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Nr. 25

Zweites Blatt

J64. Jahrgang

eiidjtiul käglich mit Ausnahme des Somilags.

DieSicßencr Z-miliendlSNer" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da; Krelrdlall ffit den Kreis Kietzen" zweimal wöchenilich. DieLandwirtschaflllchen Seil- sragen" erscheinen monatlich zweimal.

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für Sberhefsen

Zrettag. 30. Januar

Rotatioiisdnick und Verlag der Brnhl'schen Universitäls - Buch- und Sieindruckerei. R. Lange, Gieße».

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul» srraße 7. Expedition und Vertag: s^Köl. Redaktion: e*^ 112. Tel.-Sldr.: 2l»zeigerG>eßen.

2ln» fiviic«,

Beratung des Finanzausschufses mit der Regierung.

rb. Darmstadt, 29. Jan. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute vormittag seine erste gemein samc Sitzung mit der Regierung zur Beratung der zurück gestellten Punkte des Hauptvoranichlags ab. Die Regierung Iva durcki die Herren Slaatsrat Ailbrand, Ministerialräte ö l - ziugcr, Tr. Kratz, Schlicphake, Geh. Obcrbaura: K l i u g e l h ö s s c r, Lbcrbanrat P a u l und Obersinanzral Bai- s e r vertreien. Ter Ausschußvorsitzendc gab zunächst bekannt, dos ein Antrag der ffraklion des Bauernbundes ciugcgangen sei. de, dahin geht, bei Kap. 75» Landwirtschaftskani»,er bcu darin uorge sehcncn StaalSbcitrag von 141190 Mk. um 55 100 Mk. z» er höbe», serner ein Antrag zu Kap. 74, für Melioration von Hut weiden im Bogelsbcrg anstatt 10000 Mk die Summe von 151XX Mark einzuftcllcn, desgleichen ein Antrag der Abg. Leun und ff c n ch el die Regierung zu ersuchen, i n G i e ß e n c i n e z w c i t c D-mpfkeiselinspektiou ciuzurichlc». Weiter wurde noch ein Antrag Herdt aus Erhöhung des Staats,nsckmffcs für die Handelskammern und für den kauimännifchcn Fortbildung-:- unterricht angckündigt.

Ter schon früher mitgeteilte Antrag u l r i ch und Ge», aus Einstellung eines Betrags von 50000 Mk. ziim Zweck der Er­richtung einer Arbeitslosenversicherung soll ebenfalls mit zur Be­ratung komme». In der Beratung ivurdc zunächst beim Kapitel: .Kameral- und fforstdomäncn seitens der Regierung die Notwendig­keit des Ncubaus einer Lbersörsterwohnung zu Storndori dar- qetan, für welche 25.500 Mk. angksordert werden: die fforderung wurde vom Ausschuß anerkannt. Tic ffrage, ob die Gehalte der Komniunaliorslwarte nach Erledigung der Besoldungsordnung ebenfalls eine Erhöhung erfahren würde», wurde von der Regie­rung beiaht. Es würde lediglich jetzt die endgültige Berabichiedung der Besoldungsordnung abgewartet: der Gesetzentwurf, in welchem die Konsequenzen daraus für die Kommunalforstwartc gezogen würden, liege bereits im Ministerium fertig da.

