können Darin liegt der Schwerpunkt der Sache. Rer foirwn die Lehrer nicht in dem Malte ausbessern, ivenn wir den Beamten mit einigermaßen reinem (gewissen cntgegentreten wollen Wenn wir zu einer Einigung kommen sollen, müssen Sie auch Ihrerseits das berücksichtigen Und wenn Sie dies beachten, hasse ich, dass cs zu einer Verständigung konunen wird, Ucberlegen Sie das wohl, ifieine Wttm! Wenn Sie nun Mar die Skala ändern, aber doch drc ganze Summe verwendet wissen wollen, so sülchte ich, daN die ganze Sache scheitern wird. Restlos alles das nachzugeben, was wir an den Be amtengrhältern erspart haben, halte ich für ganz unanssührbar!
Die Beratung wird darnach um Vs2 Uhr abgebrochen. Nächste Sitzung morgen srüh 9 Uhr,
Cardinal Nopp
Troppau, 4, März, Kardinal Fürstbischofvon Ko pp ist heute früh 1 Uhr 30 Min, gestorben.
Am 25, Juni 1837 wurde Georg stopp geboren als zweit ältester Sohn des wenig bemittelten Weberpaarcs Ignaz stovr in Duderstadt, einem srüher hannoverschen Städtchen von 4000 Änwohnern, Ter Knabe besuchte die Bürgerschule seiner Vaterstadt und von 1849 bis 1852 das Progymnasium, Von dort kam er aus das Joicisgymnasium in Hildesheim, aut dem er im Herbst 1856 das Reifezeugnis erwarb. Er trat als T c - leqravhenbcamter in den hannoverschen Staatsdienst und lebte als Beamter in Hannover und zu Neustadt am Rübenbcrg Zwe, Jahre später verliest er den Staatsdienst, um in die philosophisch-theologische Lehranstalt zu Hildesbcim einzutrctcn, wo er sich mit Eiser dem geistlichen Studium hingab, 1881 crsolgte seine Ausnahme in das Pricstcrseminar, Am 28, August 1862 empsing er die Weihe und brachte in seiner Vaterstadt das erste Meßopfer dar.
Als rochulvikar an dem Waisenhausc in Henneckenrode und dann als staplan in Delsurth erregte er die Ausmerksamkcit der bischäslichcn Behörde in Hildesheim, die ihn 1865, unter Verleihung eines Lektorates am Tom als tzilssarbcitcr des bischös- lichen Gcneralvikariats beries und ihn 1868 zum General-Br- kariats-Assessor ernannte, 1870 zeichnete ihn Papst Pius IX, durch Ernennung zum Apostolischen Notar aus. Unter Bischos Dr. Sommcrwcrk genannt Jakobi wurde er am 31, Dezember 1871, erst 34 Jahre alt, Domkapitular und Gcneralvikar, Am 15. November 1881 ernannte ihn Papst Leo XIII, mit Zustim- mmig des Kaisers und des Großhcrzoqs von Sachsen-Weimar zum Biscko, von Fulda, dessen Bischossstuhl seit dem 14, Oktober 1873 verwaist war. Am 11. Juni 1884 ernannte ihn Kaiser Wilhelm zum Mitglied des preußischen Staats- i'ats: 1886 wurde er aus Allerhöchstem Vertrauen auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen.
