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Der Sletzener Anzeiger

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Erstes Blatt

G'ch«k

M- Jahrgang

Dienstag. 3. März 19^

nzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

RotationrdrnS «nd verlsg Ser vrjihl'schr« Umv.-Such- s»tz Strritzriickerei 8. La«-r.

Vezugsoect»:

monalli ch 7b Pi., oie rtel- fäbrlich Ml. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch diePost Mk.2.viertel» jährl. ausschl. Bestella. ZeilenvreiS: lokal löPf, auswärts 20 Mennig. Chefredakteur: A Goetz. Verantwortlich iür den polit. Teil: Aug. Goetz; für .Feuilleton", .Ver­mischtes" und.Gerichts­saal": Karl Neurath; iür .totadi und Land":

- . .... . _ . Kurt Bendt; für Sen

Httofttaii, Lrvttltl«« l!«d ©rotferei: §chn!strrtze 7. Anzeigenteil: H. Beck,

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Ite heutige Nummer umfahl 12 Seiten.

Tagcskalender aus dem Zahrc 1814.

3. März: Ucbergabc von S o i s s o II s an den preußischen Ge- ncral v. Bülow.

Neue englische Zerrüttungen.

England rüstet trotz allerAbrüstungsvorschläge" werter Und es beruft sich bei erheblichen Nachtragsbewilligungen zum FlottcnhauShall, die der Minister Churchill am gestri­gen Montag im Unterhausc begründete, diesmal nicht aus Denischlands Vorgehen, sondern gebrauchte allerlei andere Rechtfertigungen. Ta ist das Del teurer geworden, und da muß schneller gebaut werden, weil Kanada die Wünsche des Mutterlandes nicht zeitig genug erfüllt hat, da wird, und das ist sehr bemerkenswert, der Bau von neuen Schissen be­schleunigt, weil die Privatwersten so schnell und prompt ge­arbeitet hätten.

Es ist nach diesem Borgehen Englands wohl ausge­schlossen, daß die vielbesprochenen Abriistungsgedanken ver­wirklicht werden.

Mir erhalten folgenden Bericht:

London, 2. März. (Unterhaus.) Der erste Lord der Ad- miralität Churchill bringt den Nachtrags Voranschlag sür dle Flotte ein, der 2V» Millionen Pfund betragt und den Gesamtetat aus 48 300000 Pfund steigert. Der Minister begründete die Mchrsordcrung. Diese wird verursacht erstens durch die höheren Kosten der Vorräte an Oel (500 000 Pfund), zweitens durch ein neues Programm sür Flugzeuge (250 000 Pfund), drittens durch höhere Löhne auf den Wersten (200 000 Pfund), viertens durch Beschleunigung des frühere» Beginns des Baues von drei Schlachtschiffen im Programm 191b 1914 mit Rücksicht auf den Aufschub des kanadischen Flotte ngcseh.es und fünftens dadurch, dass von den Pri­vatwerften der Bau der vom Parlament bewillig­ten Schiffe schneller von st alten gegangen ist.

Churchill bemerkt im einzelnen folgendes: Tie Nachtrags- iorderungcn für das Flugwesen seien verursacht worden durch den Ban von Luftschiffen und Schuppen. 'An Luftschiffen des starren Shstems seien bestellt ein Zeppelin und ein Astra Torrcs aus Frankreich, bei Armstrong seien ferner drei halbstarrc Luftschiffe eines italienischen Tpvs bestellt, wovon zwei in England erbaut ivürden. Das englische Programm bleibe zwar hinter den, zurück, was Frankreich und Deutschland geleistet haben, aber angesichts der großen und starken Ilcbcrlegenhcit Englands a n W a s s c r f l u g z c u g e n sei das fetzige Programm ausreichend. Was den früheren Beginn des Blaues der drei Schlachtschiffe betrifft, der durch den Aufschub des kanadischen Flottengesetzes verursacht werde, so führte Churchftl aus, daß darin keine Abweichung von dem Standard von 60 Prozent liege. Es werden nur 450 000 Pfund im Jahre 1914 ausgcgcben statt zwcrJahrc später. In diesem Jahre würde die kanadische Flottcnvorlage keine großen Fortschritte machen können. Die allgemeine Flotten Politik und namentlich die Marinelage im Mittelmcer wird von Churchill bei Beratung des Voranschlags für 1914/15 behandelt.

