br? Güterkandels, lohnt die Ausgestaltung des Genehmigungs verfahrens ab und taiin ii'd> ®iidt für das RncktrittSrechl unk das Vorkaiissrechl nicht erwärmen Er verlangr die Zerteilung <10 eignetet Domänen und Erichtverung der Bildung wn Aide, Kam missen. In Grund und Bodon verdonnert das (tzeietz, wio zu erwarton mar. der Pole >>. TrampezynSkr Den Schluß machte bei Abg, Braun (3oj.) Vlitth er verkündet, daii seine Partei dagegen stimnie» morde.
Zu den Gerüchten über den Na chf 0 l gc r v 0 s Graten v Wedel nur den L-I a t I h a l t 0 r v 0 st 0 II in El saß-Lolhri»gen eriäbrr das Wolsi-Bureau, das; eine Entscheidung noch nicht getroffen ist.
Eine Anfrage Uber den in R u h l a n d 10 st g 0 tzalienen deutschen B allons ührcr Abg Basier, mann lnatl,< lwk im Reichstag eine Anfrage an den Reichs kanzler gerichtet. Inelche Schritte im Interesse des in Rußland festgehaltenen Ballonführers Berliner feiten? der deutschen Negierung unternominen worden seien.
In d e r b a d i j ch e » Zweiten Kam in c r nahm der Minister des Innern Freiherr von und ,1 u B 0 d IN a n n auf einen Artikel der „Straßburger Bost" Bezug, »l dem mit grober Entschiedenheit für einen linksrheinische,, Kanal eingetrcten wird, und bemerkte dazu, das, nach seiner Ansicht keine Verfügung über den ganzen Rhein, wie sie in diesem Artikel unternommen werde, von seiten der badischen Regierung aus Zustimmung rechne» könne. Ebenso sei es selbstverständlich, dab eine Verfügung über die Wasserkräfte nicht einseitig zu Gunsten des einen oder des andern Landes erfolgen könne. Er wolle weiterhin auf zwei Punkte Hinweisen, erstens auf die Gefahr, das,'durch Sie Ableitung des grünten Teiles des Rheinwassers eine weitere Senkung des Grundwassers der Rheincbene auf grobe Strecken eintretcn würde, die eine schwere Gefährdung der Landwirtschaft sowie der Fischerei mit sich brächte. In dem Artikel werde ferner mit den groben Koste» operiert, die das von der badischen Regierung in Aussicht genommene Projekt verursachen würde. Wenn er gestern die Kosten ans 105 Millionen angegeben habe, so sei damit nicht gesagt, das, die Kosten der Schiffbarmachung für die beteiligten Staaten 50 Millionen Mk, betragen würden, da. falls Kraftwerke zugelasscn würden, diese eine» groben Teil der Kosten zu ersetze» hätten Der Ausbau der Strecke von Bafel bis Konstanz «würde tO Millionen kosten, der Ausbau der Strecke Breifach-Bafel .50 Millionen, io dab die Kosten der Regt, lierung insgesamt etwa 100 Millionen betrage» würden. Wenn die Neckarkail als s atro n zur Durchführung gelangen soll, so lönnc das mir durch die Einführung von Jchilsahrtsabgade» geschehen, Ohne die Einführung solcher Schissahrtsadgaben fei nicht daran zu denken, das, Württemberg sich zu de» groben finanzielle,l Opfern der Neckarregulierniig cntfchlicbcn würde. Zur Donau- Versickerung übergehend, erklärte der Minister: Wir haben uns nunmehr grundsäylich bcrert erklärt, dab die Entschädigniigsirage dem Bundesrat unterbreitet wurde. Unsere endgültige Stellungnahme ist aber davon abhängig geinacht worden, dab uns die würt- tembergifche Regierung genau diejenigen Frage» bezeichnet, über die der BnndeSrat entscheiden soll, Tie kindische Regierung sei nach wie vor der Ansichr, das, es besser wäre, wenn die Sacht- nicht zur Entscheidung durch den Bunbesrat käme, sondern dab die Regierungen von Baden und Württemberg sich vergleichen, denn die Entscheidung des BundcSrales lvürde lange Zeit in Anspruch nehmen. Ihm, dem Minister, schienen diese Fragen zu einem Vergleich be- ionderS geeignet, und endlich erfordere cs doili auch das ireundlich nachbarliche Verhältnis, daß Württemberg und Baden nicht miteinander prozessieren, Baden sei bereit, finanzielle Opfer zu bringe», wenn eS »ölig sei. Er Iwife, so schlob der Minister, dab. wenn ein diesbezüglicher Vorschlag au das Haus gelangen werde, uian ihm die Zustimmung nicht versage, Tie badische Regierung bleibe auch fernerhin bemüht. in der Entschädigungssraac einen Ausgleich zu finden.
