Nr. Hy
Zweites Statt
M. Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme SeS Sonntags.
Die „chießener Zamriieoblätter" werden dem
.An^iqer" »iermal wöchenlltch beigelegt, dar „ikieiablatt sür den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Dt- „Landwirtschaftlichen öeil- l ragen" «richctnen nionallich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberhesjen
Montag. 23. März 1914
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchea UnwersitätS - B»,ch- unb Steindruckerei.
R. Lange, Gietzen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^§>M. Redaktion: Tel.«Adr.:AnjeigerGießen.
Mb. ^»euifcher ^Xelchsrag.
23 8. Sitzung, Sonnabend, den 2 t. März.
Hui Tische des Bundcsrats: Dr. Sols, Kractkc, LtSco, Delbrück,
Präsident Tr. K-em,i eröffnet die Sifeuno um 2 Uhr 13 Mi», und ocrli-'t ein Telegramm des Kaisers, der für die sreundlichen Glückwünsche des Reichstags besiens dankt.
Las Elalsmtgesetz.
T- der Etat nicht mehr rcchtzetitg sestgcstellt loschen kanii, iil eine vorlanitgc Siegelung des Rcichshaushalts nolwcnd'g Tie Vortage cnlöäl' die criorderlicken Scilimmungc» zur Foeisührung der Geschäfte ,» de» Monaien Avril, Mat und Juni 1914. Im wetei-tlichen Handel! es sich um Aeubauien und Aeu- anschassuiigcn.
TaS Gesetz wird in erster Lesung ohne Debalie an. genommen.
Der Kolomaletal.
(Siebenter Tag.)
Die Aussprache über den Etat für Südwestafrika wird fortgesetzt
T:e Resolution aus Vergrößerung der Zahl der Ein. geborenen ko ntm issarc wird angenommen, ebenso d i e Resolution, die den Reichskanzler auffordert, die Unab- d ä n g i g k e i t der Anwälte in Südwestafrika durci, Reckts- gorontien hrnuchtlich ihrer Absetzbarkeit zu sichern, und die einen geordneten Rechts.gaug hinsichtlich der Verpflichtung zur Zahlung von öffentlichen Abpaben fordert.
Die Kommission Hot beim Kapitel „2 a n d e 8 p o l i z e i" 'Weiße Hilfskräfte) von den: Posten von 2 Millionen Mark 200000 Mark abgesetzt.
Staatssekretär Dr. Sols:
Dü: Schutztrrcppen in unseren großen Schutzgebieten haben die Aufgabe, den Landfrieden gegen gewaltsame Störungen im Inneren zu schützen. Aus dieser Aufgabe hot man mehrfach geschloffen, daß di" Schutztrnppe eigentlich nichts weiter als polizeilichen Zweck habe. Für Südwestafrika muß ich betonen, daß die Anigabe der '^rcklltztruppe einen ganz anderen Zweck hat. Sie ist 2000 Mann stark. Diese 2000 Mainz sind über das ganze Land, dc-s l 1 /* mal so groß ist lvie Deutschland, verteilt, und zwar in so tfeinen Abteilungen, daß eine Abkommandierung von Soldaten aus den Verbänden, bcn Verzicht auf b i e Schlagfer-. lgkeit bedeuten würde. Man stelle sich vor, wie cs auSschen würde, !umi tvir die Schutz truppe tatsäcklüh polizeilich vcrwendeteli. Wir müßten sie auS ddu Vcrbäiideu herousnehmen und in kleinsten Post"n über das ganze-Schutzgebiet verteilen. Wenn nun, tvcrs nicht wahrscheinlich, aber doM bei Eingeborenen immer möglich ist. ein Aufstand -n'.lsteht, dann würden diese polizeilichen Funktionen eiuiach aufhören und die staatliche Aufsicht würde wegfallen. Deshalb müssen w-r Wert darauf legen, daß neben der Schutztrnppc noch eine Polizei truppe in Südwestafrika ist. In welcher Form die Polizeitruppe nun organisiert werden soll, lasst ich dahingestellt. Die Ausgaben werde,: allerdings hoch sein. Nach einem Gutachten des Gouverneurs sind üOO Manu absolut erforderlich. Weinger aufzustellen. hält er für ausgeschlossen. Ich balte cs für meine Pflicht, Sie darauf hinzuweisen, daß ^sie noch ^ einmal prüfen, ob Sie die Verantwortung für die Streichung übernehmen können. Ter Gouverrreur lehnt sic ab. Möglicherweise werden Sic mit einer Streichung Tatsachen schaffen, die für die Zukunft Südw-stafrikas sehr unangenehme Folgen haben köm»en.
