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Ar. 2t Zweites

Erschein! täglich »>it Ausnahme des Sonntags.

TieSietzener ZamMenblätter" werde» dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Dierandwirtichaftlichen öeit- sragen" erscheinen nwnailich zweimal.

Aiatt t64. Jahrgang

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhejsen

Montag, 2. ßebrnar 19^

Rotationsdruck und Verlag der Brnhl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: e^pol. Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Da; Automobil im deutschen Außenhandel.

Nach unserer amtlichen Handelsstatistik sind im Jahre 1913 aus Deutschland für rund 100 Millionen Mark M o torfahr zeuge aller Art > ausgenommen Schiffe) ins Aus­land verkauft worden. Im Vorjahre hatte der Wert 81,5 Millionen Mark betragen. Tic Lieferung ausländischer Fahrzeuge dieser Art nach Teuiichland stellte sich in jedeni der beiden Jahre nur aus annähernd 15 Mill. Ml. Im einzelnen sind folgende Einfuhr- und Ausfuhrwerte festgestellt:

Einfuhr Ausfuhr

1912

1913

Mill.

1912

Mk.

1913

Personell-Automobile

11.7

12.3

65,0

71,0

Last-Automobile

2,6

2,0

8,0

13,'

Motorfahrräder

0,2

0,4

2,5

2.7

lenkdare Lustiahrzenge

0,3

0.3

1,0

1.4

Einzelteile

-

80

11.0

Aus. 14,8

14,9

84,6

9".

Das Hauptinteresse nehmen die Zahlen über die Einfuhr :und Ausfuhr vou Personen-Automobilen in An­spruch. Bei diesen hat im abgelaufcucn Jahre einer Ein­fuhr vou 12,2 Mill. Ml. Wert eine Ausfuhr von 71 Mill. Mark Werl gegenüber gestanden, wobei nur die ganzen Auto- urobile, nicht aber die ein- und ausgesührlen Einzelteile ge­rechnet sind. Dem Werte nach war demnach die Ausfuhr fast sechsmal so grast als die Einfuhr. Eingcführt tvurden >ul letzten Jahre 1830 Personcn-Autoniobilc gegen 1089 im Vorjahre. Im Durchschnitt stellte sich soniit der Wert eines eingeführten Wagens nur aus annähernd 6700 Mk. gegen nicht ganz 7000 Mk. ini Vorjahre. Bei der Einfuhr kann cs sich also vorwiegend nur um leichtere, billigere Wagen handeln, wie sie seit langer Zeit hauptsächlich aus Amerika cingesührt werden. Die Vereinigten Staaten sind denn auch am stärksten an der Einfuhr beteiligt: die Gesamteinfuhr von Perionen-Antoinobilen hat 19116 Doppelzentner be­tragen, davon kamen aus der llnion 6241 Doppelzentner gegen 3245 Doppelzentner im Vorjahre. Unsere Ausfuhr nach der Union ist dagegen ivegen des dortigen hohen Zolles nur ganz gering, sie belief sich nur auf 914 Doppelzentner. Insgesamt sind im letzten Jahre aus Deutschland 7849 Per- soneu-Automobilc nach dem Auslände verkauft worden gegen 7953 im Vorjahre. Die Ausfuhr ist also der Stückzahl nach zurückgegangeu, im Werte aber gestiegen. Im Durchschnitt stellt iich der Wert eines Wagens bei der Ausfuhr für 1912 ans 8150 Mk., für 1913 auf 9040 Mk. Aus dem Vergleich init den entsprechenden Einfuhrzahlen geht hervor, daß in der Ausfuhr Luxuswagen jedenfalls stärker als in der Ein­fuhr vertreten sind. Fast ein Viertel der Ausfuhr, nämlich 23 147 Doppelzentner von insgesamt 97 146 Dopt^lzentnern, ist nach Rußland gegangen. Recht bedeutend war außerdem der Absatz nach Oesterreich-Ungarn, England, Holland, Bel­gien, Dänemark, Italien, Frankreich, Schweden, Schweiz, Argentinien, Brasilien. Außer den Vereinigten Staaten ge­hört auch Frankreich zu den Ländern, die mehr Automobile nach Deutschland liefern, als sic von uns beziehen.

Au» f)cf 5 cn.

Die Erste Kammer und die Besoldungsvorlagc.

rb. Darmstadt, 1. Februar.

