W« noch Teil! fwmfccS Land gefunden. In dem bei einem Tiflensuo zwischen Regierung und Parieicn di- Opposition ,m Kamps gegen die Regierung sich zur Festigung ihrer Stellung als Eidcshelfer ausländischer Prcßstimmen bediente. (Wider, spruch bei den Eoz.> Dafür macht man dann wieder der Regierung Vorwurfe, dag sie nicht verstehe, die Ehre der deutschen Nation ,in Auslände zu wahren. Ich weiß nicht, ob der sozial. dcknol>,itische» Agitation gegen die HeereSeinrichtungen mehr zuwider ist die real- Macht, die sich in unserer Armee verkörpert oder der Geist in unierem Volksheer. Jedenfalls widerlegt dieser E-ist ftrengerS-lbstzucht (Zuruf bei den Soz.: Router!) und treu.r Pfluchterfüllung im Dienst de, Vaterlandes alle Klagen darüber, al» ob der Bürger schutzlos der Willkür des Militärs, »wer konsliktSlü st einen Soldateska prerSgegeben sei. tLurus bei den Soz.: Zabern!)
Unter der Herrschaft dieser geich,nähten Soldateska ist Deutsch, land ein Menschenleben lang -in starker Hort de, europäischen rk-ieden» gewesen (Beifall recht», haben Handel und Industrie und alle Gewerbe einen Aufschwung genommen, um den uns die ganze Welt beneidet. Unter der Herrschaft dieser Soldateska (Zuruf der Soz.: Trotz dieser Herrschaft!, hat Deutschland eine führend: Stolle eingenommen, die von allen groben Nationen willig aner könnt ist. Unter dieser Herrschaft hat die freie Betätigung in der Pflege des Gemcinsinnz. der Volksbildung, der Ausbildung aller VolkSkiästc überhaupt zu Erfolgen gesührt. die sich dinier keiner großen Kulturnation zu verstclken brauchen. Ten Ruhm, dost unsere Armee ein VollSheer ist. wie wohl kein zweites in der Well, den Glauben, daß diefcr VollSheer die Nation ,ung und gesund erhalten wird, weil sie jeden jungen Deutschen in sich auinimmt und mit ihm Pi.ichttreue. Pflichterfüllung. KönigSIicbe einimpft (Zuruf bei den So,.: Kadnvergehorfam!). die Gewiß, heit, daß diese Tugenden bitter notwendig sind, wenn wir unsere Stellung in der Welt aufrecht erhalten wollen — all das werden wir uns nichi rauben lasten, weil, — nun. meine Herren, weil an einem einzigen Lite de» großen deutschen Reiches sich Tmge abgespielt haben, deren Wicderkebr kein Mensch wünscht. (Lebhafter Beifall. Zischen der Soz.).
Auf Antrag de» Abg. Müller. Me'ninaen (Dp.) wird die Besprechung der beiden Jnlerpellaiionen beschlossen
Abg. Fehrcnbach (Zentr):
Wie um 3. Dezember bin ich wieder in der wenig heneidenS. werten Lage, unmittelbar nach dem Reichskanzler zu sprechen.! Heute kann ich seine» Ausführungen eine andere Resonanz enkgegenbringen als damals. 1 (2lha! linls.) Ich verstehe Ihr Aha! Nichi. Das hätte sich doch' vvft selbst ergeben. Was er heute gesagt hat. hot zum größten 1 Teil auch unter-volle Billigung gesunden. In dem I Bestreben, nicht weiter in den Wunden zu wühlen, sondern sic zu heilen, gehen wir mit ihm einig. (Bcisall.) Wir erwarten aber van der RcichSrcgicrung. daß sie zur Herbeiführung der Gesund düng alle notweiidlgen Maßnahmen ergreift. (Beifall im Zen- trum.) Wenn er Bon den trüben Fluten gesprochen hal, die der Fall Zabern ausgewühl! hat. so sind wir auch darin mit ihm einverstanden, ich unterstelle aber, daß er seine AuSsührungen dabei nicht nu> auf Säbelreden und rohe Soldateska erstreckt, sondern bei dem Wort von den trüben Fluten auch daran gedacht hat. was sonst noch seither vorgegangen ist: an die Be. schimpfungen gegen diesen Reichstag, an die Per. drehungen dessen, was von uns gesagt worden ist. Das sollte auch damit gemeint sein. (Beiiall im Zentrum.) (