Eine lauge ErörteriiUg veranlaßtc dann die ffrage der Ge­staltung des BraunkohlcnwcrkSLu dw i g s h o s f n u n g" in (Verbindung mit dem W ö l f e r s h e i m er Kraftwerk. Letzteres ent- ivickclt sich günstig und stellte sich schon im Jahre 1913 erheblich besser, als cs veranschlagt war. Teshalb sei auch für das Jahr 1914 zu erwarten, daß die Abgabe von Strom sich höher als wie ver­anschlagt, auf 2 600000 Kilowattstunden, stellen werde. Der Rcin- überschuß von 31231 Mk für 1913 und von 47 243 Mk. für 1914 zeige eine steigende Rentabilität, die durch die Ausdehnung der Stromleitungcn in der Provinz Oberhcssen noch zunehmen werde. Durch den Verbrauch von Preßsteinen für das Kraftwerk werde dann auch die Rentabilität der -Prcßstcinsabrik gehoben, deren llcbcrschuß sich für 1914 auf 31 730 >Mark gegen 15153 Mark im Jahre 1913 stellen werde. Die : Regierung sagte zu, sowohl über die Gestaltung des Braunkohlcn- s werks und des Kraftwerks, als auch, soweit wie möglich, bezüglich !des Kapitels Saline, Bad und Tiefbauamt Bad-Nauheim in ! Zukunft eine Bilanz nach kaufmännischen Grundsätzen aufzustellen. Bei der Position B a d -- R a u h e i m usw. sei dies deshalb schwierig, -weil die Werte der ganzen Anlage nur sehr schwer, in vielleicht gar ! nicht mit Sicherheit feftgcftcllt werden könnten. Bei dieser Position shabc man mit Rücksicht aus die Ansang 1913 nicht günstige (Gestaltung der Einnahmen eine sehr vorsichtige Schätzung der Eingänge an Badegeldern, Kurtaxen, Eintrittsgeldern usw. nur ein Mehr von 10 000 Mark und 45 000 Mark gegen das ülorjahr cintrcten lassen müssen: cs sei aber nach der ietzigen Lage wohl ein höherer Ertrag daraus zu erwarten. Tie Regierung gab dann weiter eine genaue Rentabilitätsberechnung des Bades unter der Darlegung, daß zur Verzinsung der angelegten Kapi­talien von über neun Millionen Mark für 1914 die Summen von 282 500 Mark und 200 000 Mark benötigt würden. Die Abgabe an die allgemeine Staatsverwaltung in Höhe dieser letzteren Summe lasse sich noch rechtfertigen, eine weitere Erhöhung dieses Betrages sei aber nicht angängig. Bezüglich des baulichen Zu­standes des Teichhauscs in Bad-Nauheim wurden verschiedene Wünsche geltend gemacht, und u. a. verlangt, daß dort eine Aenderung cintrcten möge. Die Regierung legte demgegenüber dar, welche Pläne in dieser Hinsicht erörtert worden seien: deren feste Gestaltung hätte aber noch keine Billigung gesunden.

Beim Voranschlag des Ministeriums des Innern nmrdc sodann befürwortet, den provisorischen Hauswärtern imHessischen Haus" anstatt der seitherigen Vergütung von 1300 Mar! eine solche von 1500 Mark zu gewähren. Weiter wurde der Allgemeine Fonds für Vcrtretungs- und Aushilfekosten, bei welchem die Regierung 4500 Mark mehr angesordcrt hatte und für laufende llnterhaltung der Gebäude, die zuni Ressort des Ministeriums des Innern gehören, und für welche ebenfalls im Voranschlag eine Mehr» sorderung von 3000 Mark eingestellt war, im Aussckmß besprochen, sedoch Beschlüsse noch nicht gefaßt, da die Erörterungen darüber noch nicht zu Ende kamen. Tie ffortsetzung der gemeinsamen Be­ratungen erfolgt morgen früh.

Der Finanzausschuß der Ersten Kammer und die Besoldungsreform.

rb. Darmstadt, 29. Jan. Der ffin a n z a u s s ch der Ersten Kam ni er setzte heute am Vormittag und Nachmittag gcmeinsant mit der Regierung, die durch die Herren Staats­minister Tr. v. Ewald, ffinanzminister Tr. B r a u n. Mini­ster des Innern v. H o m b e r g k und zahlreiche Reyierungs- kommissare vertreten war. die Beratung über die Bctoldungs- rcivrnt fort. Die Verhandlungen werden streng vertraulich ge­führt, doch hofft man, sie morgen zu Ende zu führen; cs soll alsdann eine offiziöse Mitteilung über das Ergebnis der Be­ratungen und die dem Kammervlenum zu unterbreitenden An­träge erfolgen. Das Mitglied der Ersten Kammer, Graf B s c II b u r g - Büdingcn-Mecrholz, der bisher als .haum der Familie seinen Sitz in der Ersten Kammer einnahm, hat wegen persönlicher Behinderung mit seiner Stellvertretung den Agnaten seines Hauses, den hier lebenden Prinzen Leopold von Isenburg. Büdingen beauftragt. Dessen Einführung dürfte bereits in der an> 9. oder 10. Februar ftattiindenden Plenarsitzung der Ersten Kammer erfolgen. _

Aus den Aeichstagsausichüffen.

:: Berlin, 29. Jan.

