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Ter :Komam'dmttfttlltv Souract sagte zu lialmettf, atS die­ser ,!,m Me BiHtenkarte tu 9na ftUor zeigtet Sie werben He borii nicht nnrtiirgenV Was sollte lie Ihnen zu sagen haben! Calmette ern,beriet Es ist eine Frau, ich kann ihr eine Unter - rcbung nicht verweigern! Wenige Minuten tDiiter ivielte sich da- blutige Traina ob. Frau Eaillaur bewehrte die vollste Ruhe, Sic tagte zu de» lindringettden Redakteuren t Da cs feine Ge­rechtigkeit mehr in Frankreich gibt, konnte der Revolver allein lncr Emhall tun Gilt Remkleur ri.t ihr zut Rach d ur wo- Tie getan baden, sollten 3,' schweigen! Ein anderer nett Ca ist ein Skandal. dar diese Frauoch hier bleibt, um das Röcheln ihres OvierS zu hören Frau Caillaur, eiikgeguete i» tadclltdcm Tonet Ich danke mein Herr, danle! Bor dem Polizei'oiMt iisar r ihr zeigte, bot; stc sämtliche Hügeln ihres sechslausigeu Revolvers abgeseneri hatte, erklärte Frau Caillaur, sie liabe den Revolver am Rachinitlag gelauit uno zu Hause geladen Tic habe u i cf} t d i e Avlrä> i g c l> a b t, C a I ni e t t e zu töten, Tic habe idm bloß eine Lektion erteilen wollen, Ich bedauere irt», sagte sic, meine Tat ttnd es ist mir sogar sehr an­genehm, wenn ich b ruhiqende Nachrichten über Herrn Calmettc halte, Tie sagte weiter ans, dar ss? aut Rachmittag her dem Gerichtsvraiideuteu Mouton gewceu sei der ihr erklärt hätte, es gäbe kein Mittel, einer Campagne Uwe »er desFigaro" ern Ende zir machen, Ter Verleumder teerte säst immer lrerge- smochen und der Verleumdete noch mit Kol beworsen, Ta lie gehört habe, dax Calmctte mehrere Briese verössentlichen rvollte, dre ihr gestohlen worden waren, habe sie sich zngcjchivoren, dies zu verhindern.

Als dem Finanzministcr angcküudigt wurde, dass seine Gatlrn verhaltet werden müsste, kottnte er einen AuSrut des Erstaunens nicht unterdrücken, Ter Ttaatsanwait fort- zu Caillaur; Herr Mtnincr, ich srage sie selbst, woraut Cai laut ihn unterbWch t 'IPas wollen Sie' Ich bedauere, das; Calmctte so tchwcr ver- wundet worden ist, aber ich k a n >r die Handln ngsweise m ern er Frau nicht m r s> b i l l t g e n!"

Der Finanzministcr berichtete deni SlaakSanwalt, dost seine Frau ani Vormittag bei detn Gerichlspräsidenten Mouton gewesen sei und iurckilbar verstört heimgekehrt sei, Er habe alles versucht, um sic zu beruhigen, doch sei dies leider vergeblich gewesen,

Eine Besprechung in der Hammer,

Paris, 17, März, Hummer, i Zu Beginn der Racknnitlags- Übung brachte der roualiftische Abgeordnete Tel ah ave iol- genden Antrag eineErregt übet das gestrige rMttentat. durch welches nach dem Geständnis seines Urhebers Enthüllungen per hindert werden sollten, welche den gegen eine Geiichtsperson erbobenctr Verdacht der Cicschesvrilchung zu verstärken geeignet lind, iordert die Kammer die Regierung aus, diese Gerichtsvcrson avzuschrn oder sie zur Beriolgung der Ankläger z» zwingen," Tt> lahave fragte den Minister Monis, ob er, als er noch Justiz- minister >onr, den Ausschub des Verfahrens gegctt Rochette angeord itet habe. Monts antwortete nach längerem Schweigen: Ich

