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Nr. 57

Der «leßener Anzeiger

erscheint täglich, außer Eonntags. Beilagen: viermal wöchentlich «ietzenerzamilienbiätier: zioennalioöchenck.Xtei;^ dlatt kür den Ureis Siehe» «Dienstag und Freitag,: zweimal inonatl. land- wirlichaslliche Seitsragen ckernivrech - Anschlüße: iär die Redaktion 112, Serlag ». Gjpeöition 51 Adresse iür Depeschen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen >ür L«e Tagesnummer bis vormittag; 9 lihr.

Erstes Blatt W4» Jahrgang Montag.

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General-Anzeiger für Oberhessen

Rolationsftrarf und Verlag der Brühl'schen Univ.Rllch- und Zteindruckerei R. Longe. Redaktion, Erpedition und Druckerei: Lchulftratze 7.

y. März

Bezuqrprct»:

inonatlich75Pspierlel- jghrlich Mk. 2.20: durch Abhole- ». Zweigstellen monatlich 55 bl.: durch diePost 'Mk.2. viertel» jährl. ausschl. Bcstellg. Zeilenpreis: lokal löPfi ausivärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich iür de» volit. Teil: Slug. Goetz; sür .Feuilleton^, ,L«r- inischtes'und.Gerichls- saal": Karl Neurath; iür .Stadl und Land": Kurt Bendt; sür den Aiizeigentcil: H. Beck.

Die heutige Nummer umfatzt 12 Seiten.

Tageokalcndcr ans dem Jahre 1814.

9. März: Beginn der zweitägigen Schlackt bei Laon, morgens um 3 Uhr, Napoleon kämpft gegen Blücher, Bülow und Wintzingerode.

Der ttamps um den roten Hut.

Von einem gelegentlichen Mitarbeiter.

Ein altes Wort der Römer sagt, das; die Kardinale immer zu dreien sterben. Dieser Aberglaube hat sich nun die letzte Jahreswende bestätigt. Es starben im Laufe von sechs Wochen Kardinal Ramvolla, Kardinal Orcglia und dann der 76jährigc Kardinal Gcnnari, der Präfekt der Kon­gregation der Konzilien. Das heilige Kollegium zählte in solgcdcssen nur noch 34 Kardinäle, von denen 30 Italiener, 24 Ausländer waren. Nun auch Kardinal Ko PP, bis jetzt allein, nicht innerhalb eines Triumvirats, dahingerassl ist. leben zurzeit nur noch 33 Kardinäle. Kovv >var der letzte deutsche Kardinal. Tie 24 Millionen reichsdeutscher Katho likcn haben jetzt im Kollegium der Kardinäle überhaiivl keine Vertretung. Von den gegenwärtigen Kardinälcn stammt einer noch aus der Zeit Pius IX.: 28 wurden von Leo XIll., 32 von Pius X. gewählt. Im letzten Konklave am 34. Juli 4 903 traten 62 Kardinäle zur Papstwahl zusammen. Die heutige Zahl von 53 verlangt, also dringend nach Aussül- lung. Tie Zahl der Kardinäle ist von Papst Sinns V. durch die Konstitutionen vom 3. Tezcinbcr 1586 und 3. April 1587 bekanntlich auf 70 festgesetzt worden, darunter 6 Kardinal - bischöfe, 50 Kardinalpriester und 44 Kardinaldiakonen. Alle Kardinäle sind gegenwärtig Bischöfe oder Priester. Tie Kar­dinäle residierell teils in Rom und heißen in diesem Falle Kurienkardinäle, teils außerhalb der Stadl Rom: darunter find die sogenannten Kronkardinäle, d. h. Bischöfe und Er: bischöse, die von ihren Souveränen dem päpstlichen Stuhle zur Erhcbilng zun, Purpur vorgeschlagen werden: diese resi­dieren in ihren Diözesen.