Der B u d g c t a u s s ch u ß des Reichstags setzte beute die Beratung des Postetats fort. Tie außerordentlichen Aus­gaben für Fernsprechzwecke mit 39 Mlliioncn (4 Millionen mehr als im Bonahr) wurden bewilligt. Wir stehen jetzt im Fernsprech- wesen an der Spitze Europas. Dabei kommen die Vor­gänge in Zabern zur Sprache, soweit die Post daran beteiligt ist Von soiialdemokratischer und volksparteilicher Seite wurden gegen den Staatssekretär Vorwürfe gerichtet, weil er seine Be­amten nicht genügend geschützt habe. Andererseits wurde von den Konservativen Hcrvorgehobcn, daß nach Pressenachrichten das Bries- geheimnis nicht gewahrt ivordcn sei. Ter Staatssekretär erwiderte, di: vorgckommcnen Verstöße ivürden ihre Strafe finden. Es seien tatsächlich Sendungen mit beleidigenden Ausschriften ausgchän digt andercrseiks zwei Karlen unberechtigterweise zurückgebaltcn worden, ob Mit Absicht oder nicht, könne er aber unmöglich sagen Vou sozialdemokratischer Seite wurde bedauert, daß der Staats­sekretär seine Bcamlcn, gegen die der Oberst einen frivolen Vor

jurf erhoben habe, ebenso vrcisgebe, wie der Reichskanzler die Zivilverwaltung vreisgcgeben habe. Der Staatssekretär wandte ich mit großer Erregung gegen die Beschuldigung, daß er seine beamten vreisgebc. Er habe lediglich eine Frage beantwortet. Denn Versehen vorgekommen seien, io könne er nicht das Gegen eil sagen. Tic Aeußcrung des Obersten v. Reuter sei nur in der form bekannt gewordcu. wie sic in der Presse gestanden habe. Daraus habe sich der Oberpostdirektor an den Oberst gewandt ind dieser habe ihn zu der Erklärung eimächiigl, daß seine kleußerung nicht den schweren Vorwurf einer beabsichtigten un zleichmäßigen Behandlung der günstigen und ungünstigen Zuscn düngen cnlhaltcu habe. Auch ein Bolksparlciler hie» di: Mil- leilung des Staatssekretärs für nicht genügend. Die weitere Be­ratung der Angelegenheit wurdc aufgcgebcn, da ohnehin iwch eine Erörterung im Plenum zu erwarten ist. Tic Bittschrift der P o st und Tel eg ra p h en g c h i [ finit cn um unkündbare Anstel­lung wurde zur Berücksichtigung überwiesen, trotzdem die Re­gierung sich dagegen wandte, ebenso eine Bittschrift um Beseitigung des Ausenthaltszwanges für Beamte an ihrem Amtrortc. Endlich wurdc noch eine Etschließung aus Einrichlung von Beamienaus- schüsscu einstimmig angenommen.

Ter Ausschuß für das Gesetz über den Verrat mililäri- scher Geheimnisse erörterte im Beisein des Kricgsministcrs den 8 1, der u. a. hestimml. daß als militärische Gchciinnisse ohne werteren Nachweis die Gegenstände und Nachrichten gelten, deren Gcheimhalinng die oberste militärische Behörde im Jnlereffc der Landesverleidignng angeoronrt ln». Tie Erörterung .zeigte, baß in der Mehrheit gegen die Erweiterung des Spionagebegrisscs große Bedenken bestehen.

In der heutigen Sitzung des Ausschusses zur Vorbereitung des Gesetzentwurfes über die 2 o n n t a g s r n h c im Handclsgcwcrbe begründete ein Z e n i r u m s m i t-g l i cd einen Antrag, in Städten v o n ü b c r 50 000 Einwohnern völlige Sonntags­ruhe cinzuiührcn, in Städten von 20 000 bis 50 000 Einwohnern eine Beschästigungsdauer von 3 Stunden zu gestatten und in den kleineren Städten eine solche bis zu 5 Stunden zuzulassen. Tks weiteren wurde vom Zentrum beantragt, die hohen Feste auch an den zweiten Fei er tagen unter völlige Sonntagsruhe zu stellen. Tie Besprechung über die sogenannten Bcdürffiisaewcrbc (Milchhandlungen. Bäckereien, Fleischereien) wurde vorläufig aus- gcichallet. Ein Antrag der Wirtschaftlichen Vereint- >t ii n g will nur den Sonntag vor Weihnachten für beit Verkehr freigeben, im übrigen aber völlige Sonntagsruhe. Ein Sozial­demokrat forderte Sonntagsruhe ohne Ausnahme, ebenso ein N a l i o n a l l i b e r al c r , und zivar ohne Unterschied des Ge­werbes: ein anderes nalionalliberalcs Mitglied nahm eine» vcr- inittelndcn Standpnilkt ein, ebenso ein sraktionsloses Mitglied, dal in dem Entwurf kein Ideal sieht und voraussagt, daß die voll­ständige Sonntagsruhe kommen müsse und kommen werde, aber an­erkennt, daß sie zurzeit iwch nicht durchführbar sei. Ein Regicrungs- vcrlretcr verteidigte die Vorlage.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 30. Januar 4914.

