ttuifrtgteii Portosatz beförderte» Mlitärpakete, Errichtung > von slaailichen oder kommunalen Kahr- und Fachschulen für Krrrstwagensührer
Kleine Anfrage im Reichstage. Ter Abg Dr. Ko Psch hat folgende Anfrage gestellt: Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß die Kra nken v er fi ch er u n g S -> V t l i ch i der ft i n b c r, die in bäuerlicher Wirtschaft ihrer Eltern beschäftigt werden, van vielen Landkrankcnkasfcn selbst dann als vorliegend erachtet wird, wenn diese Kinder nicht dos geringste Entgelt, sondern nur Wohnung, Nahrung und Kleidung erhalten? lieber dieses der Rcicpsver- ficherungsordiiuiiq nicht entsprechende Verhalten ist in ländlichen Kreisen eine große Mißstimmung entstanden, die noch dadurch vergrößert wird, das; oft in benachbarten Landkrankenleissen eine hiervon verschiedene Auffassung über die Krankenkassenpslickit solcher Kinder herrscht, und daß in Städten die in elterlicher Wirtschaft beschäftigten Haustöchter niemals für krankenversicherungspslichlig erklärt worden sind. Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, -um der ungleichen und vielfach zu weit gehenden Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen entgegcnzutreten?
DieFrageder Arbeitslosen in Bane rn. Die bahcrischc Kammer der Abgeordneten beschäftigte sich ain Donnerstag eingehend mit der Frage der Arbeitslosen-Vcr- iicherung, Tic Regierung hat, dem Wunsche verschiedener Parteien entsprechend, eine NachtragSsorderung von 75,000 Mark in den Voranschlag eingestellt, um der Lösung der .Frage der Versicherung der Arbeitslosen näherzntrclen und die Gemeinden mit Beihilfen zu unterstützen, die beabsickv- tigcn, die Arbeitslosenversicherung cinzusühren. Im Laufe der Aussprache sprachen sich die Sozialdemokraten und die Liberalen für die Genehmigung der Rcgicrungsforderung aus, ein Teil des Zentrums, die Vertreter des Bundes der Landwirte, sowie die banerischen Bauernbündler dagegen. Auf eine» Appell des Ministers des Innern Freiherrn von Soden, den Bestrebungen der Regierung entgegenzukommen, bewilligte die Kammer die angcforderte Summe,
Tic elsaß-lorhr. Zweite Kammer äußerte in her fortgesetzten Haushaltsberatung einmütig deir Wunsch nach Erlaß einer Landesbauordnung und eines La n de s w o hn u n g s g e s etz es, Staatssekretär Graf Rödern gab ein« zustimmende Erklärung ab mit dem Hinweis, daß auch das Orrsbtld geschützt werden müsse. Aus die Bitte des Abg, Weber ! Lothringer) stellte der Staatssekretär «ine Reform des Meldeivesens dahin rn Aussicht, daß nicht nur die Vermieter, sonderii auch die Mieter meldepslichtig sein sollen. Ein sozialdemokratischer Antrag aus Abschaffung der Prügelstrafe in der Volksschule wurde mit großer'Mehrheit abgelchnt. In der dritten Lesung wurde die von der Regierung verlangte Vermehrung der Schutzmann schäften in den großen Städten nach nochmaligem scharfen Eintreten des Staatssekretärs, der andernfalls die Verantwortung für die Sicherheit der großen Städte ablchnen zu müssen erklärte, mit großer Mehrheit angenommen.
Tie sächsische Zweite Kam m e r verhandelte ain Donnerstag über die fortschrittliche Anfrage beiresfcnd die A b s a tz ve r hä l t n i s s e der heimischen Industrie im Auslande sowie die Answüchse in den Trustbildungen. Staatsminister Gras Vitzthum v, Eckstädt führte aus, die sächsische Regierung werde auch bei dem Abschluß neuer Handelsverträge 'die Grundsätze eines maßvollen Schutzzolles vertreten. Eines solchen bedürfe die Landwirtschaft wie das Gewerbe, Die Regierung befinde sich in voller llebereinsttminung mit der Reichsleitung und habe bereits Ine nötigen Vorarbeiten unter Beteiligung von Vertretungen von Landwirtschaft, Handel und (bewerbe eingeleitet. Bezüglich der Trusts bemerkte der Minister, in Deutschland werde ein gesetzgeberischer Kamps gegen die Trusts nur auf dem Wege der Reichsgesetzgebung sich vollziehen können, Tic sächsische Regierung sei sich der Verpflichtung, sich in den ihr gezogenen Grenzen ani Kämpfe zu beteiligen, voll benmßt. Bezüglich des Tabaktrusts schwebe ein gerichtliches Verfahren gegen eine Reihe Unternehmer der Ziga- .retteninimstrie. Es seien Verhandlungen zwischen den Lagern der Zigarektenindustrie beabsichtig!. Erst dann werde es sich beurteilen lassen, ob gesetzgeberische Maßnahmen zu treffen seien, Tie Regierung werde überall, soweit die Gesetze ihr dazu eine Handhabe böten, Trustbildungen entgcgentreten.
