Ernc Hatmnrr bat beschlossen, biete Bestimmung ,n streichen. Der F«u,„rauSich«ß der Zweiten Kammer beharrt bei dem Beschluß de, Zweiten Kammer. Nach Protokoll 18 vom 10. Febr. 1914 lat das Mitglied der Ersten Kamincr, .Herr Lanögerichts- vräiidenl De. Langen, beantragt: Oberamtsrichtcr erhalten von der AutrückungSstuie 7 an den Gestalt der Direktoren der Real schrilcn, jedoch kommt damit die stellen,»läge in Wegfall.
Dieser Antrag dient dem gleitl>eii Zweite Ivic der gegcnwär-, rige. Er »erweist nur iNSVcsondcre darauf, dass die Direktoren der di ca I schulen mit einem höheren Endgchalt abschlictzcn als die Dberamtsricl ter.
Die hessischen Richter beschweren sich in mehrfacher Hinsicht über Zurücksetzung und es ist nicht zu verkennen, dass im Vautf_ der Zeit die verichiedenen Gedallsiestiettungen nicht überall der.Stellung und Bedeutung des Richterstandes gerecht geworden sind. In der Tat übt der Richter das vornehnlsic Amt im 'Staate aus, die Rechtivrcckmng im Namen des Laiidesherru. also königliche 'Gewalt. Aus seiner Unabhängigkcil, seiner Stellung und seinem Ansehen beruht weientlich die Rechtsordnung. Tic inirlich.aiiltchc Selbständigkeit und die Stellung des Richters drückt sich, wie die Derhältnissc liegen, durch das Gehalt aus. Durch dasielbe lennzcick net sich der Rang und bedingt iich das Ansehen. das der Richter in der Bevölkerung genießt. Gilt dies von den Richtern ,n> allgemeinen, io haben die Obcramtsrichtcr, namentlich diejenigen, welche den ländlichen Amlsgerichten vorsteben, eine besonders wichtige, einflußreich»: und für das Ansehen der Staaisgeivalt bedeutsame Stellung. Ter Oberamtorichter, der Jahre und 'Jalirzestntc an ein und demselben Platze loirkl, verwächst mit der Bevölkerung, die zu ihm als ihrem Freunde und Berater mit Vertrauen und Achtung kniporlteht. Seine Tätigkeit ist eine vielgestaltige und verantwortungsvolle. Er ist Leiter des amt- lieben Betriebes, ist mit der Dienstauiiicht auch gegenüber den anderen Richtern betraut und hat Diszivlinarhefugnisie gegcn- libcr dem übrigen Gerichtspersonal: er ist immer im Amt, fcmc Verantwortung und jeine Bereitichait hört nie auf, er muh zu tedcr Stunde des Tages und der Nackt inan denke an Testomeiitc, tragische Ablcbensjäjte und dergleichen dienstbereit sein. Da» man einen derartigen Staatsbeamten zurücksetzt hinter andere staatliche Funktionäre am Orte seiner Wirksamkeit und da» man damit auch lein Ansehen und seine Würde hcrabdrückt — das nnrd die BevöSeriing nicht verstehcit. Wir stimmen zu der Erhöhung der Gebälter der Realichuldircktoren und der andcren akademisch gebildeten Lokalbeamten, wir halten cs aber gerade ini Staatsinteresse sür untunlich» da» eine Ungleichheit zwischen diesen Beamten und de» OberamlSrichtcrn z»m Nachteil der letzteren Platz greift.
Man Möge daran denken, da» i» einer kleinen Landstadt diese Dinge außerordentlich: ickars zum Ansdruck gelangen, da» das Ansehen und die Geltung der Beamten unmittelbar beeinflußt wird von derartigen Untersckneden. Eine Belast trug der Staatskasse durch Annalnnc unseres Anlrags wird nicht ln nennenswerter Weise hervorgeruien, da bereits nach den Befchlünen der Zweiten Kammer sine Stellenzulage beschlossen ist, die zusammen mit dem Endgehall dem Betrag von 8000 Mk. nahe Ion,int. Unser Antrog soll lediglich bezwecke» die Vermeidung einer Herabsetzung, welche die Sberamlsricklcr nach ihrer Bcrgangcnbefl, ihren Vcr- diensie» und der Bedeutung ihres Amtes nicht verdienen.
