n i t »rer 10 at t u 11 g sührte Tr. X ibio Zentr.) aus: Ei» gesetzmäßiger Lrraioollzug sei in Elsaß-Lothringen fast ein Ding^der Unmöglichkeit lieber das La » d C -3 g f fä n g u i $ ui Straßbnrg, für das schon Napoleon 1806 einen Neubau angeregt habe, tonne man „Schule des Ber- brechen i" schreiben. Es feien stier nur 15 Zellen vor standen. Durch die gemeinschaftlich« Haft kämen jugendlich!«, noch unverdorbene Leute mit perversen und verkommenen Subjelten zusammen Ein Schlaijaal weise 77 Betten aus. Wie müssen da die sittlichen Zustand« des Nachts sein? Ter Redner sragt: Wer hat den Mut, die Verantwortung für solche Zustände zu tragen? Im Krankenhause liegen Tuberkulose und Geschlechtskranke nebeneinander Mädchen, die noch zu retten seien, müssen die Gemeinschaft der abgefeimtesten Dirne» teilen. DaSGefängnis fei zudem überfüllt und die Verhältnisse derart, dast bei einem Brandausbruch ein Teil der istefanqenen umkommeu müsse Tie Frucrsgefastr fei außerordentlich groß, würden doch in den Werkstätten noch Petroleumlampen benutzt. Auch lasse die Kanalisation zu wünschen übrig. Der Redner betonte, daS Ziel des Strafvollzugs fei die Besserung. Unter diesem stiesichtspunt't müsse man dringend die Reform unserer istefängnisoerwaltung verlangen. Die Regierung möge nächstes Jahr eine Denkschrift und eine Art Bauprogramm vvr- legcn. , Lebhafter Beifall auf allen Seiten des Hauses,)
T i e französische Einkommensteuer. Der französische Finanzininrster Caillaur entwickelte ani Mittwoch vor dem Senatsausschuß für die Einkommensteuer einen neuen Entwurf. Ter Ausschuß nahm davon Kenntnis, daß Eaillaur in dem Artikel l die französische Rente von der Einkommenstcucr befreit.
Japanische E i s e n b a h n iv ü n s ch e in China, Die japanische Regierung übt, wie aus Peking gemeldet wird, einen großen Truck auf China aus, um zwei Kon zessionen zu erhalten Tie erste betrifft eine Bahn durch I u ki e n - K i an g si und Honan bis zu der Kanton- Ban k a u-Li n i c und die zweite die offizielle Anerkennung der chinesisch-,apanifchen Gesellschaft zur wirtschast- lichcn Entwicklung, die ursprünglich von Snnjatsen geplant war, mit einem Kapital von 100 Millionen Pen, zur Hälfte japanisch, zur Hälfte chinesisch. Wenn China seine Znstini- mung erteilen würde, würde diese Gesellschaft in Tokio eingetragen.
Der 2. hessische Jugendta;.
— Fricdbcrg, 4. März. Tie Hauptversammlung begann heute vormittag uw> IO 1 t Uhr im großen Saale des Hotels Trapv. Ter saal und die Galerie waren überfüllt, aus allen Teilen des Hessenlandes, selbst aus deni Vogelsberg und Odenwald waren Jiinadeutt'chlanv-Bündler erschienen.
