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Nr. 26

Zweiter Blatt

Jahrgang

Erscheint täglich mit Ausnahme des LonnlagS.

DieSietzener FamiliendläNer" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchciillich beigelegl, das Kr«isbla1t für den Krtis «jeher." jiucniml wöchentlich. Tierandwirls-tzasllichen oeil- fragin" ericheinen rnonallich zweimal.

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General-Anzeiger für Gberhessen

Zamrlag, ZU Januar

Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universlläls - Buch- und Sieindruckerci. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedltion und Druckerei: Schul» inane 7. Ervedition und Verlag: e#51. R«daklion:e-^112. Tcl.-2ldr.: AnzcigertSießew

Die bayerische NeichLratskammer gegen de: preujze -tag.

Münchcn, 30. Jan. Tie Rcichsratskammer hielt heute eine Sitzung ab, die durch einen Protest gegen den Preußen lag ihre besondere Bedeutung erhielt. Gras Crailsheim er klärte mit erhobener Stimme im Namen der Neichsral: kammer:

Ich muh sprechen von den au, dieser Tagung zu Tage gc trclencn politischen Bestrebungen, die in letzter Linie hinaus- lausen aut eine Abschwächung der södcralistiichen Grundlagen des Reichs und Zurückdrän gung des außerprcußi scheu Einflusses aus die Reichsleitung. Wie wir nie vergessen haben, dast vor hundert Jahren der Ausschwung des Tculschlnms von Preußen ausgegangen ist, so erkenne» mit gerne und w.llig an, dast die Gründung des Reichs, die Deutschland zu Macht, Ehre und Ansehen gebrecht Hit, in erster Linie Preußen zu danken ist. Wir haben auch niemals an der Preußen naturgemäß zu kommenden Führerrollc zu rütteln gesucht: aber wir lassen u:,-Z auch die Stellung, die Bayern as zweitgrößtem Bundesstaat zukommt, »ich: verkümmern, und wir sind nicht gesonnen, au, den Einslust zu verzichten, der uns nach der Reichsversastung zugewiescn ist. Alz treue Anhänger des Reichs- gedankcns wahren ivir diesen Standpunk, immer, ivcil lpir überzeugt sind, dast in der Achtung der Einzclstaatcn die einzige Gewähr sür die Festigkeit und für den Bestand des Reiches gegeben ist. In dem Versuch, eine Scheidewand zwischen Nord und Süd auszurichtcn, und in der Betonung von Gegen­sätzen zwischen Preußen und den anderen RcichStcilen würden wir eine ernste Gefahr sür das Reich erblicken, die wir nur deshalb nicht besürchtcn zu müssen glauben, weil wir das volle Vertrauen habe», daß solche Bestrebungen an den maßgebenden stellen nicht nur keine Unterstützung, sondern entschiedensten Widerspruch finden müssen.

Nach diesen Worten des Grasen Crailsheim versicherte Reichsrat Freiherr v. Würtzburg aus Grund seiner eige­nen Erlebnisse als Teilnehmer der Kämpfe von Or­leans, von denen er eine anschauliche Schi.deruich gab, wie ungerechtfertigt der von General Kracht gegenüber den Bayern erhobene Borwurf mangelnder Tapferkeit ge­wesen sei. Der Redner meinte jedoch zum Schluß, daß durch die loyalen nachträglichen Erklärungen jenes .Herrn und durch das Zeugnis der Tapferkeit, das den bayerischen Trup­pen von allen maßgebenden Stellen ausgestellt wurde, sowie durch die einmütige Zurülklveisung, die jene Aeußcrungen sowohl im bayerischen Abgeordnetenhause durch den Kriegs- Minister und die Vertreter der Parteien, als aua, durch die gesamte öffentliche Meinung in Bayern gefunden Hütten, der Zwischenfall als erledigt betrachtet werden dürfte.

Die angebliche Abhängigfeit des wolff-vmeaus vom vanckhaus MeichMer.

