Ausgabe 
10.2.1914
 
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Nr. 34 Drittes

ftridjemi täglich mit Ausnahme de« Sonntags.

lieifftmt jamilienblätter" werden bem .Ar^eiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Arrirblatt fflr de« Kreis Kietzen" zweimal wöchentlich. Dierandwirljchaslllchen Seit

frag««" erscheinen monatlich zwennal.

Blatt zb4. Zahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag. 10. Zebruar 19^

Solaltansinicf und Verlag der Brühl'sche» Unioersnäis»Buch- mid Steindruckerci.

N. Lange, Gieße».

Redaktion, Expedition und Druckerei: Echut- Ilratze 7, Expedilioii und Verlag: Redatt>o»:«e-S»etl2. Tet.-Adr.:A»zeisertSietz«u-

Mb. Deutscher Reichstag.

209. Sitzung. Montag, Sen 9, Februar.

8m Lisch« des Bundesrais: Dr. Delbrück.

Präsident Dr. Koempf «röfsnet die Sitzung um 2 Uhr M,n.

Der Stal sür das Aeichsamt des Innern.

(Fünfzehnter Tag.!

Die sUc heute vorgesehenen A b st i m n> ungcn zur Ausfüh- rung des Koligesetzes werden wegen der schlechten Besetzung des Hauses auf morgen vertagt.

Statistisches Amt.

Abg. Sivkovich (Bp.) verlangt etne einheitliche ^tatiftir auf dem Gebrete des «chuIwesenS. Jetzt beruhen die «totrftikcn in den Einzelstaaten ans ganz verschiedenen Grundlagen, so dah die Ergebnisse gar ntcht verglichen «ocrden können. Notwendig lst eine eigentliche päda­gogische Statistik und eine soziale -Statistik deS ganzen Lehrer- itande-. Äuch die Hochschulen müssen embezogen werden. Die Mikorben vo,i Schulmannerrr 'ft notwendig. Die schul- ftatistiscben Erhebungen von 1911 sind ganz unzulänglich. Die neue Rcichsschi, lstatiftik von 1016 wird hoffentlich bester anssallen.

Abg. Rühle (>soä.):

Warum sind die Erhebungen über die Beschäftigung von Hinbern, hauptsächlich in der Landwirtschaft, noch nicht veröffentlicht'/ In zehn vollen Jahren war unsere Bnreaukratie. deren Pflichttreue, Fleiß und Elfer hier immer in so hellen Tön?n gelobt werden, nicht imstande, da» gewonnene Material zu bearbeiten! (Hört! Hört! imks.) Nur Bayern und Lrpp' l.abkn oie Ergebnisse veröffentlicht. Man verzögert absichtlich die Vorlegung deö Materials. (Hört! Hört!) Denn ew gesetzlichl-s Verbot der Kinderausbeutung in der Landwirtschaft wäre unzweifelhaft die Folge: darum schweigt man im Interesse der Agrarier. In Deutschland werden zwei Millionen Kinder die eigenen nicht gerechnet i n der Land­wirtschaft beschäftigt. (Hört! Hört!) l§4 stehen graste sitt- liche Werte aus dem Sviel. Die Behörden dulden daS in ge­radezu gewissenloser Weise. (Präsident Dr. Kaempf rügt den Ausdruck und bittet den Redner, seine Rede nickt zu verlesen. Sehr richtigI rechts.) Die K'ndersklaverei überhaupt muh be­seitigt werden.

Präsident Dr. koempf:

Ich bitte Sic, sich zu mastigen.

Abg. Rühle t^oz):

Wenn mir der Präsident noch einige Worte erlauben will, so möchte ich doch sagen

Präsident Tr. Uaempf:

Ich verbitte mir eine Kritik meiner Amtsführung und ersuche Sic, sich meinen Anordnungen zu fügen. (Beifall.)

