" viermal ivöcheullich beigelegt, das ..Kreisblatt f8t den »reis Sietzen" zweinial wöchentlich. Dierandwirtschastllchen Zeit sra,en" erscheinen monatlich zweimal.

Blatt W4. Jahrgang

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejsen

Mittwoch, April

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheil

UniversilälL - Biich- und Steiiidruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- siraße 7. Exvediliou und Bering: sqK >l. Redaklion:s^II2. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

Die Einweihung der neuen Unteroffizierschule in Wetzlar.

Am I Avril wird in unserer Nachbarstadt Wetzlar ein seitliches Ereignis staltfinden. Tie Untcrosfizicrschule, die bisher in Biebrich ansässig war, wrrd ihren feierlichen Einzug bctlten in den imposanten Neubau an der Franksurler Straße, der eine Zierde des alten Wetzlar genannt werden bars und dessen Einweihung eine Periode des Aufschwunges der Stadt einlciten wird. Wir sind in der Lage, schon heute einen Rückblick aus den Bauplan der Untcrossizierschule und einen Uebcrblick über ihre äußere und innere Einrich» lniig zu geben.

Im Anfang des Wahres 1011 waren die Verhandlungen der Stadt Wetzlar und der Militärbehörde soweit gediehen, daß die Stadt mit der Projektbearbeitung für die neue linlerossizierschule beginnen konnte. Tank dem Einfluß und weitgehenden Entgegenkommen der Königlichen Juten dantur Frankfurt und des Königlichen KriegsministeriumS ist es der Stadt möglich gewesen, ein Werk zu schassen nicht itu altherkömmlichen und wegen seiner Nüchternheit fast sprichwörtlich gewordenen Kascrnenstil, sondern in n>o- >er»cm Sinne, ein Werk, das trotz Unterordnung unter die

Mannschaftsspeisesaal, die Kantine und die GescllschaftS- räumc der Unteroffiziere sowie die Wohnung für den Marke­tender. Westlich vom Wirtschaftsgebäude in derselben Bau­flucht ist das Stabsgebäudc errichtet. Im Erdpeschost dieses Gebäudes sind die Geschäftsräume, die Revierkrankcnstnbcn und das UntersuchungSzimmer untergcbrachl. Darüber be­finde,i sich zwei Wohnungen für Offiziere. Westlich vom Äauptcingang, dem Stabsgebäudc vorgelagert, ist das Wacht- und Arrestgcbäude erstellt. Dieser Bau enthält im Erdgeschoß die Wachtslube und die Arrestzellen. In dem ausgebauten Dachgeschoß befindet sich die Wohnung für den zweiten Kasernenwärter. An dem lvestliche» Abhang des Grundstücks gegen das Lahntal sind errichtet: nahe dem Münchholzhäuser Weg das Konnnandcurgebäudc und in der Achse des Exerzierplatzes die Offizier-Speiseanstalt. Diese enthält int Erdgeschoß, uin einen geräumigen Flur gruppiert, dett Spcisesaal, drei geräumige Gefellschafts- ziinnier, Garderobe und sonstige Nebenräumc, die Küche ist in, Kellergeschoß untergebracht. (\»t Obergeschoß befinden sich die Wohnräume für den Wirtschafter und daS Gesinde

Gesetze be? militärischen Zwecks und bei Beachtung der Vorschriften der Militärbauordnung ztvar die Stimmung zum Ausdruck bringt, wie sie der militärischen Korrektheit und Strenge entspricht, aber in der Gruppierung und dem ganzen Ban Charakter sich vorzüglich in das alte Wetzlarer Skädtcbild und die Landsck>afl einfiigt. Pros. A. Wien- k o o p ivar hohen Lobes voll, als er in einem Sachverstän- digen-Gutachten äußerte, der Entwurf, der voni Architekten Hermann Müller, Wetzlar, hcrrührt, zeige sowohl in den Einzelheiten als auch in seiner Gesamterscheinung eine so bcsriedigcnde, harinonischc Lösung des Baugedankens, daß eine Steigerung der baulunstlerischen Leistung ausgeschlossen sei. Das Lob ist durchaus gcrechlsertigt. Im Streben, für die Raumbe.dürfnisse für das militärisch Praktische und das Zweckmäßige und Nötige die einfachste Ausdruckssorm zu sinden, ist die Schlichtheit und Einheitlichkeit der Anlage entstanden. In seiner dominierenden Lage wird dieses Bau­werk ein weithin sichtbares Monument sein, das auch in fernen Zeiten zeugen ivird von der Einsicht der Stadtväter, von dem Niveau der heimischen Baukunst und von den Leistungen des Wetzlarer Handwerker- und Gewerbcstandes.

