Nr. *5
Zweites Blatt
Erschein täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Tee „Kieheiitr ZamIIienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreisblatt für den Kreis Siefjen“ zweimal wöchentlich. Ti- „kandwitlfchastlichen 3eit-
sragen" erscheinen monatlich zweimal.
JM- Jahrgang
ietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Gderhesjen
Montag. l9. Januar l9l4
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen IlnioersNälS - Buch- und Sieindrnckerci.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Perlag: s^Kül. Reüaklio»:^E»II2, Tcl.-Adr.:A„jeiger<Sieben.
Anträge im Reichstag.
3»r zweiten Beratung des Voranschlags für das Reichsamt des Innern bat die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags iolgende Anträge gestellt:
1- Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldmöglichst den bereits im Fahre 1891 iu Aussicht gestellten Entwurf eines Gesetzes dein Reichstage zu unterbreiten, der die Arbeitszeit und Ruhepausen für alle Angestellten i nt Gastwirtsge - >v c r b e unter besonderer Berücksichtigung der im Gewerbe beschäftigten Fugcndlichen regelt. Fm besonderen ist als Ersatz iier entgangene Sonntagsruhe den Angestellten ein Ruhetag ut der Koche zu gewähren.
2. Ten Reichskanzler zu ersuchen, bcini BuudcSrat dahin zu wirken, das, die zur Zeit geltende BundeSratSverordnicng vom RI. Fanuar 1902 über die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen im GaftwirtSgewerbe bis tum Erlast eines Gesetzes auf das gesamte ^Personal ausgedehnt werde.
F. Tie verbündeten Regierungen zu crsucheii, auf der internationalen RegicrtutaSkonfercnz, die im Herbst 1914 iit Bern tagen wtrd.^um den Abschluß der internationalen Vereinbarungen über den schütz der Fugendlichcn und Arbeiterinnen vorznnehmcn, da bin zu wirken, dast das rrchutzalter für Jugendliche mit das 18. Lebcns'abr ausgedehnt Ivird: die Nachtarbeit für Jugendliche bis zum 18. Fahre verboten wird, ohne Rücksicht aus die Graste oder Art deS Betriebs: die Ausnahmebestimniungen, ivie sic der bisherige __ Entwurf der internationalen Vereinbarungen für die Glasrndnstrie, die Walz- und Hanlmerwerke Vorsicht, beseitigt wer- den: für Arbeiterinnen lind Jugendliche der Zcbnstundentag als Neailmunk der Arbeitszeit festgesetzt toird: für Arbeiterinnen und Eugendltche mit Jnnehaltnng einer IlcbergangSsrist Vereinbarungen über eine weitere .Herabsetzung der Arbeitszeit erstrebt werden: diese Vergünstigungen allen Jugendlichen und Arbeiteriiineti zuteil werden, ohne Rücksicht aus Graste oder Art de» Betriebs: die Ausnahmen >ür eine llcbcrschrcitung der Arbeitszeit weitere Begrenzung erfahren, als im Entwurf der Vereinbarungen in Artikel 3 und 4 in Aussicht genommen ist.
. "1. Tie verbündeten Regierungen zu ersuchen, durch gesetzgebe
rische Vorschläge im Interesse deS Kranken- lind Pslegcvert'onals iolgendcn Anforderungen stattziigeben: Obligatorische Ausbildung deS im Pflcgeberuf tätigen Personals, einschließlich des Massage- Personals. Neuregelung der bestehenden PrüsungSvorschrssten. Ilnlerstellnng des Personals ftittcr die RcichSgewcrbcordnung. Aufhebung der im 8 154 enthaltenen Ausnahmebestimmungen (unter AiiSschlnst des 8 i37, Festsetzung einer ILstündigen Dienstzeit ( Tag und Nachtschicht). Allioöchcntliche Mindcstruhczeit von 24 Stunden. Beseitigung des Kost- und Logierzwanges in der Anstalt, soweit iiicht unüberivindlichc Hindernisse dciii im Wege stehen. ttiilerstet lung deS gesamten Pflege-, Massage- und Badcvcrsonals unter die ReichzversichcrungSordirung. Erlast gesetzlicher Borschristen ans Gewährung eines jährlichen Erholungsurlaubs von niindcjicns vierzehn Tagen unter Fortzahlung des Lohnes und Eutschädigiing sür sonstige Bezüge.