Der P 0 l e n k r a w a l l in der St, P a u l u s k i r ch e zu Moabit wird ei» gerichtliches Nachspiel haben. Die Kriminalpolizei har zwei der Rädelsführer verhastel und toird sie dem Untersuchungsrichter vorsühren. Andere, die ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden sollten, hatten es vorge,logen, abzuressen. Tie Verhafteten werde» wegen Vcrstobes gegen s >07 des Strafgesetzbuches angrklagt werden. Rach diesem werden Per Ionen, die durch eine Tätigkeit oder Drohung jemanden hui der», den Gottesdienst einer im Staate bestehenden Religionsgemeinschaft auszuüben, mgleichen wer in einer Kirche oder in einem anderen, zu religiösen Bersammlungea bestimmte» Orte durch Erregung von Lärm oder llnorünunq den (Gottesdienst »der einzelne gottesdienstlich»' Verrichtungen einer im Staate beste benden Rcligionsgcsellfrtzan vorsätzlich verhindert oder stört, mit (Gefängnis bis zu drei Jahren deftrait. Eine Verhinderung »es Gottesdienstes wirü darin erblickt, dab cs der Gcistlichleir unmöglich gemacht toordcn war. den um !l Uhr «»gesetzten Kin- - dergottesdienst abzutzalten. Die Polenmcssc datierte stets 11011 R bis 8:', Uhr In der Zwischenzeit wurden die Borbcreitnngei, für die tim 8 Ubr beginnetldi' Kinüermessc getrosscn. So wurde das Mittelfchiis durcki einen Strick für die. Kinder abgesperrt u,
' 0 . m. Diese Vorrichtungen hatte die Kirche nicht denen fön- t »eil, noch konnte sic übechanvt den Gottesdienst abhalte». Tic
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.erinnert an Leo Putz lGesicht, verstreute spielende Soniieiislcckcnit über dem ganzen, technisch seinen Bild webt sich ei» Schleier duftiger Seelcustimmung, 2 > n 0 P a r i n scheu wir im Sclbstvorträl, Sein feiner, beseelter, dunkler Eharakterkovs ist aus aelblichem Ton licrausaenicißclt, Leben atmet die ganze Konzeption nttd die Technik ist Lei zcichucrischer Schärfe flott, locker und ins Grohe gehend, Bon dem Zügel-Schüler Lcki d ecke - C l cv c können wir zwei ia niose stimmungsvolle Tierbilder bewundern. Die dickschichlig in kleinen Flüchen ausgctragencn Farben geben durch das Licht analviiert in gewissem Abstand prächtige Wirkungen. Im „Trieb zum Mclk- vlatz", wo der Charakter der mit Feuchtigkeil durchsättigten Lust rein tzktrossen ist, ist alles in Bewegung Prot Franz Hochs Loiidichastcn „Frühlingstag am Arno" unb „Abendwolken" zeigen die gedeckten und wenig ausgehellten Valeurs, die IN Münchner Schulen öfters z» beobachten sind. Wirksamer ist in beide» Bildern die Anordnungt out jenen, der Parallelismus der beiden »ier der Hügel mit schloböhnlichet» Gebäude, darüber, die Bildmitte betonend, die