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Kr. 50

viertes Blatt

10H. Jahrgang

Erschein! kigllch mit Ausnahme des Tonnlags.

Dt««letzen«! ZamilienblSNer" werden dem .«eckiger" viermal wöchentlich beigelegt, dar Kreirdlall für den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Dielandwirlschasllichen Seit­srag«»" erscheinen monallich zwennal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

Samstag. 28. 5ebruar

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schea Universiiäts - Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gieße».

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­strabe 7. Exvedilioii und Verlag: e^gäl. Redaktion: 112. Tcl.-Adr.: AnzelgerGieben.

hessiiche Zweite ttammer.

rb. Darmstadt, 27. Februar.

Am Regicrungstischc: Finanzministcr Tr. Braun, Mi­nister v. Hombergk, Staatsrätc Tr. Becker, Best, Min. Rat Solzinger, Tr. Ara«.

Präsident Köhler eröffnet die Sitzung um 9'', Uhr. Tas tzaus tritt sofort in die Tagesordnung ein: Fortsetzung der Be­sprechung über die Anfrage der Abgg. Aulcr u. Gen., bctr. den Bau der Nebenbahn BcnsheimLindenfels.

Abg. Henrich (fr. Pp.) legt dar, das; die baldigste Aussüh- rung dieses Bahnbaucs eine abiolute Notwendigkeit sei, da sonst dieser ganzen Odcnwaldgcgcnd der ärgste wirtschaslliche schaden zugcsügt werden würde.

Finanzminister Tr. Braun verliest darauf eine umiangreiche, mit zahlreichen Aktenstücken belegte Tarstellung über die in­zwischen staitgehabtcn Verhandlungen zwischen dem Ministerium und der Frankfurter Gescllichasr für Eisenbahnbau und -Betrieb. Tie Aussührung des Bahnprosektes sei aus tiahezn süni Millionen veranschlagt worden, so daß sich der dasür z» leistende Starts- zuschuß nach dem hessischen Gesetz für Nebenbahnen aus über eine Million Mark bclausen würde. Bei den mit den Vertretern der Gesellschait gepilogenen Verhandlungen, die im Januar und Fe­bruar d, Js. geführt wurden, sei die Regierung im weitgehendsten Maße entgegcngekommcn, die Unterhändler hätten aber trotz­dem erklärt, das; weitere Verhandlungen unter den von der Regie­rung in Vorschlag gebrachten oder ähnlichen Gesichtspunkten aus­sichtslos seien. Um alles zu tun. was nur möglich war, habe die Regierung dann nochmals ersucht, in einer mündlichen Verband lung am 19. Februar zu einem schnellen und bcsrieaigenden Ab­schluß zu gelangen: aber auch dieser letzt- Versuch habe kein be friedigendes Ergebnis gehabt. Tie Gesellschaft hatte an den Kreis Benshcim das Ersuchen um eine Bewilligung von ivciteren 10000 Mark gerichtet, und als dieser das Ansuchen ablehnte, versuchte die Gesellschatt, die Stadt Bcnsheim zur Leistung dieser Summe heran- zuziehcn. Tas wurde aber schon ^deshalb abgclehnt, weil die In­teressen von Stadt, Kreis und Staat idcn.iich sind. Tic Regie­rung habe bei ihren Verhandlungen we.er für den Staat, iwch für den Kreis Benshcim eine Herabsetzung der hohen Zuschuh­sorderungen erreichen können und desha b und die Verhandlungen als endgültig gescheitert zu betrachten. Nun habe sich aber in letz­ter Stunde doch noch wieder die Möglichkeit gegeben, ein Jiahn- projekt zur Aussührung zu bringen. Es sei ihm gestern ein Schrei­ben einer leistungssähigen Elcktrizitätsgcscllschaft zugcgangen, die sich erbietet, c,nc elektrische Bahn zwischen Bcnsheim und Linden- sels herzustcllen. Bei einem solchen Projekt würden sich die Zu­schüsse des Staates und des Kreises wesentlich geringer stellen. Von den früheren elektrischen Projekten unterschieden sich das neue dadurch, das, cs normalspurig ausgesührt werden soll. Eine elek­trische Bah» ivürdc viel rascher und billiger hcrznslellcn sein. Ter Minister erklärt zun, Schluß, das; er es als fein Recht und seine Pflicht erachte, dieses neue Projekt nach Möglichkeit zu fördern.

