ftni&tfMliintnt, die erfolglos jnm Dffoiftituitgätib Wotgtlaiwit wa- ittt, tschlächtermeistern. btt keinen Pfennig besaiten, har man die (benehmigung zum Bauen gegeben Ta braucht man sich nicht zu Mündern, da« solche Strohmänner bankrott gehen. Ter Mittelhand uthrr lich uni der größten Entschiedenheit argen die Schmutzkonkurrenz und das Piulchcrium aus allen Gebieten des geirierd- licheu Lebe»», insbesondere gegen die Ramichvasarr und die Abzahlungsgeschäfte. Es wird nicht eher wieder Ordnung inerden, wen» nicht der Besähigungsuachiveis aus andere tziebiete ausgedehnt wird. Ich glaube, der gewerbliche Befähigungsnachweis ist aus dem Marsche. Auch die sogenannten akademisch gedildeleu Ge- iocrbctrcibciidcn, Rechtsanwälte, Acrztc und Architekten, machen iich mit den, Gcdailleii des BesäbigiingsnachiveiieS vertraut lind käinpscn entschieden gegen das freie Spiel der Kräfte a».
Wir haben im vergangenen Jahre eine ganze Reibe Von Anträgen cingebracht, „in die selbständigen Gewerbetreibenden zu schützen und die kleinen und mittleren Betriebe vor dein Versinken in das Proletariat zu bewahre». Davon sind crsreulichcrwcisc ein: ganze Anzahl angenominen worden Einkehr wichtiger Antrag »t leider abgetchnl wordeii. Er betrifft den Schutz der kleinen Müller, die >a noch i» erfreulich großer Zahl im deutschen Vaterland vertrete» sind. Sic kämmen einen außerordentlich ickwercii Kamm gegen die groben Walzmühlen. Eine der wichtigste» ,tragen der (Mittel,landsvolilik ist, diese 40 000 Lleinmüllcr zu erhalten. Ob das nun geschieht dadurch, daß mau die Grostmühlen einer stassel- iörniigen Umsatzsteuer nnlerwirsl, oder dadurch, daß man die Mchl- erzeugung kontingentiert, ist für uns ganz gleichgültig. L,e Haupt lache ist die Erhaltung der Kleiumüllerei. beider koiiimeu die Staatsregieruiigen vielfach über Erwägunge,, nicht hinaus, iveun der selbständige Mittelstand geschützt werden soll.
Wenn andere streife, die rassisch unserem Bolle lischt zugehören aber inik einem Wuniche an die Regierung hcraittreien, dann ist diese sofort bereit, den Wunsch zu erfüllen. Lo ist es dem sogenannten gese»e-l,-->-e„ Judenlun, gelungcu, eine Sonderbestimmung in dem neuen SonilagSr h ge er zu erhrltcu. Tat ist Nichts anderes, als ein Ausnahmegesetz gegen den christlich-deutsche» Mittelstand. Tic chiistlichdeurschcn iHcfffcäfte glauben, ivenn er den orilwdore» Juden gestattet sein soll, ihre jüdischen Angestelsten hinter verschlossenen Türei, 5 Stunden während des chrsttlichei, Sonntags beschästige», dost dann die Folge, sciii wird, dast den jüdischer. Geschäftsleuten ein Borsvrung von nahezu 24 Stunden vor den christlich-deutschen Geschäslsteiiien garantiert wird. ES ist ganz ausgeschlossen, dast die ArbkitSpslicht an christlich deutschen Sonn lagen in ortkodor jüdischen Cücfdjaften sich nur aus die jüdischen Angestellten beschränken ioirk. Ei» christlich-dcutschcr Angestellter wird sich nicht nndersetzciu wenn sein jüdischer Ehei ivünschl, dast er mit seinen südischcn Kollegen wahrend der fünf Ausnahme- stunden am Sonntag Mitarbeiten ioll. Tamil würde de», christ lich-dcutichc» Sonntag der Todesstoß gegeben werden. Wir leben doch in einem christlich-dentichen Staate, und die kleine jüdische Minderheit, die allerdings int Handel eine säst erdrückende Mehrheit ausmacht, hat sich dem Interesse zu fügen, das vo» den Tcnt, ichen ausgcht und niemals anders. (Sehr richtig! rechts.) Wenn der Abg. Gunßer von der Fortschrittlichen Volkspartci diese indische Sonderbestimmung für gefährlich erachtete und sich dabei die Bemerkung Nicht v'rknei en kmntc, der Antisemitismus würde durch eine solche Sonderbestimmung oustcrordentlich genährt wer den und das sei doch eine aiisterordcntlich hästtiche Bewegung, so „inst ich ihm erwidern, dast auch seine Bartest in politischer Beziehung nicht gerade einen Adonis darftcllt. (fiteiterfeit!')