Berlin, 29. Jan. Gegenüber de» Ausführungen des Abg. Brüh u in der gestrigen R e i ch s t a g s s i y u » g er­klärt der Vertreter des Wolffschen Bureaus Tr. Heinrich Ra n tl e r folgendes:

Am 22. Januar hat der Abgeordnete Werner im Reichs­tage die Behauptung ausgestellt, daß daS Wolsssche Telegraphen- Burcau bei der Mitteilung seiner Depeschen das Haus Blcichröder bevorzuge. Das Wolsssche Telcgraphcn-Burcau hat noch am gleichen Tage scstgestellt, daß alle derartigen Behauptungen voll­ständig aus dcr Lust gcgrisscn sind und auch niemals irgend eine taiiäckilichc Begründung gehabt haben. Trotzdem lmt der Abgeordnete Bruhn i» tzkr ycuiigen Sitzung des Reichstags diese Behauptung wiederholt und dabei aus einem Zeitungsartikel angeführt, hast ich als Direktor des Wolffschen Telcgraphen- BurcauS im Jahre 1900 in dem Straiprvzejse gegen den Inhaber .des Hirschschen Telegraphen-BureauS. .Kurl Hirsch, selber zuge­geben hätte, daß das Bankhaus Blcichröder in einzelnen Fällen von den Depeschen vor ihrer Veröffentlichung Kenntnis genommen habe.

Demgegenüber stelle ich fest, daß meine Aussage in diesem Pvozest ganz anders gelautet hat, Itnd daß die Behauptungen, ine Herr Bruhn vorgcbracht hat, meine Aussage völlig ent­stellen. Ich habe damals unter meinem Eide bekundet, daß cs Vorkommen kann, dast wir UNS mit Anfragen über die Richtigkeit von Depeschen, die einen Gegenstand betrcssen, über den das Haus Bleichröder heiler unterrichtet sein kann, als wir, an dieses Haus wenden, ebenso tvic wir UNS an volitischc Behörden wenden oder bei anderen Bankhäusern informieren, wenn die Beschaffenheit einer Nachricht ähre llebcrvrütung .«riorderl. Ich erkläre mich persönlich bereit, unter meinem Eide zu bekunden, daß das Wolsssche Tclegravhcn-Bureau dem Hause Bleichräder niemals irgendtvelchc Nachrichten vorzeitig vor deren allgemeiner Veröffentlichung zur Kenntnisnahme hat zugehcn lassen und wiederhole, datz alle anders lautenden Behauptungen völlig aus der Lust gegriffene Ersindungen sind.

Gietzencr Strafkammer.

Gießen, 30. Ja».

Mit einem Freispruch endete daS Beriahren gegen den durch seine umfangreichen Betrü­gereien in letzter Zeit bekannt und berüchtigt gewordenen I. R., der durch daS Urteil dcr hiesigen Straikammer vom I. Oktober vorigen Jahres wegen Betrugs zu 3 Jahren Gesängnis und

3 Jahren Ehrverlust verurteilt ist. Er war von dem Clektrotcchniker W. und dem Kohlenhändler L. in Gießen, den Eigentümern des Kaiser-PanoramaS aui dem Lindenplatz, beaustragt worden, dieses zu verkaufen: er sollte dabei aber die Namen dcr ivahrcn Eigentümer v : chwcigcn und >elbst nach außen hin als Eigen- lümer und Verkäufer anilreten. Er fand auch eine Käuferin in der Person der ö. P.. die das Panorama iür 25 000 Ml. erstand Dcr Kau'pr:s sollte dich Abtretung einer Hypothek in Höbe von 18 .00 Mk., der Rest in 2 Zielen von je 3500 M., l-richligt werden. Tie Hypothekenforderung zog R. ein, lieferte aber das cingegangenc Geld nicht ab: er hatte sich deshalb heute wegen Untreue zu verantworten. Das Gericht kam zu einem Freispruch, weil das Recht: .' rhältnis zwischen dem Angeklagten und seinen beiden An traggebern den Beteiligten keineswegs klar gewesen sei. So konnte dem Angeklagten seine Behauptung nicht widerlegt werden, daß er sich nicht als Bevollmächtigter betrachtet habe, daß er vielmehr geglaubt habe, er sei selbständig zur Einziehung der Hypothckcnsorderung in eigenem Namen bcrechligt, er könne das eingehende Geld wie eigenes behandeln mld sei lediglich vcr» pstichtct, 25 000 Mk. aus seinem Vermögen dem W. und L. zu zahlen.

