Rr. 61
Zweiter Blatt
16b Jahrgang
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die „Sietzener ZainiliendläNer" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreirblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Die „Landwirtschaftlichen 3ei>- sragen" erscheinen monatlich zweimal.
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhejjen
Freitag. 13. März
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäls - Blich- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^ü)51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.
ve französischen Heeresverstärkungen.
Paris, 12.März. Die Kammer beriet heute den Gcfctzenlwurs über die A u s st e l l u n g der C a d r e s und über die E f f e k t i v b c st ä n d c der verschiedenen Waffengattungen. Jaures erklärte, der Entwurf mache die Rückkehr zun, zweijährigen Dienst unmöglich; er nannte den Entwurf ein Blendwerk. Ter Entwurf fordere z. B. Pferde für neue Regimenter, während schon jetzt die nötigen Pferde für die vorhandenen Regimenter fehlten. Ferner verlange er n e u c O s f i z i c r c, während schon jetzt 25 00 Offiziers- und 6000 Unteroffiziers- stcllcn nicht besetzt seien. Jaures tadelte den Ent- ivurf, weil er an der Grenze selbständige Regimenter von Reservisten schaffen wolle, während man sich früher imincr scheute, eine zu große Anzahl von Reservisten den Regimentern cinzuverleiben. Jaures schloß; Das Dreijahrgesetz wird unter der sozialen, sinanziellcn und wirtschaftlichen Last zu Grunde gehen. Wenn das Parlament sich weigert, cs abzn- fchassen, werden die Sozialisten in dieser Sache einen Appell an das Land richten. ^Beifall auj der äußersten Linken und verschiedenen Bänken der Linken.)
Abg. L c f ö v r c wies auf die wohltätige Wirkung des D r c i f a h r g c se tz e s hin, an dem man gegenwärtig aus Rücksicht auf die Wählerschaft nicht rühren solle. Wenn eine Regierung einmal auf ihre eigene Verantwortung einen neuen Entwurf cinbringen werde, dann werde man ihn prüfen, aber einem parlamentarischen Initiativantrag, durch welchen die Dauer des Militärdienstes abgekürzt werden solle, werde sich eine entschlossene Mehrheit entgegenstcllen. (Bewegung.) Frankreich ist friedlich, es hat sein Unglück nicht vergessen, aber cs ist überzeugt, daß ein Krieg eine solche Katastrophe für alle Nationen wäre, daß es niemals die Verantwortlichkeit übernehmen werde, ihn zu entfesseln. Es handelt sich nicht darum, die Vergangenheit zu regeln, sondern darum, die Gegenwart zu verteidigen. Nicht ein Gedanke der Revanche beseele Frankreich, sondern der Wille, zu leben und sich zu verteidigen. Die Waffe ist drückend und kostspielig, aber weniger schwer und weniger kostspielig, als cs die Niederlage wäre. (Lebhafter Beifall.) Heute sind 280 000 Mann an der Ostgrcnze zur Verteidigung des Vaterlandes bereit. Das ist ein erhebender Trost für jene, ivelche für das Dreijahrgesetz gestimmt haben. lLcbhafter Beifall.) Mehrere Abgeordnete beantragen den M a u e r a n s ch l a g für die Rede Lefevre. Die Sozialisten beantragen daraus den Maueranschlag für die Rede Jaures. Auf Ansuchen Lestzvres wird jedoch der Antrag auf Anschlag seiner Rede zurückgezogen, i Ter Minister rechtfertigte darauf die Verstärkung der Cadres der Armee, tvelche alle Hoffnung Frankreichs verkörpern, und das größte Vertrauen des Landes verdienen 'sollte. (Lebhafter Beifall im Zentrum und bei einem Teil der Linken.) Darauf wurde die Erörterung geschlossen. Tie Kammer nahm sämtliche Artikel des Cadresgesetzes und sodann das Gesetz in seiner Gesamtheit mit 413 gegen 105 Stimmcn an.
Aus den Reichstagsausschüssen.
:: Berlin, 12. März.