Aus eine Anfrage AllanBakcrs, welcher die Aufmerlsam- keit aus die Bemerkung des Großadmirals von Tirpitz lenkte, daß er. falls eine allgemeine Herabsetzung des Deplacements der Äriegsschissc vorgenommen werden sollte, dies begrüßen würde, sagte der Marineminister Churchill in einer schriftlichen Ant- ivort: Tic Deplacements der neuesten englischen Kriegsschiffe sind erheblich kleiner als die fast aller neuesten Schlachtschiffe, die sich sür fremde Mächte im Bau befin­den, soweit ihre Größenmaße veröffentlicht worden sind. Ter Ge­danke, der in einigen Kreisen gehegt wird, daß wir bei der wachsen­den Steigerung des Deplacements der Großkampsschisfe vorangehen oder vorangegangen sind, beruht aus Unwahrheit. Trotz dieser Tat­sache würde die Admiralität gewillt sein, sich an einem Abkom­me nzurBeschränkungderGröße von Großkampsschissen zu beteiligen, wenn sie überzeugt wäre, daß Verhandlungen zu eineni solchen Uebereinkommcn nicht unwillkommcnZind. Bei der­artigen Abmachungen müßte natürlich auf beiden Seiten im Auge

behalten werden, was andere Mächte in dieser Beziehung tun. Tic Schwierigkeiten sind zwar schwerwiegend und in die Augen fallend, meiner Ansicht nach aber nicht unüberwindbar, vorausgesetzt, daß auf beiden Seiten der Wunsch besteht, zu einem Ergebnis zu kommen.

Aus die Anfrage des Unionistcn George Llopd, ob Verhand­lungen über 'Abtretung oder Austausch von Gebietsteilen non B r i tisch-Ostasrika oder Uganda mit Deutschland kürzlich staltgcfünden hätten, hat Parlamentsuntcrickretär A cl and schrift­lich geantwortet, daß keine Verhandlungen dieser Art gepflogen worden seien.

Arthur Lee erklärte, die u n i o n i st c n müßten die Kritik der Marincpolitik der Regierung zurückstellcn bis nach Einbringung des Marincvoranschlags, aber man dürfe nicht annehmen, daß die Lvvosition der Politik zustimmt, die durch den Ergänzungsvoran- schlag zum Ausdruck kommt. Wenn nicht aus einnial drei weitere Kriegsschiffe auf Stapel gelegt würden, so würde das bedeuten, daß England im Frühling 1918 mit seinem Stand unter die zu­lässige Mindeslstärke mit Sicherheit hcnmtcrgehcn wolle, daß dies dann zu Angriffen auifordern oder mindestens zu einem diplo­matischen Druck, dem man unmöglich widcrftcheir könnte, führen würde.

Dcnttd»* Jlcifö,

Ter Kaiser gedenkt Mittwoch abend sich nach Wil­helmshaven zu begeben. Ter Fürst von Fürstcnberg wird ihn als Gast begleiten.

Eine Anfrage im Reichstag über das Sal- oarsan. Im Reichstage ist eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Becker- Hessen, G e r l a ch, Schatz und S t r u v e ein- gcgangen, ob die durch die Presse gehenden Nachrichten über ungünstige Nebenwirkungen bei der Salvarsanbc- handlüng begründe! sind.