Wegen Beleidigung und Bedrohung mit einem Berl-reffie» war der Stcllcnvcrmiltler I. aus Bad- Nauheim vom dortigen Schöffengericht zu einer Gesängnisslrase von 10 Tagen verurteilt worden. Er war verärgert darüber, daß der Bcrwal:cr St. vom KrankenhausKonitzkystist" ihm nicht mehr wie früher. Kranke in Pension gab und hat gedroht, er werde St., den, Lump, die Kehle durchschneidcn, wenn er abends durch den Park gehe. Tie Straskanrmer änderte das erstinstanz­liche Urteil dabin ab, daß gegen den Angeklagten eine Geld­strafe von 40 Mark erkannt wurde,

Kostcnfällig zurückgcwicsen wurde die Berufung des G. Sch. von Hungen, dcr durch das dortige Schöffengericht wegen Körperverletzung und Beleidigung zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden war. J-n der Wirt­schaft von Bender lhatte er dem Schrcibgchilsen St., von dem der Angeklagte annahm, daß er zu denen gehöre, die seinen Sohn verhauen wollten, eine Obr'eigc und von hinten einen Schlag mii einem Stock aus den Koos versetzt, daß eine 3 Zen­timeter große, kla'sen'c Wunde entstand. Ta der Angcklag'e schon neunmal wegen Körperverletzung und zweimal wegen Beleidigung vorbestraft ist, hielt die Strafkammer die cckannte Strafe für vollkommen angebracht.

Schöffengericht.

Nachklängc zum Konkurse Troß in Gieße n."

Gießen, 30. Jan.

Als seinerzeit, über das Vermögen des Kaufmanns, Stadt­verordneten und OrtSgcrichtSmannrS Louis Trost von hier das Konkursverfahren eröffnet ivurdc, gingen in Gießen und Umgegend Gerüchte um, daß Trost es verstanden habe, noch kurz vor der Eröffnung des Konkurses den Kredit bei Privaten und Banken in hohem Maste in Anspruch zu nehmen, dast cs aber trotzdem nicht erffndlich sei, wo diese Summen hingekommen seien.

Tic Art und Weise, tvic diese verschiedenen Gerüchte durch Artikel in dcrOberh. V o l kL z ci tu n g" zu Gießen und in der ,,.K leinen Presse" zu Frankfurt a. M. verbreitet ivurden, gaben Troß Veranlassung, gegen die verantwortlichen Redakteure derOberh. Volkezcitung" Heinrich Roll und Fr. Vetters zu Gießen, und den Redakteur Jakob Weißbeckcr in Frank­furt a. M. für hieKleine Presse", die Privatklage wegen Be­leidigung anzustrcngcn.

Die Verhandlung fand heute vor dem Schöffengericht statt. Es wurde von dem Vorsitzenden die Verbindung der 3 Privat llagen zwecks genicinschastlicher Berhandlniig angeregt, woraus die beiden Verteidiger dcr Redakteure, Justizrat Grünewald und Rechtsanwalt Dr. Hertz von Frankfurt die Verbindung beantragten. Trotz dem Widerspruch dcS Vertreters des Privatklägers ordnete das Gericht nach Beratung die Verbindung der Sache» an. Tie Privat- bcklaaten haben eine Reihe von Zeugen zum Termin ge'adcn, um den Wahrheitsbeweis für di: in den Artikeln ausgestellten Behauptungen zu führen. Nach dem Aufruf der Zeugen wurden zunächst die inkriminirrten Artikel verlesen. Aus der Beweis­aufnahme ergab sich, daß fast alle Zeugen als Gläubiger in dem Konkurse Troß sigurieren und erhebliche Beträge zur Mas'c air- gemeldel haben. Aus ihren Aussagen geht hervor, daß Trost ihrer llcberzeugiing nach ihnen gegenüber unlautere Manivula- tionen nicht angewandt hat. Es e«nab sich zwar, daß Troß die Kredite kurz vor seinem Zusammenbruch stark in Anspruch ge­nommen hatte, doch stellte es sich yeraus, daß die Geschädigten mit Troß teilweise in GeichästSverbindring standen, und dieses Verhältnis cs mit sich brachte, daß gegenseitig GefälligkeitSakzevte bis zu einer Gesamtsunime von einigen Tausend Mark gegeben wurden. Diese Uebung bestand zwischen Troß und einigen Zeugen seit längeren Jabren.