habe niemals den Briet des Oberstaatsanwaltes Fabrc gekannt, aus den Telahapc anspirtl, und ich habe niemals den Aufschub des BersabienS gegen Rochette gefordert, i'BeiiaU aut der äustersten Linken. Jatrrüs, der Obmann des Rochettcausschujses, sagte: Man zeige uns das Tokninent, lvcnn es ezisticrk, Tclalape erwi­derte Es ist vorhanden: tragt diejenigen, ivciche es Vot> der Kanzlei erhielten, Ter Minister Präs, erklärte, er lei bereit, zur Auskiärung de> 3ache beizt,tragen, Monis unterbrach ihn mit den Worten, er sei einverstanden damit, van der Untersuchttngskommission vernommen zu lverden, ' Beifall aus der Linken) Tarans erhob sich B a r t b o u und sagte: d i eg: i st d c r B r i e s d c s O b e r ft a a t s a n w a l t s F a b r c. Graste, tanganhaitcirdc Bewegung Barthon las den Brief vor, in dem Fahre erklärt, am 22. März 1911 von Monis dazu ouigeiordert worden zu sein, Monis vrotestierte noch einmal und sagte, er kenne das Säneiben nicht, Barthon fuhr dann mit Verlesung des Brieses fort, tu dem Fabre ausciuaiidersetz!, wie er endlich den Bitten Monis nachgeben muhte, Barthon ichlost mit de» Worten, dast er jegliche Brrantworlung für sein Eingreisen aut sich nehme, 'Lebhafter Beiiall aus zahlreichen Bänken des ,scn- trums, der Rechten und mehreren Bänken der Linken, Graste Unruhe.)

Ter Radikale Cecaldi, ein intimer Freund Caitlauz, be­schuldigte Barihvu, dast er sich des Berichts des Oberstaatsanwalts widerrechtlich bemächtigt hätte, um seine politischen Gegner ver­folgen zu können, Ceealdi deutete an, dast Barthon eine Abschrift dieies Toknmentes sogar dem Direktor desFigaro" übermittelt habe, dam,! dieser seine 'Angriffe gegen Caillaur tnöglichst wirksam gestalten könne, Ter Redner machte Bactbon in unverblümten Worten für das gestrige Trama verantwortlich 'Graste Beivegung)

Minister Monis kritisierte ebenfalls heilig das Vorgehen Bar- thous. Tee Bericht Fabros sei ein einseitiges Schriftstück, dem er das entschiedenste Temcnti entgegenstelle. Charakteristisch für die (Besinnung Barthons sei es, dast er jahrelang diese vergifteten Wai­sen mit sich bcrnmqctragen habe, um lie im geeigneten Augenblick gegen seine Gegner zn benutzen, Janrös, der bisherige Obmann des Rochette Ausschusses verlangte, dast dieser Ausschgst mit ge- riditlichcr Gewalt ansgestaltet tverde Tenn nur so könne iiber die ganze Angelegnheit volles Lickst verbreitet rmd dem Lande das er- schüirerte Vertrauen wieder gegeben lverden, Tic Kammer itahm die Erlangung der Vollmachten des Rochette-Ausichusses mit ,749 Ctimmcn und die Erteilung der richterlichen Mach! mit 520 gegen £ Stimmen an.

Der Wechsel im Ministerium,

Paris, 17. März, Are amtlich gemeldet toird, ist Re­nault zum Finauzniinister, Malvv zum Minister des Innern und Raou! Per et znm Handelsministcr ernannt worden,

Ter Ministerrat beschloß heute nachmittag 1,30 Uhr über die Blenderungen in der Zusammensetzung des'Kabinetts, Tarant begab sich der Ministcrvräiident in das Elhsec zu dem Präsidenten P vi nearö, um ihm die bereits gemeldete Ernennung des Mi­nisters des Inner», der Finanzen und des .Handels zu unterbreiten.

Der Zlottenvoranschlay im englischen Unterhaus.

London, 17, Mürz, Bei der heutigen Beratung des slloticnvotaiiichtages führte der erste Lord der Admiralität Ainslon Churchill aus, daß dem Parlament noch kein so hoher Flottenvaranschlag Vorgelegen habe, Tic Ur­sachen seien höhere Löhne, eine Vermehrung des Personals, die größere Zahl der schweren Geschütze und die höheren Kosten der Munition, Tie Absicht war, acht Geschwa- der vott Linienschisfcn in derselben Zeit fertig zu haben, in der die nächststarke Wehrmacht fünf fertig hätte, Tic E n t w i ck l u n g der deutschen F l o t t e n o r g a it i j a » 1 ion sei nicht so schnell vor sich gegangen, wie er vor zwei Jahren angenommen habe. Jeder zusülligc oder ab­sichtliche Anfschnv, den die nächststarke Seemacht mache, werde von England nachgcahmt werden, und England lvcrde seine Organisation nur in dem Mäße, wie es nötig sei, vollenden. Von Lustichissen seien bis jetzt 15 gebaut oder im Bau bcgriiscn, darunter zehn großen und mittleren Ihv,' von einer Schnelligkeit von 45 englischen Meilen in her Stunde. Er hossc, im Soinmer ein halbes Tutzund da­von über dem Parlamentsgebäude kreuzen lassen zu tonnen, Churchill sagte zur B c ni a n n u n g s s r a g c: Wenn mor­gen Krieg ausbräche, jo könne sedes Schiff init der ctats- mäßigen Beinannung in See gehen, England werde der selbständige Wächter seiner Interessen i nt Mittel- tttcet bleibett, und es würde keine besonderen Verpflich­tungen entgehen Die Regierung beabsichtige, im Jahve 1915 im Mittelmeer ein Schlachtschissgeschwadcr von ocht Schttien zu haben, von denen sechs Dreadnoughts undLord Nelsons" sein wurden, und die ans Malta basiert seiet würden Sie würden die englischen Secstreitkräste im Mtttelmeer aus acht Linretstchiff« und vier Panzerkreuzer prägen.

