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Nr. 50 Drittes
Ersehen» täglich nick Ausnahme des Sonntags.
Tic „Sießeaer ^ainilienblStter" werden den, .Anzeiger' viermal wöchentlich beiqelkgt, das „Ureirdlatt für ftn Kt«is Siegen" zweimal
wöchentlich. Tie „Laudioilljchasttichen Zeit-
srageir" erlchcinen monatlich jwennal.
Blatt Jahrgang
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Sberheffen
Samstag. 28. Zebruar
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen UniversitätS - Buch- und Sleindrncterei. R. Lange, Dienen.
Redaktion, Erpedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: Redaktion:112. Tel.-Lldr.:AnzergerDießer:.
hessische Erste Kammer.
rb. T a r in st a d t, 27. Febr,
Am Rcgieriingstischc: Staatsministcr Tr. v, Ewald, Finanz- minister Tr. Braun. Minister n. Hombcrgl und sichere. Vizepräsident Für'st zu Jvlms-Lich eröffnet die Sitzung um 107. U(ir. Es wird sofort in die Tagesordnung eiugclreten. deren erster Beralungsgcqrnstaud dir R ü ck ä II ß e r n II a der Zweite» v immer übet bic St s o I du n g s^v o r l a g c bildet. Namens des Finanzaii-Khuffes aibi Fürst zu Isenburg- B ü ding c » einen kurzen Bericht über die Ausschutzberalungeit, Ter Ausichns, sei gewillt, letzt in irgend einer Form unter allen Umständen die nun schon w lange Feil bchaichcltc schwierige Materie endgültig zum Abschluß z» brinaen, mti> er sei überzeugt, das; dieser sesic Wunsch auch bei den Mitgliedern der Zweiten Kammer beslebe. Tie Kardinaltrage bei der ganzen Bvrlagc sei die Frage der Ledrcr- bcsoldnng. aus die sich der Berichterstatter auch zunächst beschränken null. Ter Ausschusz beantragt, bei dem chehalt für die Volks sckmllchrcr den E u d g e h a l t auf 3600 M a r k scstzusctzen und daneben den Vorschlag der Bewilligung eines W o b u u u g s qcldesvoII 5 0 0 M auf zu genehmigen. In diesenr Falle bleibt die GehaitSjkala so, wie die Zweite Kammer sie angenommen hat. bestehen bis a u > die beiden letzten Stufen. Ter Sag für die vorletzte, die 10. Stufe, würde auf 3300 Mk, und für die letzte, die elfte Stufe, auf 3600 Mk, scstjiifetzen fein, io daß die von der Zweiten Kammer geschaffene 12 .Stufe in Wegfall kommen würde. Ter Finanzausschuß erklärt, daß dieser Antrag das letzte Wort sei, das von der Ersten Kammer in machen d>r Lehrer- bcfoldunq gesprochen werde und dasi sie unter keinen* Umständen sich auf kndere, weitergehende Vorschläge und Beschlüsse einlasjm werde.
S t a a t s m i n i st c r Tr. v. E w a l d erklärt; Ter neue Antrag des Finanzausschusses bedeute gegenüber de» Borfchlägcn des anderen Haujcs eine Verbesserung, indem nach diesem Antrag die LeiMcqchglte der 10, und 11, Stufe um ie IM Mk. erhöht Iverdensollen, und weiter den Wegfall einer weiteren Klasse, der 12.. deren Schaffung selbst in den Kreisen der Lehrer nur wenig Einklang gesunden hat. Tic Großh, Negierung kann sich dem A » s s ch u ß a it l r a g a n s ch l i c ft c n , sie hofft, dass damit ein lohaler Schritt zu einer Verständigung unternommen loird, durch dessen Ausführung es endlich gelingen lvird, das grobe Werk der BesoldungSrcform zum Abschlüsse zu bringen,
Fürst I scu b u r g - B ir st ein: Nachdem die Großh, Regierung ansdrüeklich ihre Zustimmung zu der vorgeschlageneu Ge- iialtsskala für die Lehrer gegeben hat, bitte ich, diesen Antrag nun anzunehmen und nicht mehr über den Satz von 3600 Mk, hiuaus- zugehen. Der Redner weist nochmals darauf hin, dab^dieser Vorschlag das letzte Wort sein müsse und ersucht um einstimmige An- uabme. Weiter hält sich Redner verpflichtet, noch einen anderen Punkt hier zu berühren: Aus der Presse war dieser Tage zu er scheu, das; der katholische Lehrerverein in einer höchst