AuS dcr Sorgfalt, mit der cr sich darin auSgefproch-n Hai. glaube ich entnehmen HU düifen. daß er daran gedacht hat. Unter den Anwürsen die gemn den Reichstag gerichtet worden sind, war ganz besonders bemerlensweri d>e Rede des RckiorS der Berliner Hochschule aus dem Kommers des Vereins deut. scher Studenten. (V>,?°Präsidcnt Dave macht den Redner darauf aufmerksam, daß kr wohl den Gebeimrat Rötbe mcine, nichi den Rektor der Universität.) Ganz richtig! Was b efer Herr I an mildernden Umständen bei dem Kommers in Anspruch nimmt, übersteigt alles Maß. (Bcisall.) Im Jntercste der deutschen Wissenschaft glaubte ich da» hier ansübren zu müssen. Wir sind durchaus nicht bereit, da» Mißtrauensvotum aut den Knien znrnckznnebmen, da enttäuscht er sich. Ich habe festitellen könnin, daß ich in meinen damaligen Feststellungen so vorsichtig war. daß rein nichts daran geändert wurde. Eher ist noch einiges hinzngeloinmen. Die b.iden Urteile haben ia Rechtskraft erlangt. Der Prozeß war aller- ding» politisch umw'ckeli. und ich verstehe er. daß man seine Ansrollung vor dem RcichSmililärgsricht icheuie. Aber die Begl.it- umstände vor dem Renterprozcß z. R. de Voraussage deS Frei- fpruchs und nach den, Freispruch Gratulationstelegramme, werden hoffentlich nicht von den Zioilgerickien nackigem-cki werden.
Schwierigkeiten bietet die Abgrenzung der Befugnists der Militär- »nd Zivilverwnltung nur in Fällen innerer Unruhen JrdcnfaNS muß hier Klarheit geschaffen werden, da heute nicht! nur Rechts u n s i ch e r h e i t, sondern auch Rechts u n g l e i ch -1 beit besteht. Es muß eine Regelung gefunden werden, die iür' das ganze deutsche Militär gilt. Sie darf auch nicht auf den Si. Nimmerleinstag verschoben werden. In Elsaß-Lothringen wird eö den besten Eindruck machen, wenn man weiß, daß man in Berlin beim Reichstag eine Instanz Hai, an die man sich halten kann. H»cr waren ja Elsässer und Eingewanderte einig, sogar da, e l s ä s fische Doll mit seiner Regierung (Große tzeiicrlcit.) Wenn die Regierung hart schon aus Abbruch verlauft ist, so wünsche ich doch den Elsaß. I Lothringern Sine andere, die eine kräftige und für die Elsaß- Lothringer verständnisvolle Politik treibt. Tie Verfassung hat sich augenscheinlich gar nicht schlecht bewährt. Für den Augenblick reicht sie aus, sie kann ja später verbessert werden. Seit Dezember habe ich vieles erfahren, dal beweist, daß da« Verhältnis , zwischen Militär und Zivilvcrwoltung dort nicht so ist, wie sonst Wohl im Reiche. (Hört! hört! rechts.) Jedenfalls verlangen auch wir, daß die Elfatz-Lothringer Wester marschieren aus dem Wege der Trennung von den naiionolistischen Ideen. (Lebh. Zustimmung.) Wir werden in Deutschland auf Grund der Identität des Namens vielfach verantwortlich gemacht für das elfaß,lothringische Zentrum. Tie Perantivorlung lehne» wir ab. (Hört! hart!)