An ocr heutigen -Sitzung des B u d g e t a u s s ch u s s e s des Reichstages nahm der Gouverneur von Kamerun, Tr. Ebermaier, teil, ierner der Oberstabsarzt Kuhn, der längere Zeit im Gebiete der Schlaitrankheit Studien gemacht bat. Nach einigen vertraulichen .Mitteilungen des Staatssekretärs vcrbandeltc der Ausschuß über die wesentlich höheren Aniozderungen sür das Personal der Verwaltung, sowie über die Sprachcnsrage. Ein Nationalliberalcr beanstandete die geringen Aniwendungen sür den Forstbetrieb. Die wertvollen Forstbettändc der Neuererwerbungen rechtfertigten viel höhere Mittel. Ter Forstmeister, Dr. Escherich, berichtete über seine Er- kundungsrcisen in Kamerun. Kamerun sei vielleicht das erste Forstgebiet der Welt. Man dürfe aber keinen Raubbau durch Gesellschaften betreiben lassen und müsse besonders die Mahagonibestände pfleglich behandeln. Ter Staatssekretär versprach, diese Anregungen im nächsten Voranschlag zu berücksichtigen. Zentrum und Fortschrittler dagegen warnten vor Ucbcrstürzung.
Ter Gouverneur berichtete dann über die Mittclland- b a h n. Nach dem neuen Vertrage wird die Bahn in 2> )> Fahren den Njong erreichen. Zurzeit sind 8000 Arbeiter beschäftigt, mit 12 000 witteren wird noch gerechnet. Er unterstütze die Beschleunigung des Bahnbaucs. Die Schwierigkeiten des Berganstieges sollen durch eine Umgehungsbahn vermieden werden. Tic Forliübrung der Nordbahn nocki dem Tschadsec stoße auf große Schwierigkeiten wegen der hohen Gebirge und tiefen Täler. Man müsse das Ziel, den Tschadsec zu erreichen, auf anderem Wege und unter Umgehung der Gebirge vcriolgen. Im lausenden Jahre hosie man »och über die meliere Linienführung zur Klärung zu gelangen.
Bei der Forderung oon 300000 Mark für die Bekämpfung «»steckender Krankheiten machte Oberstabsarzt Tr. Kuhn Mitteilung über den Stand der Schlafkrankheit in Kamerun. Es handelt sich um vier Herde. Ter kleinste ist bei Tuala, der zweite liegt im Gebiete des Njong nird des Tllimb, der dritte im Gebiete des Tanga und Ubanga, der vierte im Süden, im Gebiete des Akoasine. Es gelinge, 25 bis 30 v. 5d. der Kranken zu retten. Am Sanga gehen die Fnsektionen bis z» 60 vom Hundert der Bevölkerung. lieber 2000 Personen seien erkrankt, die nicht alle in Lagern gesammelt werden könne». Durch energische Maßnahmen der Aerztc könne noch viel geschehen. Ter größere Teil des neu erworbenen Gebietes sei übrigens von der Seuche noch nicht ergriffen. Schwer verseucht sei der Kongo. Tic Franzosen tun viel zur Bekämpfung der Krankheit. Ivcnigcr die Belgier, aus Mangel an Acrztcn. Tic völlige Ausrottung der Uebertragertn
oer Krankheit, der glossina palvalis, halte er für ausgeschlossen. Ein Nationalliberalcr befürwortete die Errichtung eines trauen bvgieniichen Instituts in der Kolonie selbst. Der Gouverneur erklärte, das entspreche auch der Absicht der Verwaltung, cs schle aber noch an Personal. Ter Staatssekretär bat, die Lage nicht allzu pessimistisch zu beurteilen. Er hoffe aus künftige Ersolgc in der Bekämpfung der Krankheit.