Itbg. Ledcbour (Soz.):
Eine Polizcitruppe von 4ö0 Mann genügt vollkommen. Man braucht iricht mit Maschinengcwehrcu hinter einem gestohlenen Kalb herlaufcn. (Heiterkeit.) Wir bleiben bei der Streichung. Die Streichung wird aufrcchtcrhalten.
Die R*e s o l u t i o n . wonach das Reich von den K osten der Schutztruppc und der Landespolizci ZH und das Schutzgebiet Vz tragen soll, wird angenommen, ebenso die Resolution, wonach den Schutztruppen dir Möglichkeit gegeben werden soll, ihren eigenen Bedarf a'n V c r p f l e g u n g 3 m i t t c I n tun- lichst auf fiskalischem Boden zu erzeugen.
Angenommen werden die Resolutionen, die lvcitcrc A r b e i t e r s ch u tz b c st i m m n n g e n verlangen. Auch das Verbot ber Besiedelung des A mbol a*n des durch Weiße wird aufrechterhallen- Ebenfalls angenommen wirb eine Re s o 1 u t i o ir, die die b c r g r e ch t l i ch c n Verhält, nissc im Norden des südwestafrikanischcn Schutzgebiets sc regeln will, daß eine ungestörte und sachgemäße Erschließung des Landes stch vollziehen kann.
Damit ist der Etat für Südwestafrika erledigt.
Im Anschluß daran folgt die erste Lesung eines von dci Budgetlommission ausgearbcitetcn Gesetzentwurfs, der bei Eahnbauten ganz allgemein die Anlieger — das sind vor allem tue KonzessionSgc feilsch asten — nach Maßgabe ihres Interessen z u den Kosten heranziehcn will.
Abg. ZLaldstein (Dp.):
Der Staatssekretär hat sich nicht auf den Boden des Gesetzentwurfs gestellt. Er möchte ihn lieber in F o r m einer Resolution cntgcgennehmcn. Diesem Wunsche sind die Konservativen gefolgt, und sie haben eine entsprechende Resolution ein- gebracht. ES scheint auch tatsächlich zuwcitzugchcn. die Anlieger ausnahmslos z u allen VerkebrSanlagen heranzuziehem Hof- sentlich konrmt bls zur zweiten Lesung eine Vcr'tand,gung zu-
2lbg. Graf Westarp (Kons.):
Mit den: Grundgedanken des Gesetzentwurfs sind wir cnl- derftanden. Aber wir fürchten die Tragweite dieses Gesetzes. Darum schlagen wir nur eine Resolution vor.
Abg. Ledebour (So;.)' bedauert, daß die Abgeordneten Daldstein und Westarp d,e Wirkung des Gesetzentwurfs abschwächen wollen. Wenn irgend etwas erreicht werden soll, so muß der Gesetzentwurf in feiner jetzigen Form angenommen werden. Ec ist ein Ausläufer des langjährigen Kampfes, den wir gegen den Unfug der Land., g c f e l l s ch a f t c u führen. Am liebsten hatten wir diesen Gesellschaften den ganzen Raub äbgenommcn.
Abg. Erzberger (Zentr.):
Für den Reichstag handelt cs sich nur darum: Will er den Kampf gegen tue Konzessionsgcscllschaften fortseycn oder nicht? Will er das Land auch weiterhin an ,cckS groge Gesellschaften auslicfern'l Das vorliegende Gesetz ist nichts Neues^ Es i,t .»örtlich ab ge sch rieben aus einem ^chutzgebwtsgesey von 1008, nur mit einer zeitgemäßen Ergänzung. ,tch vergehe die Bedenken nickt. Graf Weitarp will alles dem Lundesrat überlasten. Sind wir denn schon so l ch - M u mm e l g c er sc . daß wir nicht mal so ein Gesetz abschreiben können? Herr Waldein will das Gesetz abschwächen. DaS werden w.r unter kernen llmständen zugeben.