Au» Stadt und Land.
Gießen. 9. März 1314,
Zum Konkurs der Geivcrbebank Lollar.
Zn der G l ä u b i g c r v c r l o m m I u n g voin 2. März wurde lestgeftellt, da» der Verlust 700 000 Mk. beträgt. Da von 'ämklichcn 100 Genossen »ur etwa 7 so vermögend sind, dah sic inehr als den aus 10000 Ml. erhöhten GeschästSanlcil bezahlen können, wurde aui Vorschlag des Konkursverwalters die von allen Genosse» zu leistende Vorschußzastlungausje 100 000 M k. s e st g e s e tz t und sür vollstreckbar erklärt
Trotz dieser ungeheueren Summe» Utld trotzdem sänitlichc Genossen durch den Zusammenbruch der Bank ihr ganzes Vermögen verloren haben, wird nur wenig beiziitreiben sein, weil die meisten Genossen geringe Leute sind. Die Beitreibung gegen die Genossen vollzieht sich in der Regel durch Psändung und zwangsweise Verwertung des ganzen Mobiliar- und Jinmobiliar- Vermögens, wodurch natürlich die wirtschaitliche Existenz aller Genossen vernichtet wird. Auherdein aber würde dieses im Gesetz allein »orgesehene Vorgehen auch die Gläubiger schädigen, weil sich wohl schwerlich Käufer sändeu und dadurch eine starke Entwcrtuyg aller Aktiven eintretcn würde.
ES ist daher sehr dvnkcnswert, daß KonH,rsvcrwaltcr und Gläu- bigerauSschuß sich bereit erklärt haben, mit den einzelnen Genossen und Schuldnern A blind ungsverlrägc zu schließen, um einmal deren wlrtschastliche Selbständigkeit zu erhalten und andererseits der Konkursnianc sichere, dem wahre» Werte des Vermögens der Genossen entsprechende Summen zuzulühre». Zn gleicher Weise soll he, denjenigen Genossen vcriahrcn werden, die bereits in Kon lurs geraten sind, weil sie Vermögen beiseite zu bringen versucht baden oder von ihren anderen Gläubigern zu sehr gedrängt wurden.
Die anwesenden Gläubiger und Genossen haben dieser Erklärung freudig zugestimiin und es ist daher zu hassen, daß sie zum Wahle aller auch zur Ausführung gelangen. Tics wird sicherlich der Kall sein, sofern die beteiligten Genossen ohne Bevorzugung irgend eines andcren Gläubigers frriwillig bereit find, alles das- letekgc zu lciften, zu dessen Leistung sie imstande sind.
Da aber trotz alledem die Gläubiger der Genossenschaft, unter denen sich viele arme Leute bessndcit. d>e ihre Sparpsciinige der Gc- werbebank anvcrtraut hatten, den größte» Teil ihrer Forderungen verlieren werden und auch aus Auszahlung des Restes bis zur Beendigung des KonkurSvenahrens also noch salwelang warten müßten, beabsichtigt die Konkursvenvaltung einen Hilssvercin ins Leben zu rufen, in gleicher Weise, wie dies bei den großen Genossenschaitskonkursen i» Sbcrmockstadt und Ricdermodau geschehen ist, wo die Hilssvcreine schon so segensreich gewirkt haben.
Cs ist zu hassen, da» die Verwaltungsbehörden sowie größere Geldinstitute sich bereit flnden werden, nach Ärgsten dabei mitzuwirken. um die Notlage der bedauernswerten Beteiligten nach Möglichkeit zn lindern.
*' Ernennung Der Großherzog Hut am Samstag den^Obersteuerkontrolleur Fknanzasiesior Theodor Franz zu Friedberg vom 1. April d. I. ab zum Finanzomtinann bei dem Finanzamt Ofsenbach I ernannt.