Diese Auszeichnung war ein Dankbeweis Kaiser Wilhelms an 'Papst Leo XIII, für die in der Äarolinen-Augclegen- heit bewiesene päpstliche Hiffe: Kardinal Jaeobinr erhielt da- tnraks den Schwarzen Adlerordcn, Fürst Bismarck vom Papst den Ehristusorden in Brillanten und Bischos Kopp den Kronenorden zweiter Klasse, Kopp entwickelte im Herrenhaus eine eifrige Tätigkeit für die die Maigcsctzc aushcbenden und abändcrndcn sogenannten Friedcnsgcsctzc vom 21, Mar 1886 und 30, April 1887,
Am 26, Dezember 1886 starb der Fürstbischos Herzog in Breslau, Nachdem die Vorschlagsliste des Domkapitels in Breslau von der Regierung abgclchnt war, wurde Bischos Kopv aus Vorschlag und im Einverständnis mit der preußischen Regierung vom Papst zum Fürstbischot von Breslau er- uarmt. Am 18. Oktober erfolgte die vvrgcschrrebene Eidesleistung im Schlosse zu Bcrliu, bei welckier Gelegenheit der Minisirr der geistlichen Angelegenheiten ..die Verdienste des Bischofs um die WiedcrhcrstrNuug friedlicher Verhältnisie zwischen Staat und katholischer Kirche warnt anerkannte". Die feierliche Einholung in Breslau geschah am 19. Oktober, die Thronbesteigung am 20, Oktober 1887,
Der neuernanutc Fürstbischof cutivickelle für sein Bistum eine kehr rege Politik Am 15, November saud auch die feierliche Eidesleistung in die Hände Kaiser Franz Josefs statt, der stnov zilm Geheimrat ernannte, Bor allem betätigte er sich aus dem Gebiete der innerpreustischeu Schul- und Kirchenpolitik, Kaiser Wilhelm, der dem Fürstbischof dieselbe Gunst wie sein Vater mib Großvater zu wandte, beriet Kopp zn den Konferenzen für die Resorm des Unterrichts vom 4, bis 17. Dezember 1890 in Berlin, Kopvs Antrag wurde am 15. und 16, Dezember zum Beschluß erhoben; „die Religion soll als Gegenstand der Reifeprüfung ausrechterhaltcn bleiben und ihre Stelle im Reijneugni» behalten,"
Bei der internationalen Arbeiterschuh-Konferenz, die der Kaiser im Februar 1890 einberufcn hatte, wurde Fürst- bischoi Kopp als Vorsitzender des zweiten Ausschusses für Sonn- lagsarbejt und als Vorsitzender des Ausschusses für die Aus- sührimg der Beschlüsse gewählt. Große Erfolge zeitigten des Bischofs Erlasse in jenem Jahr zur Gründung katholischer Arbeiter- und Arbeiterinncn-Bereine, deren Vertreter in den Reichstag zu wählenl er in einem Erlasse vom 8. Februar die katholischen Wähler akmahnte, Nach seinen Vorschristen wurden für die in polnischen Gemeinden lebenden deutschen^ Katholiken deutsche Gottesdienste cingesührt.
Am 6, September 1906 verlieb der Kaiser dem Kardinal bei Gelegenheit der schlesischen Kaiiernianöver den Schwarzen Adlerorden Am 25, Dezember desselben Jahres feierte er sein 25jübriges Jubelfest als Bischof, Tie staiholikcn ganz Deutschlands, vor allem der katholische Hvchadel, bcrcileten her dieser Gelegenheit dem Kardiiml große Huldigungen und feierten ihn als den Wiederherstrller des Friedens zwischen Staat und Kirche,
Au» Stadt und Land.
Gießen, 4. März 1914.