Ti- Elsatz-Vothringer muffen den Wunsch aufgehen, ein Baiim für sich zu sei», sie könne» nur wünschen, ein starker Ast an dem lrnitoollcn d.utjchen Bann zu sein. Die Maßlosigkeiten des Generals b. Wrochem auf dem Prcußentage braucht man nur in ihrem Wocllaut festzustellen, uni sie richtig cinznfchätzcn. Wir wollen ern starke» Heer, wir schätzen es als Erziehungsanstalt, vier wir verlangen, daß es mit dem Volke denkt und fühlt. Don einem E'ngrisf in die Kcnimandogewalt kann nicht die Rede sein, sobald wir unser Budgctrecht gebrauchen. Düse ausgebauschten Phrase» sind widersinnig, ein Ausfluß de» Absokulimuk. Ter Reichstag kann al» Vertreter des deutschen Volkes ein« würdige Behandlung verlangen, wenigsten« von einem — anständigen Menschen, sBeifall.) Ebenso ezistenzberechligt wie da« Recht Preußen« ist das Recht dcr anderen BundeSstatien. TaS Jahr 1013 war für den Opfers»,» de» deutschen Volkes «in RuhnieSjahr. Dafür den Reichstag zu bs- schlmpsen, ist ein eigentümlicher Mut. Tie Reden auf dem Prcußentag haben eine unübersteiglicke Mauer aufge- richter zw,,ck>cn Deutschland und dem preußischen Nordasien. War da« gut, war das nötig? Wir beneiden Preußen um seine EtaatSfinanz-n und erkennen seine Verdienste um die Errichtung des Teuil'chen Reicher cm. Aber es muß heißen: Nicht Preußen, nicht Süddeutschland — dar ganze Deutschland soll a fei»- (Lebhafter Beifall.)
Abg. Daffermaim (Nall.ß:
Wir billigen die Ausführungen des Reichs, r a n z I e r z. daß Klarheit geschaffen werden soll hinsichtlich "der Abgrenzung der Befugnisse der Militär, und Zwilg.wcli. und daß die vorgischlagenen Maßregeln geprüft tvcrden sollen. Gewiß sind in dcr ausländischen Presse falsche Bilder über di« Zustände in Deutschland vrrbreitet Worten. Ebenso s-.'Ich ist er aber, wenn die rechtsstehende Presse üehaiivtii, hie Kais-rgelvali solle einer oemokratii'chen Parlamenisherrschaft auSa-liefert wer. den. (Sehr richtig! link«.) Trotz aller Zwischenfälle ist di- Ta,, loche nicht erschüttert worden, daß Armee und Bürgertum in Deutschland eng verbunden sind. (Sehr richtigl) Tic Anwürfe, al« ob wir mit unserer Stellungnahme im Dezember g.gen die Armee aufgetrcien wäre», weisen wir ganz entschieden zurück. (Lebh. Beifall bei den Naüonalliocralcn.) Dir wehren un« gegen die Angriffe von recht» und die Angrific von links. (Beifall bei den Naiionalliberalen ) Dir haben da» Gciühl, daß wir die richtige Mitte gehali.n haben Ter Reichs anzler muß Besserung jm Reiwslande schassen. Tie Ausführungen unseres Freundes Röchling im Abg ordnetcnhause widersprechen durchaus nicht dem, waS Herr van Ealckcr hier auSgcsührt hat.
Wir haben hie Kvmmandogewstt nichi ang griffen. lieber die Zeugenaussagen im St-atzburger Prozeß mag man denken, wie man will, sicker ist. daß in einzelnen Phasen wenigsten« die Zivilöehörden versagt haben (Sehr richsigl bei den Nail.) Die« und da« shmpathische Auftreten des Oberst v. Reuter vor Eerichi haben einen gewissen Umschwung in der össentlichen Meinung herbri- gesührl. Die Hauptsache aber ist. daß nun eine Narr Abgrenzung der Rechte dcr Mililaigiwe.lt vorpenomincn wird. Wir im Ncnbs- tag können die Rcchisgülsigleu der Kabrnettkordre von 1F20 nicht entscheiden. Tie Juristcn sind verschiedener M mung. Ich trete dem Reichskanzler bei. daß ,m ReichSIapde manche» geändert wer. den muß. Soviel ist aber doch klar grworden, daß Altrlsäffcr und Deutsche sich infolge der letzirn Ereignisse näher gerückt sind. Da» warme Interesse Deutschland» für Elsaß-Lolhringen Ist im Lande sehr wohl gewürdigt wordcn Bo» nationalistischen Strömungen und einer Hinneigung zu Frankreich ist dort nichts zutage getreten. Erfreulich sind die Beihandlungen dcr erste» Kammer, in dcr deutsche Mitglieder, auch Generale, die Qualitäten de» cli'äffiichcn Polles warm anerkannt haben. Nur einer, dcr Eolmarer Bürgermeister Blumcnihal nabm die einheimische Hctzpresse in Schutz. Große Bedenken, namentlich hinsichtlich der Mobilmachung, erregt da» Versagen der Zivilverwaltunp. das doch wohl allgemein zugcstanden werden ist. An dem Parteitag der pommceschen Konservativen hat Gras Schwerin-Löwih sich an alle Elemente gewandt, dir aus monarchischem Baden stehen. Aus diesem Boden stehen wir. Deshalb ist es bedauerlich, daß aus dem Preußen- tage die anwesenden Mitglieder de» Re'.chSiagcS nicht Einspruch gegen die Beschimpsung des Hauses erheben haben. Ter Reich», tag van 1913 stand bei der Bewilligung dcr HeercSvorlage durch, an» auf der geschichtlichen Höhe der Volkserhebung von 1813. (Lebhafter Beifall.) Niemand erkennt da» Bcrdienst Preußens um die Reichsgründung mebr an als wir.