Auslan».
Der englische Flottenvoranschlag für das Jahr 1914/15. Premierminister Asauith kündigte im Unterbaust an, daß der Flottenvoranschlag für 1914/15 am 17. März eingebracht werde. Dieser sieht eine Gesamtausgabe von 51550000 Pfund Sterling vor. Das Programm der Neubauten verzeichnet vier Schlachtschiffe, vier leichte Kreuzer und zwölf Torpedobootszerstörer, Ter Flottenvoran- schlag wird von einer Regierungserklärung begleitet, in der unter anderem gesagt wird, daß Vorsorge getrossen sei für eine Vermehrung der Offiziere und Mannschaften um ;>000 Mann, die nötig seien, um die im Bau befindlichen Schiffe zu bemannen, die Muorganisationeii der Flotte mit anwachseiiden Rüstungen der fremden Mächte zugleich Schritt fitr Schritt durchzuführen und ferner den Erfordernissen der Marinelustschissahrt zu genügen. Die Gesamt- kosten des neuen Flotlenprogramms für Personal, Material und Arbeiten sowie Ausrüstungen werden einschließlich der Lustschisfahrt aus 14 817 000 Psund Sterling geschätzt, gegenüber 18824 700 Psund im Voriahrc, Der gegenwärtige Voranschlag wie der vorsährige seien durch die rückständigen Schiffsbaulcn schwer belastet. Ter Gesamtbetrag, der für die Neubauten vorgesehen sei, betrage ausschließlich der Luftschifsahrt 18373 000 Pfund Sterling gegenüber 16033 000 Psund im Vorjahre, Der Voranschlag im Vorfahre sei allerdii^s durch den Ergänzungsvoranschlag aus 17 370000 Psund Sterling vermehrt worden Ter neue Voranschlag sehe eine Vermehrung von 300 000 Pfund Sterling zur Entwicklung der Marine! ustschiff- fahrt vor.
Ein französisches Torpedoboot gesunken. Aus Ehcrbourg wird gemeldet: Bei einer Hebung der Panzerkreuzer und Torpedoboote riß infolge stürmischer See die Ankerkctte des Torpedobootes, das als Zielsckitfi diente, Tas Torpedoboot sank Die Besatzung konnte gerettet lverden.
Eine Proklamation des Königs von Albanien, Ter König von Albanien hat folgende Proklamation erlassen: „Albanesen! In dem Augenblick, wo wir den Thron besteigen, erwarten nur, daß Ihr Euch alle um Euren König schart und rnit uns an der Erfüllung unserer nationalen Bestrebungen arbeitet, Albanesen! Heute tritt das freie, unabhängige Albanien in einen neuen Abschnitt seiner Geschichte ein, Tas Geschick des Vaterlandes ist von nun an den Händen des Königs, derWcishettderRegiernng und der T ü ch t i g k'c i t der Baterlandsfreunde anvertraut. Der Weg, der vor uns liegt, ist lang und voll von Hindernissen, aber kein
Hindernis ist unüberwindlich iuc ein Volk mit ruhmreichen U eb c rlicf e run ge n und einer altehrwürdigen Geschichte, und für ein Volk, das wie Ihr den mächtigen Willen hat, zu arbeiten und sortzuschreiten. Unsere Pflicht und dicsenigc unserer Nachfolger wird es immer sein, aus das Wohlergehen der Nation mtt allen unseren Kräfieu bedacht zu sein, Bo» diesen Gefühlen beseelt, haben wir aus Euren Händen die albanische Krone angenommen, Wilhelm I,
Ans Stndt und Land»
Gießen. 13. März 1914.
Die ZladtverorSnetenveriämmlung wieder nicht beschlußfähig.