Im preußischen Abgeordnetenhaus stand ain Montag die N o v e l l e z u in K o m m u n a la b ga b e n -f g c s e tz ans der Tagesordnung. Sic wurde im allgemeinen als eine brauchbare Grundlage angesehen, man war aber auch darin einig, daß eine ganze Anzahl von Einzelbestim- mungen bedenklich seien und der Abändcrung^bedürsen. All­gemein beifällig wurde es vermerkt, daß der Staat nun sein Grund- und gewerbliches Eigentum stärker als bisher der Gcmeindebesteuerung unterwerfen will, dagegen bezeichnete der Abg. Tr. Wuermcling (Ztr.) die Bestimmung, daß die Ge-> meindestcuerzuschläge erst bei 15V, statt bisher 100, genehmig gungSPflichtig sein sollen, als recht bedenklich, und zwar mit Recht, dehn die Gemeinden mit unter l50 Proz. werden sich nun beeilen, bis zu dieser Stuf« iiinaufzuklcttcrn.

Die Zentrunis fra kt io n im Reichstag hat eine T u e kb-A n f r a g e eingebrachr.

Der österreichische Minister des Auswär- tigenGrafBerchtold und Gemahlin sind am Sonntag abend in München eingetroffen. Sie nahmen in der österreichisch-ungarischen Gesandtschaft an einem Souper teil, zu dem der Graf und die Gräfin Freiherr v. Hertling mit Tochter geladen waren. Gras Be r ch t o l d gab am Mon­tag vormittag seine Karte bei den königlichen Prinzen und Prinzessinnen und den in München beglaubigten Gesandten ab und besuchte den Ministerpräsidenten Grafen Hert­ling. Hierauf wurde er von dem Kronprinzen Rupprecht in Audienz empfangen. Um 1 Uhr gab der K ö n i g zu Ehren des Gastes eine königliche Tafel. Am Abend begaben sich Graf und Gräfin Berchtold in das Hoftheater und hörten den ersten Akt vonTristan und Isolde". Darauf wohnten Graf und Gräfin Berchtold einer Wohltätigkeitsvorstetlung im Rcsidenztheatcr bei.

Das Einschreiten des Militärs und dessen Daffengebrauch in Baden. Zu Beginn der Sitzung der badischen Zweiten Kammer begründete am Montag der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Frank-Mann­heim die Anfrage der Abgeordneten Frank und Genossen betreffend die Militärgerichtsbarkeit, den Waffengebrauch des Militärs und die Mitwirkung desselben bei Äusrecht- crhaltung der öffentlichen Ruhe und Lrdnung. Ter Minister

des Innern Freiherr v. Bo dm an erwiderte: Tie rechtliche Grundlage für den Waffcngcbrauch des Militärs gründet sich in Baden auf den § 13 der Militärkonvcntion von 1870 zwischen Preußen und Baden. Demzufolge darf ein Waffen- gebrauch des Militärs nur erfolgen, wenn die Zi- vilbehördc die .Hilfe des Militärs an ruft, Zn die badischen Bestfminnngcn wurde die Anordnung der preußischen Kabinettsordcr von t820 nichl ausgenommen. Ein Einschreiten des Militärs aus eigenem Recht ist im allgemeinen nicht statthaft; es ist es nur, wenn im Falle eines 'Aufruhrs die Zivilbehörde nicht imstande ist, die Hilfe des Militärs zu erbitten. Die preußische Militär­behörde hat sich damit einverstanden crktärt, das; für die in Baden stehenden Truppen nur die landesgcsetzlichen Bestim­mungen gelten. Das hat uns aus Anfrage auch das Kriegs- minifterium neuerlich bestätigt. Hierauf trat das Haus in eine Besprechung der Anfrage ein, wobei sich sämtliche Parteien, auch die sozialdemokratische, von der abgcgcbcne- nen Regierungserklärung befriedigt erklärten.

Ziv il und Militär in den Rcichslandcn. Der Straßburger Polizcibcricht meldet laut amtl. Wolfs-Bureau: Gestern abend (Sonntag! zwischen 10 und 11 Uhr verübte eine größere Anzabl Soldaten (Pioniere) in mehreren Wirtschaften am Fischerstaden und in der Krutcnaustraßc einen derartigen Skandal, daß mehrmals einge- schritten werden 'mußte. Auch Sachbeschädigungen wurden verübt. Zivilisten waren an der Sache nicht beteiligt. Anzeige ist erstattet.