Die Machtstellung Deutschlands beruht a»k Preußen und der preußischen Armee Aber gerade deshalb protestiere» wir gegen Beschimpfungen und Schmähungen von Reichsinstitutionen. Wir proicstieren dagegen, daß der Part lularistische Geist in dieser Art neu belebt werde. Dar ist ein Zr-vel. (Sehr richtig!) Au» allen Provinzen und Ländern Deiitschlands kcmmcn Proteste gegen diese Betonung de» partilularistischen Geiste» durch den Preußenbund Bis narck hat das deutsche Volk gee nißt. unsere Aufgabe ist eS. diese Einigung zu erhalten, nicht zu erschweren. Wir sollen dcr süddeutschen Mitarb'it gedenken, daß dcr Großherzog von Baden daS erste Hoch auf den Kaiser auSgebraHt hat. Die glänzende Entwick ' vng Deutschlands ist erfolgt unter Zusammenwirken der Reg erung und des denischcn Parlaments. Dank vielem Zusammenwirken war eS möglich, dem deutschen Polt die RcchtSeinheit zu geben: ein Voll, ein Recht. In diesem Zusammenwirken konnicn wir eine Wirtschaftspolitik durchführen, die in dem wirlschasilichcn Ringen Deutschlands an die erste Stelle gesührt bat, eine Sozialgesetzgebung auSzubauen, auf die twr stolz sind und die vorbildlich geworden ist.
Wir konnicn eine deutsche Wcllpoliilk und Kokon'alpolitik treiben, eine Kriegsflotte bauen und dir Armee so stark machen, wie si- e» ist. Wie erkennen die Verdienste der verbündelen Regierungen dabei gern an, aber wir fordern auch Anerkennung für das vielgeschmähte Parlament, daS sich bei allen großen naiionalcn Ausgaben seine» Namens vollkommen würdig gezcigi bot. (Lcbhaster Beifall.) Diese Entwicklung zu Macht und Ansehen hält fortgesetzt ihren Siegeslauf und bersch, titzt uns zu dem OplinnSmuS, cs geht auiwärts und vorwärts, kein Stillstand. Wir wollen den R-ichSgcdanksn in diesem Sinne pflegen, und wir hoffen, daß er auch in Elsaß-Lothringen immer stärkere Wurzeln schlägt. Wenn nach den Erklärungen de» Reichskanzlers dort Remednr geschaffen wird, dann tut sich ein An»'lick auf, bei dem wir diese Hoffnung hegen können. (Lebhafter Beifall.)