grobe weihe Wölket aus diesem der von Buschwerk flankierte Fluß, aus der Ebene berauswachsend die beiden virtuos gemalten Cumulus-Wolken, die säst die obere .Halste (genau in Bildmitte liegt der .Horizont) dreiteilen lalso toiedcr Parallelismusl, Stark klingt in den Landickmiten das persönliche Naturerlebnis. Von C n r t Rügers Gemälde» betont das „Dirndl" auch in der farblichen Behandlung das Porträtmäßige, „An> Teetisch" gibt mehr Jnterieurstimmnilgt die aparten Farbciiwerte vereinigen sich in dem Zauber des weich fließenden Lampenlichtes zu intimer Wirkung. Zwei Blumenstilleben find von Fritz T l a t t l e r, von denen die Rosen in ihrer Farbenpracht, in ihrer tauigen Perkürpcriickung und Anordnung ausgezeichnet, die einzelnen Blüte» aut durchge- arbertet sind. Richard Gutschmidl, ein «chüler von Lösstz, stellt drei Bilder aus. Jni „Weiher" ist der Zuiammenklang des Grün und Blau, die bei aller Schwere durch das Fehlen auch nur der geringsten Ausheilung düster toirlen, ju wenig melodisch. Ebenso verliert die Marine durcki das düstere larbliche Melos l,,sch>nutzig" „annic ein bckannicr Tckmierzer Maler nur gegenüber einmal diesen für manche Münchener Molcrkreise lhpischcn Grundlonj. Dagegen scheint mir die „Herbstsonne" wie aus einer andent Wellt diese ganz vom Ocl besreilen Farbe», die sich fast votittillistisch zu Lichl und Farbenwirkungkir in slim mernder herbstsonne zusanmienballeir ein Bild, das bei ausge iprochener Farbenfreude und bclckiwingkem Können von Stimmung durchtränki ist Für Georg Jaust töricht ei» Figurcnbild „Be Inch", auf dem die dovpclte Lichlavelle, die rote des Feuers und die weihe des Tages de» beiden, ruhig gegebenen F-ra»kugesta>lcn Körperlichkeit verleiht, Prosessor Zügels Schwiegcriohn h c r - uiann Eißselbt ist ein hervorragender Künstler. Hier hängt von ihn, ein prachttges grobes Ticrstück „Zun, Mellen" und dar! ein Glanzstück der Ausstrllnng „Pesperbrot" t die breilstrichige ilolle Technik, die dick die Farben „hinhaur" die valenrü sind fast hart aneinandergesetzt), die plastische Gestaltung, durch Licht und Schütten erhöht, die Hellen leuchtenden Töne vereinigen sich zu einer Mittaassonnenstimmung, zu einer Stunde des Pan, die von hei- ' lerer Beschaulichkeit erfüllt ist. Auch der „Schnauzel" stellt vor allen, in der Kopspartie ein seines, bcheeltes Stück Natur dar.
lütnteudc» Polen und im besondere» ihre Rädelsführer ivubten ganz genau, daß dieser Gottesdienst, der schon seit Jahren um 0 Uhr abgcdalien wurde, durch ihre inicrhörtcn Austritte verhindert wurde. Die Verhafteten sind ein Tamenichncidee Kazmoren und ein Malermeister Slontski,
Anrlanv.
