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erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich »ietzeiierLamIIienblättkr; iwermalwöchenttckkrek- dt»ttjür!>enXr»ir»i,tzen (Dienstag »nd Freitag); zweimal iudnatt. Land! wirtschaftliche Aeltfraaen Fernforech - Auschliyje: iür die Redaktion 112, Verlag I>. Expedition öl Adresse rür Depeschen: «nzelgrr «iehra. Annahme »an Anzeige» / iür die Tagesnummer bis vormittags S Uhr.

Erster Blatt

5am§1ag. 5. Zanuar 19H

\64. Jahrgang

Sezu,4»relO:

monatlich 7SPs., viertel­jährlich Alk. 2.28; durch Abhole-». Zweigstelle» tnonatlich 85 Ps.; durch diePost Mk.2.viertel» jährl. ausschl. Bestellq. Zeilenpreis: lokal15Pf auswärts 20 Pfennig. Chefredakteur: A. Goetz. Verantwortlich sür den volit. Teil: Aug. Goetz: sür .Feuilleton", ,Ber- inischles' undGerichtS- saal": Karl Neurach: iür .Stadt »nd Land": Kurt Bendt;

Brt<rtio»$*nid »«- Verlag »er vrühl'jchen llvi».Vnch ««ö SteiH 6 ru 4 erci R. Langt. Redaktion. Lrprdition und Druckerei: Schulstrage 7 . 2ijei«-nie,l: tz. Be-k.

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger sür Oberhessen

Die heutige stummer umfaht 12 Seiten.

König Zerdiuands wiener Aanostagang.

Das crstc europäische Parlament, das im neuen Jahre seine Tätigtcit oufnahm, war die bulgarische -sobranje.- nig Ferdinand hat den Kabiuettwechsel seiner Negierung selbst beschleunigt uud in der Sobranse die Thronrede verlesen. Am Gcsichtsausdruck des viclgeprüsten Königs solle» dabei noch die seelischen Llualeu bemerkbar gewesen sein, die er in den letzten Monaten durchgemachl hat.

König Ferdinand hat cs nur der Biegsamkeit seines Geistes zu verdauten, daß ihin Thron und Amt erhalten blie den. Mögen seine Gegner immer wieder behauvten, daß aus seinen Beseht General Salvow in der verhängnisvollen Nacht vom 29. Juni 1913 die Weisung zum Angrifs ans die ser­bischen und griechische» Truppen gegeben habe, mögen die Gegner immer wieder zu beweisen suchen, das, Ferdinand sei» Land in das tiesste Unglück treibe, ivenn er sich von der russischen Bormundschast gewaltsam befreie, der König bat sedensalls den Rubikon überschritten, er kann nicht mehr zu ruck und setzt alles Spiel auf seine letzte Karte. Und diese Karte ist Oesterreich. Mit anerteimenslverter Offenheit erklärte er in seiner Thronrede, die Beziehungen Bulgariens zu den Großmächten seiengut", lvas in der Diptomaten- sprache dilrchans keine Qualität bedeutet, sondern eigentlich schlecht" heitzl: die Regicruna mache aber alle Anstrengungen, so iichr Ferdinand sort, die Beziehungennoch sreundschasl sicher" zu gestalten. Damit sagte der König seine Wiener R e i s e an, die er nach den orthodoxen Feiertagen lvagen wird. Wir sagen ausdrücklich: wagen ivird. König Ferdinand wird einen längeren Aufenthalt in Wien riskieren. Als er am ki. Oktober des vorigen Jahres Bulgarien unter den den! bar traurigsten Umständen verlieh, machte er dem Kaiser Franz Joseph und dem Grasen Berchtold sosort die cntspre chcnden Mitteilungen und sprach auf der Hofburg wie aus dem Ballplatz die Bitte aus. man möge, ivenn nicht ihm, so doch seinem Sohne zu Hilfe kommen und seiner Tvnastic den Thron Bulgariens retten. So bettelte derselbe Mann und König, der ein großes goldenes Kreuz in das Hauptauar tier an der Tschataldschalinie schlevpte, uni es an die Stelle des Halbmonds auf der großen Kuppel der Sofienmoschee in Konstantinopel zu setzen.

