Amtspflichten, mich ausschließlich an den Debatten beS Reichstages
zu beteiligen. (Beifall rechts.)
Abg. Dr. Müller Meiningen (Vp):
Wenn das (besetz so radikal beseitigt mürbe, wie es hier ge« wünscht wird, so würden die Polen die Zeche bezahlen müssen, ^ci den Verhandlungen von 1908 dachten die Polen ganz arrderj über das Gesetz — wohl im Hinblick ans ein Gesetz, das von Preutzen erlassen werden könnte. Die Anträge des Zentrums haben heute ledrgiich demonstrativen Wert. Der Abgeordnete Groeber konnte freilich das Gesetz nicht mit machen. weil ihm die Fähigkeit dazu abging. (Oho! im Zentrum. Grosze Heiter, tell.) Wir haben bereits eine lex Groeber, und das ist das miserabel st e Gesetz. daS der Reichstag jemals gemacht hatte. (Grosze Heiterkeit.) Wir wenden uns gegen die toenio loyale und geschickte Anwendung deS Pereinsgesetzes durch gewisse Kategorien von Behörden. Wa- gegen das Gesetz gesagt wurde, ist lm allgemein. ; uvv eine schlechte Wiederholung der früher dazu gehalten-.''! Reben. Fm Herzen wollen Sie (zu den Soz.) ebenfalls cm Ncick^vcrc.n->gesetz.
Abg. Gröber (Zentr.):
Ich habe rnem.rls verlangt, ein Pereittsgeseh zil machen. Wen»! aber ein Gesetz seinen Zweck erreicht har und eine Wohltat für die Unbemittelten darstellt und von freiheitlichem Sinne eingegeben ist. dann ist e» oaS Diäte ngesetz. (Beifall und Heiterkeit im Zentrum.) Wenn aber ein Gesey gemeiuschädlich gewirkt hat und gerade da» Gegenteil seines Zweckes erreicht hat. dann ist es das vom Abgeordneten Müller-Meiningen befürwortete ReichsverciuLgeseh. (Lebhafte Zustimmung im Zentr., große, andauernde Heiterkeit!)
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Dp.):
Für ein Diätengesetz waren auch wir. daS ist eine alte liberale Forderung. Ich stelle aber feil, das; unser D iä t e u g e s e tz ein miserables ist. (Heiterkeit.)
Abg. Gröber (Zentr.):
Und ich stelle fest, von diesem miserablen Gesetz hat der Abgeordnete Müller-Meiningen jeden Monat den angenehmsten Gebrauch gemacht. (Große andauernde Heiterkeit.) Die Aussprache über daS BerelnSgeseh schließt.
Abg. Dr. Müller-Meiningen (Vp.) persönlich: Ein Verzicht auf die Diäten ist bekanntlich überhaupt unmöglich. (Große Heiterkeit.)
Lbg. Groeber (Zentr.): Ich stelle fest, daß diesen auLgezeich- neten Paragraphen, der den Verzicht auf Diäten unmöglich macht, auch der Abg. Müller-Merningen mit akzeptiert hat. (Große mrdauernde Heiterkeit.)
Das Gehalt des Staatssekretärs wird bewilligt.
Bize -Präsident Dr. Paasche teilt mit daß der Abg. v. Halem (Rp.) sein Mandat niedergelegt hat.
DaL Hauö vertagt sich.
Freitag 1 Ubr pünktlich: Kurze Anfragen, Abstimmung über die Resolutionen. Wahlprüsiingen, Etat des Reichsamls des Innern.
Schluß 6% Uhr.
Kiautjdjou in seiner heutigen Entwicklung.
G i e ß e it, 5. Febr.
Boi tier leiuidifii Kolonialgesellsckntft, Abteilung iJiteßfii, sprach am Donnerstag abend in der neuen Anla der Universität Haupimann a. X. ». Amelunxen über .Kiautschou in seiner heutigen Entwicklung.
