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Nr. 36

©et «ie&eort Anzeiger

erscheint täglich, anßer Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich fKetzrnee,f«milienbIäNer; z>oeimat wöchenil.lireiS! bIaN>ürd«n»r,iLtbiehen «Ltenstag imd Freiinal; zweimal monoll. land­wirtschaftliche zeitsragen Fernsveech - Äiijchlttsse: <«r die Redaktion 112, Serlaq ». Sirebuicn 61 Adresse h'it Depeschen: «»zeiger (Biesen. Annad»e Don Anzeigen *iir die Tagesnlnnmer bis vormittags S Uhr.

Erster Bloft

164. Jahrgang

Donnerstag. 12. Avmar 1914

Ve,ugs»eet»-.

monatlich75Vt.,vleneI- jährlich Mk. 2.20; durch Abhote- ii. Zweigstelle!» monatlich 66 Pi.; durch diePolt 2)it.2.viertel- jährl. auSichl. Bestellg. Zeilenvreis: lokal 16Ps. auswärts 20 Plenniq. k hesredakteur: A Goetz. Lerantwortlich sür den volit. Teil: Aug. Goelz; sür .Feuilleton', ,Ler- inischles' und.Gerichts- saal": Karl Neurath; sür .Stadt und Land":

Rotationsbrud und Verlag 6er vnths'schen Univ.-Vuch- an6 Sttinöruderci R. Lange. Redaktion, lkrpcöition und vruckerci: Schulstraße 7. Anzeigenteil:' H?Beck

General-Anzeiger für Oberhessen

Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

Die Srohh. hessische Regierung und die hessische Landwirtschaft.

Bon der Landwirtschaftskamin er sür das Grotzkerzogluin Hessen erhallen wir folgende Zuschrift:

^ In der gemeinsamen Sitzung des Finanzausschusses der 2 . Kammer mit der Größt«, Regierung vom 5. Febr. bs. Js, mürbe über Kapitel 75 a: den Zuschuß zur Landivirtschasls- kammer verhandelt und »ach dem Bericht derDarmjiädlcr Zeitung" vam 6. Februar führten die Vertreter der Regie­rung den Antragstellern auf eine Erhöhung des Slaats- zuschusses für die Landwirtschaftskammer - - gegenüber an der Hand der Rechnung der Landwirlschastsknmmcr sür 1912 aus.

..daß cs angesichts dieses Rechnungsergebnisses richtig ivärc, wenn die Landwirtschastskammer in ihre» Ausgaben etwas zurückhalten der Vorgehen würde. Für das Rechnungsjahr 1911 ständen der Landwirtschaftskammer aus Umlage» 53 000 M k. mehr zur Ver­fügung wie 1913 und es sei daherttm Hinblick aus die Möglich­keit von weiteren Ersharnissen nicht gereckniertiat, der jetzigen Mehransorderung von 53199 Mk. zuzustiinmen,"

Wir stellen zunächst fest, daß es nicht richtig ist, daß der Landwirtschaftskammer in 191-1 33 900 Mark an Umlagen »lehr zur Verfügung stehen, wie >913. Die Umlagen sind in 1913 um zirka 31000 Mark aegen 1912 in Folge der neuen Einschätzungsbestimmungen nach dem Kommunalum- lagegesetz gestiegen. Für 1914 glauben wir nicht, daß eine weitere Steigerung staltsinde» lvird.

Am cmvsindlichsten trifft aber die Landwirtschaslskam- mer der Rat, in den Ausgaben zurückhaltender und spar­samer z» sein, der doch den Vorwurf in sich schließt, daß dies sl-'ither nicht der Fall gewesen sei. Die Landwirlschasiskammer muß dies aus das entsctiiedenstc zurückweisen. Da die Be­hauptung aber immer und immer wicderkehrt, so erscheint es zwechrnäßig, das Verhältnis der Gstoßh, Regierung zur Landwirtschaft bezw. zur Landwirtschaftskammer einmal et­was eingehender zu untersuchen und fcstzustcllen, wer denn eigentlich die Schuld sür die steigenden Ausgaben der Land- wirtschairslammer zn tragen hat.

