Ausgabe 
22.1.1914
 
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litte keichLlagserjatzwahI.

Seunuit (39efty>tcu&en), 21. Jan. (Vorläufiges amt­liches Wahlergednis.) Bei der duirv den Tod des Reichstags- abgcordneten Zürn (Rvt.) im Wahlkreis« Marientverdcr2 notwendig gewordenen Retckistagsersatzwahl erhielten Land- rat v. Brünneck-Rosenberg (Stylt.) 11334, Gutsbesitzer Rasqkowskt- ikrzeniniewo (Pole) 8116 Stimmen. Zer­splittert waren 28 Stimnien. v. Brünncck ist somit gewählt.

r«nt{<b(» Sri*-

las Preußische Abgeordnetenhaus trat a,n ges rigcn Mittwoch in die Einzelberatung des Landwirtschailsvor- onschlags ein, wobei cs naturgemäß an Anträgen mannigfacher Art nicht schlte «o stellte der Abg. Tr. Faßbcndcr lZtr. (den An­trag aut Vorlegung eines Reichsgescsentwurses z» wirlen, der die Mißslände, die jetzt aut dem Gebiete des H a n d c l s m i t F u 1 t e r- mittel», Tüugemittcln und Sämereien herrschen, be­seitigen soll. Der Antrag iand aus alten Seiten Unterstützung und wurde angenommen. Ter weitaus größte Teil der Sitzung aber toar dem Religionsunterricht in Ken ländlichen Fortbildungsschulen, ge­widmet. Ter konservative Äbg. v. Pavvenheim begründete einen Antrag, dort, wo aus Antrag der Gemeiichcn religiöse Unterweiiung in den Lehrplan der Fortbildungsschule» ausgenommen wird, die Genehmigung des Lehrplanes lediglich aus diesem Grunde nicht zu versageii. Tie liberalen Redner lehnten den Antrag ab, der aber von der Mehrheit angenommen wurde.

Der Generalpardon im Wehrbeitrags ^esctz. TicNorddeutsche Allgenieine Zeitung" schreibt i In der Sitzung des Reichstages vom 16 Januar wurde zur Sprache gebracht, daß in einigen Verwaltungsbezirken Preußens der den sog. Geneialpardon beltzmdelnde Paragraph 68 des Wchlbcitrags- geietzes dahin ansgelegt wurde, daß die von den Bcttcagsvslich- tigcn gemachten berichtigenden Angaben nur die Freiheit von Strase und einer Nachsteuer für frühere Jahre, nicht aber auch für das lausende Steuerjahr 1813 zur Folge habe. Wenn einige ttreußischc Beranlagunqsbehörden sich aus diesen Standpunkt stell ten, so beruht dieses Verfahren auf einer irrigen Auslegung der gesetzlichen B-stimmungen. Ter Finaiizniinisicr ist dem inzwischen durch eine Rundversügung rnigegcngctreten.

Tie Beantwortung der neuen Anfragen über Zabern imrd mit Rücksicht ans de» Geburtstag des Kaisers erst nach der Mitte der nächsten Woche statlsinden. Tic abermalige Verlegung der Besprechung entspricht einem Wunsche des Rcichs- kanzkers. Voraussichtlich wird die Ansragc erst am 28. Januar aus die Tagesordnung gesetzt werden.

Tic o l p m p i s ch e II Spiele. Tie konservative Fraktion des Reichstages hat, wie die iortschrittliche Volksvartei, den Antrag gestellt, den Reichsbeitrag nie die olympischen Spiele in Berlin entgegen dem Antrcgc des Budgetausschusscs zu bewilligen.

Die Zentrumssraktion des preußischen Ab­geordnete »Hauses beantragt die Staatsrcgierung zu er­suchen, baldmöglichst eine» Gesetzentwurf vorzulcgen, durch den für die Stadtverordneten mahlen in Preußen und für die Wahl der Gemeindevcrordnetcn der preußischen Landgemeinden die geheime Wahl cingesührt wird.

Ter Reichstagsabgcordncte v. Licbert <Rpl.>, 11. Sachsen : Boi na legte sein Mandat nieder.