Staatssekretär Dr. Delbrück:

Bereits im Januar vorigen Jahres hat Direktor Caspar über das Schicksal der über die Kinderarbeit angeordneten Erhebungen hier Mitteilung gemacht. Das war damals noch nicht

vollzählig von oen Einzelstaaten eingegangen. ^.zwischen ist eS von einem der fehlenden Staaten cingegangen, von zwei an­deren steift es noch aus. (Hört, hört!) Es liegt also nicht an uns. wenn die Erhebungen noch keinen Erfolg hatten. Ich denre aber, wir werden bald in der Lage sein, das Material hier vorzulcgen. Nicht bloß die Regierung hat ein Interesse daran, sondern auch die Gesanrlhcit. schon damit den ungeheuerlichen Ucbcrtreibungcn entgegengetreten wird, die wir regelmäßig bei dieser Gelegenheit Horen muffen. (Sehr richtig! und Beifall.)

Abg, Dr. Pieper (Zentr.):

Wir brauchen auch eine genaue Statistik über die Verhältnisse in Handel. Indus rie und Gewerbe. Tie Statistik soll aber nicht bloß Ziffern geben, sondern auch Gutachten und Vergleiche ermöglichen. Absolut notwendig ist eine umfassende Statistik über die Arbeiterschaft. Jedenfalls darf sie nicht einge­schränkt werden.

Präsiden^ Dr. stncmp, vuft den Abg. Rühle wepeu des Aus- »gewissenlos" nachträglich zur Ordnung. (Beifall.)

Staatssekretär des Innern Dr. Delbrück:

Die Arbeiterstatislik wird nichr eingeschränkt, sondern eber er­weitert und stärker bearbeitet werden. Es sind daher neue Stellen tt» y» Abteilung für Arbeiterstatislik vorgesehen. Daß die Statistik «ul Handel und Ind..stric ausgedcbnr wird, erscheint sclbstverständ, ktch Ueberhaupt werde», die statistischen Arbeiten vermehrt werden. ^ . Abg. Thiele (Saz.):

.- re Handelöstatistik sollte ln die P.-duttiotiserbelnurgen ein- > erden. Dringend notwendig ist e.ne Statistk der Ent­mündigungen.

Abg. Legicn (Saz.):

Tie Regierung lonnut niemals ub-r das Tempo der Erwä­gungen hinaus. Wo bleibt die so oft verlangte Statistik über S t r e i k v e r g e b e n'i Was die Regierung bisher darr über ermittelte, entspricht nicht den geringsten Anforderungen.

Staatssekretär Dr. Delbrück:

Eine Streitstatistik wird nicht allen Anforderungen ent« sprechen. Es handelt sich picht lediglich um eine Verbesserung der Formulare, sondern darum, eine andere Grundlage für die Ermittelungen zu finden. Hierüber schlveben zwischcR der Reichsregiecung und einzelnen B'iud.s-taaten tatsächlich noch Ver­handlungen, die noch nicht abgeschlossen sind. (Lochen bei den Soz.) Ich wäre austerordentlich glücklich, wenn ich Ihnen noch in vicsem Jahre Genaueres darüber mitteiten könnte.

Tic Rormak-Eichnngskommission.

Abg. Krings (Zentr.! erbillci Auskunft, ob die Förderwage» in Stkinbrüchi» tatsächlich eichpflichtig sind.

Minifterinlkirekipr 0. Zonqniöres:

Nach der Matz. und Gkwichlsordnuiig sind düse Fördkrwagcr rickipstichng. Tao .»riaisamt hot immer dicte Auslass.,ng perttctcn Lui zahlreiche Beschwerden der Steinarbeitkr entsiondrn Zweifel tzbcr gnaz neuerdings Kai sich auch der preußische Handclsminisicr pnscrer Ansicht onpeschtosscn. tis wird also dabei bleiben müsse» jFür die Bergwerksförderloageit ist damals aus praktischen Gründer vusdrucklich iw Gesetz ein Ausnahme gemacht worden.