Eine Kritik der Fortschrittlichen Bollsvarlei Imll ich mir er- svarcn, weil ich die Klingel des Präsidenten nicht in nervöse Zuckungen versetzen möchte Das Ausnahmegesetz, das das Iuden- tmn hier der Regierung abgcrungcn hat, entspricht den Bestrebungen im Friihiaür 1813 in einer Versammlung des orthodoxen Judentums im Rheingold z» Berlin. Ter Rechlsanwalt Löb ries unter tosrndeiii ^eisall seiner Stammes- und Glaubensgenossen- Ter christliche Tlaal must beseitigt werdcil. Diefc» christ- lnhen Staat zu beseitigen, sind die Juden allerdings jederzeit bereit und die Parteien, die dieser Ansiiadmcbestimmuiig zustimmen wollen, wissen nicht, was dabei aus dem Spiele steht. l Tchr richtig! b d. Wirtich. Vgq.! Tie Regierung scheint alles zu tun, ivas die Juden wollen und nichts zu tun. „m den jüdischen Einilllst ein- zudämmeu. Da» Berliner Tageblatt hat im vergangenen Fahre die deutschen »nd christlichen Ideale a»is allerschliMinste derunter- aczogen. ES beschimvite die deutsche» Turner bei ihrem Lkinriacr Turnfest »nd was schrieb es zu der Einweihung des grosten Bölker- ichlachtdenkmals? In allen Grenzgebieten hält cs gewist nicht zu der deutsch-nationalen Richtung, sondern sucht sic zu verwirre». So i» Zaber», so in der Palensrage. Tao geschieht au« de», einfache» Grunde, weil Brrwirrnna und revolntioiiäres Gebaren im Sinne seiner Bestrebungen liegen, nachdem das Blatt 1870 ausichlich lick zur Wahrung südlicher Interessen begründet worden ist. An gesschtS der Tatsache, daß fortgesetzt unrichtige Meldiingen in der Presse auftrcten und Verwirrung anrschten. sollte die Regierung im Interesse der VolkSausklärnng sür eine bencre Nachrichtciiver- iorqung bemüht sei». Ails eine Ansragc habe ich keine Antwort er- lialtcn. Ich gebe deshalb liier die Antworl. Im Jahre iOOO ,var hier in Berlin das. bekannte jüdische Teiearavhenbiirean Wolss in einen Prozcff verwickelt. TaS Bureau Wolss hat mit Ägencc Havas in Paris, mit der Aoencia Steinni in Rom. mit dem Bureau Ioiavhat Reuter »und der Associated Prest einen riesige» Ring zur B'einslni sung der össentlichcu Meinung geschlossen. Hauvtaktionär des Bureau Wolfs ist der Bankier Bl-ichrädcr und cs wurde in ienem Prozeß iestacstellt, dast alle wichtsocrcn Tcveschen zuerst dem Bant Haus Bleichrödel vargclegt werden mustien. Tic Reaiernng Hai tu dicicr ungeheuerlichen BehanMunq geschwiegen. Natürlich ioill sic nicht zugcbcn. dast ihr amtlicher Nachrichtendienst versagt ha!