verletzenden Weise gegen unser verehrtes Mitglied, .Herr» T o m - k a v i i u l a r Tr, B e n d i x ausgetreten ist und sogar seinen Ausschluß aus dem Verein beschlossen lrabe. Herr Tr. Bendir bat hier ausdrücklich betont, das; in dieser wichligeu Frage keine Tnmvathic oder Antipathie für oder gegen die Lehrerschaft mab- qebend fein dürfe, sondern daß man aus rein fachlichen Erwägungen handeln müsse. Er hat auch ausdrücklich und in klarster Weife seinen wohlwollenden Standpunkt für die Lehrerschaft betont, >oas wir hier im Hause mit dem lebhaftesten Beifall empfunden lachen Wenn null ein Mitglied der Ersten Kammer in so hochgeachteter Position für seine Acutzerungen in so beleidigender Weise angegrifse» und mit Ausschluß aus dem Verein bestraft wird, so ist das ein Vorgang, der gerdazti als unwürdig bezeichnet werden mutz. Hier muß sich jeder von uns gleichfalls mit angegrifscn sühleii. Wir werden UNS aber jedenfalls durch derartigc Angriffe in unterem Votum nicht erschüttern lassen, sondern auch in Zukunft nach rein sachlickien Erwägungen handeln, l Beifall.)
Graf Erbach-Fürstenau betont, datz er auch als evangelisches Mitglied der Ersten Kammer gegen diese unglaublichen Angriffe Protest erheben wolle. Ter grüble Feind der Lehrerschaft hätte den, Katholischen Lehrervercin keinen schlechteren Rat geben können, als der Beschluß des Vereins cs war. Eine derartige Vrüs- kierung eines Kammermitgliedes — eilt richtiger deutscher Ausdruck dafür würde dem Redner wohl einen Ordnungsruj ciniragcn — könne nur der Sache selber schaden; er habe aber das Vertrauen, datz sich niemand im Hause dadurch beeinflussen lassen wird, den Lehrern das zu deivilligen, was für richtig gehalten wird,
Prälat v, F l ö r i n g spricht auch seinerseits sein lebhaftes Bedauern über das beleidigende Verhalten des Katholischen Lehrer- vcreins aus. Ter Redner erklärte sich im übrigen mit dem Aus- schubantrag einverstanden in der Erwartung, das; sich in den Verhandlungen noch Verbesserungen im Interesse der Lehrerschaft erzielen lassen werdcn.
Toutkapilnr Tr. Bendix dankt hierauf mit herzlichen Worten.
Bei der daraus folgenden Abstinimung wird der Ausschußantrag einstimmig a n g e n o m m e n. Tie übrigen T i s s c n f e z n r B c s o l d u n g s v o r l a g c ivcrden vorläufig zurückgcstcllt.
TaS Haus tritt daun in die Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die landsländische GcschäsisordiUiNg, ein.
Ter Ausschubberichtcrstatter Graf zu Stolberg-Rotzla giiig in längeren Ausführung-,l zunächst auf das autzerordentliche Ainvachfe» der verichiedencu Fonds ein und beleuchtete dann die für den Antragsteller maßgebend gewesenen 'Absichten, der eine Regulierung der Steuer in dem Sinuc wünscht, daß für land- und forstwirtschaftlich »ttb auch zu Wohnzwecken benutzte Grundstücke der Ertrags wert eingesetzt iverde. Durch die neuere Steuereniwick- lung im Reich und in Preußen sei die Frage in ein aktuelles Sta diuin gekommen und die Regierung habe auch den 'Antrag mit Wohlwollen aufgenommen. Ta es aber nicht möglich erschien, die schwierige Aufgabe noch im gegenwärtigen Landtag zu lösen, so beantrage der Finanzausschub. zunächst an die Regierung das Ersuchen zu richten, bis spätestens zti Ansang des nächsten Landtags eine T e ii k f ch r i f t vorzulegen, um gerade in dem jetzigen günstigen Moment der Tcklaration zum Wehrbeitrag brauchbares Material zu iani- inelu. Gerade die Besitzer aus dem Bauernstand und die Haus- befitzcr fühlten sich durch die jetzige Steuerveranlagung ungerecht bedrückt, und der Berichterstatter hofft, daß diesem Anträge eine Grsetzesvorlage folgen werde, die den Wünschen weiter Kreise des Landes gerecht wird.
