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I

Nr. 44 vierter Blatt

Erschein! täglich mit Ausnahme der Sonntags.

Die«iehener Zamillendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigclegt, das Kteisblatt für den Kttis Sichen" zweimal wöchentlich. TieLandwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen nionallich zweimal.

U)4. Jahrgang

euer

General-Anzeiger für Gberhefsen

Samstag. 2t. §ebruar t^t4

Rotationsdruck und Verlag der Brühlßchea UniversilätS - Buch- und Sieindriicterei. R. Lange. Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Vertag: e#51. S)tbaftion:& 3 ^ 112. Tel.-'Adr.: AnzeigerlKieiieu»

Die vesoldungsverhältniffe der Gdcr-Ponfcl affncr.

Wir werden um die Ausnahme folgender Zuschrift gebeten:

Am 1. Apiffl 1kW wurden die ersten Ober-Postschaffner ein­gestellt; sic wurden von den Amtsoorstchern der Postämter aus- gcwähl: und von den Ober Postdrrek i neu bestätigt Dadurch bil­deten sich durch die verschiedenen Auffassungen der einzelnen Amts- Vorsteher ganz vcrschieocne Zustände in der Auswahl von geeig­neten llnterleamten. Hierin trat im Jahre 1906 eine von alle» Beteiligten freudig begrüßte Acndcrung ein. Diirch Amtsblatt Nr. 7 vom 27. Januar 1908 wurde die Anwartschaft aus Beförre- rung ln eine gehobene Sicllc (Ob:r-Postschaffncr vom B stehen einer schriftlichen Prüfung abhängig gemach:. Meichzei.ig erfolgte eine Neueinteilung der von den Gehobenen (Obcr-Pottichassnern künftig wahrzuncbmcndcn Dienstgeschäfte. Waren biehw noch wich­tige Dicnstgeschästc mit einer über das gewöhnliche Matz hinaus- qchcndcn Anforderung in Bezug aus die Beeantwor. licht, i: der Dienstleistungen, welche irülcr von Postschaffnern oder Briefträgern verrichtet worden, mit Obcr-Postfchafniern besetzt, so sollten in Znknnit nur noch IN der Hauptsache neue stellen als Ersatz mitt­lerer Beamten errichtet werden: ein Teil bisherigen Stellen wurde wieder in Sckaisncr- oder B ncs>rägersicll.n zurückg wände t. Seit 1911 werden nun auch Ober-Postschaffner zur Vertretung von mitt­leren Bcanltcn bei Erkrankungen una Bc.'r'aubung II verwendet.

Die Tätigkeit dex Ober-Postfchaffner in diesen Stellen hat nun bewiesen. das- in den unteren Beamten ein gut Teil Intelligenz, große Hingabe an den Dienst und der ernste Wille vorhanden ist, durch Verwertung ihrer Kräfte der Berwal ung zu nützen lind die ihnen übcr.ragenen Dienstgeschäfte zur Zusri'dcnhcit der Verwal­tung auszuiühren. Daher erscheint auch der Wunsch dieser nnteren Bcamtcnilasse, in eine Betriebs-Beamtcnklasse mit dem Titel Be­triebs ai s i st e n t umgewandelt zu werden, als gcrcchtscrtigt: zumal nach derDenkschrift über die Beamtenorganisati NI der Reichspost- und Tclcgraphenverwaliung", svelclre vom Reickspostamt am 10. Mai 1912 dein Reichs:«, zuging, gesagt wird, datz im Lause der Zeit noch 8000 ekatsmüßige und rund 4000 nicht etats- mäßrge mittlere Beamten durch Gehobene ersetzt smrden "sollen: Vermehrung durch Vcrkehrsstergerung ist dalei nicht b rücksichtigt. Dies ist ungcsähr der Werdegang der Lber-Postschafftrcr, wogegen im allgemeinen nichts cingcwen et w r-en kann, ganz anders sieht es aber mit den Gchaltsverhältnissen dieser Be­amten aus.