Herr ü. Amelunren ist ein unverkennbarer Kolonial- freund und tritt >nu Aegeistcrung für die deutsche Lache im Auslände ein In angenehm flüssiger Rede, die nicht selten van leichten, »umor gewürzt tfr, versteht er es, seine tiescn Kenntnisse von der deutschen Kolonie in Asien, in der er jahrelang gelebt hat, wiederzugeben, und den Zuhörer zu überzeugen, wie wichtig für uns die Kolonien überhaupt sind, und roae- nnr an Kinn t schon haben.
Kiautschou ist außerordentlich reich an Bevölkerung, nne China iwerhaupt, und diese besieht nicht aus Wilden, wie in den übrigen Kolonien, sondern aus Kultur-- Menschen, die uns in manchen Beziehungen gleich kommen. die Ansprüche an das Leben stellen und Bedürfnisse baben, um sich dadurch dar Leben angenehm zu machen, wie wir auch Und endlich ist dar Bolk bis aus den heutigen Tag ackerbautreibend, das Land für die Industrie also ein Land der Zukunft.
Gegen den bekannten Uedelstand. dag nämlich der Walt best and ^vegen der üsiitzbarmachnng jeden Fleckchens Erde zuni Schaden der ganzen Wirtschaft, dem Gebirge wie dem Flachland gänzlich genommen ist, hat die deutsche Forstwirtschaft bereits energisch durch Ansorstun- geu Lbhilse getroffen und so auch in wenigen Fahren den Wasserreichtum der Kolonie bedeutend vermehrt. Auch der Tierwelt sind die jungen Laldbestände zugute gekomnicn. Tie Haustiere sind mit Ausnahme des schwarzen chinesischen Lchweincs und der brauchbaren Ponys dieselben wie im deutschen Muttcrlande. Noch weit wichtiger ist die Frage nach dem K l i m a. Als Tsingtau in deutsche Hände kam, unterschied sich das dorlige Klima nicht von dem epidemien- reichen Klima der übrigen asiatischen Küstenstädtc. Ta fehle eine machtvolle Kulturarbeit ein: man verbannte alle Eingeborenen aus Tsingtau, legte Ltratzen mit vorzüglicher Kanalisation an, baute lustige und helle Häuser, legte eine gute Wasserleitung, errichtete einen sorgfältig geleiteten Lchlachlhos — und seht Hessin Tsingtau eins der besten Klimata der Welt.
Tsingtau wird von 2500 Mllitärpersonen und von der gleichen Anzahl Zivilisten bewohnt, sür die sich reiche Erwerbsgucllen durch den regen Handel und Bcrkehr bieten. Beim Platzgcschäst ist bemerkenswert neben dem Badestrand eine Bierbrauerei, die groben Gewinn bringt. Tie Brauerei iührt einen englischen Namen und ist einer englischen Gesellschast angeälicdert, da leider das Interesse daran in Teutschlanü nickrt grost genug ist, da bei der Errichtung die deutsche Flotte noch zu schwach war, um den deutschen Handel im Auslands zu schützen, und da endlich die Rentabilität durch die englische Gesellschaft größer ist. .Fn den deutschen Kolonien herrscht nämlich auch das deutsche A kti c n g e s e tz. wonach keine Aktie weniger als 1000 Mark betragen darf, während i» England die Psundaklie gebräuchlich ist. Tas Interesse für die Kolonie würde aber viel größer sei», wenn für ein solches Werk billig« Aktion abgegeben werden künnicn. .„Jede Kolonie für sich braucht ihre eigenen Gesetz e."
Des weiteren ging der Redner auf den mustergülftgen Hasen ein, lobte die Eisenbahn, erwähnte den Handel, dessen Umsatz nicht weniger als 168 000 Mark jährlich beträgt und kam zu dem Schluß: „Wir habe« hier eine Kolonie, auf die Deutschland stolz sein kan
Xcm Bortrage ließ der Redner eine größere Anzahl gut getroffener Lichtbilder folgen. Das Publikum, unter dem sich sehr viele Damen befanden, folgte den Aussnh» rungen des Herrn v. Amelunxen aufmerksam und zeigte )ich ani Schlüsse sichtlich befriedigt. K. B.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 6. Februar 1914.