Ter A u s s ch u ß sür S o n n t a g S r u h e setzte seine Beratungen bei der Bestimmung.fort, daß sür kleinere Gemeinden, die mit einer größeren Gemeinde in örtlichem Zusammenhänge liegen, dieselbe Beschästlgungszcil gelten könne. Ein Regierungs- Vertreter machte aus schwerwiegende Bedenken gegen diese Bestimmung ansmerksani. Ein Sozialdemokrat regte eine Erörterung der Frage an, ob sür die Regierung ein Zwang oder nur die Möglichkeit zur Turchsührung dic>er Bestimmung gcschassen werden soll. Die Abstimmung ergab die Ausrcchterhaltung der saknltativen Fassung der Bestimmung, aber die Hinzufügung, daß die Angcstelltcnvcrbände bei ihrer Durchführung angehört werden müssen und daß hinter den Worten „dieselbe Beschästigungszcit" noch ausdrücklich die Borte „bezw. Sonntagsruhe" eingeschaltet werden. In dieser Fassung wurde dann die Bestimmung einstimmig augenomnien. Für das Erfordernis der Anhörung der Angestelltenverbände stimmten vierzehn Mitglieder gegen 12. Tie Mehrheit bestand aus Sozialdemokraten, der Wirtschaftlichen Vereinigung, Nalionallibcralcn, einem Fraktionslofen und einem Fort- schritttcr. Die weitere Erörterung erstreckte sich auf einen national- liberalen Antrag, in Grenzgebieten, die an Staaten grenzen, in denen leine oder eine wesentlich kürzere Sonntagsruhe besteht, eine Beschäftigung bis zu 5 Stunden zuzulassen, Ter Antrag nmrdc mit 14 gegen 11 Stimmen angenommen. Tann wurde über Einschränkungen bezw. Untersagungen des Gewerbebetriebes durch Orkssatztlng sür alle oder einzelne Gewerbe gesprochen, sowie darüber, ob und unter welchen Bedingungen die höhere Verwaltungsbehörde solche Einschränkungen oder Untersagungen anordncn könne. Auch hier tourdcn die Ausgleichsanträge der bürgerlichen Parteien angenommen, wodurch unter anderem der höheren Verwaltungsbehörde das erwähnte Recht zugcstanden, ihr aber die Pflicht auserlegt wird, außer de» zuständigen Vertretungen von Handel und Handwerk und der beteiligten Gemcindebe- hördcn auch die beteiligten Angestellten zu hören, Tann erfolgte Vertagung.
Ter B i t t s ch r i I t e n - A u s s ch u ß beschäftigte sich heute mit einer Eingabe des Bundes Deutscher Architekten. Tic Eingabe verlangt, daß über die beabsichtigte weitere Verhandlung des für den Botschaftsneubau inWashington ausgeschriebenen Wettbewerbs öffentlich Mitteilung gemacht werde, und ersucht weiter die Regierung, dahin zu wirken, daß diese sür das deutsche Kunstschaisen in Hohem Grade bedeutsame Angelegenheit in einer Weise erledigt werde, die einer lonalcn Auslassung und Durchführung des künstlerischen Wettbewerbswesens und damit den berechtigten Forderungen der gesamten Künstlerschaft entspricht. Ein R c g i erun g s v e rt r e 1 e r erklärte, von den Entwürsen, die auf das Preisausschreiben eingegangen sind, seien vier preisgekrönt und von diesen wiederum zwei Entwürfe und ein Entwurf des Hos- baurats Ihne der Preußischen Akademie sür Bauweicii zur Begutachtung übergeben worden. Tie Akademie habe ihre Gutachten noch nicht erstattet. Ter zweite Teil der Bittschrift sei allerdings ganz allgemein gcbalten, es inüüe aber berücksichtigt werden, daß durch ein Preisausschreiben der Regierung die Teilnehmer an einem Wettbewerb keinerlei Anspruch darauf erhalten, daß eines der Projekte von der Regierung zur Ausführung gebracht werde; die Regierung sei lediglich verpflichtet, im Falle der Prämiierung eines Teilnehmers den ausgesctzten Preis zu zahlen. Auf weitere Anfrage erklärte der Rcgierungsvcrtretcr, die Sache habe sich so zugctragcn, das» der Kaiser sich sür die Angelegenheit interessiert und befohlen habe, daß ihm Vlortrag gehalten werde. Tas sei auch geschehen, und nunmehr sei angevrdnet worden, daß auch Hosbanrat Ihne mit der Ausführung eines Projekts betraut werden solle. Ter Änsschuß crkannic schließlich allgemein an, daß das Verfahren der Regierung vom rechtlichen Standpunkte aus nicht zu beanstanden sei, es wurde aber der Meinung Ausdruck gegeben, daß man eine Bevorzugung bestimmter Personen keineswegs wünsche. Ter erste Teil der Bittschrift wurde durch llebergang zur Tagesordnung erledigt, der zweite zur Berücksichtigung überwiesen.
Heer und Flotte.
