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Nr. 20 Zweites Blatt 1 ^ 4 . Jahrgang

Erscheint täglich mit AuSnghine der Sonntags.

Ti« ..«ießener zainilienblätter" werden dem .Anzeiger" viennal wöcheiittich beigelegt, dar llreirdlall für den Kreis «setzen" jiucimal

Ivö-beniltch. Ti-kandwlrtschastllchei, öeil- srngen" erschemen monaliich zweimal.

ietzener Anzeiger

Gencral-Anzeiger für Gberhejsen

Samstag. 24- Januar 19H

Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universuäls - Blich- und Steindruckereu R. Lange, Gieren.

Redaktion, Erpedrtion und Druckerei: Schul- strahe 7. Expedition und Verlag: Redaklwn:e^il2. Tel.-Adr.:AnzeigerlSiebe»u

Di.' Wohnungsnot in h jfcn.

Daß die Wohnungsvcrhältniise im Großhcrzogtum Dessen und nicht zum miudcslcu auch im Kreise und drr Stadt Gießen nicht gerade die glänzendsten sind, ist längst zur bekannten Tatsache geworden. Und der Jahresbericht des Großh. Landeswohiiuugsinspckiors verschweigt sic durch­aus nicht, sondern sucht im Gegenteil durch Stelaidi tuna aller Mängel auf alles das hinzuweisen, was verbessert werden kann und muß. Da ist zunächst die Tatsache, das; die Zahl der neuen Wohnungen durchaus nicht dem Bedarf an Wohnungen entspricht, da ist besonders das immer mehr wachsende Bedürfnis nach Kleinwohnungen, der Rückgang des Einsamilienhauscs, die ganz unverhältniSmäßige Steige­rung der Mietvreise, da sind auch die recht s ch l e ch l c n Z u st ä n d e, die in den einzelnen Wohnungen herrschen.

Besonders für kinderreiche Fa milien Hai das Finden geeigneter Wohnungen stets erhebliche Schwierigkeit gemacht. Für die Beschasiung von Kleidung und Nahrung ist der Familienvater allein verantwortlich zu machen, bei dem Auffinden und Beziehen einer gesunden, geräumigen und doch billigen Wohnung muß ihm jedoch von seiten der Wohnungsfürsorgc geholfen werden, zumal großen Familien meist die Mittel zu ausreichenden Wohnungen fehlen. Sol­len besonders in der gegenwärtigen Zeit des Geburten­rückgangesdie Kinder aus starken Familien mit ge­ringerem Einkommen nicht durch ungenügende oder schlechte Wohnungsverhältnisse an Geist und Körver Schaden leiden und damit wieder den Nachwuchs an Menschen ungünstig beeinflussen, so kann sich die Ocfsentlichkeit aus die Dauer nicht der Aufgabe entziehen, für diese Familien ausreichende Wohngelegcnhcit zu schassen zu Preisen, die die Familien­väter auch erschwingen können".

Wie übel beste'lt die Zustände vieler Wohnungen sind, davon geben die Besichtigu'.'gsprotokolle des Berichterstatters nur zu deutliche Bilder. Neben der Bausälligkeit und dem Schmutze bieten sie auch in sittlicher Beziehung für die erwachsenen Kinder schwere Gefahren, da die Räume vielfach zu klein sind, um für getrennte Belten für beide Geschlechter zu genügen. Aus der großen Zahl der vorliegenden Bei­spiele sei eins wicdergegobcn, um zu zeigen, wie überfüll) manche Wohnungen sind:

Romrod: 1 Zimmer (glitt. 1 kleiner Schlafraum. Eltern, 1 Tochter von 12 Jahren, 3 Kinder unter 10 Jahren. <65 Mk. Miete). Ter Schlairanm ist eigentlich nur ein Abschlag. Sein Fenster geht direkt aus den Abort hinaus, so daß dessen Dünste eindringcn können.