Ter Vorsitzende des hessischen Landesverbands, Generalmajor Freiherr v. H e n l Tarmstadt, hob als ein gutes Omen iür die Tagung den starken Besuch hervor, er begrüßte besonders den Vertreter der Provinz, Provinzialdirektor Tr. u s i n g e r-Gi c ße II und bemerkte, daß die Vertreter der hessischen Regierung zu ihrem Bedauern wegen der vgrlamentarischen Tätigkeit verhindert seien. Staatsministcr Ewald, der Tiviiionskommaudcur der hessischen Division und andere einflußreiche Herren hätten ihre Unterstützung zugesaqt. Ter Vertreter der deutschen Turnrrschait. Schulrat S ch m u ck - Tarmstam sei iniolge Krankheit an der Teilnahme ver hindert. Freiherr vou der Goltz bedauert iu einem Telegramm, nicht nach Friedberg kommen zu können. An den Großherzog ivurde ein H u4d > g n » g s t c l e g r a in m . au Freiherr von der Goltz ein AnUvorUelcgramm gesandt. Begeistert stinimte die Vcr- sammlung in das Hoch auf Sie hohen Förderer der Jungdentl'chlano- bewegung, Kaiser und Großhcrzog, ein. Freiherr- von henl ichil- dcrtc dann die Gründe, loelche die Schaffung der Jiingdeutsctilan-d- bewegung brachten, die wohl vor ,00 Jahre» schon begann : er sprach über die Ziele des Jungdeurschlandbundes. der durch alle inöglichen Veranstaltungen, Wanderungen, Geländriviele, Büchereien, Jugendheime, ^.vieie, Turnen uiw. für die schulentlassene Jugend wirken, und alle in diesem Sinne bereits wirkenden Vereine zusanimrnsasseil will, ohne ihre Selbständigkeit onzutasten. Das Ziel ichließt icke pvlilüche Bittätigung aus: es gilt, die Jugend auf narioualcm Boden geistig, sittlich und körperlich gesund und tüchtig zu niacheii iür die große Zukunft des deutschen Volkes, — Ten begeisterten Worten folgte lebhafter Beifall,
Ter Vertrauensmann des Bezirks Frieüberg und der Vorsitzende der Lrtsgrunve Friedberg, Direktor Tr. Schöll, sprachen im Namen der Friedberger Vereinigungen. Herr scholl betonte, daß es auch aui die Gesinnung eines Volkes ankomme, und daß die Jugend cineir sittlich gesunden Geist haben muß, körverlich und geistig müsse sie erzogen werden für drn eignen und des deutschen Volkes Kampf und Dasein
Professor K i s s i n g e r - Tarmstadl hielt dann einen Vortrag über „II, g e n d w a n d e r u n g e n". Turnvater Jahn hat schon die Jugend bniansgesührr. Tas Wandern in Gottes freier Nalur liegt in jedem Deutsche», und die Jugend verlangt hinaus. Ter Redner spricht dann über Anleitung, Ziel und Zweck der Wanderungen, bei denen die Jugend der Stadl das Landvolk, ihre Mundart, Beschäftigung, Bauart, Trachten usw. kennen lernt. Mit den Wanderungen täniirn OrientierungSübnngen, EntscrnungSschätzimgcn uj dergl m. verbunden werden Auch die weibliche Jugend muß wandern. Ter Redner schildert dann die bedentende Zahl der Wanderungen des Ldenwaldklubs Tarmstadt und Schülerwande- rungen, bei denen zahlreiche Lehrer und Lehrerinnen milwirkten. Er selbst hat iiebzig Jugendwanderungen geleitet. Nach der Schluß- auiiordernng „Frisch auf zu srählicher Jugenbwandcrmiq !" folgte lebhafter Beifall.
„Tie Bedeutung des Turnunterrichts in der F o r t b i l d u ii g s s ch n l o" war das Thema, welches Lehrer Saum Tarmstadt behandelte. Bor ICH) Jahren sorgten Fichte und Arndt iür geistige Erziehung, Jahn für körperliche Ausbilduna der deutschen Jugend, 'Rach der Zeit der Reaktion übernahm die dentiche Turnerschait Jahns Werk. Tiefe zählt eine halbe Million Mitglieder, doch lind noch vier Fünftel der deutschen Jugend ohne turnerische llebung. Nach einer Tenkschriit des Schulrats Schmuck- Tarmstadt nimmt die Wchrsähigkcit der Jugend mehr und mehr ah, Frankreich wendet seinen Turnvereinen, obwohl ihre Zahl nur soviel umfaßt wie zwei deutsche Turnkrciie, niehr Unter- stffltzung als die deutsche Regierung. Hessen hat jetzt 30000Mk. für die Ziele des JungdentschlandbundeS vorgeschen. Hindernisse der Einsübrnng des Turnunterrichts in dem Fortbiidungs- ichnlen sind: Mange! an Räumen und Lehrkrästcn, der Widerstand der Lehrherren und die Kosten. Nür die Städte und größeren Orte haben Turnhallen und Spielplätze, Turnhallen können schon sttr 8—10 00,7 Mk. erbaut w-rden. In Oldenburg ist die Einführung des Turnens an, Widerstand der Geschäftsleute gescheitert. Durch die TnrnlehrerbilLungSanstalt i» Tarmstadt könnte sich Hessen geeignete Lehrkräfte heranbildc». In Norddeutschland wird mehr qe- lurnt als im Tilden, auch Hessen stetst zurück. Der Turnunterricht in FortbildungSichulen wird die Gesundheit der schulentlassenen Jugend sehr sörbern. es solle» keine Schauleistungcn, sondern eine harmonische Ausbildung erzielt werden Bon 726 Gemeinde», die Bericht erstatteten, haben 70 obligatorischen, 86 sakultatioen Turnunterricht. Der Redner schloß mit dem Hinweis aui Römer und Griechen, welche untergingen, als sic die körperliche Ausbildung der Jugend vernachlässigten.