Aba. Gras Wcstarp (Kons.):
Se'icn ist so unwiderleglich etwa» bestätigt worden, wie unsere Auffasiiing am 3. Dezember über die Zabern.r Angclcgeiihe t. Leider haben sich auch unsere damaligen B-sürchtungen erfüllt, daß die aufreizende Wirkung nationalistischer und demokratischer Umiri.be im Elsaß eine geradezu b.rhcerenbe Wirkung in weiten Bevölkerung» reiwn h roorrufen würden. Unsere Aussaffung über das Verhalten des Militär» ist erfreulicherweise gleichfalls gcrechtfert gt worden. lBeifall reckt».) Tie D-rie luu- gen de» Leutnants haben ihre sofortige und ausreichende Sühne gefunden. (Gelächter bei den Soz.) Ta» Militär hat sich im P.rt idigiingSzusland befunden In Land und Volk hat sich ei» lebhafte» Verständnis für d'e Stiatznotweiidigkeiten gezeigt und erfreuliche Anteilnahme für da» Heer.. Die Sozialdemokratie hat bei ihrem Versuch, die Anhänglichkeit her Soldaten an ihre Borges.tzt n in Frage zu stelle», aus Granit gebissen. Jm übrig n handelt ei sich nicht nur vor den Gerichten, sondern auch im Uri il aller nationaldenkcndcn Kreise um eine re- inätrz,». TaS enthebt uns dcr Notwendigkeit, auf Einzelheiten weiter einzugehen. (Beifall recht») * , ,
WaS nun die Rechtsfrage anhelangt, so ist nach unserer Auffassung eS Sache der Landesherren, innerhalb der Veriasiung und der Militärkonveniionen iür ihre Koniingente Bestimmungen zu erlaffen. wie das Militär sich bei Ausübung voliz.'ilieber Be- sugnisie za verholten hat. Wir lehnen e» ab. aui diese prägen, die ein Teil dcr Kommandogewalt sind, uv» in Erörterungen ein. zalaffen. Tenn die uneingelchräi, kie Kommandage- wali ilt die fcitclts Säule de» ganzen SiaaleS. an der nickt rütteln zu lassen für uns von grundsätzlicher Bedeutung ilt. (Leb- baster Bc'sall recktS.) Bezüglich der Anträge habe ich schon bei dcr gestrigen EesckäfiSordnungSdebatte unsere Auffassung dahin gekennzeichnet, daß wir ihre Behandlung im Anschluß an die Jnterpellalione» für unzulässig erachten. Da die Mehrheit de» Hause» aber anderer Ansicht ist. so will ich zu den einzelnen Anirägen ganz kurz uniere Stellung bekanntgcben. Daß wir nach dem Gesagien die Anträge der Sozioldcmokraien, Eliäffer und der Fvrilchrililcr von vornherein ablchnen müssen, ergibt sich
! o^M^'auch die Anträge de» Zenlrum» und der National- liberalen, so harm'o« sie erscheinen mögen, sind der erste Schritt auf ein Gebiet, da» m-o grundsätzlich nicht beschreiten wollen,
' Denn auch sie ziehen bi» zu einem gewiffen Grade die Kommando- gewal, vor da» Forum de» Reichstag». Deshalb können wir auch diese» ersten Schritt, del'en Konsequenzen „ch Nicht über, leben lassen und dem weitere Schriiie iolgen können, nicht mit. machen. (Zusiimmuna rechts.) Abgeo dncter Fchrenbach Hai die , Acußerung merneS Parteifreundes Heydebrand >m Abge
ordnetenhaus nicht richsig wisdergegshen. Am Schluß der Slßunß Hai schon der Abg. Schiffer zugegeben, daß seine AuSsührungen wegen dieses Ausdruckes hinfällin feien, denn nach dem Stenogramm habe Abg. van HshdeSrand nur gesagt, jedermann wußte, daß das Volk di« RcichStagSabgeordneten zum Teuftl jagen würde, die die Wehrdorlage abgckchnt hätten. Zu« Preußenbund und dem Preußentag ergeht augenbluk. lich eine Mitteilung unsere» ParwivorständeS an die Presse, daß ei sich um keine Veranitaliung der koiijeivaiivcn Partei handeü 'Gelächter bei den Saz.1. Tie Bowegimg ist von dcr konser» vaiivcn Partei nicht hcrvorgerusen und wi d von ihr nick! geleitet In der Erklärung unserer Partei kommt unzweideutig zum Ausdruck, daß wir nicht Mil allen Aeußeriin -en einverstanden sein können und bedauern, daß mißverständliche Redensarten gefallen sind, die als eine Geringschätzung anderer Stämme anrgelegt wurden. (Gelächter b. d. Soz.) Abgeordnct.r Basscrmann bat gesagt. dle dort