** Landes - Un i versitat. Dr, Johannes P f i h - net, dem gestern die venia legendi an unserer Landes- Ilniversität erteilt worden ist, ist 1883 als Sohn des 1903 »erstorbenen Universitätsprosessors W, Pfitzner geboren. Er studierte Rechts- und Staatswissenschasten an den Universitäten Straßburg. Halle, Berlin, war zunächst zwei Jahre lang als Referendar im Kaniinergcrichtsbczirk Berlin tätig, nahm dann aber seinen Abschied, um sich ganz der Nationalökonomie zu widmen. Er promovierte 1911 in Berlin, Seine dishcrigen wissenschaftlichen Bcrösscntlichungen liegen aus dein Gebiete des öfscntlichcn Schuldenwescns, der Finanz slatistil und des Sparkassenwesens,
** Kaufmännischer Verein für weibliche Angestellte, Ter Vortrag von Frl, Lotte Stcinthal Berlin „Was Pol, unsere^ochtcr werden?" war sehr gut besucht, so daß sich der Saal des Hotels Schütz säst als zu klein erwies, Frl, Stcinthal sprach sehr klar über die N o t w c n d I g k e i t ei ncrbernllichcn Ausbildung für unsere Heranwachsende weibliche Jugend, Je nach der Veranlagung des Mädchens stehen ihm heute viele Berufe zur Auswahl, die den körperlichen und geistigen Fähigkeiten der Frau angcpaßt sind: Alle hauswirtschast- lichcn Berufe: reiche Auswahl bietet auch das Handwerk heute, die Erzielier- und Lehrtätigkeit, Kinderpflege, der kausmäuuischc Berus, einige akademische und die sozialen Berufe — sie alle bieten der Frau und dem Heranwachsenden junge» Mädchen reiche Gelegcnlutt zur Entfaltung seiner Intelligenz, Ein jeder Frauenberuf ist gut, wenn die gebotenen Ausbildungsmöglichkeilen ausgcuutzt werden, und wenn der Beruf mit Fleiß, Energie und treuer Pffichtcrjüllung ausgeübt wird, — In der dem Vorträge solgcndcn Aussprache wies die Vorsitzende des hiesigen Kaufmännischen Vereins für weibliche Angestellte, Frau Marie Schmidt, daraus hin, daß zurzeit hier in Gießen die Ausbildungsmöglichkeiten für die weibliche kausmäu irische Jugend keine guten seien: Es fehlt die kaustnännssche Pflicht sortbildungsschule, und in den meisten Fällen sei'die Lehr- zeit zu kurz und keine korrekte, da sehr häusig nicht mal ein schriftlicher Lehrvertrag vorlieqe. Infolge dieser ungenügenden Vorbildung sei es auch sehr schwer, bei der heutigen großen Kon
kurrenz Unfern in Gießen ausgcbildeten jungen Mädchen die aus- tvärrigen besten Stellen zu vermitteln, — Das Schlußwort des Abends hatte Frau Oberstleutnant Minna Naumann als Vorsitzende des 'A, D, F. V, Sic wies die Anwesenden aus die hiesige Berufs-Beratungsstelle hin, und erinnerte an die hier bestehende Alice-Schule und au das Fröbel-Seminar,
** Grund st ücksverkehr, Grundstücke zuOber-Bcer- b a ch , die aus den Namen des Adam Egncr in Ober-Beerbach und dessen Ehefrau Karoline geb, Krauskovs eingetragen waren, sollen Montag, den 20. April 1914, nachmittags 3 Uhr, aus dem Rathaus in Ober-Beerbach im Wege der Zwangsvollstreckung per steigert werden, — Ein Grundstück zu M ainz, das aus den Name» der a: Kamclski, Michael, Friseur, b> Kamelski, Maria, geb. Will, dessen Ehefrau eingetragen war, soll Dienstag, den 28. April 1914, nachmtttags 3>- Uhr, im Wege der Zwangsvollstreckung im Justizgebäude zu Mainz versteigert werden, — Grundstücke zu Langenberghcim, die auf den Namen des Adam Reinhardt des Dritten zu Langenbcrgheim und seiner Ehefrau Katharine, geb. Teckert eingetragen waren, sollen Donncrs- ag, den 16, April 1914, vormittags 11 Uhr, aus dem Rathausc zu Langenbcrgheim versteigert werden,
Landkreis Gießen, kl. Lollar, 2. März, Am Sonntag nachmittag brach im nahen Staufcnbcra der 15 jährige Untersekundaner Grölz der Oberrealschule zweimal den rechten Unterarm, Er spielte mit anderen Kameraden im Walde, wobei er an einer Baumwurzel hängen blieb und aus einen aus dem Boden stehenden Baumstumps siel, ß, Dors-Gill, 1, März, Man schreibt uns: Als vor