Mit der Errichtung der landwirtschastlichen Vereine im Äroßhcrzogmni Hessen in. Fahre 1333 hatte die Äroßh. Re­gierung die Maßnahmen zur Förderung und Pflege der Landwirtschaft aus ihr Programm geschrieben und sic vcr- ivilligtc auch der Hauptsache »ach die sür die Durchführung der beircssenden Maßnahinen nötigen Mittel. Die Spitze der landwirtschaftlichen Vereine: Die Zentralstelle sür die Landwirtschaft war ja ein staatliches Organ. Erst in den 90er .zahren des letzten Jahrhunderts wurden die landwirtschaft- ltchen Vereine ganz selbständig und die Vertretung der Land­wirtschaft im lüroßb. Ministerium übernabm die Obere land- wirtschaftliche Behörde. Auch noch in dieicr Zeit bestanden enge Beziehungen zwischen den landwirtschaftlichen Vereinen und der genannten Behörde: während derselben, in den Jah­ren 1897 98, wurden die Staatsziischüssc auf über 200000 Mark erhöht, die Grundlagen fiir die Fördcrnngsmaßnahmcn zur Hebung der Viehzucht wurden gemeinsam geschaffen etc. eie. Air hatten ähnliche Verhältnisse wie sie z. Zt. noch in Württemberg und Bauern und zum Teil aitch noch in Baden bestehen. Tic Mittel zur Förderung der Landklstnschaft wur­den zum Teil von der Regierung selbst, zum anderen Teil gemeinsam mit den betreffenden Organen verwandt. Erhöh­

ten sich die Ansorderungen oder traten neue Arbeitsgebiete auf, so wurden die Mehrsorderungen in den Staatsvoran- schlag eingesetzt und dann entsprechend verwandt. Maßgebend allein war selbstverständlich nur das Bedürfnis. Anfang die- Es Jahrhunderts schlug aber der Wind bei uns in Hessen um. Während in dem Jahre 1898 99 zur Förderung der Land Wirtschaft den sandivirlschastlichen Vereinen nock 207 931 Mark überwiesen wnrden, gingen die Zuschüsse von Jahr zu >cahr zurück, und als die Landwirtschaftskammer im Jahre 1907 errichtet wurde, erhielt diese sür die fraglichen Zwecke nur noch 144 190 Mark also 63 644 Mark weniger. Dazu kamen noch 72090 Mark sür Vcrwattuiigskoftcn, die der ^rtaat seit Errichtung der Landwirtschaftskammer jährlich spart, da diese die Kosten selbst zu tragen hat. Also gegen 1 35 000^M ark gibt der Staat heute gegen vor 12 b i s 14 I a h r e n j ä h r l i ch w e n i g c r w i c d a m a l s. Da­bei kommt aber für die Landwirtschaftskammer noch crschwc- «nd in Betracht, daß heute alle Maßnahmen, die irgend eine Förderung der landwirtschaftlichen Technik bezwecke», aus die Landwirtschaftskammer abgeladen werden. Wenn die Land wirtschastskammerausschüsse Erweiterungen oder Rcueinsüh rung von Maßnahmen ani dem Gebiete der Vieh­zucht. wenn Ausschüsse solche aus dem Gek ietc des Ackerbaues, des Obst- und Weinbaues, der Buchführung, des Betriebes, neue uolwendige Maßnahmen beschließen, die Landwirt- schaftskammer soll und muß das Geld dafür beschaffen. Daß bei eincni in so gewaltigem Maße steigende» Geschäfts­verkehr die Gehälter, Diäten »sw. und damit auch die Geschäftsunkosten steigen, ist begreislich. Tic G-roßh. Re­gierung hat mit dazu beigetragen, daß alte Arbeiten zur Förderung der landw. Technik auf die Landwirtschasts­kammer abgewälzt worden sind und nock werden. Bekannt­lich haben tvir in .Hessen ckn nenn landw. Winterschulen, einer Obst- nno Weinbauschnse und einer Obstbauschule über 29 LandwirtschastSlehrer beschäscigt. Deren Tätigkeit ent fällt, abgesebcn von den Lehrern an den beiden letzteren Anstalten, der Hauptsache nach ans de» Winter, in 7 Mo­naten haben sie verhältnismäßig wenig zu tu». In fast allen süddeutschen Staaten und auch bei den Landlvirt- schastskaminern in Rorddcntjchland werden diese Landwirt- schastslehrer zu Arbeiten aus de» verschiedensten Gebieten so, z. B. zur Abhaltung von Bnchführiingskursen, zum Pftanzciischichdienst, bei der Durchführung von Feldbereini glmgc», zur Mitwirkung bei der HeiMuchsührung und- rung, zur Abhaltung von Vorträgen, zur Durchführung von Sorten- und Tüngungsvcrsucheii usw. hcrangezogim. Es wäre auch bei unS in Hessen sehr gut möglich gewesen, diese Arbeiten auf deck verschiedensten Gebieten zu organi­sieren lind unter Mitwirkung der Landwirtschaftslehrer durchzuführen, Das hat man nicht getan, weil die Großh. Regierung die Mittel sür die Bezahlung der Diäten usw. sparen wollte und keine Borairschlagsposten zur Berfügiuig hatte. Statt dessen stellte man sic für Ärbeiten ans Einzelgebieten wie für das Bortragswcsen, für den Pslanzenschutzdienst und sür Sorten- und Dün­gungsversuche der Landwirtschaftskammer zur Verfügung, und diese mußte daun selbstverständlich auch die Diäten und Transportkosten übernehmen. Aber immerhin besteht die Tatsache, daß die Beamten der Landwirtschaftskammer ziiin Teil überlastet sind, während die staatlichen Land-- Wirtschaftslehrer im Sommer keine volle Beschäftigung ha­ben. Tie fortgesetzt steigenden Beträge für Diäten und Transportkosten werden dadurch erklärlich, denn wo ge­arbeitet wird, wo dienstliche Geschäfte außerhalb deS

