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Es ict bamal. bejtMoiieit worben, die Sadjc au den .HttiäausicftuB zurückzuvcriveisc», der im Simic der in der damaligen Sitzung gegebenni Anregungen eine erneute Prüfung der Angelegenheit einircten lassen solle.

Ueber das Ergebnis der von dem Kreisausschuß uargcnam- menen Prüsnng berichtete hieraus der Vorsitzende eingehend.

Äreistagsabg. Hirschhorn erklärte hieraus, das, er uun- inehr dem Erlaß der Krcissahnng zustimmc, obwohl er ein Be­dürfnis najch eine,- derartigen Kreissatznng immer noch nicht an­erkennen könne, bitte aber, die Güterhändler daraus hinzuweisen, dass nach Artikel 30 des Gemcindeumlagcgesctzes ganzer oder teil­weiser Erlaß der Steuer erfolgen könne.

Krcistagsabgeordnctcr P e lk in a n n erklärte, daß er gegen den Erlaß der .Kreissatznng stimmen müsse, da kein Bedürfnis für eine solche Satzung bestehe und cs sich »in eine rndircklc Steuer handle, die durch die Satzung cingesührt Iverdc.

Tcm Erlaß der Satzung iourdc hieraus in der von dem Krcisausschuß vorgcschlagencn Form zugcstimmt.

Nachdem der Vorsitz ivicdrr von dem Provinzialdtreklor Gchcimerat Tr. U s i n g e r wieder ü b c r i> a m m c n worden war, wurde in der Tagesordnung torlgrsahrcn.

6. Aendcrung der Gcmarkungsgrcnzc Betten­haus c n Bellersheim.

Gemäß Art. 14 Abs. l der Landgcmcindcordnuiig und dem Vorschlag des Kreisausschufscs entsprechend erteilte dcr Kreistag seine Zustimmung zu der beantragten Gcmarkungsgrcnzänderung, wonach die dcr Mark Betteuhaiisen gehörigen Parzellen Flur VI Nr. 9 aus dcr Gemarkung Bcttcnhaiisen in die Gemarkung Bcllcrshcini und die ebenfalls dcr Mark Beltenhauscn gehörigen Parzellen Flur XII Nr. 105 und Flur XVI Nr. 10 ans der Gemarkung Bellersheim in die Gemarkung Battenhausen verlegt werden sollen.

7. N c u lv a h l c s n e s K r c i - a u s s ch u ß in i t g l i e d e s an st alle des Herrn Lbcrbiirgermcistcrs Mecum- Gicßen.

Dcr Vorsitzende bemerkte, Herr Oberbürgermeister Mecum habe ihm in einem Schreiben initgcteilt, daß er in den nächsteii Tagen Gießen verlasse und deshalb zu seinem Bedauern aus dem Krcisausschussc und dem Kreistage ausschridcn müsse. Er danke den Mitgliedern dieser Körpcr'chaslen für das freundliche Ent­gegenkommen, das er ktrts gesunden habe und hasse, daß das Ichönc kollegiale Verhältnis innerhalb dieser Kärperschaslcn nie gestört werde. Er scheide von Gießen mit dem Wunsche, daß der Kreis Gießen einer glücklichen Zuluust cntgegengehcn möchte. Anknüvscnd an dieses Schreiben bemerkte dcr Vorsitzende, daß cs ihm ein Bedürfnis sei. im Namen und mit Zustimmung des Kreisausschusses zum Ausdriick zn bringen, wie Herr Oberbürger­meister Mecum im Kreisausschusse eine geschätzte Kraft gewesen sei und mit großer praktischer Erfahrung in dessen Verhandlungen mikgcwirkt habe. Ter Kreisausschuß sei dem Scheidenden ins­besondere Dank schuldig für die mancherlei Anregungen, die er aus den verschiedensten Gebieten criolgrcich gegeben habe. Er glaube im Sinne des Kreisausschusses und des Kreistages zu handeln, wenn er hiermit' Herrn Oberbürgermeister Mc.uin die besten Wünsche für die Zukunst zum Ausdruck bringe.