Abg Woldstei« (Vp.)l'
Tai G-ietz b-zicbt sich auch auf die N-inslc Senderung der kerlehrsverhältnisic Ta wird es -ncht immer durchruhrbar »er»,
beiter schast durch Terrorismus immer schärfer bedrängt werden.
Die Kommisston beantragt Uebergang zur TagcS- orbnun g.
Ein Antrag I r l (Zentc.) verlangt lle-bcrwcisung als M a t e r i a l.
Abg, Brey (Soz,):
Die deutsche Gewerkschaftsbewegung l>at niemals, lvie behauptet wird. Sabotage getrieben. Wir bedienen uns nur cinmand- freier Mittel. Hinsichtlich des Koalitionsrechts sind die Arbeirer stark benachteiligt gegenüber den Unternebnrern. Diese üben Rechtsverletzung und Terrorismus. Die bürgerliche Presse beteiligt sich daran mit einer systematischen Aroeiterhetze. Gerade die Bäckerinnung Germania übt einen Wirtschaftstcrror-smus ohne Gleichen aus.
Abg, Irl (Zentr.l:
Wenn bei jeder Petition so allgemeine Äusführungcn genmcht würden, so würden wir niemals ihren eigentlichen Gegenstand besprechen können. (Lebh. Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Die in Rede stehende Petition brirnst eigentlich nichts Neues. Sßir können fcststellen. daß tatsächlich von den Sozialdemokraten Terrorismus gegen das Handwerk geübt wird. Fast täglich kann man in den Zeitungen das bestätlgt finden. Auch von Tarifämtern. in denen doch Arbeiter sitzcn, sind häusig genug Fälle von sozialdemokratischem Terrorismus festgcstcllt worden. Den Tarifämtern kann man doch nicht Klastcnsuftiz vorwcrfen. Das Wachstum der sozialdemokratischen Gewerkschaften ist nur auf diesen Terrorismus zurnckzuführen. (Lauter Widerspruch b. d. Soz.)
Abg. Gilsbcrts (Zentr.):
Solange der sozialdemokratische Parteivorftand und die Ge- lverkschaftsführcr sich nicht ausdrücklich gegen den Terrorismus wenden, solange glauben tvir nicht, daß die Herren ernstlich den Terrorismus mißbilligen. Eine Äcndernng der Gesetze halte ich nicht für notwendig, es genügt, die bestehenden Ge'ctze richtig anznwcndcn.
Abg. Dr. v. Graese (Kons.):
Ich bedauere lebhaft, daß die Erledigung der Petitionen durch lauge Erörterungen allgemeii»er Natur, die größtenteils schon bei anderen Gelegenheiten vorgekommen sind, verzögert ivird. Den Antrag des Abg. Irl, besten Ausführungen wir zustimmen, werden wir annehmen.
Abg, Brey (Soz.):
Die konservative Partei hat die Handhabung des politischen Terrorismus zi: einer wahren Kunstfertigkeit entwickelt. Und jetzt entrüstet sie stch über den Terrorismus! Die Arbeiterführer des Zentrums solltmi hier nicht Fälle von Terrorismus anfnbrcn und uns zwingen, mit Gegenbeweisen aufznwarten. Mir juckt es in den Fingern und zuär es in den Zähnen, aber ich will mich beherrschett, um nicht den arbeiterfeindlichen Gruppcic Material in die Hände zu liefern. Wer da weiß, wie tolerant Graf Oppersdorfs vonr Zentrum behandelt wird, der lacht, wenn das Zentrum der Toleranz das Dort redet. Die gelben Werkoereine üben ganz ungeniert Terrorismus und schreiben sogar in die Zeugnisse als Entlastungsgrund die Weigcrmng des Beitritts zu den Werktrereir.cn hinein!