Im Frühjahr 1012 waren die Projektbearbeitungen soweit gediehen, daß die Bauten in Angriff genommen werden tonnten. Als Fertigstellungsfrist war der l. Oktober 1014 vorgesehen, jedoch ist es durch den schnellen Fortschritt des Baues möglich geworden, die Bauzeit abzukürzen, so daß die Garnison setzt ein halbes Jahr früher in die alte Reichsstadt Wetzlar einzieht. Tie Bauten sind bestimmt für die Unterbringung von vier Kompagnien Als Schule ist die innere Einrichtung und bauliche Ausführung in mancher Beziehung geräumiger gestaltet, wie dies in sonstigen Ka- scrneuneubauten geschieht, z. B. sind für die Zöglinge ge» trennte Tchlas-, Wasch , Wohn- und Speiseräuine einge­richtet Ti: Gebäude gruvvieren sich um eine» 22 000 qm großen Exerzierplatz, welcherach Norden, Osten und Süden von den beiden je 130 m langen Mannschaftsgebäuden und der 70 m langen Turn- und Ererzierhalle cingeschlossen wird. In den beiden Mannschastsgebäuden sind die Wohn­stuben. Schlafsäle, Wasch-, Abort- und Baderäumc für die Zöglinge, die Schulsäle sowie Wohnungen und Stuben für Ossiziere und Unteroffiziere untcrgebracht. Tic Dachgeschosse sind ausgebaut und dienen zur Unterbringung der Kammer- bestände. An das südliche MannjchastSgebände schließt sich das Wirtschaftsgebäude an. verbunden durch das Fener- lcitcrndach. Tas Wirtschastsgebäude enthält die Unter­offizier» und Mannschaslsküchen mit Nebenrüumen, den ujw. An der Nordseite des Exerzierplatzes neben dem nörd­lichen Mannschaftsgebäude ist der Osfizierpferdestall mit Waffenmeisterei und Karrenschuppen angcordnet. In der sudoftecke des Bauplatzes an der Bntzbacher Landstraße

stehen die drei Familienwohnhäuser, in welchem je vier Wohnungen für verheiratete Unteroffiziere und Beamte untergebracht sind. Tie veranschlagten Baukosten für die ganze Anlage beträgt insgesamt 1739 000 Mk. Der Löwen­anteil der Banarbeiten ist an ortsansässige Firmen über­tragen ivorden und zwar im ganzen für 1300 000 Mk., während für 110000 Mk. Arbeiten von solchen Unternehmern geleistet ivorden sind, ivelchc ihren Wohnsitz iin Kreise Wetzlar haben. Ein kleiner Teil der Bauausfiihrung und zwar zumeist solche Leistungen und Lieferungen, welche von ortsansässigen Firmen nicht beschafit iverden konnien, im ganzen für 329 000 Mk , sind auswärtigen Firmen über­tragen worden. Erwähnenswert ist die Firma Tern & Co., Gießen, welche für 73000 Mk. Fliesenbeläge aussührte. Tie Gicßener Firma E. H. Müller hat bctt größten Teil der für die Bauien benötigten Türen, Fenster und Bcr glasungen geliesert, darunter hervorragend schöne Tischlcr- arbcit an dem Kommandeurgebäude und für daS Ofsiziers- kasino. Georg A v P c l (Gießen) hat die gesamte Wasscrvcr- sorgungsinstallation, die Wasch- und Badeeinrichtungen der Anstalt, sowie die Spenglerarbeiten ausgesührt. Aus Grund der b c r e i t s f e r t i g g e st e l l l c n Bauabrechnung kann ge­sagt werde», daß die veranschlagten Baukosten nichtübcr- schritten lv o r d c n sind.

Der Einzug des Bataillons.