Die Ernennung der Kardinäle erfolgt in einem g e h c i in c n K o n s i st o r i u in und wird in einem darausfolgenden öffentlichen Konsistorium verkündet. Rach dieser Verkündung können die Kardinale alle die ihnen gebührenden Rechte aus­üben. Die Ernennung selbst kann in zwei verschiedenen For men erfolgen, nämlich entweder mit Nennung und gleich­zeitiger Publikation des Namens des Kardinals im Konsi storiuni (crcalo e vublicatoi oder in der Form der Reservatio in pcctorc, Kardinalin petto". Wird in einem späteren Konsistorium der Name des in petto Reservierten öffentlich bekannt gegeben, so hat die Veröffentlichung rückwirkende Kraft i» der Art, daß das Dienstalter und der Rang des Kardinals vom Tage der Reservatio in pcctorc an gerechnet wird. Die in Rom residierenden Kardinäle beziehen ein Jahresgchalt von mindestens 4000 Scudi (1 Scudi = 4,30 Mark), der vom Heiligen Stuhle als monalliche Rente ans­gezahlt wird: hierbei werden jedoch die Einkünfte, die die Kardinäle etwa aus Bcnefizicn beziehen, in Abzug gebracht. Zu diesem Einkommen treten noch die Einkünste aus der massa communis hinzu, d. i. die gemeinschasllichc Kaise des Kardinalkollegiums, die aus Grundrenten und Konsistorial- gebührcn gesammelt wird: Verwalter dieser Kasse ilt der Kämmerer des .Kardinnlkollegtums, der den in Rom anwesen­den Mitgliedern jährlich 4000 bis 4200 Mk. als sogen. Ro- tulus cardinalitins ausbezahlt.

Der Kampf um den roten Kardinalshnt lvird schon seit einigen Monaten mit glühender Jntensivitäl hinter den Kulissen der vatikanischen Politik geführt, c-chon der

Tod Rampollas hat den Gedanken an ein baldigst abzu-- haltendes Konsistorium erweckt, und mit dem Tode Kopps erwachten erst recht wieder zahllose Hoffnungen der Prä laten aus den so heiß ersehnten Purpur. Aus der Tages' ordnung des neuen Konsistoriums sicht in erster Linie die Ernennung einer Reihe von Kronkardinäle». Aus der Liste befinden sich der Erzbischof von Wien Tr. Pfifft, sowie der Erzbischof von Gran, Tr. Csernoch, Fürstprimas von Ungarn, und Erzbischof von Hartmarrn-Köln. Von den italienischen Kandidaten nennt man jetzt häufig den Erzbischof della Chiesa von Bologna und Msgr. Giustini. Ehicsa >vird seit Fahren vor allen Konsistorien als künstigcr Kardinal ausgernsen, scheint aber erst jetzt aus die Ver­wirklichung seines Wunsches und auch seines Rechtes ernst­haft rechnen zu können, weil Rampolla. das Hindernis seiner Ernennung, nicht mehr lebt Die Ernennnng Giusti nis, des Sekretärs der Sakramentskongregalion. zum Kar­dinal ift eine Ehrcnpslicht sür Pins X. Ter Papst selbst lmt schon im Lltober 4914 diesem Prälaten seine bevorstehende Erhebung zum Kardinalai mitgcteilt, worauf Giustini sich eine dem neuen 2,and gemäße Wohnung ini-tctc, Pferde und Wagen anschafste, um schließlich zu erfahren, daß seine Bedeckung mit dem roten Hute ans das nächste Konsistorium verschoben sei. Bon einem deutschen Kandidaten hört man wieder gar nichts. Fe., es wird fetzt als zweifelhaft bezeichnet, daß der Erzbischof von Köln, Hartman», die ihm bereits zugedacht gewesene Kardinalwürbe im nächsten Konsistorium erlange. Es sei sogar, so heißt cs. fraglich, ob er unter Pius X. überhaupt noch Kardinal ivcrdc. Fn diesem Monat sollte das neue Konsistorium zur Ernennung neuer Kardinäle abgchalten werde». Der Termin wurde aber verscho­ben, wie man sagt» in erster Linie mit Rücksicht aus die Köln-Essener Vorgänge innerhalb der deutsche» Zentrums Partei. Das neue Konsistorium soll nach dem ursprünglichen Plane 5 Italiener und 5 Ausländer zu Kardinälcn machen. Man dari darauf gespannt sein, ob und ivieviel Deutsche ans die kleine ilifte der Ausländer-Kandidaten geschrieben werden. Nicht zum mindesten wird diese Ziffer nbhängen von der größeren oder geringeren Geschicklichkeit der Ber­liner Diplomatie, die sich hierfür vielleicht am besten ihre Informationen und Instruktionen bei Herrn v. Herl - l i » g in München holt.