Abg. Giesberts (Zentr.):
Sie haben doch angefangen! Sic höben uns verfolgt vom Tuge unserer Begründung an. Sie wollen die Partei der Freiheit sein? 0ie treiben den tollsten Terrorismus. (Lärnc der 'soz.»
Die Abstimmungen werden bis znm Dienstag avs- g-setzt.
Das .Haus vertagt stch.
Montag. 2 Uhr: Kleine Vorllrgrn. EtatSrustgesetz, Rechnut^s- sachen. Nachtragsctat, Reichsschatzamt.
Schluß 6% Uhr.
Abg. 5leinath (Natl.):
Wenn die jetzige Form des Gesetzes noch Bedenken erregt, so kann bis zur zweiten Lesung eine Verbesserung erfolgen. Wir sollten setzt aber dem Gesetze zustimmen.
Damit ist das Gesetz in erster Lesung erledigt.
Ueber die Resolution Westarp wird bei der zweiten Lesung abgestimmt tstcrdcn.
Der Nachtrag zcim Etat der Schutzgebiete wird angenommen.
Vetikioaen.
Der Z c n ! r a I v c r b a u d deutscher B ä ck e r - I n u u n- gen „G crniani a" führte in einer Petition Beschwerde darüvcr, daß die Arbeitgeber von der sozialdemokratischen Ar»
Au» Hessen.
Bon d c r F r c i o n Bereinigung hessische r Nationallibcralcr wird uns geschrieben: Zu einer bedeutsamen Kundgebung gestaltete sich die auf Freitag abend vom Nationallibcralen Verein Oppenheim cinbcrufcnc ässentlicki politische Versammlung, in der der Vorsitzende der Freien Vereinigung l>essischcr NationaNiberalcr, Tr. Pa g c n st c ch c r - M a i n z, in längeren Ausführungen sich über die a l l si c m c i n c politische Lage verbreitete, Fm ersten Teil seiner Ausführungen beleuchtete der Redner eingehend die Auslandspolitik des Deutschen Reiches, bchan- deile die Stellung Deutschlands zu den Rachbarstaatcn, insbesondere zu England. Frankreich und Rust- l a n d, Deutschland tue eine z i,e l b c w u f> t c starkePoli - t i k not. Bei der vielleicht bald kommenden Verteilung neuer Fntcressenspharen niüstte die Diplomatie verlangen, dast Deutschland gemäß seiner führenden wirtschaftlichen Stellung berücksichtigt wird und das;, wenn Iviedcr ein Stück Well verteilt werde, die mit den Geschäften betrauten Per sonen auch danach trachteten, wirkliche Vorteile für Volk und Reich hcrausznschlagcn, SS dürsc Deutschland nicht tvieder so gehen wie fcmctieit in Marokko, wo die deutsche Diplomatie für eine offene T>ir gesorgt Hab«, durch die der deutsche Handel jetzt hinansfliegc Der Redner schloß den ersten Teil seiner interessanten Ausführungen mit dem Hinweis aus die Rotwendigkeic einer starken Wehrmacht, die allein der möglichst sichere 'Bürge sür die Lusrechterhaltnng des Friedens sei, Lus Anregung aus der Versammlung heraus verbreitete sich Herr Dr, Pagenstecher alsdann noch über Fragen der hessischen Politik, insbesondere über das Verhältnis der einzelnen Parteien zueinander. Diese Betrachtung gab den; Redner Gelegenheit, nochmals auf die Gründungsgeschichte der Freien Bereinigung einzugechni, deren Schaffung mne Notwendigkeit ge- wef'cn sei, gegenüber dem irncrträgliclfcn Druck von seiten des Bundes der Landwirte auf alle Rationalliberalen in Hessen, die sich zur Politik der Partellerlung tm Reich bekennen Denn es wäre nachgerade so nicit gekommen, daß
