Nr. 44 Zweiter
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tie „«tetzenerFamillenbläNer" werden dem .Anzeiger' viermal ivöckieiillich beigelegt, das „«retiblatt für den llrelr Sieben" zweimal wöchentlich. Tie „kandwirtjchaiillchen Seit-
fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Blatt (64. Jahrgang
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhesien
Samrtag, 2 \. ßebruar (9;4
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universuäls - Buch- und Steiirdruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition unb Druckerei: Schulstrabe 7. Expedition und Verlag: e^öol. Redaktion:^^112. Tel.-Adr.:AnzeiqerGleßen.
Nu» fielen
rb. TarIN stadt. 20. Febr.
Die Finanzausschüsse der beiden Ständckam- mern traten heute nachmittag zu der verfassungsmäßig vorge schricbencn gemeinsamen V o r a n s ch la g s b c r a t u n g zusammen, die sich von 4 Uhr bis nach 8 Uhr ausdchntc. Auch die drei Minister und zahlreiche Regierungzkommissare wohnten der Sitzung bei. Bei der allgemeinen Erörterung des Budgets für 1914 konnten natürlich nur die wichtigsten Punkte in Betracht ge zogen werden. Bei Bcsvrechuug der Einleitung des Voranschlags wurde besonders die Verwendung der R e st e s o n d S be- svrochen. wobei der Finanzausschuß der Ersten Kammer die Verwendung des Rcstesonds ll in den Vordergrund stellte, während vom Finanzausschuß der Zweiten Kammer die Entnahme der benötigten Neider aus dem Rcstesonds I für richtig erachtet wurde, ohne daN dabei der Gedanke des Finanzausschusses der Ersten Kammer abgelehnt ivcrde. Tie Gcstaltting des Rcstesonds I aus lausenden Einnahmen begründete man durch die Steuererhöhung und die Steuerergebnisse, welche mit aller Bestimmtheit in den nächsten Satiren aus Grund der Gemeindestenerveranlagung und der Veranlagung zum Wchrbeitrna erhöhte Beträge liefern würden Der Wehrbcitrag gab, wenn er auch in seinen Ergebnissen noch nicht feststeht, doch Anlost zu einer eingehenden Aussprache, in der betont wurde, dast diese Ergebnisse nicht allein aus die Vermögenssteuer, sondern namentlich auch aus die Einkommensteuern von wesentlich günstigem Einslust sein würden. Die Eisenbahn- e i n n a h m c n wurden als steigende dauernde Einnahmen bezeichnet, wenn auch der .Herr Finanzminister daraus hinwies, hast nach den neuesten Nachrichten im Monat Januar ein R ü st. gang gegenüber dem Vorjahr cingetrcten sei. Bezüglich der Veranlagung der Steuern und besonders der Wirkung des General Pardons wurden die erheblichen Mehreinnahmen hervorgehobcn, die aus den verschiedensten Kreisen der Bevölkerung sich ergeben lstitten und zwar dadurch, dast die früheren Steuerangabcn >ctzt richtiagestellt Ivorden seien.
Beim Kapitel Bauwesen wurde von der Regierung das Ersuchen gestellt, die vom.Finanzausschuß der Zweiten Kammer vorgenommenen Striche wieder aufzuhebcn, da die llnterhaltnng der Bauten jährlich gröstere Summen erforderten. Von den Vertretern der Zweiten Kammer wurde dagegen die Notwendigkeit weiterer Ersparnisse in der Staatsverwaltung betont und damit auch der bei verschiedenen Punkten erfolgte Abstrich gerechtfertigt.