** Hessische Sch lacht ungs st atistik. Nach der amt­lichen Statistik über die Schlachtvieh- und Flcischbeschaü wurde» im Großljerzogtnm in den Monaten Oktober, November und Tc- zember 1913 «bezw. 1912) geschlachlol: 561 (703) Pferde, 4852 (4741' Ochsen, 476 (330) Bullen, 9243 (9628)_ Kühe, 8335 i8730i Jungrinder über 3 Monate all, 15144 (15132) Kälber bis 3 Monate alt, 98 644 (94 944) Schweine, 3278 (4332) Schafe und 4528 (4737) Ziegen. Im ganzen Jahr 1913 (bezw. 1912" - 1674 (1954) Pferde, 17 428 (16 769, Ochsen, 1842 (1521) Bullen, 37 108 (39 382) Kühe, 32 245 (31661) Jungrinder über 3 Monate alt, 68 250 (73 246) Kälber bis 3 Monat- alt, 359 471 (379 412) Schweine, 8685 (11106) Schafe und 28 048 (28 840) Ziegen,

* Der Hessische Landes vcreiZi s ü r I iin e r e Mission, der sich auch die Bekämpfung von Schmutz und Schund zur Aufgabe gestellt hat und zu diesem Zweck in Darmstadt eine eigene Buchhandlung unlcrhält, wird in nächster Zeit an ver­schiedenen Orten des Landes B ü ch c r - A u s st c l l n n g e n mit Verlosung veranstalten. Eine solche hat bereits vor Weihnachten in Westhofen mit gutem Erfolge stattgeßindcn. Neben der Ausstellung ivcrde» stets auch Vorträge des Lcrcinsgcistlichcii, Pfarrer Me NI inert, hergehen.

** Der älteste Rechtsanwalt Hessens, Justizrat Dr. Griese r, beginnt sein 80. Lebensjahr und stetst damit 55 Jahre ununterbrochen im Dienste der hessischen Justiz. Geboren am 16. Februar 1834 als Sohn des Mainzer GmnnasialdirekiorS Dr. Grieser. wirkte er von 1859 l865 als Ergänzungsrichlcr am ffriedensgcricht. zuerst in Oppenheim, hierauf in Mainz, wo er am 13. Mai 1865 Rechtsanwalt wurde und heute noch tätig ist.

** Jagd-Scho »zeit in Hessen. Am 1. Februar beginnt für das Gebiet des Großherzogtums Hessen die a lgemeine Schonzeit des Wildes in Wald und Feld. Olsen ist dann nur noch die Jagd aus Fasanen, Auer-, Birk- und Truthähne, aus wilde Enten, wilde Kaitinchen, Schnepsen- arten, Brachvögel und Kiebitze.

** ,2(t Fall C a ni tz". Ein höchst fesselndes Bild von den viel staatlichen Zuständen und Streitigkeilen innerhalb DeulW lands vor der Zeit seiner Einigung gab gestern abend Aicknb- drrckwr Tr. I. R. D i c t c r i ch - Tarnistadt im Hotel Schütz aul Einladung des Oberhcssischen Geschichtsvercins. Der Vortrag behandelte den belannlen d l v loma li sche n Konflikt zwi- s ch c n tz e s s e n - T a r m st a d t und Preußen in den Jahren 1853/54, der durch einen Wortstrcit zwischen dem heffen-darm- städtischen Ministerpräsidenten Frhrn. v, Dalwigk und dem preußischen Gesandten in Darmstadt, Baron v. Canitz, her­vor,eruscn war, und erregte dadurch besonderes Interesse, daß er der mehr oder weniger einseitigen preußischen Darstel­lung eine aus genauem Quellenstudium beruhende Ausfassung vom hessischen Slandpunlt aus entgegenstellen konnte. Tie Meinungsverschiedenheit der beide» Erwähnten war verhältnis- niäßiz belanglos, gewann aber durch das schneidige Tazwischen- trelcn Bismarcks, der damals Bevollmächtigter Preußens beim Bundestag in Ftankeurt war, uncrwaricte staatsrechtliche Bedeu­tung Die hesiiichc Regierung wünschte daher die Abberuiung des Frhrn. v. Canitz, mit dem sie nicht mehr zusammenarbciten zu können glaubte, und Preußen antwortete diesem Gesuch mit einer förmlichendchlomatischcn Blockade". Der Aus­