Finanzmini st erDr. Braun sagte zu, eine sich über alle in Frage kommenden Erwägungen erstreckende Vorlage z» machen.
F r h r. Hehl zu Herrnsheim macht längere Ausfüh rungen zur Frage des gemeinen Wertes oder Ertrag-wertes, welch lctzlerem er an der Hattd zahlreicher Beiivielc das Wort redet.
Gewerben» Falck emvlabl der Regierung eine Berücksichtigung der IN einer Eingabe Iticdergclcglcn Wünsche des Landesverbandes der H g u s b e ft her v c r c t n e Hessens, und darnach legte staatsrat Tr. Becker noch in einzelnen Punkten die Anschauung der Regierung näher dar. Nach weiterer Aussprache zutschen Gras Stolbcrg Rosla, Frhrn Hehl zu Herrnsheim und Staatsrat Tr. Becker nahm die Kammcr den Ausschu stau trag einstimmig an.
Tie Sitzting wurde todann auf heute abend 6 Uhr vertagt.
Abkiidfivling der Ersten Kammer.
Tie Erste Kammer trat heute abend nochmals zu einer Titzuitg -usammen, die sich mit den R ü ck ä u ß c r u u g e n d e r Z w c i 1 c it Stemmer zum Besoldungsgesetz ufw. zu beschästigen halle.
^ Tie Regierung war wieder durch die drei Minister und die «laatsrätc Dr. Bcckcr, Best und Süsfcrt, sowie mehrere Kommissare verlrelen. Rach der tun t 7 Uhr erfolgten Er- öffuung her Sitzung erstattet zunächst Geh. Kommerzienrat Tr. Strecker einen kurzen Bericht zum M a n t c l g e s c tz , tu welchem nach dem Beschluß der Ersten Kamtner in erster Linie der Rcstefotros II zur Teckung herangezogen werden ioll. Tie Kammer beschloß einstimmig, dem Ausschußantrag cni>prcchcnd, aus ihren s r ü Heren B e s ch l ü s s c u z u b c h a r r e tt.
lieber hie Abänderungsbeschlüssc zu dcut Geietzcntwurr belr, die Besoldungen, R u h e g e h a l l c und Hinterbliebenen- vcrwrgung, sowie über die Besold mit g s o r d n u n g berfchlelc cbcusalls Herr Tr. Strecker. Betreffs des Art. I, betr. die LrlSzulageti, beantragt der Ausschuß Beharrung aus den früh-nm Beschlüssen, während er bezüglich der UcoergangSbeslimmungesi und der Steuerfreiheit des Repräsentation gelzaltcs den Beik-lüi- scu der Zweiten Kammer btizutreicn beantragt. In der Beiol- dungsorditung tritt der Ausschuß der Zweiten Kammer bet bc- trefiS der Landgestülsdieucr und Brückenwarte (Kl, 1, der HauS- vcrwallcr, Diener, Aufseher ufw, >Kl, 6>, der Dammwärter und Forstwarle (Kl, 7 1 , der Tteucrauf'c!)cr (Kl, 8), der Würger s -arte, welche nach 21 Fahren und der Gendarmen, die na h 15 Ttcnst- jahren eine pensiovsfäh'ge Zulage von 200 Mk, erhalten. Ferner erfolgt Beitritt betres S der La idgestütZrut ermeister, der P and- meister und der Reallchrcr, desgleichen zu den meisten Ttfscuseit in Klaffe 32 der Landrichter, Ämtsri hier und Gerichtsichreiber bei Heu Kollegialgerichten-, dagegen Beharren aur den trüberen Befchlüffen der Ersten Kammcr der Oberreviforcn und Füstiitlatur dirigentcn bei der Oberrcchnungskammer. sowie der Obcrsteucr- infpcktorcn und Vorstände der Finanzämter,
Auf Vorschlag des Ausschutzberichlerstalteks werdcn alle diese Ausichußanträgc einstimmig eu blve angenommen.