Zerstoben ist dieser Traum. König Ferdinand hat bitt- weise in Wien um die Erhaltung seiner Dynastie gesteht. Wir wissen nicht, was ihm Kaiser Franz Joseph und Gras Berchtold geantwortet haben. Wir wissen nicht, ob ihm rnitgeteill ivnrde, daß ein Prinz aus deutschem Hause, der ein Bündnis mit den Serben gegen Oesterreich geschlossen bat, aus die Hilfe Oesterreichs nicht rechnen kann. Wir wissen nur, daß König Ferdinand, um zu retteu, was zu retten toar, einen Kauosiagaiig nach Berlin zum Ministerpräsi­denten Kotowzow antrcten wollte, daß ihm aber von Berlin ans bedeutet wurde, diese Reise sei zwecklos, der russische Ministerpräsident lönne mit dem König keine Beiprechung haben. Aber auch die dculsche Regierung hat noch vor we­nigen Wochen in Wien leinen Zweifel darüber gelassen, daß sie eine Einmischung Oesterreich-Ungarns in Bulgarien als einen schweren politischen Fehler ansehen würde. Welche Demütigung! Und jetzt loill König Ferdinand wieder Person lich nach Wien? Erinnert er sich noch, was ihm dort zu Be ginn seiner bulgarische» Lausbahn angetan wurde? Als Prinz Ferdinand von Coburg inr Schlosse Ebcnthal in

Nieder-Oesterreich aus den Händen einer bulgarischen Ab ordnung die Fürstenkrone ,-ntqogeiiuahni, da griff man in Wien zir einem recht drastischen Mittel, um zu beweisen, daß inan mit solcher Gestaltung der Dinge nicht einverstan­den war. In Temcsvar an, Bahnhof ans der Fahrt nach Bulgarien trat ihm ein österreichischer Oberst des ltzencral- stabes entgegen und forderte die Unterzeichnung eines Doku ments, in dem der Prinz den Verzicht aus die bis dahin bekleidete Eharg: eines Oberleutnants der ungarischen

Landwehrtavallerie anssprechen mußte. Stumm, mit zu- sammengetnifsenen Lippen, Unterzeichnete der Prinz da- nials seine militärische Degradierung. Was wird er setzt in Wien alles unterzeichnen müssen? Man hat dort nicht vergesse», daß König Ferdinand im August vorigen Jahres in seinem Tagesbefehl an die bulgarische Armee erklärte, den Frieden von Butarest habe er nur von allen Seiten bedrängt und gezwungen imterzeichnet. Eines Tages müsse aber das rnhmvolle Werk zum Abschluß gebracht werde», die glorreichen Fahnen tvürden nur für bessere Tage zu sammengcsaltet. .König Ferdinand wird in Wien eine ganz andere Sprache lernen müssen: tveuii er dies letzte und inßerste nicht verinag, loäre es besser und ihm woyler, den Ruhesitz in Ungarn zu beziehen, sür den er bereit? alles vorbereitet haben sott.

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Kabinettskrisen in Bulgarien und Serbien.

Der littgariichc Ministerpräsident Radoslawow über­reichte dem König die Demission des Kabinetts. Es wird allgemein sür gewiß gehalten, das? RadoSlawon wieder mit der Bildung des Kabinetts beiraut Ivird. Aus Belgrad, 2. Jan , wird gc- metdet: Ter König berief beute nochmals die ovvoiitioneltcn Partei- süt.rer ins Palais und erklärte, daß Neuwahlen gegenwärtig mit Ruch,Kl aus die Militärleisttinge» zahlreicher, als Reservisten unter den Fahnen stehender Wähler, sowie aus technischen Gründe» nicht zweckmäßig erscheinen. Die Parteiführer belrarrleii aui dem Tianopnntt, den sic bei ihrer ersten Bernsung ins Palais daä- gelegt hatten. In politischen .Kreisen wird erwartet, daß der König Paichitsch die Bildung eines altradikalcn Kabinetts anvertranen lvird.