Das P r i » z e >1 pa a r Hei» r > ch von P re u b c n irissl anr 20. März n» Bord des Dampfers „Kap Trafalgar" in B u e » 0 s A i r es ei», Al» 30, März stallet der Prinz d IN Vizepräsidenten de la Plaza einen Besuch ab, der an, gleichen Tage zu Ehren des Prinzen an Bord des Kreuzers „Buenos-Aires" ein Bankett gibl, Tie Abreise des PrinzcnpaareS nach Chile ist aus den 3l, März festgesetzt, Die Regierung stellt einen So» Verzug zur Periügung, Dte Rückkehr »ach Buenos-Aires ist am 1 . April geplant Die deutsche Kolonie hereitel größere Festlichkeiten vor,
P 0 » d c r Oe st e r r e i ch i s cki e u 3 7 .5 1 l l i 0 n e u A >t
leihe, z» deren Gege»be;eich»ung sich der Staatsschulden Ansschutz am Freitag entschloß, sind im einzelnen bestimmt t 30 Millionen für die Staatsesienbohne», 227 638000 Kronen zur Dek- kung der Kosten der Ballaiimobilisicruiig, <5l RstO OlX) Kronen zur Ergänzung der militärischen Ausrüstungen nach den Delegation» bcschlüssei! des Jahres >012 und 64 002 000 Kronen für außer ordentliche Militärkredite nach den Delcgaiionsbeschlüsien des Jahres 1813,
D a s Frauen st i »t Nl r c ch l in den Vereinigte n Staaten, Aus Waihington wird gemeldett Der Senat hat am Donnerstag ein Amendement zur Verso»'u»gS»rk»nde, den Frauen das Stimmrecht ;» gewähren, ab gelehnt. Es stimmten 34 Abgeordnete für und 3t gegen das Amendement, Zur Annahme wäre gher eine Zw.'idrit elmchrh it nattvendig,
Sven Hedin als Freund T- e » t > ch l a II d s, A ns Stockholm wird gemeldet,' Die neue Verteckigungsbioschüre, die in der letzten Zeit von Sven Hedin unter dem Titel ^.D re ,z weil e A ar»»n g" ausgearbcitet wurde, wird in dielenT ageu in einer Million Exemplaren in ganz Schweden ncrteilt, Sven Hedin lieht in der bisherige» Rcutralitätspolssik nach alten Sei ten Gefahr unb fordert zum Anschluß der schwedischen aus- »ältige» Politik an die Mächte des Dreibundes, hauvt- sächlick, an De,Uschland, ans.
Gbertzessische Sisenbahnwünsche.
In der Zweiten Hammer brr Llindstiindc hat der Abg, Skopier von Lanterbach bei Beratung des Haupt- boranschlags eine Reihe von Wünschen zur Verbesserung der Essenbahnverhältnissc in Obcrhrssen vorgebracht, Ta die nnir nach dein Stenogramm im Wortlaut vorliegenden Aeiißerungc» auch für weitere Kreise Interesse staben, geben wir sie stier wörtlich wieder,
Tee erste Wunsch lieiriiit die Herstellung einer gedeckten Halle m» de», Bahnhof Lauterback -Nord, Sie ist sckzon seil Jahr zehnten versprochen worden; bis setzt haben wir sie aber »och nickt erhalten. Wir nehme» sogar, wenn es nicht anders gclst, eine abgelegte Halle von einem andere» Bahnhof, (Heiterkeit, Abg, Ulrich, Ja, wenn man zu bescheiden ist, ist es nichts!« — Ja, Herr Ulrich, ich zeichne mich dadurch vor Ihnen aus.
Bei schlechtem Wetter ist cs nicht möglich, sich aus unserem sehr stark deni Zuge auSgesctztcn Bahnhof Nord au> dem Bahnsteig auszuhalteu Tie Reisende», die wegsahren ivollen, müssen sich in denk engen Hausgang bewegen, der hat ztvar zwei Ansgangs türen, davon wird aber immer nur eine geöiinct, selbst bei starkem Verkehr, Wcnn nun der Zug cintrisst. dann drängen die Reisenden, die wegsahrc» Ivollen, nach außen, und die,eiligen, die aussteigen, dem Regen n»d dein Wind ans dem Wege gehen und hereinkommen wollen, drängen nack innen, teilweise mit ausgespaniitcn Schirme», Gepäck bcwassnet, da gibt's die schönsten Kollisionen, die inan sich deuten kann.