Die aus^ Donnerstag nachmittag 4 Uhr anberaumte Sitzung der Stadtverordnetenversammlung inußte aussallen, da wieder die Zahl der Erschienenen nicht zur Beschlußsähig- keit des Hauses genügte. Es wurde deshalb eine weitere Sitzung auf Montag, 16, März, nachmittags 4 Uhr, mit der gleichen Tagesordnung anbcraunit. Nach Artikel 104 der Städteordnung ist diese Versammlung für die Gegenstände der Tagesordnung der gestrigen Sitzung in jedem Falle beschlußfähig, auch wenii die Shadtverordneten nichr in beschlußfähiger Zahl erschienen sein sollten.
Der Gedanke, den alle Stadtverordnete bei dieser neuen Vertagung hatten, die unter den fetzigen Zuständen sich noch recht häufig wiederholen dürfte, wurde zuerst vom Stadtv, Dr, Ebel ausgesprochen, der mit Recht diese Zustände als nn haltbar erklärte: zumal es noch ein Jahr dauern könne, ehe die Wahl der Stadtverordneten endgülttg geregelt und die Versammlung wieder vollzählig sei.
Es wurden von einzelnen Stadtverordneten und auch vom Oberbürgermeister Vorschläge gemacht, die teils dahin zielten, der dauernden Bcschlußunsähigkeit entgegenzuwirken, und die teils einen Ausweg suchten, die Prüfung der Wahl zu beschleunigen, Begreiflicherweise konnte man bei dieser vörläusigcn Meinungsäußerung noch zu keinem Ergebnis kommen.
Vor Eintritt in die Sladtvcrordnetenversammlung inachte Herr Oberbürgermeister M e c u m die Mitteilung, daß ihm die Elscnbahndircktion aus seine Anfrage erklärt habe, die Zugverblndungen mit Koblenz würden im nächsten Sommer keine Verschlechterung, sondern wesentliche Verbesserungen aufzuweisen haben, die durch Umlegung und Neuschaffung einiger Züge herbeigeführt würden.
** Tageskalendcr iiir Freitag, den 13. März: Stadt» theater: .Tee Widerspenstige» Zähmung." Aniang 8 Uhr.
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** F ü.r bif Sitzung des Provinzial-Aus- schusses ain Mittwoch, den 18, März 1914, vor- ni i t t a g s 3 ',9 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1, Klage des Johann Georg Mthaus zu Gießen gegen Gr, Kreisamt Gießen wegen Versagung eines Wan- dcrgcwerbescheins für 1914. 2. Desgl, der Fra» Emma Haubeil zu Gießen. 3. Desgl. des Fritz Vetter zu Gießen, 4, Tesgl, des Jul, Hesset zu Gießen. 5. Desgl, der Jda Görg zu Gieße». 6, Tesgl, des Christian Zentner zu Trais-Horloff, 7, Desgl, der Anna Bauer daselbst, 8, Gesuch des Steinmctz- meisters H. Tamm zu Friedberg um Erlaubnis zum Betrieb einer Schaiilwirtschait.
** Soniitagsfahrkartcn Man schreibt uns: Auf einen im vorigen Sommer an die Eisenbahndirektion gerichteten Antrag sind setzt neue Sonntagssahrkarten ansgelegt worden. Leider sind nicht alle Wünsck-e berücksichtigt, sso insbesondere aussalleiiderweisc nicht der doch sehr berechtigte einer Sonniagskarte nach Bad Homburg, Auch der Wunsch, kombinierte Karten zu erhalten, ist noch nicht erfüllt, Und endlich fehlt noch die Möglichkeit, die Wetzlarer Sonntagskarten hier ohne weiteres zu bekonimen. Aber wir dürfen doch für das Eiitgegenkommcn der Eiseiibabn dankbar sein und hossen, daß wir allmählich noch mehr erreichen. Eifrige Benützung der neuen Karden und stetes Verlangen von anderen noch nicht bewilligten ani Schalter sind die ersten Bedingungen des Fortschritts, — Die neuen Karten sind bewilligt nach Fronhanscn sLahn) 2, Kl, 1.10 m„ 3. Kl, 0.70 Mk: Laubach 2.30 Mk, und 1.45 Mark: Weilburg 2.40 Mk und 1.55 Mk.