Zur türkischen Z ottenvermehrung.

Ans Athen, 2. Jan., wird geineldet: In der heutigen Sitzung der Kammer richteten mehrere 'Abgeordnete an die Regierung Anfragen betreffend den Antauf des Dread iivughtsRio de Janeiro" durch die Türkei. Ministerpräsi­dent Beniselos bestätigte die Nachricht über dielen Ankauf und erklärte, er sei nicht in der Lage, mitznteilen, welche Maßnahmen die Regierung zu erbreifen gedenke, um die Oberherrschaft der griechische,' Marine im A -zätschen Meere aufrecht zu erhalten, oder die in dieser Absicht bereits trosscuen Maßnahmen bekannt zu geben. Der Ministerpräsi­dent erklärte schließlich: Ich glaube, das; der gegenwärtige Stand der nauon.rlen Fragen es nicht gestartet, über be­reits erfolgte Schiffsdestellungen oder über Verhandlung.-» lvegen weiterer Aufträge zn berichten. Ich kann der Kani- iner lediglich verrichern, daß Griechenland entschlossen ist, die Oberlrerrschast zu behaupten: ich tann weiter versichern, daß die obersten Spitzen der griechisckwn Marine nicht im geringsten beunruhigt sind. (Bifffall.)

Tic gesamte Presse von Konstantinopel betont die große Bedeutung des nunmehr hier nnd in den Provinzen de- tannt gegebenen Ankaufs des KriegsschiffesRio de Ja­neiro". Die Erwerbung des Dreadnoughts) rusl hier leb­hafte Freude hervor und bietet Gelegenheit, oie Subskription für die Ausgestaltung der Flotte träslig zu fördern. Dem

Taniu" zufolge wird das Sckstss Mitte Juni hier erlvortet Von dem Kaufpreise ist noch annähernd «n Drittel zu bc» zahlen.

Aus RiodeJanciro ivird hierzu amtlich gemeldet - Nachdem die brasilianische Regierung den Bau des Dread nonghtsErsatz Rio de Janeiro" beantragt hatte, der den; neuen Flottenprogramm entspricht, und nachdem dieser An­trag angenommen worden war, konnten die Erbauer ohne Vermittlung der brasilianischen Regierung über den Dread nonght verfügen. Das Haus Armstrong vcrkauslc daher das Schiss sür eigene Rechnung.

Aerzte und ttrankenkassen.

Berlin, 2. Jan. Nach der am 23. Dezember in Ber­ti» zwischen den Organisationen der Krankenkassen und Aerzte zustaiidegelomnienen Vereinbarung solle» die Aerz.tr, die von den Krankenkassen während der Vertragsstreitig- keitc» von auswärts hcrangczogcn und fest angestcilt sind, alsbald von der kasfenärzklichen Tätigkeit an dem Orte gegen eine Abfindung der Ansprüche entbunden werden. In Düs­seldorf wurde durch die zu diesem zsweckc unter der Leitung des Regierungspräsidenten geslihrtc» Verhandlungen ein« Einigung zwischen dein Aerzteverein und dem Kranken- kafsenverbande erzielt, wonach die ncuangcnommenen Kas­senärzte überhaupt nicht in Tätigkeit treten.

Au» Qcftctt.

T tc S t i ch >v a y l int Wahlkreis Waldm ichelbach Dar in st a d t, 2. Jan. Bei der heutigen Stichwahl im vierten Landtagswahlkreis der Provinz Starkenbnrg-Wald- niichelbach erhielt der nationalliberale Kandidat Amtsrichter Wünzer Darmstadt 1942 Stimmen, der joziatdenivkra tische Kandidat Reichstagsabgeordnercr H a s c n z a b l 147.5 Stimmen Wüuzer ist somit'gewählt. Bei der .Hauptwahl erhielt Wüuzer natl.l 668, der Fortschrittler Rechtsanwalt Earnier 434, der Zcntruinskandidat Hosmann 855 und dei Sozialdemokrat Hasenzahl 945 Stimmen.

ie Zweite K a m mer de r Landstän de tritt am 13. Januar zur 88. Sitzung zusammen.

