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'Sfcarrewwrg nnö Ruem Hessen.

m . $ a r nt ft a b t, 12. Febr. Tic 31 n b t» c t o t b lt c 1 c n ^rtfaranluitg beufrärtiqtc sich fientc in längere» Anseiiliii- i'trieSuna über die von einem Mitgtieb aiiacregtc M i i rf> Preisfrage. Bürger»,eislca' Müller teilte mit, ban sie au- qeregtc Dinck»i»!;ru»g einer Zentrale »ab, Sen Eeirbruiigen onbräcr «Stalnr, nnc Trnuifnitt, aufetorbcntlidy Hoitrn Ufrur s«he Sam täten al Dr. Rollner teilt ans seinen langjährigen ^sahrungen imt. das Palizeiam, habe Ins setzt au, seine 'Au- regnngen mcht reagiert und sei eine ganz »ene Milckwrduuii'ck natiucnbig, drnnit eine bessere Kontrolle hcrbeigcsültrt tverdcu könne.

m. O l s e n b a ch a. M., 13. Febr. iSiabtmorbiicton- sjtzung.) Das Vermögen ber Stabt ist ans 56719000 Mk., astö um mub 3 Millianen Mark mehr, angewackscu. was i» Ser >>auvtsackie auf die gröbere Andäusung ber Fonds zurückzuiübren ijtz Die Schulde» sind durch die Aniorlisatian brr Anleihen u»r eine Mlllion Mark gestiegen und betragen rnnb .17900000 »Jil. DaS reine Vermögen betrögt demnach rund 18 319000 Ml Text hessischen LanbeSvercin zur Ersorschung nnb Bekämpfung der K r c b s k r a n I be i t wurde mit einem Zabresbeitrag non 200 Mk. beigetreten. Für die Bcschästlgung der Arbeitslose» wur­den weitere 10 000 Mk. bewilligt.

Ossenbach a. M., 13. Febr. Eine nmkassenbe Ans- üellung .Gut nnb Böse" erösfnel die Reihe ber Au4- ktellnngen, die in Ossenbach durch de» La» der Technischen iehr- a illalten und die »alw endigen Ansstellungsreguisttcu erst je»t ucerbanat lubqlict» geworden sind. Tie Ausstellung ver-oigt den :s,veck. die Oencullichkeil über Qualität und Geschntack in ülcbraucht- nnd LuruSgeral auizuklaren

Hessril-Nassau.

ss Marburg, 12. Febr. Zn der städtischen .Klär­anlage an dir Gisselberger Straße wurden einige Teile des RunipseS einer weiblichen Kindes! eiche ange- schwenmit. Allem Ausck>eiu nach bandelt es sich uin einen Säugling. Tic Mutter ist noch nicht ermittelt.

Hanau, 12. gebe. I» der Brauerei Nikolah wurde dieser Tage van einem Unbekannte» ei» viersitzigcs An ton, ab il ab- ge stellt mit der Benicrkung, erwerbe cs an, nächsten Bormittog wilder adbolen. Tas Aulonwbil ist aber bis beute nach nicht ab» geholt worden. Es trägt die Rumnier II v 329, ist grünbrau» lackiert »nd stainml aus der Berliner Matarwageniabrik G. in. b. H. »I Reinickendori. Der Fall, baß ein Auto ans diese Weise anSqe!et;t wird, ist ivahl der erste dieser Art.

Vas Urteil im Prozeß Griinewald-winller.

1. Ter Angeklagte Lerndtagsabg. und Rechtsanwalt Tr. Winkler zu Oppenheim, 38 Jahre alt, katholisch, ledig, ist des ihm zur Last gelegten Vergehen? gegen die §§ 18(5, 203 R. St. G. B. in zloei Fällen schuldig und wird deshalb zu einer G e s a in t g e l d st r a f e v o n 6 0t) M a r k, die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 60 Tagen Gefängnis zu ver­büßen ist, verurteilt. Dem Privatlläger wird das Recht zucr- lannt, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb U Tagen tiach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Ur­teils je einmal im Gießencr Anzeiger, Tarmstädter Tage­blatt. Tarmstädter Täglicher Anzeiger, Mainzer Tageblatt »nd derLandskrone" auf Kosten dieses Angeklagten öfseut- lich bekannt zu machen.