Ein lautes Klagelied weiß der Wohnungsinspektor aus dem uns nicht allzu sernei, Kreise Büdingen, von einem dortigen Gutshosc zu singen. Er schreibt:

In dem innerhalb des G u l s h o f c $ belogenen Zimmer für Tätwcizer sind die Fenslersläd.cn laum ausreichend: in dem einen großen Fenster ist überdies nur ein ganz kleiner Teil zmn Ocssncn eingerichtet. Der Schlafraum der Pferde­knechte (rechts im Gutshof) hat Z e m c n t f» ß b o d e n. Es i' den Leuten wenigstens vor ihr Bett ein wärmender Belag zu legen. In allen Räumen männlicher Arbeiter sehlt Waschgelegenheit. Tie Gutsverwaltung begründet dies damit, daß die Leute die Waschschüsseln doch wicht benutzen wür­den, sondern zum Brunnen gehen. Wenn dies ieV wirk'idi ge­schieht, so ist das eigentlich natürlich. di die L'rt: sr küia andere Gelegenheit haben, ihr Reinlichkeit, beaürsitis zu bi sriedigen. Waschsrinisseln müssen unbedingt vorhanden sein, da den Leuten jedenfalls an kalten Tagen das Waschen am Brunne:- im Jntcresie ihrer Gesundheit nickt zugemutet werden kann. Au' eine Schüssel sollten nicht mehr wie zwei Mann angewiesen sein. Ebenso sind k ine Behälter da, wo die Leute ihre Kleider usw. unterbringen können. Tie Ausstellung einiger Schränke sei des­halb aufs wärmste empfohlen."

Solche Zustände sollten au maßgebender Stelle zu ernsten Bedenken Anlaß geben. Selbstverständlich entspricht den angeführlen Beispielen »ich! die Regel oder der Durch­schnitt der Wohnungen. Immerhin gib! es^aber genug solcher Behausungen, die eine recht eindringliche Sprache reden. ->

De wiffenicha't der Nat'irväl'er.

Ter primitive Mensch beweist in seinen religiösen Börstel- lungen und in seiner Kunstübung eine Kultur, die bereits eine gewisse Höhe und Mannigfaltigkeit erreicht hat. Daß er aber auch nicht unbe ttächtliche wissenichai li^e Leistu-gen hervo-b jag', düriie wenig bekannt »ein. Ter bekannte Ethnologe Proieoor K. Th. Preuß widmet nun in seiner soeben im Berlage von Teubner erschienenen ..geistigen Kultur der Naturvölker" auch der Wist'eni'cha t ein Kapi el und zeigt, wie sich teil; aus den magischen Borstellnngen des Naturmenschen, teils aus den prak­tischen Notwendigkeiten des Lebens sür ihn allerlei Be'rachtun- gen ergeben, die seine Tenkw.-i'e in einer von jedem Zwca be­freite rein wissenschaftliche Richtung lenken.

Ter primitive Mensch sucht sich über das Weltgebäude und den Laus der Gestirne klar zu werden, gewinnt von dem Begeiss der Seele und von den Kräften in der Natur eine feste Anschauung, und so kann man wohl mit Wundt in dieien Anschauungen die Anfänge der Philoiovhic und der Wiiscnschafl erkennen. Ter Naturmensch beobachtet sehr schar» und erakt, schreibt den Dingen aber dann freilich leicht eine zauberische Bestimmung zu. So sind z. B. die mexikaniichen Eora Indianer über die drei sdän- tungen der Larve der Zikade genau unterrichte:: dann aber fliegt nach jhiem Glauben das Tier zum Himmel und wird dort von den Göttein mit den Blüten der Fruchtbäumc geschmückt, die es zur Erde herniederbringt. Das magische Interesse an den Kräften der Natur führt den primitivsten Menschen zu praktischen Er- sahrungen, aus denen sick ganz erstaunliche, wahrhaft wissen­schaftliche Kenntnisse entwickeln. Das beste Beispiel sür dieses tiefe Eindringen in das Nattirgesch.-Hen durch die Naturvölker ist ihre Kenntnis der schärfsten Gifte in den verschieden- sten Gegenden der Erde. Unendlich groß ist die Zahl der pflanz­lichen und tierischen Gifte. mit denen der Mensch im Lause der Zeit seine Versuche angestellt hat. Die Ergebnisse haben sich aut die Nachkommen »ererbt und sind io ,u einem wirklichen Wissen­schaftszweig geworden. Ter beste Kenner der Pseilgtste. der Ber­liner Pharmakologe Louis LcwtN, hat darauf aufmerkmm gemacht, daß von den zahllosen Güten immer nur sehr wenige, nämlich die mit einer besonderen torischen Energie »ersehenen, an, Pfeile gebracht werden . Wie kamen und kommen die Gebraucher ge­rade aut die besonders gefährlichen Herzgistc? Wer lehrte die Eingeborenen Ostasrikas die brutalen Ser,Wirkungen der Aeo- kanthera Schimperi kennen, oder wies andere südöstliche und west­liche Stämme -nt die Samen der Strovhontus hin? Und warum wählten die B-tak ans Sumatra oder die Einwohner der malay. ischen Halbinsel ein ebenso stark wirkendes H-rzgift: die Antiaris