Run drei wichtige Sorgen des Mittelstandes, die unbedingt behoben werden müssen, wenn der Mittelstand nicht zerircle» werden soll. Das Gesetz gegen de» unlautcren Wettbewerb reicht nicht aus. und zwar deshalb, iveil darr» von sogenannten Ausnahmetagen. Ausnahmeverkäuicn und ähnlichen Tinge» nicht die Rede ist, weil eS an einer zeitliche» Begrenzung der Ausvcrkäuie fehlt und ebenso an jeder behördlichen Kontrolle oder behördlichen Aussicht Daher blüht trotz des Gesetzes der unlautere Wettveiocrb in allen seinen Formen nach wie vor, obwohl sür sogenannte Ausnahmetage das reelle GeschSikSIcben absolut keine Neigung bat. In Breslau haben voii 200 selbständigen Gewerbetreibenden sich nur sieben iür diese AuSnahmetagc ausgesprochen (Hört! Hört!) Allerdings iind die Bc- stimmungcn des Gesetzes an sich sehr scharr. $8 droln Geiängnm strafe bis zu einem Jahre oder Geldstrafen bis zu 5000 Ml. an, wenn Waren bei Ausverkäufen vargcschobcn oder nachgcschobcn wer den. Gerade in diesem Bor und Nachschieben von Waren iah der Mrttclftand eine große Gciahr. Aber wegen der Mängel des Gesetze« ist nichts erreicht worden. Die Textil-Woche und d"r Maiiii- saklurist führen den Beweis, daß sich ganze große GcschüslSzweige und Jabrilen etabliert haben, die unter den, Bestehen des Gesetze» gegen den unlautere» Wettbewerb solche Ausverläuse uiw. mit Hilse der GeichäitSleute inszenieren. Ta gibt es Firmen in München- Gladbach. Elberfeld, Berlin, München, Leipzig, die sich Emv- fehlung bringen für Ausnabmeverläuse „nd für weiße Wochen.
Viele meinen, das Gesetz könne deshalb niiigangen iverde», weil sich Behörde und Polizei gar Nicht um die Miststande tüiiinier» Ein weiterer Mangel ist das Fehle» eines Verbotes des Zugabe iiiitugs. Mit oer Zugabe glaubt man, Käufer heranzuziehen. Es werden Nahrniigomiltcl gegeben oder Waschmittel, Haushaltrings artilel und Tcitilwarcn. Tie Waren werden gleich übergeben oder Gutickiclne ausgedäichigt und für eine Anzahl Gutscheine grbt es da»» eine Uhr oder sonst ein Geschenk. Eine besondere Art der Zugaben haben die Grostwarcnhäuscr in den (strichenklagen «Mütiflü. Sic erstatte» auch wohl die Fahrkostcn bis zu 75 oder 100 Krkometer. Ganz schlaue Geschäftsleute Helsen auch der deutschen Literatur mit einem z-herlock Holmes- oder blick Carterroman aus den 4.am>u. Famit schädigen sie den selbständige» Buchhändler. Die Romane iind aus zchlechtem Papier gedruckt und gehören zu dein schund IN Wort und Bild, wenn nicht zum Schmutz. Andere Geschäfte lassen ihre Kunden umsonst phoioqravhicrcn, ihre Zähne umsonst plombieren oder ärztlich frei behaud-l». oersichern sie A-gen Unsall usw. Eine Teeimporigesellschast l>at ihren Kunden wgar eine Wandcrtahrt »ach Brüssel versprochen. Dafür waren naturiich große Summen notwendig Für viele minderwertige Ware erhielt der Kunde vielleicht die AuSjicht auj eine Wondm-
iahrt nach Brüllet. Ob sie zustande gekommen ist, ivein ich iuchl. IedensallS sncht Ina» damit da« -Publikum heranzulocken. ES komm! da ein Element der Unlauterkeit in das wimchalttiche Leben hinein. Sehr zu begrüßen ist daher der Antrag stAaliewitz, der de» (j 3 des Gesetzes strenger lassen will, daß künstig ttl össentlichen Bekanntmachungeti oder Mitteilungen NN einen größeren Kreis von Personen verboten sein soll, Zugabe von Waren odcr Äeschenle in lAuosicht zu stelle». Kleine Freiindlichkeiten, wie Wrihnachts» oder NeuiohrSkalender, Notizbücher, fallen Nicht unter da« Gesetz. Sie haben bisher >m Geichästsleben fein Unheil cm gerichtet Tic Regierung ioll sich auch »lehr um de» .iiizeigeiiteil der Blätter kümmeln und die tstehcim und ^chönheitsmillcl verschwinden lassen Auch dicic fallen unter den unlauteren ^Wettbewerb. Dem Pi'.blikiim toird damit mir Geld aus der aaiche gezogen. Tie Regierung hat die Wicht, es vor Ucbcrvorteilmig zu schützen. ... . . ,