" Ter Verband dcrhess il ckicn Erzieh un asver- cinc wird icine diesjährige Hauul Versammlung am Montag, den 27. April, im Landcsiunvdalgcbäude zu D a r m st a d r at>- hallcn. Tas Referat der Tagung wird von Herrn Professor Dr. Steudendhal in Frankfurt a. M, erstattet werden über bas Thema: „Tie moderne Behandlung jugendlicher Verbrecher",
Verband der evangelis ch-k irchllchen Frauen» vc reine km! GroßhcizoglnmHcsscn, Am nächsten Montag sindci die 19, Franenkonscrenz in Tarmsiadi statt. Nach den geschäftlichen Mitteilungen wird über „Tic praktische Arbeit ln Jungsrauenvereincn" geredet werden. Bei den einzelnen Ausführungen sollen folgende Gesichtspunkte Berücksichtigung finden: l, Organisation des Vereins' Leitung. Vorstand, Rechte und Pflichten der Mitglieder, Eintritt und Austritt, Zusammenkünfte uiw,; 2. ArbeitsProgramm: Erbauung, Belehrung, praktische Tätig- feit, Vergnügen,
** Ter Verein der Gastwirte von Gießen und Umgegend (E, BZ hatte am Donnerstag abend seine Mitglieder und eine Anzahl Gäste zu einem Festbankett in Steins Garten etngeladen, mn den 30, Geburtstag des Vereins würdig zu begehen, Tie Feier war stark von Herren ans der näheren und lvetteren Umgebung besucht — die Dame» nahmen an dem Feste nicht teil — und nahm einen guten Verlauf, Mt einem Festessen wurde bei den Klängen einer kleinen Kapelle der Abend eingeleitct. Ten Reigen der Festreden eröffnete Herr M. Jas», kowsky, der erste Vorsitzende, nitt einer Begrüßungsansprache, Er begrüßte den Vertreter der Gicßcncr Behörden, Herrn Oberbürgermeister Keller, den Vertreter des Rhein-Main-Gastwirteverbandes, Herrn Lind aus Tarmstadt, den Vertreter des Selterspcndels „Auguste Viktoria", Herrn Direktor Witsch; ferner hieß er die beiden anwesenden Gründer des Vereins, die Herren Stein und Ph, Bauer, ivillkommeii, die beiden anderen noch lebenden Gründer, A l b o l d aus Gießen und Kohlhetzer aus Hungen, hatten nicht zugegen feilt können. Darauf erinnerte der Festredner an die Zeit vor dreißig Jahren, als der Gastwirteverein infolge eines Vortrages am 13, März 1884 begründet wurde und nun langsam, aber sicher, seine Wurzeln ansbreitete, uni schließlich zu der für Gießen starken Organisation auszuwachsen, als die er heute da- stehc, /sinn Schlüsse mahnte Herr JaskowSky an die hohen Ziele, wobei er unter anderem die Einigkeit im Gastwirts-, gewerbe pries, Tein Hoch galt den Beschützern aller Gewerbe, dem Kaiser und Großherzog, Ten Glückwunsch der Stadt Gießen überbrachte Herr Oberbürgermeister Keller und trank auf das Blühen des Vereins. Den Dank der Gäste brachte Herr D i t t m a r, der Vertreter der Pfimg- stadt-Branerei Hlldebraud, zum Ausdruck und toastete aus den Vorstand, Herrn Körners Worte waren dem ersten Vorsitzenden, Herrn Jaskoivsky, gewidmet. Der Obermeister
der Fleischeriiuinng, Herr Sack, ivies ans die tnmgc Verbindung zwischen Gastwirtschaft und Metzgerei hin. Sein .Hoch galt den beiden anwesenden Gründern des Bedcins der Gastwirte, Herr Philipp Bauer dankte ihm. Nach Beendigung des Essens dienten Vorträge der Herren Körner und Strauch zur angenehmen Unterhaltung.