DicKölnerZentrumspartei hielt am Sonntag nachmittag in Köln «ine Protest Versammlung gegen die Quertreiber ab. Eine große Anzabl Abge- ordnetcr und Politiker aus Westdeutschland, ferner über 100 Deputationen der Zentrumspartei größerer Städte und mehr als 4000 Zuhörer wohnten der Versammlung bei. Einleitend bemerkte der Vorsitzende Dr. Mertens, daß die Mißstimmung in Zcntrumskrcisen sich immer mehr steigere, die Quertreiber hätten sich selbst außerhalb des Zentrunis gestellt, seien als Zentrumsfcinde zu betrachten und zu bckämpsen. Der Führer des hessischen Zentrums, Abg. Dr. Schmitt (Mainz) be­tonte, das Zentrum stehe und verbleibe auf demselben Stand­punkte als bisher. Der Zutritt sei den (Protestanten auch fernerhin gern gestattet. Wenn das Zentrum eine konfcssio-i nellc Partei wäre, stände cs unter den Anordnungen der kirchlichen Behörde; dies sei aber keineswegs der Fall. Die Bischöfe ständen turmhoch über den politischen Streitigkeiten und seien hierfür nicht verantwortlich zu machen. Wenn der Papst einen Einblick in die heutige Versammlung nehmen könnte, wäre die Frage der Kölner Richtung mit einem Schlage entschieden. Rechtsanwalt Tr. Schräm bgcns (Leipzig) bezeichnete die gewaltige Kundgebung als Partei­fest, das dem gesamten Vaterlande ein Bild vollster Etnigs keil gebe. Der Redner fidjert der christlich-nationalen Ar­beiterbewegung fortgesetzt tatkräftige Unterstützung durch das Zentrum zu. In einer Entschließung wurde ausge­sprochen, daß man auch weiterhin treu und fest zur alten Zentrumspartct halten werde. Dem Rcichsansschuß der Deutschen Zentrumspartei gebühre besonderer Dank für die jüngste Kundgebung, die eine befreiende Tat bedeute. Ueber 100 Zustimmungstelegramme gelangten zur Verlesung.

Heer «nd Flotte.

Tcr bapcrischc Kricgsininistcr über dic Be- liandlunaderSoldatcn. Ter bvperisckic Kriegsministcr hat über die Behandlung der Soldaten einen Erlaß hinausgcgcben, in dem es heißt:

Tie Fälle von unwürdiger Behandlung von Unter­gebenen haben trotz vielfacher Erlasse des Äricgsministcriunrs leine genügende Einschränlung. Um dies endlich zu erreichen, ist es unerläßlich, da ßbei allen Vorgesetzten der ernst­liche Wille zur Ausrottung dieses die Armee nach innen wie nach

Zum Abschluß btx australisch«« Südpolarkxprditioi,.

Uns wird geschrieben: Nach mehr als zweijähriger Abwe­senheit ist nun auch der Leiter der australischen Südvolarexpc- ditivn Tr. Douglas Mawson, hcimaekchrt, und damit bat auch die letzte der jüngsten aroien antarktischen Uiitcrnttimunecn ihren -Abschluß gesunden. Ter Südpol ist wieder einmal verwaist: cs weilt zurzeit keine Ervedition draußen. .