Bei den Ausgaben sür höhere Schulen, Gymnasien usw verteidigte der Ministerialberichterstaller die Beibehaltung der beiden Darnistädter Gvmnasien, deren Vereinigung der Finanzausschust der Zweiten Kammer der Regierung empfohlen hatte, und erklärte, dast die Räume in dem einen Gymnasium nickt ausreichten, um die Vereinigung durchzusübrcn. Jedenfalls sei ein solcher Akt zurzeit unmöglich. — Beim Kapitel h osbib lio t he k wurde von verschiedenen Ausschustmitgliedcrn die in der sgosbibliothek herrschende Raumnot beklagt und die Unmöglichkeit betont, die Bücher richtig unterzubringcn, auch aus die Unzulänglichkeit des Lcsesaales hin- gewicscn, woraus die Regierung erklärte, dast aus dem Gebiete des früheren Bahnboss unter Mitbenutzung des Empfangsgcbäudes der ehemaligen .Hessischen Ludwigsbahn ein Neubau sür die Ö o s - bibliotl, eknnddasStaatsarchioin Aussicht genommen sei. Beim Kapitel: Fonds für össentliche und gemeinnützige Zwecke erklären beide Ausschüsse sich damit einverstanden, mit der Regierung eine Vereinbarung über die Verwendung der dorthin ilicstenden Gelder zu finden, wobei ein Teil der Summen auch fernerhin der Regierung zur Verfügung verbleiben sollte. Dem Ersuchen des Finanzausschusses Zweiter Kammer, im Bundesrat für die Einführung einer Arbeitslosenversicherung zu wirken, trat der Finanzausschust der Ersten Kammer nicht bei: an diese Frage schlost sich danach noch eine längere Aussprache, in deren Verlaus die Regierung zusagte, eine Denkschrift über den Um sang der im Grostherzogtum bestehenden Arbeitslosigkeit Hera u s z u geben. Beim Oberoers ich c- rungsaml rechtfertigte die Regierung die Notwendigkeit einer akademischen Stelle und dreier neuer Stellen sür mittlere Beamte, die besonders durch die in letzter Zeit hcrvorgetretcne starke Geschäftslast, die sich als eine dauernde erweise, notwendig geworden seien. Bei den K r e i s g c o m c t e r n wurde noch nähere Auskunft über die Belastung der einzelnen Gemeinden durch die von der Regierung vorgeschlagenen, vom Finanzausschust der Zweiten Kammer aber nicht bewilligte Erhöhung der Tagegelder für die Geometer von 17 aus 21 Mk. verlangt. Erst dann soll ein endgiUtiger Beschluß darüber gefaßt werden. Die übrigen Positionen des Staatsvoran- schlags fanden bei der gemeinsamen Beratung keine Beanstandung.
rb. D a r m st a d t, 20. Febr. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag noch eine bis nach 2 Uhr ausgedehnte gemeinsame Beratung über die Bcsoldungsvor- lage mit der Regierung ab, die durch die drei Minister und zahlreiche Rcgicrungskommissarc vertreten war. Es wurden mit der Regierung noch einmal diejenigen Punkte der Gesamtvorlage durchgesprochen. die bei den bisherigen Beratungen zurückgestellt worden waren. Gegen die Heraufsetzung der Kanzlcigehilsen in eine höhere Gehaltsstufe — die Zweite Kammer hatte beschlossen, sie aus der 8. in die 12. Gehaltsklasse zu versetzen, welchem Beschluß aber die Erste Kammer nicht zustimmtc —, wandte sich auch die Regierung, indem fic daraus hinwies, daß die Kanzleigehilten eine andere Stellung, als die Schreibgehilscn. nicht hätten. Eine Beschlußfassung fand hierüber noch nicht statt. Dem Beschluß der Hcraussetzung der Assistenten der Betricbskrankenkassc von Kl. 26 nach 32 wurde stattgegeben, ebenso die Deransfetzung des Rechners der Betriebskrankenkasse beschlossen. Ter Posten des Direktors des Landcszuchthanses wurde in Klasse 41 eingereiht, während die Stelle des Landeswohnungsinspek- tors der Klasse 36 eingefügt wurde. Ter Finanzausschuß beschäftigte sich danach noch mit der Frage einer Deckung der Ausgaben sür die Lehrerbesoldung, insbesondere mit der Frage, ob die Deckung zum Teil aus dem Rcstesonds II oder nur aus Restefonds I entnommen Averdcn sollte. Es fand hierüber eine längere Erörterung mit der Regierung statt, ein bestimmter Beschluß wurde jedoch auch hierüber nicht gefaßt. Tic Frage wird voraussichtlich erst in der gemeinsamen Sitzung der Finanzausschüsse beider Ständekammern zur Erledigung gebracht werden.
