Ausgabe 
10.3.1914
 
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Nr. 58

Zweites Blatt

Jahrgang

Erscheint täglidi mit ?tii?nnfimc des Sonntags.

Tie«ietzcncr.samiltcndlätter" werde» dem .Anzeiger' viermal wöchentlich bcigelegt, das «reiidla» fär den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit­sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejjen

Dienstag, 19. März 1914

Rotationsdruck und Vertag der Br ühl'icheii Universums - Buch- und Steindruckerei.

R. Lauge, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^^ol. Redaktion:^-^ 112. Tel.-2ldr.: AnzeigerGießen.

Gewerbeausftellung Siehen fyu.

ü. Gießen, 10. März.

Ter Bürgervercin Gießen hatte zu Montag abend eine allgemeine Bürgerverianrntlung ins HotelGroßherzog von Hessen" cinbernsen, um für die Gewinnung der Lahn für die, Stadt Gießen und für die in den Monaten Mai bis August d. I. in Gießen geplante G c n> c r b e a u s st c! l u n g an Hand van Vorträgen Stimmung zu machen. Ter erste Portrag, sür den Geh. Mcdizinalrat Professor Tr. Sommer vorgesehen war, mußte leider aussallcn, da der Berichterstatter aus dringendem An ­laß verreist war. So war sür den ztveiten Punlt der Tagesordnung »m so mehr Zeit gewonnen, und er konnte in aller Ausführlichkeit erörtert werden.

Professor Tr. K r a u s IN ü l l e r bczcichnete cs als die Aus­gabe des ersten Redners am Abend über vorstehenden Gegenstands der Versammlung zunächst einmal ein Bild von dem zu geben, was bisher aus dem Jlusstellungsgedanlen geworden ist und was die Ausstellung überhaupt zu werden verspricht. Er führte aus, daß die erste Anregung zu dem großzügigen Unternehmen vor etwa 'Jahresfrist voui Ortsgewerbcvercin Gießen fc. B.) aus- gcgangcn sei. Unsere Stadt habe seit etwa 50 Jahren keine Gewerbc- ausstcllung gesehen, während Tarmstadt mindestens alle zwei Jahre ähnliche Veranstaltungen treffe und auch Nachbarstädte wie Mainz und Wetzlar in dieser Beziehung frischen Wagemut ossenbaren. Ta sei es eine Pflicht sür Gießen als Provinzialhauvtstadt. nicht dahinten zu bleiben. Ein wichtiger Grund, hier einer Gewerbeaus- stcllung ernstlich näher zu treten, sei auch die gedrückte Lage des oberhcssischcn Handwerks. Hier neue Anregungen zu geben, sei durchaus notwendig. Selbst die Industrie, die sich in glücklicheren Umständen beiändc, könne mir Vorteile davon habe». Zuerst habe man geschwankt, ob man die Ausstellung, geäußerten Wünschen folgend, aus dem Trieb oder einem anderen größeren Platze unter Errichtung von Neubauten u. dcrgl. verwirklichen sollte, aber man habe sich schließlich aus Sparsamkcitsrücksichten dahin ge einigt, die zur Bcrsügung stehende Alte Klinik zu benutzen, die sa auch durchaus geeignet sei. Nun aber, da die Umsetzung der Aus­stellung in die Wirklichkeit zur Gcwis-hl-it geworden sei, erwachse allen Bürgern die Pflicht, mit allen Kräften mitzuarbciren, daß etwas Sehenswertes entstehe.

Ter Redner ging alsdann auf die Ausstellung selbst, insdcw»- dcre ihre Grüßcnvcrdältnissc ein. Tic zur Verfügung stehende Fläche betrage 11000 Quadratmeter: aut die Gebäude