2. Ter Angeklagte Tr. Winkler ist des ihm weiter z>tr Last gelegten Vergehens gegen die §$ 185, 186, 187, 200 R. St G. V. in einem Falle nicht schuldig und wird dcshalh sreigcjprocheii.

3. Tie Angeklagten Chefredakteur Tr. Otto Waldaestel zu Tarmstcidt.'Ehesrcdaktciir^Emil Behre zu Darmstadt, Rc- dakteitr Traumüller zu Oppenheim, Redakteur Lautz zu Mainz sind der ihnen zur Last gelegten Vergehen gegen die SS 185, 186, 187, 200 R. St G. V. und § 20 Preß-Ges. nicht schuldig itiid iverden daher f r ei g e sp r o che n. Ihre notwendigen Auslagen fallen dein Privat klüger zur Last.

4. D e r W > d e r b c k l a g l c L a n d l a g s a b g. Zu st i jtat G r n n c re n 1 d, 54 Jahre alt, evangel., verheiratet, ist des Vergehens gegen 8 186 R. St. G. B. in einem Falle schuldig und ivird deshalb in eine Geldstrasc v on I 00 M a v t, die im Falle der Uneinbringlichkeit, -mit 10 Tagen lbeiängnis zu verbüßen ist, verurteilt.

5. Tie w c r t t» t'c-1 o ft es der Privackiage gegen den Angeklagten Tr. Winkler uns der Widerklage tragen der

Angeklagte und der Widerbeklagie se zur Val sie. Ihre uotwcudigcn 'Auslagen sallen ihnen selbst zur Last.

Aus der

Begrüilüuitg des Urteils

cntnebine» wir nachstehend die wesentlichste,, Ausführungen:

Betrachtet man die Privatklnge, soweit sie gegen Tr. Winkler erliaben ist, so besteht kein Zweifel, baß die Behauptung des Schliiß- latzes, der Privatkläger babe bewies«», wie recht er« Dr. Winkler, hatte, toenn er ein solches Verhallen als 'Akt der Feigbeit bezeich­net. eine schwere össentliclie Beleidigung im Sinne van S I8t>, ia- lucit die Zuschrift an den Gießencr Anzeiger, und S& 186, 200 Sir -G. B., ioincit die anderen Zeitungen in Frage neben, dar- stcttt. Ter Angeklagte hat auch nicht vermocht, den Beweis der Wahrheit zu führen. Selbst wen» cs seststünde, daß Privatlläger i» früheren Fahrenfei»)'" gewesen, würde damit der Beweis, daß er es jetzt loiedec gewesen sei, »och keineswegs seststehkil. Tos Schöi- ienaericbt hat aus der Beweisaufnahme die lieber',cngnng gewon­nen, bast zwar ber Privatkläger möglichst ein Tuctl vermeiden will, baß er ober, wrnn dies mit Anstand nicht möglich ist. zur Tnrch. tnhrimg bereit ist. Ties beweise» ^zunächst die eigene», in der .Haupt- Verhandlung wiederholt sestgestelltcn Äenßcrungcn des Privat- klägers selbst, die auch nicht durch den Eindruck des Zeugen Schnei­der zerstört werben, loonach dem Privatlläger die Annahme einer Forderung jetzt ((och schwerer iverbc als die 'Ablehnung. Taß die Turchtührnna encZ schweren T((clles einen. Manne in dem Alter des Privcitttägcrs recht ' Inner satlen muß, ist menschlich so be- greiilich, daß es vwchotogisch nicrkioürdig (väre, das Gegenteil vor­aus»,setzen. Feig aber ist nicht der, der trotz grundsätzlicher Bereit­willigkeit die Schwere des Tuells so stark empfindet, daß er cs mög­lichst meidet. Es spricht badet für dir innere Wahrheit dieser 2tcl- lungnadnic des Privatklägcrs. baß er ihr stets oisen Ausdruck ver­liehen hat, obwohl er doch ivessen mußte, daß seine Gegner sic zu (einen Ilngnnsten zu verwerten suchen würden. Wichtiger aber sind die Feststellungen, ans denen geschlossen (verden muß, daß der Pri- vatllägcr die Forderung des Angeklagten nicht ciblchnen wollte. Es (st zwar richtig, daß er den Empfang des Kartellträgcrs Aandr» trotz Kenntnis von dessen Auftrag ablehnte, obwohl die Begrün­dung, der Herr sei zu jung, angejichts der Tatsache, daß Grüne- Ivald selber an Metz seinerzeit gleichfalls einen Studenten als Kar- teltträgcr geschickt halle, nicht als glücklich gewählt angesehen wer­den kann, (oennglcich daraus hingewicsen ist, daß der Privatkläger damals den Forstmeister Trantioeo, beauftragt, und dieser erst den Studenten substituiert hatte. Sachlich sei die Ablehnung des .Herrn Fändr» wegen Fortdauer der Verbandliingcn mit Schneider gerecht­fertigt gewesen. Tazu loinxit noch, daß der Privatkläger nach Ab­lehnung .landlos IN einen, Brieie vom >1 Fonnar NN den Zeugen Schneider diesem gegenüber sich brrcit erklärte, (oeitcr zu verhan­deln, das; er sich schon vorher, am 2. Jan., an Wallan gewandt und ihn zur Annahme der Forderung ermächtigt hattr. Ter Zeuge Pror. Tr. Vovpen sei als ein Mann zu betrachten, dem man Knrz- dl«ck boch nicht zntrauex (olle, als einem Mann ', den, tveitgehendste Menschenkenntnis nrcht abzustrciicn lei. Auch Tr. Bopp habe nie­mals den geringsten Verdacht gehabt, daß Grünewald aus anfecht­baren MoXven gehandelt habe. Sonach erachtet das L.chöticngcricht cs als erwiesen, daß der Privatkläger nicht feige gchanbelt hat.