In der nun folgenden Besprechung sühr.c Abg. Hartmann (Soz. aus, daß die schleunigste Erbauung der Bahnlinie im Interesse der wirtichastlichen Existenz jener Gegend dringend not­wendig sei.

Abg. Ulrich (Soz.) gibt zu, das; die bisherigen Bahnprojektc nicht besonders günstig ivaren. Es müsse aber die Frage NU» . endlich zum Abschluß gebracht werden, ein svlch-r Bahnbau, der zur Erschließung der Lanzen Gegend beitrage, sollte nicht nur vom Standvunki der Rcniabftilät betrachtet Iverdcn. Wenn die Regie­rung schon früher eine Vorlage zur Erschließung des Lautertales gemacht hätte, so hätte der Bahnbau längst durchgesührl sein können. Hosscntlich werde das neue Projekt des Ministers letzt schleunigst ^durchgesührl werden und nicht wegen starker bureau- krriischer Schwierigkeiten aus ein totes Geleis kommen.

Abg. A! o l. h a n ZenkrO ist erfreut über das neue elek­trische Projekt und er hasst, daß die Berdaudlungcn mit der Elektrizitätsgesellschait schnei zum Abschluß kommeu. Es komme in erster Linie aus die volkswirtschaftlich: Berechtigung und dann erst aus die Rentabilität einer solcheii Bahn an. Die elektrische Bahn sei im allgemeinen die Bahn der Zukunst.

Finanzministcr Tr. Braun bespricht kurz die Angriffe eines Artikels imVolksboten", welcher der Regierung vorwlist, sie habe in der Bahnbaufrggc die Landesinteres.cn völ'it außer Acht gelassen. Wenn diese Behauptung des Blattes wa'-r wäre, so würde er, Redner, ein >->d- und vslichtvergcsscner Mensch oder ein Narr sein müssen. Heiierscit.

Abg. Aulcr (natl. sührt aus, mau habe im Lautcrtal nicht verstellen können, daß an einer doch verbältnismäßig ge ringen Summe das alre Projekt scheitern sollte. Ter Bcgrisi ausgewendctc Baukosten" ß-i scbr dehnbar. Ter KO Prozent Staatszusümß wegen sübrc kein Uwernehmer ein solches Projekt aus. Er hossc nun aus eine schleunigste Turchssthrung des neuen Projektes, damit das Lautcrtal nicht noch weiter zurückgche.

Abg, K o r a l l - Angenrod (Bbd.) erklärt sich mit dem vor- getragcncn neuen elektrischen Pro-eki einverstanden,

Äbg, Tr. Osann (natl. bemerkt, nachdem das ganze Bahn­projekt so lange Zeit hinausgcschobcn wurde, sei eine gründliche Ausivrache darüber sehr am Platz- Er wolle dossen, daß das neue Projekt der Ekcktrizilätsg fellschast jetzt recht bald in ein besseres Fnbrioa'ser komme. IX.her den bel.i igc iden Ar ikel im Volksbvlcn" hätte die Regierung sofort die Oesscntlichkcji rich­tig ausklären solle»

Nach einer kurzen Pause teilt Präsident Köhler mit, die Rückäußening der Erste» Kammer zur Besotdungsvorlagc liege »och nicht vor, «je würde an de» Finanzausschuß gehen, wenn

die Gcsamtbcschlüsic vorlägcn. Der Ausschuß werde darüber schrift­lich Bericht erstatten,

Staatsminister Tr. v. Ewald gibt daraus eine Erklärung ab. In derFranks. Ztg." sei jüngst in einem Artikel die Behauvtung auigcstellt worden, es träten immer mehr Gerüchte aus, die preu­ßische Regierung habe sich hinter das hessische Ministerium gesteckt, um zu verhindern, daß bezüglich der Frage der Lchrerbesoldung nicht über ein für Preußen erwünschtes Mas; hinausgegangen werde. Es sei nun Tatiackic, daß der vreußische Gesandte sich in letzter Zeit sehr sür die hessischen Kammcrvcrhandlungcn interessiert habe. Ter heutigen Sitzung der Ersten Kammer wohne aber neben dem preußi­schen Gesandten auch der russische Ministerrcsident bei. Man werde daraus hosscntlich nicht folgern, das; auch Rußland sichhinter die hessische Regierung gesteckt" habe. (Heiterkeit.) Selbstverständlich sei an den Gerüchten derFranks. Ztg." kein wahres Wort.