Daß unser Personen Verkehr crlzeblich ist und fielt in stets aui- steigendcr Linie bewegt, beweist das Jahrbucki über die Verkehrs statiftik, das uns n»> den Tisch de? Harnes gelegt worden ist. Daraus geht hervor, daß wir einen wesentlich größeren Perionen verkehr haben als z. B. Als selb. Dorr ist ieit Jahrzehnte» wie gedeckte Halle vorhanden Also bitte, schenken Tie uns auch eine .Halle, und zwar recht bald,
Ter zweite Wunsch bctrisst den Fahrplan der Linie Gießen bis Gelnhausen, Da hat der Zug Nr. 510, der um 2,lt> Uhr von Gießen abgehl, günstige Anschlüsse von Koblenz sowohl wie von Kassel und Frankfurt. Er gebt aber nur bis Nidda und »imml dort ein ganz unrühmliches Ende, Es besteht »NN der berechligte Wunsch, daß dieser Zug nach Gelnhausen weitcrgcsühit werden möchtet dann würde er sowohl in Slockhcint nach Lauterbach mie nach Windecken bin und in Gelnhausen »ach F„l»a hin sehr schöne Anschlüsse ecltztltcn. Ich glaube, die Durchführung dieses Zuges würde licher eine Vermehrung der Freguenz zur Folge haben lind auch deni bohcn Vogelsberg nützen Denn dreier Zug ist der letzte, nwmit man aus der nördlick>en Wettcran bis
Eine „Tvmmerlandschait im bahcrischen Hügelland" stammt non Dr, Otto Ga m perl. Tie ölige» Farben sind ebenfalls, was Ackerboden und Wald bctrisst, unbestimmt und gedeckt. Doch ist die Eharakterisierung der lustigen Landschaft in ihrer Art gut. Mit Paul Leu te ritz sind drei Bilder signiert. Ei» sarblich sehr rnhrg gehaltenes Tierstück „Knhstall", eine s» ihrer bläulichen Toncinheit sehr geschlossen wirkende alpine Schncclandschast, deren weite, wegdurchsnrchte Talebene vo» onnkei ausgetürmten Berge» eingesckstossen und 00 » einem graublauen Himmel über spannt ist, und m schillernder Farbenpracht das Gemälde „Am Waldbach" Diese gesättigten leuchtenden Farben hier, die allerdings der rechten Bildseite ein gewisses Ucberqewicht geben! Das virtuose Können (malerische Gestaltung des stürzenden Bergbache« und der Steine ü» Vordergrund mit dem Eisvogel! paart sich znm Segen des Kunstwerkes einer Seele, die in süßer Stimmung scknvingt, Alfred Marxers Bilder sind mir von Darmstadt her schon bekannt. In der „Bedieirung" erscheint die Komposition mit ihrer Gegenüberstellung des nackten und bekleideten Mädchens etwas gewollt und rasiitlierl, der Akt ist sauber dnrchgrarbeitet, das farbliche Nebeneinander zart und apart. Mit lockerer Tecktztik gemalt, ausgezeichnet, int Gcignttausdnick sind dann zloei Blunien- stücke von ihm „Gelbe Ebrnianthcmen" und „Frühlingsblumen" diese sehr kräslig im Auftrag, im harten Aneinandeisetzen. sowie der lebhaile» Kontrastieritng der Farbe», woodurch eine Hobe malerische Polen; wirksam wird, Georg Margnth.
Kotiert des pijiHjormoniidjen Chors in Wetzlar.
E l i a s - O r a t v r i 11 in von Felix Mendelssohn B a r t h 0 l d h.