WohnsitzeS erledigt locrdcn müssen, da vermehren sich die Unkosten: hält man diese nicht für nötig, dann kann man auch letztere sparen und schließlich auch die Beamten.

Ueberall iu der Landwirtschaft kann mau im Deutschen Reiche einen erfreulichen Fortschritt verzeichnen. Die Er­träge unserer Felder, Wiesen, Gärten sind seit eineni Mcn- sckiciialter fast verdoppelt worden, nnscrc Viehstände sind wertvoller geworden und leisten das Mehrfache gegen früher. Auch wir in Hessen sind in gleichem Maße an dieser Ent­wickelung beteiligt, trotzdem 95 Prozent unserer Landwirte Bauern und Kleinbesitzer sind. Dieser Fortschritt ist aber bei uns zweifellos auf die Anregung von außen, durch die Ver­eine, Schulen, die Landwirtschastslamincr usw., zurückzufüh ren. In Preußen nimmt sich die Regierung in vcrstärl- tem Maße der Landwirtschast an, der preußische Landwirl- schaftsmiiiister hat beiden letzten Verhandlungen des prenßi- scheu Landtags gezeigt, welches Interesse er allen Bestre­bungen seines Rcst'ortS cutgegeiibringt. Millionen sind in den letzten Jahren, besonders in 1913, mehr für Forderung» inaßnalimen ans allen Gebieten der landw. Technik verwil ligt worden. Aehnlich geschieht cs in Süddcutschland. Wollen wir in Hessen nicht Zurückbleiben, so müssen auch unserer Landwirtschast mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden. Und das; der .Hessische Staat bei seiner jetzigen Finanzlage, wo er fast 3 Millionen Mark mehr sür die Erhöhung der Bcanitcngeltältcr verwilligcn will, dazu in der Lage ist, un­terliegt wohl keincni Zweifel. Dem Rate der Regierung an die Landwirtschaftskammer, in de» Ausgaben zurückhalten­der und sparsamer zu sein, entspricht die Lnndwirtschafts- kammer in weitgehendstem Maße; über eine gewisse Grenze aber hiiiansgehc», besonders aber jede Anregung, jede neue Maßnahme abzulehnen, geht aus die Dauer nicht, cs würde das Stillstand bedeuten, Slillstand ist aber bekanntlich Rück­gang. __

Line ttanzlerrede beim deutschen Landwirtschastsrat

Berlin, l l Febr. Heule abend 8 Uhr ia»d im Holet Adlon das Festessen des Deutsche» Laiidwirlschastsrates statt. ES nahmen u. a. daran teil; Hprzog Jobanw Albrecht von Mecklen bura, der trübere Regent von Braunschweig, Reichskanzler Tr. v. Bethmann-Hollweg, Staatssekretär des Reichsaigts des Innern Tr. Delbrück. .Händetsminister Dr. Sydow, Fiilailzminister Tr. Lentze, Landwirtschaslsminister Freiherr v. Schorlenirr-Liesel, Staatssekerlär des ReichslolonialamtS Tr. Toll.