gang der ganzen Sache stellte jedoch offenbar keinen diplomatische» Erfolg Preußens und seines Ministerpräsidenten, Fhrn. v. Manien fiel, dar, denn das erstrebte Ziel, Ent- iernung des als antipreußisch und rbeinbiindsreundlrch verschrienen Ministers Dalwigk wurde dank der Fürsorge des Großhcrzogs Ludwigs III. nicht erreicht. Nack» langem hin und her, nach- »em sich der in verwandtschaitlichcn Beziehungen zum hesien- ,armstädnschen Hose stehende Kaiser Nikolaus von Rußland im Sinne der diplomatischen Selbständigkeit Hessens venvendet halte, auch nachdem mehrere persönliche Schreiben zmischcn Berlin nnd Tarnistadt gewechselt worden waren, erreichte derFall Canitz" sein Ende, das insofern etwas LustspiciartigcS l»attc, als gismarck, der stete Desürwortcr der schäristcn Tonart gegen Hessen, mit dem Großkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen oiisgczcrchne' wurde. Aus dem ganzen Konflikt ging H c s s c n a I s

der moralische Sieger hervor, denn x alwigk, dieser schnöde Rheinbündler", blieb im Amte und- drängte Hessens Politik nach wie vor a» die Seite der österreichischen, und von der Berpslichtung des Großherzogs, Preußen über seine Bezichun- ge» z» anderen Staaten es handelte sich in dem vorliegenden Fall um Hessen Kassel ständig am dem Lausenden zu halten, war weiterhin keine Rede mehr. Eine anregende Ausiprache nach dem Vorlragc stellte noch manche Einzelheiten Nar und sckiloß den Abend in höchst befriedigender Weise.

** Eis spreng» n gen iit der Saint. Das Königl. Wasserbauan» Tier läßt gegenwärtig in der Nähe der Lahnbrücke in Limburg Eissorengungcn vornehmen, uni einer llcber- i ch w e m m u II g s g c i a h r voriubeugcn. Weiter sollen noch II» Gebiete der oberen Lahn bei Gießen und Weil bürg Spreu» guiigen siattsinden. Die letzten Sprengungen von Eis aui der Lahn machlen sich im Jahre 1891 nötig: die Arbeit wuroc daniols von Pionieren aus Koblenz ausgesührif Bei Niederlahnslein hat das Eis eine Ticke von durchschnilllick» 60 bis 70 Zcnlinietcrn, stellenweise sogar 1 Meter.

Konkurse in Hessen. Das Konknrsver'ahren in dem tzknchlab der Ebclcnle Evrinian Andrea; Jakob» »nd Maraa- reia geb. Dnßmann von Jüaesbeim ist aniacbobe». Das Koiiknrsvci»obren über dos Bernrögen des Kaustnanns Adoli ffi n k in ffriedberg, de; Inhabers der 5mim .Adol! Flick" dalelbst, m »li'aeboben. In öc.» Konkurse über den 9kack»lnß deS Karl Vhil. Jak. Becke r in G o » j c n I, e > in liebt Schlnßverieilnng bevor. Bevor,echiigie Forde,»»ge, 1 : 239 Mk. 16 Pkg. Gewölniline Kon- tnrsiorderunae»: 1913 Mk. 65 Pia. - I» dem KonknrSvcriahrcn über das Vermögen der offenen HandelSqcsestschost in Firma »tz- Dcae» & Franz fflt eg trieb* >» M n » st er n»d deren Gesestschaster Hugo Degen »nd Franz Edvard Giegerich daselbst soll die üebliißverieckung crkolaen. Tos Schlnßvcrzeickinfs lieg! ank der GerickNssehreiberci des Eroßhcrzogl. AinlsgcrichlS Dieburg zur Einsicht ai>;.