** Der Februar in Aussprüchen der ländliche» Bevölkerung. Was die ländliche Bevölkerung meistens voi» Januar erwartet, daß er kalt und nicht regnerisch sein soll, da- triift last allgemein auch aus den Februar zu. Auch in Bezug au> riesen Monat ist di« binerliche Bevölkerung der Meinung, daß c: Iwch nichl an den Frühling nrahnen düric, weil sonst rauhe Stürme und Fröne in den nachrolgenSrn Frühlingsmonatc» nicht ans bleiben. Das stammt in vielen Sprichwörleni und AllSIVrüchr» rum Ausdruck ,,Spielen die Mücken im Februar, irrere» Mensch und Tier das qance Jahr", heißt eö mil verschiedenen Ählvetchun ien fast in ganz Deutschland. In den östlichen Provinzen Preu Yens heißt es: ..Große Malt' im .Februar, bringt ein gutes Ernte ahr", ein anderer Spruch hcißi „FH der Februar KW« und warm, friert man NM Ostern bis in den Darm" Temelben Ge rillten bringt ein rovrlchwort aus Nordwcstdeutschland IUI» Aus lllck, i» dem es beißt „Besser im Februar im .haule sricreil. als draußen im Sonnenichcin spazieren". Auch das Wort! „Fnert >as Wasser nicht im Februar ein, wird die Ernte sein lehr kllUN", ist häufig zu stören. Fn Bahcru und »och sit andere» Gegenden sagen tie Landlente: „Bringt der Febrnar Schnee uiid Eis, wird er Sommer srurbrbar und heiß". Bor allem wird roauneniche.il im Felnuar sür schädlich gehalten, denn „Mücken, die im Februa: sznmnen, wer. en noch recht lang verstummen". Dagegen werden Stürme im Februar nick: für jo ichädltch gehalten tt» de» eurichen Gegenden der Schweiz meinen die Landlento iogar, tiiclv i-.i* Stürme in diesem Monat seren das Vorzeichen eines^ guten Fahre--, und so behaupten sie: „Fm Februar müsicn die -Stürme fackeln, daß den Ochsen die Hörner wackeln", oder auch: „Raubc Winter u» Februar, bringen eilt gutes Früh ahr". Das sin- »li> .uni,ge Aussprüche der ländlichen Bevölkerung über den .rebruar, uc alle zeigen, daß den Landwirten ein Februar mit schönen Borsrühlingstageit nicht erwülischt ist.
»e S » m m e r v t l c g e k r ä n k l i ck> er Kinder. Turch de- Bei ei» für Donimcrpstrge kränklicher Kinder wurde in dm 2»l- iäderu Ra »heim, Orb, Kreuznach und Soden-Stolzenberg im »ergaugenen Fahre 25l Kindern ein Kuraufenthalt ermöglicht, in den Ferienkolonien Wembach und Rodrbach Ivlirden l44, i» den Er holllligsheimen bei Rieder -Ramkiad! lilid Neckarsteinach 80 Kinder vervilegi. Fm ganzen betrug die Zahl der P.lcglinge 4.83 gegen 464 „n vergangenen Fahre. Tas Bcreinsvcrmögen ist aus 14 206 Mark angcwaälseil.