" Offene Lehrerstelle. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle zu Lardenbach, Krci« Schotten. Mit ihr ist Organisten- und Vorlese- dienst verbunden. Das Präsentationsrecht steht dem Grafen zu Solms-Laubach zu.
**DasB«fahreiidcrEiscnbahn Übergänge. TaS Großh. Kreisamt schreibt uns: Tic Ui,fülle auf etek- lrischen nnd sonstigen Privatbahnen zeigen, daß die Zahl der überfahrenen Fuhrwerke im letzten Jahre n i ch t z u r ü ck g e g a nd c n ist. Auch die König! Preußisch»: und Großh. Hesitsche Erscnbahndirektion Mainz und die Kgl. Preußische Eisenbahndircktlon Frankfurt a. M. bemerkten, daß sic auf den unter ihrer Verwaltung stehenden Nebenbahnen dieselbe Wahrnestinmrg gemacht haben. Die meisten dieser Unfälle sind auf die Fahrlässigkeit der Ge- schirrführer zurückzuführen. Das Großh. Kreisamt Gießen hat deshalb die Großbcrzoglichen Bürgermeistereien angewiesen, durch ortsübliche Bekanntmachung erneut auf die Gefahren hinzuwersc», die durch Unaufmerklamkeit beim Befahren von unbewachten Eiscnbahnübergangen cntsteben ** Die Abend -und Pas stonsgottesdirn sie. Seit Sonntag nehmen in Gießen die Abendgottetzdienstc um 0 Uhr ihren Anfang. Auch die Passionsgottesdienstc beginnen zu dieser Stunde. Der nächste Passionsgottesdicnst findet Mittwoch, den N. März, in der Johann cskirche statt, die werteren Passionsgottesdienste werden in der Stadtkirche gehalten.
** Güter recht» realster. Allgemeine Gütergemcrn- f ch a f t haben vereinbart: Johannes S ch t s e r II., Landwirt, und dessen Ehefrau Katharine geh. Rebschcr in Airlenbach. — Er - r un g^e n s ch a stSgemcinschast haben vereinbart: Scbast.
Joses Schmitt, Kaufmann zu Gießen, uild dessen Ehefrau Fran- zisla Margarethe Elise geh. Wirsig, Landwirt August Wilhelm Schmidt „nd dessen Ehcsrau Amalie geh. Münzner zu Wisselsheim, Schmied Karl Kehr und dessen Ehefrau Elise ged. Müller in Heimertshausen. Heizer Wilhelm Tamm und seine Ehesrau Elise geh. Map in Altcnburg. — Gütertrennung haben vereinbart : Steinhaucrgeselle Ludwig Schnecke! III. zu Londors und seine Ehesrau Eliiabcthe Schncckcr geh. Lich, Gärtner Nikolaus Vetter in Kirch-Bccrsurth und dessen Eheirau Katharina geb. Hönig, Friedrich Rubbert II., Hilksarbciter, und Christine geb. Becker in Mainz, Ludwig Bicrau IV. zu Lollar und dessen Ehefrau Elisabethe geb. Schmidt, Maurer Wilhelm Krauß und dessen Ehesrau Marie geh. Weidner zu Bad-Rauheil», Friedrich Recht und Ehefrau Elisabeth geb. Ursprung von Hainstadt. — Carl O ti m , Restaurateur in Gießen und dessen Ehefra» Mar» geb. Bener, Johannes Kutscher, Schlosicrmeistcr zu Lollar, iinWdcsscn Ehesrau Katharine geh. Schmidt. — Errungcnscbaitsge- meinschast haben vereinbart: Schniiedemstr. Phil. Röder III. in Bickenbach und dessen Eheirau Margaretha geb. Freund, Heinrich Sauer von Atzenhain und seine Eheirau Helene Tauer geb. Weiß, Kauimann Wilheln: tzottcs und dessen Ehesrau Margarete Jo- hannctte geb. Rai» in Groß-Zimmcrm