Die Kämpfe in Mexiko.

Ncwyork, 2. Jan. Aus Laredo wird gemeldet: Tic Jniurgcnten unternahmen gestern morgen einen rurchrbaren Sturm gut Nnevo Laredo, 2 0 8 davon wurden' getötet. Au» bei den Seite» waren Maschinengewehre in Tätigfeit. Auch die Bimdcstruppcn hatten ,ch,ocre Verluste. Eine »ompagnie wurde turch das Artillericscucr der Jnsurgeickcn vollständig auigerieben Um 9 Uhr zogen sich die Angreifer zurück. Die Wicderausnahmc des Sturnies wird erwartet.

Aus Rewhork, 2. Jan., wird gemeldet: Wie eine. De vesche aus Presidio meldet, zeigen die Bundestruvpen von Oiinaga, nachdem ne drei Tage heftig von den Rebellen ange- griffen wurden, gestern abend Neigung, aut amerikanisches G>- diel zu fliehen. Tie Verluste aus beiden Seiten betragen minde­stens 1000 Tote und Verwundete Zahlreiche Verioundetc der Bundestruvven ginge» aut das andere Flnßuscr, wo lie vom Roten Kreuz verbunden Ivnrden. .'»00 dewasinete Bundessotdatcn. tie verwundet den »Fluß üben'chrittcn, ivnrden trotz ihres Wider svruchs von den Amerikanern entwassnct nnd gezwungen, lich am mexikanisches ölebiet znrnckzuziehen. Das Rote Kreuz be­nutzt eine kleine Kirche als Hospital. - Rach einer Dcveicke aus Larcdo niachcn sich Ansständische und Bundcstrupven weiter

Stjacffcto« über seine neue Südpolexpedition.

Sir Ernest Shaäleton hat sich Berichterstattern gegenüber in ehenio interessanter wie eingehender Weise über die wissen schaitlichcn Ziele und die Ausrüstung seiner neuen großen Ex­pedition ausgesprochen.

Tie Ausgabe der Expedllion," so erklärte er.ist die, den Südvolarkoniingent von Meer zu Meer zu durchgueren. ausgehend vom Weddell-Meer »nd endend beim Roß Meer. Hier liegt der einzige Weg, UNI z» vollenden, lvas die früheren Ex- vedttionen begvnneil batten. Die Hälfte von den rund 1.700 eng­lischen Meilen, die wir dabei zurückzulegen traben, ist »och u» bekanntes Land. Ter Weg vom Südpol rum Roß-Meer ist schon srnhcr gemacht worden: wir wollen aber, wenn die Ver- hältaijse günstig sind, die bereits entdeckte» Wege vermeiden nnd auch so einen neuen Pfad rinden, wir dürfen also hosfe»', die ganzen 1700 Meilen aus Völlig unvekanntem Land zurückzu- legen. Vermöge dieses Planes wird es endlich Nlöglich lein, de» durchaus ko ntzn e » t a 1 c n Charakter des Süd­volar kreis cs genau scftzustkll c» Vorläuiig weis: niemand, ob das große Plateau lich attmähtich vom Pol »ach der» Weddell-Meer bin sich senkr, und ebenso wenig rveiß man, oh die große V i k loria-Gebirgskette, die sich »ach dem Pol hinzieht, sich ouci durch den ganzen Kontingent ersrreckt. Die Lösung dieses Problems ist von höchster Wichtigkeit iür alle Geographen der Welt, nnd die Entdeckung der großen Gebirgskette, die wir dorr vermuten, nncd einer der höchsten geographischen Triumphe aller Zeiten sein. Wir erwarte» auch wichtige geologische Re­sultate von der Reise. Während der Winterquartiere werden Forschungsreisen zum Studium der Gesteine und geologische Samm lungcn Unternommen. Das eine meiner beip» Schisse iolt zu diesem Zweck einen Trupp a» der Westseite des Wcddell 'Meere-- landen und das Schirr warwcud dieser Zeit, loenn möglich, die. Fortsetzung von GrahanvLand nach Süden feststcllcn. Ständige rnagnetischc Beobachtungen werden vom Lpeddelt-Meer bis zum Pol vorgenommc», uud da der Weg nach deni »mgnetischcn Pol rührt, so ist damic eine ideale Methode zur Feststellung der allgemeinen Abweichung der Magnetnadel gegeben. Ticst Arbeiten zur Magnerdurde sind mich oan großem vraktiichcn Wert, da eine absolut genaue Kenrrtnis der magnetischen Verhältnisse für die Schissahrr von höchsten!» tzlutzcn sind. Ich beabsrchlige auch, in den Wintcrgnarticren ein magnetisches O b i e r o a t o r i»in cinzurichtcn nnd so den ganzen Winter über regelmäßi rc magnetische Beobachttinge» zu mackw». Ebcniv nwrden die IN e - t e o r o l o g i sch c n Verhältnisse sorgiälttg studiert. Und dies wird dazu beitragen, einige besondere Probleme der Wctlertundo zu erhellen, über- die man bisher noch zar nicht unterrichtet