aurch allzuviel Rücksicht aus den Bund der Landwirte und sie Wormser Gcke eine entschiedene Arbeit für den nationot» ibcralcn Gedanken in Hessen kaum geleitet werden konnte, Richt in Form eines Kampsgebildes, das gegen alle anders senkenden Rationallibcralen ins Feld zicsfe, will die Freie Bereinigung ihre Tätigleii ansüben: sie ist nichts anderes als eine Arbeitsgemeinschaft im besten Sinne des Wortes, die in reger Kleinarbeit die Organisation teils ansbaut, teils neu schasit und bestrebt ist, überallhin frisches politisches Leben zu bringen, Fn scharfer >tanipsstelln»g steht die Freie Vereinigung zur Sozialdemokratie, die keine Lündn i s p a rt e i für sie sei, und ebenso zum Zentrum und in abgkschwächtcr Form einerseits zu den Reästspar- leien >oie andererseits zur Fortschrittlichen Volkspartei. Man frage keineswegs, ob ein Mitglied der Vereinigung mehr rechts oder mehr links steht, Fn der Tat lunfajjc die Freie Vereinigung sowohl rechts- iwic linksstehende Kreise, ein Zeichen, daß jeder ivilltommen ist, der sich zuni Programnl der Rationallibcralen Partei bekennt, Ihre Ausgabe, die zerstreuten Glieder der Partei, die aus mancherlei Gründen der Partei den Rücken zugekchrt hatten, wieder zusanlincnzubringcn, habe die Freie Vereinigung in der kiirzcn Zeit ihres Bestelpus tu der besten Weise erfüllt,
K u n d g e b u n g der hessischen Z c n t r u »i s p a r > tci. Aus Mainz, vom 23. März wird uns berichtet: Die gestern nachmittag im „Frankfurter Hoi" abgehaltene Versammlung der hessischen Zcntrumspartei >oar zahlreich besucht, ES waren 70 Gemeinden aus Hessen vertrete». Den Vorsitz führte Herr Geh, Fustizrat vvn Brentano, si-ach dessen einleitenden Worten über die Ttclliingnahmc der hessischen Zentrnnispartci zu den christlich notioualcu Gc wcrtschaften hielt Herr Generalleutnant Frhr, v, Stein- äckcr eine» znsti»,wenden Bortrag zu den Beschlüssen des ReichSausschusseS, was mit großer Begeisterung ousgenoni- men ivurde. ES »ourdc folgende Entschließung ciii- stimmig angenommen:
„Tic heutige im „Frankfurter Hoi" tagende, vvn über 1000 Partcitreunden bciudjte ZeMruinsversamiNlung, die von der Lan- dezorgauisatio» der hcsiiichc» Zcnirumsvariei einbcruien ist und bei der die Parteiorganiiatioiieil des Großberzogtunis zahlreich vertreten sind, erklärt ihre volle Zustimmung zu den vrvgam- matilchcii Erklärungen dSs R cichsau s f ch u s ses uom 8, Febi, de, IS, Sie Hali fest an dem seit inehr als 40 Fahre» für Reli gion, Vatclland und Volk bewährte» Programm der Partei, Tie lehnt jede von Sonderbündlern verlangte ein ! c i l l g c konfessionelle D c i i n i t i o n ab. Tic dankt dem ReicliSauSschuß für die Verteidigung des volitiichcn Pro-iramm? der Partei und für die warme Nntciüühung der chris.lüli-imtioaaten Arbciicrbewcgilng gegenüber de» Angriffen des Umsturzes. Die Versammlung »ordert die Zrntrumsanhinger des Landes ou>, allen, die Einigkeit der Partei gciährdencen Bcstichnngen eni schieden entgegenfinreleii und unentwegt und treu zu den politiichcn Grundfätzeii Windhorsts und KettclerS zu halten,"
Darmstadt, 21. März, Fn dem Kanmierberichk Über die Sitzung der Zweiten Kainmer vom Milbuoch, den 18, März nachmittags. loar bemertt worden, daß Abg, F o u 8 für Sic Air stcllung von abköminlichcn.Handwerker» oder Geometern 2. Klasse cingetrctcn fei. Es mußte natürlich n na b k ö in m l i che n und nicht Handwerkern, sondcrii Gehilfen oder Geometern 2. Klasse heißen Der Abg, Foutz sprach übrigens so undeutlich, daß er auf der Fmirnalistentribüiie nur ganz »nvvllständig ver standen werden konnte, »
politische Tdgcrschau.