Die Beratungen des Finanzausschusses der Ersten Kammer über die B e s o l d u n g s v o r l a g c sind am Satnstag zu Endc^gesührt worden. Ter Ausschuß hat sich in lieben ausge­dehnten Sitzungen mit der Vorlage beschäftigt und eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die in einem umfangreichen Bericht näher be­gründe twerden. Bon diesem aus vier Teilen bestehende» Bericht ist jetzt die Einleitung mit den Dcckungsvorschlägen im Druck er­schienen. Der Ausschuß gibt darin zunächst einen llebcrbtick über die früheren Beratungen der Besoldungsvorlagc, die in der Thron­rede zur Eröffnung des 35. Landtags angckündigt wurde. Die Zweite Kammer habe die vou der Regierung am 7. Dezember 1912 »orgclegte zweite Besoldungsvorlagc im allgemeinen nach den Borschlägen ihres Finanzausschusses angcnomnien, deren tvescnt- tiche Abänderung insbesondere darin bestand, daß das differenzierte Wvhnungsgcld sür die Beamten abgclchnt und ein entsvrechender Betrag dem Gehalt aufgesetzt wurde, außerdem nmrden den Beam­ten der fünf größten Städte Ortszulagen von 50 bis 150 Mark zugcbilligt. Während aber die Zweite Kammer in der Gesamt­summe der Gehaltsbewitligungen für die Staatsbeamten es bei der Anforderung der Staatsregierung beließ, bewilligte sie über die von der Regierung beantragte Summe hinaus sür die Lehrer und Lehrerinnen 177 000 Mark und für die srchulverwalter und Verwalterinnen 8500 Mark mehr, und das Gesetz über die Kosten der höheren Schulen, das dem Staat einen finanziellen Effekt von 230000 Mark bringen sollte, wurde nur mit einer Einnahme von 186 000 Mark verabschiedet. Dazu kommt noch für eine Reihe von Jahren ein Mehrbetrag für Ilebergangsbcstimmungen von 54 000 Mark, so daß sich nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer gegen­über der Vorlage der Regierung ein Mehrbedarf von 296 000 Mk. ergibt. Da die Vorlage gegenüber dem Provisorium sür 1912 und 1913 eine Mehransordcrung von 583 000 Mk. enthält, so stellte sie sich nach den Beschlüssen der Zweiten Kammer gegenüber dem Provisorium um 961 000 Mark teurer.

Der Finanzausschuß der Ersten Kammer schließt sich nun zu­nächst der Auffassung der Zweiten Kammer an, daß eine weitere Erhöhung der Einkommens- und Vcrniögensstcucr nicht erfolgen dark, da eine weitere steuerliche Anspannung un­erträglich würde. Ter Ausschuß kann aber der von der Zweiten Kammer beschlossenen Nichtbewilligung der den Landgemeinden angcsouncnen Beträge zu den Lehrergehaltcn nicht z u st i m - men und hält auch die Kürzung der Regierungsvorlage über die Kosten der höheren Schulen nicht für gerechtfertigt. Denn man den Deckungsvorschlägeu der Zweiten Kammer folgen würde, io Ivürdc der Rcstefonds, aus dem die Mehranforderungen bestritten werben müßten, bis zum Jahre 1922 ausgebraucht sein. Ter Aus­schuß ist aber dcr Meinung, daß cs den Grundsätzen einer gesunden Finanzpolitik cntioricht, dauernde Ausgaben nur bei dem Vor­handensein dauernder Deckungsmittcl zu bewilligen. Es müsse eine dauernde Konservierung des Restcsonds l mit seinen Ende 1910 9 450 000 Mk. betragenden Mitteln um so mehr erfolgen, als sich die Gesamtschuld demnächst auf 468 200 000 Mk. erhöhen wird, wo- ! mit eine Erhöhung der Zinslast um eine weitere Million Mark eintritt. Dcr Restefonds I sollte daher nur in Fällen der Not

herangezogen werden und seine Schonung könne erfolgen durch .Heranziehung des Rcstefonds II, dcr aus den Eiscnbahnüberschüiscn gespeist wird insolangc, als der Fonds nicht durch ungünstige Ergebnisse dcr Eisenbahnen angcgrlsfc» wird.