selbst kämen 1500 Quadratnietcr Ausstellungsraum. Tic Licbig- Gescllschaft habe dankenswerterweise Räume zur Persügung gestellt. Tazu kämen die hinter der Klinik liegenden Gebäude, so daß man über ein nicht kleines Gelände verfüge. Tie Ausstellungen in 'Hagen oder Paderborn hätten wohl größere Ziffern auszuwei- > scn gehabt, doch käme dort ein bedeutender TcU der Bodeuslächc auf den Ver^nügungsvark. 3 00 Aussteller hätten schon zn- gcsagt; die Stadt beweise durch die kostenlose Hcrgabe der Ge­bäude außerordentliches Entgegenkommen: auch biirdi die Kreis- röte Obcrhesscns sei jede llnterstützung zugesagt worden, ebenso von allen anderen in Betracht kommenden Behörden: insbesondere erfreue sich die Ausstellung des wärmsten Interesses des Provinzial dircktors und des O b c r b ü r g e r m e i st c r s von Gießen. So sei mit Sicherheit aus die Erreichung der gesteckten Ziele zu hoffe»:

; 1. Wirtschaftliche Hebung der Aussteller aus Handwerker­stand und Industrie, ihre Stärkung im schweren Konkurrenzkampf durch Erweis ihrer Fähigkeit zu Qualitätsarbeit. 2. Erziehe­rische Ausgabe durch Vermittlung neuer Arbeitsmethoden an die Handwerksmeister und auch hinsichtlich der Besucher, namentlich ' durch Vorführung des Althandwerls, der Tätigkeit der Zinngicßer, Ziseleure und Nagclschmiedc. Tenselbcn Zwecken werde eine Ver­losung von Ausstellungsgegenständen im Werte von 30 000 Mk. dienen. Ferner sollen die Leistungen der Aussteller durch ein PreiS- richterkollcgium gewertet und hervorragende Leistungen durch Ver­leihung einer von dem heimlichen Künstler K ö d d i li g geschaffenen künstlerischen Plakette ausgezeichnet werden.

Architekt K o ck e r b e ck, der Gescktästsführer der Ausstellung, ergänzte die Ausführungen des Vorredners, indem er mehr aus die Einzelheiten dcS Werkes einging. Er hob die Schwierigkeiten hervor, die zu überwinden waren, che sich alles in den Plan der Aussteilungslcitung, Handwerk, Industrie. Kunst und Gewerbe gleichermaßen zu fördern, gefügt habe. Tie Einteilung der Ausstellung solle aus den drei Gruppen, Arbeit, Leben und Ge ist esp siege, beruhen. Tic erste Gruppe werde die Ab­teilungen Handwerk C31 Klassen), Kunstgciverbe (17 Klassen), Berg-, Hütten- und Salinenwesc» (20 Klassen). Mechanische Iw dustric (21 Klassen', Chemische Industrie (14 Klaiscn, und Ver­kehrswesen, llnsallvcrdütnug und Rettungstvcsen 0 Klassen) um­fassen Zur zweiten Gruppe gehören die Abteilungen Nahrungs­und Genußmittel (8 Klassen), Bekleidung (11 Klassen), Wohnungs­einrichtung sst Klassen), Gcsundheits- und Krankenpflege (7 Klassen) und Friedhosslunst >5 Klassen). In die dritte Gruppe werden sich endlich du- Abteilungen ErziehungSwcscn (7 Klasten), Kunst (4 Klassen) und Literatur (3 Klassen) teilen.

Der Vortragende lud darauf die Versammlung ein. mit ihm im Geiste einen R u n d g a n g über die Plätze und durch die Hallen der Ausstellung zu unternehmen und gab aut diese Weise, unter­stützt durch einen aufgebängtcn Logepla», sehr interessante Auf­schlüsse über die mancherlei Sehenswürdigkeiten, die den künftigen Beschauer in den verschiedenen Stockwerkelt der geräumigen Ge- bäude, in Pavillons und aut Rasenflächen erwarten. Großen Zulauf wird sicher der sog. Großhcrzogstuhl, ein Webstuhl mit 370 Ketiengänaen zu je 10 Fäden und mit 3,50 Meter Web­breite, finde», der die Taniastgcbildc für den Tarmstädter Hos erzeugt. Ebenso die sckiou erwähnten Althaudwerke, die Abteilung sür landwirtschaftliche Maschinen, die Bohrversuche der Hcyligcn- staedtschcn Metallbohrcr, der Betrieb einer Mustcrbäckerei, die monumentale Tövierkunst. eine Glasbläserei und Gießerei, die Darbietungen des Verkehrswesens, die Gießen al» den Mittelpunkt einer großen Wirtschaftseinheit vorsühren sollen. Obrrhesscn sei ja nicht bloß das Ursprungsland des blauen Basalts, als das man es so oft allein kenne, hier werde gezeigt werden, daß sich überall neues Leben regt und daß die Entwickelung pnsercr Provinz erst am Anfang stehe Auch die Notwendigkeit der L a h n k a n o l i sicrnn g,^ ihre Rentabilität und was damit in Zusammenhang stehe, werde zu gebührender Darstellung kommen.