veutscbe» Heid).

I nt preußischen Abgeordnetenhause wurde am gestrigen Dienstag der Eisenbahnhaushalt weikerberatcn, £ic Einnahmen aus dem Personen- und Güterverkehr und der AusgabctitclAusgleichsionds" wurden bewilligt. Dev 'Antrag des Budgetausschnsses l Verlängerung des Abkom­mens über den Ansgleichssonds ans zwei Jahre) wurde an- genvm inen.

Bei der P o r a n s ch l a g s b c r a i u n g über K i a u - t sch o u im B u d g e l a u s s ch u ß des Reichstages iührle am Dienstag Staatssekretär v, Dirvitz aus, daß die Bemühungen der Regierung, Kiautschou tvirkschastlich zu heben und Deutschlands kulturelle Berpilichtungen zu c> küllcu, durch die unerwartet schnelle Entwicklung de-s Schutz­gebietes belohnt seien. Das deutsche Eisenbahnwesen in Ehina tnache große Fortschritte, Die endlich zur Ausführung kom­menden beiden Schantuug-Bah»bauten hätten einen großen Einkluß auf die Entwicklung des Schutzgebietes, Tsingtau werde so nahe mit dem inneren Ehinn verbün­de», daß eS ein nützliches Glied von dessen Wirtschaftsleben würde Der Staatssekretär besprach eingehend die Errichtung eines Eisenwerkes, dessen Vmtbgdingungen, Kohle und Erze, vorhanden seien. Die Kohle entspreche der besten westfälischen und würde ans allen deutschen Kriegsschiffen in Ostasicn ge- braniil. Er besprach auch die Aussichten des Hüttenwerkes in Tsingtau, In deutschen Jndustriekreisen sei das Inter­esse für China im Wachsen, Die Mariiieverwaltiing bemühe sich, es durch weitere Rusklärung zu sördern, damit Deutsch­land die fetzige günstige Gelegenheit nicht verpasse,

Ter Hauptvorstand des R e i ch s v c r b an d cs der Deutschen Presse hielt am Sonnabend, I4 und Sonntag, 15, d, M, in Berlin eine Sitzung ab, zu der auch die auswärtigen Vorstandsmitglieder ans allen Tei­len des Reichs fast vollzählig erschienen ivarcn, Ten ersten und wichtigsten Beratungsgegcnstand bildete die Vorberei­tung der diesjährigen Delegiertenversammlung, die nach einem bereits früher gesoßten Beschluß in Leipzig statt- sinkß-r soll Als Zeitpunkt der Telegiertenoersamnilung wurde» Sonntag, 21 Juni, und die folgenden Tage be­stimmt In sehr eingehender Beratung wurde di: Tages­ordnung sestgestcllt, die unter anderem eine Erörtcritiig des ThemasTer A u s l a n d s n a ch r i ch t c n d i e n st der Deutschen Presse" enthalten wird Von der seit langem vorbereiteten »nd kürzlich mit der Verschickung der Frage­bogen ins Werk gesetzten Erhebung über die wirtschaftliche und soziale Lage der Redakteure konnte berichtet lverden, daß die Anlivortc» bei der Sammelstelle schon in großer Anzahl eingegangcn seien. Gegen das Unwesen der Re klamescuilletons wurde eine Resolution folgenden Inhalts angenommen:In der letzten Zeit habeir sich di: Versuche von Jntcressentcii gemehrt, die Grenzen des redaktionellen und des Anzeigenteils insbesondere durch Einschmnggeln von sogenannten Rekiamesenilletons und Geschäft-Snotizen zn verfchieven, Ter Hauptvorstand des Reichsverbnndes der Tcutschen Presse spricht in Uebercinstinimiing mit de» Be­strebungen des Vereins Deutscher ZeitnngSverleger die An­sicht ans, daß loschen Versuchen mit aller Entschiedenheit entgegengetreten tverden muß," In den weiteren Verhand­lungen wurden innere PerbandSangelegenheiten erörtert.

au»laiiS.