Für die Landwirtsckiast bekommen ivlr ,a setzt ein Gesetz gegen den Schwindel mit Dünge- und Futtermitteln, Saachut usw. Imnier Iiock» tverden in den Zeitungen Vieb , Frest, Mast lind Milchviiloci angebotcn. Alles Dinge, die zum grüstten Teil purer Schwindel sind. Das rrzeugt nur Verbitterung im Publikum, Treu und Glaube wird lustemaiisch in den Lculcn ertötet. Unsere mobeine Gesetzgebung bat im deutschen Mittelstände die Krästc derart verschöbe», dast die Kleine» immer kleiner und schwächer geworden sind und ein eigentümliches wirlschaiUiches Gebilde aui- gelomincn ist, das den Untcrgniig der selbständigen Eristcnz verschuldet. — 1 1
Das Warenhaus. Viele Leute, die die Verhältuifse glicht überschauen, bolten da« Warenhaus sür einen wirlschastliche» Fortschritt. in Wirtbickkeit ist cS ein Rückschritt in bester Form, ein Rückschritt nach dem Gemifchrwarengefchäst, das heute nur noch in kleine» Landstädten von Bedeutung ist »nd sein wird. Aber in der Großstadt uerlänst die Linie des wirtschastlichen Fortschrittes nichi im Warenhaus, sondern im Spezialgcschäst. Das Waienhaus ist nicht in der Lage, billiger zu verkauien, als der leistimgssähige Spezialist. Das hat der Vcrband deutscher Rabatt- sparvereine ziomgend in seinem Flugbialt .Treue lim Treue" nachgewieicn. Tie Warenhäuser, die Dich im Rheinlande^ errichtete, arbeiteten im Durchschnitt mit 40 Proz. Ausschlag. Seitdem dies össcntlich sestqestellt >va>-, hat Tietz seine Gennnnzahlcn nicht mehr im Börsenbandbuch veröiscntlicht. Die Wareirhänser können auch nicht billiger arliäten schon wegen der gewaltigen Unkosten für Rckiauic, Brlenchtnng usw. Allerdings machen sie durch eine scheinbar ganz genaue Kalkulation, durch 87—8n- Piennig-Tage und andere Dinge dem Pnvlikmn vor. als wäre bei ihnen alles bis aus den Psennig ausgercchnct. Solche Lockmittel und andere Formen de« unlauteren Wettbewerbs laffen das Warenhaus als die tonzentrierte Forni des unlauteren Wettbewerb, im wirtschaftlichen Leben überhaupt anscheu. Ta« Organ deren Warenhäuser, der Konfektionär, hat selbst einmal zugegeben I Man müsse, um Publlkui» zu bekomiucn, eiiiigc Waren billiget verlausen, dann kann man an den anScren um so mebr verdienen: die Frau, die einige Dinge billig bei UNS gekaust ltzti. glaubt selbst verständlich, dast alle« bei uns so viel.billiger, vielleicht sogar noch billi-gcr a'S der Fabrikpreis ist. und so können ivir cm ieidene-i Mänteln usw. um'omehr Geld einstrcichcn. FürdicPra ss die er sastauS-- schllcstlich in jüdischem Besitz stehendeu Wareuhäuser einige Beispiele. Von dem Warenhaus Fricdländer in Görlitz hat der Verband Görlitzer Zvezsalgeschästc bekannt gegeben, das, cs Kalao zu 68, z»c 7:5, zu 80 Psg. zu 1 M> Uitd zu 1,20 Mk. pro Pitiiid verlause und cS wurde von sachmäunischcr Seite nachgewiesen, dast all dieser Kakao die gleiche Sorte ist. Ta« Warenhaus Tietz in Plauen verkauft eine „gutgehende"" Uhr iür 85 Pi. Diese Uhr blich wohl nicht von selber stehn — sie wird wohl überhaupt niemals zunc Gehen komnicii. (Heiterkeit.) Das gleiche Warenhaus verlaust laut seinem Prospekt einen Fülliederhalter „guter Konstruktion" mit I4karätiger tholdsedcr sür 85 Psg. Ein vorwitziger Mann, der einen solchen Halter gekauft und das I Ikarätige Gold aus seinen eigentlichen Wert untersuckicn liest, stellte fest, dast das IIkarätige Gold Itlarätiges Messing ivar. Ebenso verkauft das Warenhaus Julius Tietz io Plauen