Ter erste Redner war der Vorsitzende des Deutsche» Laitdwtil schaftsrats, Präsident des Abgeordnetenhauses Graf von Z rb w e r i n L ö >v i tz , der zum sünszehnte» Mal den, Festinahs präsidiert. Er gab in seiner Rede eine» Rückblick aus die land- wirtschaitliche Entwickelung im vergangene» Jahre und zugleich einen riirzen lieberblick auf die Lage und.Entwickelung des ge samten Erwerbslebens. Zunk Schluß betonte Graf v. Schwerin Läwitz, tiidenl er die innervolitischen Vorgänge der letzten Zeit streifte, daß die deutsche ländliche Bevölkerung des ganzen Reiches reichstreu, staatserhaltend und könrgstreu bis aus die Knochen sei. Hierauf schloß er mit einem Hoch aus den deutschen Kaiser, die deutschen Fürstenhäuser und die Freien Städte. Freiherr von Cetto hielt einen Trinkspruch ans die Gäste.

Sodann ergriff Reichskanzler v. BctI, niann-Holl- weg das Wort zu einer Ansprache, in der er saate;

Die Besserung der Zeiten tan» die deutsche Landwirtschaft umso ossener anerkennen, als sie dabei gewiß sein darf, daß darum die Regierung in ihrer Fürsorge für die Landwirtschaft nicht nach lassen wird. In, Gegenteil der Erfolg der Maßregeln zur Förde rung und zum Gedeihen der landmirtschastliche» 'Arbeit bestärlr sie nur in dem Vorsatz, ans dem bewävrlen Weg weiterzuschreiten, lLebhaster Beifall.) Ich will nicht die Schwierigkeiten unserer inneren Zustände geringer darstellen als sie sind. In diesem, in

H«nst, nnd (eben.

(hbl Eine t a ü s e n d j ab r i g e d e u t s ch e B ro II z e s chal e. Au» Halle wird uns geschrieben; Ein seltenes Kunstwerk des srühe» Mittelalters ist jüngst als Gescheut in das Museum der Stadt Halle gekommen. Vor etwa einem Jahre wurde in Halle gelegentlich eines llnrtaues eine altenünilich: Bronzeschale' ge­sunden. die mit eigentümliche» Verziernngc» geschmückt war. Tie Schüssel trägt innen an der Wandung kreuzweise geordnet vier mit Reliesornanient bedeckte Silberblecktstreiien und in den Zwi­schen, ounien bandartig eingesetzte Ornamente. Tie Bodenniitle ist ausgezeichnet durch ein Rundbild, das einen gekrönte» bänigen Mann darstellt. Tiefer gekrönte Mann trägt in den erhobenen Händen eigentümlich geformte Gefäße in der Art von Insignien lind ist durch eine Nanirnbeischrift als Otto gekennzeichnet. Tr. Sanerlandt, der verdienstvolle Leiter des ballische» Museums, nimmt an, daß, nach Are der Figurendarsteltung und nach dem Ornamcntstil nur einer der deutschen Kaiser mit deni genannten Otto gemeint sein kann. Bei seinen btacksvrschungeii stellte sich heraus.: daß es noch eine zweite gleichgesorntte Bronzeschale gibt, die der in Halle aufgesundenen auss engste verwandt ist. Tiesd zweite Bronzesckrale, die 1888 in Livland von einem Bauern beim Pklügen ans Tageslicht gebracht wurde, befindet sich letzt im Dommuseun! der Gesellick»ast sür Geschichte und Altertums­kunde der Ostseeprovinzen Rußlands in Riga. Beide Schalen zeigen die gleiche Schtnnckaiwrdttung und vielfach übereinstim­mende'Ornamentiernng. Vor allem aber trägt auch das Rigaer Becken in seiner Miete das Rundbild mit der Darstellung Ottos und der Umschrift: Hierusalem Vision vaeis ^Jerusalem. Bild des Friedens. Ta die Ornamentik hier noch deutlicher,al- in Halle ihr irühmittelallerlickiec- Stilgeoräge erkennen läßt, io kommt Tr. Sanerlandt im Hallischen Kalender 191t I» dem Schlüsse: so­lange nicht ein strikter Beweis iür die Entstehung in einer spä­teren Evvckie des frühen Mittelalters erbracht ist, darf man die beiden Becken in Riga und Halle als Dokumente vtlonischer Kunst betrachten Wahrscheinlich bandelt cs sich uni Otto den Großen. Und damit wäre daun diese fast lau'cndjäbrige Bronze- schale dieälteste Sachurkunde tür die Geschichte Halles."