Weiter schilderte der Redner in lebhaften Farben die Gruppe II: Oxbcn von den Nahruugs- und Gcnußmitteln angefangen, bis zur «ric'dhoiskunst. Die Tüchtigkeit gerade der k l e i n c n M e i st c r im Voaclsbcrg und ihre in aller Welt auerlanntc Heimat­kunst rückte der Redner ins rechte Licht und ging schließlich zur modernen Friedhosslunst über, die die Stätte der Toten aus einen' Orte des Grausens zu einem Platze stillen Gedenkens und ernster Sammlung machen will Die dritte Gruppe Gei »es - vtleae wird vor allem eine schone -Sammlung althcnncher Ge­mälde und Bilderarbeiten vorführen, werden doch in ihr Nanien wie Ubbelohdc Fries, Ködding vertreten sein. Heimische Zcitun- aen und Büchcrerschcinungen machen den Beschluß. Ter Bor- rraacnde schloß seine Ausführungen, indem er alle zu hingehender Mitarbeit auirici, ohne die allgemeine <2 n »I p a t h I e und Begeisterung werde die Ausstellung niik- Stückwerk blei­ben Erst dura, de» Austausch des Guten bestehe der Verkehr und die 2öklt

Die zündenden Worte beider Redner weckten lebhaften Wider­hall und freudigen Beifall. Daran schloß sich eine Aussprache, in der Herr K o ck c r b c ck noch einmal farbige Skizzen von der

Ausstellung erläuterte, Herr Krausmüller das Entgegen­kommen von Städte» wie Marburg und Hanau rühmte und noch­mals betonte, daß cs sich nicht um eine Veranstaltung vom OrtSgewcrbcoercin, sondern der Stadt Gießen selbst bandle. Herr Vuchdruckcrcibcsitzer Lange fragte an, ob nicht auch eine g c - w c r b l i ch - h i st o r i s ch c A u S st c l l u n g im Interesse der ans- gcstorbcnen oder dock anSstcrbcndcn Industriezweige beabsichtigt sei, um einen Vergleich zwischen Einst und Jetzt zu ermögliche». Herr Kockcrbcck erkannte den Gedanlen als äußerst begrü­ßenswert an, hob aber die Schwierigkeit seiner Ausführung her­vor. Aus eine Anfrage des Herrn Geh. Rat v. I bering teilte er seiner mit, daß man aus der Ausstellung allein elektrische Energie verwenden werde. Schließlich erwähnte er noch, daß man während der AnsstellungSzcit auf den Besuch verschiedener auswärtiger Gewcrbevereine, so dcS Mannheimer, rechnen dürsc. Auch sollten besondere sachliche Führungen, Vorträge und der­gleichen stattsindcn. Nur eines müsse er immer tvicdcr betonen: Ganze Mitarbeit, ehrliche Begeisterung ! Mit Worte» des Dan k e s konnte der Vorsitzende den Abend schließen.

die Aehaltsv rtiältnijse der Gberamtrrichter.

Aus Kreise» der akademisch gebildeten Beamten unserer Stadt erhalten wir folgende Zuschrift:

In der gestrigen Nummer Ihres Blattes geben Sie unter der llcberschristDie Gcbaltsrerhältni r der OberamtZrichter" einen Antrag des Abgeordneten Grünctvald (Gi-Üen und Genossen bekannt, der in letzter Stunde den Versuch tnächt, die Gleich­stellung der akademisch gebildeten Beamte» UN t e r st c r In st a n z, wie sic sich in den Vereinbarungen der Finanzausschüsse der Ersten und Zweiten Kammer und der Re- giernng in der Hauptsache durchgesetzt hat, wieder zu Falt zu bringe». Nach diesem Antrag sollen die Obcramtsrichter dadurch bedeutend über alle anderen akademisch gebildeten Beamten unter­ster Instanz auch über die Amtsrichter und Landrichter erhoben wcrocn, daß sic in ihrcnt pensionsiähigcn Endgchalt aut 8000 Mk. gestellt werden, also einen um 600 Mk. höheren End­gchalt als alle anderen akademisch gebildeten Beamten der glei­chen Instanz beziehen sollen.