Abg. Tr. Burkhardt (Wirt'cli. Vgg.):

Vir müssen uns mit der Auskunst zuiriatzrn geben. Da-: Wesentliche ist, datz die Wagen überhaupl gceichi werden; ans eine «achcichung verzichten wir gerne

DaS Reich 6 gesur,dt,citsamt.

Abg. Antrick (Svz.)

begründet eine sozialdemokratische RcsoUrL-rp auf gesetzliche Regelung des H e b a m m e n >v k s c n ?. Die gewünschte B e s s e

rung oei Lage des P f! e g c p e r f o v a l s ist bis tetzl nicht erreicht woLdru. Dke Bezahlung des Pflegepersonals ist absolut

u«#umdvi,fc. Die PrüsimTSv-o ckchrrsien müssen vereinfacht wer­den. In Ostpreußen hat der Landeshauptmann den Pflegern die Angehörigkeit zum Pflegerbund verboten. (Hört! Hört! links.) Dieses Verbot verstößt wider die guten Sitten. In der Landcs- Irrcnanftalt in Neu-Rtlppin wurde dem Pflegepersonal sogar dar Lesen des Krankenpfleger-Organ» »»ntersagt. Die Arbeitszeit muß verkürzt und das gesamte Personal der RelclMersicherunp u,ld der Geiverbeordnung unterstellt werden. Der ganze Reich», tag müßte ernheitlich ein gesetzlick)er Eingreifen verlangen und di, Regierung zwinzen, endlich einntal aus den Erwägungen herau-t zukommen. Teiltveise gilt für das Personal schon dre Gewerbe, vrdnung. teilweise noch die G"sindeordnung. Gegen Kündigungen ist es vielfach rechtlos. Bei der schweren Arbeit muß es Anrecht auf einen mnidrsrens vierzehntägigcn Urlaub haben. Tiefe For­derungen sind das Allermindeste, lva» wir für daS Pflegepersonal verlangen müssen. Wir wollen Taten sehen.

Abg. Dr. Gerlach (Zentr.):

Im Hinblick aus die schwere Tätigkeit des Pflegepersonals werden wir gern bereit sein, seine Arbeit zu erleichtern und seine soziale Stellung zu bessern. Aber auf der anderen Seite must von ihm eine soziale Auffastung seiner Stellung verlangt werden. E» soll sich n^cht von materiellen Wün'chen leil'n lasten. Selbstlose Hingabe verlangt manche Berzicktteistung aus materiellen Genuß. Erfolgreiche .strankettpslcge must von idealen Streben geleitet sein. Ein gutes Pfleg personal erhebt mit Recht Anspruch aus ange- mcstene Bet sorgung. Al er d,e Opfer, di- die sozialdemokratisckKn Anträge verlangen, werden die »neisten Anstalten nicht bringen können. Von den Provinzialvcrivallungen werden die dazu ersorder» l»ck»en Mittel nicht berv'lligt. In der von mir geleiteten Anstalt war es nicht möglich, die gewünschten Familienwohnungcn einzu, richten, da wtr die Mittel dazu nicht -rh'klten. Die Eigenart deS Pflegerbcruses wird eS recht schwierig machen, ihn der Reichsver- sicherungsordnung oder auch der Gewerbeordnung zu unterstellen. Auch liegen die besonderen Verbältniste in den einzelnen Provinzen zu verschieden. Eine bestimmte Arbeitszeit vorzuschreiben. dürfte ganz ausge'chlohen sein. Notwendig ist ein Lehrstuhl sür soziale Medizin. Weitere Fürsorge für die Apotheker ist erforderlich.