gestickte Deckche» sür 3 Psg., während mir Fachleute. Sticker und Musterzeichner in Plauen, sagte», dast allein die Einlassung dieser Tcckchen einen Arbeitslohn von 12 Psg. oerla,igle. Ein bekanntes Warenhaus iit Weit- ialeii verlaust als prima Plockwurst ca. 2000 Pfund Picrdcivurst. In Wittenverge ivurde Sevtember 1810 der Geschäilssührer eines Wareuhauscs, Heinrich Hinze, in cinenr sehr iutcressanteir Prozeß vor Gericht gestellt und,er äußerte hier sehr bezeichnend: Ein Warenhaus hat andere Qualltätsbkgriise als ein Svezioigeichait: was in eincm Warenhaus als prima Oualitäl vlacicri wird, wird in einem Spezialgeschäst als ininderwertige Qualität angesehen. (Hört! hört!) Zu allen Praktiken des unlautere» Wettbewerbs suchen die Warcii- häuscr^auch nach Möglichkeit christlich-deutsche Ideale i» den Dienst ihrer Sache zu stellen. Wunderbarerweise haben die voiiti» christ lichen Kreise von Berlin und Uinacbnng nickt Front gemacht gegen die Praktiken des Warenhauses Werkhcim in der Passage Fricd- richltrast? Es hatte einen riesig grosten Tannenbaum auiaestclll, liest die Ellocken crlöncii, deutsche Weihnachtslieder spielen und stesste uiikc,, in der tzluslaae eine Hütte auf. in der zum WeihnachtSieste beschert wurdr. Das Warenhaus Wertheim mit all seinen Hinter männern steht doch zum deutsch-christliche,, WeihnachtSscst in den eigentümlichsten Beziehungen, die nickst christlich sein können. 'Zürn- von den Soz.: Ist ja kaiholisch!, Ja, cs gibt auch latholriche Juden, das sollte» Sie eigentlich Ivisscn. (Große Heiterkeit. — Abg. Heine-Dessau^ Es gedöri ,a gar nicht Wols Wertheim: es gcistt ja nstr so!) Selbstverständlich heißt cs nur so, aber die dahinter stieben — sie haben vielleicht bessere Peziebungcn dazu! - Abg. Heine- Dessau: Wer dahinter stccki, ist der Fürstenlonzern. lieber Kollege, Abg. Bruhn (Wirtich. Vgg.): Bis vor einigen Monaten aber hat es ihm noch gehört!) ,
-tu-.- esarrnyausiuiiei» roiro allen tsewcroelrclvense» ge,a tich. Es ist crsreulich, daß mehr und mehr auch die grosten Hände tan,mein gegen d,e,e ungeheure Gcsahr iür unser Wirttchastslel Front mache». Die Warendäu>er gehen dazu über, eigene Tru reic» einzurichten. Ter Sortinienisbuchhankel wird vo» ih, an die Waud gedrückt. Die Berliner Handelskammer schreibt. I Mt' Geschenk!iteralur, die Klassiker, die Bilderbücher, die Zuge! l.teratur uiedr und mehr von den Warenhäusern beanspruchl >o den, ebenso die povulären Atusikstücke. 'Auch die Schuluvgrrnbrao klagt über die wachsende Konkurrenz der Warenhäuser. 'Auch l Flci>a,crgt'wecbe wird schlver geschädigt. Der Deutsche Fleisch veibond hat mehriach gegen die Warenhäuser Front gema. Gerade die Lebensinittelabteilung mach! Preisuuterbietungcn, >, die Frauen Fleilchtzücke z» beurteilen verstehe». Sie rech, daraus, daß die Haussrau, tvenn sie billig in der Lebensmitt ab leilunq ciiigelautt hat, nun auch andere Artikel gleich mitla, o.as War«iihaus Tieg har auch versucht, die Berliner Flrii vcriorglliig l» leinen Dienst zu stelle,,. Berlin Hai bekanntlich du Sie Berinittecung des Herrn Aron aus Rustlaud eine ganze Mei stlcuch bezogen und mar in der Lage, den ?lrveitern brllil «>>»<?" . '"N, dadurch, daß die Gemeindeverwaltung 150k ..lark droukgclkgi hat. Herr Tietz iuchie das auch iür sich oi »uuutzcn. Eines rages kam in Berlin ein Waggon mit russisch -vleiich a», angeblich sür Berlin, in WirNichkeil wollte es a .s"'-. abnehmen, und erst durch das rasche Eingreifen i »rcu8i»4cn i.OrtCtuitt|tf)oftts m intfter« iourde verhindert, dast H fclt Ecnrichlllngen. die Berlin iür schweres Geld gctroi halte, im Jnteres,e seines Warenhauses ausnutzte.