Vom 1. April 1899, also von Anbeginn, erchieltcn die Ober- Postschassncr neben ihrem Schaffnergehalt eine Stellenzulage von 200 Mart jährlick, welche vom 1. ?lpeil >901' ab mit 150 Mark vensivnssähig wurde. Jan Jal/rc 1905 erfolgte die Umivandlung der gehobenen Siellen in eine besondere Gehaltsklasse ! >200 -1800 ' Mark'. Den bis jctzi angcstellten Ober-Postschaffnern wurde nun ihr Gehalt und die 200 Mark Stellenzulage, und wenn aut diesem Betrag kein sGehaltSsatz bestand, der nächsthöhere (sschaltssatz gezahlt, toährend den nach 1905 Angestellten nur ihr seitheriger Schassner- gelmlt nicht aber 200 IHarf angcrechnct Ivurden. Also die nach 1905 Angestellten erhielten alle 200 Mark, viele iwch höhere Beträge, weniger als die vor 1905 Angestellten. Dieses Verhältnis änderte sich auch nicht, als mit Wirkung vom l. April >907 das Ansangsgehalt aus 1400 Mk. scstgesctzt wurde. Die nach 1905 angcstellten Ober-Postschaffner setzten nun ihre Hoffnung auf die bevorstehende Besoldimgsresorm, aber leider beseitigte auch diese die Ungleichheiten nicht, , vielmehr muhten sämtliche Ober-Postschaffner mit den anderen unteren Beamten und den inittlercn Beamten scnc bittere Pille, dasUnannehm­bar" der Regierung, welches die vom Budgetausschuh und dem Plenum in 2. Lesung des Reichstags von 1908/09 bewilligten böhcrc Gehälter nicht zu Gesetz werden lieh, schlucken. Die mitt­leren Bcauiten sowie die Posffchrffncr und Briefträger bekommen nun durch Bereitwilligkeit der Regierung und durch einstimmigen Beschluß des Reichstags 1912/18 die Gehälter, wie sie schon einmal 1908,09 von dem Reichstag gefordert waren, mit Wirkung vom 1. Oktober 1918, gezahlt, ebenso sind die Tagegelder der Post- boken (nichtangestellte Uutcrbeamtcl erhöht worden, aber die Ober- Postsclzaffncr lind leer ausgegangcn.

Der Bezirksvcrein Berlin, ein Glied desVcrbanoes der unteren Post- und Tclegravhenbeamten", des gröhten Beanttcn- verbandcS Deutschland (107 000 Mitglieder , dem auch die Orts­gruppe Giehen mit 180 Mitgliedern angchört, hielt nun am 18. Januar eine auhcrordcntlichc Versammlung ab. zu der Vertreter aus den Ober^Postdirektionsbezirkcn Bremen. Br slan. Bromberg, Darmstadt, Dresden Frank,urt a. M., Frankfurt a. O., Gum­binnen, Halle, Hamburg, Hannover, Leipzig, Liegnitz, Magdeburg, Oldenburg, Potsdam und Stettin entsandt tvarcn. Ferner waren anwesend folgende Rcichstagsabgeordncten: Ahlhorn, Bartschat Hubrich, Dr. Ranmann-Hoser, Siehr, Sivkowich, Bruhn und tzlkunrm: schriftliche Entschuldigungen sandten die Herren: von Böhlendorf, Dr. Oertcl, Kiel, Tr. Struve, Mever-Hersord und Nacken. Tic Tagesordnung dieser Versammlung lautete:

1. Welche berechtigten Wünsch: habe» die bei der letzten Aus­besserung übergangenen unteren Post- und Tclegraphcnbeam- tgn. insbesondere die gehobenen unteren Beamten, an die Gesetzgebung zu stellen?