e- Zur Berufswahl. Man schreibt uns: Osler» steh: vor der Tür und damit die Frage sür viele Eltern: „Was soll der Zunge werden?" Tiefe Frage wird leider oftmals ans U» vcr'äudnis, wen» der Zunge zu schwach zu einem Handwerk erscheint oder die Schulbildung als Kaitsmann nicht genügt, dahin bcaiitwortcl: „Lassen wir ihn Kellner werden." Leider gibt es einige Fnhaber von lleincren Betrieben, meid Nichl- sachleutc, welche diese Unkenntnis ausnüben. um sich eilt, billige Arbeitskraft zu verschasscn und Kellnerlehrlingc eilt '.eilen, die schwächlich und kränklich, oft mit körperlick'en Gebrechen behaltet sind, die ein späteres Fortkommen als Kellner erschweren. :a >a'i ausi'chlicßcn Tic ausgedehnte Arbeitszeit in oft schlecht gelüsteien, mit Rauch und den Ausdünnungen vieler Menschen angeiüllten Räumen bedingen einen kräftigen Körper: daß der Junge gut gewachsen und ohne körperliche Fehler sein muß, erschein! wohl auch den Laien selbstverständlich. Sind diese Vorbedingungen vorhanden, so sei man vorsichtig bei der Wahl der Lehre. Kleinere Betriebe, die von einem Nichlsachmann allein bewirtschattet werden, sind ganz aus uschließen, ebenso kleinere Bahnhoswirtichasten, in dencii der Lch.ling fast ausschließlich mir an de» Zügen entlang zu gehen und Würslchen und Schnäpse mit lauter Stimme auszu- ruscn ha!. Sind obigk Bedingungen vorhanden, so bietet auch der Äcltnerberus gewisse Aussichten, die man sich aber hüten muß zu überschätzen, da die Verhältnisse im Gastwirtsgewerbe sich besonders in den letzten Fahren bedeutend verschlechtert haben. Kellnerlehrlingc, die »ach Beendigung ihrer Lehrzeit nach dem Ausland gehen wollen, haben stets bessere Aussichten. Ausführliche Broschüren hierüber sind kostenlos crhältlhh durch die Hauptverwaltung des Deutschen Kellner-Bundes Union Ganymed in Leipzig. .
*“ ß i « eigenartige Titte aus dem Lande in dar Verkauft» des Wädchenbettcs der Braut. Schon am Tage der Verlobung wird dieser Verkauf mit dem Händler geregelt, und der Mann erhält das Recht, das Belt am Hochzeitstage zu sich holen zu lassen. Daß die Händler einander »uvorzukomme» suchen, sobald eine Verlobung in Aussicht steht, liegt aus der Hand, zumal solcher Kauf einen guten Gewinn abwirst, da die glücklichen Bräute nicht lange mit sich handeln lasse». Ein solcher Fall ereignete sich am letzten Sonntag in Fellingshausen. Am Samstag hatte sich ein Mädchen dort verlobt, und schon am srühcn Morgen des nächsten Tages stand ein Händler aus Gießen vor ihrer Tür, harrte getreulich, bzs ffe die süßen, bräutlichen Träume verlassen batten, wurde dann bald mit ihr handelseinig und machte sich scclen- vergnügt aus den Weg nach Rodheim Bald nach ihm bewarb sich ein zweiter Handelsmann ans Rodheim um das Bett und war nicht wenig erbost, als er hörte, daß ihm sein Konkurrent zuvorgekommen sei. Noch vor Rodheim holte er auf seinem Stahlroß dem Wanderer ein und geriet mit ihm in Streit, der in eine blutige Schlägerei ousartete. — Und das alles um ein harmloses Mädchcnbetl!
** T i c KonsektionSschncider aus dem Lande.. Mit der Äonftktionsschncidere, der Bogclsbcrger Schneider, die meist für Franksurter Häuser arbeiten, stand es im vorigen Fahre schlecht. Manche Schneiaer, die schon lahrelang >ür solche Firmen gearbeitet hatten, konnten keine Arbeit mehr bekommen. Ter allgemeine schlechte Geschäftsgang trat hierbei am deutlicksten vor die Äugen. Mit^diescm Jovre sind die Verhältnisse wieder besser geworden. Die Schneider können wieder Arbeit erhalten, da der geschäftliche Tiesstand überwunden ist.
*" Das T a ch s s est. Ein uralter Brauch hat sich noch in Rcrskirchcn erhalten, nämlich die Feier des Dachsscstcs. Einer al en Legende nach acht am ck. Fanunr der Dachs, von seinem Winkerschlaz erwachend, zum erstenmal aus seinem Bau. Sieht !’t tabei seinen Schal en. dann io rt er d n un erb ochz'nen schlat noch 1 Wochen ton, denn der Winicr ist noch ni.pt zu Ende. Sieht ec seinen Schalten nicht, !o können leine Strei'züge beginnen, denn das Früiyach naht. Nach Aussage von Wetterkun- oigcn hat er in diesem Fahre seinen Schatten gesellen und nnr können einen langen Winter rrwanen. Wird an dem bewußren »weilen Januar noch .Holz gehackt, dann läßt es sich kein Holzhauer nehmen, den Tag zu seieru. So wurde auch am Montag der Sitte gemäß bei Bier und Branntwün gefeiert, bi» die richtige Tachsstiimnung twrhanden war. Schon längst strahlten die elektrischen Birnen, als die Dachsverebrer mit einem mächtigen Dachs beladen ihrer Behausung zusätwankten.