Bürgermeister M ü l l c r - Tarmstadt sprach über „Rechts- bcratung der jugendlichen Mitglieder der Iung- deutichlandvereine". Wenn die Jugend ins Leben tritt, dann stürmen die Gesetze aus sic rin, es entsteht eine natürliche Verwirrung, viele sinden ihren Untergang. Anskunstsstellcn sind olio erforderlich, diese dürfen aber keine politische Tendenz haben, noch konfessionell sein, es müssen gemeinnützige AuSkunitSstellcn benutzt »erden.
^ Eine rege Aussprache schloß sich a» die drei Vorträge. Die Herausgabe eines Liederbuches sür Jungdeutsch- l a II d wurde angeregt. Plakate mit Ratschlägen sollen angesertlgl und tu Bercinszimmern auSgehängt werden. Pfarrer Fritsch Ruppertsburg weist daraus bin, daß durch lue Wanderungen das kirchliche Leben nicht geschädigt werden dürfe, lleber den Turn unterricht in Fortbildungsschulen geben die Turnlehrer Furo Bingen und Roth - Worms ihr Urteil dahin ab, daß die Ein- snbruug wohl durchführbar sei. sich bereits bewährt, ja die Erwartungen nbenroffen habe. Die Schüler zeigen Lust und Liebe zu körperlicher Betätigung. I» jedem Orte sollte ein Gemeindehaus, ein BolksbildnugshanS bestehen, loo sich daS gane Gemeindeleben abspiclen lönve. Fury-Bingen stellt dann einige Leitsätze aus. die die Einstihrnng des obligatorische» Turnunterrichts in Fortbildungsschulen fordern. Ter Vertreter des Sports. Tr. Schütz- Gießen, weist aut die Vor- rüge des Sports hi», dem Jniigdeulschland gehörten auch eine groß" Anzahl Sportvereine an. Ter Vorsitzende Frhr. von Henl teilt aus Anfrage mit. daß die Einführung des Turnens in den Fortbildungsschulen Hessens im neuen Schulgesetz vorgesehen sei.
Ten Jahresbericht erstattet Erzellenz ltzeneral Bernhardt: er gibt einen lieberblick über das. was im lenren Jahre geschehen ist. Das zu Anfang bestehende Mißtrauen icknoindet mehr und mehr, viele Vereine haben iicki jetzt angeschioise». Tie Jngend- feste in, Tarmstatt. Mainz, Offenbgch usw. haben neue Kreise zu- gesührt. Tie allgeschlossenen Vereine wurden materiell unterstützt zur Anschaffung von Geräte», Anlage von Spielplätzen iint> Jugendheimen 'Auch ivurde» geeignete Leute in den Führerkursns nach Tarnistadl gesandt. Eine engere Fühlung mir der Armee ist erreicht: verschiedene Begünstigungen werden den Junqdeutschland-Vereinen zuteil, z. B. billige Veichaiinng von Tpvrtanzügen und Ausrü- stungsgcgenständeii Tie Junachenrichlandbetvegiing ist gegen die Uniformierung der Jugend. Wir müssen wirken, daß wir in jedem Orr einen Führer der Jugend haben.
Professor K i s s i » g e r biitcl um Beiträge und Bericht auS Sen Vereinen für Sie Heuenausgobe der Jiingdeutschlandpist, welche monaitich mit einer Beilage erscheint.
Tarant schloß Freiste. Henl die gut verlaufene Tagung mir DankrSworten a» die Bezirksobmänner »nd bittet die viel- seiligeit Anregungen in die Tat umlegen zu tvolleii.