2. Was erwartet die untere Beamtenschaft bei der bevorstehen­den Beratung des Postetats vom Reichstag?

3. Freie Aussprache.

Referent zu Punkt 1, Generalsekretär des Verbands, Herr Remmers, erntete mit seiner k>,ständigen Rede allgemeinen und ungeteilten Beifall der Versammlung. Unter anderem führte er aus: _ ,,

Es ist ohne jeden Aufschub sofortige und gründliche Hilfe nötig, um die Ungleichheiten in der Besoldung der Oberpost-

schaffncr zu. bciei.ige». Die kommende Novelle z n m Besol­dungsgesetz muh diese Hilic durch Mitberücksichtignng der gehobene» Klaffe'-bringen. Um zu ermöglichen, datz die Oberpost- fchassner auch ihr Höchstgehalt erreichen und geniesten können, ist nottvcndig:

1. Die Erhöhung des Ansangsgehal's aus 1600 Mark,

2. die Herabsetzung der Ans-ückunglsrist von 18 Jahren aus 12 Jahre,

3. eine angemessene Erhöhung des Endgehrlts.

In der daranssolgeuden Aussprache ergriffen auch die Herren Reichslagsabgeordnc.en Bruhn. Mu:nm und Hubrich das Wort. Am Tage nach dieser Versammlung halten die Rcichstags- ab-eor^neten Dr. Stteuve und Giesberts eine Audienz im Rcickss- poslam', wo sic pan den Herren Nn c staatsbkrctär Granzow und Dircl or im RcichSvostamt Ascke bo n cmp an en wurden: hier sind j» mehrstündiger AuSeinandersctzunq die Lage der Ober- Postscha'sner und die unhaltbar gewordenen Bcs"lüungSverbä't iffc dieser Benin en be vrochcu werden, und auch im R'ichs Postamt steht man ,ff:er Geha! seerbes erung nicht ab ehnend gegenüber. Ferner schrieb die'er Tage eine gut unterrichtete Tageszeitung, daß in der Novelle zum Bes 4dn"g ge cd, welche demnächst dem Reichstag zngehe. auch die Ober Postschaffner bedacht seien. Nach all diesem ist wohl anzunelmicn. dah ein Teil der Hoffnungen daeser ausstrebenden Bcamtenklassc von über 18 000 Mann in Erfüllung gehen wird. *

Landwirtschaft.

Diebe st eBrütczeit. Für unsere mittelschwcren Hüh­ner sind die Monate April und Mai als Brütczeit ganz besonders zu empfehlen. In den meisten Jahren ist die Witterung in diesen Monaten so beschaffen, dass man die Kücken mit einiger Vorsicht ins Freie lassen kann, damit sic sich unter Führung der Glucke das Futter suche» können, welches sie zu ihrer KörpcrauSbildnng be­nötigen. Tiefe mittelschwercn Rassen, wie Italiener, Wpandotts und die große Schar der Landhühner haben von diesen Monaten an noch genügend Zeit znm Wachsen und bringen im Winter schon frühzeitig Eier. Schwere Eier wie Cochins, Brahmas, Langshans und Ply­mouths sollen schon im FebruarMärz brüten, damit sie bis zum Jahresschlüsse ihren massigen, starkkuochi'en Körper ansbildcn können. Sie müssen allerdings die ersten Monate hindurch in ge­schlossenen Räumen gehalten werden, doch ist dieses nicht schlimm, wenn nur ein tüchtiger Scharr-Ranm und genügendes knochcnbil- dendes Futter zur Verfügung steht.

Konservierung der Butter in Steinkrügen. Wohl mancher würde im Sommer, wenn die Butter billig ist, gerne einen Vorrat für den Winter anlegcn, aber er kanncingcstochcnc" Butter nicht essen, weil sie ihni zustark" schmeckt. Dieser starke Ge­schmack fällt von selbst fort, wenn man die Butter vor Licht und Lust bewahrt. Man versuche es doch einmal, seine Butter in gut glasierten Krügen (Konservenkrügen) ausznbewahren und wähle dazu nach Gröhe der Familie Krüge von drei bis fünf Psund, also ungefähr den Wochcnbedars. In diese gut gereinigten Krüge bringe man die frische Butter, drücke sie gut an, dah keine hoble», mit Lust gefüllten Stellen entstehen und übcrgieße sic zwei bis drei Zentinieter hoch mit Nierensett. Dann verschließe man die Krüge mit Pergamcnt- vavier öder Druckbügel und stelle sie kühl. Die Butter schmeckt >vic frisch.