** Grund st tcksvcrkehr. Grundstücke zu Lorsch, die aui, den Namen des Balthasar Rö h rig I. „nd betten Ehesrau Elisabeth« geb. Dictsch zu Lorsch eingelrageit waren, sollen Montag, den ll. Mai 1914, vormittags 9 Uhr, durch das Amtsgericht Lorsch im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. — Grundstücke zu H c r g c r s d o r s, die auf den Namen des Heinrich Ritter I. cingctrageii sind, sollen Mittwoch, den 29. Avril 1914, nachmittags 2' -> Uhr, aui dem Geschäftszimmer des OrtsgerichtS zu H c r g e r s d o r t im Wege der Zwangsvollstrcckuug versteigert werden. — Grundstücke zu L a n g e n b c r g h c l m , die aus den Namen des Friedrich Gustav Böhler und dessen Ehefrau Fda geh. Schädel in Laiigeubergheim eingetragen waren, solle» Montag, den 20. Avril 1911, nachmittags 3 Uhr, aut dem Rathauic in Langcnbcrgheim im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert tverde». — Grundstücke zu Schimsheim, die aui den Namen des Ferdin. Schmitt, Philipp Schmitt, Friedrich Schmitt, Jakob Schmitt, Ernst Ludwig schmilt, Rosina Schmitt, Wilhelm Schmitt, alle in Schimsheini, eingetragen waren, sollen TonnerSiag, den 30. Avril 1914, nachmittags 2V. Uhr, in der Wirtschaft von Kiefer zu Schimsheini im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden.
** Konkurse in Leiten Das Konkursveelabren über das Ber- uwgen des Beter W e r n e r s b a ch V. und denen Eheirau Anna, geb. Dielcnbacb in DittelSbeim ist einaestellt da eine den Kosten des Verfahrens enlsvrecbendc Masse nicht vorl,rüden ist. — In den, Koukursversahre» über das Berniögen des Gastivirls Georg Wicht in Hast »lein ist der Echlnßtermin auk Freiing, 3. '21 pril 1914, varmittaas 10 Uhr, vor dein Großh. 'Ainlsgericht Zwingenberg, Zimmer Nr. 8, bestimnit worden.
Kreis Kriedber-,
8 B a d - R a u h e i m, 8. März. Ein zur Kur hier weilender K oloiiialbeamtcr hat sich in seiner Wohnung in der Mottkestraßc erschossen. Die Beerdigung, der eine Anzahl zur Kur hier anwesender Soldaten des'Militarknr- hanscs beiwohnten, erfolgte gestern auf dem städtischem Friedhof.
s. Butzbach, !>. März. Die geplante elektrische Bahn Butzbach—Bad-Nauheim scheint setzt ernstlich in Angriff genommen zu werdet» Wie wir hören, hat Bürgermeister Gei- bel aus Ober-Mörlen eine Versammlung anberaumt, um über diese 'Angelegenheit zu verhandeln, wozu er auch! die Gemeindcvertreter der in Betracht kommenden Ortschaften eingeladen hat.
t. !V i l b el. 9. 'März. Zu dem bereits berichteten Ra u b- anfall au der Steinmüble bei Ober-Erlenbach wird noch folgendes gemeldet: Der schwerverletzte Simone w s k y , der mehrere Tage bewußtlos war, konnte am Samstag vernommen werden. Er gibt an, von 3 Männern überfallen worden zu sein. Der eine habe ihm mit einer Flasche auf den Kopf geschlagen, so daß er vom Wagen hcruntergesallei, sei und das Bewußtsein verloren habe. Von den Tätern habe er niemanden erkannt: einer davon sei mit einem blauen Metzgerkittel bekleidet gewesen. Der Fürsorgezögling Otto Schalls soll als der Tat verdächtig verhaftet worden sein.
8 S t e i n f u r t h, 8. März. Ein junger Mann, der seinem Vater vor einiger Zeit einige hundert Mark entwendet und sich damit in der Fremde herumgetrieben hatte, wurde heute sestgcnommen und nach Bad-Nauheim gebracht. Nachdem das Geld verbraucht war, war er nach hier zurückgckehrt. Ter junge Mann soll früher schon geäußert haben, er ginge einmal zur Fremdenlegion.