Sieroerbrauch und Sierversteuernng.
In Deutschland, und zwar sowohl im Süden wie im Norden, hat das Biertrinkcn schon seit einer Reihe von Jahren bedeutend nachgelassen. Im Durchschnitt kam im Jahre 1912/13 aus den Kops der deutschen Bevölkerung ein Verbrauch von 101 Liter: 1900 war der durchschnittliche Verbrauch bereits aus 118 Liter gestiegen, und selbst, wenn wir 20 Jahre zurückgehen, war er größer als heute. In Bayern stellte sich der Verbrauch im letzten Jahre aus 237 Liter pro Kops, 1906 hatte er 246 und 1898 248 Liter betragen. Württemberg hatte im letzten Jahre einen Verbrauch von 166 Liter pro Kops gegen 195 Lller im Jahre 1897.
Am weitesten zurück steht das norddeutsche Brauftencr- gebiet, wo im Jahre 1912/13 nur 78 Liter Bier pro Kops getrunken wurden gegen 97 im Jahre 1900/01. Ta der Rückgang des Verbrauchs schon vor den Stcuererhöhungen be
gonnen hatte, so werden diese wohl weniger als andere Fal torcn dasür verantwortlich zu machen sein. Die ini letzten Jahre in ganz Deutschland verbrauchte Menge berechnet sich aus 67,5 Millionen Hektoliter, ivovon 67,1 Millionen Hckto liter deutsches Erzeugnis waren und nur 400 000 Hektoliter aus dcni Auslände stammle». Im Bransteuergcbicl ivurden 41,5 Millionen Hektoliter getrunken, davon entfallen 2,3 Millionen Hekioliicr aui süddeutsches und ausländisches Bier.
Ter letztjährige Vcrbrauchsrückgang ist auch im Ertrag der Biersteucr zu spüren. Im ganzen Reichsgebiet wurden 227,7 Millionen Mark an Biersteuer vereinnahmt gegen 236,4 Millionen Mark im Vorjahre, Hiervon bildet bekanntlich nur die im norddeutschen Branstencrgebiet erhobene Llcucr eine direkte Einnahme sür das Reich. Im Brau steucrgebiet stellte sich der Ertrag auf 140,7 Mill, Mk. (und zwar 127,5 Mill. Mk. Vrausteuer, 8,6 Mill. Mk. lieber gangssteuer von süddeulschcm Bier und 4,6 Mill. Mk. Ein gangszoll sür ausländisches Bier), in Tastern a»s 53,4 Mill Mark, in Württemberg auf 13,7 Mill. Mk. Die Brausteuer, die iu allen fünf Stcuergcüiclcn als StasseliLner erhoben wird, ha! aus 1 Hclwliter Bier im Durchschnill'betragcn im Brausteuergcbiet 3,25 Mk., iu Bayern 3,33 Mk,, in Württemberg 3,12 Mk. Auf den Kopf der Bevölkerung kamen im fetzten Jahre an Biersteuer im Brausteuergcbiet 2,67 Mk., m Bayern 7,62 Mk., Württemberg 5,52 Mk., Baden 5,53 Mark, Elsaß Lothringen 4,10 Mk. und im ganzen Reichsgebiet durchschnittlich 3,43 Mt. Bor 10 Jahren betrug die Lleuer pro Kopf im Brausteuergcbiet nur 0,83 Mk. und ml Reich durchschnittlich 1,60 Mk. Die Gesamteinnahme an Biersteuer ist im ganzen Reich infolge der Sleuererhöhungen gestiegen von 92,7 Mill. Mk. im Jahre 1902/03 auf 227,7 Mill. Mk. im Jahre 1912/13.
„Die Wastchcit fcbc $cloar{an."
Von Polizciarzt Dr. D r c u w - Berlin.