Gictzener Strafkammer.

Gießen, 20. Febr.

Als unzulässig verworfen wurde die Berufung des PH. Sch. aus Gießen, der wegen Be­drohung vom Schöffengericht zu 4 Wochen Gefängnis verur­teilt worden war, Berufung eingelegt hatte, im heutigen Ter­mine aber nicht erschienen war.

Mit einem Freispruch endete die Strassachc gegen die Ehefrau W. ans Gießen. Sic war Laussrau bei einer hiesigen Familie und sollte der Friseuse Sch., welche täglich zum Frisieren der Dienstherrin der Ange­klagten kam. zweimal zu verschiedenen Zeiten ein Zweimarkstück entwendet haben und zwar aus dem Täschchen, das die Friseuse mir ihren -änderen Sachen in der Garderobe im Hausflur ab­zulegen vftegte. Obwohl der Jndieienbeweis die Angck agtc der Tat dringend verdächtig erscheinen liest, hielt das Gericht die vorliegenden Tatsachen doch nicht für ausreichend, um zu einem Schuldspruch zu kommen, weil immerhin die wenn auch ent­fernte Möglichkeit bestand, daß eine andere Person die Dieb- stähle begangen habe.

Zu 20 Mark Geldstrafe wegen Widerstands gegen die Staateg-walt und zu 6 Mark wegen nächtlicher Ruhestörung tvar der hiesige Student F. Sch. vom Schöffengericht G. verurteilt worden. Er hatte Berufung ein­gelegt um von dem Vergehen des Widerstandes gegen die Staats- gewali sreigcsvrochcn zu werden. Er war in der Nacht vom 15 zum 16 Jum v. Js. zwischen 2 und 3 Uhr von Schutz­leuten betroffen worden, wie er durch lautes Singen und Gröhlen die nächtliche Ruhe störte. Tic Schutzleute wollte oje Persön­lichkeit des Ruhestörers feststcllen. er Iveigertc sich aber, seinen Namen zu nennen. Als er aus die Polizeiwache gebracht wer­den sollte leistete er vaffiven Widerstand, indem er versuchte, sich aus den Boden zu werfen, die Füszc gegen die Trottoirsteinc stemmte und nach einen, mißglückten Fluchtversuche sich an einem Haken an der Torwache des Selterswegcs sesthrelt. Ter An- geklagte versuchte in der Berufungsinstanz den Beweis zu er- bringen dah er zu seinem Widerstand nur durch das rücksichtslose Vorgehen der Schutzleute, welche ihn ohne weiteres von hinten gefaßt hätten veranlaßt worden sei: er habe sich den nnberechtiglc»

ucbergrisscn der Schutzleute gegenüber i» Notwehr befunden. Tie Beweisaninabme bestätigte diese Behanvtnng nicht, weshalb die Berufung des Angeklagten verworfen wurde.