Ue der das Kanalprojelt Berlin-Leipzig haben in den letzten Tagen wiederum Besprechungen stattgesundcn. In einer Bvrstandssitzung des Kanalvcreins in Leipzig wurde die Traccnsührung des Kanals eingehend besprochcii. Ter Kanal, soll bautechnisch in vier Teile, betriebstechnisch in drei Teile, zcr fallen. Ter Kanal wird von Leipzig über Etlenburg und die kanalisierte Mulde getührt, erreicht bei Torgau die Elbe und iührt weiter über LuckenwaGe-Jüterbo, nach Potsdam, wo er Auschliiß an den GroßsÄijsahrtsweg Berlin-Stettin findet. Tic Aussichten für das Zustaiidrknnme» des Kanalmosektes sind trotz des große» Interesses der beteiligten Städte und .greise keine sehr guten. Ter preußische Staat dürste sich vorläufig kaum ei» vcrsiandcn erklären, den Krnalbau aus Rechnung des Staates zu bauen »dki namdaste Zuichüsie zu leinen. Aus sächsischer Seite begegnen dem Kanalvroiekt Schwierigkeiten, tocil man eine Konkurrenz für den Elster-Saale-Kanal bejürchtet, der bekanntlich non einer Privatgescllschajt gebaut wird.

Errichtung eines st a a t l i ch c n P o l l b l u t g e st ü t s in A lt e n fcld e. Ter Budgrtaustchnß des vrcußiichen Abgeoro- netenhauics bewilligte mit den Stimmen der Teutichkonicrvatioen, der Freikoniervatioen und dar Foriichriitlichen Poltspartei gegen die des Zentrums und der Nationalliberalen die in den Borgnfchlag der Gestütsverwaltung eingesetzten 350000 Mark zum Ankauf von Grundstücken zur Errichtung eines staatlichen DollbluIgestütS in Altenfeldc im Regierungsbezirk Kassel.

MissionsauSstellung, Noch in diesem Monat wird im Rcichstagsgedäude zu Berlin eine Missionsaus­stellung, vornehmlich für Rcichstagsabgeordnete, stattsinden. Sic will das Interesse für die deutschen Missionen in un­seren Kolonien »nd iti der Südlcc wecken. Tie Vorderes tungcn zn ihr liegen in den Händen berufener Fachmänner. HaiwtsächlKh gelangt Material aus dem deutschen Missions- ichulwcjen unserer Kolonien zur Ausstellung. Tic evan­gelische und latbolische Kirche beteiligen sich gemeinsam an der Ausstellung.

Ausland.

T a § ö st c r r e i ch, j <fi e Abgeordnetenhaus hat nach kurzer Ausivracbe einstimmig deit Bericht der gemeinsamen Kon­ferenz beider Kammern über die P»r so n al e i n t o ,n m c n- iteuc r, zunächjl ohne Stcucrskala, angenommen. In »ameirtlicher Abstimmung nahm dann die Kammer die Sti-uerikala gemäß dem Anträge der gcmeiniamen Konferenz und die Beschlüsse der ge­meinsamen Uoniercnz in dritter Lesung und damit die Pcrsonal- einkonimenstcuer übereinstimmend mit den Herrenhansbcichlüsicn an

u.»

An» Stadt und Land.

Gießen. 22. Januar 1814.

Fremde,ivcrkchr 1813.

Der Verkehr von Reisenden in den Hotels und töast- häujern im abgelausenen Jahr hat für unsere Stadt nach den amtlichen Ermittelnngeii des Polizeionits «>84?:! Per­sonen betragen, die übernachtet haben Diese Gäste babcn sich gegenüber den, Borjahr uni rund 6000 vermehrt, sind aber gegenüber den Zahlen für die Jahre 1800ich, 1010 um noch 0000 bezw 4500 Logiergäste zurückgeblieben.

Tic alljäbrliche» Zusommensteilungei, von Logiergäslen werden von, Pvlizeiamt jetzt seit 5 Jahren vorgenommcn, und zwar unter Zugruiidelegung der Fremdenbücher, die je der Wirt, der Gäste zum Wohnen ausnimmt, z» hren ver pflichtet ist.