Landkrci-s Gießen.

a. Beuern, 29. Jan. Ein Teilnehmer an der Holz- v e r st e i g c r u n g im hiesigen Gcmeindewald von hier, halle sich am Lagerfeuer erwärmt und ivolllc seinen Platz ändern. Dabei geriet er an eine Wurzel, stolperte »nd fiel in i t b c in Gesicht n ix f das glühende Ho > zfeuc r. Er zog sich schlimme Brandwunden im Gesicht zu.

Kreis Büdingen.

o, Nidda, 29. Jan. Der gestern abend von Oberleutnant a, D, von S ch i l g e n - Berlin vier IN Krasts Saalban geh ltene Vortrag über die iranzöstiche Fremdenlegion er,reine sich eines »nie» Besuches. Redner ichildene an der Hand von Licht­bildern anschaulich die Zustände >,»d die Geschichte der Truppe, die Ursache» der Z»wo»der»»q und die Gegemnaßregeln in Deullchland. Der am Nachmittag vorhcrgegangcne Vortrag für Schüler war auch gut bclncht.

Kreis Wetzlar.

» Wetzlar, 28. Jan. Tie ncuerbaulc Uitlcrojjizicrfchuli gehl ihrer Bollcudnng entgegen, fic wird am l. April ihrer Be, stimniung übergeben. ES gilt jetzt nur noch die Exerzier- uni Turnhalle feriigzustellcn. Nach dem neuesten Bericht der Gcjaml- baulummc von I 600l>00 Mark jind Wctzlarer Unternehmer nick 1250 000 Mark, Handwerker des Kreises mit 82 000 Mark und auswärtige Firmen mit 264 000 Mark beteilig!. Für den Kreis Wetzlar ist ein M i s s i oIIars he i m in Aussicht genom­men. Am Miilivoch tagte im Vereinshaus unter dem Vorsitz des Suvcrinicndcnion G c i be l-Dntenhoieü eine aus allen Tcileir des Kreises gut besuchte Versammlung, um darüber zu beraten. Neben der Kreisstadt wurden Brauniels, Tutenhosen, Ehrings- hauscn u. a. Orte sür die Errichtung des Heims vorgeschlagc».

Hessen-Nassau.

s> M a r b u r g, 29. Jan. Der soeben offen gelegte Ent­wurf des H a u s h a l t u n g s p l a n s der Stadl Marburg für das Jahr 1914 schließt ab. soweit die ordentlichen Ein nahmen und Ausgaben in Betracht kommen, mit 1 630000 Mark, gegen 1529 700 Marl im Vorjahre. Trotz des Mehr­bedarfs von rund 37 000 Mk. ist eine Erhöhung der Steuer, Zuschläge, die in den letzten Jahren 182 Proz. der staatlich veranschlagten Realsteuern und 160 Proz. der Einkommen steuern betrugen, nicht beabsichtigt, da außer den regelmäßi-' gen Mehreinnahmen auch ein Steuerausgleichsfonds vor­handen ist.

Franksurt a. Al., 28. Ion. An drei onkcinander- solgendc» Taacn kamen an! den, bieNgen Ha»ptbahnbo>« d,e drei lonae» Extrazuge an, di« de» Trost des Zirkus Barte hierbe» bringen. Die 3 0 Werde, die 250 Mciiogerietierc werden ans- geladen. ffkanieiillicki die Raiiblierkäfige lind nickit leicht za ironö- rortiere». Toaeaen macht die Elepbautenberde, die aus gntinnttae» aclehiigen Tiere» besteht, keine Lchwierigkeite», 2Ibcr biejen Extrozügen kommen noch aus Rußland, Ungarn, Jllgier und ans den Vcrciniglen Slaaien Tiere und Artisten bierber, die bei de» Zirkus-gefifpielcn in, .Zirkus der Fünlzekmlausend* mitwirke».

Briefkasten der Redaktion.

Ltammtisch. Pension und Steuer sind in diesem Falle völlig getrennte Tinge und es findet deshalb kein Llbzng statt.

Nach beendeter Militäezeit sind Sic natürlich auch steuer­pflichtig. Nur während einer Uebnng können Sie auf ein besonderes Gesuch bin für die fragliche Zeit von der Steuer befreit werden.

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