Ter Kaiser richtete an das Koininando der S. M. S. „Bremen" folgende Allerhöchste Ordrei Nach säst zehnjähriger Auslandszeit ist Mein kleiner Kreuzer „Bremen" in die Heimat zurück gekehrt. Ich entbiete hierzu der Besatzung Meinen Kaiserlichen Gruß. Mit Genugtuung habe Ich während des ganzen Jahrzehnts verfolgt, wie das Schiff überall, wohin immer die Aufgaben es führten, mit Ehren und Erfolg die Flagge gezeigt hat. Mehr als den anderen Schissen Meiner Marine war ihm vergönnt, zu Wasser und zu Lande in Notlagen helfend elnzngreisen, die Anhänglichkeit an das alte Vaterland bei den Teutschen im Auslände zu mähren und zu erwecken, das deutsche Ansehen, wo es bedroht schien, kräftig zu schützen und zu fördern und mit bewaffneter Hand sür das Leben und das Gut bedrängter Teutschen einzustehen. Es ist Mir ein Bedürfnis, das noch einmal zum Ansdruck zu bringen und den Besatzungen des Schiffes, die sich in treuer Pflicht- erfiillung bewährt haben, Meinen Kaiserlichen Tank und Meine Anerkennung auszusprechen.
Tttrcbe und Schule.
Die Berliner Trauerfcicr sür Kardinal K o v P. Aus B e r l i n, 12. März, wird gemeldet: Heute vormittag 10 Uhr wurde in der St. Hcdwigskirche eine Trauer- fcier sür Kardinal Kopp abgehalten. In Vertretung des Kaisers erschien Generaloberst von Kessel, in Vertretung der Kaiserin Kammerherr von Winterseld. Ferner waren
ii. a. anwesend: Reichskanzler v. Bcthmann Hollwcg, Kultusminister von Trott zu Solz, Landwirtschaflsminsster von Schorlemer Licser, Finanzminister Dr. Lentzc, Minister des Innern Dallwitz, Minister a. T. von Studt, Hausminister a, D, von Wedel, Fürst zu Solms-Baruth, Fürst zu Fürstcn- bcrg, Herzog von Ralibor, Bürgermeister Reickc, Polizeipräsident von Jagvw und zahlreiche Mitglieder der Gesellschaft, Viele Vereine mit ihren Bannern hallen sich in dem Gotteshause aufgestellt. Das Requient zelebrierte der fürst- bischöslichc Delegat Kleincidam. _
Universitäts-Nachrichten.
— Ter frühere Tirektor des klinischen Instituts für Frauenkrankheiten in Berlin Geh. Medizinalrat Professor v. OIsst a >i s c n begeht in aller Stille sein SOjähriges Profcssorcir-
Jubilänm.
— Amtlich wird die von uns bereits Anfang Januar gemeldete Berufung des Professors Tr. Walther Brecht von der Kgl. Akademie zu Posen zuni ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Wiener Universität als Nachfolger von Hofrat Prof. Minor jetzt bestätigt.
— Pros. Tr. Holl dack von der Landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim hat einen Ruf an die landwirtsch. Akademie in Poppelsdorf angenommen.
Littge»anvr.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Vcrantworwng.)
— Gießen, 10. März. Zn den vielen neuzeitlichen Einrichtungen, die sich Gieße n nach dem Muster von Großstädten angelegt hat, ist nun auch die Anstellung eines H u II t> es ä n g c r s gekommen. Man Ivird also zukünftig beobachten können, Ivic er unter Assistenz eines Schutzmanns die Jagd ans „herumströmcnde Hunde" mit einer Schlinge ausübt. Gewiß ein Anblick, der ^ur Erhöhung des Nahirgennsses der Spaziergänger beitragen wird.
Es ist nicht etwa ein schlechter Aprilscherz. Den Hnndc- besitzern wird danach der freundliche Rat erteilt, „jetzt in verstärktem Maße auf ihre häusig sehr wertvollen Lieblinge zu achten, da bekanntlich jeder Hund, der einmal in der Schlinge gefangen wird, S Waden leidet." Zum Trost wird beigcsügt, daß er gegen Erstattung von 50 Pfg. Fanggeld sich seinen also mißhandelten Liebling wieder auslöscn darf.
Gewiß wird jeder Bürger cs mit Unwillen anschen, wenn von unbeauisichtigt umherstromernden Hunden unsere schönen Anlagen beschädigt werden. Dies zu verhüten, dürsten aber die polizeilichen Strafbestimmungen gegen solche Hnndebesttzer, die derart ihre Anisichtpslicht verletzen, ansrcichen. Ist cs deshalb nötig, daß Hunde, die, lute dies immer einmal Vorkommen kann, sich zufällig der Aussicht entziehen, dustch Einiangcn mit der Schlinge dauernd on der Gesundheit geschädigt werden?