Nachdem dann die Vorstellung * des Vereins semina­ristisch gebildeter Lehrer an den höheren Bürgerschulen betr. ihre Gleichstellung mit den Lehrern der höheren Lehranstalten sür erledigt erklärt worden ist, begründet

Abg. Köhler (natl.) den von ihin gestellten Antrag betr. die Revision der allgemeinen Bauordnung.

Ministerialrat Tr. Kratz erklärt, daß bereits der dritte Teil des neuen Entwurses in Truck sei. Tie Frage der Enteignung von Grundstücken werde besondere Berücksichtigung finden.

Tas Haus nimmt daraus den Ausschußantrag an.

Bei Beratung der Regierungsvorlage bctr. dicTcilungvon Grundstücken fragt

Abg. Mols- Stadecken (Bbd.), ob nicht aus praktischen Grün­den die Anträge aus Befreiung von den gesetzlichen Vorschriften den unteren Organen oder dem Grundbuchaml überlassen werden könnten.

Nach der Entgegnung des Geh. Justizrats Tr. S ch w a r z, daß dies grundsätzlich wohl möglich wäre, solche Fälle aber nicht häusig wären, wird die Vorlage einstimmig angcnouimen.

Tic Anträge der Abg. R e h und Gen., bctr. das Gerichlskosten- gesetz von 1904, sowie die Vorstellung des Kanzleidicncrs Anton Weisel, die Vorstcll-uig der Orts- und Polizeidiener Obcrhessens, bctr die Rcgcs-lng ihrer Gehalts- und Anstcllungsvcrhältnisle und die Vorstellung des ärztlichen Krcisvereius für Obcrhessen, betr. die Errichtung eines Un'allkrankenha-ises in Gießen werden den Aus- schußantärgen entsprechend sür erledigt erklärt.

Es folgt die Beratung des Antrags Leun und Fenchel, betr. die Verordnung über den Verkehr mit Krastsahr- zeugen.

Abg. Grünewald (sr. Vp.) sührt aus, es gebe aus dem Lande noch viele Leute, die das Automobil am licbsteu ganz beseitigt wissen möchten. Die Fuhrleute seien vielfach gar nicht darüber unterrichtet, daß sür sie im Straßenverkehr irgendwelche Vorschriften vorhanden seien; sic meinen, sie brauchten den Antos nicht auszuwcichen. Es müsse mehr die Erkenntnis durchdringen, daß das Auto dieselbe Exi­stenzberechtigung habe, wie die anderen Fahrzeuge auch.

Abg. W o l s-Stadecken (Bbd.) meint. cS sei Jahrhunderte lang üblich gewesen, daß der Fuhrmann beim Uebcrholen links auswich. Nach dem Bundcsratsbeschluß soll er -nun aber rechts fahren. Tie Automobilbciitzer Hütten doch kein Recht, sich als die alleinigen Herren der Landstraßen zu betrachten.

Ministerialrat S ch l i e v h a k e bezeichnet es sür unverständlich, wie der Vorredner jetzt die Bestimmungen über das Ausweichen aut den Straßen, heranzichen kaun. - -

Dbg. Korell - Ingelheim -- Vp. tritt dafür ein, daß die Automobile bessere Kcnnzeich. chalten, die nicht so leicht unkenntlich werden, lote die jetzt aus der Rückseite angebrachten Bezeichnungen,

Abg. I o u tz (wild- spricht sich gegen das schnelle Fohren

der Automobile aus.

Nach weiteren kurzen Bemerkungen der Abg. Fenchel, Haust, Torsck, Schönberger, Eißncrt und Dr. Winkler sowie Ministerialrat H ö l z in g c r erklärt die Kammer den Antrag Leun-Fenchel dem Antrag des Ausschusses ent­sprechend sür erledigt.

Tamit ist die Tagesordnung erledigt und die Sitzung schlicht gegen 2 Uhr.

Nächste Sitzung Dienstag vormittag 10 Uhr mit der Tages­ordnun g: Bndgetbcratung. _ '

Die Sial'M der Kra feniafiei.