Nach dieser Zuianimensteklung ergaben die ersten fünf Jahre der Statistik des Fremdenverkehrs in Gießen für 11*09 77042, 1910 72986, 1011 63319, 1012 62513, 1913 68473 Gäste Unter Abzug der Gäste der Herberge zur Heimat 59 981. 57 193, 19 793, 48 7,53, 53 786 Gäste. '

Wenn inan die Zahlen der Fremden, die in den fünf Jahre» unsere Stadt besuchten und über Nacht blieben, vom gcschäitllchc» Standpunkt wägen will, so muß man selbst­verständlich die (»äste der Herberge dabei außer Betracht lassen, die zwar als Konsumenten für die Nahrungsmitiel- branchc von Wert sind, aber sonst nichts einbringen. Ist zwar im letzten Jahre gegenüber den beiden Borjahren und besonders gegenüber 1912 die Fremdenzahl gestiegen, so ist doch immer noch ein erheblicher Ausfall gegenüber de» Jah­ren ,1909 und 1910 zu beklagen, der auch auf den Geschäfts­verkehr und somit auf die Erwerbstätigkeit unserer Bevöl-

tcrung seinen Einsluß geltend macht. Hoffentlich wird das Jahr 1914 wieder den Fr ein der, zu sin ß für Gießen in der

früheren Höhe bringen.

Tie Statistik zeigt auch, daß die Zahl der Gastwirtschaf ten, die sich inil der Uebernachtnng von Gästen befassen, in den Jahren 1909 und 1910, von 45 im Jahre 1911 infolge des 'Ausfalls der Biehmärkle auf 33 herobgingc», ini Jahre 1913 sich aber tvieder bis auf 10 vermehrt haben Es be­weisen auch die Einzelpvjitionen der Statistik, daß diese Ber mehrniig der Logiergclegcnheil lediglich durch die Bieh- märktc berbeiqesüdrt wurde.

Wir brachten jüngst eine Ausstellung, wonach die Be nuhnng der Herberge zur .Heimat in den letzten 5 Jahre» zurückgegangen ist. Dieser Fall trifft in den letzten 5 Jahren auch für das G e w r r ks ch a f t s h a u s zu. Dari» logierten 1909 3791, 1910 4197, 1911 3022, 1912 1957, 1913 2509 Gäste. Es ist sehr ausfällig, daß hier cl>eiifalls das Jahr 1912 schlecht abschnetvet und dagegen 1913 eine Besserung brachte, ohne aber die Benutzungszahl wieder wie in den Jahren 19091911 zu erreiche».

** Tagest alc» der inr Tonnerstag. 22. Ja», itanf* inäii niscbcr Ser ein:Fahrten und Tätigtest der Nord-

rficn Lloyd im fernen Olten und der Sudsee" mit Lichtlnloern. Kränzlin. Unioerätätsaula, &A llhr.

Fortickirittlickie Bolksvarlei: .Elsatz-Lothringe»

und dock Reich*. Wolf. Hotel Einhorn KU llhr.

Eisvcrein: PreiSknnülauie», 3 Uhr

** P rinz Fr iedrich Wilhelm von Hessen, Fähnrich im 6. illancn-Regiment, laut Patent vom 22. 'April 1912, ist zum Leutnant befördert worden.

Ans de in Schn Idienst. lieber tragen ivurde dem Lehrer Johannes Pflanz in Holz heim, Kr. Gießen die erledigte Lchrcrnelle an der Volksschule zu Atzenhain, Kr. Alsfeld: de,» Schiilamtsaspiranten Ernst Bernhardt ans Rodheim a. d. Bieber die erledigte Lehrerstelle an der BolkSschiile zu BcrnSseld, Kr. Alsfeld; dem Schnlamts- aspiranten Georg Treu sch a»S Brandau, Kreis Dieburg, eine Lehrerßelle an der Volksschule z» Nieder-Erlenbach, Kreis Friedberg. Erledigt ist die mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle z» Lauter; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. ^