Stant-sekretär Dr. Delbrück:

Der Abg. Antcick hat nachzuweisen versucht, daß in den Ver- bältnissen unseres Krankenpflegeversonals Mißstände bestehen, die ein gesetzliches Eingreifen dcs»chs notwendig mache;». Der Vor« redner hat bereits einen Teil dieser Ausführungen auf das rich­tige Maß zurückgeführi. Ich kann auch nicht auf olle AuSTuy- rungen eingehen, weil ich nicht prüfen kann, inwielvcit sie auf tatsächlichen einwandsfreien Unterlagen beruhen. Es liegt m:r völlig fern, den Glauben deS Abg. Antrick zu bezweifeln, aber 'ch habe in meiner dienstlichen Laufbahn häufig Krankenanstalten besichtigt und gesunden, dast solche. Beschwerden häufig grundlos, übertrieben oder verallgemeinert waren, so daß sic nicht ausreichen, um ein so absprechendes Urteil zu rechtfertigen. Aber ich erkenne trotzdem an, daß auf diesem Gebiete Uebel stände bestehen, die abzuschwächen selbst­verständlich unsere Pflicht ist. Es fragt sich nur, ob wir das Ziel auf dem Wege eines Reichsgesetzes erreichen. ES sprechen er­hebliche Bedenken dagegen, das Kranke,»Pflegepersonal den Deftim-

der Gew'rbeordnung zu unterstellen. In der Mehrzahl

sind die Krankenpfleger nicht gewerbliche Arbeiter, auch dic Arbeit geber sind nicht Gewerbetreibende im Sinne der Getverbeordnung.

Die Arbeitgeber sind zum erheblichen Teil öffentliche Behörden. Zu ei nein andern Oeil steht das Krankcnpflegepersonal im Dienste van katholischen Orden und Kongregationen, von Tlakomssen- i,, -vn und charitativen Vereinen, did man nicht mit demselben Maße messen kann wie ein gewerbliches Unternehmen. Wir sind in der Mebrzahl dieser Fälle, so weit cs sich um össcntllche Be- bördcn m. s ' Betriebe bandelt, schon jetzt in der Lage, von Aus.'chts wegen e i n S u g r e t f e n , und soweit es Orden und Ko.'grcgationen sind sind die kirchlichen Oberen in bp Ü^ae, eine (Siiduu mg auS,rinden, und sie haben sie ausgenbt. Darum lst in bvhc.' Maße bedenklich, hier gesctzgeberuch einzu- gre-sen. Dazu kommt, ä,. dic Vcrhältn'ssc in den einzelnen An- stallt'n durchaus verschieden /'ad. A>» das Pflegepersonal werden

auch verschiedene Anfocd.rung^ aestellt, so daß e 3 m t r u n * möglich ccschclnt. hier i tt! Wege der g e s e tz l l ch e n Regelung eickzugreifen.

Dieselben Schtvierigkeiten sichen auch einer reick»§gesetzlichen Regcllirig eines B e f h i g »i n g S n a ch >o e i ' t s f ü r d a s P i l e g e p c r s o n u l im 'Wege. Allerdings haben sich hier be­stimmte Grundsätze aukgebltdet, nach denen das Personal geprüft werden soll, wie es je rwch Lage d S Falles verwendet werden kann lieber dicsi Grundsätze ba' en sich die verbtzndeken Regle, ran zen lx-reits verständigt, und es blecht abznwarterr.. in welcher Weise sie sich bewäoren werden. Dann wird sich auch finden, ov diese Vereinbarungen verbesterungsbcdürstig sind oder nicht. Auch bei der Prüfung der A r, st e l l n n g s v c r h a l t n l s se de« Pflegepexsona lS bat sich e,nc gauzc Reihe von Anftawden ergeben Wir laben a»lch hier einige Grundsätze anfgestcllt, bi,.'- sichtlich der Ruhezeit, E-,de der Arbeit, regelmaß.ge UrlaubSer. tcilung freie Nachmittage usw. Die verbündete», Reiterungen baben sich an die kirckllchen Organe gewandt, wie Welt sich d,ese Maßnahmen verwirklichen lasten. , .. . .