Gieße», 21 März,
Die beiden einzige» Oratorien des >0 Jahrhunderts, die von überragender Bedeutung uiid als Werke im Händelfchen Eharalter komponiert lind, sreilich aber ini Lichte des Romantikers erschaut, sin» „Paulus" und „Elias", Ter Philharmonische Chor in Wetzlar, unter Mitwirkung des Wetz- larer Männcrchores hat sich der schtvierigen Arbeit unterzogen, das „Elias-Oratorium" ansznsühre» und hat in einer wohlborbereitete» Aussührung den Beweis erbracht, daß er Ivodl an eine wiche Ausgabe herantreten darf,
Herr Seminarmussklehrcr O, T h e i ß ist mit sichtbar ticbeooller und gewissenhastem Eingehen ani die hohen Schönheiten des Werkes a» die michrvvlle Arbeit herniiAetreten, den an iich nicht großen Ehor rhythmisch und dhnamisch zu meistern und das hohe Ziel, das er sich gesetzt, ist ihm in vielen Ei>tzell>eiten ziemlich nahe gerückt Vor allen Dingen: Herr Tlniß beherrscht die Ehvrpar- tittir sehr genau »nd weiß iich seinen Sängern gegenüber auch als ein nnlsichttgcr Dirigent zu betätigen, Jni Zulammenwirlrn mit Ehor und Orchester dagegen iehlt ihni entschieden ein äußeres, aber doch wichtige« Moment die Routine, was einem schon a» dem peinlichen Anschlägen der Toktteile bei Rezitattvcn aussällt. Dennoch bene man, daß Herr Theiß auch dein Orchester gegenüber seine Auslassung üuichzuietzen wußte, und wenn dos Orchester, das den ganzen Abend sehr klangschön »nd präzis spselse, öfters
jcnjeils iKrebenbain kvnimen kann Ueberhaupt maß inan >iäi. bei unserem jetzigen Fahrplan, wenn man Mit unserer Vogels bergbahn eine Reise durch de» Vogclsberg machen will, auf ein Ileberiiacksten einrichten t denn in'einem Tag Tann man z, B. iiickl von Fianliiirt nack Lanicrbach hin iind zurück aeiange», meint man im Vogelsberg etwas Natur genießen will. Ich meine, mit der Turchsührniig des IugeS 5l0 bis Gelnhausen köilnic eine >n> Verhältnis zu den geringen Kosten toesentlicke Verbesserung geschaffen werden.
Es bleibt zu l,vifen, daß die Eisrnbähnverwaltung sich bald mit den hier vorgeicklagenen Verbesserungen besaßt, damit sie wo möglich noch in diesem Sommer ausgesühri werden können, Vv> allem Ware zu wünschen, »aß die Dnrchjührung des Zuges ,5l0 bis Büdingen und Gelnbansen so ltztld als nnr irgend möglick» vorgenvmmen würde,
A«s StaSt «uv Lcrnd.
E i e ß e n, 21, März l 9 l 1. Lätüre,
Lüiare! — Freue dich! Ob die Kirche, als sie diesen Helle Fröhlichkeit predigenden Psalm gerade zur Losung eines Passions sonntags Ivählte, nid.i einen bestimmten Zwei! damit oenolgte - Ob sie nicht in die trübe Zeit der'Passion ciivas von echt chlist licker Freude mischen wollte, einen irohen Vorklang ani Ostern und ein Zugeständnis iür de» lachende» Frühling?
Ter alle Vorwurf, daß die Religio» des Christentums einen reiignierten, kopshöngerischen Zug habe, und datz sie leinen Raum für Helle, incnschlichr Freude laisc. muß ebc.i auch immer wieder als ein großartiges Mißverstöiionis abgewieien werden, Mil dem Lustigkeilstaumel der modernen Welt hat diese Freude aller ding? wenig zu tun. Es ist die wahre, innere Fröhlichkeit, die in, Herzen Freude und Frieden harmonisch- znsainmei,klingen läßt. Und eine solche stille Freude, ein solches stilles Glück, eine El'.g laklcr-Ruhe. ein klarer Teelen-Rnhepirnkl, das ist 1 a die heimliche Sehnsucht so vieler, die solches nocki nicht liaben. Das Ebiisteittum ltzit in diesem Punkte nicht bloß mit einem wri währenden Suchen zu tunt es deutet auch aus ein herrlich Fin den und Festhalten. Lätare — Freue dich' -so mit die Rett gion des Kreuzes mitten in alle Mühsal und Enttäuschung hinein.