Zum gleichen Voranschlag beantragt die n a t i o n a l l i b c - rale Fraktion, den Reichskanzler zu ersuche», das Reichs gesuudhcitsaiut zu bcauiirageii, Erhebungen über de» Gcsundhcits- zustand der Arbeiter der Grost-Eiseniudustric anzuslelleii.
Zeier der Gründling des Reichs.
L. ö. Gießen, 18, Jan,
^ Eine Retchsgründnngsfeier fand am Sonntag abend in Steins Garten statt, welche die Ortsgruppe Gießen des Alldeutschen Verbandes zum Urheber und Leiter hatte, Ter Saal ioar bis auf den letzten Platz besetzt. Belebt wurde das Bild durch die bnnten Mützen der Burschenschaften, die in corpore erschienen waren.
Der Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, Freiherr von Ltebtg, cröfsncte die Feier mit einem Hoch aus den Großhcrzog. Dann leitete der Bauers ch c G c s a n g v c r - ein unter Herrn £. G örlachs Leitung die Vorlragssolge mit zwei dcnt Tage entsprechenden Soldatenliedern „Lützows wilde Jagd" und „Rcilers Morgcnlted", ein, von denen besonders das erste durch den kräftigen Ehor markig vorgetragen wurde. Für das zweite Lied war der Chor gar zu stark.
Eine heikle Aufgabe hatte sich der Pianist I. ,Ha Hit gestellt: die Mondscheinsonate Bcclhovens, Wenn der Künstler auch das gigantische Werl nicht erschöpfte, so bot er doch eine sehr gute Leistung, Am besten gelang ihm das weiche Adagio sostenuto, während das Allcgrello voit gut geschulter Technik zeugte. Herr Hahn mußte sich zu einer Zugabe verstehen. Mit großem Beifall wurden auch die Gcsangsvor- träge des Frl. Jda Stammler entaegengenommen. Sie halte „Gesang Westlas" und „lieber Nacht" von Wolf und „Allerseelen" von R. Strauß erwählt und wußte besonders den beiden letzten Liedern gesanglich wie inhaltlich gerecht zu werden. Ihr Organ ist nicht sehr groß, aber rein und niodulat tonsfähig.
Die daraussolgendc^ F e st r e d c ivurde von Freiherr» von Vietinghofs-Scheel (Wiesbaden) gesprochen. Er hatte sich das Thema „D c r V ä t e r T a t e n s t c u d i g k c i: und u n s c r e T a t e n s ch c u" gestellt und hob zunächst das hervor, was die Väter von 1864 an bis zur Gründung des Reiches, besonders ans kriegerischem Gebiete, geleistet haben, dem wir bisher nichts glcichsetzen konnten. Denn das Tun des modernen Menschen spielt sich unter den beiden Gesichls- punktcn ab, möglichst viel Geld zu samincln und mit diesem Gelbe dent Genuß zu leben. Innere und äußere Feinde bedrohen unser Valcrland, gegen die zu wenig getan wird. Die Wehrvorlgge ist erfreulich, dochJvll man sie als etwas Selbstverständliches betrachten; die Stunde kann kommen, wo sie nochmals gcsorderk werden muß. Für unsere Brüder draußen wird aus Lauheit zu wenig gesorgt, wie wir uns auch zu wenig Sorge machen um die Wohlsahrk des Reiches selbst. Daß wir diese und andere Schwächen an uns selbst erkennen und danach handeln, das allein kann dem Deutschen Reiche zunl Heile dienen. Der Vortrag, der begeistert ausgenommen wurde, schloß mit dem Kaiserhoch und dcnt geineinschastlichen Liede „Deutschland, Deutschland
über altes". ^ a . .
Den zweiten Teil der Vortragsfolgc leitete wiederum der Bauersche Gesangverein mit dem Woblgemuthschcn Liede
„Wic's daheim ioar" ein, das ihm von all seinen Liedern am besten gelang, besonders durch die Fülle des Basses.