** ® a 11 e r ® (o e m i it (81 r 6 c it. In der großen Aula der Universitöi los gestern abend Waller Bloem, aus Veranlassung der Picisserschen Buchhandlung vor einen, erlesenen Zuhörer - kreis ans eigenen Werke» vor und zwar aus seiner großen Kriegs- irilogi« voll 1870 71. Seit dem Jörn Uhl ist wohl kein Buchcriolg so groß gewesen, wie der dieser drei Bände, vor allem der des ciser ncn Jahres, das wie eine Bombe cingcschlagcn hat und von zahl - reichen Lesern heißhungrig verschlungen wurde. Und aus diesen Büchern las Walter Bloem gestern abend vor: eine Hobe, schlanke Gestalt mit scharf geschnittenem, energischem Gesicht »ad seinen svrcchkiidcn Händen, die den Fluß der Rede diskret begleiten. Und wie er lieft, das begeistert und reißt sott, beim er weiß seine Bilder zu beleben, weiß das Seelische aus den Worten hcrauszu- holen und in einem kurzen Ausrus ein ganzes Menschengcsühl zu schildern. So fühlte er uns zu den Sxichcrer Höhen, durcki dcit Wintcrseldzug an der Loire und schließlich zu dem Weitmachts- seft im Lazarett, das den Vortragsabend stimmungsvoll abschloß. Ter Beifall war natürlicheriveisc lehr stark,
** S i a d i t h e a I e r. Nochmals fei daraus hinge,viesen, daß die Aufführung von » s i k a »i c it inä b e l* am Sonntag nach» mittag die unbedingt legte des liebenswürdige,. Weites iem muß. — Für nächste Woche steht als Neuheit »och eine Aufführung von Mar Drehers Schauspiel .Die Fra» des Kommandeurs" aus dem Lvielvlan. Das lutereffanie Werk sänqt letzt a», den Weg über die deutschen Bühnen zu mache» und wurde jüngst auch im Neuen Theater in Frankfurt mit Erfolg aulgesührt.
** Gesellschaftsabend mit buntem Programm imStadttheater. Zum Jubiläum von Herrn Direktor Sici» - goeticc im Anfang dieser Spielzeit hatte der Theaierverein mit 3000 Mark eine Stislimg begründet, mit deren Zinsen bedürftige Mitglieder des Staditbcaiers demnächst unterstützt werden sollen. Um dieser Stiftung weitere Mittel zuzusührcn, wird am S a m s - t a g , d c n 21, M ä r z , im Staüttheater ein Gesellschastsabend abgehalten werden, bei dem sich unsere Künstler bemühen werden, in der inannigsalttgsten Art unter Mitwirkung der Regimeniskapclle zur Unierhaliung und Erheiterung beizuiragen. Es soll also ein sogeuanuier B u n t e r A b e n d werden. Um aber auch die leiblichen Genüsse an diesem Abend nicht zu kurz Kommen zu lassen, ist bcab iichiigi, in einer großen Pause von 3 /< Stunden, sowie »ach Schluß des Programms eine größere Anzahl von BüscttÄ zu eröffnen, an denen von Damen Erfrischungen verkauft werden, Ter Vorbereitung dieses Programmieils diente eine Besprechung, die an, Donnerstag nachmittag im Theatcr-Fovcr statifand, und zu welcher an eine größere Anzahl von Damen eine Aufforderung ergangen war. Wen» auch viele davon hofsemlich nicht wegen mangelnder Tvmvathien für den geplanten hu,nonitären Zweck scrngeblieben waren, so genügte doch die Zahl der Erschienenen, um einen lebhasten Mcinungsaus tausch über alle Vorschläge herbeizusübren und zur Ausstellung eines Programms sür den Rcstauration-berricb des Abends zu gelangen. Tie meisten der Tomen erklärten sich zur Leitung eines der Büfetts bereit und werden zur Uebernahme eines der noch freien Büsetts in Bekanntenkreisen werben und junge Mädchen zur Mthilfe auffor dein. Am nächsten Montag, um 4 Uhr, wird im Fover eine zweite Besvrcchung gehalten werden, Ter Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt morgen,
** Im Ober hessischen Kun stve rci n ftmb heute mittag vor geladenen Gästen die Vorbesichtigimg der Gemäldesammlung des Aussteller-Verbundes Münchener Künstler durch dessen Vorsitzenden, Herrn Kunstmaler Julius Schräg, statt. Die nahezu 100 sttummern fassende Ausstellung begegnete allgemeinem Interesse und wird sicherlich eine starke Anziehungskraft aus Kunskfreuitde ansüben. Die Ausstellung ist von Sonntag ab geöffnet,
** Handlungsgehilfentag fiir Hessen und Hessen Nassau, Am 15. März veranstaltet der Main-Weser Gau des Tcuischnalionaleu Handlungsgeliilsen-VerbandesinW i e S- ba d enden !