Ter Zeuge Weißbindermeister .Horn von hier, dessen Ruin naK d-n Artikeln durch Troß bcrbeigcsührt worden sein soll, mußte aus Befragen zngebcn, dast er sich bereits vor dem Ausbruche des Kon­kurses Trost in Zahlungsschwierigkeiten beiand und bereits von der Hovolhckarglänbigerin ans rückständige Zinsen verklagt war Im Zusammenhang hiermit konnte festgestellt werden, dast sich beide Troß und Horn mit GekälligkeitSakzepten ansbalten Der Kon­kursverwalter Mthoff sagte aus, daß bei Ausbruch des Kon­kurses nur ein ganz kleiner Geldbetrag vorhanden war: talls nicht die vom GläubigcrauSichuß beabsichtigte bessere Verwertung des Jmmobllienbefitzes des Trost sich verwirkliiben lasse, sogar die b e - vorrcchtigten Gläubiger zum Teil leer auSaeben müßten, Falls die bessere Verwertung gelinge .kämen etwa 20 bis

30Proz. sür die nicht bevorrechtigten Gläubiger heraus. Troß selbst habe die aus seinem Grundvcnnägen lastenden Abgaben, wie Stenern, Zinsen und Untcrliaitungskoüen gegenüber den zugczogc- nen Nutzungen bereils seil einer Reihe von Jahren unterschätzt, dagegen s e i n G r u n d v c r m ö g c n bei den ausgestellten Bilanzen zu doch bewertet, wodurch ein nicht begründeter Vermögens- Überschuß sich ergab. Ter AuSdruch des Konkurses selbst sei nur daraus zurückzusühren. daß ein Gläubiger des Trost sür eine Forde­rung weitgehendste Sicherheit und Deckung verlangte. In den Plä­doyer s iülirtc der Verteidiger, R. A Tr. Hertz, aus, dast dcr in derKleinen Presse" gezogene Vergleich des Falles Trost mit dem Falle Roscntbal nur deshalv gemachl worden sei, um zu dokumcn- ticrcn, dast die pstäubiger des Troß ebenso leer ausgingen, wie dic- jcnigen im Konkurse Rosenlhal. Im übrigen stellte er sich, wie R.-A. Grüiiewald aus den Standvuukt, daß eine gewisse Wahrheit dcr in den Artikeln ausgestellten Behauptungen aus der Verhandlung sich ergeben habe, und moralisch die Handlungsweise des Troß zu verwersen sei: nachdem er den Stand feiner schlechte» Vermögens­lage überblickt habe, hätte er eine derartige Jnansviuchnahme des Kredits nicht nichr vornehmen dürien. Auch eine irciwillige Nieder­legung sämtlicher Aemter vor der Eröffnung des Konkurses hätte er vornehmen müssen. Beide Verteidiger beantragten Freispre­chung ihrer Parteien. R A. Fischer als Vertreter des Troß erachtete durch die Beweisausnahmc den von den Prioatbeklagten geführten Wahrheitsbeweis nicht sür erbracht und beantragte, da ans jeden Fall die Artikel eine formale Beleidigung ergäben, eine ercmplarffche Bestrainng.

Das Gericht setzte die Verkündigung des Urteils aus F r e i t a g, 6. Februa r 1914, vorm, s',9 llhr, aus.

<6cricbt»saal.