Aehnlich verhält es sich mit der W o h n d i ch t i g k e i t in Hessen, Werfen w,r einen Blick aus eine Tabelle der Wohn- üichtigkcil im Tculschen Reiche vom 1, Dezember 1910, so finden wir Hessen in bezug aus did Dichtigkeit der Land­bevölkerung unter den Bundesstaaten, die den Reichs- d u r ch s ch ii i l t erheblich überschreiten. Es wird nur vom Königreich Sachse» und den beiden Fürstentümern Reuß übertrvsfen. Am stärksten ist die Wohndichtigkeil in der Sladt O ssenbach, in der nicht weniger als 19,6 Personen auf ein Haus kommen. Tie Stadt Gieß e n steht mit 13,8 Hausbewohnern an vierter Stelle, Tie Zahl der aus ein Quadratkilometer cntsallendeit Einwohner ist in Gießen seil 1871 um das 2>/-fache gestiegen, im Landkreise Gießen etwa um 25 Prozent,

Es ist klar, daß sich diese Wohndichtigkeit wieder be­sonders in der Belegung der W o h n u n g e n fühlbar macht. In Hessen bestehen 1961 Wohnungcn aus nur einem Raume, 4563 aus zivei Räumen, 2831 aus drei Räumen, wobei 498 Wohnungen von neun und mehr Personen bewohnt werden. Am stärksten ist die Uebcrfülluug in der Provinz Starken- burg, doch auch Lberhesjen steht nicht weil darin zurück. Es lebten in aussichtspf.ichtigcn Mietwohnungen von 756 Ge­meinden im Eroßherzogtum 57 194 Menschen in übersiill- tcn Wohnungen. Rechnet man hinzu die überfüllten Woh­nungen in den fehlenden Gemeinden und insbesondere die überfüllten Wohnungen, die von Eigentümern bewohnt wer­den, so erhöht sich diese Zahl noch erheblich. Es ist bekannt, daß namentlich in-den kleinen a'ten Einfamilienhäusern auf dem Lande vielfach «ine sehr starke Uebersüllung herrscht.

Was solche minderwertige Wohnweise sür die dazu ver­urteilten Menschen und besonders sür die K i n d e r bedeutet, das macht sich unsehlbar in gesundheitlicher und sitt­licher Hinsicht bemerkbar, -eine unerbittliche Fo.'ge, welche nicht nur die davon Betrosicneii berührt, sondern auch unbe­dingt die Gesamtheit in Mitleidenschaft ziehen mutz.

K. B.

flccr imJ* Flotte.

19 000 MA. an die Oberleitung sür die von dieser zu leistende Ar- Generalleutnant z. D. v. W i n n i n g, Inhaber des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, im Alter von 73 Jahren.

Kirche nnd Schule.

Borseininar in Lich. Für den Eintritt in die 6. Seminarklasse (Borseminar in Lichi muß der Schüler entweder das Ziel einer guten Volksschule erreicht haben oder nach Ober­tertia einer höheren Schule versetzt sein. In der Aufnahmeprü­fung, die am 2. April vormittags 8 Uhr beginnt, sind von dem Schüler nochznwciscn: Gewandtheit im mündl. und schristl. Aus­druck, Bcrttauthcit mit der deutschen Rechtschreibung, sowie Sick'er- heit im Rechnen (hauptsächlich Bruchrechnen, Rechnen mit Mün­zen, Maßen und Gewichte, bürgerl. Rechnungsarten), das Wich­tigste in den Realien. Ter Anmeldung (schriftlich mit 1,50 Mk. Stempel) sind beizusügen: Guburts-, grüner Impfschein, Ver- mögensnachwciz, Schulzeugnis: auch ist vorherige kreisärztliche Untersuchung des Schülers nötig.

Der Dur^schlaq des Difte'ra^nhlnnels.