war. Nicht minder wird in den Wintergnalticren sowohl Nne aut der Reise die biologische Forschung betrieben werden: über die Verteilung des Tier und Pslanzenlebeirs im Sndvolar gebiet solle» genaue Auszeichnungen gemacht werden. Beide Schisse sind mit Vorrichtungen sür Schleppnetze und Löningen ausge­rüstet, iodaß auch die Tiersccsorrchung nicht pe>-nachläsiigr werben soll. Durch alt das hosfen wir. eine große Bereicherung der mcnichlichei, .Kenntnisse zn gewinne», aber das Hauptziel dec Ckvediiivn ist »nd bleibt doch die Turchauerung des Südvolar- lontincnds. So sehr sich auch das unbekannte Land ans dem Ertball bereits verringert bat, so bleibt doch hier nockr ein großes Werk, bas getan werden muß." Tie Angabe» über öie Ausrüstung und den Verlauf seiner Expedition vervollständigte dann der berühmte Polarrorscher durch eine ?ln;ahl nciicr Mit- iciliingen:Tie Hauptgiiippe der Exveditio» wird ans sechs Mann bestehen, lie die Turckigiiernng des Südvolargebietes mit 120 Hunden, 2 von Aerovlonvrovellern getriebenen Schlitten »nd einem Aeroplon mit verkürzten Flügeln sür die Fahrt übers Eis durchiiihrcn ioollen. Außer diese» sechs Männern, deren Auswahl noch nicht ganz festt'teht, tverdcn sich an der Expedition drei erfahrene Nattirrorscher beteiligen, ein Biologe, ein Geologe und ein Meteorologe." Sbackleton sprach dann über die Lcistnng-s sähigkeit der 120 Hunde, die aus 'Alaska und Sibirien tominen: mit diesen Tieren hat schon Amiinbsen die besten Enahiimge» gemacht.

Für den Vorschlag, anstatt der Hunde gezälnnte Bären bei der Potarreise zu verwenden, zeigt er wenig Sninpatliic. Viel verspricht er sich auch von den Acroplan-Schlitten, sie vermöge ihrer ausgezeichneten Motoren imstande sind, nahezu 2000 Psund Gewicht mit einer Schnelligkeit von »5 I» Meilen in der Stunde zu besörpern. Shacklcton holst, die Durchguerung des Südpolarkontinents bei günttigen Bedingungen in 5 Monaten durchzusühren.Geht alles gut, so hoffe ich. daß meine neue Südpolarexpedition im April 1915 znn'ick sein wird."

Varsisal fand bei der gestrige» Generalprobe in der tbroßen Oper zn Paris eine begeisterte Ausnahme. Zun, Schluß bereitete das Publikum dem Direktor der Over, Messager, der die Ausführung ainstudiert hatte und das Orchester dirigierte, lefabaft - Kundgebungen. Wie aus Madrid genreldct wird, wurde Pnrsisal auch in deni dorttgen Wniglichen Theater gestern abend mit großem Erfolg g>-geb>-n. In Barcelona fand vorgestern im Licco-Thcaler eine Erstaufführung Parsifals statt, die von 10 Uhr abends bis 5>. Uhr morgens dauerte.