An die Verhandliingen sckstoß sich um 2 Uhr ei» gemeinsames Mittagessen g». Kreisamtmann Herberg brachte ein Hoch ans ans den verdiennooltiM und zielbewußten Leiter der hessischen Jnngdeulschiand-Bewegung, Frciherrn von Hepl. Tiefer dankte und toastet? aus den BezirksoorsitzendiM Krri-ihanptmaiin Her- beriö und Professor Tr. Schöll, welche die Borbereitungc» zu dem tvohlgelungenen 2. tieiftiichen Jugendtag getroffen hatten.
An» Stadt und Land.
Gießen, 5. Mürz 1914.
"Togeskalender kür Tonnerslag, den ö. März: Stadtlheater: Gastspiel Carlo Sityt: „Dar Kloster.' Anfang 6 Ilhr.
ü n u i m. Verein u. O r t S g e w e r b e v e r e in: Dr. Rahrbach : »Ervedilion nach Nen-Kamermi 1913", mit Lichtbildern. UiiiverüräiSaula, %'A Uhr. .
" Der Groß her zog einpsiug am Mittwoch ». a. den Pfarrer Weber von La»g-GouS.
' V er l e i h nu g. Der Großstcrzog verlieh das 'Ritterkreuz 1. Klasse dcS Verdienstordens Philipps de? Großmütigen dem Hauptmonu Firmen ich, Kompociniechef im Infanterie-Regiment v, Grolman (1. PosenscheS) Nr, 18. bisher Stabsstnuptmann im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großb. Hess.) Nr. 116.
Tie s ch r i i t l i ch e P r ü s II n g sür den höhere n F i II o II z d i e II st im Frühlahr 1914 findet, wie die PrusiNtgs- kommission hclanntgibt, mn 22, Avril und an den folgenden Tagen patt, Gesuche um Zulassung .zu dieser Prüfung sind unter Ber- nenduug eines Eingabestempels bei der Größt» Prütungskvmmii ston 'für den höheren Finanzdienst zu Tarnrstadr bis zum 10. April einzpreichen.
" S t a d t t h e a t e v. Es wird daiaus gnstnerkian, gemacht, daß die Benefi, - Borstestuna sür Herr» Oberreaffsenr Waller Iroortoraäti, Ibsens ,Gesvi>istir", in dem die Gattin des 'Künstlers als Fra» 'Aloing gastiert, am Mittwoch, den II. März, »m 6 Uhr beginnt,
** Otz c r h e s s i s ch c r K u n st p e r e i n. Ta die gegenwärtige Ausstellung sich täglich an Bor und Nachmittagen eines sehr guten Besuches zu erfreuen hat und die ausgestellten Bilder von dein Fntnristen Marc und die Bilder von Fries- Gießen, lkbbe lohde, Keil und Biedermaim nur noch einige Tage hier bleiben, soll auch noch morgen, Freitag, die Ausstetlnng von Ist bis l Ubr und am nachmittag von 3 bis 5 Uhr geöffnet sein,
** Ocjscntllche Bstlch erh all e. Im Februar Ivurden 2703 Bände ausgetiehen Davon kommen aus: Erzählende Literatur 1374, Zeitschriften 442, Jngendschrfften 227, Literaturgeschichte 11^ G-ldichte und Dramen 6l, Länder- Mid Pölkerkmide 77, Kultur- gefchichtr 37, Geschichte für Biographien 1ü4, Kunstgeschichte 20, Naturwissenschait und Technologie 134, Heer- und Seewesen 18, Hans- und Landwirtfäiatt 30, Gesnudbeikslehre 32, Religion und Philosophie 43, Ttaarswiffenickast Itt, Sviachwist'en- schast 5, Fremdsprachliches >7 Bände. Nach ausloärts kamen 78 Bände. - Bon den neuen Büchererweibungen im letzten Halbjahr wollen ',oir einige ansnhren. Wiffenschaitliche Werke: Llnlenbach, Tie Tichter der Befreiungskriege: Tehmel, Hundert ausgewählte Gedichte: Vesper, Tie Ernte aus acht Jabrhunderlen deutscher L»> rik; Butte, Blicke in die Heiscn-Tarmslädtffchen Lande: Metiermck, Tie -lraßenkämpie in Berlin am 18. und 19. März 1848: Schn,itt, Tie Lribeigenichait der deutschen Bauern und ihre Besreinng: Leutwein, Tie Kämpfe mit Hendrik Wilboi 1894: Hillmanu, .Hebbel: Müller, Karl Schurz: Wagner, Rich., Mein Leben : Mauer, Ueber die Erhaltung der Kraft: Ranke, Ter Mensch: Schwartzr, Darwin und seine Lehre: Prometheus, Technische Wochenschrift: Schulze, Tie ersten demschen Eisenbahnen: Krauß, Bluinenpslege im Zimmer: Liebe, Tie Schwindsucht und ih» Bekämviung: Fritz, Das moderne Volksbildungsweieii: Eron, Sorgenkinder »nd ihre Behandlung: Pstmgst, Ein Bürger derer, die da kommen^werde»: Gildemcister, Aus den Tage» Bismarcks: Langenscheidts, Tachwör- terbllckcr, Land und Leute in England, Land und Leute iit_ Frank reich. Werke aus der lliiterhaltmigsllleratur: Bartsch. Sckwam merl: Federer, Lachwcttcr Geschichte», Jnngjcr Therese: Geljerstam, Tas Buch vom Brüderchen: Kellermann, Das Meer: Laqerlös, Der Fuhiiiuuiii des Todes, Ter Preis der Bücherkatalogs ist ans 30 Psennigc herabgesetzt,
** Von der unteren Lahn, Ilm den Nachiveis der ^chiilbarkeit der Lahn zu bringen, sott ei» ncuerbantes Schuft ftoälnend etwa 20 Monaten Probctahrteu unternehmen. Zu diesem ftweck mußte erst ein Schiff, das den Vcr- hältnissen der Lahn angkpaßt ist. gebaut iverden und zwar mußte vor allen Dingen aus die bereits bestehende» Betriebe Rücksicht genommen lverden. So z^ B. aus die alten Schleusen bei Ems, die kür die Länge des Schiffes bestimmend waren. Eigentlich konnte das Trahrzcug 4-> Meter lang lverden, jedoch ist es mit Rücksicht aus die Schleuse nur 42 Meter lang geworden. Die Breite des Schiffe» Ivurde mit 3,20 Meter und die Höhe mit 2,20 Meter ausgcsührl. Für die Höhe war die E i s e „ b a h n b r ü ck c bei Wetzlar mit einer Höhe vo» 2,80 bestimmend, Ter Tiefgang des 4000 Zentner sasienden Schisies betrügt 1,30 Meter, Ter Mowr des Fahrzeuges entwickelt 30 inh. PS. Die Kosten betragen rund 33 000 Mark. Ter Minffter der öt- sentlichen Arbesteu hat 7000 Mark und der Lahnkanoloerrin 1000 Mark hierzu bewilligt. Klach Beendigung der Probefahrten soll das Fahrzeug zwischen Tuisbnrg und Frankfurt benutzt werden. Zn diesem Zwecke wird es in der Mitte auseinander gcnoinmen und um etwa 13 Meter verlängert loerden.
** Bedenkliche Jaydpächtcr. Den militärischen Behörden der Festung Mainz ist es in der letzten Zeit aus
gefallen, daß bei den Vcrpachttttlgen der rheinheuftichen Jagden in einer großen 'Anzahl von Gemeinden in der Umgebung der Festung Mainz die Jagden an ausländische Jagdgesellschasren aus Lufembnrg und auch ans Frankreich gefallen sind. An einzelnen Jagden, die sich i» der Nähe der Festung Mainz besinden. sollen sogar akttve g,isländische Offiziere litut töricht von russischen, leilgenommcn haben, Tic Militärbehörden ichcn- ken diesen Jagdgesellschaften »nd Veranstalttingen erhöhte 'Ausmrrk- sanikeit und auch das Miiilsterinm des Inner» bi-schästigt sich bereits Mil dieien Verpachttingen, Daß Jagden in Rheinhcsscn in der lctztei. Zeit an Ausländ«, vervachtet worden sind, haben wir^bcreirs berichtet. Die Tcilnalmie ausländischer Offiziere an Jagden und die daraus sür die Landesverteidigung entstehe» - dcn^ Gefahren sind sicher nicht erst seit gestern löegemtand der Auimertsamkeil der Mililärbchörden, die geiviß schon bei Zeiten dasür gesorgt haben werden, daß in der Näh« von Forts und ähnlichen militärischen Anlagen die Jagden nicht an Ausländer verpachtet Weeden konnlen,
** 'G ü k c r r c ch t s re gi 1 t e r Gütertrennung hoben .vereinbart: Hausburschc PHÜipv Abel und dessen Ehcsran Elisa beihc Margarethe geh Gußmann zu Tarmstadt. — Schuhmacher Johann Ehri g und dessen Ehefrau Söffe geb. Winkler zu Tarm- ftadt.