O Berlin, 19. Febr. Zurzeit schwebt eine wissenschlistliche Fehde zwischen Gehcimrat Prosesior Dr. Ehrlich (Frankfurt a. M.>, dem Entdecker des Syphilisheilmittcls Salvarsan, und dem Dermatologen Polizeiarzt Dr. Trcuw (Berlin). Trcuw hatte scharte Angriffe gegen das Salvarsan gerichtet, worauf Gehcimrat Ehrlich in einem Frankfurter Blatt erklärte, dast die Vorteile des Salvarsan dessen Nachteile bedeutend überwicgen, und dast cs ein anderes wirksames Mittel zur Bekämpfung der Syphilis zurzeit nicht gebe. Daraus erläßt nun Polizciarzt Dr. Trcuw in der „Deutschen Journalpost" folgende osftzielle Erklärung:
Die Ehrlich-hata-Fragc ist nicht nur eine medizinische, sondern durch die Arider Einführung eine Angelegenheit der Allgemein- hcit und des Staatswohles geworden, und ihre Lösung must, nach dem sie in den Tageszeitungen begonnen hat, logrscherweise auch hier beendet werden, da die Allgemeinhen ein Recht bat, in dieser wichtigen Frage richtig orientiert zu sein. Selbstverständlich werden die rein medizinischen Beobachtungen, Nichtheilungcn und Schädigungen, den Ausschlag geben. Für die össentliche Meinung kommen zwei Fragen in Betracht: Ist die öffentliche Meiming richtig
orientiert, wenn nicht, dann must diese Orienckierüng erfolgen: 2. steht der Nutzen des Salvarsan in einem Verhältnis zu dem Risiko an Gesundheitsschädigung, Todessällen, Erblindungen, Taubheiten, Lähmungen usw. oder nicht?
Bcini Publikum herrscht der Glaube vor, Ehrlich-Hata beseitige die Syphilis mit einer oder mehreren Einspritzungen, es sei giftfrei und unschädlich, ja es bessere oder heile sogar Paralyse und Rückenmarkschwindsucht. Die Einführung des Präparats fand am 22. Juni 1910 in der Berliner Medizinischen Gesellschaft statt. Gehcimrat Ehrlich war selbst zu dieser Einsührung nach Berlin gekommen und wohnte ihr bei. Das Mittel war am 31. Januar 1910 zum erstenmal von Professor Alt (einem Psn- chiateri und Tr. Schreiber seinem Internisten^ bei irischer Syphilis angewandt worden. Ehrlich selbst ist nicht Syvhilidologc, ebenso- wenig wie diese beiden Herren. Es waren also bis zur Einsührung des Mittels am 22. Juni noch nicht 5 Monate verflossen, und die Versuche waren nur bei einigen hundert Fällen gemacht worden, was bei einer io tückischen Erkrankung, die jahrelang dauert, zweifellos keine Zeit ist. um die Behauptungen, die seither ans gesprochen wurden, zu rcchisertigen. Vom 22. Juni bis Mitte Dezember wurde das Salvarsan einer Anzahl von Aerzten zur Prüfting übergeben, die darüber hervorragende Heilungsreiultate berichteten, obne dast die Allgemeinheit der Aerzte imstande war, Nachprüfungen zu veranstalten. Jnsoigcdeisen stellte der bekannte Syvbilisjorscher Tr. Ivan Bloch in der Dermatologischen Ge sellschast Oktober 1910 den Antrag: „Aussetzung der Diskussion und Wiederaufnahme zu einer Zeit, wo das 608-Präparat voi, jedem in Deutschland avvrobicrtcn Arzt .geprüft werden kann Tic Zeit der Autoritäten ist längst vorbei, und unsere Geicllschasl beruht genau so wie alle anderen wisscnsckiaftlichen Gesellschaften aus dem Prinziv der wissenschaftlichen Freiheit sür jedermann" Nackideni nunmehr auf Grund dieses limitietten und der allgemeinen Kritik nicht zugänglichen Systems die össentliche Meinung der inzen Welt dahin ging, das Ehrlich-Hata 606 beseitige die I ypbiliS und sei unschädlich, ist cs heute, nachdem 3' - Jahre seil r Einsührung vergangen sind, eine Pflicht, biefe Behauptung
vohl behaupten, dast die Zahl derselben aus das Zehnsachc an- lenommcn werden darf, da bei der diskrtten Art der Erkrankungen den Verüsscntlichnngcn große Schwierigkeiten gemacht werden.