Tie ersten statistische» Zahlen über die Zahl der Kran­kenkassen und die Zahl ihrer Mitglieder nach der Ncuorgani- sation der Krankenversicherung werden jetzt bekannt gegeben. Tanack, beträgt zurzeit die Zahl der allgemeinen Ortskran- kenkafsen 2463 mit 9 753 731 Versicherten, die Zahl der be­sonderen Ortskrankenka'sen 337 mit 749 3 49 Versicherten, die Zahl der Landkrankenkassen 595 mit 2 660 065 Versicherten, die Zahl der Betriebskrankenkassen 5 537 mit 3 476 020 Ver­sicherten, die Zahl der Innungskrankcnkassen 892 mit 384169 Versicherten. Im Durchschnitt fallen im Deutschen Reich auf jede Ortskrankenkasse 3752 Mitglieder, auf jede Landtrankcnlasse 4471 Mitglieder, auf jede Bctriebslranlen- kassc 628 Mitglieder, auf jede Jnnungskrankcnkasse 431 Mit- qlieder.

Tie Statistik zcncft, daß nach der Absicht der Reichsver- sicherungsordnnng die Zahl der Bersichcrungsträger sich gegen die Borsahrc im ganzen vermindert hat. Der Schwer­punkt liegt überall in den allgemeinen Ortskranken tassen. Preußen zählt zurzeit 1325 allgemeine und 259 besondere

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^rislrankenkassen, wahrend cs 1912 3056 zählte. Zu berück­sichtigen ist, daß die Gcmeindelrankciivcrsichcrung zu be­stehen aufgehört hat und daß die Mitglieder dieser Kranken­kassen zum größten Teile ans die Landkrankenlassen über­gegangen sind, deren es in Preußen 409 gibt. Ti.c Zahl der Betriebskrankenkasscn beläuft sich in Preußen zurzeit auf 3241, die Zahl der JnnungSkrankeniasjcn auf 603. Die Ge­samtzahl aller Versicherten sämtlicher preußischer Kranken­lassen beträgt zurzeit 10 406000 gegen 7 520 000 im Jahre 1912. Es sind mithin in Preußen durch die Neuorganisation der Krankenversicherung 2 880 000 Personen zurzeit inehr versichert.

Gictzcncr Strafkammer.

Gießen, 27. Febr.

Freigesprochen wurde der Arbeiter P. K. aus Schönebeck, welcher vom Schöffen­gericht Gießen zu einer Woche Gcsängnis verurteilt worden war: er sollte eine Nickcluhr, ein Portemonnaie und ein Paar graue Socken gestohlen haben. Ta ihm nicht cinwandsrci nachgewicsen werden tonnte, daß die bei if)iit Vorgefundenen Sachen dieselben seien wie die, die abhanden gckoninicn ivaren, inußte Freispruch crsolgcn.

Wegen Bctru'gs in; Rückfall wurde der Bierbrauer G. B. aus Altcnschänbach mit 3 Monaten Gcsängnis bestraft. Ende 1912, als er noch Musketier im Hie­ligen Regiment war, hatte er durch Vorzeigen eines bereits ab- gelausenen Urlaubsvaiscs den Tchaltcrbeamten in (hießen ver­anlaßt, ihm eine Militärsabrlartc nach Wetzlar zu verabsolgen Aus diese Weise hat er die Hessisch-preußische Eiscnbahngc,neinschaß um 30 Psg. geschädigt.

Wegen Diebstahls im wiederholten Rücksalle wurde der Schreiner Fr. H. aus Fricdberg zu einer Gefängnis- strase von 5 Monaten verurteilt. Er hatte auS der Werkstätte des Zimmeruiannes W. F. in Friedberg, bei den; er 2 Jabrc zuvor i» Arbeit gestanden halte, gelegentlich eines Besuches bei dc» Gesellen eine Handsägc, verschiedene Hobel und zwei Stemm­eisen gestohlen. Später hat er bei seinem damaligen Dienst­herr» R. in Fricdberg eine ganze Anzahl weiterer Werkzeuge sich in diebischer Absicht angceignet.

Freigesprochen wurde der Landwirt Sch. aus Bernsburg. Er war in erster In­stanz wegen Unterschlagung zu einer Woche Gcsängnis verurteilt worden, weil er eine Kuh, die er unter Eigentumsvorbchalt von dem Handelsmann R. gekauft hatte, vor Zahlung des Kauf­preises und ohne Einwilligung des R. weiter verkauft hatte. Die heutige Verhandlung ergab, daß R. bei den Verhandlungen, oic zum Zwecke der Freigabe gepftvgcn wurden, sich unklar aus­gedrückt hatte, so daß der Angeklagte glauben tonnte, R. sei damit einverstanden, daß er die Kuh verlause, wenn R, nur später sei» Geld bekomme. Unter dieftn Umständen konnte das erstinstanzliche Urteü nicht ausrccht erhalten werden.