Wegen fahrlässiger Tötung wurde der Stcinbruchsbcsitzer »nd Agent K. d. G. aus Orlcnbcrq zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt. Er besitzt in der Nähe von Ortcnberg einen Steinbruck, in dem er in letzter Zeit zwei bis drei Arbeiter beschäftigt hatte. Er selbst versteht von den Arbeiten in einem Steinbrucks ins! gar nichts. Deshalb verließ er sich ganz ans seinen Arbeiter Sch. der ein zuverlässiger und arbeit­samer, aber sehr eigensinniger Mensch war. Am 7. Oktober vorigen Jahres gab der Angeklagte dem Sch. den Auftrag, rasch einige Steine zu breckskii, wo sie am leichtesten zu beschaffen wären. Sch. begann nun entgegen der Anweisung seines Tiensthcrrn an einer stelle, über welcher ein großer Steinblock drohend hing, mit einem anderen Arbeiter ein Svrcngloch zu bohren. Ter Angeklagte sagte, in dieserMausefalle" dürfe nicht gearbeitet werde», und cntsernte 'ich hieraus: nach etwa einer Stunde kam er wieder und fragte, wie cs stünde. Tcb, der inzwischen in seinem Eigensinn doch an jener gciälirliche» Stelle gearbeitet hatte, erklärte, das Bobrloch sei gleich fertig: der Angeklagte wollte fort, um Papier zum Vcrstovien des Bohrloches z» holen, war aber kaum hundert Schritte gekommen, als der überhängendc Fclsblock herabstürzte U'id den Sch. unter sich begrub. Das Gericht erblickte darin, daß der Angeklagte nach seiner Rückkehr die Weiierarbcil nicht verbot, die Schuld des Angeklagten, die dadurch, daß Sch. in erster Linie selbst seinen Tod verursacht habe, nicht ausgeschaltet werde. Dem Gericht kam cs hart an. den bisher unbestraften, ehren und gewisscnhaiten Mann, der selbst unter dem Unglück seelisch schwer leidet, »n bestrafen.

Wegen Urkundenfälschung erhielt der,Musiker und Verwalter P. K. ans Lich eine Gcsängnis- strase von einer Woche. Er hatte eigenmächtig einen sog. Akkord- Vertrag aufgesetzt, inhaltlich dessen er mit seiner Kapelle zur Kirch­weih in Hungen gegen eine verhältnismäßig hohe Vergütung svielcn sollte; er hatte unberechtigterweise diese Urkunde mit der Unter­schrift des Gastwirts Kl. von .Hungen versehen. Durch Vorzeigcn dieses Vertrages ljoffte_ er einen Wirt in Nieder-Bcssingen zu veranlassen, auch seinerseits ihm eine höhere Vergütung für das Svielcn zu bewilligen.

Sk-SLk.

ks. F r a n k s u r t a. M., 19. Febr. Zur Vorbereitung auf die Berliner Llßmpiade 1916 hat^sich hier ein Ausschuß ge­bildet, der um 22. März im Schumanntheater die erste größere sportliche Veranstaltung darbicten lvird. Die Ein- leitungsredc hält Exz. v. Podbielski; ebenso erstatten Dr. A. Krünzlin und Generalsekretär K. Dien, sportliche Referate.

vüchertisch.

Damaschke:Ausgaben der Gcrneindcpoli- tik": Teil I:Die Besteuerung des Bodens". Verlag von G. Fischer, Jena. Preis 1,20 Mk. 6. Ausl. (21.25. Tanscndl. Aus seinen, Inhalt sei hervorgehoben: Vom Wesen der Grundrente. Tie Steuer nach dem gemeinen Wert. Tie Verbcsserungs- oder Bau-Abgabe. Die Zuwachssteucr. Tic Gcmeindczuschlägc usw.