0:6 w'rd gegenwärtig von den verbündeten Regierungen geprüft, welche Erfolge zu e r- reichen sind, ohne datz es eines Erngre's ens der Steleüaebunp bedürfe. T,e Bebauptunp de» Abgeord­neten Antrick, datz, d>-sim Gebiete nichts geschehen sei lst also un-utresfend. Ich kau» auch weiterer Ansfnhrungen enlb-ticn, um den Nachweis zu fübren. datz der von ibm emptohl^e Weg emec gesetzlichen Regulierung der «ngelegenh.» mckt der richtige ,si. Ach loiiii aber gleich porausschickei, datz der Annahe der Reso. lutio» van Walker, die die Aufstellung einheit. licher Grundsätze »erlangt, nicht, ,m Wege stobt, da die verbündeten Regierungen i>- dieser Richtung bereit, Schlitte getan haben. (Beifall).

Abg. Baron 8n>S«r (Kons.):

Der Geburtenrückgang tsi eine bedenktichc Erscheinung. Die Säiiglingssterbtichkeit geht ja »uruck. aber in der «eMhung flehen oir immer noch schlechter da, al, granlreich- Dc»halh müssen wir eitere Matznab,nc» ttcf'en. Mitzsiände im »ranlenpslegewesen mögen hier und da zutage treten. So ,ehr wir ihnen entgegeu. .Dirken wollen, so verkennen wir doch auch Nicht, datz ,uh die Bi> feisigung aller Mängel nicht über» «nie brechen läßt.

Mg. Dr. Blun» (8p.):

Die bürgerlichen Palteie» haben alles Jntereffe für das Wohl »es Ärankenpflegepersonl». Herr Antrick hat also gar keinen Lnlatz so zu tun, al» ab er all.in üch darum kümmert. Herr An> irick bat se i ( einem Zähre «olltg umgeIernt. Zm 'origen Zahre forderte er eine achtiiundige Dienstzeit, diesmal eine «uolniünbige. itzortl Hört! Heiterkeit.) Sine tägliche Diens,-- reit von zehn S-uiiden ist durchaus angebracht und durchsührdar. eine obligatorische Ausbildung ist erforderlich. Be, der Ausbildung besiehe» noch schwere Mitzsiände. Bau manchen Zchwe'terheimen" IN Berlin sind Tchwesier» empfohlen worden, ue weaen völliger Unbrauchdarfeit von Krankenhäusern entlaffen oaren. (Hört! Hartl) Der Resolution van «aller stimmen »ir zu.

Dienstag l Nhr: Äinterberat lng.

Au» Stadt und LanS.

Atetzen, l(>. Februar >014.

" Aus dem Sch ü l d i en sie. (Lrl e üigt sind an der Geineiiideichiile zu P s li n q fl g d t jiuc Stellen, von denen eme mit emem eoangelischeii (.ehter, die andere mit einer evanaeltschen ikehreri» besetzt werde» soll.