Wegen TiebstahlS und Betrugs im Rücksalle wurde der Taglöhner L. Sch. aus Frciensecn mit drei Monaten 2 Wochen Gcsängnis bcstrait. Er war geständig, im Juli vorigen Jahres aus einer Bauhütte in der Nähe der Station Loubach-Wald cmcn Wecker und eine Art geflöhten zu haben. Daß der Angeklagte Hütte und Kästchen, in dem der Wecker sich befand, erbrochen habe, konnte ihm nicht einwandfrei nachgewiesen werden, wes­halb nur wegen einfachen TiebstahlS Bestrafung eintreten konnte.

Wegen Diebstahls und Bcttclns wurde der Färber L. Z. aus Pommerndorf in Böhmen zu einer Haftstrafc von 6 Wochen verurteilt: zugleich wurde auf Ucbcrweisung an die Landesi'olizcibehörde erkannt. Er hatte aus einer Kommode 2 Nachthemden sich angceignet und von einem an der Wand hängenden Franenrock die Tasche, in der sich ein Portemonnaie mit 34 Mark Inhalt und ein Taschentuch be­fand. obgeschnittcn: ferner hatte er noch ein Taschentuch ge­

stohlen.

vermischte».

* Die Explosion in Ruinmelsburg soll nach Bekundungen von clnein Augenzeugen, der sich erst später meldete, sich folgendermaßen zugctragen haben: Der Inge­nieur Bösch und eine Anzahl Arbeiter befanden sich in dem Gebäude, als plötzlich auS dem Nitrierappnrat gelbliche Dämpfe entwichen. Das war für alle das Zeichen, daß Ge­fahr im Verzüge sei, und das Signal, ins Freie zu flüchten. Es soll auch allen gelungen sein, hcrauszukommen, doch konn­ten sic ihrem Schicksal nicht mehr entrinnen. In dem Augen­blick, als sie sich erst wenige Schritte pon dem Gebäude ent­fernt hatten, erschütterte eine furchtbare Explosion die Luft, Das massive Gebäude stürzte zusammen wie ein Kartenhaus und bedeckte die Flüchlenden mit seinen Trümmern. Die Kaiserin ließ an den Oberbürgermeister von Berlin-Lich- tenbcrg folgendes Telegramm richten: Ihre Majestät haben mit großem Bedauern von der furchtbaren Exvlosionskata- strophe in Lichtenberg gehört, der so viele blühende Mcnschen- leben zum Opfer gefallen sind. Ihre Majestät lassen Sig ersuchen, über die Famisicnverhältnisse der Berunglücklen zu berichten, um da, wo die Not groß ist, sofort helfend ein greifen zu können. Im allerhöchsten Aufträge: von Wtnter- feldt, Kammerherr.

Gesundheit, Kraft und Schönheit

bis ins hohe Alter hinein zu erhalten, ist nur denkbar bei vernünftiger Lebensführung, zweckmäßiger Ernährung und viel Bewegung in reiner Luft. Ganz besonders kommt es auf die Ernährung an.Der volle Segen der Gesundheit kann nicht

durch

Heilmittel und Wunderkünste, sondern nur durch eine richtige Ernährung gewonnen werden, die den Körper erhält und täglich verjüngt " Das sind die Worte eines bekannten deutschen Arztes und Professors gu einer zweck­mäßigen Ernährung gehört das allbekannte 8456

Biomalz.

Das ist ein wohlschmeckendes, billiges Nährmittel, weit und breit geschäht und beliebt. Es kräftigt den Körper ungemein. Schlaffe, welke Züge verschwinden, die Gesichtsfarbe wird frischer und rosiger, der Teint reiner. Bei blutarmen, blassen, mageren, in der Ernährung heruntergekommenen Personen macht sich eine Hebung des Appetits, des Gewichts und eine mäßige Rundung der Formen bemerkbar, ohne daß lästiger Fettansatz die Schönheit der Formen beeinträchtigt. Biomal; ist auch allen durch Ucberarbeitung, Krankheit, Nervo- ' brauch vieler König!. Kliniken. Dar Nachahmung wird gewarnt, sität heruntergekommenen Personen zu empsehlen. Don Pro- Dose 1 und I.gl> M. Kostprobe nebst Broschüre kostenlos durch sesioren und Aerzien glänzend begutachtet und im ständigen Be- dieChem. Fabrik Eebr. Patermann, Teltow-Berlin 196