Der Ausfchußbericht behandelt danach die Verhälttiifse des Ausgleichs- und Tilgungsionds und bemerkt, daß man über die nach dem Tilgungsgesetz abzniübrcnde Summe von 2 Millionen Mart »och einen weiteren Betrag von mindestens 300 000 Mk. daraus für staatliche Zwecke verwenden könnte. Bei dem günstigen stand der Eisenbahneinnahmen glaubt der Ausschuß auch bei vorsichtiger Berechnung 800 000 Mk. sür Zwecke der Regierungs­vorlage aus dem Rcstefonds II entnehmen zu können, welche summe jedoch zur Schonung des Fonds erst von 1919 ab voll ent­nommen werden sollte.

Zur Deck» u gss rage schließ! iich der Ausschuß dem Be- Ichlutz dcr Zweiten Kammer au, die Rcgieruna möge nachdrück­licher als bisher dahin wirken, daß die B e r c i n f a ch u n g d e r Staatsverwaltung durchqcsührt wird, um die Mittel für iutdjfübrmui der Besoldnngsreiorni tatsächlich zu erhalten. Tic erste Möglichkeit hierzu biete die Vereinfachung bei dem Notariat, and der Atisschnß schlägt vor, die Zuständigkeit der Notare im rechtsrheinischen Rechtsgebict auf dem Gebiet des Grundbuchverkehrs auszuschlicßen und damit die Amtsgerichte als allein zuständig zu erklären. Als weiteres Deckungsmittcl wird die Einführung des Stempels auf Privatverträge, wie solcher als ergiebige Einuahmcauelle i» fast aiicn anderen Bundesstaaten besteht, ferner Vereinfachungen aui dem Gebiet der B a u v e r w a l t u n g , dcr Steuereinschätzung und -Erhebung, des L o k a l k a s s c w e s c n s . sowie glich die Zu- iammenlegung der Hanptstaalsjasse mit* Siaatsschuldcnkasie Mit btcir.n Vorschlägen will der Ausschuß au die trüberen Beichlüise der Ersten Kammer erinnern, aber auch den Wünschen dcr Zweiten Kammer auf ,,tatsächliche" Unterlage» entgcgeukommcu.

ä.er Bericht schließt alsdann: Wenn sich hiernach anS dem Rcstesonds 11 eine Entnahme von 300 000 Mark für das erste Iah, 1914 rechtfertigen lassen wird, ergibt sich bei entern Mehrbedarf von 1173 000 Mark ein ungedeckter Betrag von 873 000 Mark, unter diese» Umständen hält cs der Ausschuß sür ausgeschlossen, über die in der Regierungsvorlage hinaus vorgesehenen Vor­schläge für die Berbcsserung der Bezüge der Staatsbeaniieu und Lehrer hinauszugehen, da sür die Mchransordernngen eine Deckung aus lausenden Mitteln fehlt. Tie besonderen Mchrbcwstllgungen der verehrlichcn Zwciicn Kammer gegenüber den Anforderungen der Regierung hinjlchtlich dcr Bo l ks sch u l le h r c r müssen aber auch deshalb abgelchnt werden, well bieje Mchransordernngen lediglich für die Bolksschullehrc rallein eineaußer- ordentlichc Ungerechtigkeit gegenüber den Staatsbeamten bedeuten würden.

2 i c Mainzer Siadtvcrordnetenwahlen. Der Krcisausschuß in Mainz erklärt: die am 4. Dezember 1913 vorgenommenen Stadtverordnetenwahlen in Mainz für gültig. Es sind demnach vom sozialdemokratischen Zettel 13 und vom bürgerlichen drei Kandidaten gewählt.

Urne Anfragen im Reichstage.

Der Abg. Dr. .. Schiilzc-Gäcvcrnitz hat in, Reichs­tag zwei kleine Anfragen gestellt, mit deren schriftlicher Be­antwortung er sich einverstanden erklärt. In dcr einen Anfrage wird angefragt, ob der Reichskanzler dir nach K 3 des R e b l au s- g e s e tz c s vorgesehenen Ausnahmen für die Einfuhr vou Schnitt­hölzern unter bestimmten Bedingungen zulassen will: ferner wird geiragt, ob der Reichskanzler in dcr Lage sei, die dankenswerte Veröffentlichung des Berlages Puttkanier und MühlbreckstDie deutsche Landwirtschaft, Hauptergebnisse dcr Reichzstalistik" durch statistische Mitteilungen für das Reichsgebiet und die einzelnen Laiidestcile zu ergänzen über den Umfang, die Zu- oder Abnahme der Fideikommisse und Stistungsguter sowie der Staatsdomäne», weiter über die landwirtschaftliche Bcrichuldung, ihre Zn- und Abnahme im Verhältnis zu den Bodeniocrten, über die Zahl dcr Brotsrucht, über de» eigenci, Zukauf verkaufenden bezw. über den eigenen Verlaus znkanjcnden Betriebe, sowie der Glkichgewichts- bctriebc nach Betriebsgrößen. ,