Run die Frage der Talissakiionssähigkeit. Diese Eigenschaft gehört nicht znm Begriss der Ehre, wenn man sic als sittlichen, tvohl aber, wenn man sie als sozialen Wert pnsieht. Turch den Brief von, 2. Januar wird den, Privatlläger dieses Recht abge- sprochcn, mit Rücksicht ans die 'Ablehnung landlhs. Man billigt dem ?lngeklagte zu, daß er von den, Begründetscin seines Stavd- vuxitcs überzeugt war. Enticheidexd ist für diese Frage, daß der Privatkläger sich als richtig handelnd anschcn durtt'e.

Was die SatiSsaktionSunsahigkeil mit Beziehung a»( die mili­tärische Entlassung anlangt, so billigte das Korps sein Verhalte», das militärische Ehrengericht dagegen verhängte die bekannte Straic. Auch hier tritt wieder der glcickie Z(viell>alt in dcr 'Anksassnng der Tneilsrennde hervor. Für das Schösiengericht besteht sedenialls keine Veranlassung, aus dieser Verabschiedung die Satissaltionsunsähig feit berzvlciten. Tenn der QtTigrcr, der Ti,»l und Patent behält, steht damit auch »ach dcr Verabschiedung au> »erjenigen geicllschait- lichen Höhe, die ihm dasRecht" anr Saristaktion gewährleistet.

Was die Wahrnehmung berechtigter Interessen nnlaxgt. so war das Schöstengcricht nichr in der Lage, sie dem Angeklagten ;nzu- billigen Ganz unzntässig tvae cs, daß er seine Prcsseverösfeut lichungen dazu bcnxnte, den Vorwurf der Feigheit durch die Wieder­holung in der Presse zu verschärfe». Nur in einem Fall tvar dem Angeklagten der 2,blitz des h 193 zuzusprechen und demgemäß srci- znsvrechen, als es sich »m den Brief handelt, den Tr. Winkler durch Rechtsaiuvall Tr. Hill, seinen 3. Kartellträger, an Justizrat Grüne­wald schreiben ließ.

Was die Strafe anlangt, so war von vornherein Freiheitsstrase ausziischeiden, da Winkler keine niedrige Gesinnung bekundet hatte.

Aber die Geldstraie Ivußte der Bedcutnog dcr Tat entsprechen, da es

sich hier uni hochgebildete Männer. Rechtsanwälte und Abgeordnete bandelt, die beide d>c lcidenichasttichc Zeit dcr ersten Jugend Iveit hinter sich haben.

Nun .ur W i d e r k l a g e. Ta die übrigen Fälle nach dem Prcß- gesctz vcrsabrt lvaren, so blechen hier nur die Äeußernngen Ärüne- walds in seiner Beschwerdcschriil an de» Borßaiid dcr hessiichcn An- loaltskammer. in denen von ..schauspielerischen Mätzchen" und Tresstigkcit" die Rede war. Es lann hier Griinemald nicht der Schutz des jj 193 zugebilligt werden, denn es lag leine Veranlassung dar, in einer Beschwcrdescktrjst die herabictzenden Worte zu ge brauchen

Tie Prioatklagc gegen die Redakteure wurde abgewiesen, (ocil nicht nachge(vie'>n ist, daß die Redakteure bei dcr Autnabme des inzgl. Artikels das Bewußtsein seines belcitngcndcii Eharaktcis Ixittcn.