^"EineAub st elluug Städtebau wurde ani gestrige« Sonntage als Wanderausstellung des Deutschen Museuins für ckbinit i» Handel »nd Geivcrbe, Hagen i. W., >>n Turmhaus am Brand eröffne^ und bewies »iirch den regen Besuch ftbon gleich in den ersten Stunden ibrer Zugänglichkeit, welches Verständnis und inelchc Förderung die hier zu prachtvollster Anschaulichkeit gebrachten fragen inid Lösungen bei weilen Kreisen finden. Ter lote Aürlich- leitsilandpmikl und das sinnlose Platzen mit unechtem Wtltrr, die icir ialnzehntelang auch tm Siädtend Stratzenbau baben dulden müssen, beginnen überall wahrer Zweckmätzigketl und der Sreud« an llarer Linienschönbeit zu iveichen. Wir besinnen uns wieder ans die Musterleistungen der Vergangenheil und versuchen, de» Geist der Gegenwart in neue, eigene Tinern, z» giehen Tazu gehört in erster Linie eine spsteniasisch? P leie der !ft u 1 1 u r b e t Sehens, Me von dem Durchschnitt der Menschen aber Schritt für 'Schritt er­worben werden niutz .hieran will auch die vorliegende Ausstellung Mitarbeiten und bringt zu dem Zwecke eine überreiche Auswahl v h o l o g r a v h i s ch e r A u k n a v in e n ansehnlichen Zarmats aus Städten von nah und sirn, ans Heimat und greinbe. die übrigens auch vom technische» Ltandviinlte zui» Teil geradezu glänzende Leistungen I cbeute» und Berus, wie Liebhabervl.oiogravbe» vieler­lei Anregung zu bieten vermöge». Das Erste bleibt ja die Erziehung zu lünstlenselwm Selwn und E.enie>:en: ihr dienen daher mehrere Plakate, die dem Beschauer zurulen ..Aürverseden verlangt Eckstel- lung und Auslösung der Flächen" oderRaumsehen verlangt Aria- lilät und Fbächigkeit usw. AeuHerst lehrreich ist auch die Zu­sammenstellung gleichartiger Mittel in, Städtebau und der diirch sie erzielten Wirkungen, ivodurll, Ramnbitdung durch evtratzenabschlüsse und Slratzeuleilungen wie tm Blockiunern. Be­tonung von Gebäuden durch die Lage oder die Silhouette. Bewälti­gung und Äusnutzung von Bodenerhebungen oder Waiserslächen im Lladibildenmitzverständlim llargelegi werden. Ohne Zweisel liehe sich die Auswahl verdundeilsacheii, denn nicht bloh an den be­rühmteren Stätten des Städtebaues nach wabrhast künstlerischen Grundsätzen finden sich erfreuliche Vorbilder: über das ganze Land verstreut, auch in kleinen und kleinsten Orten, die iveitab von dem grotzen Strom des Fremdenve.rkebrs liegen, weih der Kenner unter gern Wust der Alltags köstliche Perlen. Aber eine solche Vollstän­digkeit ist weder möglich, noch liegt sie im Wesen dieser Ausstellung, hier galt es. besonoers ch a r a k I e c i st i s ch c S ch ö p s IIII g e n städtebaulicher Plastik aus allen Stilen der Bergauaenheit zu- sammenziitrageil und so den Beweis zu erbringen, drtz der Aus- drucksmöglichkeite» so viele sind ime der Ziveckbestimmunge» und dah Kunst und Nützlichkeit nichts ist, was sich gegenseitig ausschlictzt, sondern sich im Gegenteil fördert, ja sich letzten Endes geradezu, bedingt.

** Statistisches von der Stenographie. Nach der soeben veröfsentlichten Statistik hat sich die Schule Gnbels- b erg er auch in, Zähljabre 1913/(3 autzerordentlich günstig ent­wickelt. Tie schwebenden Verhandlungen zur Schaisuiig einer deut­schen Einheitsstenographie haben keinen schädigenden Einiluft aus- geübt: rm Gegenteil, der Zuwachs der ini deutschen Snstem Unter­richteten war noch nie so grast als im adgelaufenen Jahre, wo er mit nahezu 17 000 etwa ein Zehntel der Gesamt»nterrickitsziiier ansmacht. In Starkerchurg wurden an 35 Lehranstalten 1038, in Rheinheilen an 30 Anstalten 1367, in Oberbessen an 20 Anstalten 337 Schüler und Schülerinnen unterricht'!. Besonders erfreulich ist es. dah sich nun auch in Hessen unter den Lehranstalten bereits einige .Volksschulen befinden, an denen Slenographie gelehrt wird, so ui Oberhessen an den Schlalün zu G> r o h c n - B u s e ef, Bü­dingen und Bad-Nauheim: an der Bod Nauheimcr Volks­schule ist nach dem Jahrbuch der Schule Gabelsberger die Steno- gravhie bereits fakuliativer Lehrgegcnstand in de» Oberklassen.