Bestechungen in I a pan. Aus Tokio wird ge­meldet: Ter Leiter der japanischen Telegrapheiiagenlur, Gondo, der von dem Vertreter des Reuterschen Bureaus, Pooleh, 10000 Pen erhallen haben soll, ist verhaltet worden.

Au» 5f«M und Land.

Gießen, 18. März 1914.

Sturm und Hochwasser in Oberhessen,

Ter kommende Frühling führt sich in diesem Jahre reckit unliebsam ein, Ter zilklonarlige 2turnt, der ani Montag nachmittag um 4 Uhr die Herren Stadträte am pünktlichen Erscheinen zur Sladtverordnetenversanimlung hinderte und von heftigem Regen, Hagelkörnern und Scknieegraupeln begleitet war, richtete in ganz Oberhessen größere Verheerungen a», als nach der Kürze des .Un­wetters zn befürchten war. In den Telephon und Tele- graphenleitnugen ons dem Lande hat der Sturm recht böse gehänst. In den Anlagen und Gärten ivurde» allerorten Aeste abgebrochen. Auch die Hausdächer in der Stadt wur- de» durch de» Wind beschädigt Wie aus Frankiurt ge­meldet wird, ivurde ein Teil vom Wellblechdach des Hippo­droms abgerissen und zu Boden geschleudert, wobei zahl­reiche Fensterscheiben entzwrigingen,

Ten Höhepunkt in der Reihe der Ttiirmsckräden bildet jcdocki, ein E i s e >i b a h n u n f a l l, der lins ans F-riedberg gemeldet wird:

Friedberg, 18, März, Auf dem Bahnhose Assen he im (Strecke Hanau Friedbergs ging am Mon­tag abend bei schweren! Sturni ein leerer Wagen durch und lies in der Richtung noch Erbstadt - Kaickwit zu Zwischen Assenheim und Erbstadt stieß der Durch­brenner mit dem letzten, von Hanau nach hiev abgegange-- ttcii P er so it e iiz n g e z u s anitncn. Ter Wagen c n t- glei ste , stellte sich aber quer über beide Gleise, so daß die Weitersahrt des Zuges unmöglich war. Die in letz­terem sich besindenden Reisenden blieben nnverletzt. Sie stiegen an der Uitsallsielle in einen Packwagen um und fuhren in diesem nach Friedberg weiter,

Reben diesen Frühlingsstürmen zeigen sich nun auch überall die Folgen des langanhaltenden Rcgentoetlcrs. U e b c r s ch w c m m u n g e n und Hochwasser richten in Stadt und Land argen Schaden an Daß die Lahn zurzeit Hochwasser führt und Icitweise die Uscrgrundstücke in Gie­ße» überflutet, konnten wir schon gestern mitteilcn. In Wetzlar stieg die Lahn in der letzten Nacht um 90 Zenti­meter, in Marburg um 50 Zentimeier,

Eine Nachricht, die in letzter Stunde aus Marburg kommt, belogt folgendes:

![ffi a rburg, 18.März, Die Lahn hat südlich int» tkrer Stadt, bei den Dörfern 'Ä r g e n st e i n und Ro l h, tvcile strecken überflutet, DaS Wasser steigt mtolge des andauernden Regens noch fortwährend, Auch d,e Ncbentäler der Ohm. Wohra, Allna usw, sind völlig über flutet, seit gestern hindert das .Hochwasser im Lahntal auch ben Ban der Umgehungsbah n. Die Arbeiten sind heule zum größten Teil eingestellt worden, TaS Wasser steht bis an die Arbeitsstätte, der Wicsengrund, durch den der Damm aufgeschllttet wird, ist überschwemmt, die Brucken und Durchlüfte am Klecbach und am Flutgraben stehen rm Wasser, so daß die Brstckenbauten unmöglich sind Bis nach Atzbach, Heuchclheim, Klcin-Lrndcn, Tnienhosen und Gießen bildet die Lahn einen großen See: die Bahn Gießen -Wests lar fahrt bei Klein-Linden dmtch den 'See,