einigen Jahren giach der diesigen Feldbcreinigung hie, Masscngrundstückc lehr hohe Preise erzielten, brachte man dies mit der Verkoppelung in Zusammenhang, Die in der letzten Zeit vorgekommcnen Güter- versteigerungeu haben uns aber gezeigt, daß die Preise der Ländereien noch gestiegen sind. Unter vielen nur ein Beispiel, Wurde da bei der Feldbereinigung 1 Morgen Land von geringer Qualität mit 600 Mk, bezahlt: bei einer in der letzten Woche oorgcnommcnen Versteigerung erzielte er einen Preis von etwa 1000 Mk,, erreichte also eine Wcrtsteigerung von nahezu 60 Proz, Und da dies allgemein der Fall ist, so fragt man sich: „Wo will das hinaus?" Es muß doch schon eine große Liebe zur Scholle gehören, solche Preise zu zahlen und sich abzumühcn, da doch dasselbe Kapital gus Zinsen gelegt mühelos gleichen, wenn nicht sogar höheren Ertrag bringen würde,
— Rodheim an der Horloff, 1, März, Heute mittag um 1 Uhr flog ein Luftballon über unser» Ort, Ta er in geringer Höhe ffog, konnte man deutlich den Namen „L u n a" und die zwei Insassen erkennen. Er flog in nord-östlicher Richtung weiter, .Kreis Frirdberg,
-t, Fried b erg, 3, März, Am Sonntag tagte in der Restauration Steinhäuser hier eine allgemeine starkbesuchte Versammlung nationaler Arbeitnehmer (Versicherten), zu welcher die Kandidaten des zu wählenden Ausschusses zur allgemeinen Ortskrankentasse für den Kreis Friedberg, zur weiteren Jnformationserteilung, besondere Einladungen erhalten hatten. Zur Klarstellung der immer noch bestehenden Zweifel über die gesetzlichen Voraussetzungen. unter welchen unständige Arbeiter zur Wahl des Ausschusses zugelassen werden, sowie darüber, ob die außerhalb ihres Beschästignngsortes wohnenden Kassenmitglieder an dem Beschästigungsort, wo sie zur Krankenkasse angemeldet sind, zu wählen haben oder auch an ihrem Wohnort, vorausgesetzt, daß dieser innerhalb des Kranken- kajscnbezirks Friedberg liegt, wählen können, wurde ein Ausschuß von 7 Mitgliedern, unter Vorsitz des städtischen Bauführers Walz zu Vilbel, gewählt. Weiter wurde, zuweilen in recht derber Weise, bemängelt, daß der Vorstand der Ortskrankenkasse Friedberg bei der Beratung der neuen Satzungen nicht auch den Vorstand, zum mindesten aber doch den Vorsitzenden der fünf einverleibten Ortskrankentasscn des Kreises Friedberg, zngezoaen habe, sowie daß er dem mehrfachen begründete» Ersuchen der erwähnten Krankenkassen, die Zahl der Ausschußmitglieder von 60 aus 90 Personen zu erhöhen und dem ferneren Ersuchen, sestzusetzcn, daß in allen Gemeinden gewählt iverden kann, nicht stattgegeben hat, — Ueber den letzten Punkt, der gewisser- maßcninit einer Wahlrechtsentziehung identisch ist, entstand eine äußerst heftige Aussprache, welche die nachstehende, von allen Anwesende» Unterzeichnete Entschließung zeitigte, die dem anwesenden Beigeordneten Herget zu Vilbel mit dem Ersuchen übergeben wurde, sie mit ausführlichem Begleitbericht dem Großh. Oberversicherungsamt zu Darmstadt zur baldgesälligen Entscheidung zu unterbreiten:
„Die heute in Fricdberg tagende Versammlung nat > ona - l e r Arbeitnehmer (Versicherten) erblickt in der von dem derzeitigen Vorstand der Ortskrankcnkaffc zu Fricdberg verfügten Wahlkrciseinleiluug, wonach n u r in 23 von den 70 Gemeinden des Kreises Fricdberg gewählt werden soll, eine ganz außerordentliche Erschwerrmg der Wahl, die es manchem stässen- miiglicd Nahezu unmöglich macht, sein Wahlrecht auszuübeu,
Tic Versammlung ersucht darum ergebenst, wohllöbliches Obervcrsichcrungsamt möge die derzeit verfügte W a h I b e - zirkscintcilung aushebcn und anordncn, daß in allen oder doch in den Gemeinden gewählt werde» kann, wo mindestens 50 Mitglieder ('Arbeitgeber und Versichertet wahlberech- ttgt sind, loic dies auch in den benachbarten Kreisen Gießen und Büdingen der Fall gewesen ist."