** Kleine Mitteilungen. Beim Ausgraben des Fun- dameNis zu einem Scheuerbau geriet ein Mann zu R u v o e r t c n - r o d unter einen abstürzendcn Erdhauien. Die Erde verschüttete den Mann bis unter die Achselllöhlen. Außer schmerzhaften Quetschungen hat der Verschüttete glückllchcr Weise keine Verletzuu gen erlitten. — Der in einem Tarmstädtcr Hotel beschäftigt geioesene Hausdiener W. Orden aus Wallhausen, der vor 14 Tagen nnlcr dem Verdacht scstgenommcn lvordcn war, daß er eine Postanweisung zum Nachteil des Hotelbesitzers gefälscht und den Tcirag sür sich verwendet habe, mußte ans Mangel an Be weisen sreigelasicn lverden. — Von einem Baumstamm wurde der 60 Jahre alle Ph. Schneider II. aus Arheilgen beim Holzfällen erschlage». — In der Nähe der Stadt Kreuznach Ivurde in der "Nahe die Leiche eines anr 8. Februar beim Eissaus ertrunkenen Knaben gelandet. — Im Dom zu Main: wurde gestern nachmittag ein Paket gesunden, in dem sich die Leiche eines neugeborenen Kindes loeibliche» Geschlechts bcsand. Kreisarzt Dr. Schäffcr stellte fest, daß das Kind bei'der Geburt gelebt hat.
Lanökreis Gießen.
— Heu che lheim , 5, März. Freitag, abends 7>Uhr, sindrt öffentliche G e m c i n d e r a ts s i tz n n g mit foigendcn Be» ratungsgegenständcu statt: 1, Grcnzregulicrung Mit Allendort
а. Lda, gelegentlich der Fcldbereinlgung. 2. Anschaisting eines Ebers, ,3, Pcrpachniug von Grundstücken, 4, Wahl der Mitglieder der Beranlagungskommission für die Einkommen und Vermögenssteuer 2. Abteilung. 5. Anstellung eines Totcnbeschaucrs.
б. Festsetzung einer Bausluchtlinic in der Bachftraßr.
kl. L o l l a r, 4. März, fllächstcn Montag, den 9, März, abends 8 Uhr, sinüet eine öffentliche G c m e i n » e r a t s s i tz u n g mit folgender Tagesordnung statt: l, Tie ErrichtlMg der 8, Schulklasse, 2. Vergebung der Ebauffierungsarbeiten lstntcrm Berg, 3, Wahl der Rlitgliedcr zur Einkommen- und Vermögenssteuer II, ftlütei< lung, 4. Gesuch der freiwilligen Feuerwehr: hier Anschastung von Schläuchen, 5, Uevcrnahme der Brückcuwage an der alten Bahn- bofsstraße, 6, Genehmigung des Vertrags mit dem Spritzenmeister Schwarz,
r. M n s ch c » h ei m , 4. März. Hiesige Schulkinder saudeu beim Spielen in einem Steinbeuch Tonschcrben von einer alten Urne, einen glatt bearbeiteten Stein in Form der alten Steinaxt: auch eine eiserne Waffe kam zum Vorschein, allem Änscheui nach ist es eine Lanzensvitze. Sic ist 30—60 Zentimeter lang und bat aus der einen Seite eine Hühbing, welche ivobl zur Ausnahme des Holzichaircs diente . Die qesunüenen Gegenstände bcnnden sich bei Lehrer Günther in 'Auibewahrung. Dem Kreisamte wurde Mit teilung gemacht. — In der Hauvtvcrsammlung der Svarkasse wurde Lehrer Günther zum Rendanten gewählt. Den, bisherigen Rechner Reil wurde in Anerkennung seiner gewissenhastcn Führung ein Sessel überreicht.
R. Londorf, 4. März. Am i. Marz vrrsieß Lehrer Jung l i n g Londorf, UNI seine neue Stelle in Vonhmiien bei Büdingen anzuireten. Jüngling Ivar von Novcniber bis März sür den er- krantten Lehrer T r i n kau s als Vertreter hier eingestellt.