_ T i e Abenteuer c i » c Achtzehnjährige» be­schäftigten die 4. Strafkammer des Landgerichts I in Berlin. Tort hatte sich der 18jährige Kausuiannslchrling Ernst Rebenbcrg wegen ivicdcrholtcr schwerer Urkundenfälschung und Betruges zu verantworten. Ter aus der UiilersuchungShait vorgciührlc Ange­klagte stammt aus guter Familie. Er ist nach dem Gutachten des Medizinalrats Tr. Stoeriner ein etwas schwachsinniger innger Mann, bei dein ans ethischem Gebiete die Hcmmungsvvrstellungen sehlen. Der Angcllagtc war mit den Inhabern einer Stickerei- Ges. m. b. H. bekannt geworden, denen er erzählte, daß er iw nächster Zeit eine Ecbscha t von 100000 Mark antrctcn würde. Ta die Firma scbr schlecht stand, hofften die Inhaber, einen kapitalkräsligen Gesellschafter zu iinden und ließen deshalb den damals noch nicht einmal lKsährigen jungen Mann nicht mehr los. Er wurde als Stadtreisender mil 135 Mark Gehalt angcstellt. Als die Firma Geld brauchte, mußic Rebenbcrg, dcr viel von seinem reichen Onkel erzählt halte, der ihm Geld verschießen, würde, ein Paket Wechsclsormulare holen und erhielt den Auftrag, zu diesem Onkel zu gehen und (Keld zu beschaffen. Nach einen Stunde kam Rebenbcrg mit sechs angeblich von seinem Onkel unterschriebenen Wechseln über 5000 Mark zurück, die er den In­habern dcr Firma aushändigte. Tiese gaben dann die Wechsel und svätcr auch noch eine Reihe anderer in Zahlung. MS cs sich herauSftcllte, daß die Wechsel gefälscht waren, wurde Rebcnberg in einer Nervenheilanstalt in Wcstend untcrgcbracht, wo dem ersten geschäiilichcn Abenteuer bald ein Liebesabenteuer folgte. Ter iunge Man» machte hier die Bekanntschaff der bedeutend älteren Gattin eines Bankiers M., die sich dort einer Morphium enlziehuiigskur unterzog. Zwischen beiden imtiinckeltcn sich zarte Beziehungen, die schließlich zu einer gcniciniamen Flucht aus dem Sanatorium sührten. Das au Alter so ungleiche Paar reiste durch ganz Teutschland, bis eines Tages die Bankicrsgattin den siebzehnsährigen Jüngling, dcr sic mit Sekundanerversen an- himmelic und nachts Laute spielte, satt bekam und ihn eines Tages IN einem kleinen Nest sitzen ließ. Sic m-rgaß dabei sogar, ihren Schmuck, zwei Perlenhalsbänder und einen Brillantring, initzunehmcn. Ter Angeklagte kam schließlich wieder nach Berlin, wo er die letzte Enttäuichnng erlebte. Als ihm das Geld ausging, wollte er die letzten Andenken an die treulose Frau M. versetzen. Nachdem er sür den Brillaniring 30 Mk. erhalten hatte, wollte ec eine Perlenkette bei einem Psandieiher versetzen. Als dieser die Kette sofort als uncchk erkannte, liest der Angeklagte das wertlose Andenken im Stich und lies davon. Rach einer Svritz- tour nach Holland stellte er sich in Köln srciwillig der Polizei. Ter Tlaalsanwalt beantragte ein Jahr Gesängnis, während Rechtsanwalt Tr. Werthauer bat, die Strase so zu bemessen, daß sie durch die »ntcrsuchungshait von sieben Monaten verbüßt sei, da dcr offenbar leicht beeinslußbarc Angeklagte in die Hände von Leuten geraten sei, die ihn ausnutzlen. Tas Gericht schloß sich dieser Ansicht auch an und crlannle nur aus sechs Monate Gesängnis, die durch die erlittene IlntcrsuchnngShast als verbüßt angesehen wurden.

N e n ii a i t a. d. 30. Jan. Gebern standen vor der Stras» kaniiner des Landgerichts in straiikentyal t 8 B ä ck e r n, e i st e r unter der Anklaae. bei der Herstellung von Backwaren Kiinst» l> »tter verwendet zu baden, ohne diese Tntsachc durch Plakate in iliren : eikansslokaleo bkkannizugrben. Die Backerinelyer waren nrsrriinglich vom Schössenaeriebl IN Neustadt a. d. H. sreiaeivrochen worden, Ter Ainlsaiiiooll legir Beruiiing ein mit dem Eriolqe, daß samiliche Bäckeimeistcr zu sc 2' Mk. Geldstraic oder je zwei Tagen Geiänanis verurteilt wurden.

Markte.

fe. Frankfurt a. M.. an. £>eu- iitt'o Strobmarkt. 2lnqe«abreu waren J, Daae" £>eu. 0 J .iq u Stroh. Man notierte:

V*e ' - . Ctvoki (ftorntanq'trö'o) 0.U0 .00 Mk., Wirr­

st rok, 0,000,00 Mk. Alles k 50 Kno. Geschäft vttbin- Tie Zufuhren waren mi* den Streifen .nreoverg, Hanau und Dieburg.