Daraus hielt Freiherr von L i e l> i g (Gießen) eine Ansprache, in der er eingehend auf die Ausgaben und Ziele des Alldeutschen Verbandes hinwies und die Politik Deutschlands in den letzten Jahren einer aussührlichen Kritik nnlcrzog.
Tie Konzcrlsängerin Frl, Jda Stammler brachte dann nochmals einige reizende Lieder zu Gehör: „Wo sind all die Blumen hin" von Tauber, „Slar vicino" von Sol vaior Rosa und „Hoffnung" von Gricg, Ancki Frl. Stammler war von einer Zugabe »ich! verschont geblieben. Tie Begleitung führte Herr H ahn geschmackvoll am Bcckistein Flügel ans, der von der Firma Rudolph ((stießen) geliesert worden war. Das Schlußwort erhielt der Bauersche Gesangverein zu dem bekannten Franz Abtschcn „Rachtgcsang". Herr Hasfuer war dabei als Solist lälig, er überraschte durch seinen wohllautenden Bariton. Ter Beifall, der zum guten Teil ans sein Konto gesetzt werden durste, legte sich erst, als der Gesangverein eine Zugabe brachte. Die Kellner würden gut tun, wenn sie während der Solovorträgc nicht beRenlcn. Tie Feier halle eine verhältnismäßig spätes Ende,
Gcrichtssaal.
Ter Gistmordprozctz Hopf.
4 - Frankfurt, 17. Ja».
Am heutigen, sechste» Tage des Prozesses gegen de» Giit- mördcr Karl Hops begann die Sitzung mit einer nahezu cinftüiv digcn Vnspätung, da vor Beginn der Verhandlung erst die S ch » l d i r a g c n formuliert ivurde». - - Nach Erössnung der Verhandlung ilellle der Vorsitzende die Schuldsragc aus Mord an Vater und Mutter, der ersten Frau und den beiden Kindern, die Eventnalfragc a»i Mordversuch an Vater und Mutter soioie an der ziveiteii und drillen Frau. - Aus Antrag der Verteidigung iverdcu bezüglich der erste» Frau und der beiden Kinder die Frage» am Mordver such und bei der zweiten Frau die Frage nach 8 329 Abs. 2 des St.-G.-B. gestellt. (Dieser Paragraph bedroht denjenigen, der jemand voriätzlich Gilt oder andere Stoffe in der Absicht der Gc- sundheitsschädigiing beibrinqt, so dast der Tod criolat, mit Zuchthaus nicht unter zehn Jahre» oder lebenslänglichem Zuchthaus.)
Nach Verlesung der Schnldsrtgen trat eine längere Panse ein, in der die Schuldsrogc» sür die Geschworenen vervielsältigl werde».
Nach WicdcransnalMc der Verhandlung begannen sosort die P l ai d o h e rS.
Als erster Vertreter der Anklage sprach EtaatSaiiivallschasts« rat Blume, der auSsührie: Der Fall, über den wir heute zu urteilen haben, gehört unzwcisclhast zu den krmitncllstcn, die je an deutsche» Geiichtshösen verhandelt ivvtden sind. Der Giswrord. die niederträchtigste und ieigsie Art des Mordes, ist glückiichcriveisc eine Seltenheit in unserem Batcrlande und der Mord mit Bakterien, soviel ich iveist überhanvk »och nicht von uns bcobachiei ivordcu. Run aler wird dem Angeklagten eine ganze Reihe von Ciitmoidiaie», rcils vollendeter, teils versuchter, vorgcivorie». Es kann keinem Zweisel unterliege», daß wir hier einen Gistmörder vor uns haben, wie ec abschreckender und gemeingefährlicher nicht gedacht iverdcu kann. Der Angeklagte Ijat allen seinen Angehörigen nach dein Leben getrachtet und sie zum Teil tatsächlich UNIS Leben gebracht. Und der Grund zur Tat war überall schnöde Habgier. Nur unt sich zu bereichern oder sich lästiger Verpflichtungen zu entledigen, hat der Angeklagte den ihm am nächsten stehenden Personen unsägliche Oualcn bereitet. Ich glaube Iiicht, daß irgend ein