anwesenden NcicheiagSabgeordneten hätten de» Acußernngen sofort entgcgenlreten müssen. (Sehr richtig! links.) Einem Gast ist cs nicht ohne weiteres möglich, in dcr festgesetzten Rcdncrfolge das Wort zu ergr-iscn. (Qhol links.) Das ist Sache d.s Vorsitzenden. Man kann ja sehr wohl national!,berak. jung- liberal und durch die Schule de» Hansa-BundeS hindurchgcgangen sein und doch als Vors i tz c nder einer Versammlung ein Versehen machen. Was der Abacardn-le von einem säbel» rasselnden Maulheldentum gesprochen hat, scheint mir auch die parlamentarische AuSdruckSwcise zu überschreiteir. (Sebr richtig! links) Man soll'« nicht zu streng urteilen, wenn ein alter G nceal, der mit dem eisern.n Kreuz ausgezeichnet und im Krieg mehrfach vcndundet wordcn ist. KriegSerinncrungcn erzähl, und nicht jedes Wort auf die politische Wagschalc legen. (Zuruf b. d. So,)
Jm Laufe der Jahre sind auch hier im Hause und außcrbaklö in überaus unzuverlässiger Weife kränkende Aeußcrungen gegen preußii'chc» Welen und preußische Einrichtungen ge. fallen, die ein Ec!,o erklärlich machen, da» nicht im Salonian aud- fällt. Dabei handeü es sich um Bestrebungen zu einer Ausgestaltung der Gelchgcbung in einer Richtung, die die Rechte de» König» von Preußen zugunsten einer unitariichcn ReichSrcgierung ein- ichränken will. (Widcriprua, b. d. Soz,) Daß diese Bestrebungen von einem großen Teil der Forllchrittlichen VolkSpariei propagiert toerden. können Sie nicht leugnen. Dcnigcgenüber muhten allerdings auch wir (Zuruf bei den Soz. Wir?) van preußischer Seite, wir Koniervatwcii auch, un» einmal schützend vor die Rcichsvcr- fassung stellen. Wir wollen die Rcichsvcrkassung nicht angrcisen. Wir stellen unS schützend vor sie und lassen uns dabei von keiner anderen Partei üb, nreficn. (B-ifall recht», Gelächter links.)
Ein Antrag Goas Westarp (Kons.) fordert Bcrtagung.
Abg. Scheidemann (Soz.): >
Es ist erst Uhr, (Zuruf«: © t ft I) da liegt kein Grund zur Vertagung vor.
Der Antrag wird abgelehnt.
Abg. Schultz (Rp ):
Jm Dezember war da» Parlament eine einzig« Masse tiefer inncr-lcher Entrüstung. Inzwischen ist es anders geworden, dg die Stimmung im Lande umge schlagen ist. Die Aktion richtet« sich doch letzten Ende» gegen die Armee. (Sehr richtig! recht». Sturmisch-r Widerspruch li.cks ) Hat man die Zaberner Soldaten nicht als eine wild gewordene Horde hmgeitelltl (Lebhafte Zustimmung links ) Hat man nicht von dem schnoddrigen Ton de» KricgsminislerS gesprochen. (Lebhafte Zustimmung IiiitS.) a-tundenlang hat man den Lbersten v. Reuter beschimpft. (Zuruf link«: Er hat jo einen Qrden bekommen.)
Nach Professor Laband besteht die KabinetlSordcr von 1320 zu Recht und muß auch ,m wesentlichen fernerhin bestehen bleiben. Wir haben alle da» gleiche Interesse de» Schutze» der persönlichen Freiheit, wir müssen aber dafür sorgen, daß die Ordnung im Siaatswrsen ausrcchterhalten bleibt. Es kann Fälle geben, in denen die Militärgewaü unmittelbar eingreljen muß. Dio Zaberner Vorsälle wären anderswo nicht möglich gewesen. (Widerspruch iinlS.) Je mehr wir den Wünschen dcr Elsaß- Lothringer mit Schasf-ung der Verfassung cnlgegcngckommen sind, um so schlechter ist uns diese hochherzige Politik gelohnt worden. Die Reden in Straßburg machen geradezu einen operettenhasten EmdruL Mit ernster Sorge müssen wir uns fragen, ob m der Stunde der Gefahr unsere Angelegenheiten in den Reichrlanden in guten Händen liegen. Bismarck hat unbefangen auch seine eigene Politik nachgeprüft und Fehler, die er begangen, energisch wieder gutzumachen gesucht. Möge auch der jetzige Reichskanzler unbefangen erwägen, ob die in den letzten Jahren betriebene Politik uns in den Reichslanden dem Ziele näher oebrachi bat. da» Land an Deutlchland anzunähenr (Beifall.)