Die Abgg. Tr. Müller- M e i n i n g c u und Dr. v. Liszt stellen die iolgcnde Ansrage: Ist zu crwarren, daß dein Reichstage in dieser Session ein Gesetzentwurf zur Beseitigung der schweren Schäden vorgelegt werden wird, welche der G r u n d k r e d i t durch die übermäßige Erstreckung der Fristen für die Wirkung von Mietszcssionen in den Fällen der §§ 1124 des B.G.B. und 57 des Zwangsversteigcrungsgesctzes erleidet? .

wer Abg Mmm (wirtsch. Vg.1 kragt au, toas die Regie­rung zu tun gedenkt, um dem weiteren Niedergang dcr^Zünd- holzindust r i c vorzubcugeu. Der Abg. Kunert csoz.I er­kundigt fick nach dem Sckticksal der vor drei Zähren ang,-kündigten Denkschrift über die Vereinfachung der Heeresver­waltung, insbesondere der Armeeintendanttir.

An; dlkn Rrichsragsausschüsskn.

:: Berlin, 31. Januar.

Im Budqetausschuß begründete der preußische Eiscn- bnminister die wirtschaftlichen und verkehrsiechnttcheu Vorteile s 15 -Tonnen-Gütcrioagens. Man werde aber die zitteret,cn des itt-lstandes, der natürlich di- Beibehaltung des kleineren Thps liische nach Möglichkeit schonen. Eni nationalliberales Mitglied dauert daß der Minister es abgelchnt habe, die nnitiatwe zu icr Reform dcr falsch aufgebaut-ii Fahrkartensteuer zu ergrenen.

Der Minister äußert sfch über die S ch lasw agc n dritter lasse w;e bisherigen Tops in den itorduchen Landern wurden l uns nicht befriedigen. Ob sich überhaupt die Einrichtiing bc- ihrcn würde, sei zweiselhast. Es, bandele Iich bei UNS ,a Nicht um aroße Entt'ernungcii wie iii Schweden und Rußland. Um di- nstellung von Schlafwagen 3. Klasse konnte es sich erst dann ndeln wenn unser Schlatwageiwerkchr so wüchse, daß man voll- ndige Schlaiwagenzüge einstigen könnte. Bei unseren schla,wagen die Verwaltung nun allgemein ,»r Cintuhrung der elektrnchen -lcuchtung übergegangen. Tie Fortschritte in technischer Beziehung :d aus diesem Gebiete so groß, daß alle neuen Wagen von voru- cein für eleltrisäic Beleuchtung eingerichtet werden.

Ein nationalliberales Mitglied bctürwortet erneute wohl- illendc Prüfung des Projekts der M o, el- und Saar-Ka - > l i s i e r u n g. Der Mimsler erktart, daß auch die neue Bc- gung zugunsten dieses Planes keine durckischlagenden Gründe da- - bcigcbracht habe. Es sind neue Etiendahntarise sür Kohlen und zc sür die Mosel- uist> Saar-Gegend ln Bearbeitung genommen, eine so enorme Verbilligung ergeben werden, daß tür den Schiffe »ein Bedürfnis mehr besteht. Aus eine weitere natio-

nallibcrale Anfrage, betreisend die automatische Z u s i ch c i r il n g hält dcr Minister au seiner srühereu im .wesentlichen ab - lehnenden Stellungnahme fest. Auch von den Lokomotivführern werde diese Einrichtung nicht gewünscht.

Ein Mitglied des Zentrums bcanstandet die starke Quote für die Vermehrung des Wagenparks, die jetzt aus sechs Prozent bemessen sei: mail sollte eine gleichmäßige jährliche Quote ohne Rücksicht auf die wirrschastliche Lage festsetzen und von der jetzt geforderten Summe 800 000 Mk. obstreichen. Der Minister verteidigt die starken Anschaffungen. Mau müsse für eine neue Steigerung dcr Koniunktur gewappnet sein. Von nattonaltiberalcr und sozialüemokratischcr Seite wird die Aulrechterhaltung der For derung bcstlrwortet, damit die Vcrkehrserschwerung durch Wagen- Mangel vermieden werde. Schließlich wird die ganze Forderung- bewilligt. Es werden noch einige Fahrvlanwünichc vorgebracht. Der Ministcr stellt eine B e f ck l c u n i g u n g d c s B e r l i uF rank- j n r t c r Verkehrs nach Vollendung der Umbauarbeiten bei Elm in Aussicht. Der Rest des Voranschlags wird bewilligt, mit Aus­nahme der Besoldungstitcl, die ebenso wie bei der Post bis zur Einbringung der Besoldungsnovclle zurückgcstcllt sind.