Bezüglich der Llendetuug des Elefeves über die Gehalte der V o l k S f ch u l l c ü r e r , 2lrt, 7 Abi. 7, beschließt die Kammer Beitritt zu den, B e s ch l u s s c Z w e i t e r iiantutrt, und betreffs der Oiehallsikala der defintliv angestellteti VolkS- > ch u l l e h r c r i u n r n wird genehmigt, daß diese erhalten sollen: Fm 1.—3. Ticustfahr 1300 Ml., ißt 1,—6 Ttenstjabr 1500 Ml,, im 7,—S. T.-S. 1600M! . im 10.—12. T.-S. 1700 m. im 13. bis lö.T.'F, 1800Ml . im 16.—18. T -F. 2000Mk.. int 19,—21, D.-F. 2200Ml., im 22 —24, T.-F, 2100Mi,, und vom 25, T..F, ab 2600 Mk, Bezüglich der S ch it lver wa l t c r und Schul- v e r w a l t e r t tt n c n wird Beitritt zu den Beschlüssen Ztociler Kammer beschlossen; auch hinsichtlich des Gesetzes über die Pen - sionicruug der Vnlksschullehrer beschließt das Haus Zustiuiniung zu den Beschlüssen der Zweiten Kämmer belr, des Anschlags der Ttenstwohnutigcn und belr, der Gehällssätzc der ftädti- schcn VollSschnllchrer,
Rach Annahme aller Beschlüsse zur BesolduitgSvorlage nach den Anträgen des Finanzausschusses führt Ausschußberichterstattcr Fürst F s e n b u r g - Birstcsn aus, der Ausschuß habe sich bemüht, möglichst bcn Wünschen der Zweiten Kammer nachzukommcn, um da mit wiederholt darzutun, daß er alles datänsetzeu wolle, um das Werk fetzt zum endgültigen Abichlutz zu bringen. Zur Bekräiti guug dieses Entschlusses bitte er aber, noch.solgendc Entschließung anzunehmen; .
Die Erste Kammer erklärt ausdrückltcki, da>; ne die Mehrzahl dieser Rachgabeu nicht aus sachlichen Gründe» macht, vielmehr lediglich IN der Hoffnung und IN der VorauSsetzuuq einer Verständigung auch in der L e h r c r b c s o l^d u n g S - frage. Die Erste Kammer behält sich also für den Fall eines S ch c i t e r n s der Vesoldungsvorlagen betreffs der Regelung der Bezüge der Beamten iind Lehrer iür die Zeit vom 1 April 1914 ab ihre Stelliinguahmc vor,"
Nachdem auch Meier Antrag des Ausschusses einstimmig an- geuontoten worden ivar, schließt der Präsident die Sitzung um 77-Uhr abends.
Die Anberaumung der nachilcu Sitzung ist noch unoetzrmmt.
Na»trair§fc>rdcrungen für die ttolonien.
Ein Nachtrags voranschlagfür die Kolonien iür das Rechnungsjahr 1913 und ein Llolonial- crgänzungsetat s ü r d a S R c ch n u tt g s j a h r 1914 stich dem Reichstage zugegangen, Ter Nachtragsvoranschlag ,'ord-rl 13 600 000 Mark als sünste Rate zum Umbau der Bahnstrecke
Karfbib _ Windhuk, sowie zum Bau der Nord-Süd-
bahu ferner 2151 670 Mk. zum Erwerb der Anteilscheine der Tiamanlenregie des südivestasrikanisch. Schutzgebiets sowie 300000 Mark als Anteil am Grundlavital dieser Gescllschatt. Tie letzte Forderung ist bedingt durch die Uebcrnahmc der Timnanteuregie durch das Reichskolonialamt.
Ter Ergänzungsvoranschlag wrdert tür Ostatrika 700000 Mar? als Tarledeu an die Lladtgemetuden iür werbende Zwecke. Tiefe Forderung steln im Zuiammendang mil dem Fnkraiitrclett der dcuticki ostajrikamschen Slädieordnung zum 1. Avril d. I, Für außerordentliche Ausgaben werdender 2lrl stehen den Sladt- qemeinden Mittel nicht zur Beriügung, sic werden deshalb vom Fislus ihm zur Verfügung gestellt. Diese Darlehen sollen auS der Schutigebiclsanlcthe slüssig gemacht werden. In der .Hauptsache wird Itcki Tar cs-Talam um diese Tarlchen bentüh-u.