Tie Mitteilungen Gebeimrats Ehrlich in den „Frankfurter Nachrichten" bedürfen der Widerlegung. Erstens bin ich nicht aus eigenem Antrieb zum Rcichsgesundheitsamt hingegangcn, sondern das RcichsgesundhcftSaiill hat eine Unterredung mit mir gewünscht: und zweitens hat cs mich nicht ausgcsordert, meine Beschwerden christlich zu sormulicren, sondere ich Hab.' den Inhalt der ein- einhalbstündigcn Unterredung mit dem Präsidenten des Reichs- gesundhcitsamts und zwei seiner Gcheimrätc nachher in Form einer Denkschrift nicdcrgclcgt, da ich cs mit meinem Gewissen nicht vereinbaren kannte, daß weiterhin die össentliche Meinung über ein sür die Gesundheit so gefährliches Mittel nicht richtig orientiert ist. Es ist nicht richtig, die Schuld an den Todes- und Zwischcnsällcn aus Kunstsehler zurllckzusühren, da, wie die Straßburger Universitätshautklinil nachgcwicsen hat, in der Mehrzahl der Fälle eine typische Arscnvcrqistnng vorlag. Daß kaum von -hrcn Symptomen befreite Menschen sich von neuem anstccken, ist durch nichts bewiesen. — Ta das Salvarsan als Arscnvrävarat ahrelang dem freien Verkehr überlassen war und in jeder beliebigen Dosis gegeben werden konnte, so ist cs unbedingt notwendig, daß seitens des Staates und nicht von Privatpersonen icstgcstellt wird, wie viel Arsen in Form von Salvarinn gegeben werden darf, da dies dem einzelnen Arzt unmöglich überlasten werden kann. Die Behauptung, die organischen Arsenvrävarate seien weniger giftig als die anorganischen, ist zwar richtig, aber sie sind noch giftig genug. Tenn die Wissenschaft hat bei den Vorgängen des Salvarsan, den organischen Arscnpräparaten Atorvl, Arsaecti nsw. solche Enttäuschungen bezüglich der Giftigkeit erlebt, daß man diese nach Erblindungen und Todessällen schnell zu verlassen sich gezwungen sab. Diele Tatsachen hätte» zu einer besonders vorsichtigen Beurteilung des Salvarsans mahnen müssen und zu einer besonders langen Bcobachtungszcil vor dcr Einsührung, Die Frage der Ehriich-Hata-Ersolge wird nicht durch autoritative Meinungen utrd Schlußsolgcrnngen, sondern durch die uncrbittlichcni Tatsachen entschieden werden, die bisher in dcr Literatur schon scstgeiegt sind und noch weiter sestgclegt werden.
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nachzuprüscn da dieielbe Meinung auch heute noch IN den menten Kreiien des Publikums vorherrichcnd ist.