Arbcitcrbervegnrig.

N ü r ii b c r g , 2. Febr. Nachdem die örtlichen Derhand- lungen über die Lohnstreitigkciten im Herrenmaß- sckineidcr-Ge werbe in 60 Städten bis jetzt ergeb­nislos gewesen sind, wurde die Streitsache einem Ausschuß von drei Unparteiischen übertragen. Deren Verhandlungen haben gestern begonnen.

Breslau, 31. Jan. In den Liitkc-Hofinann- wcrken ist ein Ausstailü ousgcbrochen. Seit heute vvr- mittag streiken ettva 1000 Arbeiter. Dcr Llusstand ist in der Maschinenbauanstalt ausgcbrochen und hat aus die Waggonbauanstall übergegrifsen. Die «streikenden fetzen sich hauptsächlich aus Berstemmern und Nietern zusammen.

Thor», 30. Jan. Ter Sckniscr Joseph Straspiewicz von dcr 4. Kompagnie des Jniaiitcrieregiments Nr. 61 ist vom Ki»gs- gericht dcr 35. Division in Thor» wegen Rallbmordcs in zwei Fällen zweimal zum Tode, wegen Fahnensluchi. Straßenraubs, mehrerer Einbruchsdicbstählc und anderer Diebstähle za acht Jah­ren Zuchthaus, Enttcruung aus denr Heere und Stellung unter Polizeiaufsicht verurieilt.

Kali sch, 30. Jan. Tie Siraskainnier verurteilte den prcu- ßiicheu Staatsangehörigen Ladislav Misgolsko wegen Spionage zu vier Jahren Gefängnis.

Vermischts».

* Z u m Gedächtnis des 1100jährigen To­destages Kaiser Karls des Großen, ihres Schutz­patrons. hat die Stadt A a ch e n festlichen Schmuck angelegt, besonders dcr Marktplatz dielet einen prächtigen Anblick. Die Feier cröffnete ein Pontlfikalamt im Münster, das üon dem Kölner Erzbischof Dr. v. Hart m a n n zelebriert wurde, au dem Weihbischof Müller (Köln) und der Bischof von Lüttich teilnahmen. Darauf bewegte sich ein gctoaltlger Festzug, an dem etwa 120 Vereine und über 5000 Per­sonen teilnahmen, durch die Straßen der Altstadt zum Rat­haus, wo die vereinigteu Männcrgesangvereine am Stand bild Karls des Großen dieHymne an Karl den Großen" von Dr. W. H e r »i a r n s vortrugcn. Dann sangen die den Marktplatz füllenden Tausende das LiedUrbs Aquensis". Im Krönungssaale des Rathauses versammelten sich die Spitzen der Behörden, die Bischöfe, die Sladtvertretung und Abordnungen der Vereine. Dort hielt nach den Vorträgen des städtischen Orchesters der Stadtarchivar H u y s k e n s die Festrede, in der er ein Lebensbild Karls des Großen gab und auf unsere Zeit übergehend, dcr Segnungen ge­dachte, deren sich Aachen und das ganze Reich, an dessen Spitze ivieder ein mächtiger Kaiser stehe, heute erfreut. Am Abend fand im Großen Saale des Kurhauses eine Vorfüh­rung mit Bildern aus Karls des Großen Leben mit Musik­begleitung und Erläuterung durch Dichtungen statt. Es ist das erste Mal feit 1714, daß Aachen das Gedächtnis des großen Kaisers feiert.

ArZckfkastcn dcr rredttktion.

lAnouliuic Anfragen bleiben unbcrüanwligt.»

Einjährig-Aktive rücken Ivie die Eins. Freiw. am 1. Oktober ein und iverde» mich mit dielen zulannnen ansgebildet.

Meteorologische veobachtungen der Station Gießen.

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höchste Temperatur am 31. Jan. bis 1. Febr. 1914 4- 4,0*C. Niedrigste , 31. w 1* 1314 = + 1,2° 0

Niederschlag: 00, mm.

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Man hüte eich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN-KONFEKT.