Warenhäuser schädige» auch den gewerblichen 'Miiielsta ^ ,^^8zc,ilcn L,e zwingen die Produzenten, zu Lchuudvrei zu lieseril. ,o datz sic ihren Ärbeilern einigermaßen anstäiid "'E, bewilligen können. Das Warenhausshstrm drängt « auch den kleinen selbständigen Mann aus scin-r Eristenz Hera dadurch sinken die Mietspreise für die Läden, und die HauScig- tumcr werden schwer geschädigt.
Auch die Angestellten sindcn sich nrit den, Warenhaussisst nur schwer ab g,,e „Soziale Praxis" hat eininal gefchrieb ^8 Me Warenhäuser da« soziale Niveau der Handlunqsqehil hcrabdruckeii, und daß diese Warenhäuser cS den selbständi, GcichattSlcuten immer schwerer machen, eristenzsähsg zu bleili Wir stehen auf dem Standpunkt, daß eine Unicrdrückmig i Tüarcnhaiiser notwendig ist, toeit der selbständige Mittelst-
'Not leidet, während nur locuige Großkapitalisteil, niögeu sie zmn Fürstenkonzeru gehören oder jüdischen Standes sein, davon ihren Vorteil haben.
Neben de», mangelnden Verständnis, das leider in weiten Kreisen de« nicht gcwerbetreibeudeu Mittelstandes sür die Lage des Mittelstandes vorhanden ist, ist auch zu bcllagen, daß auch ans den Höhen der Mrnschheit nicht allzuviel Berständiivs sür die gewerbe:rci.cnde Mittelschicht vorhanden ist. Ein Pari er Schneider- mcistcr konnte sich rühme», Hosllcserant deutscher Füriicn zu sein Das ist um so beklagenswerter, weil von Frankreich aus alles versucht wird, um den deutschen Gseichäslsleutcu. die aus den Jiiivorl angewiesen sind, das Leben schwer zu inochen. In Frankreich ioird 7 ,nm Bovkolt der deutschen Waren ausgcsorbert. Es wäre ein Iwbile vssccium unserer Fürsten sowohl wie unsarrr denk schen Fürstinnen, daß.in allererster Linie die Interessen deulscher Geschästslcutc gewahrl bleiben. (Sehr richtig! bei der Wirtsch. Vg Wir bedauern die engen gcickästlichcn Beziehnngeil zioischeil Wcrthcim und Eadinen. Wir bedauern, dast der Warenhausbesitzer Tietz einen hohen Orden bekommen hat und dast am christ- lich-dentschcn Weihnachtsfestc an sehr hoher Stelle die Weihnachtsgeschenke in jüdischen Geschäfte» gelaust worden iind. Hier geschehen Dinge, die sich mit di-n Lebeusinteresscn des dculsckseir Volkes und mit seiner Gesinnung nicht vertragen.
In der Schrift von Oskar Kresse „Ter republikanische Bcr- fassungsbruch" wird daraus hiNgewicsen, dast 128 hohe pensionierte Staatsbeamte bei den Elektrizitätsmerte» anqeftellt sind. Ich kann es Kresse nachsühicn, ivenn er, um de» Zusammenhang zwischen der Eiekirizitätsindnstrie „nd der Regierung zu kennzeichnen, sagt: Es ist eine Kollcgenschait. Dann must drausten in vielen Kreisc-ir der Bevölkerung der Gedanke entstehen, dast bei einer Gkcheu Verfilzung der hohe» Beamtenichast mit dem Großkapital eilte MittelstandSpolitik nicht herauskommen kann. Ein Beamter must aut Pension und Titel verzichten, sobald er in den Dienst der Privatinduftric eintrilt.