Hochwasser.
Mannheim, 7. März. Der Wasserstand des Rheins und des Neckars ist in der vergangenen Nacht ganz beträchtlich gestiegen. Beide Flüsse führen Hochwasser. Nach den uns zugogangenen amtlichen Nachrichten ist der Rhein in der vergangenen 'Nacht angewacktsen: in Hünlugen von 1,83 auf 2,c8 Meters in Kehl von 2,51 aus 2,69 Meter, in Maxau von 4,26 auf 4,88 Meter und in Mannheim von 3,50 auf 4,90 Meter. Ter Neckar stieg bei Heilbronn von? 5, d. M. bis heute früh von 1,75 auf 2,65 Meter und bei Mannheim in der vergangenen Nacht von 3,68 aus 5,81 Meter. Der Neckar hat wette Gebiete des Neckarvorlandes überschwemmt und sührt Treibholz mit sich.
Frankfurt a. M., 7. März. Ueber den Wasserstand des Mains lverden folgende amtliche Daten belanntaegeben: Bischberg 4,35 Meter (letzter Stand voin 5. d. M. 1,55 Meter), Schwciusurt 3,02 (1,85) Meter, Würzburg 2,50 (1,78) Meter, Lohr 3 <2,19: Meter, Asebasfenburg 2,94 (2,25) Meter.
Ha n a u, 7. März. Die Kinzig führt Hochwasser, das an ctiizelnen Stellen bereits über die Ufer getreten ist. In Langenselbold ist infolge des .Hochwassers die Straße nach dem Bahnhos bereits unpassierbar.
Vas Lawinenunglück am Grtler.
Innsbruck, 7. März. Der Kaiser hat durch seinen Generaladjutanten dem Korpskommandantcn Dank! seine schmerzliche Teilnahme an dem Schiunglück ausgesprochen, die Geretteten beglückwünscht und anfragen lassen, in welcher Weise etwa Angehörigen der Verunglückten durch allerhöchste Unterstützung geholfen werden könne. — Heute ist beim Korpskommando ein Bericht des überlebenden Leutnants Gaidos über den Hergang der Katastrophe cingetrosfen. Danach befand sich die Schipairouillc unterhalb des Stein- mankcls, als sich von der Höhe des Tabarelta-Joches, gerade über der Patrouille, eine Schnecsckicht loslöfte, welche mit großer Geschwindigkeit zu einer furchtbaren Lawine anwuchs. Sofort wurden Signalschüsse abgegeben. Doch ehe die Pa trouillc erkannte, woher die Gefahr komme, wär sie bereits unter der Lawine begraben Gaidos und vier Monn, die sich am Rande der Lawine befanden, konnten sich aus den Schnccmasscn hcrausarbeilcn. Gaidos erkannte, daß eigene Kraft und die seiner Leute zur Rettung der Kameraden nicht ousreichte und eilte deshalb zu Tal, um Hilfe zu holen. Aus halbem Wege begegneten ihm Bergführer, die die Kata
strophe vo« Trasoi loahrgenommen hatbcn. Die gestern geborgenen 10 Leichen lagen in ziemlich langen Ab stänken voneinander und wiesen größtenteils schwere Knochcn- brüche auf,
Ruch amtlichen Meldungen sind sämtliche I 1 Schifahrer leichen nach Trasoi gebracht worden. Der osfizielle Bericht des Lcutnaurs Gaidos besagt, frühere Meldungen ergänzend: Um 4 Uhr nachmittags, als die Spitze der 'Abteilung unter Beobachtung aller Vorsichtsmaßregeln ungefähr 100 Meier unterhalb des Tabarettajochcs angäangl war, kam die ganze Schneedecke in Bewegung. Gaidorf hörte bei vollkommener Finsternis ein furchtbares Donnern und Sause:,. Eine Zeit- lang konnte er sich an der Oberfläche der Lawine behauvten: als aber von der Tabarettaspitte eine zweite Lqwinc nieder ging, wurde er von dieser begr. den und weiter bergabwärts gerissen: er verlor jedoch nicht o - Besinnung nnd arbeitete sich an die Oberfläche. Das Schne. selb mar vollkommen leer. Nach einiger Zeit bemerkte er ctlosts höher einen Landcs- schützen, dem es ebcnialls gelungen >oar, sich hvrgusznarbei- ten. Die beiden bemühten fick sofort um die Verunglückten. Gaidorf hörte in der Nähe :tiöchcln. Er scharrte mit den Händen den Kopf eines noch lebenden zweiten Landesschützen heraus. Nach weiteren Bemühungen gelang cs, noch zwei Kameraden hcrauszugraben. Oberleutnant Löschner, der ebenfalls ansgefunden wurde, konnte man nur als Leiche herausbckommen. Um 8 Uhr abeuds, als es vollständig dunkel war, stellten die Geretteten ihre Arbeit ein und nächtigten in einer nahen Edclwcißhütte. Frühmorgens kamen die ersten Bergungsmannschaften aus Trasoi nnd andcren Ortschaften.