Der Kreistag nahm hiervon zustimmcnd Kenntnis,

Aus Vorschlag des Krcistagsabgeordnetcn Winn wurde hicr- x aus durch Zuruf Bürgermeister Keller- Gießen einstimmig ziiin Mitgliedc des Ärcisausschilsscs für den Rest dcr Wähltest des ausgefchiedenen Oberbürgermeisters Mccum-Gicßen (d. i. bis Ende 19161 gewählt,

8. Anträge und Mitteilungen,

Ter Vorsitzende bemerkt hierzu, daß, als die Einladung zur heutigen Sitzung ergangen sei, Anträge nicht Vorgelegen hätten. Dieser Punkt dcr Tagesordnung sei deshalb versehentlich unrichtig bezeichnet worden, er dürfe nur lautenMitteilungen". In letzter Stunde, nämlich gestern erst, sei von dem Kreistagsabg. Beck­mann ein Antrag cingelausen, der die Errichtung eines Gcwerbc- gerichtS für den Landkreis Gießen und die Einstellung der hierfür erforderlichen Mittel in den Voranschlag zum Gegenstände habe. Mit Rücksicht aus den verspäteten Eingang des Antrags habe er weder in die Tagesordnung für die heutige Sitzung ausgenommen Ivcrden können, Iwch sei eine Vorbereitung desselben zur Beschluß- sassiiNg möglich gewesen. Eine Verhandlung des Antrags in dcr heutigen Sitzung wäre nur möglich, wenn zwei Drittel der Mit­glieder anwesend seien und alle anwesenden Mitglieder sich sür die alsbaldige Erledigung des Gegenstandes aussprächen.

Nachdem eine daraufhin vorgenommene Feststellung ergeben hatte, daß die Mehrheit der Vcrsamnüung gegen eine alsbaldige Verhandlung war, beschloß dcr Kreistag aut Antrag des Krcis- tagsabgcordncten Winn, den Antrag des Kreistagsabg. Beckmann bis zur nächsten Sitzung zurückzustcllcn.

Kreistagsabg. Beckmann begründete die Einbringung des Antrags nachträglich noch damit, daß er, weil auf der Tagesordnung als letzter PunktAnträge und Mitteilungen" gestanden habe, ge­glaubt hätte, daß Anträge ohne Rücksicht aus die Vorschriften dcr Kreis- und Provinzialordnung, wonach sic vor den Ergehenden Ein­ladungsschreiben geslcllt werden müßten, eingehrachli und verhandelt werden könnten. Auch wäre vorher nicht bestimmt abzusehcn ge­wesen, wann die Sitzung anberaumt werde.

Die Versammlung wurde hieraitf um 1 Uhr von dem Vor­sitzenden geschlossen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. Mürz 1914.

Volkskunst im Vogelsbergc.

Als Schüler einer^Dogelsbcrgcr Volksschule hat man mit Lilie von Schnitzbanl und Schnitzmcss r, sowie noch primitiveren Hilss- mitteln alle möglichen Tinge fabriziert. Schlitten, kleine Wagen, Blnmcnbänkc, Stühle, ferner kleine Körbe, Besen, Törrhordcn, jedes mögliche Spielzeug, als Spritzbüchsen, Gerlenwagcn, Schalmeien und Wcidenpsciscn nsw. Auch tvurdc eine kleine Baumschule aus Wildlingen zusammkngetragcn und diese veredelt. Dazu kam noch Flächenkunst, und wer sich eines roten und blauen Stilles pdcr gar eines Farbenkastens als eigen rühmen könnte, zählte zu den Glück­lichsten der Jugend.