Heute steht nach den Berichten der gesamten Medizin,>1 Literatur de-- In- und Auslandes und aus Grund meiner gro: persönlichen Eriahrungcn als Svezialarit sür Syphilis folgend, unantastbar fest: Ehrlich-Hata 606 beseitigt die Syphilis nick, s'' bauernd cs beseitigt nur die Svmptome, selbst nach 2, 3. 4, 5 und 6 Injektionen. Selbst wenn diese 2 bis 3 Jahre hindurch auch zusammen mit Quecksilber gegeben worden sind, sah ich in einer großen Anzahl dcr Fälle Rezidive. Tic srühcr so ausgezeichnete Methode dcr Syphilishcilung mit Quecksilber mußte wieder in ihr Recht treten, und man hat sich veranlaßt gesehen, aus Grund der Tatsache, daß Salvarsan allein die Svphisis nicht heilt, es mit Quecksilber zu kombinieren, bei welcher Methode jede Kontrolle über die Wirftingen des Saloarians ausgeschlossen ist. Das Sa! varian ist auch nicht unschädlich und giftfrei. Im Gegenteil: es ist ein in vielen Fällen die Nerven und die Gesundheit sch idigende-, unberechenbares Arsenvräparat. das in einer Dosis gegeben wird, die die staatliche Marimaldosis um das Zwanzig- bis Vierzigsach. übertrifft. Bis heute sind allein in der medizinischen Literatur, abgesehen von den vielen nicht vcrötsentlichten Fällen. 274 Todes sälle nach Salvarsan bei Erwachsenen s-stgestelll, meist in Gestalt einer typischen Attenvergiftung, ferner zweisellos Auqcnerkrankun gen. Ertaubungen, Lähmungen usw. Nock, in der letzten Zeit wurden mir brreslich von Kollegen mftgeteilt: 3 Todesfälle, zwei notollickc Fälle^von Erblindung^ und 5 Fülle Vvn Ertaubung. An einer irischen Svvbilis ftirbt so leicht niemand, und Professor G a u ch e r, der Ordinarius für Dermatologie in Paris, sagt daher: Das Salvarsan hat schon mehr Todesfälle verschuldet, als die Zyphilis, sich selbst überlassen, lstiUe verschulden können, denn mau stirbt nicht an frischer Syphilis, Wenn in dcr medizinischen Literatur schon so viele Todesfälle niedergelegt sind, dann kann man
Groß h. Zentral st ekles ürdieLandes st als st ik. Heft Nr. 954 der MilleUungcn der Großh. Zentralstelle sür die Landesstatistik, das heute erscheint, hat iolgcndrn Inhalt: Dcr Geburtenrückgang im Großhcrzogtnm .Hessen mit besonderer Berücksichtigung dcr Katholiien 1876 bi- 1912. LcbcnSmittelpreise Janua. 1914 Genossenschaftsstatislik 1912 Tic Entwickelung der Schulstatistik im Großhcrzogtnm Hessen.
*• Q t> e r l> e I s i s ch e r St it n ft u e r e i n. Er ist dem Vorstand des Kunstv-.-rcinS gelnngen. daß die Städtebau- A I! s- e 11 ii u g »och »der Sonntag hinaus ans zestevt l'lcibt. Im gute dieser Woche besuchte» die Schüler der hiesigen ideiverbe- schnle und auch einige Klaffen der l,obere» Lehranilnlten die '.’luä- stellung, auch war der Vesncki von Alilglieder» des Kunüvereins und Interessenten in de» letzte» Tagen sehr rege. Morgen Sonntag IN Uhr werden die Stadtverordneten und «m :l Uhr »ach »Maas der hieffge Techniteroerband die dliisüellinig besicht-gen. Z»n> ast- geineinen Vesncki in die 7lusstellnng ivie an jedem Sonntag von ll his 3 Uhr geöffnet. — Von ^bontag an bleibt die zstn-stel>n»g vier Tage geschloffen. Tann gelangt ». a. die KoUettion des Ervrelnoniste» Franz Marc zur Ausnellniiq.
"Zur Erhaltung des Schuhwerks. Für Leute, die bei nassem Wetter viel auswärts sein müssen, hauptsächlich auch bei Schulkiiidern, ist es von großer Wichtigkeit, wasserdichte Schuhe zu haben. Dies erreicht man aber, wenn man die Sohle dcr neuen, noch nicht getragenen Schuhe mit warmem Leinöl gründlich cinrcibt, iie aus den Oien oder in die Sonne stellt und trocknen läßt. Dieses Verfahren wendet man drei- bis vierinal an, ehe man die Schuhe benützt. Zum Oberleder nimmt man etwas Salatöl: es bedars nur eines einmaligen Einrcibens, es muß aber so lange gerieben werden, bis das Leder nicht mehr ölig glänzt. Tic aut solche Art zugcrichtetcn Schuhe lassen sogar das Schneewasser nicht durchkommen, abgesehen davon halten sie auch bedeutend länger als nicht geöltes Schuluverk.
** Wic die Konstanzer Elefanten nach Mainz n b t c n. Während des Herrenabends des Karnevalocrcins .,EI c - santen" in ilvnstanz vor einigen Tagen brachte ein Bote der Ezprcßgutbesörverung ein Kistchcn aus M a i n z. Es cnthieU
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