OcrmHfbte*.
* Auf dem Rittergut Charlottenthal bei Krakow in Mecklenburg, de», Generalmajor v. Sihmidt- Panli oehärig, wurde das V ic hhaus vollstäicktia ein- geäschert. Etwa 100 Rinder kamen in den Flammen um. Ter Stall mit den wertvollen Rennpferden konttte gerettet werden.
* Eine H o ch st a p l c r i n. In München wurde eine Schauspielerin, Anna Fänickc aus Berlin, verhaftet, die unter dem Namen erster Berliner Schauspielerinnen und Sängerinnen zahlreiche Familien brandschatzte.
* Grubenunglück. Aus Jekaterinoslaw wird unterm 7. März ocmeldel: Fn der Orlowo-Grube in Jele- nowski im Distriki Slawia,wscrbsk öffnete ein Arbeiter seine Sicherheitslampc, uni sich eine Zigarette anMzündcn. Im gleichen Augenblick erfolgte eine Explosion, wodurch 24 Arbeiter getötet winden. Zwei wurden gerettet einer wird vermißt.
* Ertrunken. 'Aus Großkuhren (S«nnland. 7. Marz, meldet ein Privattclegramm: Gestern abend ertranken auf einer Fahrt, die sic von Großkuhren aus in Sec unternahmen, die Fischer Ballgaen und I. M«rp. Zwei andere Fischer, die mit in demselben Boot waren, konnten gerettet werden. Die Ertruntenen hinterlassem Heide emc zahlreiche Familie, einer von ihnen acht Kinder.
* Deutsche Industrie in England. Die neueste Kohlengrube im Bezirk Doncaftc^r wird fast ganz nach deutschem Muster eingerichtet. Der Schachtbau »nd die Errichtung der Fördermaschinen, die Ml wer Millionen Mark kosten, werden von der Rhemisch-iWest- sälischcn Schachtbaugesellschast in Essen ansgcführt werden. Die ganze Maschincnanlagc und Ausrüstung wird ans Deutschland kommen. Jeder Schacht wird eine unabhängig arbeitende Fördermaschine erhalten, die zn gleicher Zeit zwei Förderkörbe heben kann. Dadurch wird eine tägliche Förderung von 4000 To. Kohlen aus jedem Schacht ermöglicht. Diese Einrichtung ist neu für England. Ein Musterdorf für Bergleute soll nach deutschen Erfahrungen angelegt und ferner ein Zentralbad ebenfalls nach deutschem Muster am Grubencingang errichtet werden.