Ter Antrag zeigt eine bedauerliche Geringschätzung oder Iln- keiinlnis des ganzen Bewcisniaterials, das von Seiten der aka­demisch gebildeten Lokalbcamtcn in der Gleichstellungssrage der Regierung, den Kaninicrn und der Oesfentlichkeit unterbreitet worden ist. Wir können und wollen hier die Einzelheiten nicht wiederholen, sonder» möchten nur die zwei mageren Vrtvcisgründe, die sich in einer bunten Erörterung über die Wichtigkeit des Amts der Oberamtsrichter finden, zurückweisen,

Tie Hessischen Richter beschweren sich in mehrsacher Hinsicht über Zurücksetzung, denn cs ist nicht zu verkennen, daß im Lause der Zeit die verschiedenen Gchaltssestsetzungen nicht überall der Stellung Und Bedeutung des Richtcramts gerecht geworden sind." So in der Begründung des Antrags, Wabrhcit aber ist ei, daß Nirgends im Deutschen Reiche die Richter den andern akade­misch gebildeten Beamten gegenüber in gleichem Maße begünstigt sind als in Hessen selbst nach der Besoldnngsvorlage, wie sic jetzt »ach den Vereinbarungen der Kämmern und der Regierung vorliegt. In Preuße» ist die Gleichstcliuug eine vollständige: Amtsrichter, Obcramtsrichter, Landrichter, Oberlehrer, Forstbeam- tcu, Medizinalbcamtcn - kurz alle akademisch gebildeten Bcamtcu rücken bis zum gleichen Eudgebalt vor <7200 Mk. plus ^ Woh­nungsgeld). In Hessen hat niau die Obcramtsrichter in zweifacher Weise gehoben, erstens indem man die Oberamtörichter der fünf großen Städte zu Amtsgcrichtsdircktoren mit Rang und Gehalt der Laudacricklsdireltorcn erhob, uns zweitens, indem man den Übrigen Oberamtsrichtern und dienstauisichtiührenden Amtsrick tern nichtvensioiissühigc Tienstzulagen von 300, 100 und 500 Mk. zubilligtc. Sieht das etwa wie Zurücksetzung aus? Ferner meint man die Gehälter der Obcramtsrichter mit denen der, Rcalschul- direktoren vergleichen zu niüisen und hält es sür unzuträglich und das Ansehen der Oberamtsrichter schädigend, wenn diese einen geringeren Endgebalt als die Rcalschuldircktorcn bezögen. Auch hier verweisen wir aus Preußen. Auch in Preußen sind die Ge­hälter der Realichuldirektoren höher als die der dienstaussichts- sührenden Richter. Warum soll etwas, ivas i» Preußen schon seit vielen Jahren besteht, in Hessen unerträglich sein?

Tie alademisch gebildclen Lokalbeamten haben trotz der be­deutenden Bevorzugungen der Richter, die auch die letzte Bcsol- dungSvorlagc ihnen gegenüber noch enthält, sich entschlossen, der Erledigung der Vorlage keine weiteren Widerstände entgegen z» setzen, weil sic doch wenigstens in den regelmäßigen Gehaltsstufen der akademisch gebildeten Beamten der untersten Instanz eine völlige Gleichstellung Vorsicht. Sollte daran aber eine Acndcrnng cintretcn, so würden sic jedes Interesse an dem Zustandekommen einer solchen Bcsoldungsordnimg verlieren und selbst ein Fortbe­stehen des Provisoriums vorzichen.

Ans (jcRcn.