Für Südwest 'Afrika werden u, a, gefordert 30000 Mark zur Unterstützung der deutfchen Schulen, da die bisherigen Beihilfen nicht ausgereicht haben, 205000 Mk, zur Verbreiterung und Verlängerung der LonduuqSbrückc in Lüderitzbuchl, 80000 Marl als Tarlchen an Gemeinden und Bcztrksvcrbättdc zum Bau und zur Unterhaltung von Krankenhäuiern, IN Betracht komiuen Lüdcrrtzbucht, KeebmanShoov und Warmbad, serncr Maltahöhe und Grootsontein, 20000 Mk, zur Förderung der Landesausstellung in Windhuk, 6000 Mk, als Beitrag zur Anlage einer Fcrnivreckleitung von Wtndbuk noch der Regrernngsver
,'uchsiarm Neudamm, 110000 Mk, zur Errichtung einer T.!>ata,t- tänestation an der Ostgrcnze zum Schutze gegen das Einickilerveit von Viehieuck>cn, 15 00t1 Mk. als Bekirag au das Prinzeilitt Riip- rcchl-Hetnt in Swakovmnnd, füllt Millionen Mark als erste Rats zum Bau einer Eisenbahn von Otju!varvngc> über Liiljo nach Okahakana isogenannie -Ilmbolandbohni und Verlegung stärkeren Oberbaues aus der unteren ^ recke der Otavibah», schließlich eine Million Mark zu Vorarbeiten u ii d V e r s u ch s b a u t e n zur iv a s s c r w i r t s ch a s t- l ich c n Erschließung, insbelondere durck, Verbauung des Fischilusses, Tie beiden letzten Forderungen silid in Tcnksck'rij- lcn eingedcndcr erläutert,
Tic Grüiidc für die Notwendigkeit des Bahubaues nach dein Ambclaudc sind die schwierigsten Arbcitsverhällnisse in der gesamten Kolonie, die dadurch behoben werluut können, daß <rus dem vollsreichen Amboland durch deit Bau einer Eistmbahn billige Arbeitskräfte leicht h c r b c i g c s ch a f 1 1 werdcn lönnen, Tic Kosten, die die Bahn verursachen wird, werden sich ipäler dadurch rentieren, datz der Fiskus auf seinen Diamautenieldcrn an Arbeiterlöhnen ivesenllichc Ersparnisse machen kann. Ti- neue Kahn ivird 265 Kilometer lang sein und von der Otavibahn bei Oliuwarongo obzuzwciqen. Im ganzen wirb die Bahn die Summe von 13 Millionen Mark beansvruchen. Die Baukosten^ können drshalb io niedrig geltalten werden, weil die Bahn größtcntecks durch sehr günstiges Gelände führt,
F u der Denkschrift betr, die W a s s c r g c w i u - innig i u S ü d w c st a i r i ka wird auSgesührt, daß mit künstlicher Bewässerung in der Kolonie viel ccreicht werden kann, daß das Land nicht nur kür Biehwirtschast geeignet ist, sondern daß cs auch imstande sein wird, das für die Ernährung seiner Bewohner criorderlichc Getreide he r v o r z n br i n » gen und zur Versorgung der Heimat mit südländischen Erzeugnissen beizutragen, wenn cS gelingt, den verlügbaren sruchtbaren Boden durch intensive Kultur auszunutzen. Seine Bedeutung als Siedclungskolonic ist also nur ein- Frage der Waiserbeschaffung, Turch nmsangreickte Waiiercrickiließungsarbei- lcn muß dahin gestrebt werden, den vorhandenen Waffervorrat durch besondere Maßnahmen anzurcickiern. Dies läßt sich dadurch erreichen, daß der allzu rasche Aiflub der jährlich lallenden Regenmengen zum Meere durch systematische Verbauung der Flußläulc mittels Ösrundschwellen und teils kleinerer, teils größerer Stauanlagen gehemmt ivird. Durch diese Maßnahmen wird es möglich, z. B. den Fischfluß zum größte» Teile zu einem last beständig Wasser iührenden Flusse zu machen, Ucber die gevlante Anlage von Talsperren am Fifchiluß wird in der Denkschrift eingehend Bericht erstattet.
vermischte».