Uin 12.20 Uhr rückt das Bataillon im Sonder­zuge aus Biebrich ab und lvird 4.33 Uhr in Wetzlar eintreifen. ES erfolgt dann der Einzug in die Stadt mit klingendem Spiel durch die Bohnboistraße. Laug- gassc, Lahnstraßc, Krämergassc, Schwarzadlergasse zum Dom platze, .hier, auf dem Wetzlarer Paradeplatz, findet um fünf Uhr die Begrüßung der Unkerosfizicrjchnle durch den stellvertretenden Bürgcrnierster, den ersten Beigeord­neten Hiep«, statt, die mit einen. Hoch aus den Kaiser schließen wird. Den Tank der' »nterosfizierschnle spricht der Kommandeur, Herr Oberstleutnant v. Wurmb, aus er schließt mit einem Hoch auf die Stadt Wetzlar. Tarair schließt sich der Abmarsch in das .Kasernement.

Abends 8 Uhr findet ein Festmahl für das Osfizrer- korps und die Beamten der Unterosfizierschule ini Schützengarten statt, und zur selben Stunde werden die Unteroffiziere und Maimschasten in den Kaserne» van der Stadt Wetzlar mit warineni Abendessen, Bier und Zi­garren bewirtet.

Aus die Einzelheiten der Feier »Verben wir morgen zurückkommeu.

Hubert von herkomcr

London, 31. März. Ter Maler Professor Hubert von Hcrkomer ist in Bndlcigh 2 alter ton (Tevon- shire) heute abend g c st o r b e n.

Hubert von Herkomcr war an» 20. Mai 1 849 in Waal bei Landsberg in /Bayern jals Sohn »eines Holzschnitzcrs geboren, der im Jahre 1851 nach Nordamerika auSgcnxrnderl war und sich 1837 in Southamvton niederließ. Er besuchte die dortige Kunstschule und die des SouthsKensington- Museums und trat 1872 mit dem Oclbild ..Nach des Tages Arbeit" an die Oeficntlichkeit. Allgemeine Beachtung fand er aber erst, als 1875Tie letzte Musterung" erschien, ein Bild, aus dem er Veteranen des Jnvalidenhanses von Chelser während des Gottesdienstes dargestcllt lpU. Später lvandte er sich inchr der Bildntsipalerei zu und der Griffel lunst, die ihm große Ehrungen cintrug, 1800 wurde He», komer von, Prinzregcnten von Bayern in den Adclstaüd erhoben, nachdem er 1885 Mitglied der Berliner Akademie und 1890 der Königl. Akademie zu London geworden war. Auch auf dem Gebiet des Sportes hat sich Herkomcr cinon Namen geinacht durch einen von ihm für internatiomrle Antomobilwandersahrten gestifteten Preis, der 1903 aus der Strecke MünchenBaden-BadenMirnbergMünchen aus gesohrcu wurde.

vermischte».

Pcrschlle Spekulationen.

Aus Berlin, 31. März, ivird gemeldet: Der seil dcvl vorigen Jahre zum AbieilungSdirektor ernannte Prokurist der Deutschen Bank, Jul. Köhler, beging einen Selbst Mordversuch. Tie Ursache dazu ist ans eine heute bei der Direktion der Bank eingegangcne Mitteilung zurückzu- sühren, lvvnach er bei einer hiesigen Banksirma aus Spckn lationSgeschästen herrührende Schulde n haben soll. Seine dienstliche Tätigkeit führte er bis zuletzt in guter Ordnung und frei von jedweder Unregelmäßigkeit. Der Deutschen Bank gegenüber hat er sich in keiner Weise verschuldet. Der alleinige Inhaber des Bankhauses M. R o s e n st e i lt in der Oranienburger Straße, der Bankier Richard Rosenstein, be ging heute Selbstmord. Den Beweggrund zu der Tat bilden offenbar Fmnilienverhältnisse und sonstige Widcrwär ligkeiten. Tie Finanzverhältnisse der Bank, die Voraussicht sich aujgclösl wird, sollen gcordnelc sein und keine Veran­lassung zu dem Selbstmord bilden. - Aus Bad Ocyn- bauscn, 31. März, wird gemeldet: Der Inhaber der Spar- und Leihbank Oeynhausen, des ältesten, seit 24 Jahren ain Platze bestehenden Bankinstitutes, Bankier Emil Schee fer, hat sich in einem Hotel zu Hildesheim in seinem Zim­mer das Leben genommen, indem er sich erhängte. lieber die Beweggründe, die ihn zu dem Selbstmorde getrieben haben, ist noch nichts bekannt. Die Bank wurde geschlossen. Hunderte von Gläubigerti und Depotinhnbern stehen weinend vor dem Geschäskslotal nncher. Gerüchtweise verlautet, daß Scheefcr, der sehr bescheiden lebte und das größte Vertrauen genoß, sich kürzlich mit einem Arzt in Hildesheim in Spckulalionen cinlicß, die fchlgcschlagen find.