* * Ausdem Militär-Wochenblatt. Versetzt: 'Müller im 5. Größt, Hess. Ini -Regt. Nr 168, in das 1. Lothr Ins - Siegt. 'Nr. 130. Vom 1. Februar >914 ab aus ein Jahr zur Dienst- leistung kommandiert: Niezoldi des Ini.-Regt? Prinz Earl (4. Großb Heist) Nr. 118 iMainz), irüher in dicicm Regst, b 3. Unterelsäsf. Ins Regt. Nr. 138: mährend dieser Dienstleistung ist sein Paicnt als vom 3. August 1910 datiert anzusehen. Mit ihrer Pension und der iErlaubnishum serneren Tragen der Uniform des betr. Regts. zur Disp. gestellt: Bu > se , .Honvlmann a. D. im Landw. Bez. Waren, zuletzt Komp-Ehei im Jiis.-RegtX Kais« Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr 116. Im Benrlaubtenftande. Der Abschied mit der Erlaubnis zum Tragen der Landwehr-Armee- Uniiorm bewilligt: Felsing d. Rei. d. Kurhei!. Train Bals. Nr ll iII Tarmstadtj, Slulcr (II Darmstadt) d. Landw Kav. 2. Auigeb.. Pseiffcr (I Darmstado d. Landw.-Fcldart. 1. Ausgeb. Ter Ab­schied mit der Erlaubnis zum Tragen ihrer bisherigen Uniform bewilligt: dem Stabsarzt d. R. De. Büchner kGtcßcn), dcpl Oberarzt d. R. Tr. Klein (Gießen).

** Der Stand ber Maul- und Klauenseuche im G r o ß h e r z v g t u m Hessen. Die Maul - und Kllruen- scuchc bestehtoch nach der letzten amtlichen Veröffent­lichung im Reichsanzeiger in Obe r h esse n in einem Kreise, einer Gemeinde und sieben Gehöften: neu hinzu- gekommen sind vier Gehöfte. In Starkenburg ist die Seuche nur noch in eincin Kreise, einer Gemeinde und einem CWefjöft, während kein Fall hinzugekommen ist In Rheinhes- scn fcfjtt die Seuche tzanz. Die Schweineseuche und S ch w c i n e P c st ist in O b e r h e s s e n in zwei Kreisen, zwei Gemeinden mib zwei Gehüsten, davon neu: ein Gehöft: in Starkenbnrg in drei Kreisen, fünf Gemeinden, sieben Gehös tcn; in Rbeinhcsscn in einem Kreise, zwei ISemcinden und zwei Gehöften.

** Gemeinschaftlicher Ei n kau s non Lände­reien. Um einer Verzettelung des verkäuflichen Privat» grundbesihes an auswärtige Spekülanlen vorzubeugen, kau- sen neuerdings die Gemeindeverwaltungen selbst oder die örtlichen Bauer »vereinig ungen die Län dereien gemeinsani an. Ebenso sind diese Körpcrschaiten be­müht, wo es angängig ist, die in ihren Gemarkungen lie­genden Güter von Großgrundbesitzern zu erwerben und sie in kleinere Parzellen für Kleinbauern umzuwaiidelii. Diese Maßnahme ist im Interesse der Seßhastmachung eines gu­ten Bauernstandes sehr zu begrüßen

** Wahlen der Versicherten z u in A u s s ch u ß der 'Allgemeinen Ortskrankenkassc des Land­kreises Gießen. Wie >oir erfahren, soll das Stimmer­gebnis bei der am 15. l Mts. erfolgten Wahl sich ziemlich gleichmäßig aus beide Wahlvorschläge vertei­len. Wenn auch aus den Wahlvorschlag Skr. 2, der von dem sozialocmokratischen Gewcrkschastskartell ausgestellt worden ist, etwas mehr Stimmen entfallen sein sollen, so ist doch der Unterschied zwischen de» für Wählbar schlag Nr. l, der vom Versichern» gsaiiil für den Kas- jcnvorstand ausgestelli ist, so gering, daß von beiden Wahl- Vorschlägen die gleiche Zahl Ausschußmilglieder als gewählt anzusehen seien. Tie Wahlbeteiligung soll im allgemeinen gut, in manchen Orten sogar sehr stark geivesen sein.