“ Ronkurjc in Hesse», Das Kollklirsvesiahre» über das Vermögen des Adolt Königs, Inhaber der girina „A. Königs", Tavetenhanblimg zu Mainz, ist mangels Mall« eingestellt lvordcu. — Das Konkursver'ahren über de» Nachlaß des Maurers Adam Geiß Ik, und daas Verinöqen seiner Ebekrau lllnna Geist, geborene Zinnel, beide von Kekenrod, ist ausgehoben worden.
Hessen-Nassau.
FC 2111 e n b o t j , 5. Febr. Der aus Allendors im .«reife Kirchhain Mberhessen) gebürtige Tr. sue. tz. D e ch c r, Hilfsarbeiter beim Magistrat der Stadt Fischeln bei Ercseld wurde mitniil 8 gegen 6 Stimmen zum Bürgermei st er von Hadamar gewählt. Dr. Decher steht >m 36. Lebenssabre.
ii j,r on k surt a. M., 4. Febe. Das reiche Frankfurt. Obwohl die Frist für die Einschätzung zuni Wehr- beitrag sür di- Höchstbesteneften erst in der nächsten Zeit ab. läuft, konnte schon jetzt sestgestellt werden, daß hier »in verstcuerbareS Vermögen oon mcbr alr drei Milliarden Mark vorhanden ist, nahezu eine halbe Milliarde mebr, al? nach den ursprünglichen Schätzungen, Der Beitrag Frankfurts zun, Wehrbeitrag wird aus rund 4 5 Millionen
Viark geschätzt. TaS m rund ein Flinstet oe? gesamten Beitrages in Tentichlans. Die im Haushaltsplan Ser Stadt oorgefthcne Dtchreinliahnie von einer MiUlon Black Ein- solnulenstcliern dürfte insolgedcsscn bei weiteiii überschritten
lverdcn.
vereinsnachrichten.
— Wohllätigl eitS- Konzert des Kroilbauer- i ch c n Q u a r t c t I v c r e i » s am 2 2. Februar. Die man uns schreibt erweist sich auch diesmal der Verein als treuer BundeSgeilosse der städliichen Ärmenverwalluiig. Er folgt in diesem yrengru Winter bcionders sreudig der von der Stadt er- iolgtcu Anregung, ourch sein Lied mitzuhelien zur Beschattung eines warmen Frühstücks für die Ktilber unserer Armen. Er zweiselt auch nicht daran, wieder msidtälige Herzen und Hände zu linden, die lhr Scherflejn gern zur Linderung der Not bet- iragen werden, zumal das Programm besonders reichhaltig zu werden verspricht. Entgegen der bisherigen Gepilogenheit können diesmal einige Chöre mit Orchcsterbegleitnng vvrgelragen werden, da mehrere Kunstfieunde und Gönner des Vereins die dadurch entstehende». eRehrtostcn übernommeu haben, und somit dem guten Zwecke nichts gekürzt wird. Als Solisten sind gewonnen: Königl. Kammermusiker Heinrich K r u ie -Hamburg, ein Gien en er .'sind, der einer der hervorragendsten Künstle: aus seinem Jnäru- lilente. dem Violoncell, ist, und Herr Ernst EvertS aus Köln, der sich als vorlreislicher Kolizcrtiängcr sBariton) würdig in den Rohmeu einsügen wird. Tas Konzert findet im Stadt» theater statt, bei Ernst Ehallier erfolgt die Karienausgabe.