>Ein anderer Schädiger der Miitelstandskreisc sind die Koiisnui- vereine. Erfreulicherweise stellt sich die Beamtenichast allmählich aus oen Standvunkt, dast der Beamte nicht bloß den Nurkonsiiiiieiiten- standviinkt vertreten darf. Das hat auch die Deutsche Postzcirung. das Organ der mittleren Postbeamten, ancrkannt. Gerade die Ber- lehrsbcamten haben ein Interesse daran, dast auch Emiuhr und Aussuhr gedeiht, daß unsere inländische Produktion gestärkt wird. Tel,,, wenn sich die Wirtschaftspolitik »ach oben entwickelt, dann haben auch die Perkchrsbeamlen den Vorteil. (Sehr richtig!)
Wir stehe» selbstverständlich aus dem Boden der bisherigen Wirtschaftspolitik. Bei den neuen Handelsverträgen müssen auch noch andere Kreise herücksichtiat werden. Ich nenne nickt bloß die Bauern, die durch das Qucbrachohvlz in ihrer Existenz bedrokü iocrdcn, die Schälwaldbauern im Siegencr Kreis, verioeisc auch aut die Gärtncreibctriebe, die zweifellos In kurz gekoiinncu sind. Tie nationalliberale Partei hat ein erfreuliches Belennttus zur bestehen den Wirtichaslsvolltik abgelegt. Wenn mir diese Botschaft aber nicht blost hören, sondern auch alaube» sollen, damc dürsen die Nativ nalllberalen in der Stichivahl jmiicfjen einem Freihändler und einem ausgesprochenen Schutzzöllner nicht sür den Freihändler stimmen. Ich erinnere an Waldeck. (Sehr richtig!)
.Herr Gothein hat gestern gegen die Wirtschastspolilik Front gemacht. Er ist abe ' in seiner eigenen Fraktion die letzte Säule, die von verschwundener Freihandclsvracbt zeugt. <Öeiterleit!) Ob sie bald bersten wird, werden ja die nächsten Wahlen zeigen. (Heiterkeit !> Seinen Bortrag gegen unsere Zölle hätte er heiier seinem Kollegen vom hessischen Landtag, dem 2lbg. Korcll, halten sollen. Denn der Herr Korell ist >a auch ein freisinniger Mann. Er hat sich allmählich zum Schutzzoll bekehrt. Ich will nicht untersuchen, ob es damit zusainmcnhängt, daß er vlötzlich in eine kleinbäuerliche Gegend hincingekonrmen ist. Er gebt sogar soweit, dast er den Landwirten noch höhere Zölle verspricht, als bereits bestehen.
Auch das ist eine Politik, die man als eine Politik mit dovhel- tem Boden bezeichnen kann: In einem industriellen Wahlkresie iür de» Freihandel und in einem bäuerlichen iür den Schutzzoll. Unter diesen Umständen darf Herr Gothein nicht glauben, daß man alles, was er gesagt hat, sür bare Münze hält, ivenn er sagt, sic hätten kein Interesse am Geircidezoll. Ich bl» der letzte, der bchaiivten möchte, dast die kleinen Landwirte ernstlich a», ttietreidc- zoll interessiert sind. Das ist nach den Gegenden verschieden. Ter einzige Bauer, der aus dem national-sozialcii Parleilag 1887 war. der Landwirt Möser aus Nicdercribach, bat scstgestellt, daß gerade dir kielneu Bauern am Gctreidczoll interessiert iind und nicht blost die 25 000 Grostgruildbejltzcc, und dast ein kleiner Lauer von 16 Morgen allein 70 bi« 80 Zentner Getreide aus den Morlt bringt. Das ist mindestens genau so viel, wie ivenn der große Landwirt 700 bi« 800 Zentner auf den Markt bringt. (Sehr richtig!) Wia werden die Freisinnigen über dieses Dilemma hinwegkommen. Psarrcr Korcll und Herr Erkelenz treten in unseren bäuerlichen! Wablkrciscn ruhig weiter iür den Schutzzoll ecu. Ick lwiic, dast Herr Golhcim einmal in den Korellichen .Hochburgen in Bingen. IWörstadt, Obcringelhcim nach dem Rechten lieht, und seinen entgegengesetzten Standpunkt entschieden vertritt. > Große Heuerkeitli
Ich lehre zu de», zurück, von dem ich ausging. (Zuruf links: Zu den Juden!) Tann müstte ich zu Ihnen kommen. (Große Heiterkeit!) Sic wissen genau, ivenn die Iudensrage erledigt ist, ist auch die FortschritUick»: Bolksvartci erledigt. (Heiierleit rechts.)