** Dom Städttheater wird uns mitgeteilt: Der Kgl. Payr. Hosschanivieler Kvnrad Dreher, der am Sonntag in der BouenipostcJägerblut" hier ein einmaliges Gastspiel als Jangerl" abjolvieri, iit bekanntlich dev Bater de? Schlierseer Bauernlheaters, dem er zu Welirui verlwlien hat. Die natürliche Komik Drehers hat ihn zu einem Liebling der Münchener gemacht: er gehört zu den^ seltenen Ebaraklerkomiker», deren bloßes Er­scheinen au» der Szene beim Zuschauer Heilerkeil auslöft. Sicher wird der bekannte Künstler, der mm ersten 'Skale hier im neuen Hauie auslritt, eine große Gemeinde um sich versamrneln; es sei daher nochmals darani hingcwicsen, daß die 'Abonnenten bei diesem Gastspiel Preisermäßigimg genießen.

* AllbcntIchcr Verband. Der für Samstag anqcietztc Vortrag mit Lichtbildern des Herrn Tr. O e h 1 c r über (öroßgrund beiitzauüeilung und Bauernansiebluiiq in Bosnien mußte aui rann tag. 25 Januar, verlegt ioerdeu und firtbet im Hotel Groß!,er­zog Natt.

** Die schitoettläufe auf dem Hohervüs- kopf, die am Samstag und Sonntag ftattsinden, ver­sprechen den einlerusenden SAeihngcn zufolge sehr abwechse­lungsreich zu werden. Zu dem von der Universllät Gießen gestisteten Wanderpreis für de» akademischen Sta­fette »lauf der Hochschulen Gießen, Darmstadt, Marburg und Heidelberg haben die drei ersten gut geschulte Manu schasten gemeldet Auch jiu die übrigen Läuse liegen viele Anineldungen vor; u. a haben sich vier' Norweger ange­sagt, so daß es jedenfalls sehr scharfe Rennen geben wird.

** Die Leiden der Vogelwelt. Der langandauernde Frost heute morgen waren - 11 Grad richtet unter der Bogelweli von Tag zu Tag größere Verheerungen an. Uehcratl lindet man im Freien unter den Hecken, in de» Straßen- grähen die Leichen ber kleinen und großen Sänger, Vor allem

sin» es F in k c u, Ammer n und Amseln, dre den Lrtre rungsunlnldcn zun, Opscr sielen; aber auch die sonst so zäh­lebigen Spatzen und selbst die ivetterharten Krähen erlagen der Kälte und den, Hunger. Zu allem Ueberiluß sind sell etlichen Togen auch schon größere Scharen von Staren in ihre srvftstarrcnde Heimat zurückgekehrt: von der Slot getrieben, bettet» sie vor den Fenstern ihrer Gastgelwr. Ersreulickierweise wird setzt in zad! reichen Ortsckiaftcn und Elemorknnge» ein hilssdienst sür die Vogelwelt eingerichtet, der den kleinen Sängern wenigstens Futter in reickum Mengen zur Verfügung stellt.