Kreis Wetzlar, ' b. Blasbach, 2. März, Die Bautätigkeit ist zurzeit in unserui Dorse sehr rege. Während das neue Pfarrhaus an der Hohensolmscr Straße seiner Vollendung cntgcgengeht, entsteht jetzt an der Hermannsteincr Straße die neue Schule, Ihr Bauplatz wurde infolge der Zusammenlegung gewonnen, die Gcmeitide erhebt jetzt 240 Prozent,
Gictzcncr Strafkammer.
Gießen, 3, März, Eine politische Privatklage,
1, Privatklagc des Lehrers Gg, K, zu Gießen gegen den Redakteur H. N, daselbst wegen Beleidigung, In einem von dem Angeklagten N, verantwortlich gezeichneten Artikel der Ober- hessischen Volkszeitung war zu dem Fall Troß bemerkt worden, der Privatkläger Lehrer st, und noch andere Personen seien wochenlang für Troß hausiere» gegangen, sic hätten ihrem Freund aus dem Schlamassel Helsen wollen und hätten alle möglichen Vorschläge gemacht: die Gcwerbebank sei aber vorsichtiger geworden und habe mehr Rücksicht aui dos Dekorum nehnien müssen. Deshalb seien die Vorschläge nicht weiter gediehen. In dem dauptvcr- handlungstermin am Schösfcngericht bekundete der Zeuge Direktor M„ an den unter Anklage stehenden Behauptungen sei kein wahres Wort, Herr st, habe durchaus einwandfrei gehandelt und habe mit dem Konkurs Troß gar nichts zu tun gehabt. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen übler Nachrede, indem es scst- stelllk, daß einmal die Behauptungen völlig aus der Lust gegriffen seien und weiterhin geeignet seien, den Privatklägcr in der öffentlichen Meinung herabzusetzcn. Die von dem 'Angeklagten eingelegte Berufung nmrde verworfen, indcni die Stras» kammer den Aussührungen des angefochtenen Urteüs in allen Punkten bcipslichtctc,
^ _ Verworfene Berufung.
2, Das Säwffengcricht Bad-Nauheim hatte den Angeklagten K, B, II. von Bad-Nauheim, nach seinen Feststellungen einen arbeitsscheuen, dem Trunk ergebenen Menschen, zu einer Gcldstrasc verurteilt, da er im September v, I, in Bad-Nauheim ungc- bührlichcrweisc ruhcstüreiiden Lärm verursacht hotte: er hatte seine Frau aui olicncr Straße mit de» gröbsten Schimpfwörtern belegt und bedroht, so daß diese polizeiliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte, Ta der Angeklagte in dem heutigen Termin trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht erschienen war, mußte seine Berufung verworfen werden.
Vergebliche Berufung,
3. Die von dem Schöffengericht Gießen wage» Betielns neben einer Haststtase ausgesprochene Ucbcrwcisung an die Landespolizci- behörde, wollte der F, R. von Tenipelburg ausgehoben haben. Seine Berufung wurde jedoch mit Rücksicht auf seine vielen Vorstrafen wegen Bettclns verworfen.
4 . Das Schöffengericht Alsfeld batte den K, F, von Ronrrod in Strafe genommen, weil er im September v, I, einen Korb init Aepfeln an sich genommen hatte, die seine Frau aus der Kreis- straßc teils ausgelcsen, teils gcpslückt hatte. Er fühlte sich zu Unrecht bestraft. In der Verhandlung vor der Strafkammer erklärte er einmal, die Acpsel seien von daheim mitgenommen worden, ein andcrntol meinte er, er habe gar nicht gewußt, daß Acpsel in dem Korb gewesen seien. Nach den, Zeugnis des Straßenwärters D, von Romrod mußte er aber gewußt liobc», daß die im Korb besindlichen Aepsel von seiner Frau zu Unrecht angceignct waren Seine Berufung blieb deshalb erfolglos.