In Gießen stehen besonders die Ttadtbleichen, der Schweinemartt und Strecken in, Hehler und Reastädter

Feld unter Wasser,

Auch die Wicscck ist in den letzten Tagen um mehr als l > t Meter gestiegen und führt ein reißendes, schmutzig gelbes Wasser, Wir au« dem B u s c ck e r t a l geschrieben wird, kann die Wieseck dort das Wasser der Zuflüsse von den Höhen nicht mehr aufnehmen, Jnfolgcdesseir sind be­sonders bei 3 tut i c n und Linden st ruth weite strecken der Wiesen und Aecker hoch überschwemmt,

lieber die Folgen des hochioassers im Bogelsbcrg gibt eine Meldung Kunde.

R, L a n l c r b a ch , 18. März, Ein schreckliches hoch masjcr sucht gegenlvärtig die Täler unseres Bogclsbergcs heim Tic durch unsere Stadt sließcnde Lauter ist enorm gestiegen und richtet bedenklichen schaden an. Gestern mittag wurde ein dem hiesigen Dampfsägcwerk' Henkel gehörender h o l z h a u i c n von dein rajcndeik Walser umgerissen und fortgeschwemmt. Die Kanäle sind vollständig verstopft, so daß die siraßen zum Teil von Wasser überschwenimt sind. Auch Brücken und siege haben gelitten und find stark beschädigt ivordcn.

Auch in Allen darf a, d, Lumda trat eine lieber- schwemmltug ein, wie sie seit vielen Jahren utchl gctocsen ist, Tie Kreisstraße nach Elimbach lag von 3Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends zwischen den beiden Brücken, ivelchc über die Lumdaarme führen, vollständig unter strömendem Wasser. Die Häuser in der unteren Bahnhosstraßc mären vom Verkehr abgeschnitten, Tic Reisenden dreier Ziige wur den von beherzten Pserdelenkern aus Wagen übcrgesetzl, wo­bei das Wasser bis an die Wageuachien reichte,

D ic in c i l e n w e i I c n U e b e r f ch w e in in u u g c n int Niddatal nehmen infolge der andauernden Regengüsse nachgerade einen beängstigenden Umfang an. Zwischen hau s c n »nd B o ck e n h c i m überiintcl das Hochwasser die Land ­straße in einer Breite von 180 Metern und einer Tiefe von 45 Zentimetern, Der straßenbahnverkehr nach Hausen und Praunheim wird vorläniig durch Pendelverkehr aufrecht er- halteu. Für den Fußgängerverkehr errichtete die Stadl eine hölzerne N o t b r ii ck e, die jedoch bald von einer Seite nicht mehr erreichbar lvar, Hansen selbst ist zwar durch einen Teich gegen die Njdda geschützt, dafür dringt aber bereits das ,G r u n d >v a ss e r aus der Tiefe hervor und richtet in den Kellern und Mistbeeten der zahlreichen Gärtnereien uu° berechenbaren schaden an. Nicht minder groß sind die Ver­luste der Landlvirtc im Niddatal, denen die bestellten A e ck e r schon seit drei W o ch e u ständig s u ß h o ch nute r W a s s e r stehen. Gleich schwierig und gcsahrdrahctid ist die Lage auch in der südlichen Wetterau. Au die Früh­jahrsbestellung, die jetzt schon bccndcl sein konnte, ist vorerst gar nicht zu denken,

** Tageskalender Ine Aiitttvoeb. den 18.Alärz: S tadl-

t hea le c: .Rögeliprimg 'Amang 7 Ufir.

Öellilrtie Vereinig n n a kur Volkskunde: ,Alt- Ciieijeii* sTr. Ebel), im pörsaat« der lliiiuetiitat, 8*, Uhr,

** Gießen N o r d, Tee Oberbürgcrnrcister hat sich dieier Tage an die Etscnbahudirektion gewendet mit dem Er­suchen, die beiden vorgeieheueir Ueberholungsgleise nicht an der Padenkurg, sondern in der 'Räbe der limertührung der Wißmarer KrcrSslraße und des Rodbergs airzulegcn und da­bei den schoir lange schwebend,-» Platt einer Personcnhaite- stelle Gießen-Nord zu verwirklichen. Bei dieser Lage dcr Uebcrholungsglcise sei auch die Anlage von privaten 'An schlußgleisen zu envarteu, die iür die lvcilcre Enllvicklung der Gießener Industrie unbedingl »ölig, beim Gülerbahnhos aber, der zwischen der bebauten sladl und der Lahn eut- gezivängt sei, kaum möglich lvärc. Dadurch würde auch der sehr bcjchränkre Gülerbahnhos Eiießen sehr entlastet werden, solche Vorteile könnten bei Lage der Ueberholungsgleise an der Badcnburg lern von Ansiedlungen, die ArbcirSrräilc in genügender Zahl liefern können, nidn zu erwarten sein,