Die Ankunst des Hürstenpaarcs von A banien in Durazzo.

Turazzo, 7. März. Die KönigsjachtTaurus" mit dem Fürstcnpaar von Albanien on Bord, ist, begleitet von den KriegsschiffenQuarto",Glouccster" undBruix" um 2.45 lihr hier eingctrosseil und mit Artillcricsalven undHochrufen seitens der Bevölkerung begrüßt worden. Das Fürsten paar begab sich um 3 Uhr unter erneuten Ehrensalven und dem Jubel der Bevölkerung an Land.

Der Einzug vollzog sich heute nachmittag 3 Uhr bei stralftendeni Sonnenschein in Anivescnhcit einer vieltausend- löpsigen Menge, welche dem Fürstenpaare begeisterte Kund­gebungen bereitete. Essad Pascha und eine Abordnung der provisorischen Regierung gingen in Turazzo an Bord desTaurus". Das italienische Mitglied des Kontroll ausschusscs begrüßte den Souverän an dem Landungssteg. Gendarmen mit ausgepslanztcm Bajonett und Berittene mir gezogenem Säbel bildeten «apalicr. Dem Fürsten wur­den die Gendarmeriekommandanten, die Kommandanten des internationalen Detachements von Skntari, das Konsular­korps und die Geistlichkeit vorgcstelit. Ter Fürst sagte: Fch freue mich, gekommen zu sein! Es lebe Albanien! Tic Sta­tionäre feuerten Salutschüsse ab: die Glocken läuteten und die Musikkapellen spielten nationale Lieder, welche die Volksmenge sang. Ter ganze Weg ivar mit Blumen bestreut.

Das Fürstcnpaar winkte nock, lange vom Balkon das Schlosses der Menge zu. Es herrscht große Begeisterung.

Turazzo, 8. März, Ten Abkchluß der gestrigen Festlichkeiten bildete eine allgemeine Jll-nmina- tion der Stadt, wahrend am Strande ein Feuerwerk abgebrannt wurde. Tic lebhafte Bewegung in der Stadt dauerte bis in die späte Nacht.

Deutscher Reich.

Ter Vizepräsident des Reichstags, Pro- fess o r D r. P a a sch e, tritt im Funi d. I. eine Reise nach New Bork an. Einer von dem omerikanischen Austauschpro- fessor Tr. W h c e l c r persönlich überbrachten Einladung fol­gend, wird er im August an der Universität von San Fra»- zisko eine Reihe von politischen und sozialpolitischen Vor­lesungen in deutscher Sprache halten.