O» Klein Linden, 4. Febr. Tie Hguvtveriammlung des K r i c g c r » e r e i n s tagte tri Gastwin Bernlzardt. Nach dem Falnesberickl zählt der Verein 120 Mitglieder und ein Vermöge» von 430 Mark, das um etwa 90 Mart gestiegen ist. An Unter» gützuirgen wurden seit Bestellen des Vereins 1150 Mark aus- -gegeden. In den Vorstand wurden sür die nächsten drei Fahre »ewäblt: Lehrer Keil l. Vvriisen er, Zugjührcr Dönges 2. Bor- itzendcr, K. Danzer Rechner, W Zecher und A. Manns Schriit- lihier, Hch. Erb, G. Schön, Hch. Schmidt und Fr. Jung Beisitzer.
— Annerod. 3. Febr. Der Kriegerverein zu Annerod feierte am Sams.ag Kaisers Geburtstag. Herr Heinrich Wehrum gedachte in feiner Ansprache der Kricgsiahrc von 1813 bis zur Gegenwari.
a. Beuern, 1. Febr. Heule hielt der G e sa n a v c r ei n „P o l v h » m » i a" im Saale des Wirts Wagner sein Winter» vergnügen ab. Ter Chor erfreute die zahlreich Erschienenen durch sehr schöne, vom Tirigentc» W Nicolai- Großen-Buseck gilt cingeübte Lieder. Für Unterhaltung sorgten einige Duette und Singspiele und ein Theaterstück. Nach der Verlosung fand der Tanz statt.
X Treis a. d. Lda., 2. Febr. Während unser 'Iriegerverein iic Feier von KaiftrSgeblirtstag vor acht Tagen mit einem geselligen Zusammensein im Bereinslokal beging, ieierle der Turnverein diesen Tag gestern abend in Form eines FamilienabcndS im Turnsaal. Nach einer Ansprache des I Svrechers Lehrer Walter wurde» in Abwechselung mit turnerischen Vorführungen zwei turnerisch-patriotische Theaterstücke auigciührt, wwic einige lebende Bilder aus dem Turnerleden gestellt. Ten Sc' 'uß bildete eine Verlosung, aus die ei» Tänzchen solgte.
— Climbach, 3. Febr. Der Gesangverein „Licdcr- k r a n »"-Climbach feierte am Samsiag abend bei Gastwirt Römer sein Wimervergnügen. Ter Präsiden, begrüßte die Anwesenden und gedachte des Geburtstages des Kaiiers. Tic von dem Gc- sangvercin vorgeiragenen Lieder ernteten großen Bttsall.
ki Lanterbach, 2. Febr. Gestern nachmittag feierte der Allgemeine Staatseise n bah »verein Louterbach unter zahlreicher Beteiligung auswärtiger Mitglieder nebst Familienangehörigen und einer großen Anzahl Gäste Kaisers Gcburts tag im Saalbau zum Johannesbcrg Wie Hel 'rüberen derartigen Pelanslaliuilge» hatte der Verein für ei» reichhaltiges Theater- Programm gesorgt, dessen einzelne Stücke von besonders hierfür begab en Damen und Herren des Pereius gespielt wurden. Nach einer BegrüßungSanivrach- und einem Toaü au» de» Deutschen Kaiser durch den 2. Vorsitzenden Berte» lli-rrreichie der l. Vorsitzende, Rcgi ernngsbaumeistcr Plasf, mit einer Ansprache an 7 Vercinsmitglicder Gedenkblättcr sür 25- bis ",2-iähriae Dien,, zeit. Der Abend war dem Tanz gewidmet, von weichem durch alle Altersklassen lebhafter Gebrauch gemocht wurde. Ziocr Extra- zügc bcsördcrten die auswärtige» Mitglieder gegen Mitkernoän wieder nach Hanse.
w. Wetzlar. I. Febr Im „Schutzengartcn" ioar heute unter starkem Andrang die Hauptversammlung des Kreis-- kricgervcrbandes. Für den verstorbenen cnicn Vorsitzenden, General Castcndvt-Braunscls, wurde Ghmnasialproie'sor Hauvt- mann Braß-Wetzlar, und sür den verstorbenen Bürgermeister Weber Oberförster S t e e g c -Braunsels als Vorstandsmitglied gewählt. Der Verband zählt zurzeit in 7l Vercinen 05 Ehren- und 3538 Mitglieder. Für bedüritigc Kameraden iind im ab- gelvusenen Fahre 1767 Mark cillgegangeu : das Verbandsvcr- mögcn. jetzt 2630,51 Mark, ist verzinslich aur der Krcisspar- tasse angelegt. Das Berbondsftst wird in Siockhausen a. d. Lahn abgeh alten.