Tie städtische Verwaltung möge sich hier vor rigorosem Vorgehen auch durch ihre evü. Ersatzpflicht abhalten lassen. Unser Recht gestattet zwar, eine fremde Sache zu beschädigen oder zu zerstören, wenn dies zur Abwendung einer Gefahr erforderlich ist. Voraussetzung ist aber, daß der Schaden nicht außer Verhältnis zur Gefahr steht. Ist nun die Gefahr, die ein Hund durch Betreten der Anlagen heraufbeschwört, derart, daß sich eine dauernde Schädigung des Hundes rechtfertigt? Dies dürfte wohl astgemein, jedenfalls aber wenn cs sich NM einen tverwoUen Hund handelt, zu verneinen sein. Die Stadt Gießen zieht aus der Hundesteuer jährlich einige Tausend Mark Einnahme, damit können die Schädigungen durch die Hunde jedenfalls hundertfach gedeckt werden.
Wie wäre es, wenn sich die Hnndebesttzer zusammcnschlössen und, um fortgesetzten Belästigungen zu entgehen, ihre Hunde abschassten? Erst kürzlich bedurfte es eines energischen Vorgehens der interessierten Kreise. NM die Beseitigung der an allen Spazierwegen ausgestellten Taseln zu erwirken, durch die in ungesetzlicher Weise das Anleincn der Hunde aus allen Feldwegen vorgeschricben war.
Tic Stadtverwaltung möge aber noch ein Weiteres bedenken. Mancher Tierfreund, manches kinderlose Ehepaar, mancher Pensionär, dessen Kinder in der Wett zerstreut leben, hält sich zu seinem Vergnügen und seinem Schutz einen Hund. Seine Treue, sein munteres Wesen entschädigen den Herrn für manche trübe Stunde, er fühlt sich gegen nächtliche Einbrüche gesichert. Wenn nun die Stadt durch drakonische Maßregeln das Hallen von Hunde» erschwert, io kann bei vielen Hnndcbcsitzeru die Frage austauchen, ob sie nickt dieser gastlichen Stadt den Rücken kehren und den Gießener Staub „von den Pantoffeln" schütteln sollen. Einsender dieses hat diese Frage von .guten Steuerzahlern schon ernsthaft erörtern hören.
Gießen legt mit Recht Gewicht auf den Zuzug von stcuerkräs- tigen Rentnern von außerhalb, es bringt mancherlei Opfer, um den Ausenthält in seinen Mauern angenehm zu machen. Mancher wohlhabende Hnndebesttzer, der an seinem Tiere hängt und die Wahl unter verschiedenen Niederlassungsorten hat, wird, wenn er von derart drakonischen Maßnahmen gegen die Hunde in Gießen hört, es vorziehen, sein Gelb in einer Stadt zu verleben und seine Steuern dort zu zahlen, wo man mehr Verständnis für tierireundliche Einwohner besitzt.
Möchte ein frischer.Wind in der neuen Stadtverwaltung die obengenannte unliebsame Einrichtung mit manchen anderen wegsegen ! Ein Hundefreund.
•Kinder-
- ehl
Kost.
Hervorragend bewährt«
Nahrung.
Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung.
Rascher und sicherer Weg zur Gesundheit und deren Erhaltung.
wenn schwächlich, bleichsiichtig, nervös, schlaflos, leicht ermüdet uuck abgespannt
E der sichere Weg zu neuer Gesundheit und zur Erlangung von Kräften.
ist *1 «Sl m Bffil Die Wirkung ist eine rasche, welche sich schou in wenigen Tagen günstig bemerkbar macht.
(Orolecitbln 0,5, Eisenoxydhydrat an Zueker gebunden 0 75, aromatische Bestandteile in Cognac 40, Rest dest. Wasser.)
Ohk?e Störungen führen sehr oft zu bedenklichen Zuständen, deshalb zögere man nicht, seine Zuflucht zu LEC1FERR1N zu nehmen. Sehr angenehm von Geschmaok.
Mit der goldenen Medaille auf der Weltausstellung Gent 1913 prämiiert. Preis Mk. 3.— die Flasche in Apotheken.
] • n • anc h in Tabletten, ebenso wirksam wie das in Flaschen, sehr bequem im Gebrauche, in Gläschen äMk. 2.50, zu haben in Apotheken; man achte auf den Namen „LECIFERRIX“ uud weis* jeciierrm Ersatzpräparate zurück. Sicher zu haben von: Universitäts-Apotheke^ Pelikan-Apotheke und Hirsch-Apotheke in Giessen and Alte Uuiversitäts-Apotheke iu Marburg.