Das Zentrum und die Wahl in Samler-Birnbaum,
lieber die Ersatzwahl in Borna-Pegau ist die mit gleichen Tage statlgehabte Ersatzwahl int Kreise Samicr Birnbaum weniger beachtet worden. Man nahm in der bürgerlich-nationalen Presse zwar mit Bedauern von dem glatten Tieg des Polen über den deutschen Einignngskandidatcn Kenntnis, hielt sich jedoch über die Ursachen nicht weiter auf, Run aber sickert allerlei durch, was das Zentrum nicht gerade in das günstigste Licht stellt. Bekanntlich hat der Pole gegen 1912 um 600 Stimmen zugcnoinmcii, während die Tcut^ scheu 150 Stimmen eingcbüßt haben. Fetzt heißt es, daß es dcnlschc Katholiken waren, die zu den Polen nbifcschivciikt sind. Das gehl schon ans der Wählervcrsammlnng in Schwc rin a, d, W. vom 13. März hervor ,tvo die Polen von einem deutschen katholischen Arbeiter als Märwrcr des katholischen Glaubens ausgegcbei, wurden und der Sekretär eines Berliner katholischen Arbeitervereins mit der Bebauptung her vorlral, daß die ZcnlruntSpartci des Wahlkreises gegen den Willen der Parteileitung zur Unterstützung des deutschen Kaudldalcn — des konservativen Katholiken v, Haza-Radlitz!
- ausgeiordcrl habe. Rach der „Deutschen Tageszeitung" hat bei Berliner Agitator auch einen Brief des Abg, Erz- bcrger verlesen, worin die Zentrumswählcr zur Wahl des Vvliiischeu Kandidaten aufgefordert wurden! Fa. selbst der deutsche katholische Dekan Hannemann in Schwerin ist in einer „Zcntrninsvcrsammlung" sür den polnischen Kandi datcn eingclrcten! Was aber lat die Berliner Parteileitung des Zentrums? Sic hat sich, lt, „T, Tagesztg,", darauf bc schränkt, in zwei Schreiben der Abgeordneten Tr, -pahn und Dr, Porsckr der örtlichen Parteileitung die Entscheidung anhcimzustellen. Und das geschah, obschon der ton- scrvativc Kandidat ein tirchkich gesinnter Katholik war. Gegenüber diesen imnicrhin nicht ganz gleichgültigen Be haiiptiingen ichweigt sich die Zcntrumsprcsse bis jetzt aus. Man wird aber doch erwarten dürfen, daß sic endlich das Mort f indet, __
Heer «nd Flotte.
Militärische Veränderungen,
Das „Militärwochenblait" meldet: r Drabich Wächlc,. Kommandeur Sf ■ Fnianterie Rcgimenis Landgrai Frirdriä, vvu Helle» Kaiiel würbe uiiter Ernennung zui» Koinmonbenr der 21, Fn lantericbrigade znm Generalmajor bctorderl, ebenso Oberst Freiic, Kommandcnr der 25. Hess, Feldartillerie-Brigabe, Obern von Koclchen, Kommandcur des 8, badn'clnn Fnt.-Regts, Rr, 16si wurde in Genehmigung seines Abschicdsgesuäfes mit der geietz- lichcn Pension zur Disposition gestellt und zum Kommandeur des Lanüwchrbezirkes Danzig ernanm. Zu Generälen der Fn ianieric iinb befördert loorden: der Komma,edierende General des 15, 2lrmeekorpS v, Deimling, der Gonvenieur von Mainz, v, Kathen, der Ehe, der Fngcnieur- und Pionierkoros iinb ifienc. raliniucfteur der Festmigen o, Claer, Der Eharalrcr als General der Fnianterie wurde mrlichen dem Gencralleutnam und General adnttanten des Großherzvgs oon 'Baden, Duerr, Der Eharokter