Ciu^cfandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Wetterfeld, 19. Febr. DemEinsender ohne jede Kenntnis" in Nr. 40 desGieß. Anz." nur kur, Folgendes: Die Gemeinde Wettcrseld hat zu den Geländeerwerbzlosten das bei- getragen, was sie nach dem Svruche der Verwaltnngsgerichtc zu zahlen verpflichtet war. Tic Gemeindeverwaltung hat nur die Gemeindeinteressen gewahrt, wenn sie sich gegen rechtlich unbegrün­dete Mchrsordcrungen sträubte. Tic vcrwaltungsgerichtliche'Eni- scheidung hat dann auch die Haltung der Genieindc gebilligt: Der ursprünglich verlangte Betrag wurde erheblich hcruittergesetzt. Hieraus einen Vorwurf für die Gemeindeverwaltung zu erheben, blieb der Sachkenntnis des Einsenders Vorbehalten. Alle seine übrigen Ausführungen stehen mit den Mißständen! der Bahnhoss- angclegcnhcit in einem nur sehr losen Zusammenhang und lind kaum geeignet, die Beseitigung der Mißständc in irgend einer Weise zu fördern. Der Versuch, sie zu widerlegen, würde den Aus- sührungcn eine gänzlich unverdiente Beachtung und Wichtigkeit beimessen. Die geringen Mißßände abzustellen, sind von der Ge- mcindcverwaltung an der zuständigen Stelle geeignete Schritte getan worden auch ohne die nnerbetcnc Unterstützung des Herrn Einsenders. Wir haben zu dieser Stelle das scste Vertrauen, daß die Mißständc behoben werden, ob mit oder gegen den Willen des Einsenders, der vielleicht an anderer Stätte ein besseres und dankbareres Betätigungsfeld fände, als Vorwürfe gegen ircindc Gemeindcversvaltungen ohne Nennung seines Namens z» erheben. Wenn er meint, er habe gar keine Veranlassung, seinen Namen zu nennen, so beneide ich ihn nicht um dieseritterliche" Aus­fassung. Tic Geschmäcker sind halt verschieden! Nötig ist cs aller­dings nicht mehr. Wctterfcld und Umgegend kennt diesenRitter ohne Furcht und Tadel". Ob seinen Ausführungen in der Oessent- lichkeit größere Bedeutung beigcmessen wird, entzieht sich meiner Kenntnis. I ch habe keine Beranlassung, mich weiter mit dem HerrnEinsender ohne jede Kennnris" in der Babnhossangelegen- heit zu beschäftigen. Krauß, Bürgermeister.

Unheilbare Katarrhe.

Die wenigsten Menschen sind sich bewußt, daß Schnupfen, Hals- nnü Rachenvcrschleimungen nsw. ihre Ursache in der Tätigkeit der Kleinlebenwesen (Baktcrieni hoben, die in den Schleimhäuten dcr Llt- mungsorgane, sobald dieselben durch Erkältungen oder andere Ur­sachen gelockert sind, die günstigsten Bedingungen zu ihrer Fort- vftanzung finden. Diese Bakterien, oder für besttmmte Arten Ba­zillen genannt, verbreiten durch ihre Fortpftanzung gewisse Ab sonderungsprodukte, die giftig wirken (Toxine) und dadurch weitere Teile der Schleimhäute reizen und sür die Ausbreitung empfäng­lich machen. Aus diese Weise entstehen leicht durch einen vernach­lässigten Schnupfen oder Husten die schweren Leiden: Rachen». Nasen-, Kehlkovt-, Luftröhren-, Bronchialkatarrh, Asthma. In­fluenza usw. Natürlich sind auch alle diese Zustände ansteckend, weil die Bakterien sich int Speichel in Massen befinden und mit dcni Atem nach außen gestoßen werden.

In der großen Avotheke der Natur sind aber iür alle Gifte Gegengifte vorhanden, es gilt, nur die richtigen herauszufinden und recht anzuwenden, um die Toxine unwirksam zu machen, ohne die menschlichen Organe zu gefährden. Daher haben Pinselungen und Gurgeln mit Jod, Höllenstein usw. oft keinen Erfolg, weil sie nur einen Teil der inftziertcn Schleimhäute treffen und außerdem un­ter Umständen das Uebel verschlimmern. Ebenso nützen auch -t fftttk- kuren mit Salzen oder äußere Behandlung mit warmen oder kalten Umschlägen häutig sehr wenig: die tteserliegeude Baktericnslora wird dadurch nicht altcriert und nach einiger Zeit ist das alte Leiden tvieder da. Deshalb erscheinen diese Zustände den meisten als un-

hcftbarc Katarrhe Es steht aber unumstößlich fest, daß die Ent- saltuna dieser Bakterienbrut den Luftwegen der Atmungsorgane folgt "ogischerweise kann man ihnen also am sichersten nur aus diesem Wege beitommcn. d. h. durch Einatmung besonders günstig desinfizierender Dämpfe, welche die Bakterien zum Absicrbcn bringen.