k. Butzbach. 1. Febr. Gestern abend keicrte der bicsige Kriegcrverei» im Hcssisckten Hoic unter starker Beteiligung Kai- scrgeburlstag. Auch das ONizierkorps war vertreten. Tr. Vogt hielt die Festrede. Fräulein Röder trug einen Prolog vor. Nach dem Vortrag einiger Musikstücke begann die Aus- iührung eines Theaterstücks. Hauvttehrcr Storch trug ein von ihm versaßies Gedicht vor. Hieran schloß sich das übliche Tantz- vergnügen.
— Vetzberg, 2. Febr. Ter Gesaugverci» „Er nt rächt" feierte in den Sälen der Gastwirtschail „Zur WitbetniShöhe" sein Stistungssest verbunden mit der Feier des Kaisers Geburtstags. Lehrer tz ö h n - R o d b c i m als Ttrigenl des Vereins begrüßte die erschienenen Ehrenmitglieder und Gäste, legte in kurzer, kerniger Ansprache den Wert lind die Bede--'nng des Gesanges klar und brachte eilt .Hoch aus das deutsche Bsitcrland und seinen Kaiser aus. Ein Sänger danltr Lehrer Höhn für die Worte der Begrüßung und sür sein Vrrdicnst, das er s,ch in nabezn H Fahren als Dirigent des Vereins erworben habe, nnd toastete aus das deutsche Lied und den sestgebendcn Verein. Drei recht statt gespielte und wohlgelunge» ousgeiübrte „Einakter" wurden van den Gästen mit reichem Beisatt belohn«. Ein daraus folgendes Tanztränzche» vercinigte die Gäste und Sänger bis zur fttähen Morgenstunde.
wktterschau.
Tie niillteren Teinveraturverhältniise des Februar leiten zu», bald beginnenden Frühjahr über. Vom l. bis 28. des Monats steigt die Tagest»arme von 1— 4 Grad. Charakteristisch sind in den meisten Jghren .Kälterückfälle, die kurz vor der Monatsnntte auszuiretc» pflegen und die rm Gebirge oft ausgedehnte Schneesälle mit sich bringe» Tic Normal temperawr des Monats betrügt ,n Frankfurt rund 2 Grad, Tarmftadt 1,9 Grad, Gießen 1,1 Grad, Bad-Nauheim 1,0 Grad, Mainz 2,3 Grad, Osftnbach 1,7 Grad, Michelstadt 1,0 Grad, Schotten 0,2 Grad, Worms 2,0 Grad Die niedrig st c Temperatur, die seit 1857 bevbachiet wurde, trat am 8. Februar 1895 mit 20 Grad Kälte ein, die höchste Wärme am 14. Februar 1869 itztt 15,5 Grad, so daß die äußersten Grenzen, innerhalb deren die Temperatur schwankte, rund 36 Grad uwsasscn. Während die höher steigende Sonne im Ticilandc dni Boden schon crbeblich z» erwärmen beginnt, sinkt in den höheren Luftschichten die Temperatur immer noch. Fn den Mittelgebirge» ist daher in den höheren Logen der Februar der eigentliche Wintermonat: im Hochgebirge ist cs häuilg sogar etil der März. Dasselbe gilt auch IN Bezug aut die c-chneeverhältnisse. Sehr kalte Februar hatte.» wir seit 1710 in Deutschland in folgenden Fahren: 1740 — 7,3 Grad 17.55 — 6,0 Grad, 1784 — 4,0 Grad, 1880 —4,1 Grad, 1814 — 6." Krad, 1827 — 6,6 Grad. 1838 — 5,2 Grad, 1845 — 5,8 Grad, 1855 — 7,5 Grad, 1865 — 5,1 Grad, 1870 —