Mawson, Dozent für Mineralogie an der Universität Ade­laide, der die Mittel für sein Unternehmen zum größten Teil in Australien aufgebracht hatte und auch von der australischen Bundesregierung mit großen Summen unterstützt wurde, hatte einen Plan, der von dem der ineistcn SDvolarreisendcn erheb­lich abwich. Er emviand cs mit Recht als einen Uebclsrand, daß man Zwar mancherlei von, Innern der Antarktts Ivußte, die Küste aber noch so gut wie gar nicht kannte, und wollte daher die rund 3500 Kilometer lange, von Kap Sldare "Viktorialand' bis Kaiser-Wilhelm II.-Land reichende, nur an wenigen Stellen tlüchlig gesichtete Küste von WI > kcsland sksttegen. Zu die­sem Zwecke sollten drei selbständige Forschungsabtcilungen an drei verschiedenen Punkten des Wilkcslandes abgcietzt werden und durch Schlittenfahrten östlich und westlich von ihren Stationen die Küstenstiecken ausnehmcn, gewissermaßen einander sich die Hände reichen, Tie östliche Abteilung sollte ferner gegen den magnetischen Südpol Vordringen, der währen» der Thack- Itton-Ervcdition seiner Lage nach von Prof. David nngeiähr enkättdt worden war. Schließlich aber beschränkte sich Mawson aut nur Zwei Llbtcilunaen, von denen die eine unter seiner eige­nen tftittma aus Adclic-Land, die zweite unter Frank Wild, einem" Mitalicde der Ervedittoncn Scotts und Shacklctons, aut »norland 1750 Kilometer westlicher, arbeiten tollte.

Am » Dezember 1911 verließ die Erpediiion an Bvrd der vom Kapitän I. K. Davis geführten ..Aurora" die tasmanlsche Haupfttadt 5z°bar. und.richtete zunachft am ^r M a c a u ^ rv «I pme StfftioJi für brüoticMc jTclc(Tröt)I)tc tut, tritt bereit «lilie Mawson mit der Außenwelt in Verbindung zu bleiben Januar 1912 erreichte dann dieLlurora" das noch ni/betrctcne Adelie-L-nd. wo si- M-ws°n^und den größten

Teil des Stabes abie^tc,

an einer von ihm Commonwealth-

ai T, '-benannten Bucht am westlichen Ende des Landes. Hierauf stina das Schiss westwärts, stellte dabei das Nichtvvihandenieln ^cs Clarre-Landes miscrcr Karten fest, rn-rm°chtc aber, der

Eismassen wegen, das Knoxland nicht anzulausen. Erft in der Nähe und östlich von Kaiser-WUHclms-Land, also ganz im Westen des Forschungsicldes, gelang cs, Wild mit seinen sieben Be­gleitern Mitte Februar 1912 zu landen, und zwar auf einem ins Meer fallenden lölclschcr, auf dem weiter aufwärts auch die Station errichtet wurde. Tie Gegend nannte Wild später K ö n i g i n - M a r p - La n d. DieAurora" kehrte nach Hobart rück. Da somit das Wilkesland nur an seinen beiden Endpunkten mit Stationen besetzt war, so war freilich an eine Bereisung und Aufnabme der ganzen Küste nicht zu denken: sie bleibt nach wie vor zum weitaus größten Teile unbekannt, von 10t" 30' ö. B. bis in die Nähe der Commonwealth-Bai.

Ende 1912 brach das Schiff von neuem südwärts aus, um beide Erpeditionsabteilungen abzuholcn. Tie Funkipruchstatton auf der Macauaric-Jnsel halte bis dahin mit Mawson die Entfer­nung beträgt 1700 Kilometer keine Verbindung gehabt, dagegen eine andere Auigabe gut erfüllt, nämlich täglich Wetter­berichte nach Melbourne, Hobart und Wellington /Neuseeland) übermitteln können. TieAurora" erschien im Januar 1913 vor der Commonwealth-Bai und nahm einen Teil der Abteilung Maw- sons und des Erveditionsgntes an Bord. Mawson selbst aber war damals von einer Schlittenreise ins Küstengebiet noch nicht zurück, :nd da ein weiteres Verweilen nicht ratfam erschien, so verließ Kavi- tän TaviS am 8. Febr. die Bai, um die Wildsche Abteilung abzuholcn. Acht Stunden später erreichte Davis ei» Fnnkfpriich, daß Mawson cingetroiien sei und das Schiff zurückbcordert würde. Davis kehrte also um. Es erholt sich aber ein schwerer Wirbelsturm, io daß ein Anlaufen der Küste ohne Gefährdung des Schisses nicht mehr möglich war, und so segelte nun TaviS endgültig nach Westen, nahm am 23. Februar Wild auf und war am 14. Mörz in Hobart. Mawion mußte also mit sechs Kcsäbrtenoch einen zweiten Dinier auf Adelie-Land zubringen, dessen südöstliche Fortsetzung er König- Georg-V.-Land genannt hat, und konnte erst jetzt befreit werden.