Ich kehre zurück zu der Frage der BeamtentumS und der Konsumvereine. Ter Beainte ist sin Staat an, sichersten gestellt. Der sortichrittlichc 'tlbgeordncte Delius hat im „Hailsabund" er» klärt, dast der genonenschaktliche Zusanimenschlust in sehr Violen Fällen für die Beamten nicht eininal von sinanziellem Vorteil ist. An her Spitze der Beamtenkonsumverciue stünden Leute ohne iachmänittsche Ausbildung. Gerade als ausgesprochener Bcanitcn- srennd ertläre ich: Ter Beamte sollte auch bedenken, dost neben ihnl auch noch andere Leute ein Recht aus Existenz dabei,. Er sollte dem Mittelstand das eben lischt schwerer machen. In vielen Fabriken, auch i» Fabriken von Herren, die diesem Hause angchören, gibt es Werkkonsllmvercinc, dic^ganz gegen das Gcätz noch Waren an NichtiNitglieder verlausen. Hossentlich konmit cinmol ein Beibot wie in Frankreich. Diese Konsuinoereinc sind nicht in der Lage, billiger zu oerkauic». als der selbständige Geschäfts - manu. Bei de» Produktivgeilosseilickzaileii handele es sich aber um Geuossenschaslcn, die die Piodukiiou oerbilligeu. Da« dark man nicht vcrivechsel». Herr Thiele hat erklärt: Wir verkausei, zum Tagespreise aus ^Rücksicht auf die ansässigen Gewerbetreibende». Ach, Herr Abg. Thiele, ick, iveist nicht, ob Sie hier iind (Große Sjeiteitci ', aber sch kann Mich wenigstens an Ihren Platz wendep. Sie glaubkii dock, nicht, dast die Sozialdenivkratie blost aus Rücksicht ans die Gcschästftcnte bil'ii verkauft. Die Konsum vereitle sind nichts anderes als eine Waste in dem Kample des Proletariats, wie aui dem Inicrnaiionalen Sozialistcntangrcst erklärt wurde. Wir bürgerlichen Parteien haben die Pslicht. dagegen aiizulänivstn, weiiil Sie die Konsumvereine dazu benutz",,, um einen Steil Ihrer Gesinnung -genossen in sichere Stellung zu bringen und andcrciilcils den, selbständigen Mittelstände das Wasser abziigraben. TaS bestreitet auch der vsienhcrzigc Herr Peus nicht. Tic Gciah, der sozialdrmokratsichen Konsumoereine besteht aber auch darin, dast sic zur Eigenproduktion übergehen, Bäckereien, Metzgereien begründen und damit den selbständigen Mittcl- stand aus dem Sattel heben. Wenn der 'Abg. Thiele bestreitet, dast der Kauf»,an,Island zun, 'Mitlekstand gehöre, so ist das neueste iiaiionalölonamische Weisheit, die sehr ivcnrar Gläubige siich-n wird. Ter ^selbständige Kanfmannsstand gehörl sePstvei-sttindluch zum Ntittclstond. umsomehr als er durck, ferne Tätigkeit und iach- männischc Ausbildung in der Lage ist, die Ware» und die Produktion zu fördern. Ter Geschgstsmann, der die Warenaualität zu beurteilen vcrnrag, wird selbstverständlich auch die Produktion sördern können. Tie Sozialdemokraten Hchaup'en ja, dast durch die Housi-rer der Fabrikant ge'ördert werde. Wenn der Hausierer ein wirkliches Mitglied des Mittelstandes sein soll, ist es natürlich auch deer ansässige Kansinannostand Tatsache ist. daß alle gewerblichen -Organifatloncn und Handelskammer» seststc l-n, aut der einen Seite werde durch das kavitalistischc Warenhaus und »Ui der anderen Seite durch die genossenschastlichc-n Konsumvereine der Mittelstand vernichtet. Sie ist also nicht zu bcstrciieu. Schlies:- lich wird in Konsumvereinen alles zu babcn sein wie im Waren- haus, und dadurch eine Menge von Mittristandseristciizen zugrunde gehen. Herr PcuS hak cs mit cesrculichcr Deutlichkeit ausgesprochen.