Tann wandelte man Sonntags aus Kriegspsadcn mit dem Nachbardars. Oder im Herbst, wenn die Ziegen an den Bächeir und aus den Wiesen geweidet werde» dursten da ging man mitunter verbotene Psadc: ein Feuer loderte immer aus, geschürt von altem Holze aus dem Bachbett, dann aber ging es krebsen, auch der Forcllcnsang machte Spaß: gar herrlich mundeten gebratene Krebse nebst gebratenen (natürlich auch unrechtmäßig crworbencnl Kartos- seln und Aepscln. Und man verstand auch, sich aus Erlenholz nr» Tabakspieischen hcrzustellen, mit Brennesselrohr: dürrer Hni- lattich, Kartosselkraul oder trockenes Erlenlanb mundeten so lange, bis man die Zunge wie einen Skblappsäiuh iühltc. Das waren nun meist bratlase Künste, die eine sich fcibft überlassene Torsjugend trieb, mehr Kunst mußte oft angewandt werden, sich Brot zu per schassen.

Wie aber jede Kunst aus der Natur und dem Leben entstanden ilt, so sind wir heute nach Zeugen einer Volkskunst, die bei genaue­rem Studium die sichersten Schlüsse gibt aus das Empfinden und Seelenleben ihres Meisters. Ich meine die Flächenkunst an den Ge­fachen alter Bauernhäuser. Die Meister dieser Kunst waren meistens Maurer, denn Tüncher wie heut- gabs vor snnszig bis hundert Jahren nicht. Tie Maurer machten alle derartigen Arbeiten, und Tapeten sür Jnnenräume waren noch nicht bekannt. Wie ist nun eigentlich diese Wandkunst? Man wird sehen, daß an alten Häusern das Bestreben vorhanden geivesen ist, niit geringen Ausnahme», jedes Fach anders zu bemalen. Die Figuren, meist Blumenarna- mcnte, passen sich der jeweilig porhandenen Fläche an und weise» alle möglichen Formen aus. Dazu ist meist ein Untergrund an­gedeutet oder auch vorhanden, sowie Randstriche an den Balken. Wo ein Ornament nicht anzubringcn war. hat man oft die groteske Linie verwendet. Alle diese Figuren sind durch Eindrücke in den noch seuchten Spciß hergcstellt, selten hat mau Kieselsteine mitver­wendet, Farbe ward erst in späterer Zeit benutzt.

Und mit welchen Instrumenten entstanden diese Kunstwerke? Ta loar vor allem die hölzerne Klcbschcibc, icrncr loar es ein halzspan, an beiden Enden verschieden breit und nach innen oval gelärmt,

ein Reiscrbesen, sowie einige zusammcngcbundcnc Stupven^cines Rciscrbesens. Damit wurden alle Figuren, Untergrund und Striche gemacht. Peinliche Symmetrie kannte man nicht, aber wenn man ja manches alte Haus betrachtet, macht diese Art Kunst, die weder ausdringend noch schreiend ist, doch aber guten Geschmack ver­rät, einen wohltuenden Eindruck Es wäre zu viel verlangt, diese Art Kunst unserer Barsahrcn vor dem Verfall zu schützen, bild ltch kann sie ja scstgchalten werden: wer aber in den Vagelsberg geht, versäume nicht, sich da und dort auch umznscheii. Lernen wollen wir nichts von dieser Kunst, aber >nr viele ilt cs ein Genuß, sic zu würdigen. A. K.

" Gescllschgstsabend I» l t b u n l e m P r o g r a in m

im Stndtthcater, Dian schieibt uns: Nachdem an, Montag di« Damen, welche üch der Mühe des Verkauies van Erlrischunge» lmterzichen tvolleu, eine zweite Besurechung gelmlten haben, können wir über diese» Teil des 'Abends salgendes mitteilcn : Es werde» in den Umgängen aller drei Ränge Tische ausgestellt werden, a» denen Eßivaren und Getränke teleqte Vrolc, Konditoretsacticn, Früchte, Wein und Sekt, Limonade, Vier zu kanten sind. Diese» Ständen wird sich einer lür Blumen im Foyer und einer sür kleine Theaterandenken im Parkett anlcbließen. Vier im Glas wird in der araßen Panse nur im 2. Rang, dessen Verbindung mit dem 7o»cr an dielen, Abend geöffnet isl, sväler aber i» allen Rängen vergbkolgt. Tie Musik spielt in der Pause und nach Verndiqung des binnen Programnis zum einen Teil im Vestibül, zum anderen im Foyer »nd im 2. Rang. Kleine Tische iverden tu gioßer Zahl >u, 2. Rang anlgeüellt werden, io daß hier Gelegenheit zum ruhigen Litzen vorhanden lein ivird. 'Alle Speisen und Getränke iverüeii zu inäßige» Preisen abgegeben, denn der Perlanl der Erlrischnngeu durch die Damen soll weniger dazu dieueii, hierdurch einen haben Aen'tn» zn erzielcu, als vseluiehr dem Aoend ein lesllickies Gepräge zu geben. Daß sich auch unlere Künstlerinnen nach Beendigung des bunten Prograinins am Verkans beteiligen werden, ist selbst­verständlich,