Schon vorher aber, Ende Februar 1943. hatte er auf draht­losem Wege über die Macgnaric-Jnsel eine Nachricht über jene Schlittcnreise geben können. Gr war aus ihr an der Küste entlang etwa 500 Kilometer weit nach Südosten gekommen, hatte dabei aber seine beiden Begleiter, den Leutnant Ninnis und den Schweizer Biologen Tr. Merz, verloren. Ninnis war mit einem besvairnten Schlitten am 4. Dezember 1912 in einer Gletscherspalte verunglücki, und weil dadurch auch fast alle Lebensmittel verloren gegangen waren, so war während des Rückzuges Merz am 17. Januar 1913

den Entbehrungen erlegen. Im Sommer 1912 war ferner eine größere Schlittenreiie unter Leutnant Bagc bis in die Näde des magnetischen Südpols unternommen worden, durch die man Unter­lagen für eine genaue Berechnnng der Lage des Pols gewonnen hnt. Das Adelie-Land erwies sich unwirtlicher, als alle übrigen bekannten Südvolarländer. 21» der Commonwealth-Bai wurden Kohle und einige andere wertvollen Mineralien, ». a. das von der Stahlindustrie gesuchte Molvbdänit, gesunden.

Tie Abteilung Wilds hat wegenngiinsiigcr Lage der Station auf einen außerordentlich unebenen Gletscher nicht so ausgedehnte Schlittenfahrten ausiührcn können. Das Land ist dort iast ganz unter Eis begraben, das sich auch weit ins Meer hinein ausdehnr und da mit einer hohen Barriere absälll. Besucht worden ist der Gaußberg und damit der Einschluß an die 'Arbeiten der ersten deutschen Tüdpolarerpedition gewannen. Mancherlei Neues haben die Lotungen während der Fahrten des ErveditionsschificS Aurora" ergeben. H. Singer.

Ernst Haeckel bleibt bürgerlich. Ernst Haeckel hat nachstehenden Brief als ?lntti>ort auf eine Anfrage desBer­liner Tageblatt" geschrieben:

Jena, 26. Februar 1914.

Mit der Tekvratton des Großkreuzes des herzoglich S. Ernc- stinischen Hausordens, welche mir die Hcrzögc von Sachicn-Mei ningen. Llltenburg und Gotha bei Gelegenheit meines 30. Ge- burtsiages verliehen haben, ist allerdings das Vorrecht des erb­lichen Adels verbunden,sofern der Dekorierte einen ciilsprcchen- )den Antrag stellt". Ich werde natürlich diesen 'Antrag nicht sickllen, eingedenk meines Großvaters Sethe, der bei V»r- leihung des -chwarzen 'Adlcrordens durch Friedrich Wilhelm IV Gbr 70 Jahren) ebensalls auf den erblichen Adel verzichtete Hochachtungsvoll Ernst Haeckel

Der von Haeckel erwähnte Sethe ,var der Jurist und Chef des rheinischen Kassatwnshofes Christoph Sethe, den Napoleon nach Iftrris befahl, wo sich.der dorthin Zftiertc wegen Widersetzlichkeit zu verantworten hatte.

Die Lehrfächer im Urteil der Schüler. Die moderne Pädagogik begnügt sich nicht mehr, aus irgendwelchen tbcoreiischen Marimen ihre Gesetze zu formulieren, sondern sie will aus dem Leben unter Mithftsc aller bclciligicn Faktoren ihre Forderungen schöpfen. So wird auch der Schüler zu einer wich- ttgeren Persönlichkeit in der Schulhicrarchic, als er cs früher war.