Preise sür alte Meister. Ter endgültige Verkauf der vielumstrittenen Cowverschen Madonna von Rasfael a» den be­kannten amerikan,scheu Sammler undElektrizitätskönig" von Phi­ladelphia Mr. A, P. Widendr bereichert die Liste der in den letzten Jahren gezahlten Rieseupreise für alte Meister um einen neuen Rekord. Tie Londoner Kunsihändlrr Tuvcen erwarben das berübnite Bildnis, das in Sammle.ckrehen auch als derPanshanger Rasfael" bekannt ist, für 2 Millionen Mark, und seitdem bemühte man sich i» England, eine Summe an>;»bri»gen, durch die das Kloistwee'

kür die Nationalgalerie hätte gesichert werden tonnen, Tiefe Be mühunge» fiub gescheitert: Widener erwarb d,e v>elumstr,ttene Ma­donna für einen Preis, der über 149 099 Plund. alto über 2 899990 Mark binan-geben soll. TerPanshanger Raitael" war die kleinere der beiden Rassaelickien Madonnen, die der dritte Earl Eowper im 18. Jahrbundltt kaufte. Tas Blld ding über ein Jahrhundert lang auf deiit Familiensitze der Eowvers'und ging ent im vergangenen Jahre durch den Tvd der letzten Ladt, Cowper ,n den Benk ihrer Nichte Lad» Tesborvngb über. Cm Angebot uaer > 409999 Mk., das damals sofort der Lahn Tesborough zng'ng. wurde abgelehnt. Ter Käufer Mr. Widener ist der Besitzer einer der bervorragetidüen Sammlungen alter Meister in Amerika; er war es auch der 1911 die berübmicMühle" Rembrandts tar 2 Millionen Mark kautte Auch damals war in EuKland vergeblich veriucht tvorden, das Geld zusammenzubrincr^n. um diesen Rembrandt dem englnchen Kunst- betitz zu erkalten, aber Amerika blieb ->eger. W>e gewaltig d.e Summen, die in den letzten Jahren tue hervorragende Werke alter aimelcat wurden, qestii'qcn und. zeigt nachfolgende r^isteer- Er «preise. RembrandtsMühle" erzielte i19l1) 2 Mil­lionen Iran; .Hals Selbstvorträt mit 'einer .ramckte A9I9) zwe, M ttonen. Vel'asanez; Philipp IV. (19101 l EGhl: Holknüns Heiioain" ll999 1 420 090; RembrandtsBelhleba" (19131

889999- Romnen: Anna van Polen >913: 839«X>0: der Preis, den Pierpont Morgan sür die vietumnritteneMadonna nnt dem Kinde" von Raisael bezahlte, ist mckl bekannt geworden. Einge- aeben ilm mit 2 Millionen Mark an^

Widder e i n d e n t s ch s e i nl> t i ch e s Stück. Tas Be­

nne dasElsässische Tageblatt" schreibt, das schlimmste deutsch feindliche 'Tendenz,rück, das nian bisher kennt. Es ivnrde noch nirgends ausgesührt. .