** Dürfen Pflicht-Fortbildungsschulen srei - w i l l i g c S ch ü l c r a u s n c h m e n? In einer ganzen Reihe von Städten enthalten die sür die Pslicht-Fartbildungsschulcn ausge­stellten Ortsstalutc die Bcstiminung, daß in die Schule auch srei- willige Schüler, die selbst ihr Schulgeld zahlen oder vom Schul­geld sreigcstellt werden, ausgenommen werden dürsen. Ter Ansicht, als ob eine solche Bestimmung unzulässig und das bctresscnde Orts­statut somit ungültig sei, hat dieser Tage dcr Bezirksausschuß zu Köln in einer Entscheidung loiderivrochen. In der Klage einer Kölner Firma gegen den dortigen Gemeindevorstand wegeil zu hach angesetztcr Beiträge zu de» Unterhalt,tngslostcn der Pilicht-Fart- bildungsschulen war die Rechtsgülligkcit des dortigen Ortsstatuts angcsochtcn ivordcn, da die Pflicht-Fortbildungsschule sreiwillige Schüler nach dem Ermessen dcr Stadt aufnchme. Wiewohl das nur sehr wenige seien (1*/, Proz. der Schülcrrahl), so widerspreche das doch de,» Zwecke des Gesetzes. Der Bezirksausschuß verwart jedoch den Einspruch und erklärte, daß die Bem.nigclung zu Unrecht vorge­bracht sei. Aus dcr Eutstehung des Gesetzes über die Pslichl-Fort- bildungsschulen und aus den damals gevilogenen Verhandlungen im Landtage ergebe sich, daß die Stadt Kol» beim Erlaß des Orts- siatules rechtmäßig vorgegangen sei und das Recht habe, auch srei- willige Schüler in die Pflicht-Fortbildungsschule anszunehmen.

** Eüterrcchtsrcgister. Errungcnschastsge-- mcinfd) art haben vereinbart: Friedrich Johann, genannt Fritz, Schnell, Kausniann, »nd Pauline Elisabeth Maria geb. Pelri in Mainz, Dendclin A ck e r IV., Landwirt, und Margareta geh. Schneider in Bodenheim, Ludwig Schmitt V., Fabrikarbeiter zu Stcinbcrg, und dessen Ehefrau Sophie, geb. Kolmer. Güter­trennung haben vereinbart: Bergmann Heinrich Rieß III. und dessen Ehefrau Marie geb. Naß, beide zu Wölfersheim, Musiker Jean Karl Ernst Brandt und dessen Ehefrau Katharina geb. Finkcnaucr zn Bad-Nauheim, Franz Abs mann, Caieticr in Bad-Nauheim, und dessen Ehcsrau Minna geb. Austgen, Nikol. Weismüllcr, Itraßcnbabnwagcnsührcr, und Marie Anna geb. Andre in Mainz, Johannes H e i n e m a n n , Fabrikarbeiter, und seine Ehesrau Anna Maria geb. Bickel in Wiesbaden.