* Erdbeben. Tie Erdbebenwarte Tarmstadt-Jugen heim meldet: Am 30. März itachts um 1,53,44 Uhr begann die Aufzcichnnng eines starken Erdbebens, das 2 Stunden dauerte und dessen Herd 9700 Kilometer entfernt liegt Ter zweite Vorläufer setzte scharf um 2,04 30 Uhr ein. Das Hauptbeben fand um 2,35 Uhr statt

"Dreifache Auszeichnung. Oberstleutnant Veit, dem Kommandeur des Ulanen Regiments Nr. > l in Avvlb, ist der Rale Ndlcrodcn dritter Klasse mit Schleife am Bande der Rel tungSmeoaillc verliehen worden in Anerkennung seines dril­le» ,ReitungSlvcrIeS, bei dem er im Bosporus mit eigener Lebensgesahr eine Tante vom Tode des Ertrinkens errettete. Glesch - zeitig imirbe ilim vom König Pont Rumänien das Komandeurkreuz des Sternordens van Rumänien mit Schwertern für Verdienste im Ballantricge und vom Sultan aus dem gleichen ülnlaß die goldene und silberne Verdienstmedaille für Treue und Tavierkeib verliehen.

* Die Frauen von Bonn u n d die M ade. In Bonn sand eine von 1500 Frauen besuchte Versammlung gegen d i e A u s w ü ch s e d e r M o d c stall. Es wurde eine Entschlktstung angenommen, in der mit aller Entschiedenheit die nberbandncl,inende Ungeheuerlichkeit der Verirrungen der Mode, die das weibliclie Feingcfiihl verletzt, verurteckt ivird und zum Schluß alle einsich­tigen Frauen und Männer zur Biindesgenviscnschast im Kämpfi gegen diese Auswüchse ausgesvrdert werden

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Wie Tie Ihr Jett wegbringen und zn einer schlanken, graziösen Figur kommen können.

Eine Tame verliert k) Pniud und verjüngt ihk Ansiehen nm 15 Zahre vhnc innerliche Mittel.

Dank einer neuerlich entdeckten Psianze können jetzt über»nähige Fcttanbäusnngen leicht durch äuncrlichec' Einreiben entfernt iverden. Beschauen 2ie sich von der Avotbeke oder Drogerie 4 (>)ranun Eschenl'lätter und!X) Gramm Dnadal. Tun 2ie die Eschenblätter in eine Lchiiüel, aieüen Sie drei kleine r,laneeiaüen voll kockiendeö Wasser darüber, lassen Sie das etlva eine lialbe ^kinute ziehen mib nitrieren Sic dann die Flüssigkeit durch ein Tuch. Tchlienlich ivird das Onadal zuaefügt. Heben Sie die ,Flüssigkeit in einer Flasche aus und avvltzieren Sie sie mit der Hand an den Stellen, wo Sie zu viel Fett haben. Unter dem eigenartigen Elnslnü dieser svndei baren Kräuter verschrvindet das übermänige Fett von Hüsten, Unter leib, ^inn, Backen und Hals, und die dadurch verdeckten, schlanken, graziösen Formen treten wieder zutage. Dazu bedarf es keiner innerlichen Mittel, keiner Hebungen oder Hungerkuren. Eine Dame schreibt:Ich verlor l) Pfund Fett an Hüsten und Unterleib und sehe Favre jünger aus." Jedermann kann leicht dasselbe tun. indem er obige einfachen Anweisungen befolgt. 4307s»

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