Moment ausgetreten ist, das die Tat des Angeklagten IN mit de rem Licht erscheinen läßt, , Ich will lstec nur ei» allgemeines Bild von dem Angeklagten cMwerscn, aus Einzelheiten wird ein anderer cingehen. Der Staatsanwalt schildert dann iir großen Zügen den LebenSlauk Hopfs und fährt fort: In Nicdcrhöchstadt stand der Angeklagte bereits unter dein Verdacht des GiitnrordkS, Das Verfahren, das gegen den Angeklagten cingclcitet ivar, wurde aber wieder eingestellt. Als deni Angctlagteu nun in Nicdcrhöchstadt der Boden zu Heist wurde, zog ec nach Frankfurt, Hier versuchte er nu», seine drille Frau Wall» Hops z» vergifte». Ter behandelnde Arzt Tr. Krämer verwies den Verdacht der Frau, daß der Angeklagte ihr Gift bcigcbracht habe, glücklicherlvcise nicht wie die frühere» Acrzte, in daS Reich der Fabel, sondern ging ihm nach »iw sorgte daiür, dast dieser Verdacht zur Kenntnis der Behörde kam. lind so gelang cS, die arme Frau vor dem Lode zu bewahren. Ich selbst war der erste, der von diesem siirchlbarcn Verbäckst amtlich Kenntnis erhielt. Zuerst hatte ich einige Zweifel, aber diese Zweisel schwanden sehr bald. ES stellte sich in allerkürzester Zeit zur Evidenz heraus, dast hier ein sehr wohlbcgründetcr Verdacht vorlag und teil, Phantasicgebltde. Nun wurde das Vor leben Hopfs durchsoricht und scstgestellt, dast er eine ungewöhnlich hohe Lebensversicherung in Höhe von 80000 Mark aus verbundenes Leben cingcgaugcn war. Ta hatte man den Grund! Es lag klar aut der Hand, er trachtete seither Frau nach den, Leben, »IN die hohe Versicherungssumme zu erlangen. Nun griff mau zu, Hovs ivurde verhastct und seine Wohnung einer eingehende» sack, verständigen Durchsuchung unterzogen. Mit Entsetzen sah man, hast der Verbrecher so viele Bakterien in Händen gehabt hat, dast er ganz Frankfurt hätte verseuche» können. Es kann keinem Zweisel „nterliegen. dast Hops seinen beiden ersten Frauen Gsst gegeben bat, um sich in den Besitz der Versicherungssumme zu setzen. Bei der ersten Frau ist ihm sein Plan leider gelungen. Bei der zweiten Frau ist der Erfolg glücklicherweise MiSgcblieben. Aus der Verwandtschaft der ersten Frau sind noch eine ganze Anzahl Personen gestorben in der Zeit, wo der Angeklagte mit lstiil hantierte: zwei Kinder sind gestorben, das eheliche uird das austerchclichc, Vaicr und Mutter find gestorben. Bei allen hat eine Untersuchung der Leichen ans Arsen stattgcsnndcn und bei allen war daS überraschende Ergebnis: Arien, auch in der Asche der Mutter.
Hieraus ergriff Staatsanwalt Keller das Wort, um ans Einzelheiten der Anklage einzugehen.
Der Staatsanwalt beantragt, den Angeklagten wegen Mordes NN Valer lind Mutter, den beiden Kindern und an der ersten Frau schuldig zu sprechen, ebenso deS Mordversuches an der zweiten und drillen Frau.
Hieraui trat vre Mittagspause ein.
Sodann folgte
das Plädohcr deS Verteidigers.
Rechtsanioall Dr. Sinzheimcr (Frankfurt a. M.) iührlc aus, dast cs für sein Plädoyer wesentlich zur Klärung beitragen dürfte, wenn er hcrvorhebe, dast er nicht Verteidiger im landläufigen Sinn deS Wortes sein wolle, denn i» diesem Falle sei tatsächlich nicht viel zu verteidigen. Meine wichtigste Ausgabe in diesem Prozeß ist, den
Geschworenen vor Augen zu Hallen, was nicht int S>»»e der Anklage erwiesen ist. Ich möchte vor allem aus die chemischen Gutachten hinwcjscn.