,Ter Abi. Dr. Winkler teilt uns mit. daß er unter <llcn tlxistandcil B c r u f u ,(g gegen das Urteil erheben wird.

CtirtKbiffabrt.

Der Flugplatz Johannisthal für Offiziere

verböte n.

Berlin, 12. Febr. Wie wir von zuständiger Seite, erfahre», bat die Geiieraliiispcktioir des Militärverkehrs­wesens lvegeii der erneuten kliiglülksfätte irr Johannisthal den auf den Flugplatz koiiimandierlen Ofsizicre» das Flic geil ans diesem Platze verboten, bis Maßnahmen ge­trosten sind, die die Getvähr geben, daß solche Bvrkomni- nissc sich itichl wieder crcigncil.

Bitterfeld, 12. Febr. Priv. Tel.) Ter Ballon Leipzig 2", der henke vormittag über Südschwedeii gesichtet tvurde, ist gestern aberid vom hiesigen Elektronwerk aufgcstiegcn. Im Korb befinde» sich drei Licgnitzer.Herren, die Führung hat .Herr Per schon' aus Liegnitz.

Zn einer Meldung aus Witebsk, 13. Febr., heißt es: Bei G o r od o k ist ein Luftballon gelandet, in dem sich dr e, Deutsche befanden. Sie gaben an, dast sie in Bitterscld aiifgesticgcn seien »nd mit der Fahrt wisscnschas,liehe Ztveekc verfolgten. _

vermischte».

Di e lieben Damen. Aus Bi r IN tilg h am. 12 Febr., wird gemeldet: Ter Türhüter im Hause des verstorbenen Ehambcrlain, eines Bruders Joe Ehaniberlains, fand Iiculc inorgen eine mit Pulver gefüllte tzi a s r ö h r c mit einer Zünd­schnur: die zur Entzündiing l cstimmte Lampe avac allerdings aus- begangen. In dcr Rähe lag eine Postkarte an den Minister des Innern, die anscknincud von Frauenrechtlerinnen her rührt, mit der Bemerkung, das; der K r i c g s z n st und sortbeslche. Aus London, 12. Febr., Ivird gemeldet: Tie von Carnegie gestiftete Bibliothek in Rorthfield bei Virminghain ist heute mor­gen n i e d c r g cbra:i n i. Es scheint ein 'Anschlag von An- » gerinnen des Frauen st i m in recht es vorznlicgcn.

Kleine Tageschronik.

Tie Kaiserin ivitd am '27. Februar zu vicrwöchcnllichcm Besuch in Brau n schweig eintrcsse».

klnitlicher Wetterbericht.

Wcltcraxsüchtcn in Hessen am Eamstag, den 14. Febr. 1914 Keine weseiitltche Aendernng der bestehenden Witternng, meist trüb,

Regkiliälle. M,ld. (oeslliche 'Winde. _

Letzte Haclmcbtcti.

Z ri r M t ii i st e r t r i s e i n Schweden.

Stockholm, 13. Febr. Vier liberale Abgeordnete, die der König gestern in der Audienz zur llcbcrnahinc von Ministerpostei, in einem Ministerinm betvcgen wollte, haben abgelchnt. Ter Bruder des Königs, Prinz Karl, hat dem konservativen Führer Admiral Lindniami einen Besuch ab- gcstattct. _

(»Iciimbf Kinder sind dcr Ltot.z der Mutter. Ter Grund

zur tzteiniidben Ivird ickion im frühen Aller der Kinder dadurch ge­legt, daß man sie richtig und gut ernähri. Flatckienkindern reiche manKuiekc" und Knbniiick,. ..Knfekc" erhöht die Räbrkrait dcr verdünnteii Milch, mackn sic teickiler vcrdnnticki. läßt keine ab normen Taringärungen anskoinine» und (chützl dadurck, vor de» bäustgc» Magen- und DarmkranNieiien: cs wirkt »niskcl- und liiochcnbildend Mid bebl das Körpergewicht in noringler Weise. 782bV

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