Es rauscht, erhaben über all. Kultur und Einzetnöte, eine wunderbar tröstende ErlösungSmelodie, In wnnderlamcn Al- korden mit den Mahnilängtn der ,vied rciivailenden Natur, Der Früblingssonnensck ein draußen überbützt alles mit seinem irisch blinkenden Golde, Er sck.einl das Feiertagsgelänt der Kirchen glocke» särmltch zu durchleuchte», »nd läßt mit ihnen Frieden llänge durch das Land schallen iiiid Lieb und Freude und freund siche Erinnerungen in den Mcnschc»her?e-> wecken
Altäre! Lsterahncii! Früblingsholsen' Tie sind die Per büiideicil a 1 (rr_ in»gen Träume von Glück und Liebe von Ruhm und Eriolg. -ie lasicn die Hei'-en schiv I cn wie die Knostven »nd leihen ihnen Kräite, Hüllen und Fesseln z» sprenqen. Sie locken aber anck Erinnerungen der Alten um Jahre und Jahrzehnte zurück, und die Alten fühlen wieder mit der Jugend, Sie ircucii sich über deren sröhliches Lackten und Wagen, Sie freacn sicki des Frühlings, der ihnen selbst Noch einmal oescknedci!. und hoiien aus noch manchen weiteren, mio bosien noch ani dies und bolsrn noch ans das. Denn jedes Aller bak seine Freud.' und seine Hossnnngen,
** Z o fl es f u (f 11 bt t für Samstag, den 21. März und Sonntag, den 22. März: S r a d t t h e o I e r: Gesellichaüsabend
am Eginslgg, 8 Ilhr. Sonntag naehinittägs 3'l. klhrg »Alt- Heidelberg' t abends 7'f, Uhr: „Wie einst int Mai,"
Vogelsberger Hvheuklu b, SttstnngS- und Telo- ricrungsselt, Sleins Eiarlen 3X Uhr.
Hau ? b e s i tz e r - P e r c i» : Leviggrd : »Die gegeuivärltge
Lage des Haus- und Grundbesitzes mit besonderer Würdigung der Llcucrploge lpesseni', Steins Saalbau, Sönnlna nachm. 5 Uhr.
Lieblgshöhe: Sonntag nachmittag Militärkonzert.
W e l t v a u 0 r a in a: Asteriveg 16.
Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung.
Union-Theater: Täglich Vorstellung. lTienstggS und TnniStagS neues P> ogranun.i
O b c r b e l s > s ch e s Museum » u d 65 a > I 's ch e S a >» >» - luiige». ltzeössnct Sonntag vormittags 11—1 Uhr unentgeltlich,
9)1 11 ff um für 0 11 e v 1 11 n b c. Gerinnet an Sonntagen vormittags von 11-— l Uhr unentgeltlich.
O be rl> cs s iI ch cr 5k» n st »e r c i u. Die Genüilde-AuSstelluug ist täglich von II—I Uhr, tzliittwochs von 8 bis 5 Uhr, und an Soimtaqen von 11—3 Uhr geöffnet.