Abg. Herzog (Wirtsch. Vgg.):
Auf allen Seiten sind bedauerliche Entgleisungen vorgckommen. Jeden all» darf aber der Rock de» Königs nicht ein Objekt karnc> vakistischer Spielereien abgeben. Auf den verschiedenen Seiten muh endlich eine Beruhigung cinlreten Die Miliiärbehärde hat im Fall Zabern besser abgeschnittcn als die Zivilverwaltung. (Dei'all rechts.)
Ein Antrag der Sozialdemokraten, jetzt, um 6'/i Uhr, zu vertagen, wüd a b g c Ieh nt.
Abg. Ledcbour (Soz i, der zunächst aus der Rednerliste stehi. verzichtet. (Große Heiterkeit.)
Abg. Tr. Naumann (Bp-):
Der NeickStanzler kündigt eine ireuga dei an, jetzt, wo die militari,che Leite Freispruch, Ehre und Orden b«. tommcn hat, die bürgerlich: Seite aber nichts. Alle zivilen Autor tät cnvon Elfaß-Lothring.n sind einheitlich der Meinung, daß die zivilen Behörden ihre Pilichl g.tan toben. Eljaß-Loth. r> gen ist ein Bundesstaat, der kein Kl.id hat. Daher der Eindruck ter versiassungSmäßigen Hiljlosigkeit. Da« Bcrhaltcn der clsaß loihringischen Kammern war durchaus würdig. Sie waren einig. Tiefe Ltaat»c>nhcit hat ihnen Oberst v. Reuter einge, pault. Was bat der Kanzler weiter mit Elsaß Lothringen rer'»' Aber jetzt ist der Oberst RcutcrcinbcruhmterMann geworden wc'I er auimarschicrcn und zielen ließ und schrie: Platz frei! Und dafür wird gratuliert und telegraphiert. Graf Weitarp hat zum Preußenbund mit seinen Jycnplitzereien weihevolle RückzugSertlärungen g-gcbcn. ftzei- tcrkeit.) Der Reichstag kann nicht ewig eine unb.achiete Äoniroll. behörde fein Wir brauchen das parlamentarische Regime. Jetzt fliegen die ReichStagSbeschküsse heidi, heida in den großen Papierkorb der Regierung. Tie Rechte hat bereits das parlamenlariicke Reg'mcnt. Sie sägt die Minister ab. die ihr nickt passen. (H.it rkcit.) Sie nimmt e» aber übel, wenn wir sagen: Wir wollen die Plätze cinmal tauschen! (Hoilerkeij.) SM Capr'.vi die Handels»wiräge ohne die KonCerbativen macken wollte, da war Li-benberg fällig, wie diesmal Donau- -schingen. ( B ifall.) Sie wollen vom Reich' nich'S wissen. Wir aber sagen: Tenischland. Deutschland über alles, über alles in der Welt! (Lebh. Beifall.)
Abg. Lcdcbour (Soz.):
Zabern bedeute! da» Diedererwacken de» P ätorianergeiäe». Ter Kriegsminister hat seinerzeit gewissermaßen die militärischen Jnlianzen mit einer Putaiivnoilüge beraushauen wollen, ,'vire. Präsident Tode: Ich nehme an. daß Sie dem KriegSminifter
nicht bewußte Unwnbrheii vorwerfen wollen?) Ich habe nach dem Borbild der Notwehr, in der sich Forstner befunden haben soll angenommen, daß der KriegSminifier in keiner Noila"e eine SluS- rede gebrauch! hat. ohne sich bewußt zu sein, daß er von der Wahr, heit abwich. (Große Heiterkeit.)
Bei Schluß des Berichts, VA Uhr, sprach der Redner noch
fort.