** Rechnung der Provinzialka s s e, Tie abge- schlossciic Rechnung der P r o v i n z i a l k a s s e für Ober- Hessen zeigt eine Jahrescinnahme von 995 131 und einen Uebcrichuß von 100 237 Mk. Die Beiträge der sechs Kreise be­trugen 419 888 Mk, AuSgcgeben wurden für Kreisstraßen 333 937 Mt,, für Gesundbeikspslege 149.533 Mk für Unter­richt, Wissenschaft und Kunst 24 315 Mt,, für Landwirt­schaft. CKlvcrbc und Verkehr 19 501t Mk,

* E i n elektrotechnischer Fa ch k u r s in der Installation elektrischer Lichtanlagen wird in der Gewerbeschule zu Gießen in der Zeit vom 21, März bis Mitte Juni d, I, abgehaltcn. Unterrichtet wird wöchentlich an Donnerstag- und Samstag-Bor und Rach- miltagc», sowie an Sonntag-Vormittagen mit Ausnahme der in diese Zeit salleuden Feiertage. Ter theoretische Unterricht lvird erstreckt ans Ciektrizitätslehre, Anfertigiing von Jnstallationsplänen, sodann auch auf Justallalrous- matcrialien und Kostenberechnungen, hieran reihen sich Jnstallationsnbungcn und die vrattifche Ausführung von Installationen in tnehreren Geväiidcn, Ter Unterricht ist vorzugsweise iür Handwerksmeister bestimmt, die mit Jn- staltationSarbciten vertraut sind, jedoch >änn auch solchen mit der eleltrischen Installation betrauten handtoerksntei- stern der Besuch des Kurie« emosohleu werden, welche bisher eine geregelte Ausbildung noch nicht erhalten habe» und sich daher i» der Ausführung von Licht-Installationen noch nicht ganz sick)er suhlen,

** Pninpgenies gab eS in unserer Stadt zu allen Zeiten, aber in solcher Anzahl, luic sic jetzt in unserer Studentenschail vertreten sind, gab eS solche Puinpiers noch nie. Es sind dies junge Akademiker, die nicht ans Ruß­land oder Oesterreich, sondern ans einem süddeutschen Kö­nigreich kommen, um in Hessen zu studieren, um daun eine Anzahl Leidtragender in unserer Stadt zurückzulassen TaS Amlsgcricht hat in letzter Zeit Dutzende von HnstbetMön zur Erzwingung des Osfenbarungscides gegen solche Stu­denten erlassen müssen und einige der Herren haben ihn geleistet,

** Pom Stadttheatcr wird geschrieben: Vor der Erst- aussühiung von Max Trepers neuem SchamvielTie Frau des Kommandeurs" am nächsten Frci»a>v dürste ein Auszug einer Beivrechung über die Premiere dieses Werkes am Meininger tzoitheoter interessieren: es heißt da:Ter gestrige tzlbend brachte uns vor allein die eine große Freude: endlich einmal ist ein Dtarna cnlstcrndcn, das inan als Kunstwerk cmoiindet: cm männliches Stück, das mit der kristallklaren Tiefe des Problems so viel reines Menschentum, soviel toundcrvolle Lcbciisbeiahnng u,rd Lebcn»- stärkc verbindet, daß man froh und beglückt dastech, als wäre mau re.»ch beschenkt worden. Ein kluger Mensch hat das Stück geschrieben. Einer, der das Leben in seinen höhen und Tsesetr, in seinen Weiten und engen Düntigkeiten kenn!: der toeiß, daß sich diese viel­gestaltige göttliche Kraft nicht in Formeln pressen läßt: der die Melodie herausfühlt, die in diesem Aus und Ab, in diesen Har­monien und Dissonanzen liegt, die wir das Leben nennen. Und zu dem Menschen und Dichter, der uns lie, hincinsührt in die tön lichste, unvergänglichNe, reichste Materie, die wir kennen, gesellt sich der Bühncntechnckcr, der alles, tuas er 'mptrnüet und durch­lebt, was er zeigen und ioomrl er wirken nioch.c, rn erniochen Lenien