(-) Bellersheim, 9. März, In einer sehr stark besuchten Bersainmlung, die von der Fortschrittlichen Volk spartet einberufen war, sprach am Sonntag Land- tagsabgeordnctcr U r st a d t über das Thema:Ter Bauer und sein Land in alter und neuer Zeit". Nach einem lleberl blick über die Geschichte des Bauernstandes, der in der Schildernng der Entstehung des Großgrundbesitzes gipfelte, legte er eingehend die Schäden des Fidciiommißwcsens dar und besprach die Notwendigkeit der inneren Kolonisation im Interesse der Wehrkraft und der Stcuerkrast des. Staates, im Interesse von Handel und Gewerbe, die an einen zahl­reichen, leistungsfähigen Bauernstand viel mehr Absatz hätten als an wenige Großgrundbesitzer mit ausländischen Arbeitern Er forderte auch in Hessen innere Kolonisation, d. h. Verkans oder doch wenigstens Verpachtung von großen Hosgüiern an die dabei liegende» Dorfgemeinden. Er zeigte, daß der von ihm im Landtag besprochene Fall von Liud- heim lind der von Bellersheim nicht vereinzelt daständen, sondern thpisch seien sür viele obcrhessische Orte. Der Bund der Landwirte versage in dieser Frage vollständig) er nehme die Fideikommisse in Schutz. Als er die Hoffnung aussprach, daß die hessischen Führer des Bundes im Landtag sich von dem Einfluß derecht preußischen Leute" freimachen und sei» Vorgehen zugunsten der Bauern unterstützen würden, verrieten zahlreiche Zwischenrufe den Unglauben der Ver­sammlung. Durch lebhaften Beifall zollte'man dein Redner Dank, den der Vorsitzende und sämtliche Diskussionsredner noch besonders in Worte kleideten.

rcirchc »nd Schule.

Tie Lücken im Kardinolskollcgium. TieBaper. Staatszcitung" schreibt zu den ,n den Roihcn des Kärdinalskollc- giums entstandenen Lücken: Tic öisentlichc Meinung Tcutschlands bcschästigtc sick bereits mit der Tatsache, daß die Katholiken dcS Deutsche» Reichs durch den Tod des Kardinals von Kovv den letzten Vertreter im Heiligen Kollegium verloren haben. Es ist 0,cs ein Zu­stand, der, wie wobl nicht verkannt werden kann, aus die Tauer toohl kaum haltbar erscheint. Ihm abzuhelscn, dürfte für

den Heiligen Stuhl der Gcgeustaud ernster Sorge sein, Tic kirch­lichen Verhältnisse Tcutschlands int allgemeinen und des deutsche» Katholizismus int besonderen wurden durch die bekannten Ereignisse der neuesten Zeit verwickelter denn >c, Tie Berusung einiger Mit­glieder des deutschen Episkopats in das Kardinalskollcgium w ü r d e eine wertvolle Bürgschast dasür bedeuten, daß die in Betracht kommenden wichtigen Interessen Deutsch- lauds, soweit an ihnen der Katbolizismnis beteilig:! ist. an der maßgebenden kirchlichen Stelle entsprechende Berücksichtigung fin­den. 'Auch andere Staaten »nd Länder legen mit Recht Wert darauf, ihre Nationalität in dem Heiligen Kollegium vertreten zu wissen. Es ist da ru m z u Iv ü II sch cII, daß diese Frage in nicht allzu seiner Zeit einer den Interessen Tcntschlands gerecht werdenden Lösung cntgegengcführt wird.

Spset-

Siegreiche Gießener S ch wimine r. Zn bem in­ternationalen Wett - Schwimmen und Springen in Franksurr am 6. und 7. März hatte auch der Schwimm und Wassersport» Verein Gießen einige Wettkänivier entsandt. Ans allen Tei­len Deutschlands: Berlin, Bonn, Magdeburg, Mannheim, Karls­ruhe, Stuttgart, München n. s. ß, waren die Teilnehmer zum Wettkamvic herbcigccilt. Durch die Beteiligung erstklasiigcr Wett- känivicr gestalteten sich die einzelnen Austragungen äußerst ivan- ncnd und interessant. Umsomehr ist cs anzuerkenncn, tvcnn cs den von dem hiesigen Schwimm- und Wassersport-Verein gemeldeten Teilnehmern gelang, trotz der sehr starken Konkurrenz, aus 6 Wettkämvscn 5mal siegreich hcrvorzugehcn und zwar 2mal mit dein 1 lmal dem 2. und 2 mal dem 3. Preis, Herr Gust. Hocscls errang bei dcnt Kürivringen außer dem ersten Preis noch eine besondere Anerkennung. Tie erhaltenen Preise sind eimge Tage In dem Blumenhaus Dictz ausgestellt.