B e r s l ü i s i g u n g von Kohlen und D i a IN a n ° teil. Uebcrbcn Fortgang der Forschungen von Pros. Lurnmer zur Verflüssigung von Kohlen und Diamanten erhalten wir fol­

gende authentische Mitteilung: Das gesamte Beobachtungsma- terial wird in einer Broschüre veröffentlicht, ivclckw in etwa acht Woche» erscheint. Diese Broschüre ivird enthalten: Tic Versiickrs- tediilguligen: 'Analnsen aller benulrten Kohleniorten, iAnalysen des ErsrarrungsprodukteS (reines Graphit): Bestimmung des Tchnieizpunktes in versckxiedencn Kohlen und reinen Diamanten: die Unabhängigkeit von Truck, von der Art des Gases (Lust, uckffoii, Kohlendioxyd): verschiedene Momciitansiiahmeii der flüs­sigen .'iobienobenlächc und der Dimnantcn, ivelche deutlich er kennen lassen, daß in der Flüssigkeitsschicht feste lnbisckie Körper chen in lebhafter Bewegung sind. Die Breslauer Physiker beider Hochschulen sind sich jetzt einig darin, daß sic es mit dem flüs­sigen Zustand reinsten Kohlenstosss zu tun haben. Gleichwohl möchte Professor Lummer diesmal wieder >me in der ersten und bisher einzigen Nottz ln-toiien, daß die Resultate wenigstens vor­läufig ivcdcr sür die Technik noch iür die Jndusttic irgendwelche praktische Bedeutung beanspruchen tviiiieil. Die Broschüre kommt bei Vicnieg nnd Sohn in Brailirichivcig heraus.

Neues von den T-S t r a h l e ». Aus Paris wird berichtet: Ter italienische Ingenieur Giulio »livi. dessen Ersindung der sog. h'-Ttrahlen so vielfach erörtert nnd angeziveiselt ivnrde, konute am Dienstag vor feiner 'Abreffe nach Rom. die interessante Mitteilung machen, daß er? im Begriffe stehe, seine Eniiiduiig der italienischen Regierung zu verkaufen. Er bat, ivie er berichiete, keinerlei Patent auigenomine», sondern wird der Behörde, in-? besondere der italienischen Marineverivaltung, Ni»r die Konstruk- tionSeinzelherten und den in Spezia bereits gebauten Apparat über­lasse». Ulivi bebanvier bekanntlich, durch seine ? Stiahicn imstande zu sein, ani gewisse Eiltsernungc» Erplorivstosfe aus drabilostm Wege zur Entzündung zu bringen: so ivill er beispielsweise ein Kriegsschiff in die L»rr ivrengen könne», indem er durch die k'-^irahle» die Munitioiiskarnmcrn zur Erplviivn bringt Tic bis­herigen Angaben über die Umstände, unter denen dies möglich sein sollte , 1001 - 01 , ziemlich unbestimmt: erst jctzl Hai der Crffnder darüber ciinge nähere Mitteilungen gemackn. Die Wirkungskraft her v-c-trahlen kann aut eine Entfernung von etwa 50 Metern hie Ervlorion bervorruic» »ich entzündet dam, red,- Art von Ervlosiv- stvn. wöbe, ircilich Borausictzung ist, daß di»? Pulvervorräte in Mclallgeratzen und Metallränme» verwahrt liegen Sind die Er- vtottvuorre in hölzernen Hüllen geborgen, w versagen die ?-Zlrab len, weil Holz Nicht durchdringcii. Dieser Umstand und dil geringe Enliernung, aus die die drahtlose Eiiizitn»'iing möglich ist verrmgerr nattirgemäß einstweilen die vraliffäie Beocutung. Ulivi wird letzt >n Lpezia und Neapel weitere Exp,-rin,eilte vvrnehmen g.ie rtallennckie Mariiieverwattuiig hegt den Plan, das Veriabren vor allem zur Lvrcrigung unter,'cclichi-r Minen und Strenniinen nntzbar zn machen.