** G ru n d stü cks v e r k e h r. Grundstücke zu B o d c n h c i m, die aus den Namen dcr Schuldner Nikol. Schüller, Ackerer, und dessen Ehesrau Katharina geb. Mohr in Bodenheim a. Rh. einge­tragen waren, sollen Freitag, den 15. Mai 1914, nachmittags 3 1 /» Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung aus dem Gemeindehaus in Bodenheim versteigert werden. Ein Grundstück zu Heppen­heim, das auf den Namen des Wilhelm Helsrich I. und Ehe­srau Barbara geb. Fabian im Grundbuch eingetragen war, soll Montag, den 11. Mai 1914, nachmittags 2'/« Uhr, aus dem Rat­hanse zu Heppenheim im Wege dcr Zwangsvollstreckung versteigert werden. Das Zwangsvcrstcigernngsversahrcn bezüglich der im Grundbuch sür Melbach aus den Namen der Marie Op vier geborenen Wilbrandt, Ehefrau des Wilhelm Oppler, eingetragenen Grundstücke ist aufgehoben. ,

** Handelsregister. In das Handelsregister Abt. A des Amtsgerichts Gießen wurde eingetragen die Firma ,,M usik - hausRobertSchöna u" zu Gießen; Inhaber Kqusmann Ro­bert Schönau daselbst.

** Konkurse in Hessen. Ueber das Vermögen des Kank» Ikinnnes Gg Sachs zu Darmstadt wurde am 14. März das Konknrsversahrc» eröffnet, da die ZahlungSnnsähigkeit dargctan ist. Kainmgnn Ludwig Raab zn Dnrmstadt ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkurstorderungen sind bis zum 31. März 1914 bei den, 'Amtsgericht Tarmstadt anzumelden. lieber das Vermöge» des GntSpäcliters Heinrich Hab» zu Hol Allenrod, Kr, Büdingen, ist am 13, Dlärz das Konknrsverlahren eröffnet worden. Rechis- amvalt Tr. Koelsch in Büdingen ist zun, Konkursverwalter er­nannt. KanknrSlordernngen sind bis zun, 15. 'April 1914 bei dem 'Amtsgericht i» Büdingen anznniclden. Ueber das Vermögen des Kankmanns Jlnak Schnitzer zt> D a r m st a d t ist am 13. März das Konknrsver'abren eröffnet worden, da die Zahlungsunkähigkeit alaubtzast gemacht ist. K unnann Ludwig Raab zn Daimstadt ist zum Konkursverwalter ernannt. Konknrsiorderunge» sind bis zum I. 'Avril 1914 bei dem Gerichte anzninelden. lieber den 'Aachlast des am 23. Juli !913 verstorbene» Schuhmachers Johann Peter Traut »i a » n zu D a r m st a d i ist am II. März das Kon- kursveriahre» eröffnet worden, da die Ueberschuldnng dargetan ist. Kanlniaim Johann Ludwig Stein zn Tarmstadt ist zn»> Konkurs- ' crmaüet ernannt. KonkurSkordernngen sind bis zun, 11. April 1914 bei dem Aintsgertcht Tarmstadt anznmeldcn,

Kreis Friedberg.

Griedel, 17. März. Bei der aus Antrag dcr Witwe des verstorbenen, aus Griedel in Ober Hessen gebürtigen Heinr. T i e tz am Montag vormittag erbteilungshalbcr stattgchabten ge­richtlichen Versteigerung des Hausgrundstücks Blücherstr. Nr. 22, seldgerichtlich zu 85 000 Mk. tariert, blieben die Kinder erster Ehe mit etwas über 77 000 Mk. Letztbielcndc. Ter Ucbcrgang des Besitz­tums erfolgt am 1. April d. I.

veretnrnachrichten.

r. Bad-Nauheim, 15. März. Tie Frerwilltge Feue rwehr Heit gestern abend ihre .Hauptversammlung ab.