' Eine E r p e d I t > o n >l a ckt einem P a r a I, t e n. Eine interessante Expedition nackt dem Norden Ehinas verläßt in diesen Tagen London, um dort das Wesen eines winzige» Parasiten näher zn untersuchen, der eine gefährliche KLanklieit Hervorrust. An dieser Studienreise beteiligen sich einige Mitglieder 0er jüngsten antark tischen Expeditionen: ihr.Führer ist der Arzt E. L. Atkinson, der der Parasitologe der Seottichen Expedition war. Man nimmt an. daß dieser unbeimlickv' itranlbettserreger, über den bisher nichts Genaues bekannt geworden ist, aus den Schale», und Muscheltieren im Banglse Kiang und anderen Flüssen haust; jedensalls iindet er sich im Wasser, und die unheilvolle Wirkung, die von diesem Para­siten ausgeht, haben alle die zu spüren, die aus devl Wasser oder in der Näbe des Wassers leben. Ter Parasit dringt dann in die Haut ein, und die Krankheit, die er hervorrnsi, ist manchmal so

schwer, daß sie zum Tode führt. Ein genaues Studium der Lebens- bedinaungcn dieses gesährlichen Gesellen dürfte anckt zugleich zu einer Entdeckung der besten .Heilmethode der von ihm hervorgernse- nen Krankheit führen,

Ueberall dasselbe. Aus Erfurt wird uns ge­schrieben ; In einer Versammlung der Stadtverordneten, in der über ein Gesuch des T l> e a I e r d i r e t I o r s M. Schirmer um Er­laß der Pacht verhandelt und u. a. auch der Spielplan des Theaters ciner Kritik unterzogen wurde, sagte Oberbürgermeister S ch midt u. a.:Tie Novitäten sind auch nicht nach meinem Geschmack; alier der Tirektor besindet sich in einer schwierigen Lage, Er bat die ausgezeichnetsten 2lusiübrnngen gebracht vonMaria Stliart" und von denKarlsschülern", aber das Haus lvar leer, Ter Tirektor muß verdienen. Um den heutigen Geschmack sieht es sehr bedauerlich aus, beiPuppchen" und anderem elenden Zeug, da sind die Leute da, da lvird hineingelausen. Der Tircltvr wäre selber srob, wen» er klassische Stücke geben könnte; die alten Klassiker losten ihn keine Tantiemen, während das andere Zeug sehr hohe kostet. Die neuen Operetten sind schlechtes, jammervolles Zeug, aber es werden leider keine besseren Sachen auf dieseiir Gebiete geschrieben, und das Publilnm will das elende Zeug sehen, während bei sehr guten 'Auifübrungen älterer Ovcretten, wie wir sie auch hatten, das Theater leer ist."

C i ii Dichter, der fürs T i ch t e II nichts haben will . . . Unsere Tichier haben eine neue Konkurrenz betommen, die ihnen schtver zu schassen machen wird. Von der Leitung des Zittauer Stadtthealers wird salzender humorvoller Brief der Pressü übergeben:Sebr geberter^Herr Tirektor! Erlaube mir Ihnen einige Zeilen zu schreiben. Ich möchte Ihnen bitten, meine Bnta ior,»tragen, Ta ich einige Tbeaterftückeit sersaßt habe, und möchte ger Ihnen böilich bitten, es Ihnen einznsende». UNI es zu prüfen. Dieses möchte ich Ihnen ganz höslichst, anszuschreiben. >:. die Stüken lauten Folgendermaßen, l,Durch Kreuz zur Krone!" Schachspiel in 5 Ackien. 2)Wenn einst die Glocke» läuten!" Traucriviel in 4 Ackten, aus dem Bergmannsleben. 3)Tic Fahrt gen Himmel!" Weihnachtsmärchen in 8 Ackten. Tie Noten schicke ich Ihnen dann mit ein wenn Sie. sehr gcherter Herr Tirektor, es annebmen, um jujjiüien. Tießes wären die Stücken, die ich verr- sast habe. Wen» Sie^ die Güte haben, geherter Herr Tirektor, es mir mal^ zu prüfe,i. so wäre es mir sehr herzlich lieb. Wenn Sie wollen, sehr^geherter Herr, ein Stück hercaussuckien, irgend eins, so bitte ich Tie »in baldige Nachricht. Für das Tichlcn, will ich nichts dafür baben,^ nicht das geringste, sondern es ist nur mein

Verlangen, es zu spielen....." Gin Man», den wir auss

wärmste allen nollcidenden Theaterleitern empfehlen können ....