Ter Zentrumsabgeordnete Erzbergcr ge­nießt in seiner schwäbischen Heimat einen außerordentlichen Ruf als Diplomat und Ministerstürzcr. Man erzählt sich Wunderdinge von dem großen Einfluß, den er hinter den Kulissen ansübt. Wie weit die Gutgläubigkeit der Leser geht, dafür bietet eine Bricskastennotiz in dem Zentrumsblattc Ter Zoller", das in Hcchingen erscheint, ein großartiges Beispiel. Es heißt dort:Tatsache ist, daß dem Abgeord­neten Erzbergcr vor einer Reibe von Fahren eine Privat- stellung mit einem Mindesteinkommen von 400 000 Mark jährlich angeboten wurde, die er aber, um seiner parlamentarischen Stellung treu zu bleiben und um der katholischen und vaterländischen Sache zu nützen, ablehnte. Tatsache ist ferner, daß Abgeordneter Erzberger, wie wir es von ihm selbst wissen, vor drei Jahren den Roten: Adlcrorde» 2. K lasse, eine für einen Parlamentarier hohe, sehr jelienc Auszeichnung, angetragen erhielt, ihn a b er ebenfalls a b l c h n t e."

N o ch i »i in e r Leutnant v. Z o r ft n c r. Durch die Blätter geht die von dem Telegraphenbureau Hirsch ver­breitete Meldung von der Verurteilung des Leutnants v. Forstncr und des Sergeanten Höflich wegen Sols d a t e n m i ß h a n d l u n g durch ein Kriegsgericht in Bitsch. Anschließend daran berichtet das Bureau:Die Soldaten, ki- über de» Vorfall gesprochen hatten, hätten 5, 4 und 2 Wochen strengen 'Arrests erhallen." Von zuständiger mili­tärischer Seite wird dem Wolfs-Bureau mitgetcili, daß eine B c st r a s u ng von Soldaten, die über den Borsall ge­sprochen haben sollen, nicht stattgefunden hat, diese Be­hauptung beruhe vielmehr auf freier Erfindung.

Tic Wirkung d e sG c n e r a l p a r d o n s". In der Sitzung des Koinmnnallandtags von Kassel am Samstag bezifferte der 'Abgeordnete Landrat und Kammerhcrr von Keiidcll aus Eschwege das infolge des GcncralparüonS im Regierungsbezirk Kassel mehr deklarierte Einkommen und Vermögen nach den bis ;etzt aus einzelnen Stadt- und Landkreisen vorläufig vorliegenden Abschätzungen auf über 10 0 Millionen Mark.

Zlurlanv.

Rücktritt des italienische» Kabinetts? Wie Giornale d'Jtalia" meldet, hat die radikale Partei cinftim- mig eine Tagesordnung angenommen, die den Austritt der radikalen Regierungsmehrheit angeblich wegen der F-inanz- maßnahmen beschließt. Es scheint sicher, daß die radikalen Minister Eredaro, Sacchi und die Staatssekretäre Vicini und Pavia sich den Parteigenossen anschlicßcn werden. Lb- schon dieTribuna" meint, daß Giolitti keinen 'Anlaß zum Rücktritt habe, ist der Rücktritt des Kabinetts in allernächster Zeit sehr wahrscheinlich.

Line L'sderg-Aatastkophe in Grönland.