Tie Anlagemusik findet nur bei auteni Wetter morgen mittag i2 Uhr stall. Spielplan: I, Frühlings-Erivachen I Romanze vo» E. Aiich; 2. Ein Fest in Arousuez! Spanische Fantasie vo» W. Denimersema»»: !!, Ouvertüre z»e komische» Oper »Ltichl« KavallerieE von Fr. v. Suppet 1. Fröhlich' Pfalz, Gott erhali-s' Marsch vo» Th. Grusu ,
zu leise war, so mag Ivohl der Dirigent diese Pianoäußerungen in Rüch'icht aus die Sänger gewollt haben. Der Ehor, de letzt schon ein sehr lragsähiges Piano und ein krästtges Forte besitzt, muß sein Hanptaugenmerk bei Ausarbeitung >0 anspruchsvollen Ausgaben vor allem ans Sie verschiedenen Ab sttisunge» zwischen dein genanitten Pia»» und Farte richten, dann auch bei Tatten, die aus einer INI Forte gehaltene» langen Note bestehen, die Note nicht bloß laut anznsingcil und dann i» ein trastlosks Piano überzugehen. sondern eher den Ton nack- Anschlag bis znm Schluß des Notenivcrtes in einem kaum merklichen crescendo auszuhalten. Außerdem dürfte man dem ganze» Ehor ein froheres^ freudigeres Drauslosgehen an i»ii- Iilalischc Schwierigkeiten (Intonation besonders ans hohe, ei ponicrt liegende Töne wünschen, was z, B, dem im ganzen gut gesteigerlcn Schlußchor des ersten Teiles lehr zu stolten gekommen wäre lim noch, auf nndere Einzelheiten einzug'beu, wäre zu berickste» über Ehor Nr, 5, der sehr sauber und klar », der Linieniühruilg ,eder einzrtnen Slimme, wiedeegegebc» ivurde In diesem Ehor hätte der Tenor die hoben Töne kräftiger an hacken sollen, dann wären Stellen ,vse 2 Takte des Buchstaben C (hohes ,,g-ges"> ganz sicher und leicht gebracht worden, Tie Ehöre Nr, ll, 12 und 13, die schon textlich zusainmeiibängen lind eine Fülle glänzender »lusikalisch ckiorallerisscrender Momente enthalten, waren durchweg belebt und farbenreich Ivreder- gegebcn. In Nr, lli hätte der Ehor viel erregter und inacht voller llmgei, müssen, ebenso der Schluß. Ehor ')<>', 20 it>ax sehr sein und fall dustlg gestimmt.
Es verbietet mir hier der Platz, noch naher oui Etnzelheiten hinzuwcilen, sedcnjalls darf Dirigent, Chor und Orchester de» Hauptteil des Eriolges für sich in '.'lnivrnch nehmen, Tie Solisten waren Nickst io aut der Höhe wie sie das Wert verlangt. Dennoch erzielte ,rrl Paula Meyer Düsseldorf als Besitzerin einer tresslich geschulten, doch noch zu wenig sarbcnrcichen Altstimme »ack» dem innigen Vortrag der Arie Nr. 31 großen Ivohlverdieittk» Bei lall, 'liicki Frl. Lili Rvlal Stuttgart erntete mit ihrer weichen Loprgnssimmc Beifall nach der zu Ansang des 2, Teiles in der Anlagc wohldurchdachten und gesanglich wie »insitaiiscki bcmcrlens wert gesungenen Arie Nr, 21, wenngleich ein Neigen zum ölicrcn Zuhochlingen nicht verichwiegen werde» soll, Frl, Gerda Idcl berget ichlvß sich ihren Partnerinnen, besonders IM Engel Ter zeit zehr gut an, »ud die Hecken Vertreter der Männerssimmen, von teilen .Herr Everts <Baß> aus Köln für den erkrankten Herrn Fritz Haas Karlsruhe äußerst hilisbcreit cinsprang nick Herr Fraitt, Müller Darmstadt <Tenor), bekundeten hohe nnisika lrsche Sicherheit und Beherrschung ihrer Partie»
Znm Schlüsse sei daraus hingeiviescn, daß es äußerst bestem dcnd, wenn nicht gar direkt unaiigenchni ernüchternd wirkt, wenn bei euer Oratorlenausführung während der Pause im Saale selbst von mehrere» hilssbereiten Geistern Bier gereicht wird solche Mißstände kömite» doch dadurch bejeittg: werde», datz da- Gettänk außerhalb des Saales abgegeben wird, dadurch wird, ab gesehen von allem andrrn auch das Deckelgeklapver bei Beginn hl's zweiten Teiles vermieden.