Die Notbremse,
5. Der Uhrmacher A T, von Gedern war beschuldigt worden, in einem Wagen der Eisenbahn unberechtigterweise die Notbremse gezogen und so den Zug zum Halten gebracht zu haben. Das Schöffengericht Ortcnberg batte ihn mangels Beweises freigc- svrochen, Aus die ven der Staatsanloaltschast verfolgte Berufung hin wurde er wegen Uebertretung der 88 80 und 82 der Eisen- bahnbau- und Betriebsordnung zu 15 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Gericht sah seine Behauvtung, die Bremsvorrichtung sei selbständig ohne sein Zutun in Tätigkeit getreten, aus Grund ausführlicher Sachverständigengutachten, die eine derartige Möglichkeit unter den obwaltenden Umständen für völlig ausgeschlossen hielten, sür wcherlcgt an, und kam zu seiner Verurteilung, da er zugestandenermaßen in dem einzigen Abteil, in dem der Handgriff der Notbremse herabgezogen >var, sich allein befunden hatte,
Freisprechung,
_ 6. Wegen unlauteren Wettbewerbs und Beleidigung hatte das Schöffengericht Schotten de» Kauimann K, A, B, daselbst frei- gesprochen, weil cs die Aussage eines 13iährigen Jungen, zumal dieser sich verhört haben könnte, nicht sür ausreichend zur Bestrafung hielt, während eine andere Zeugin nichts von den unter Anklage stehenden Aeußcrungcn gehört hatte. Das Urteil wurde bestätigt.
Aufgehobene Freisprechung.
7, Aufgehoben wurde dagegen das sreisprechendc Urteil des Schöffengerichts Ortenberg vom 16, Dezember 1913 und die Angcklaate H, H, I, Ebesrau von Ober-Seemen wegen Beleidigung des H, B, VIII, daselbst zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt, Sic hatte dritten Personen erzählt, der Privatkläger habe unsittliche Anforderungen an sic gestellt: sie hotte die Acußerungen zugegeben, aber den Wahrheitsbeweis nicht einmal angctretcn, geschweige denn geführt.
W, Frankfurt a, M,, 3. März, Bor der Straskammer sand heute der fingierte Raub in dem Goldwareugeschäst in der Krön vrinzenstraße 30 seine Sühne, Am 12, November v, Js, wurden dort mittags gegen 2 Uhr der Gehilfe und der Lehrling des Geschäfts^ gefesselt ausqesunden und aus dem Gcldschrank waren Gold und Silbersachen sür 16 000 Mark entwendet worden. Wie sich iväter herausstellte, hatte der Lehrling in den: Geschäft Eduard Mann zusammen mit seinem Freund Franz F i s ch b a ch den Raub verübt, indem Fischbach den Gehilfen des Geschäfts übersiel und sesselte. Zum Schein wurde dann auch der Lehrling Manu von Fischbach gesesselt, Tie Dicbesbeute wurde im Frankiurter Stadt- wald vergraben, wo sic später gesunden wurde. Das Urteil lautete gegen beide Angeklagte auf zwei Jahre Gefängnis,
kuflschiffahrl.
Chartres, 2, März, Ter Flieger Garin erreichte mit drei Passagieren eine Höhe von 3300 Metern und stellte damit ein« neue Höchstleistung auf.
vermischte».