Fulda, 23. Jan. Nach mehr als füns'ähriaer Bauzeit 'st der Durchschlag des Distelra'entunnels im Stollen -wischen Schlüchtern und F'icden erfolgt. Der Distelrasen ist .'in 465 Meter hoher Bergrücken, der Sattel zwischen der Rhön und dem Vogelsgebirge. Der jüngste wutsche Tunnel ist genau 3650 Meter lang und hat eine Steigung von 1:100: er kürzt durch Ausschaltung der seit­wärts und hochgelegenen Station E'm die Ferhrzeit auf der Strecke FrankfurtBerlin ganz erheblich ab. Daß an dem Durchstich des Distelrasens (Bunt'andstein) ein volles Jahr länger gearbeitet wurde, a^s man vorhersehen konnte, liegt in den antzergewöhnlichen Schwierigkeiten, auf die man im Berg unvermutet stieß. Namentlich waren es zwei Stellen, deren Ueberwindung viele Mühe kostete, Berwcrfungsspal- ten, 275 und 150 Meter breit, wo. der Druck des mit Ton,

tori'arso, und Bergstämme des Himala-a und die Aino auf Jesso eine Akonitari?" Wie hier die gejMckte Auswahl des rechten Giftes, so zeiot andererseits die Anwendung zahlreicher erregender Gennßmittel b'i den Naturvölkern eine genaue Beobachtung kom­plizierter Vorgänge. Tie ""gt»rmenschen ve-wenden, gerade io wie 'er itio'rnSe Ch'mi'er, Alka'ien als Ansshließungsmittel. damit das w ttksame Al'aloid frei wird und wirken kann. So mischen ' ie Eingeborenen von Per-i, Chile und B'ttvien unter die nar­kotischen Kokablätter, die sie kauen. Pilanzcnasche, durch die das Kokain erst frei wird. Die »'eichen Zwecke versolgcn die O'- aliften. indem sie Betelv'elserbl-i er zusammen mit der Arcka- nnß kauen. Durch die Zusetz ing eines Alkalis in Gestatt von ge­branntem Kalk werden die Alkaloide der Arekanuß erst wirksam.

Groß ist auch die Kenntnis der Heilmittel sür Krankheiten unter den Naturvölkern, und ebenso Wilsen sie über ihre H'imat und die diese bewohnende Tier- und Pstanzenwlt ganz genau Be- scheid. So gelangen sie direkt zu geographischen Leistun­gen und fertigen Karten an, die einen nicht unbedeutenden Wert besitzen. Besonders interessant sind die bekannten Stab­karten der Marschall-Jnsulaner, die wirklich bewundernswerte Kenntnisse enthalten.

Eine Ruhmestat der Astronomie. Ter schönste aller Sterne des Himmels ist der strahlende Sirius. Er ist leicht zu ftnden, indem man einfach die dreisternigc Linie des Jakobsstabes im Bild des Orion abwärts zum Horizont ver­längert. Seine wahre Entscrnung beträgt über eine halbe Mil­lion Sonnenweiten, so daß das Licht, das in der Sekunde 370 000 Kilometer zurücklcgt, 8>/- Jahre braucht, ebe es von ihm die Erde erreicht. Als im Jahre 1819 der Königsberger Astro­nom B e s s e l seine Sternortbestimmungen mir denen des Eng­länders Bradley aus dem vorigen Jahrhundert verglich, stimm­ten alle Stellungen überein, nur die beiden Sterne Sirius und Proeyon nicht Proeyon ist ein heller Stern erster Größe in der Nähe des Sirius. Durch Vergleichungen mit allen frü­heren Sternkar'en bis hinaus zu Hivvarch kam. wie wir im Kosmosbandweiser" (Stuttgart le>'en, Beuel zu der Vermutung, daß der Sirius ganz kleine Kreisbewegungen aussührte. die nur durch einen noch unentdeckten Trabanten verursacht werden konn­ten. Er bestimmte den Umlaut dieses Begleiters aut 50 Jahre. 18 Monate nach Verönenttichung dieser Arbeit, die nur als eine Vorarbeit gelte» sollte, starb Beisel. Sein Nachlolger Peters setzte die Arbeiten Bessels fort, bestimmte die Bahn des unsichtbaren Trabanten als eine Ellipse, die er in 50 Jahren durchlaufen sollte, und berechnete sein Gewicht, seine Größe und seinen Ab-