Nach dem Besuild des GcrichlSchemikers ist in allen Leichen Arsen gesunden worden. Tic Frage, ob dos «chuld des Angeklagten ist. ist schwer z» bejahen, denn auch in der Erde ist Arsen vorhanden. Wesentlich sei die Feststellung des Sachverständigen, daß in der Asche der in Lisciibach vcrvrannicn Mutier des Angeklagten Arsenik gesunden wurde. Es ist dies der erste Fall, den die Wiikcn- schait kennt. So bewunderungswürdig dos auch sein mag, so mögen die Geschworenen sich dock: hüten, das als entscheidend anzuscheii. Der Perleidiger meint, dast bei dein Verbrennungsprozeß arienik haltige Flugasche in die übrige Asche gckomiiien sei, Tr. Sinz- heimer geht dann aus die Eiuzelsälle ein und meint, dem Angc- llagien sei weder Mord noch Mordversuch an seinem Vaicr nach- gewicscn. Selbst wenn man von der Tatsache ausgche» ivolkle, dast IN der Leiche des Vaters Arsenik gesunden ivurde. Arsen nlso tatsächlich vorhanden war, tan» dieses doch ans sehr verschiedene Weise in die Leiche hiiicingckomiiicn sein und c-s ist daher die Frage nach Mord ivie nach Mordversuch dein! Vater zu verneinen. Desgleichen erachtet der Verteidiger den Angeklagten des MuticrmordcS und des Muttcrmordveriuchcs nickst sür schuldig. — Die Sachvcr- ständigen stimmen darin überein, dast bei den Kindern eine Ariciktk- vcrgistiing vorlicgcn könne, cs fei aber auch möglich, dast das uneheliche Kind einer L»»gc»c»ljü»d!i»g erlegen iei, wie die Mutter bcliindet, und dast dos eheliche Kind durch die Hebanime mit einer Mandclentzündiing infiziert worden sei. Es sei auch möglich, dast der Angeklagte das Arien erst nach dem Tode der Kinder ihnen beigebracht hat. Ten» dast Arien mmnitijici't, wußte der Angeklagte, dost das bestritten wird, stein aus einem anderen Blatt. — Zum Fall der drillen Fra» Hobe ich nichts anzusühren, auch nichts bezüglich der zweiten Frau. Bei der ersten Frau ist dee Fall nicht uuinöglich, daß das Geschwür im Zwölffingerdarm, das den Tod berbeigcinhrt hat, jelbständig entstanden ist. Sicher ist, das, der Angellagte seiner Frau Arsen gegeben fjat. Es wäre somit nur die Frage nach Mordversuch zu bejahen. Die Frage nach 8 329,2 habe ich gestellt mit Rücksicht o»i eine Aensternng deS Dr, Foitnio.ii», der gesagt bat, dast der Angeklagte mit seiner ersten Frau gnl gelebt Hobe. — Sie können an der Hand der vorgelcgtcn Fragen meinen Slondvunll erkennen. Ich ivill Tie nicht hemmen, ein obicktives Urteil zu sällcn, aber eS ntnst objekiiv sein. ES ist ohsekliv, Iven» Sie innerlich fertig sind mit den Erwägungen, die ich Ihnen vptgctragen habe. — Ter Verteidige« beantragt sodann die Frage nach Datei-, Mutter uird zweifachem KindeSmord zu verneinen, die Frage nach Mordversuch au den drei Franc» ZN le ahe», ollcnsalls die Frage nach Mvrdvcrsnch n-i Pater, Mutter und den Kindern zu bejahen und bei der ersten Fron die Frage mit Grund des § 329 Abs. 2 zu bejahe».
Nach den Entgegnungen des Staalsamoallcs und der Erwidc- tung des PertcidioerS erhielt der ?lngellagle dos letzte Wort. Angeklagter: Ich habe gar nichts mehr zu sagen. — Vorsitzender: Gor nichts? — Angeklagter (mit fester Stimme): Nein!
stlach der Rcchtsbelchrzmg und der üblichcit Ermahnung a» di> Ecschivorcne» zogen sich diese zur Beratung zurück.
Nach 1 i Jtündigkr Beratung vetkiindc.c der Obinami der Gc- schworeiien deren
W a hr s p r » ch.