** KleineMitteilungen. In Windhausen stürzic ein Landwirt, »er in seiner Scheuer Stroh vom Gerüst derab- wersen ivolltc, durch 'Ausgleiten in die Tenne und erlitt schwere Verletzungen, In 2 vlms Ilsdori arbängte sich ein junger Bursche anjangs der 20cr Lebensjahre in seiner 'Scklai stube. Tic Folgen eines Verhältnisses Hallen den ,ungen Men scheu in den Tod getrieben. Ter 'Ackerknecht Stöbert Mauen genet io Ki rtor, unter einen abstürzcndcn Rußbirum. Er erlllt einen Beinbruch. In de, Grimmschen Wirtschajt zn Villmar überfielen drei Burschen den Wirtssohn, als dieie, ihnen das Lokal verbot, und verletzten ihn durch Messerstiche an Kopi und Brust in schwerer Weise. Die Rohlinge wurden ver­haltet. In der 'Maschiuensabrik Johannisberg zu Geisen­heim geriet der Schlosser Job. Weber mit der linken Hand in die H o h c l m a ßch l II e. Bevor die Maschine abqc- steilt werden tonnic, war die Hand s ö r m l i ch a bg e d r ü ck i Sie mußte sosort nacki seiner Ueberbringiwg in das 'St. Joseis Krankenhaus in Wiesbaden abgenommcn werden. Bei einen, Einbruch in die Skeu-Jfenburgcr Filiale der Fvankkurtei Firma '2ck>adc u. Füllgrade erbeuteten die Einbrecher Waren im Werte von mehreren hundcrr SNork.

Landkreis Gieße».

Ruttershausen, 22. Jan. Wir werden gebeten, unsere gestrige Skotiz über die Gemcinderatssitzung dahin zu vervollständigen, daß die Beteiligung der alten Mitglieder, die ihr Amt niederlegen wollten, lediglich der gesetzlichen Form ent­sprach.

Starkenburg und Rheinhessen.

ob. Bingen, 21. Jan, Der Schauplatz emeS Ranb­an falls war der Platz beim Draisbrnnnen an der Mainzer Straße. Dort wurde ein 38jährigeS Fräulein von hier von einem Unbekannten überfallen und zu Boden gedrückt. Als auf die Hilferufe der Ucbcrsallenen Passanten hcrbeieilten, floh der Räuber unter Mitnabnie der Handtasche in die nahe gelegenen Weinberge. Der Räuber wurde von dem Fräulein als jmiger, etwa 20jähriger Mann von mittlerer Größe beschrieben. Die sofort von der Polizei an- gestellte Untersuchung ist bis jetzt ergebnislos verlausen. Da vor kurzer Zeit an der gleichen Stelle ein Notzncht- versnch an einer älteren Frau verübt worden ist, hat die Polizeivkrivallnng innsangreiche SichernngSmaßnahmen getrosten.

Hessen-Nassau,

- Höchst a. M., 22 .Fan. Tie Stadtverordne­tenversammlung genehmigte in ihrer gestrigen Sitzung die Aufnahme einer 'Anleihe von 200000 Ml zur Freilassung von Straßcngclände. Tie Arbeiten sollen als Rotstandsarbciten vergeben werden. Weiter beschäftigte sich das Kollegium mit einer Äkagistratsvorlgge betr. Bil­dung eines Grundstücksfonds, zu welchem Zweck der Magi strat die Aufnahme einer Anleihe von 500 000 Ml. in Bor schlag bringt. Schließlich genehmigte das Kollegium 300 stlkarl als Unterstützung der durch das Hochwasser geschädig­ten Fischer an der Ostsee.

W i c s b a d c n, 22. Jan Slkan schrcibtsllis: Ein Verein

ehemaliger Schüler des Kgl. Humanistischen Gymnasiums ist gegründet worden. Ei verfolgt den doppelten Zweck, feinen Mil gliedern durch Studien-ErinnerungSicste Gelegenheit mm Wieder­sehen zu bieten und die Interessen der Schule zu fördern. Der Jahresbeitrag ist aui mindestens l Mt. scstgesetzl worden: Zad- lung von 25 Mk. gilt als lebenslänglicher Beitrag. Zu Vorstands mitglicdeni sind gewählt worden: Justtirol Siebert, Adolfs- Allee 5; Tr. med. 'Althaußc, Emfcr Straße 13; Dr. Sül­le r - Gastell, Eltville, > _

vkrelKrnachrlchten.

Hattenrod, 19. Jan. Die hiesige Burschenschaft Hb i l c r f c i t" begeht am Sonntag, den 25, Jannar, ihr Winter- vergnügen, verblinde» mit Theatcrauiiühriingen, Konzert und Tani.