* Die Rüstung Karls V, Aus Paris, 3, März, wird gemeldet: Ter Beschluß der srüliercn Regierung, die im hiesigen Heeresmuseum ansbewahrtcn Teile der Rüstung Karls V,, entsprechend dem vom König Alfons bei seinem letzten Pariser Besuche ausgesprochenen Wunsche, der königlichen Waffensammlung iit Madrid zu überlassen, wurde von den sranzösischen Kunstfreunden und der Presse lcbhajt kritisiert und als ungesetzlich bezeichnet. Auch gegen den Präsidenten Poincarö wurden Angriss« gerichtet, tveil er angeblich diese Rüstungsstnckc dem König Alfons angebotcn habe. In einer amtlichen Note wird nunmehr erklärt, daß diese Riistungsstücke der Madrider Masse,isammlung lediglich leihweise überlassen werden sollen und daß es sich da um einen durchaus gesetzmäßigen Vorgang handele,
* I n f o l g c d e r K ä l t c, die der Schncestnrm mit sich gebracht hat, sind inNctv Horkscchs Personen gestorben, Im Ostende der Stadt sind ivährend der letzten 24 Stunden etwa 50 Feuer ansgcbrochen, doch kann die Feuerwehr nur langsam ihren Weg nach den Brandstätten gehen, da der tiefe Schnee die Straßen sperrt. Auch sind die Hydranten und Schläuche cingesroren. Der Verkehr New Borks ist fast ganz lahmgelegt. Der Betrieb der Trambahnen und Hochbahnen ist eingestellt. Sechs Schisse sind an der Küste der New England-Staaten gescheitert und 9 bis 20 Menschen umgekommen.
vanveU
— Trais Ho »lost, 4. Mäez. In das Handelsregiüee Abt. 8 des Amtsgerichts Hungen ist di« Gesellschast mit beschrankter Haltung unter der Firma Tiesba»- und Bagger-Gesell- schalt mit beschränkter Haltung mit den, Sitz in Trais» Horloss, Sb«,Hessen, eingetragen worden, Gegenstand des Unternehmens in der Betrieb eines Baggerunternehmens aui de,» Gebiete der Ge,vcrkschalt Friedrich, Das Siannnkapital beträgt &7 »00 'Mark. Geschältslührer lind der Kaulin ill» Albrn B c n n d o r l in Radebeul und der Kaufmann Franz Eleve» z in München Der Gesell- schaltsvertrag ist am 7, Februar 1914 errichtet. Von den Gesell- schaüern brniat Alb,» Benndorl i» Radebeul eine Siammeinlage von 47 000 Mk, dadurch ein. daß er das Häher von ihm unter der Firma Albin Benndors betriebene Geschält mit de» aus der Anlage z»»> Gesellschaltsvertrag ersichtlichen Paslwen und allen Aktive» mit Ausnabme von einem zurzeit 1» Melsungen stehenden Hoch- bagger und einem zurz It i» 8,ersbahn stehenden Bagger mit Zustimmung der Geleltschalt in diese in der Art embrmgt, da» das Gelchätt vom S, Fehr>,ar 1914 an als aui Rechnung der Gesellschast mit beschränkter Haftung geführt gilt,
Airchliche Nachrichten.
Evangelische Gemeinde.
In der Zohannerkirche.
Mittwoch, den 4. März, abends 6 Uhr: 2 . Passioxsandacht.
Plärrer A u sie! \
Wichtig für den Landwirt ist jetzt bei Beginn der Saatzeit die Frage, welcher Tüngstoff anznwcnden ist, um emc gute Ernte A> crzielen, Bon allen Düngcniittelu ist unstreitig der Peru Guano „Löwenmorkc" derjenige Dünger, welcher die zuverlässigste und hervorragendste Tüngungswirkung bietet, Landwirten, denen daran gelegen ist, eine Erhöhung der Ernlcmcngen und eine Verbesserung der Erntegualität zu erzielen, kann des- halb nickt genug empsohlen werden, mit dem Peru Guano „Löwenmarke" zu düngen. Mau achte beim Einkauf genau aut die Schutzinarke, den „Löwen", Unter dieser Löwen-schutzmarkc wird der Peru Guano in de» Konsum gebracht, der von der EeMrale Guano-Fabriken in Düsieldori seit reichlich 45 Jahren regelmäßig schiffsladungswcrsc direkt von den Fundorten II»vertiert wird. D*/j