.Kohlen und Wasser durchmengteu Gesteins so stark war, daß mau zur Fassung und Stützung Tübings (halbrund gebo­gene Eiscnplatten) einbaiien inutzte. Auch lvar besondere Torgsalt nötig, um bei deni nachdrückendenRötling" vor­wärts zu kommen. Die Elmer Umgehungsstrecke kostet 15 Millionen Mark, wovon 9>tt Millionen allein aus den Distel- rasen-Tuniiel entfallen. In diese Kosten sind eingeschlossen die Erweiterung der Bahnhöfe Flieden und Schlüchtern mit Auschlutzgeleisen. Ter um 566 Meter längere Kaiser-Wil- Helm-Tunnel bei Kochcnn a. d. Mosel kostete 5>7 Millionen Mark weniger als der Tistelrasen-Tunncl, der mit Ein- slihruiig des Sommersahrplans dem öffentlichen Betriebe übergeben werden tvird.

vermischte».

* Nachrichten au s dem H o ch w a s s e r g e b i e t zufolge stehen in dem Kreise K ö s l i n allein 17 000 bis >8 000 Morgen Land noch unter Was.er, das mit dickeni Eis bedeckt ist. Darunter besinde» sich etiva 15 000 Morgen am Jamunder See und über 1000 Morgen bei Plenshagen. An der O st s e e st e v o n H i n t e r p o ni in e r ii hat eine ganze Reihe von Gemeinden teils durch de» Abbruch der Ufer, teils durch Fortspülung bei der Sturmflut ganz bedeutende Berluste an Land und Häusern zu bes agen Da die Betrof­fenen in der Hauptsache arme Sec- uud Hassischer sind, ist dringende Hilfe erforderlich. Das Bureau befindet sich Ber­lin, Alsenstratze 10.

*EinUnfallbeimBobrennenin St.Moritz. TieB. Z." meldet aus St. Moritz: Bei den Bobrennen auf der Erestabahn stürzte am Touiierstag ei» Bob uin, die In­sassen, Prinzessin Erika von Hohenlohe-Oeh­rt ngen, der Prinz von Orleans und der Stent- f e r wurden herausgeschleudert. Tie Prinzessin er­litt eine Quetschung ain Genick, der Prinz brach das Nasen­bein, dem Bremser wurde die Schulter ausgcreukt. Einen ähnlichen Unfall erlitt die Mutter der Prinzessin Erika, Prin- eni» Friederike Karl von Hohenlohe, die durch Umlippen es Sck)littens eine Berletzung am Kinn davontrug. Der französische Dramatiker Bataille er.itt bei einem Un­fall ebenfalls Verletzungen. Ein anderer Herr stürzte 400 Meter ab und wurde bewußtlos i» das Hotel gebracht.

* Ter Dress Punkt. Die Gattin, beim Spaziergang: Entsinnst du dich noch, Toni, wie tvir uns immer hier an diesein .Denkmal trafen, ehe wir heirateleck?" Ter Gatte:O ja; und

da steht auch richtig schon wieder so ein Narr."

bin Hausnmcher Haurwosser von qroßartilfer Wirkung.

J>» Laufe der letzte» Jahre konnte man hin und wieder lesen, wie sich ein wtrkttch gutes Haarwasser derstellen lasse, und es ist ein Vergnügen in höre», wie viele das Rezent angewandt haben, und mit n eltli bemerkenswerten Erfolge». Do srbreibt eine Dame, sie habe sick. ioiort nachdem sie davon gelesen, das Rezent beim Avoibeker nach Borichriit zusammenitesien lgsien : H5 er Buy Rum. :10er Livola de CompraAe. 1 er krist. Menthol, denn tdr Haarausiaü Ivar ein­fach Ichre tlich. Sie nahm es also mit nach Hause, wandte es einige Zeit an und war nicht wenig ersiumi und entzückt zu sehen, wie rm'ch der HaarauSiall mif'övte und der Haarwuchs selbst wieder neiördert wurde. Tatsächlich sei ihr Haar i» zwei Monaten um beinahe 0 Zentimeter länger geworden Ihr Haar fei dabei heller, glänzender und üvviger. als eS le neweien. und sein Wachstum dattre >oit. In den ersten d>e> Wochen habe sie die Mischung zivei- mnl täglich Iridit in die Kovshgul ei »gerieben, t'eitden, wende sie es aber nur nodi ei»»,gl täglich an. Besonders interesiani ist es noch, die'en und andere», Berichten zu eninebnien, daß diele Miichting rtirfn nur den Hnarwuchs bedentend iöi dert, sondern nnch d»e Schum penbildu»' rernichlet, die Jrriia-ion der Äo--fho»i linderi nnd Haar­wurzeln und Kovihoui i» gesnndem und normalem Zustand erhält.