^ Osfenbacki, 20. Jan. Der Otienbacher Lehrerver e i n hielt gestern alend im HotelKaiser Friedrich" bei guter Beteiligung seine Hauptversammlung ah. 'Nach dem Jahresberichte ist die Mitgliederzahl von 206 ans 215 gestiegen. Die Rcchnungs- abiaze wies recht günstige Kaiienverhältnilse aus. Ter örtliche Jahresbeitrag irnnCc aus 1,50 SNark sestgesetzt.

-- Elimbach, 20. Ja». 'Am Sonntag abend hielt hier im Lokale des Gastivirts Schnevv der hiesige, diesen Herbst neutze- glündcte Bursche» Klub sein Winlervergnügen ad Einige Theaterstücke ivnrden von den Mitwirkenden flott gespielt. Nach Prvgrmnmschluß fand Tanz statt.

Bieber, 20. Jan. 'Am Sonntag tagte in Wils bach die Jakresokiiammlung des D » n sbcrg-Säng er bund cs. Gewählt wurde»: Lchier L ö > l - Bieber zum VoNltzendcn bt's Bundes, Lehrer Z u n g - Frankenbach als Schristiührer, Lehrer T c s ch - Königsberg als Kassierer, Ferner wurde beschlossen, am 10/'Mai eine Sängerfahrt gut den Tünsbcrg zu uitter nehmen. Das diesjährige Bundcsicft jindet im Juli in Wils­bach statt.

0 Rod h c i m a. d. Birber, 2. Jan. Am Sonntag hielt der hief. Bauernverein bei Gastwirt Karl Schlierbach seine gut be suchte Hauptversammlung ab. Der Verein wurde im Jahre 1891 gegründet und konnte diesmal 7 Prozent l gegen 6 rm Vorjahre verteilen. Das Barvcrmögen des Vereins ist ans nahezu 3000 s.lkk angctvachic».

Lan-wirtichaft.

sc, Tarmstadt, 21. Jan. Am 19. Januar fand im hie ligen Ministerium eine Besprechung statt, die sich mit den Qua ra n I ä » em a ßi> a h m en ini Grohhcrzoqtum Hessen beiaßte. 'Nach zweistündiger Beratung ivurde zngciagt, daß die Größt Kieisämter gleichmäßige Bestimmnngen über die Quarantäne bei ausbt'echcmder Maul und Klauenseuche zn erlassen, die Beschwerden der Bickhändlcr zu prüsen lmb.m, lmß die Viehhändler letzt oon den noch lestedcnden .Härten, die die Quarantänebesttmmungkii sitt Händlervieh verursachen, der Regierung durch die Hondcls- kommern berichten lassen.

Dar Urteil im dritten Untpp-Pro;etz.

Berlin, 21, Jan. Im Tilianprozcß begonnen gegen 12' , llhr die Plädoyers. Der Anllagcvertrcter bemerkte, cs liege zwcifel los erichwerter militärischer Ungehoriam vor. wodurch das Ansehen der Heeresverwaltung ichwer gelitten hat, auch liege eine Benaw teiligung des Reiches vor. weil ein, Erhöhuüg des Preises von der Firnia Krupp hätte vorqeiionuncn werden können. Eine Be­stechung liege weder bei Tilian. »och bei Hoge vor. Militärisches Geheimnis liege überhaupt nicht vor. Er beaillrage also in bezug aus die Anklage wegen Vergehens ipngen das Spionagegesetz bezüg­lich aller Angeklagten Fretsvrechuirg. dagegen hätttn üch die An- geklagten Schleuder, Linst. Schmiüt und Pseiiier der väsiiven Be­stechung schuldig gemacht. Pseiiscr könne wegen Verrats von Amts- gchetmnissen jedoch nur aus Grund des Diszivlinargesctzcs bestraii werden Kriegsgerichtsrat T c ch i c r! ch k c beantragte gegen T i - lian wegen erschwerten militärischen Ungehorsams sechs Wochen Stubenarrest und wegen Bestechung Frciivrcchung, im übrigen Ber- weriung der Bcrusung des Gciichlshcrrn, gegen Schleuder wegen erschwerten müilärischcn llngchorsgyvs und v-Ullver Hestvch-