-= Lindenstruth, 6 März. Am vergangenen Sonittng fand sich alt und jung so zahlreich, als cs der Saal von Gastwirt scheov möglich machte, zu einem genußreichen Abend zusammen. Wie in den 3 vergangenen Wiineim hatte loiedcrum Lehrer H n b n mit den Schulkindern eine Ausführung eingeübt. Ter „D rutsche W a l v" bekam die Sprache geliehen und offenbarte seine Geheimnisse die sonst nur Sonntagskinder zu sehen bekommen: Den Schluß des'Abends bildete ein kurzer Vortrag des Pfarrers H - f- m a n n.
Kreis Büdingen.
8 Bisses, 4. März. Hier st a r b infolge eines Schlag- ansalles der langjährige Bürgermeister Philipp Spengler. Der Verstorbene nahm als Unlerossizier in einem hessischen Reiterregiment am Kriege 1870,71 teil. Kreis Alsfeld.
— Ruppertenrod, 4. März, Bei der Witwe Kraß wurde nachts ei» Ein br» ch s d ieb st ah l begangen. Der Dieb stieg in der Nacht, während die Frau schlief, in da? Küchcnfenster, ging in die Obersiiibe und entnahm hier a»? einem Album den Betrag von 60 Mk. Auch eine Tischdecke und etivaS Weizen nahm er mit. Die Gendarnierie von Nicder-Ohmen erschien am Tatorte »nd da? Gericht vor Grünberg nahm den Tatbestand auf, aber von dein Täter hat man bis ,ctzt noch keine Spur.
~ Ermenrod, 3. März, Bei der heutigen Brennholz- V e r st e i g e r n n a blelten üch die Holzpreisc aui völlig normaler Höhe, Bezahlt wurde sür 4 Raummeter Biichenscheit 24—28 Mt., 4 Rm, Duchenorügel 17—21 Alk., 4 !Hm. Bucbemftöckc 10—14 Mk, der Raummeter Bnchenreisia stellte sich a»> Mk. 0,60—0,60.
Kreis Lauterbach,
R Landen hausen, 4. März. Tie kkirchenuhr bat schon seit Jahren ihren Tienst ivegen 'Altersschwäche wägeaeben. Rach einem Beschluß de? Kirchenvorstandes soll ießt eine neue Ikhr mit vier Zlfferublältern angeschafft werde», deren Kosten sich a„1 900 Mk, belauie», die schon znm Teil durch Etistimgen gedeckt worden sind.
R. Radmühl, 3. März. Die Geineinderatswahl, die im August vorigen Jahres stattfand, kann trotz Entscheidung des Kreisamis NN» des KreisausscknNsrs immer noch nicht zur Ruhe 'kommen, so daß man augenblicklich noch nichc Iveiß, wem daS umstrittene Recht eines Gemeinderatsmitglicdes gehört: Bei der ersten Wahl hatten die jetzigen vciden Gegner 31 uit » INeIIglcichhcit und es entschied das LoS zugunsten des Herrn Flach, der auch in den Gemeinderat einzog. Bei der letzten Wahl standen sich die beiden Kandidaten .oieder gegenüber, F l a ch ivurde diesmal mit S t s in in c n m c h r h e i t in den Ge meinderat gewählt. Die Sache hätte ivobt hierbei beruhen können, wenn Nicht die neue Landgemeindeordiuing ein Häkchen enthielte Flach ist nämlich der Schwikgcriöh» eines anderen Genicinderats' niitgliedrs und daher nach Artikel 57, III. 7, L.G.O nicht wählbar. Dies hatte sich der Gegner Fr. K. nwhl gemerkt und avpet- lierte an das Kreisamt, das dann auch bestimmte, dvst der nächst höhere Stimmenerhaltcr in de» Gemeinderot einznzieheu habe, dies wurde MIN der Gegner Flachs, Fr. K. Tie Freunde Flachs wollte» aber ihren gewählten Kandidaten nicht so leicht^ äufgehcn und reklamierten an den Kreismisschuß, der aucki IM Sinne des Kreisamts riiti'chied. Nun loird sich der Provinzial Ansicht, ß damit zu beschäiligen haben.
z. Dcitshain. 4. Mürz. Nach 'Ablans der,Amtszeit dcS bisherigen Bürgermeisters H o i m a n » ist Mit Donnerstag, den 12, März, eine Neuwahl bcittmmt worden. Ein Gegenkandidat