* Berlin — Brüssel — Paris, Der „Köln, Ztg." wird vvn ihrem Berliner Korrespondenten telegraphiert: Nach Prcsscincldungen aus Brüssel scheint in Belgien eine gewisse Erregung entstanden zu sein, weil dort eingetrofsene Nachrichten aus Deutschland desagen sollen, daß deutscherseits beabsichligt weiche, die bisher über Belgien gehenden Expreßzüge Berlin Paris vom Mai über Franksurt—Meß zu leiten. Nach meinen Erkundigungen niuß, wenn wirklich derartige Nachrichten nach Brüssel gelangt sind, ein Furtum zugrunde liegen, Ter Jrrtuin kann vielleicht daraus cnG standen sein, baß neuerdings der Verkehr der Strecke Berlin —Saarbrücken um zwei Stunden verkürzt wurde, Ties mag einzelne Reisende veranlaßt haben, von Saarbrücken nach Paris den Weg über Metz zu nehmen, weil aus diese Weise eine abermalige Zolluntcrsuchung vcrntieden wird. Die Ablenkung des Exprcßvcrkehrs zwischen Berlin und Belgien ist aber in ein ^ > solchen Vorkommnis nicht zu erblicken. Eine derartige Ablenkung ist nicht erfolgt und wird auch nicht geplant.
* „2t u d) ei« Fa st nacht s > ch,c rz." AuS Iserlohn wird geineldct: Im Fastnachtstrubel begab sich ein Arbeiter, als Strohpuppe verkleidet, auf die Straße. Einige Burschen zündeten die Verkleidung an. Ter Mann erlitt schwerck Brandwunden und ist gestorben.
*$oni Zug überfahre tt. AuS Zittaus. S., 27, Febr, meldet ein Privattclcgramm: Bet Klein-Porttsch lieft sich in der Nähe des Klein Porilschcr Wär crhäuschcits ein Liebespaar von j dem kurz nach 12 Uhr in Zittau einlreifcnden Rcichcnbergcr Zuge überlahreu, Turch den Bahnwärter würzen die Leiche», denen beiden der Kovi vom Rumvse gcircnnt Ivar. aukgciunden. Durch eine Rabiahrerkarie iourbe sestgcstcllt, das; es sich bei dem iungcu 2Aan»e um den 16 Fahre allen Färbcrlehrling Herwig aus Zittau handelt, Tie Personalien des Mädchens sind noch nicht lcstge stellt,
" Der aus Berlin st a m ui e u d c O r d c n s s ch w i u d - l e r M a s c r, seine Geliebte Zell und sei» Helferslielser B r a n c o wurden infolge einer 'Anzeige des hiesigen Kaufmanns Rene Drcv- sus, dem er iür 500 Francs einen ivanischen Orden angcbotcit hatte, verhaslcl, TrchsuS war scheinbar aus den Handel ctnge- gangen, verständigte jedoch die Polizei, welche bald daraul den Schwindler sestnahm,
* Unterschlagung, Der ksKincindc- und Staatsein- nchmcr Duvivier in Eich (Lureniburg) flüchtete nach Unterschlagung von über 25000 2)!k, Tie Kafsenrevisorcit muhte» die verbogene Tür des Geldschrankcs svrengen lassen und fanden die Kasse leer.
* Schiffe in No t. Aus Ca sa b l ane a , 26. Febr. loird gemeldet: Ter deutsche Dampfer „Nogador" hat um Hülse ngnali- iiert. — Das norwegische Segelschiff „Cosuan" ist gestern am den Strand getrieben worden. Ein anderes Segelschiff „Ealtoii" ist gestrandet, Tie Mannichasten der beiden Segelschiffe lind gerettet,
* Elternmörder, In En »iidrcs bet Epcrnav wurde der 17jährige Tiichlcrgehülse Martin iestgenomtnen, der am 27. Dezember vorigen Fahre-' seine Eltern im Schlaie crmorder und deren Leichen in einem Gelasse des Hauses versteckt hatte, Martin, der gestand, das eutietzlichc Verbrechen begangen zu haben, um in den Besitz des Geldes seiner Ellern zu gelangen, balle seit dem Morde jebe Nacht mit seinen Kameraden in dcut Zimmer, in dem die Ermordeten lagen, Orgien abgehalten.
Kleine Tagerchronik.
Wie <n,s L Y on gemeldet wird, sind drec junge Leute, die am Lpnntag eine Lkiwandernng am Montblanc un:crnom men haben, seither verschollen.