Wehr armschlietzk 112 ordentliche und 11* unterstützende Mitglieder. Einschließlich eines ll n t e r st ü tz u n g s l o n d s , in Höhe von 1040 Mark, der für notleidend.' Kameraden oder de- ren X)lnterblicbene bejtrmmt ist, besitzt die Wehr zurzeit ein Vermögen von 2371 Mk. Als Obecbrandm ister wurde Stadt­verordneter Fncdr. Wilh. S t a m m I. einstimmig gcmihlt. In mit der S a n r t ä ts - Ä o l on n e findet am 29. D. eine große Hebung statt, der der das (Generalkommando aus Tarnrstadt und das >ireisamt vertreren sein werden. Ebenfalls hielt am Samstag der Obst- und Gartenbau- verein seine Dauptversammlung ab. Ter Verein zählt 175 .'.'tttglteder. Dre Einnahmen betrugen 5,79,61 Mk.. die Aus- gaben 562,36 Mk. Insbejonderc leistete der Verein Zuschuß bei Anschaltung von Klebegürteln, die mit 5,000 Stück zur Ver­wendung kamen, und Bezug von hundert Mi.ihbhlen. Obstbautechniker Wiesner hielt einen Vortrag über Sva- lierobstbau.

Landwirtschaft.

A st l ö ch c r an Cb ft b ä it m c n. Astlöcher an Obst- bcutmeit sind stets schädlich und führen ein schnelles Absterben der Obslbäun-.e herbei. Sie entstehen meist tureh sehlcrhaites Eirlsernen überflüssiger Aeste und Vernachlässigung der entsteltenden Wunden. Werdett die Wunden nach glattem Absagen »nit Teer oder dicker Oel'aibe bestrichen, so verheilen sie, oh»ie Astlöcher zll bilden. Ge­schieht dies aber nicht, so bcfliunt die Wundstelle zu faulen, Regen und Fenchtigkelt dringen immer weiter ein uuö es entsteht das Ast-- loch. Silch einmal Astlöcher vorhanden, so sollen sie von ihrem faulenden Inhalte beireit, scharr auSgekratzt, mtt Obstbalim« karbolineum ausgeiüllt und endlich mit Zement auSgegossen werdeir. Es ivird so ein Lnstabschllist erzielt und die Fäulnis geht nicht »veiter. Inr anderen Falle aber dringt die Färile bis z»,r Wurzel und die Bäume rverden hobl, sterben früh ab oder fallen den Stürmen zur Aeute. Manche glauben nun Astlöcher drrlden zu niüffen, um dadurch nützlichen Vögeln Nistgelegeirheit zn bieten. 7 as ist verkehrt, da hänge man lieber Ninkästen auf, die dcrr Vögeln einen besseren Schlitz gegen §1ghe , Wiesel usw. bieten als das Astloch.

Schutz der Spaliere gegen Frrihliuasfrüste. Ein vrakti'cher Obstzüchter empnehlt als bestes Schntznrittel sür die Vsirslchsvaliere die Bestecknng mit Taunenrersig. Tas Aeisig soll bis Einfang Aiai an Ort und Stelle bleiben, also bis die Spaliere abgeblüht babeir. Diese Schutzhülle soll die Besrrlchtung nickt ver­hindern, ivoht aber die Blütezeit ausdelnren, wodurch der Frucht­ansatz verweb'.t würde Allerdings mutzte das Abnehnreir des >ieisiqs, sobald stärkere Spälte nicht mehr zn befürchten, mit ge- ichickler Hand geschehen, da sonst leicht junge Triebe und Früchte abgeüotzen würden. Tieies Verfahren scheint wirklich Vorteile zn bieten und finö allseitige Versuche umsomehr zu empiehlerr, als bei- nabe in jedein Jahre viele Blüten dem Froste zum Opfer fallen.

Gerscvtsjaal.

Lich, 16. Mörz. lSchaiiengcricht.) Ter Gärtner K. B. van Lich war entgegen dcr Varschrisr mit einem Korb aus der Schulter durch den hiesigen Schloßgartcn gegangen. Der Fürstl. Hasgärtncr stellte ihn hierüber zur Rede, wobei ihn ft. V. beleidigte. Er wurde wegen Beleidigung zu 15 Mk. Gcldstraie oder 3 Tagen Gesängnis, wegen Uebcrtretnng mit 1 Mk. Geldstrasc oder 1 Tag Hast und zur Tragung dcr Kasten verurteilt. Tcm Arbeiter H K. von Hattenrod war ein Strafbesehl zugcgangen, weil er ahne Nummer- platte mit seinem Fahrrad bctrossc» wnrdc. Es wurde tönt nahe gelegt, daß ein Einspruch keinen Ersolg haben werde und so zag er ihn denn zurück. In der Prinatklagesache K. gc^en R. van Nicder-Klcen wegen Beleidigung mußte Freisprechung erfolgen, weil dcr Beklagte in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hatte. Ter Privatklägcrin wurden die Kosten auserlcgt. In einer wei­teren Privatklagesache Ehr. gegen Sch. van Birklar nahm dcr Be­klagte die beleidigenden Aenßcrungen mit dem Ausdruck des Be­dauerns zuriick und übernimmt die Kasten.