Eine der längste» und an Abenteuern reichsten Reisen, die durch Grönlands Sckmccnnslen NN crnommcn wurdin, ist vor kurzem von dem dänische» Hauvtmann F. P. Koch und Tr. Al,red Wege- ncr glücklich vollendet worocn. In einem Auiiatz der Umnhan schildert Tr. Wcgcncr. der sich als Meteorologe de, der nur aus oicr Perionen bcstcbenden Ervedition befand, einzelne Episoden dieses kühnen und wiiienick.aillich icbr ergebnisreichen Unterneh­mens und letzt uns auch tcilnehmen an einer gewaltigen Eishcrg- kataslrovhe. re um ein Haar die ganze Expedition mit Mann und Maus kür immer unter El- und Schnee begraben hätte. asic Reifende», die iständijchc Pferd- anstelle von tznichcn als Zug- iicrc benutzte», waren mit Schlitten vonKap Stop" über den innersten Fwrdarm. denBorgiiord", bis zu dem Jnlandeue vorgedinnge». das tner eine Steilwand von 40 Meter Höbe weil ins Meer hinansichiebt. Bei dem Ausstieg über diese Ei-wand verhieß eine ick luchtartige Senkung einen ciniaermatzen vaiiicr- baren Weg, und io lagerten lick denn die Reifenden mit ihren Pferden und ihrem ganzen Gcväck etwa 300 Meter vom Meer eifc entfernt. Man nwlttc einige Spalten überbrücken nnd da durch den Weg fahrbar machen. Bald zeigte sich aber, daß man an eine hockst geiährliche Stelle gekommen Ivar: imnicr neue Svallcn bildeten sich, der itzlctickwr war in eincr geivaltigen Un ruhe und r- war klar, daß crkalben", d. h. einen oder mehrere Eisberge abstoscn wollte. Man arbeitete mühselig an den Brücken, die doch dann wieder zerstört wurden, bis eines Nachts ewc furchtbare Katastrophe eintrat. Ein ichreckltckrs Krachen tneckte die Schläicr uns man iah die Eismauer an der eilten Tobecke »ufammenstürren imb in der Tieic versinken. Zugleich vcrschivand plötzlich die Aussicht an, ».en Fjord au, eine ganz unbcgre,>l,ck>c Welse ^ aucr über das Ta, wölzle sich r,n großer, dunkler, ipigrr Koloß und blieb 30 Zentimeter vor dem Zelt stehen. Mit seine,i übcr'-ängcnden Wänden ragte cr drohend und gigantisch in den falteit Nachtbimmet empor. Ter Boden schwankte.das Zelt neigte sich Während die anderen von wilden schrecken gepackt nur notdüritiq gekleidet bei li! Grad Kälte Heraus,türzten, konnte nneaencr bet durch einen llnrail tut Gehen gebindert mar, cm GS,er ins Freie'kommen.Ter kable Mondnl.ein, beleuchtete das großarftae Natur'ckauiPiel," erzählt er.fit -eltenwande unseres Tales waren dickt neben dem Zelt verichwunde». Aber draußen im Meere tauchte eine Eismauer ans, unter Zitchen und

Prasseln hob sie ihre wasicrtrieiendcn Seiten höher und höher in den glitzernden Mondickein empor." Als sich das grausige Spiel der tziawrmächle wieder beruhigt hatte, zeigte es sich, das; bei öiejcr nächtliäum Katastrophe 17 Eisberge entstanden waren: sie hatten sich im Wasser herumgetoälzt und zum Teil ihre Unlcr- seitc nach oben <>ckehrt. Bon den 300 Meter breiten Streifen, der das Lager von, Fjord getrennt hatte, waren etwa 250 Meter i.d as Mecr gestürzt. Nur 3 Meter vom Zelt cnticrnt waren gewaltige Eisblöckc hcrabgestürzt, aber wie durch ein Wunder war alles unbeschädigt geblieben. Je deutlicher die Reisenden am folgenden Morgen die Vorgänge dieser Schrcckensnacht scst- stellen konnten, desto nnbegreifticher erschien es ihnen, daß der Tod um Haaresbreite an ihnen vorbcigegangcn.

Po st w c rtz c i chc i! mit deutscher Druckschrift. Es wird uns gcschricben: Der baocrische Berkchrsministcr gibt durch ein Schreiben an den Tchrislbniid deutscher Hochschullehrer helannt, daß die Ausgabe »euer Postwertzeichen bevorstebt, die grundsätzlich für größcrcn Trucksatz nur die deutsche Truckichrist autwciscn solle».