>, Handlungsgehilsentag für Heise» und Hessen-Nassau. Die Tagesordnung umfaßt zwei Vorträge, Es sprechen Herr Franz Sabelberg' Oberlabnstein über „Der Segen der Kanfinaniis gerichie und die Noüvcndigkeit ihrer Ausdehnung" und Herr Jul, 2 ch e l l i n - Franks,, tt a, M, über „Arbeitslosenversicherung und Arveiisvermittlung im Handelsgewcrbe", Die Vorttäge sind ösfcni- lich, Tie Verhandlungen beginnen II Uhr vormittags, Vertreter verschiedener Behörden sind bereits angcmeldct. In Verbindung mit der Tagung hält der Verband seinen Gauiag am 14, März ab. Aus dem Jahresbettcht ist erwähnenswert, daß der Tcutschnationalc Handlnngsgehilsen-Verband in 5^essen und Nassau nunmehr über 7000 Mitglieder zählt und in dem genannten Gebiet die größte ka„s- männische Organisation bildet,
** Verein für Rasenspiele Gießen, Eine sehr erfreuliche Ersäicinung im Vereinsleben unserer Stadt dürste die am vorigen 'Akoniag einstimimg beschlossene Vercinigiing der beiden hiesigen Fußballvercine der Ligatlasse, des Gießener Sportverein von 1900 und des Verein sür Bewegungsspiele Gießen, zu »ennei, sein. Der neue Verein, der den Namen „Verein für Rascnspiel« Gießen, gegründet 1900, angenominen Iptt, verfügt nunmehr über einen Bestand von 250 Mitgliedern, von denen „ngesähr 80 der Jngendabteilung ängehörcn. Durch seine Miigliedschasi beim Deutschen Fußballbund iWcstdeuischer Spielverband), der Deutschen Sporibehörde sür Athletik, dem Akademischen Sporiblind und dem Inngdeuischlandbnnd, bietet der Verein seinen Mitgliedern reichste Gelegenheit zur sportlichen Betättgung und körperlichen Ausbildung, Erster Vorsitzender ist Herr Dr, Schütz,
**Die50-Jah res -Altersgenossen 1854 — 1 904 versammelten sich am Donnerstag im Einhorn, um über die Feier der Sechzigjährigen zu beraten. Die Feier soll im Juni stattsindc»,
** Schneewehen und Frühlingsboten, Am gestrigen Vorniittag kamen süns stattliche Störche aus dem Süden der Lahn auswärts gezogen, um ihren vorjährigen Sommerfitz wieder zu beziehen. Eine Stunde später setzte ein heftiges Schneegestöber ein,
** Die Preise der Schweine, Die Preise fiir fette Schweine sind in den letzten Wochen so sehr herunker- gcgangen, daß die Schweinezüchter sich vielfach weigern, die Tiere den Händlern zu den gebotenen Spottpreisen zu überlassen. Die »osten der Anszncht und Mästtmg stehen in gar keinem Verhältnis zu den Angeboten, Viele Leute sind deshalb wieder zu der alten Praris der Hausschlachtunge» übergcgangen oder schlachten die Schweine selbst zum frci- lstindigen Verkauf aus. Sie erzielen bei diesem Modus trotz der recht billige» Preise immer noch erheblickw höhere Einnahmen als durch den Verkauf an die Händler,
" Maul- und Kl ancnscuch e. Nachdem die Maulund Klauenseuche im Großherzogtn m Hessen und in säst ganz Deutschland als erloschen betrachtet werden kann, ist setzt ein neuer AnSbruch der Seuche im Viehhos (Ans- landSiwi) zu München zu verzeichnen.
** Tas Großherzoglich Hessische Regierungs - b l a t t hat folgenden Inhalt: 1. Bekanntmachung, die Ausgabe von Schuldverschreibungen öittcki die Hesilichc Landcs-Hhpochckenbankbe iresscnd, — 2. Bekanntmachung, die Genehmigung zu Vcrmestungcii und Vorarbeiten sür clcittische Vorortbahnen zu Worms bettcssend, — 3, Bekanntmachung, die Vergütungen sür vorwiegend im Interesse Privater erfolgende Amtsgcschäsie der Bürgermeister der Land gemeinden betresscnd,
** Kleine M i t teil u » g c n. In seiner Wohnung in Frankfurt wurde gestern mittag der .Eisenbahiigssistent^Erich M i 1 1 r e i t e r erschossen ausgcsunden. Ob ein llnsall oder Selbstmord vorliegt, konnte noch nicht iestgestclli werden. -- Bei Erd- arbeiien an der Frankfurter Festballe erlitt ein Arbeiter eine geringfügige Handqueischnng, Eine unvermittelt ausgetrttnie