Eine reizende Neubeit, welche die Kinder spielend Geidtick» ltdtkeit er! »gen läßt nnd gleidt.zeittg Anregung veischnsit. erhält nu! Wunsch jeder Leier dieser Zeilen konenirei von Nestle'» Kinderinebl-GeieUschost. Berlin W. 57. Es ist dies eine Ansschneide- vttvve mit drei verschiedenen, allerliebsten iUewändern, wonnt die .Kinder lehr gern und lange ioielen. Aus Wunsch ivird auch eine Probedose des berühtinett Kindermebls umsonst beigeiüat, 850z»

stand. Die Astronomen richteten ilire Teleskope aus den SiriuS und sahen sich die Augen müde. Aber niemand entdeckte den beicchncten Begleiter und fast 20 Jahre vergingen. Als aber am 31 Januar 1862 der berühmte amerikanische Linsengießer Clark sein neuestes Obsekttv prüfte und das Fernrohr aut den Sirius richtete, entdeckte er genau an der Stelle, die Peters angegeben hatte, ein winziges Sternchen achter Größe in unmittel­barer Nähe des Sirius. Der Siciusbegleiter war entdeckt! Bahn. Größe, Entscrnung stimmten genau überein mit der theoretischen Berechnung. Wie groß sind doch die Magier der modernen Wissenschastil Sie prophezeien, daß im Dunkel des Weltraums Sonnen auiilammen werden, und sie weissagen die Flammen- schrist des Universums, die sich in Schleifen und Ellipsen erst einem zukünftigen Geschleckte otsenbaren wird!

Wer hat Spitzbergen entdeckt? In den Islän­dischen Annalen stnden wir die rätselhafte Eintragung sür das Iahe- 1914. Svakbards entdeckt. Das Wort dürste wohl äks Kälteküste" zu übersetzen sein. Immer wieder stoßen wir dann in Märchen und Geschichten aut den Namen dieses Landes, das nach gewissenhafter Prüfung aller bekannten Ouellen wohl als mit Spitzbergen übereinstimmend bezeichnet werden dar». Man kann annehmen, daß Isländer nnd Norweger aus ber Walroß- jagd der DrribeiSgrenze nordwärts folgten, dabei mußten sie dann unbedingt aus dar Taielland von Spitzbergen stoßen. Wenn auch der Reichtum der Inseln an Walrossen die Fänger regel­mäßig angelockt haben mag. geriet das nördlichste damals be­kannte Land jedoch bald wieder völlig in Vergessenheit. Seine zwette Entdeckung erlebte Stntzbcr.gen säst genau 400. Jahre später, als die unternehmungslustigen Holländer einen Seeweg nach Ost­asien suchten, dessen Schätze ihnen durch die mächttgen Handels­flotten Spaniens und Portugals streitig gemacht wurden. Am 5. Mai 1596 fuhr eine kleine Flotte unter Führung Wilhelm Barents' aus dem Haien von Amsterdam nordwärts, am 5. Juni erblickten sie das erste Treibeis, das die naiven Schi isleutc zunächst sür Schwäne hielten: am 9. Juni entdeckten sic die einsame Bäreninsel, der sie selbst diesen Namen wegen eines blutigen Kambies mit den ungemein häutigen Eisbären gaben. Tann finden wir in dem uns erhrlrenen Tagebuch unter dem 19. Juni die Angabe, daß die hollätidische Flotte von neuem Land sichtete. Noch den dort be.-zeichiic en Grade» war das nichts anderes als die Sildwestküstc Spitzbergens, das von diesem Tage ab wieder zur bekannten Erde gehörte Freilich war sich Barents seiner Enldeckting keineswegs lewußt: er glaubte vielmehr zn- näM, an die grönländische Küste verschlagen zrl sein. Allerdings machte schon ihn die ganz anders geartete Landschaft stutzig.