** Unfall beim Holzfüllen. Ter Landwirt 2. Mengel aus Reistnrchen war am Samstag mit andere» Holzhanern damit beschäftigt, die mitten im Walde liegen­den Baumstämme an die Wege zn tragen. Beim Abwersen der Stämme, prallte das von Mengel adgeworfene Ende zurück und ein am Baumstamm befindlicher 'Aststumpf durchschlug Menget den ll t c r f n ß. Ter rasch her­beigeholte Arzt Tr. G e n g n a g e l-(strosten-Buseck leistete die erste Hilfe und empfahl eine sofortige Ueberführnng in die Klinik nach Gieße».

** Automobilunfall. Am Montag oormittag ver­unglückte das Automobil eines hiesigen Arztes beim Um­fahren Per Straßenecke am Biebertalbahuhof. Das Autr» erlitt namhafte Beschädigungen. Der Eigentiimer blied , glücklichxrweile uimeriechrt________ __________________

B o in Siegeszug der bunten Perücken. Tie ieidenschast sür grüne, blaue, rosa und pnrvurne Perücken, die ezenwärtig in Paris unter den modernsten Modedamen herrscht, egimit sich nun auch in London und Neu fstorl zu verbreiten. In er britischen Hauptstadt hat eine Schausvielertn dieser seltsamen Ikodc die Bahn gebrochen, Madge MeMointosh, die als Heldin in em neuen EinakterTie Musikkur" von Show mit einer gras» rünen Perücke anstrat und mit grotzem BeisaU die Lust zur lachahmung erweckte. Tie Tanie erzählt, daß sie die Bühnen- nweisung des Tichters, der eine grüne Perücke vorschreibt, zu- ächst mit nicht geringem Entsetzen erfüllte. Aber Shaw bestand »f seiner Anordnung, und als er sie in dem grünen Haarschmuck xblickte, sagte er:'Ausgezeichnet!" Und das Publikum war seiner lnsicht. Seitdem mehren sich, wie dieKöln. Ztg." meldet, die sroßen Bestellungen, die in Paris auf bunte Perücken gemacht »erden, und am meisten werden lichtblaue und blaßrote Werke der lriseurkunst verlangt, da sie zur Blondheit der englischen Miß m besten vassen. Tunkle Schönen ziehen ein tiefes Purpur vor, nd man ist entzückt von den seltsamen Lichtivielcn, die die clek- eischen Lampen des Abends in diesen farbigen Wundern etu- siseln Immerhin sind dic Aussichten, daß sich diese Mode der irbigen Perücken in weite Kreise ausbreitet, nur sehr gering. lie Perücken sind nämlich recht teuer: sie kosten gegen 200 Marl nd mehr, und außerdem muß die Tome im bunten Lockenschmuck atürlich eine in den Farben sein abgestinnnte Toilette haben, die ,l den Farbentönen des Haares patzt, und eigentlich müßte sic uch ihre Räume damit in Einklang bringen. ___

"(*! in Portemonnaie zum ,.V e t j e l> t e n". Da? Amtsblatt des Reichsvostamts enthält in Nr. 6 eine Liste der in Bahnal»:eilen gefundenen M, genitaiibe. Wir lesen da u. a.: Im Fraulsurler Zuge 306 fanden sich beim Einladen der Pakete in Köln 3 Mark (1 Zweimarkstück, Füniiindzivaiizni p'en' igstücke, I Zelmvfennig . I Fün'v e .»igstück. 2 "weirlevnig. und 6 Einpfemiigstiicke) in eineni Äpfel versteckt. Ein »lerlwürdige« Port-monnaie l

Landkreis Gießc».

---Reiskirchen, st stebr. Mao schreibt >,»s: Die vielen k»r, aiiieiiiai,der >oli,enden U » s ä l l e in Reiskirche» lassen wohl die graae quiwerle», ,b nicht eine AiiSbildiing von Saiiilät» mannschaflin mit Anschluß an die Gietzeiier Lanilatskolonnr