Tie Marktpreise sür Vieh nud Frucht nud die tzüeßeuer Fleisch- und Brotpreiie

an, 8. März 1814.

Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M.

Fleischoreiie >» Gießen

Ochsen

50 Kg. Schlachtgewicht

l, Kg. 92100 Psp

5792 Mk.

Kälber

' , Kg. Schlachtgw. 81-102 Vi.

7, . M-n .

Schweine

'/. . . 62r,i; .

'/, , 75 96 .

Cetreidepreise in Mannheim

Vrotpreise in Gießeir

Weizen 100 Zig. 20.25-20.75 Mk. Roggen 100 Kg. 16.2516.50 Alk.

Weitzbror 2 Kg. 62 tzfg., Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

5n der Zohanneskirche.

Mittwoch, de» II. März, abends 6 »dr: S. PaflionSaudachl.

Piarrer Bechtolsheim er

israelitische Religionsgesellschast.

Eotteidienft.

Mittwoch, de» 1t. März 1814 morgens 0.45. Donnerstag, den 12. März 1814:

P >l ri m,

Vorabend 6,15, morgens 6.15, nachmittags 4.88 Uhr.

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Meteorologische Beobachtungen der Ztation^Siehen.

März

1914

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Wetter

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Bew. Himmel

9. 8

736,6

8.9

6.7

78

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2

9

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10. 7"

733,8

110,3

8,7 !

93

SSW

4

9

Regen

Höchste Temperatur am 8. bis 9. März 1914 ---- -f- 12,5 ®C. Niedrigste , »8. ,9. 1914 = -j- 8,9* 9

Niederschlag: 1,3 min.

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gesunden Körper ein gesunder Seist.

Wer kennt sie nicht, diese goldene LebenSrcgel der Römer, die durch Jahrhunderte ihre Geltung ü vehalten Hai? Wer geistig'frisch und rege bleiben, wer etwas tüchtiges leisten wist, für den ist ein kräf­tiger, fester Körper die erste Notwendigkeit, der muß Muskeln und Knochen so stark haben, daß sic etwas vertragen können. Bei allein was man tut, dies zu erreichen, wird das Entnehme» von Scotts Etnulsion sehr ratsam sein. Dieses leicht verdauliche, auch von Erwachsenen gu! zu nehmende Kräftigungsntiltel ent­hält in seinen Bcstandlcileii hanptsächnch Leber, trän mit Kalk- und Nalronsalzcn für Muskel- uno Knvchcnbiidung wichtige Rohstoffe, welche in der Form von Scolls Emulsion auch voll ausgeiintzt werden, Scotts Emulsion regl die Eßluft an, be- i

wirkt Zunahme des Gewichtes »nd Hand in Hand j

damit eine allgemeine körperliche Ertüchtigung. [CO/,, Man achte auf die bekannte Schutzmarke Tcr Fischer mit dem Torsch!

Fröhlich begrübt man die ersten Knospen,

und die uralte syreude an der Natur treibt die Vieuscheu hinaus aus der Enge der Hauser. Grundsatz aber sollte sein sich nicht nur mit Vorsicht au kleiden, sondern auch die empfind­lichen Schleimhäute der Luftwege gegen krankhafte Neigungen au schützen-indem man einige von Fans Sodeuer Mincral-Pa- mllen mit auf den Weg nimmt. Die Pastillen ünd angenehm im Geschmack, beauem in der Anwendung und sicher in der Wirkung. Man kauft sie in allen Apotheken, Drogerien 2 c. für 85 Pfg7 Doch achte man stets aus den Namen Fan und ans den weihen amtlichen ttontroflftrencn des Bürgermeister Amtes und dcs GcnteindcratcS zu Bad Soden a.Taunus. M, is