Tie Gefchiporciicn vcriicinlcn die Schuldsragc nach Mord und Mordversuch an dem Vaicr und der Mutter des Angeklagte», ebenio die Frage »ach Mord an de» beiden Kindern.
Bejaht wurde die Schuldsragc nach Mord an der erste» Frau, der Mordversuch an der zweiten und dritten Frau und an den - beiden Kindern.
Als dem Angeklagten der Wahrspruch bekannt gegeben wurde, blieb er rollkviiimen ruhig. Als er hörte, dast er wegen vollendeten Mordes verurteil! lei, verlor er,ileickiiolls seine Ruh: nicht und sein Gesicht wurde nur um einen Schein blasser.
Ter Staatsanwalt beantragte hierauf wegen Mordes an der ersten Fra» die Todesstrafe. Wege» vier Mordvcrinchc» an den anderen Frauen die Höchststrafe von 15 Fahren Zucht haus i ü i jeden einzelnen Fall, die IN eine Gcsamt- zuchthauSftrase ton 15 Fahren zusammciiziehe» sei,
Nach kurzer Beratung verkündeic der Borsitzende Landgerichts« tiicftov Hofmann das
Urteil:
Ter Angellagte ist schuldig des Mordes an seiner ersten Frau und wird deshalb zunr Tode verurteilt. Ferner ist er schuldig de. Mordversuches an den beiden Kindern sowie an seiner zweiten und dtiiie» Frau und wird deshalb z» einer Gesamistraic vvi fünszchn Fahren Zuchthaus, dancrndeiit Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Steifung unter Polizeiaufsicht Bet urteilt.
Wie man der Bildung von Mcigciisäurc und Gärungen vorbcugt.
Die »leisten Leule, welche über Magenstörungen klugen, haben einen ganz normalen, gesunden Alagc». Die cinenllichc Urlache oller Bikleinmiingen und der erschwerten Verbauung ist in etwas überichüinaer Magensäure zu tuchen, die aewöhnlich dnrcki Gärung des Tveitebreie» bervoraernieu oder verichtiinulert wird. Die Tänre reizt die zarte» Scblcimbän'c* de- Magens, die Garung erzeug! Gase, welche den Atnoeli bedrücken und ein Gefühl der Bolle verursachen. Aul diese ‘-Meile erschweren und verzögern Heide. Säure und Gärung, den BerdannngSvorgana, Ter sollst normale und ne< iunde Manen wird durch deeie irenide» Eleinenle überreize, was »aiürlich nickst ohne Sckuicerzcic abaebl. ,1» iulwen Fälle» ist nur alienc eine Nenirnlisierung der überichüinge» Snure und die Be- ieicionna der cstäruna nngebrackif. und dos erreicht man mit einem linlbcn Teelöffel voll bimrlrier Mognenu, Iveick MN» lit etwas ivorniem oder kul ein Waller ivwri nacki dem Esten einninnnt. Das ist ziveiiellos eines der beiie» und wirklumste» Mittel zur Rentra- liiiernnu der Säure und Beleiligniia der Gnvina. Der 'plagen kann last sosort ivioder seine gesunden, »ormale» Berdannnas- funltionen auniehmen. llül s-
N o > a d e n e l Eln Avotbeker weist daran! hin. dast es sich hierbei nickst etioa um dir gewötnilickie, sondern um btfnrirte Magnesia hondeie. die nur in genau etikettierten, blauen FlutonS vertäust wird, mit „Bisuririe Mngnena" in dos Gins selbst cingeblasen,
von Mk. 1.88 an per Meter, in alle» Drarben. Franko und M-hrni verzollt ins Haus geliefert, Reickie MuflerauSwahl umgehend, 2411s
6. Henneber^j Hast. I, M, d, deutschen Kaiserin, Zürich.
beliebtestes Mittel zur Regelung des Stuhlganges
und Verhütung von Verstopfung fOr Erwachsene und Kinder, Höchster Wohlgeschmtck, milde, sichere Wirkung, ärztlich glänzend begutachtet und empfohlen.
• - - Dose (20 Fruchtkonfltüren) Mk. 1.20. — —>
Man hDte sich vor minderwertigen Nachahmungen und verlange ausdrücklich LAXIN-KCNFEKT.