Die Ursache der geringen Sonnenstrahlung im Jahre 1912 und 19 l 3. Aus das ganz außergewöhn­lich konnenrciche Jahr 1911 sind zwei sehr strahlungsarme Jahre gefolgt, iür die man nur schlver eine Erklärung linden tann. Im Mai 1942 wurde au orn meteorologischen Lbscroatorien zum ersten Male eine eigenartige Trübung der 'Aimofphärc festgcstcllt, die selbst bei wolkenlosem Himmel vorhanden war, und sich in einer 'Abschwächung der Soiinenstrahlc» bemerkbar machte. Während der ganzen Sommer 4942 und 4913 war diese Erscheinung ständig vorlwnden. nicht nur in Deutschland, sondern auf der gan^n nördlichen kdalbkuacl. ioivcit Meiinngcn oorlicgen. Ter Himmel war häutig mit einem weißlichen Schleier bedeckt, der auch nach Rege» nicht verschioand, was darain hin- deutete, daß die Trübungsilriache in sehr großen Höhen zu suchen war. Neuerdings hat man festgcstellt, daß die Trübungen au, Staubteilchen zurückzuftihren sind, die durch V u I - kanausbrückc aui 'Alaska in die Atmosphäre geschleudert wurde». Äebnliftc Trübungen sind aus den Jahren 1884188o und 19031901 infolge her Ausbrüche des Krakatau in der Lunda- ftrafce und des Moni Pelec bekannt. Die Trübungen setzen plötzlich ein, klingen aber sehr langsam ab, weil der Staub

nur langsam zu Boden fällt. Zur Zeit ist der Staub offen­bar noch wich! völlig aus der Atmosphäre ausgeschicben worden.

* Ein Ausweg. Ter bekannte englische lheistliche Reo. E. F. Hardn. der in seinem .Heimatland durch sein vor Jahren verösfeiitlichlcs lustiges BuchWie mail durch Heirat glücklich werden kann" pooulär geworden ist, verösfcntlicht in diesen Tagen ein ncucs Büchlein, das den Titel führtbloch glücklich, obgleich verheiratet". In diesem Sammelsurium lustiger kleiner Anekdoten und amüsanter Ehcgcscknchten erzählt der Reo. Hardi, auch die Geschickte eines bcsorgtiP Vaters, der mit einem heiteren nnd einem naiicn Auge seine Tochter hcranwachicn und die Grenze der Ehcfähigkcit erreichen sieht.Wenn sür dich die Zeck zunr Heiraten kommt", sagt abmghncnd und vorbeugend der Vater zu der Tochter,dann werdc ich nie zugcbcn, daß du dich an einen dieser leichtfertigen modernen jungen Leute wegwirsst, wie ich sic ringsum gewahren muß. Tic männliche Jugend taugt nicke- mehr. Ich werdc sür dich einen soliden, charakterfesten, zarten und aufmerksamen Mann in den besten Fahren auswählen. Einen Mann von. sagen wir, 46 Jahren." Das Töchtcrchen blickte fin- nenh vor .sich nieder: dann aber iah cs zögernd auf und fragte schließlich mit einem entzückenden Erröte»:Sag' nur, Väterchen, wenn öS dir gleich ist: ich würde dann lieber zwei zu 23 nehmen."

Kurze Nachrichten au s Kunst nnd Wissen- fcha't. Ans Anlaß des l.50jährigcn Bestehens der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig, fand am Samstaa vormittag im alten Tlwaler ein Festakt in Anwesenheit des Prinzen Johann Georg statt. Namens der Re­gierung hielt Minister Gras Vitzthum o. Eckstädt eine Glnekwnnsch- anfprackie. Znni Intendanten des Ttadttheaters in Metz wählte der Gemcindcrat Dr. Waag vom Hostheater in Braun­schweig. Der 19. Deutsche Geographentag wird am 2., 3. und 4. Juni 4914 in Straßburg abgehalten. Eine geographische Ausstellung, welche die Entwicklung der Kartographie von Elsaß-Loihringen veranschaulichen soll, wird in der Uni- versitäts- und Landesbibliothek veranstaltet. Unter Prof. Dr. Spahns Leitung wird eine Sondcransstellunq historisch-statistischer Karten das deutsche Zcitungswesen von 1,6001900 veranschau­lichen.