Bon der Firma Carl A. Toners, Wiesbaden V 11 ist ein klei­ner sinnreicher Apparat konstruiert, den man bequem in der Tasche tragen kann, und der nach besonderem Versahren anserwählte wis­senschaftlich begutachtete Stoffe zum Einatmen bis in die tiefsten Luftwege bringt, ohne Kitzelreize zu verursachen oder sonstwie die Schleimhäute anzugreisen, und zwar aus kaltem Wege, um auch einer neuen Erkältung sicher vorzubcngen. Hiermit sind ganz, aus­gezeichnete Erfolge erzielt worden, worüber sich mehr als 10 000 Patienten, darunter auch zahlreiche Acrzte, in begeisterten Briefen aussprechcn. So schreiben unter vielen anderen:

Herr E r n st Fischer, Ingenieur, .hermsdors bei Berlin, Hennigsdoricrstr. 29: Der im November verg. Wahres von Ihnen bezogene Inhalator hat sowohl mir als auch meiner Familie qanz hervorragende Dienste geleistet. Ich litt seit Sevtember verg. Jah­res an einen, hartnäckigen Bronchialkatarrh, der allen Heftmittcln trotzte und ich ließ mir deshalb Ihren Inhalator kommen. Schon nach mehrmaligem ltzebrauch bekam ich Linderung, der Answurs erfolgte schmerztos. der Husten wurde locker. Nach 14tägigem Gebrauch war der Katarrh gänzlich verschwunden. Seitdem ist der Jnbalator das Allheilmittel gegen alle Erkqltungstrankheftcn in meiner Familie geworden. Bei Hals- bezw. Bkandclentzündung wirkt er geradezu Wunder. Letztere sind stets nach nur eintägigem Ge­brauch des Inhalators bcseftigt. Das Brennen im Halse hört schon

nach einmaligem Gebrauch aus, etwa vorhandener Belag vcrschwin- oev schnell. Ich werde demzufolge :ede Gelegenheit gern benutzen, Ihren Inhalator weiter zu empschlcn: mehrere besreundetc Fa­milien haben denselben bereits angcschasst.

Herr R u d o l f S e n s, Breslau 6, Franksurterstr. 64, schreibt: Z» meiner Freude kann ich Ihnen Mitteilen, daß sich Ihr Jnhala tions-Avvarat sebr gut bewährt hat. Nach den ersten Inhalationen schon spürte ich Besserung bei einem hartnäckigen Lustrährenkatarrh und nach dreiwöchigem Gebrauch war er vollständig geschsvnnden. Ich kann und werde Ihren Apparat jederzeit warm empfehlen.

Slehnliche Anertcnnungsschrciben liegen über 10 000 Stück vor, welche durch einen vereidigten Bücherrevisor »nd polizeilich beglau­bigt sind. Die Originalbriese können jederzeit bei uns cingcsehen werden.

Nähere Auskunft über den Original-Tancrö-Jnhalator wird von der Firma Carl. lauere, Wiesbaden V 11, gerne kostenlos und ohne Kauszivang erteilt. Man schneide den Ku­pon aus und sende denselben als Drucksache ein. 25290

Firma Carl A. Dancr«. Wiesbaden V I I.

Ich wünsche aenaue Aufklärung über Ihr neues Jnhalatious- svltcm. Es düric» mir jedoch keine 51 oste» hierdurch ciltsichcn.

Name u. Stande .................................................................................

Wohnort: ...........................................................................................

Genaue Adresse: ..........:.....................................................................

Im offenen Briefumschlag mit 3 Psg. frankieren.