* Fräulein Hausknecht. Aus Hamm wird gemeldet: Vor kurzem vervstichtete ein Gastboisbesitzer a>:i Grund einer Anzeige einen jungen Hansbnrsche», der tickt, nachdem er eine Zettlang seine Obttegenheiten zue größten Zniriedenbeü ersullt halt«, als ein junges Mädchen ans Düheldori entpnople, da? seinen Eltern durchgebrannt war, angeblich iniolge einer Liebesangelegcnbeit. Die Sache kam heraus, als der Gatlhoisbcsitzer wegen der »och iehlcnden Paplere des Hausburichen an dessen angeblichen Pflegevater in Tiilleldor: schrieb. Als dieser — es war der richtige Vater des Mädchens — daraushin Wort nach Hamn, kam und in dem Haus- bnrschen den EntHibrcr seiner erst 13,ädrigen Tochter zu sassen hasste, iand er in de», Hausburschen die gesuchte Ai^,einerin. Sic : alle sich in Dülieldori ihren prachtvollen blonden Zopi abschneide» lassen und sich mit bisse von 200 A!k^ die sie ihrem in sehr an- gescbener Stellung benndlichen Vater entwendete, in einen jungen Mann verwandelt. Nicht wenig überrascht waren der Gaslhois- betltzer und seine Gäste, die natürlich keine Ahnung hatten, daß der flotte Hausbursche ein Mädchwar, obwohl es ihnen ausfiel, als er eines Abends sich als vorzüglicher Klavierspieler zeigte.
Frilfe für Hstbmatikcr.
Kein Mittel hat solch rasche Wirkung und ist von solch ver-- mancntem Erfolg bealcitet wie Astmol Asthma Pulver, wie dies auch in nachstehendem Schreiben bestlitiat ist. „9rf> litt 10 Jahre an Asthma, konnte oft Nächte nicht schlafen und am Tage nicht arbeiten. Seitdem ich Astmol'Astbma Pulver gebrauche, bin ich sozusagen gan-, davon befreit. Möge Gott, dah noch Manchem durch dieses Eitel Heilung gebracht wird. Lydia Becker, Geressen b. Horchen a. Sieg."
in /Str»mon. 40, Grindel rob. 10, Bol. laric 10.\ e , x . .
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Ein enthülltes Toilette-Geheimnis.
<?m interview.
Eine berühmte Pariser Sveztalistin der Schönheitspflege, die sich vor kurzem vom Geschäft .uriickgcFogcn. nachdem sie durch eine erfolgreiche Behandlung welkgemvrdener, unschöner Geuchrshaut sich ein hübscher' Bermögen verdient hatte, gewährte mir jüngst ein Interview. Mir lag natürlich sehr daran, die Natur des Geheim« mittels zu erfahren, das ihr einen solchen Erfolg verschayl hatte. Ich muhte indessen hören, dah sie überhauvt kein Geheimmittel sür den Teint besitze. „Ein unschöner Teint", sagte sie, „ist fast jedesmal auf eine überrnähige Anhäufung der feinen Hautvartikel zurückzu- führen. welche die Evidernüs bilden. Die überflüssigen, abgestorbenen Partikel sind die Ursache aller Linien und s>-ältchen, aller Unreinnv fetten der Gesichts haut, ihre vergilbte Färbung bildet den mih- sarbenen Teint, und sie verdecken dabei die darunter benndliche junge, irische Haut.
Mein Erfolg t,'t lediglich der Entdeckung jzu^uschreiben, dah etn einfaches vegetabilisches Lösungsmittel, das sogenannte ParinolwackS diese vcrbäneten. abgestorbenen Partikel in milder Weise entfern! und der GesichlShaut ihren warten, jugendlichen Hauch wiedergibt Das kann jede Dame selbst nuSführen. Parinolwachs kann man in jeder Avotheke oder Drogerie bekommen — am besten eignet sich ^reines" Parinolwachs dazu — und man braucht es nur abends in etwas liberaler Weise aufzutragen: wenn man es dann morgens mit warmem Wnsier abwäscht und mit einem weichen Tuch trocknet, wird man finden, wie viel reiner und weicher die Haut geworden ist. Eine drei- bis viermalige Wiederholung des Verfahrens vervollständigt die Umwandlung." Allen Damen mit mißfarbener oder runzeliger Gesichtshaut rate ich, dies einmal mit reinem Parinolwachs probieren. Aus eigener Erfahrung weih ich, wie erfreulich das Resultat ist. M. H. [ 3283 m