£iimc$aitdt.

(Für Farm und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

--- G i c ß e n , 17. März. BcsscrcVorsichtsmaßregclngcgensrcchcAnsälle aus osfencr Straße bei Abend.

Es ist bedauerlich, daß am Abend bei Beleuchtung dcr Straßen die söesetzcsmacht keine Patrouille aus den Straßen unternimmt und hauptsächlich in langen Straßen Ivic die Walllarstraßc. So kam es gestern abend vor, daß eine Frau in dcr Walltorstraßc bei einem geschäitlichcn Gang von eincai gut gekleideten schwarzen Mann mit Spitzbart ins Geschäft und von dort wieder zurück, so­gar bis in den Hos ihrer Wohnung versolgt uird belästigt wurde, ohne daß sic irgendwo einen Schutzmann hätte zu Hilfe rusen kön­nen. Es ist daher sehr angebracht, wenn gegen solche Schürzen­jäger schärscr vorgegangen wird.

Wochen«, lleversichl OerSoOesräae t ö. Stadt Siesten.

9 A ! odie. Vom 22. bis 28. Februar 1914. Einwohnerzntzi: angenommen tu 32 930 (i »fl. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsztsser: 26,88 */>. nach Abzug von 12 Octsice.uaen 7,90 °' M .

Sttii je e

Es Karben an: Zusammen: Erwachsene: sin vom

Tuberkulose

2 (2)

1. Leoensja ir:

2(2)

2.15. Jahr.

Litiicieneiitzmidung

3 (1)

2(1)

1

Tivhtberie

3(3)

KD

3(2)

Bronchitis

1

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'Aderverkalkung

Kl)

1(1)

Scblaastub

1

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5(4)

5 (1)

Äehtrnerkrankung

1 <»

Kl)

Summa: 17<l2) 12(8) 2Tl> S (»>

A n m.: Tie in Klammern geletzten Zissern geben an, wie viel ter TodeSsölle in der betressenden Krankheit aus von auswärts

nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Meteorologische vcobachtungen der Station Sieben.

Mörz 'So.S 1914 I,S 0-2 £ "

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Wetter

17.1 2" 743,9 [ 6,7

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SW ^ 4

6

Sonnenlchein

17.1 9 M ,i 744,7 | 2 5

4,8

87

8 2

i

Dem. Himmel

18. i 741,9 1 0,9

4,5

91

SSW | 4

10

Bed. Himmel

Höchste Temveratur am 16. bis 17. März 1914 --- 7,2-0. Riedriqite . , 16, 17. . 19)4 = 23' . «

Niederschlag: 0,6 nun.

Ein Retter in der Not! w»>

Ich war durch körperliche Ueberanstrenguna febr herunter- ackommen und trau! auv Stärkuna Bioson. Bald waren meine vollständia erschöpften Armnerven und -MnSkeln wieder aekräftiar und das Altaemeittbefinüen tvesentlich gebeyert. In Bioson habe ich ein Slärkuntzsmittel gefunden, auf das ich mich verlassen kann und daS jedem Schwachen und Elenden ein Retter in der Not ist. Ätnrtba Aabath, Hatensee-Berlin, Kronprinzendamm 10. Unter- schrifl bealaubiat: 7. 11. 13. Dr. ThiniuS. Kal. Notar. Bioson, das Paket, mehrere Wochen ausreichend. Mk.3.- in Apotheken. Drogerien

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